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Fehlermeldung bei Floppydisk : CRC Fehler

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Andreas Aldinger

unread,
Jan 16, 2003, 6:52:20 AM1/16/03
to
Hallo zusammen,

bei einigen PC kommt es vor das eine erst einmal bespielte Diskette
plötzlich nicht mehr lesbar ist. Es erscheint die Fehlermeldung:

CRC- Prüfung, Datenfehler

Die Diskette ist dann nicht mehr zu gebrauchen. Ist das Diskettenlaufwerk
defekt? Was bedeutet diese Fehlermeldung? Es kommt glaube ich nur bei
Windows NT4 vor...

Weiss jemand Rat?

Vielen Dank im voraus!!

Gruß

Andreas


Stefan T. Unterweger

unread,
Jan 16, 2003, 8:37:41 AM1/16/03
to
* Scripsit iste Andreas Aldinger:

> bei einigen PC kommt es vor das eine erst einmal bespielte
> Diskette plötzlich nicht mehr lesbar ist. Es erscheint die
> Fehlermeldung:

> CRC- Prüfung, Datenfehler

Wenn der Inhalt nicht wichtig ist, würde ich bei der Diskette
eine beschleunigte Beförderung in Richtung des Weges alles
irdischen raten -- sprich: Mülltonne.

Disketten, die irgendwelche Probleme machen, sind den Ärger meist
nicht wert. Man nennt die Dinger nicht umsonst "write
only"-Medien :o)

> Die Diskette ist dann nicht mehr zu gebrauchen. Ist das
> Diskettenlaufwerk defekt? Was bedeutet diese Fehlermeldung? Es
> kommt glaube ich nur bei Windows NT4 vor...

> Weiss jemand Rat?

Ansonsten gibt es glaube ich Tools, die versuchen, die Diskette
trotzdem noch zu lesen. In alten DOS-Zeiten habe ich dafür
VGACopy genommen, oder jetzt unter Linux Sachen wie dd, aber für
Windows fällt mir im Augenblick leider nichts dafür ein.


S!

end
--
Wer einen Fehler gefunden hat, darf ihn behalten!

Helmar Weser

unread,
Jan 16, 2003, 10:46:24 AM1/16/03
to
"Stefan T. Unterweger" schrieb:

>
> * Scripsit iste Andreas Aldinger:
> > bei einigen PC kommt es vor das eine erst einmal bespielte
> > Diskette plötzlich nicht mehr lesbar ist. Es erscheint die
> > Fehlermeldung:
>
> > CRC- Prüfung, Datenfehler
>
> Wenn der Inhalt nicht wichtig ist, würde ich bei der Diskette
> eine beschleunigte Beförderung in Richtung des Weges alles
> irdischen raten -- sprich: Mülltonne.

Sag das nicht. meine persönliche Erfahrung ist die, dass besonders unter
NT-Systemen der Zugriff auf Diskettenlaufwerke zu irreparablen Schäden führt.
Ein anschliessendes einfaches format a: /C bringt im Abschluss defekte
Sektoren zum Vorschein.

ABER:
Die Disketten sind gar nicht kaputt (also phyikalisch) sondern NT (auch W2k)
schaffen es immer wieder, dass dateisystem auf der Floppy zu zerrödeln. Keine
Ahnung, wie die das schaffen ...
Ich benutze für diesen Fall ein Lowlevel-Diskutility für Floppies und kann die
markierten Sektoren einer intensiven Überprüfung unterziehen, wie es der /C
Schalter bei format nicht schafft. Anschliessend noch ein Lowlevelformat mit
diesem Tool und dann noch einmal normales format mit dem /C Schalter. Danach
funktionieren diese Floppies wieder einwandfrei und das mehrere Monate. Bis
zum nächsten Mal ... dann geht das Spiel wieder von vorn los.

> Disketten, die irgendwelche Probleme machen, sind den Ärger meist
> nicht wert. Man nennt die Dinger nicht umsonst "write
> only"-Medien :o)

Im Prinzip hast du Recht. Für Datensicherungen sind Floppies absolut
unakzeptabel.

> > Die Diskette ist dann nicht mehr zu gebrauchen. Ist das
> > Diskettenlaufwerk defekt? Was bedeutet diese Fehlermeldung? Es
> > kommt glaube ich nur bei Windows NT4 vor...
>
> > Weiss jemand Rat?

Siehe Beschreibung oben. Das Tool läuft nur unter DOS. Folgende
Beschreibung liegt bei ...

Disk utilities
· Low level floppy formatting
· Exact diskcopy, including bad sectors and track 81 + 82
· Disk repair, remove bad sectors from your disks
· Low level disk viewing / editing, hexadecimal and text

Memory utilities
· Manual editing of interrupt vectors
· Manual executing of interrupt vectors
· Low level memory viewing / editing, hexadecimal and text


--
MfG Helmar - ICQ 124870567

GSM-Roaming weltweit und Infos zu O2-Germany mit Einstieg zum
O2-Germany Diskussionsforum bei !Yahoogroups
http://www.generic-link.de/ + http://www.roamingpartner.de/

Marcel Müller

unread,
Jan 16, 2003, 2:07:54 PM1/16/03
to
Hallo

Helmar Weser wrote:
> Sag das nicht. meine persönliche Erfahrung ist die, dass besonders unter
> NT-Systemen der Zugriff auf Diskettenlaufwerke zu irreparablen Schäden führt.
> Ein anschliessendes einfaches format a: /C bringt im Abschluss defekte
> Sektoren zum Vorschein.
>
> ABER:
> Die Disketten sind gar nicht kaputt (also phyikalisch) sondern NT (auch W2k)
> schaffen es immer wieder, dass dateisystem auf der Floppy zu zerrödeln. Keine
> Ahnung, wie die das schaffen ...

NT/2k können da eigentlich nicht wirklich etwas dafür. Es sind die
Laufwerkshersteller!

Das Problem hat Geschichte...

Es war einmal in den 80-ern ein BIOS, und das hatte einen Bug. Dieser
war, daß der Zugriff auf einen Sektor, bei erforderlichem Spurwechsel
wie folgt ablief:
- Befehl and den Floppy-Controler (FDC):
x Spuren nach innen/außen, Kopfberuhigung abwarten und Verify
ausführen.
- Befehl an den FDC:
Sektor y-z lesen.
Das Problem ist das (gut gemeinte) Verify beim Spurwechsel. Das weist
den FDC an, das Erreichen der korrekten Spur zu überprüfen. Erkannt wird
das daran, daß (binnen <5 Umdrehungen) ein Sektorheader mit der
korrekten Spurkennung am Kopf vorbeikommt.
Nun sind "normal" formatierte Disketten aber so aufgebaut, daß in jeder
Spur 18 Sektoren (HD) liegen und danach folgend noch Platz für etwa 3
weitere Sektoren ist. Dieser Platz ist dafür reserviert, dem Laufwerk
Gelegenheit für den Spurwechsel zu geben, ohne daß der erste Sektor der
nächsten Spur in der Zeit am Kopf vorbeirauscht, was eine Leerumdrehung
erfordern würde.
Das Verify beim Spurwechsel bewirkt nun aber, das nach dem Spurwechsel
erst auf einen Sektorheader gewartet wird, und der nächste Sektorheader
ist der von Sektor eins. Erst jetzt geht der Befehl zum Lesen von Sektor
eins raus, der aber gerade vorbeigehuscht ist und auf den nun eine
Umdrehung gewartet werden muß. Dadurch arbeiten Diskettenlaufwerke seit
über 25 Jahren etwa 33% langesamer als eingentlich geplant; zum Lesen
beider Diskettenseiten einer Spur werden effektiv 3 Statt zwei
Umdrehungen benötigt. Die Sache ist besonders sinnlos, da der
anschließende Lesebefehl implizit /immer/ die Spur mit verifiziert.
Jetzt kommen die Hersteller der Laufwerke ins Spiel. Die spezifizierte
Zeit für die mechanische Beruhigung der Schreib-/Lesekopfes nach einem
Spurwechsel ist 30ms. Aufgrund des Bugs fällt aber zusätzlich eine
Umdrehung (200ms) an. Das wiederum hat die Hersteller dazu bewogen,
Laufwerke herzustellen deren Köpfe sich nach 30ms /nicht/ ordnungsgemäß
beruhigt haben, denn jeder normale User konnte den Mangel nicht
bemerken. Selbst im günstigten Fall, wenn z.B. nach dem oben
beschriebenen Spurwechsel zufälling Sektor 2 angefordert wird, ergeben
sich immernoch mindestens 10ms zusätzlich, da für das Verify mindestens
ein Sektor ungelesen vorbeikommen muß.

WinNT und seine Nachfolger benutzen das BIOS aber gar nicht. Sie haben
einen eigenen Treiber (flpydisk.sys), und der hat den Verify-Bug
/nicht/. In Kombination mit einem Laufwerk, daß die Spezifikation nicht
einhält (und das sind viele bis die meisten), führt das zu Problemen.
Beim Lesen kommt es zunächst zu Lesefehlern, die aber vom Kontroller
erkannt werden, worauf der Teiber mit einem Retry reagiert; dieses wird
dank 200ms Pause (1 Umdrehung) erfolgreich sein.
Beim Schreiben, bleibt der zitternde Kopf aber unerkannt. Es werden
einfach Schlangenlinien geschrieben, die vielleicht niemand mehr Lesen
kann. Fertig ist der defekte Sektor!
Selbst eine Aktivierung von read after write (VERIFY ON) verhindert das
nicht zuverlässig, da das unmittelbar folgende Verify vielleicht gerade
noch gelingt, während nach einem Diskwechsel oder in einem anderen
Laufwerk zusätzliche, erlaubte Justagetoleranzen das Faß zum überlaufen
bringen.
Da die Sektoren nicht Ursächlich defekt sind, kann man sie mit mit einem
LL-Format reinkarnieren. Leider macht Windows das nur mit neuen
Disketten, also solche auf denen sich absolut nichts lesen läßt.
Ansonsten ist man (wie immer) auf Fremdtools angewiesen.

... und wenn der Bug nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute, denn
kein Boardhersteller würde das fixen und seine Boards als
"diskettenuntauglich" disqualifizieren lassen.


Dieses Ganze geht natürlich einher damit, daß auch die
Diskettenhersteller Sparpotentiale erkannt haben...


Ich kann von der Verwendung von Disketten nur gänzlich abraten. Die
ersten Diskettenfreien Rechner warten ohnehin schon in den Regalen.


--
Marcel Müller

Helmar Weser

unread,
Jan 16, 2003, 2:53:36 PM1/16/03
to
Marcel Müller schrieb:
>
> ...[sehr aufschlussreiche Erklärung]...

>
> WinNT und seine Nachfolger benutzen das BIOS aber gar nicht. Sie haben
> einen eigenen Treiber (flpydisk.sys), und der hat den Verify-Bug
> /nicht/. In Kombination mit einem Laufwerk, daß die Spezifikation nicht
> einhält (und das sind viele bis die meisten), führt das zu Problemen.

Das würde einiges erklären. Bis jetzt gehe ich so vor, dass ich unter NT bei
einem Diskettenwechsel nicht sofort Dateien draufkopiere, sondern mir zuerst
den Inhalt der Disk anzeigen lasse (dann dürfte sich der Kopf eingependelt
haben). Leider kann ich das mit meinem Unwissen nicht wörtlich nicht anderes
beschreiben. :-)

> ....


> Da die Sektoren nicht Ursächlich defekt sind, kann man sie mit mit einem
> LL-Format reinkarnieren. Leider macht Windows das nur mit neuen
> Disketten, also solche auf denen sich absolut nichts lesen läßt.
> Ansonsten ist man (wie immer) auf Fremdtools angewiesen.

Hast du einen Tip, wie man mit Disketten umgehen sollte, die bei einem Format
in der Eingabeaufforderung bzw unter DOS ein "Bad Sector 0" ausgeben?
Ich mache das dann immer so, dass ich zuerst versuche, die Diskette in einem
anderen Rechner zu formatieren (manchmal klappts) und wenn das nicht fruchtet,
mache ich eine Wechselbehandlung bestehen aus LL-Format, format als 720kb
Disk, Maxiformat bis 1,7MB, format mit Linux bis dann irgendwann das normale
Format mit 1.44 wieder einwandfrei und mehrfach störungsfrei funktioniert.
I.d.R ist die Disk danach wieder einwandfrei benutzbar, aber die
Verfahrensweise ist zeitaufwendig und nervig.

Oder gibt es Möglichkeiten/Tools die eine Diskette generell komplett neu
organisieren? Wie gesagt habe ich da ein Tool, aber selbst mit diesem ist der
Aufwand ziemlich gross und intensiv.

Bernd-Ulrich Adrigam

unread,
Jan 16, 2003, 3:07:31 PM1/16/03
to
"Marcel Müller" <nospam.m...@comspe.com> schrieb

>
> NT/2k können da eigentlich nicht wirklich etwas dafür. Es sind die
> Laufwerkshersteller!
>
> Das Problem hat Geschichte...
<snip>

Hi Marcel,

woher stammt Dein Wissen?

Dein Beitrag erklärt so einiges, worüber ich mir früher
mal den Kopf zerbrochen hatte.

Bernd-Ulrich Adrigam


Marcel Müller

unread,
Jan 17, 2003, 7:25:26 AM1/17/03
to
Hallo,

Bernd-Ulrich Adrigam wrote:
> "Marcel Müller" <nospam.m...@comspe.com> schrieb
>
>>NT/2k können da eigentlich nicht wirklich etwas dafür. Es sind die
>>Laufwerkshersteller!
>>
>>Das Problem hat Geschichte...
>
> <snip>
>
> Hi Marcel,
>
> woher stammt Dein Wissen?

Jahre lange Erfahrung. Im speziellen habe ich selbst mal einen
FDC-Treiber für Atari-ST geschrieben. Dort kommt ein sehr ähnlicher,
ebenfalls WD-Kompatibler FDC zum Einsatz und ich hatte exakt mit den
gleichen Problemen zu kämpfen, da das ATARI-BIOS auch den gleichen Bug
hatte.


--
Marcel Müller

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