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DAT-Bänder ziemlich hartnäckig

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A. Doninger sen.

unread,
Sep 5, 2002, 3:53:35 AM9/5/02
to
Hallo liebe Leserinnen und Leser,

ich muss jetzt mal bei einem Phänomen das ich beobachtet habe nachfragen:

Jeder von Euch kennt doch analoge Audiokassetten. Setzt man diese einem
stärkeren Magnetfeld aus, so ist die Musik gelöscht. Deshalb gibt es auch
spezielle Löschmagneten für analoge Audiokassetten. Zieht man das Tape dort
durch, ist die Musik zum einem gelöscht und das "Leerrauschen" auf dem Band
deutlich geringer.

Soweit so gut. Ich habe jetzt ein älteres, aber einwandfreies DAT-Band für
Versuche mit Magneten verwendet. Ihr glaubt nicht wie hartnäckig so ein
DAT-Band für einen Streamer ist. Ich habe testweise Daten auf das Band
gespielt und versucht die Informationen auf dem Band durch Magnetismus zu
löschen. Das Ergebnis ist unglaublich. Selbst ein Magnet, der stark genug
ist ein Videoband zu löschen (20cm Stabmagnet), läßt das DAT-Band völlig
unbeeindruckt. ALLE DATEN SIND LESBAR! Und das bei mindestens zwei
Wiederholungen. Warum ist das so????

Die einzige Möglichkeit das Band zu löschen ist die
"SICHERHEITSLÖSCHEN"-Funktion der Backupsoftware! Nun gut, werdet Ihr Euch
fragen, warum freut er sich nicht einfach über diesen Umstand. Natürlich ist
es beruhigend zu wissen das die Bänder so widerstandsfähig sind.

ABER: Was mache ich mit meinen Bändern, wenn das DAT-Laufwerk defekt ist und
ich mir aus Kosten- bzw. persönlichen Gründen kein DAT-Laufwerk mehr
anschaffen möchte??? Weiterverkaufen kann ich Sie dann nicht. Wenn ich
sicherstellen will, das die Daten nicht in falsche Hnde geraten bleibt nur
der Weg das Band aus der DAT-Kassette herauszuziehen und in kleine Stücke zu
zerschneiden. Mal abgesehen davon, das mir sinnlose Zerstörung aüßerst
zuwider ist, ist diese Lösung nicht gerade sehr wirtschaftlich, da meine
DDS3-Bänder nur privat genutzt werden und deshalb in guten Zustand sind. .

Deshalb meine Fragen: Warum sind DAT-Bänder so widerstandfähig und gibt es
eine Möglichkeit DAT-Bänder ohne Zerstörung und ohne DAT-Laufwerk zu
löschen?? Vielleicht ein spezielles Löschgerät???

Viele Grüße sendet

A. Doninger sen.

--Nach § 28, Abs. 3 Bundesdatenschutzgesetz widerspreche ich der Nutzung
meiner Daten für Werbezwecke oder Markt- und Meinungsforschung.


Heinz Boehringer

unread,
Sep 5, 2002, 5:08:11 AM9/5/02
to
Hallo A,

> Soweit so gut. Ich habe jetzt ein älteres, aber einwandfreies DAT-Band für
> Versuche mit Magneten verwendet. Ihr glaubt nicht wie hartnäckig so ein
> DAT-Band für einen Streamer ist. Ich habe testweise Daten auf das Band
> gespielt und versucht die Informationen auf dem Band durch Magnetismus zu
> löschen. Das Ergebnis ist unglaublich. Selbst ein Magnet, der stark genug
> ist ein Videoband zu löschen (20cm Stabmagnet), läßt das DAT-Band völlig
> unbeeindruckt. ALLE DATEN SIND LESBAR! Und das bei mindestens zwei
> Wiederholungen. Warum ist das so????
>

ich glaube, Bander sowie Wechselplatten muessen mit einer bestimmten Frequenz geloest werden.
Ich habe mal eine Syquestplatte auf einen Elektromagneten einer Flachschleifmaschine gelegt
und selbst da war das Teil nicht geloescht. Weiss der Geier wie die das machen, ist aber
irgendwie beruhigend.:-)

> ABER: Was mache ich mit meinen Bändern, wenn das DAT-Laufwerk defekt ist und
> ich mir aus Kosten- bzw. persönlichen Gründen kein DAT-Laufwerk mehr
> anschaffen möchte??? Weiterverkaufen kann ich Sie dann nicht. Wenn ich
> sicherstellen will, das die Daten nicht in falsche Hnde geraten bleibt nur
> der Weg das Band aus der DAT-Kassette herauszuziehen und in kleine Stücke zu
> zerschneiden. Mal abgesehen davon, das mir sinnlose Zerstörung aüßerst
> zuwider ist, ist diese Lösung nicht gerade sehr wirtschaftlich, da meine
> DDS3-Bänder nur privat genutzt werden und deshalb in guten Zustand sind. .
>

entweder jemanden Suchen, der ein Laufwerk hat und schoen Bitte Bitte sagen.:-)
Oder eine Firma beauftragen, dann kostets.

> Deshalb meine Fragen: Warum sind DAT-Bänder so widerstandfähig und gibt es
> eine Möglichkeit DAT-Bänder ohne Zerstörung und ohne DAT-Laufwerk zu
> löschen?? Vielleicht ein spezielles Löschgerät???
>

das weiss ich leider auch nicht, frag doch mal ne Suchmaschine.

Gruss
Heinz

Benjamin Gawert

unread,
Sep 5, 2002, 6:18:43 AM9/5/02
to
A. Doninger sen. wrote:

> Jeder von Euch kennt doch analoge Audiokassetten. Setzt man diese
> einem stärkeren Magnetfeld aus, so ist die Musik gelöscht. Deshalb
> gibt es auch spezielle Löschmagneten für analoge Audiokassetten.
> Zieht man das Tape dort durch, ist die Musik zum einem gelöscht und
> das "Leerrauschen" auf dem Band deutlich geringer.

Genau, man "zieht" das Band durch, ein nicht unwesentlicher Punkt...

> Soweit so gut. Ich habe jetzt ein älteres, aber einwandfreies
> DAT-Band für Versuche mit Magneten verwendet. Ihr glaubt nicht wie
> hartnäckig so ein DAT-Band für einen Streamer ist. Ich habe testweise
> Daten auf das Band gespielt und versucht die Informationen auf dem
> Band durch Magnetismus zu löschen. Das Ergebnis ist unglaublich.
> Selbst ein Magnet, der stark genug ist ein Videoband zu löschen (20cm
> Stabmagnet), läßt das DAT-Band völlig unbeeindruckt. ALLE DATEN SIND
> LESBAR! Und das bei mindestens zwei Wiederholungen. Warum ist das
> so????

Weil Du höchstwahrscheinlich beim Löschen Fehler gemacht hast. Es reicht
nicht, einfach mal kurz einen Stabmagneten dranzuhalten. Das Löschen wird
erst durch eine schnelle Änderung des auf das Band einwirkenden Magnetfeldes
verursacht. Bei den oben beschriebenen Kassettenlöschgeräten läuft das Band
mit relativ hoher Geschwindigkeit am Permanentmagneten vorbei. Bessere
Geräte verwenden übrigens einen Elektromagneten, der mit Wechselstrom
versorgt wird und so ein Wechselfeld erzeugt.

Nun kommt noch dazu, dass DAT-Bänder dazu gemacht sind, wesentlich höhere
Frequenzen aufzuzeichnen als eine normale Audio-Kassette. Das heisst, dass
auch das Wechselfeld eine deutlich höhere Frequenz haben muss als bei
Audio-Kassetten. Natürlich löscht auch Dein Stabmagnet das Band etwas an,
aber dank PCM-Aufzeichnung im Schrägspurverfahren und ausgeklügelter
Fehlerkorrekturmechanismen sind die Bänder trotzdem noch lesbar...

> Die einzige Möglichkeit das Band zu löschen ist die
> "SICHERHEITSLÖSCHEN"-Funktion der Backupsoftware! Nun gut, werdet Ihr
> Euch fragen, warum freut er sich nicht einfach über diesen Umstand.
> Natürlich ist es beruhigend zu wissen das die Bänder so
> widerstandsfähig sind.

Sind sie nicht. Lass ein DAT-Tape mal eine Weile auf einer Lautsprecherbox
in der Nähe des Magneten liegen. Die Löschung wird dabei weniger durch den
Permanentmagneten als durch die Spule (Elektromagnet) verursacht...

> ABER: Was mache ich mit meinen Bändern, wenn das DAT-Laufwerk defekt
> ist und ich mir aus Kosten- bzw. persönlichen Gründen kein
> DAT-Laufwerk mehr anschaffen möchte??? Weiterverkaufen kann ich Sie
> dann nicht.

Kannst Du so wahrscheinlich eh nicht. Wer kauft bei einem Stückpreis von
unter 3.-EUR für ein nagelneues Tape noch gebrauchte Bänder? Vor Allem, da
DAT-Tapes eh eine kurze Lebensdauer haben...

> Wenn ich sicherstellen will, das die Daten nicht in
> falsche Hnde geraten bleibt nur der Weg das Band aus der DAT-Kassette
> herauszuziehen und in kleine Stücke zu zerschneiden.

Oder Löschung mittels Elektromagneten mit Wechselfeld...

Benjamin

Michael Beyer

unread,
Sep 5, 2002, 12:01:29 PM9/5/02
to
Hallo Benjamin,

"Benjamin Gawert" <bga...@gmx.de> schrieb

[...]

>Nun kommt noch dazu, dass DAT-Bänder dazu gemacht sind, wesentlich
>höhere Frequenzen aufzuzeichnen als eine normale Audio-Kassette.
>Das heisst, dass auch das Wechselfeld eine deutlich höhere Frequenz
>haben muss als bei Audio-Kassetten.

Hab ich in Physik nicht aufgepasst, oder wie hängt die Ausrichtung der
Magnetpartikel mit der Frequenz zusammen? Es geht doch nur darum die
Elektronen komplett neu auszurichten, oder was?

[...]

>Oder Löschung mittels Elektromagneten mit Wechselfeld...

Wie denn sonst, oder welchen Mensch kann einen Schalter mehr als 50 Mal
die Sekunde schalten? Also ich nicht. SCNR

Mfg,
Michael

Benjamin Gawert

unread,
Sep 5, 2002, 6:25:41 PM9/5/02
to
Michael Beyer wrote:

>> Nun kommt noch dazu, dass DAT-Bänder dazu gemacht sind, wesentlich
>> höhere Frequenzen aufzuzeichnen als eine normale Audio-Kassette.
>> Das heisst, dass auch das Wechselfeld eine deutlich höhere Frequenz
>> haben muss als bei Audio-Kassetten.
>
> Hab ich in Physik nicht aufgepasst, oder wie hängt die Ausrichtung der
> Magnetpartikel mit der Frequenz zusammen? Es geht doch nur darum die
> Elektronen komplett neu auszurichten, oder was?

Du richtest Eisenpartikel aus, und das geht am Besten bei einer bestimmten
Frequenz bzw einem bestimmten Frequenzbereich. Und dieser hängt von diversen
Faktoren ab und liegt bei DAT-Tapes naturgemäss um Einiges höher als z.B.
bei Audio-Kassetten...

Wenn der Magnet stark genug ist und die Einwirkzeit lang genug ist geht das
natürlich auch mit einem entspr. Dauermagneten....

Benjamin

Michael Beyer

unread,
Sep 5, 2002, 6:49:56 PM9/5/02
to
Hallo Benjamin,

"Benjamin Gawert" <bga...@gmx.de> schrieb

[Physik]

>Du richtest Eisenpartikel aus, und das geht am Besten bei einer
>bestimmten Frequenz bzw einem bestimmten Frequenzbereich. Und
>dieser hängt von diversen Faktoren ab und liegt bei DAT-Tapes
>naturgemäss um Einiges höher als z.B. bei Audio-Kassetten...

Wo kann ich dies nachlesen, denn einleuchten will es mir nicht wirklich?

>Wenn der Magnet stark genug ist und die Einwirkzeit lang genug ist
>geht das natürlich auch mit einem entspr. Dauermagneten....

ACK.

Was hälst Du vom Ausglühen? SCNR

Mfg,
Michael

A. Doninger sen.

unread,
Sep 6, 2002, 4:06:24 AM9/6/02
to
"Benjamin Gawert" <bga...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:al7b40$1nii3e$1...@ID-22005.news.dfncis.de...

> Weil Du höchstwahrscheinlich beim Löschen Fehler gemacht hast. Es reicht
> nicht, einfach mal kurz einen Stabmagneten dranzuhalten.

Naja Benjamin, 5 Stunden Magnetisierung mit einem 20 cm Stabmagneten würde
ich jetzt nicht unbedingt als kurz bezeichnen. :-)) Kratzt das DAT-Tape
nicht die Bohne. Daten sind lesbar und zum restoren.

> Das Löschen wird
> erst durch eine schnelle Änderung des auf das Band einwirkenden
Magnetfeldes
> verursacht. Bei den oben beschriebenen Kassettenlöschgeräten läuft das
Band
> mit relativ hoher Geschwindigkeit am Permanentmagneten vorbei. Bessere
> Geräte verwenden übrigens einen Elektromagneten, der mit Wechselstrom
> versorgt wird und so ein Wechselfeld erzeugt.
>
> Nun kommt noch dazu, dass DAT-Bänder dazu gemacht sind, wesentlich höhere
> Frequenzen aufzuzeichnen als eine normale Audio-Kassette. Das heisst, dass
> auch das Wechselfeld eine deutlich höhere Frequenz haben muss als bei
> Audio-Kassetten. Natürlich löscht auch Dein Stabmagnet das Band etwas an,
> aber dank PCM-Aufzeichnung im Schrägspurverfahren und ausgeklügelter
> Fehlerkorrekturmechanismen sind die Bänder trotzdem noch lesbar...

Das ist nachvollziehbar.

>
> > Die einzige Möglichkeit das Band zu löschen ist die
> > "SICHERHEITSLÖSCHEN"-Funktion der Backupsoftware! Nun gut, werdet Ihr
> > Euch fragen, warum freut er sich nicht einfach über diesen Umstand.
> > Natürlich ist es beruhigend zu wissen das die Bänder so
> > widerstandsfähig sind.
>
> Sind sie nicht. Lass ein DAT-Tape mal eine Weile auf einer Lautsprecherbox
> in der Nähe des Magneten liegen. Die Löschung wird dabei weniger durch den
> Permanentmagneten als durch die Spule (Elektromagnet) verursacht...

Den Test habe ich auch durchgeführt. Dauer ca. 30 min. Band ist immer noch
lesbar.

>
> > ABER: Was mache ich mit meinen Bändern, wenn das DAT-Laufwerk defekt
> > ist und ich mir aus Kosten- bzw. persönlichen Gründen kein
> > DAT-Laufwerk mehr anschaffen möchte??? Weiterverkaufen kann ich Sie
> > dann nicht.
>
> Kannst Du so wahrscheinlich eh nicht. Wer kauft bei einem Stückpreis von
> unter 3.-EUR für ein nagelneues Tape noch gebrauchte Bänder? Vor Allem, da
> DAT-Tapes eh eine kurze Lebensdauer haben...

Der Herr belieben zu Scherzen ;-)) Noch zahle ich für DDS3 Tapes bis zu 17
Euro! Und davon habe ich "nur" 10 Stück. Würdest Du 170 Euro oder fast 340!!
DM einfach wegwerfen?? Ganz schön großzügig. ;-))

>
> > Wenn ich sicherstellen will, das die Daten nicht in
> > falsche Hnde geraten bleibt nur der Weg das Band aus der DAT-Kassette
> > herauszuziehen und in kleine Stücke zu zerschneiden.
>
> Oder Löschung mittels Elektromagneten mit Wechselfeld...

Hast Du mir vielleicht eine Bezugsadresse???

Vielen Dank.

Adrian sen.

>
> Benjamin
>


Benjamin Gawert

unread,
Sep 6, 2002, 4:31:22 AM9/6/02
to
A. Doninger sen. wrote:

> Naja Benjamin, 5 Stunden Magnetisierung mit einem 20 cm Stabmagneten
> würde ich jetzt nicht unbedingt als kurz bezeichnen. :-)) Kratzt das
> DAT-Tape nicht die Bohne. Daten sind lesbar und zum restoren.

Dann ist der Magnet wohl nicht stark genug...

>> Sind sie nicht. Lass ein DAT-Tape mal eine Weile auf einer
>> Lautsprecherbox in der Nähe des Magneten liegen. Die Löschung wird
>> dabei weniger durch den Permanentmagneten als durch die Spule
>> (Elektromagnet) verursacht...
>
> Den Test habe ich auch durchgeführt. Dauer ca. 30 min. Band ist immer
> noch lesbar.

Datz braucht es idR etwas länger wie 30min. Bei einem Bekannten war ein
DAT-Tape nicht mehr lesbar, nachdem es ein 3/4 Jahr in seiner Box gelegen
hat (ist durch die Bassreflexöffnung reingerutscht und erst beim
allfährlichen Staubentfernen wieder entdeckt worden ;-)

>> Kannst Du so wahrscheinlich eh nicht. Wer kauft bei einem Stückpreis
>> von unter 3.-EUR für ein nagelneues Tape noch gebrauchte Bänder? Vor
>> Allem, da DAT-Tapes eh eine kurze Lebensdauer haben...
>
> Der Herr belieben zu Scherzen ;-)) Noch zahle ich für DDS3 Tapes bis
> zu 17 Euro! Und davon habe ich "nur" 10 Stück. Würdest Du 170 Euro
> oder fast 340!! DM einfach wegwerfen?? Ganz schön großzügig. ;-))

Ich zahle für FUJI DDS3 7,85.-EUR/Stck. Mal abgesehen davon sind die Bänder
halt nicht mehr neu. Tapes sind Verschleissteile, und gerade DAT-Bänder
haben eine kurze Lebensdauer (~30 Durchläufe), sodass niemand, dem ernsthaft
an seiner Datensicherheit gelegen ist, jemals gebrauchte Tapes verwenden
würde...

>> Oder Löschung mittels Elektromagneten mit Wechselfeld...
>
> Hast Du mir vielleicht eine Bezugsadresse???

Im Moment nicht. Frag mal im freundlichen TV-Geschäft um die Ecke, ob Sie
Dir einen Bildröhrenentmagnetisierer leihen. Ist nix Anderes wie ein
Elektromagnet...

Benjamin

Lutz Guettler

unread,
Sep 6, 2002, 10:09:51 AM9/6/02
to
In article <al9p6b$1nsfdp$1...@ID-22005.news.dfncis.de>, bga...@gmx.de
says...

> Datz braucht es idR etwas länger wie 30min. Bei einem Bekannten war ein
> DAT-Tape nicht mehr lesbar, nachdem es ein 3/4 Jahr in seiner Box gelegen
> hat (ist durch die Bassreflexöffnung reingerutscht und erst beim
> allfährlichen Staubentfernen wieder entdeckt worden ;-)

Wahrscheinlich hört er Hardrock.
Bei New Age wär das nicht passiert. ;-)

Lutz

Gernot Zander

unread,
Sep 6, 2002, 1:46:01 PM9/6/02
to
Hi,

in de.comp.hardware.laufwerke.misc A. Doninger sen. <a.do...@freenet.de> wrote:
> Jeder von Euch kennt doch analoge Audiokassetten. Setzt man diese einem
> stärkeren Magnetfeld aus, so ist die Musik gelöscht. Deshalb gibt es auch
> spezielle Löschmagneten für analoge Audiokassetten. Zieht man das Tape dort
> durch, ist die Musik zum einem gelöscht und das "Leerrauschen" auf dem Band
> deutlich geringer.

> Soweit so gut. Ich habe jetzt ein älteres, aber einwandfreies DAT-Band für
> Versuche mit Magneten verwendet. Ihr glaubt nicht wie hartnäckig so ein
> DAT-Band für einen Streamer ist. Ich habe testweise Daten auf das Band
> gespielt und versucht die Informationen auf dem Band durch Magnetismus zu
> löschen. Das Ergebnis ist unglaublich. Selbst ein Magnet, der stark genug
> ist ein Videoband zu löschen (20cm Stabmagnet), läßt das DAT-Band völlig
> unbeeindruckt. ALLE DATEN SIND LESBAR! Und das bei mindestens zwei
> Wiederholungen. Warum ist das so????

Weil DAT Reineisen-Bänder benutzt. Die haben eine wesentlich
höhere Permeabilität als Chrom- oder FeO-Bänder.

> ABER: Was mache ich mit meinen Bändern, wenn das DAT-Laufwerk defekt ist und
> ich mir aus Kosten- bzw. persönlichen Gründen kein DAT-Laufwerk mehr
> anschaffen möchte??? Weiterverkaufen kann ich Sie dann nicht. Wenn ich

Mikrowelle, Backofen... Oberhalb der Curie-Temperatur wird das
Zeug unmagnetisch.
Sonst eine kräftigere Spule nehmen (Löschdrossel).

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*
7:42pm up 109 days, 21:25, 16 users, load average: 0.00, 0.01, 0.00

Gernot Zander

unread,
Sep 6, 2002, 1:56:07 PM9/6/02
to
Hi,

in de.comp.hardware.laufwerke.misc Michael Beyer <Mi...@fensterlos.de> wrote:
>>Nun kommt noch dazu, dass DAT-Bänder dazu gemacht sind, wesentlich
>>höhere Frequenzen aufzuzeichnen als eine normale Audio-Kassette.
>>Das heisst, dass auch das Wechselfeld eine deutlich höhere Frequenz
>>haben muss als bei Audio-Kassetten.

> Hab ich in Physik nicht aufgepasst, oder wie hängt die Ausrichtung der
> Magnetpartikel mit der Frequenz zusammen? Es geht doch nur darum die
> Elektronen komplett neu auszurichten, oder was?

Richtig. Das Löschen mit HF dient vor allem dazu, dass kein
Rauschen bleibt, das gesättigte Band (wenn man es mit einem
Magneten "löscht") rauscht nämlich stark und versaut durch
seine gleichmäßige Magnetisierung auch noch Tonköpfe und
Antriebswellen.
Die HF-Löschung (es muss übrigens im Prinzip nicht HF sein,
eine Löschdrossel macht das mit 50 Hz) dagegen magnetisiert
das Band mehrfach um, während es von der Spule entfernt
wird, so dass es zum Schluss unmagnetisch ist.

Dann noch: Beim Stabmagneten ist das andere Ende relativ
weit weg. Das Magnetfeld daher recht schwach.
Stärker wird es, wenn die Pole eng beieinander sind
(siehe diese Magnet-Schrank-Schlösser, die haben genau
deswegen oben und unten die Stahlplatten drunter - ein
einzelner Magnet ohne die Platten würde die Tür nicht zuhalten).
Deswegen ist ein Löschkopf oder Löschmagnet wie ein
Hufeisen-Magnet gebaut - mit einem Spalt von <1/10 mm.
An diesem Spalt ist das Feld sehr stark (und klein),
und da dran zieht man das Band lang. So klein übrigens,
dass die Rück-Spur nicht mitgelöscht wird!
Der Tonkopf hat einen noch engeren Spalt in der
Größenordnung von 3 µm, der mit Beryllium gefüllt
ist.

Bauanleitung Löschdrossel:
Man nehme einen netten Trafo, so 10-15 cm groß, der einen
E-I-Kern hat (also E förmige und I förmige Bleche). Die
Nieten bohrt man aus, und stopft den Kern so um, dass man
nur von einer Seite die E-Joche reinsteckt. I weglassen.
Dann ist die eine Seite also offen. Da kommt ein sehr
starkes Magnetfeld raus. Den betreibt man mit Netzstrom
50 Hz und Vorsicht (weil er wegen des offenen Kernes eine
geringere Induktivität hat, fließt ein viel höherer Strom,
also wird schnell heiß). Am besten erst mal nur 1 s anschalten,
Strom messen (sollte unter 0,1 A bleiben, wenn nicht, anderen
Trafo nehmen). Sich dann langsam an die Zeit rantasten,
die das Ding noch aushält (z.B. 30 s), bis es zu heiß
wird. Damit überstreicht man dann die Kassette, entfernt die
Drossel ca. 1 Meter, und schaltet sie dann ab.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*

Glotzt der Waschbär ziemlich bang'
beutelt ihn der Schleudergang. (Thomas Zimmer)

A. Doninger sen.

unread,
Sep 7, 2002, 5:43:49 PM9/7/02
to
Hallo liebe Leserinnen und Leser,

zuallererst möchte ich mich für die vielen zum Teil detailierten Hinweise
bedanken. Hier sind ja wohl einige Kenner und Könner am Werk.
Jedenfalls bin ich jetzt ein ordentliches Stück schlauer.

Bei den vielen Informationen bin ich auf folgendes gestossen:

"Tapes sind Verschleissteile, und gerade DAT-Bänder

haben eine kurze Lebensdauer (~30 Durchläufe).............."

Jetzt muss ich nochmal gerade zu diesem Thema nachfragen:

Ich verwende einen HP-DAT DDS3 Streamer vom Typ HP1537A. Die Sicherung
findet täglich statt und wird auch durch einen Vergleich kontrolliert. Am
Wochenende wird die gesamte Platte gesichert und an jedem weiteren Tag auf
dem gleichen Band die sich ständig ändernden Daten. Am nächsten Wochenende
wird das Band getauscht und das ganze beginnt von vorne. Ich weiß jetzt
nicht wie oft ich die Bänder eingelegt habe, jedoch sagt das
Vergleichsprotokoll von Veritas Backup das alles in Ordnung ist. Zudem
verfügt der Streamer über eine Sofortkontrolle der geschriebenen Daten
(RAW). Als Tapes werden NUR! original HP-Bänder verwendet. Bisher ist nicht
EINE! Fehlermeldung aufgetaucht.

Jetzt meine Frage: Wie heilig ist diese Verwendungsdauer von ca. 30
Durchläufen pro DAT-Band?
Wenn die Daten nach dem Schreiben nochmal verglichen werden, kann ich mich
dann bei einem fehlerfreien Protokoll darauf verlassen dass alles in Ordnung
ist?
Bis jetzt konnte ich noch jede Datei und ganze Partitionen ohne Probleme
wieder zurückholen.

Hier meine Bitte: Ich bin an allen Informationen interessiert. Sollte an der
Haltbarkeit von ca. 30 Durchläufen wirklich was dran sein, so ist die
Sicherung mit DAT definitiv nicht günstig.
In meinem Fall wäre ein Band bereits nach 4 Wochen unbrauchbar. Bei 12
Bändern sind das Kosten von ca. 212 Euro pro Jahr.

So und nun fange ich mal mit einem Erfahrungswert an:

Die besagten beiden HP-Bänder haben bisher mindestens je 100 Durchläufe
hinter sich. Bisher ohne die geringsten Fehler.
Jetzt bin ich auf Eure Informationen gespannt.

An alle ganz herzlichen Dank für die Informationen.

Viele Grüße sendet

Adrian sen.

Benjamin Gawert

unread,
Sep 8, 2002, 6:29:34 AM9/8/02
to
A. Doninger sen. wrote:

> "Tapes sind Verschleissteile, und gerade DAT-Bänder
> haben eine kurze Lebensdauer (~30 Durchläufe).............."

Genau...

> Jetzt muss ich nochmal gerade zu diesem Thema nachfragen:
>
> Ich verwende einen HP-DAT DDS3 Streamer vom Typ HP1537A. Die Sicherung
> findet täglich statt und wird auch durch einen Vergleich
> kontrolliert. Am Wochenende wird die gesamte Platte gesichert und an
> jedem weiteren Tag auf dem gleichen Band die sich ständig ändernden
> Daten. Am nächsten Wochenende wird das Band getauscht und das ganze
> beginnt von vorne. Ich weiß jetzt nicht wie oft ich die Bänder
> eingelegt habe, jedoch sagt das Vergleichsprotokoll von Veritas
> Backup das alles in Ordnung ist. Zudem verfügt der Streamer über eine
> Sofortkontrolle der geschriebenen Daten (RAW). Als Tapes werden NUR!
> original HP-Bänder verwendet. Bisher ist nicht EINE! Fehlermeldung
> aufgetaucht.

Das muss es auch nicht (siehe weiter unten)...

> Jetzt meine Frage: Wie heilig ist diese Verwendungsdauer von ca. 30
> Durchläufen pro DAT-Band?

Im Heiligkeitsfaktor irgendwo zw. Moses und Gott ;-)

Im Ernst, man sollte die Bänder nicht mehr als 30 Durchläufe benutzen...

> Wenn die Daten nach dem Schreiben nochmal verglichen werden, kann ich
> mich dann bei einem fehlerfreien Protokoll darauf verlassen dass
> alles in Ordnung ist?

Nein. Der Grund liegt im DAT-System begründet.

DAT-Tapes bekommen, ähnlich Videobändern, mit steigender Anzahl an
Durchläufen Stellen, die nicht mehr gelesen und/oder geschrieben werden
können (Dropouts). Da DAT-Laufwerke aber das Geschriebene sofort wieder
einlesen (Hinterbandkontrolle) und diese Dropouts damit bemerken werden die
entspr. Daten einfach nochmals geschrieben. Da das Laufwerk mit dem Fehler
umgehen konnte (sog. recoverable errors) werden diese Fehler auch nicht an
die Software weitergemeldet. Erst wenn die Droupout-Rate ein gewisses Limit
übersteigt, der Streamer den Fehler also nicht mehr korrigieren kann
(unrecoverable error) meldet der Streamer einen Fehlercode an die Software,
die dann normalerweise den Anwender mit einer Fehlermeldung erfreut...

Das Problem ist, das ab etwa dem 30-40. Durchlauf die Dropoutrate (auch
Bitfehlerrate genannt) überproportional ansteigt. So kann es sein, dass beim
Sichern auf ein Tape die Fehler noch innerhalb des vom Streamer gesetzten
Limits sind, beim anschliessenden Restore aber die Dropoutrate soweit
angestiegen ist, dass ein Zurückspielen unmöglich wird. Daher bringt auch
ein weiterer, von vielen Backup-Programmen angebotener anschliessender
Vergleichsdurchgang nix, da der darauffolgende Durchgang schon zuviel sein
kann...

Das ist bei anderen Schrägspursystemen (z.B. Exabyte) genauso, nur dass dort
die Bänder deutlich mehr Zyklen durchhalten als das mechanisch recht fragile
DAT...

Daher die Regel, nach etwa 30-40 Durchläufen ein DAT-Band zu ersetzen.
Zumindest dann, wenn man die Daten im Ernstfall auch wirklich zurückspielen
will. Die Anzahl der möglichen Durchläufe (30-40) hängt natürlich von vielen
Faktoren ab (Bandmaterial, Mechanik des Laufwerks, regelmässige Reinigung,
Staubgehalt der Umgebung, Temperaturkonstanz, etc) und ist nur ein
Richtwert. Da man aber den realen Verschleiss des Bandes bis zu einem
gewissen Punkt garnicht bemerkt sollte man sich besser an diesen Richtwerten
orientieren. Klar kann man jedes Band bis zum Exitus durcheiern lassen, aber
von einem vernünftigen Backup sollte man dann aber nicht mehr sprechen,
sowas ist dann das sprichwörtliche Spiel mit dem Feuer...

> Bis jetzt konnte ich noch jede Datei und ganze Partitionen ohne
> Probleme wieder zurückholen.

Dann hattest Du bisher eine ordentliche Portion Glück....

> Hier meine Bitte: Ich bin an allen Informationen interessiert. Sollte
> an der Haltbarkeit von ca. 30 Durchläufen wirklich was dran sein, so
> ist die Sicherung mit DAT definitiv nicht günstig.
> In meinem Fall wäre ein Band bereits nach 4 Wochen unbrauchbar. Bei 12
> Bändern sind das Kosten von ca. 212 Euro pro Jahr.

Nun, ob das wirklich so teuer ist sei dahingestellt. Für ein(!) 80GB
DLT-Band zahle ich etwa 75.-EUR, das Laufwerk selbst (HP DLT VS80) kostet
etwa 1700.-EUR. Zwar halten die Bänder um Einiges länger, aber es würde
trotzdem sehr lange Dauern, bis eine Ersparnis gegenüber DAT eintritt. Das
müsste man aber mal genauer durchkalkulieren...

Auf jeden Fall sollten die Bänder nach 30-40 Durchläufen raus, egal ob sie
von HP sind oder nicht (HP produziert keine Bänder, die kaufen auch nur bei
anderen Bandherstellern ein!). Und man sollte immer wissen, wie alt ein Band
ist, egal welches Backup-System man einsetzt. Sowas gehört zu den absoluten
Grundlagen eines Backup-Operators...

Ausserdem würde ich mir mal Gedanken über eine sinnvolle(!) Backup-Strategie
machen. Ein Band immer eine ganze Woche lang einzusetzen ist Quatsch, damit
brauche ich auch kein Tagesbackup machen. Idealerweise arbeitet man mit
Sätzen. Z.B so: ein Tape enthält das Gesamtbackup (Band No. 1), die Anderen
die Tagessicherung (für jeden Wochentag ein Band, was dann für Mo-Fr Band
No. 2-6 ergibt). Plus ein weiteres, neues Band. Nach der ersten Woche nimmt
man das Tape mit dem Gesamtbackup (Band 1) raus. Band 2 übernimmt jetzt die
Funktion des Gesamtbackups, Band 3 wird zu Band 2, Band 4 zu Band 3 usw, und
am fehlenden Ende kommt das neue, zusätzliche Band, und das urspüngliche
Gesamtsicherungsband wandert an eine sichere Stelle zur Aufbewahrung. Eine
Woche später wechselt man wieder durch, nur dass die nun freie Stelle mit
dem eingelagerten Band besetzt wird. Nach 8-9 Monaten wird der ganze Satz
ausgetauscht, wobei der alte noch für eine gewisse Zeit eingelagert wird.
Das ganze nennt sich Rotationsverfahren und hat eine Menge Vorteile...

> So und nun fange ich mal mit einem Erfahrungswert an:
>
> Die besagten beiden HP-Bänder haben bisher mindestens je 100
> Durchläufe hinter sich. Bisher ohne die geringsten Fehler.

Falsch. Sie haben mindestens 100 Durchläufe hinter sich, ohne dass die max.
Dropoutrate überschritten wurde, und bisher konnte wohl die Fehlerkorrektur
die Daten wieder zusammenpfriemeln. Wenn das Laufwerk Dir meldet, dass das
Band Fehler hat, ist es idR zu spät...

Benjamin

Benjamin Gawert

unread,
Sep 8, 2002, 6:35:28 AM9/8/02
to
Benjamin Gawert wrote:

> Das Problem ist, das ab etwa dem 30-40. Durchlauf die Dropoutrate
> (auch Bitfehlerrate genannt) überproportional ansteigt. So kann es
> sein, dass beim Sichern auf ein Tape die Fehler noch innerhalb des
> vom Streamer gesetzten Limits sind, beim anschliessenden Restore aber
> die Dropoutrate soweit angestiegen ist, dass ein Zurückspielen
> unmöglich wird. Daher bringt auch ein weiterer, von vielen
> Backup-Programmen angebotener anschliessender Vergleichsdurchgang
> nix, da der darauffolgende Durchgang schon zuviel sein kann...

Was ich noch vergessen habe: der Vergleich ist auch dahingehend sinnlos da
er nur aussagt, dass die Daten bei eben diesem Durchlauf noch gelesen werden
konnten. Ob das Band nun einwandfrei ist oder aufgrund der vielen Dropouts
die Fehlerkorrektur am absoluten Limit arbeitet sagt Dir die Software aber
auch nicht. Und nach Murphy´s Gesetz ist es so, dass die kritische
Fehlerrate dann überschritten wird, wenn Du auf das Backup angewiesen
bist...

Benjamin

A. Doninger sen.

unread,
Sep 8, 2002, 7:44:54 AM9/8/02
to
Hallo Benjamin,

Deine Antwort ist für mich alles andere als ermutigend. Wenn ich es zusammen
fasse was Du geschrieben hast, so bleibt für mich eine Schlußfolgerung: DAT
ist zuverlässig wenn man sich an die 30 - 40 Durchläufe hält. Ansonsten ist
DAT mit den Folgekosten nur exorbitant teuer. Ich muß Dir nochmal meine
bisherige Sicherungstaktik erklären, weil ich sie unglücklich geschildert
habe. Am Samstag habe ich bisher immer ein Vollbackup gefahren. An den
weiteren sechs Tagen werden jeweils die sich ständig ändernden Daten
ANGEHÄNGT. Am nächsten Samtstag wird das Band gewechselt und das Spiel
beginnt von vorne. Bis jetzt komme ich bei dieser Methode mit 12 GB ganz gut
zurecht, und das Band wird von Anfang bis fast am Ende genutzt. Im
günstigsten Fall kann ich somit die Daten in einem Rahmen von 7 bis 14 Tagen
wieder rekonstruieren.

Doch zu diesen 30 Durchläufen hätte ich noch eine Frage:
Meinst Du damit, dass das Band 30mal komplett zum Sichern benutzt oder dass
es 30mal eingelegt wurde. Der Unterschied liegt darin, dass ich ja die Daten
von Sonntag bis Samstag NUR ANHÄNGE. Das heißt also das Band wird bis auf
die entsprechende Stelle vorgespult und die Sicherung wird dann gestartet
(nicht gelöscht, nicht überschrieben). Gelöscht und neu beschrieben wird
sozusagen nur einmal die Woche. Somit würde ein Band bei 30 Durchläufen ca.
7 Monate halten. Wenn Du allerdings damit meinst, dass es 30mal eingelegt
bedeutet, würde das Band einen Monat halten, dann wäre es zu ersetzen.

Solltest Du Dich bei Deiner Information auf 30mal eingelegt beziehen, werde
ich die Sicherheitsmethode wechseln, weil mir das schlicht zu teuer ist. In
diesem Fall würde ich laut über ein 1,3 GB MOD-Laufwerk nachdenken. Dort
kostet das 1,3 GB-Medium ca. 15-20 Euro hält aber bis zu einer Million Lese-
und Schreibvorgängen stand. Das wäre dann schon wesentlich solider. DLT oder
ähnliche Techniken kommen für mich nicht in Frage, da sie für einen
Privathaushalt wie auch Kleinstgewerbetreibenden unverhältnismäßig teuer
sind.

Viele Grüße und Danke im voraus
Adrian sen.


Benjamin Gawert

unread,
Sep 8, 2002, 10:30:18 AM9/8/02
to
A. Doninger sen. wrote:

> Deine Antwort ist für mich alles andere als ermutigend.

Leider ist die Realität oft genug ernüchternd ;-)

> Wenn ich es
> zusammen fasse was Du geschrieben hast, so bleibt für mich eine
> Schlußfolgerung: DAT ist zuverlässig wenn man sich an die 30 - 40
> Durchläufe hält.

Ja.

> Ansonsten ist DAT mit den Folgekosten nur exorbitant
> teuer.

Nein. DAT ist trotzdem eines der günstigsten Bandsicherungssysteme...

> Ich muß Dir nochmal meine bisherige Sicherungstaktik erklären,
> weil ich sie unglücklich geschildert habe. Am Samstag habe ich bisher
> immer ein Vollbackup gefahren. An den weiteren sechs Tagen werden
> jeweils die sich ständig ändernden Daten ANGEHÄNGT. Am nächsten
> Samtstag wird das Band gewechselt und das Spiel beginnt von vorne.
> Bis jetzt komme ich bei dieser Methode mit 12 GB ganz gut zurecht,
> und das Band wird von Anfang bis fast am Ende genutzt. Im günstigsten
> Fall kann ich somit die Daten in einem Rahmen von 7 bis 14 Tagen
> wieder rekonstruieren.

Das ist sehr riskant. Ich verstehe, dass Du möglichst billig beim Backup
wegkommen willst, aber so ist das Backup (fast) sinnlos. Wie wichtig sind
die Daten, die gesichert werden? Wenn Du auf die Daten angewiesen bist dann
ist es äusserst riskannt, mehrere Sicherungen auf ein einziges Band zu
machen. Selbst wenn man sparen will, so teuer ist ein DAT-Band nun auch
wieder nicht (Du musst ja auch keine original HP kaufen). Fällt das Tape aus
oder hast Du Dir einen Virus eingefangen und diesen fleisig mitgesichert,
dann kannst Du nur auf Daten zurückgreifen, die im schlimmsten Fall eine
Woche alt sind. Für die meisten Geschäfte wäre das das Ende...

Wenn die Daten dagegen nicht so wichtig sind dann mache Dein Backup lieber
seltener, bei Deiner jetzigen Methode verschleisst Du nur sinnlos Bänder für
nix...

> Doch zu diesen 30 Durchläufen hätte ich noch eine Frage:
> Meinst Du damit, dass das Band 30mal komplett zum Sichern benutzt
> oder dass es 30mal eingelegt wurde. Der Unterschied liegt darin, dass
> ich ja die Daten von Sonntag bis Samstag NUR ANHÄNGE. Das heißt also
> das Band wird bis auf die entsprechende Stelle vorgespult und die
> Sicherung wird dann gestartet (nicht gelöscht, nicht überschrieben).

Das spielt keine Rolle...

> Gelöscht und neu beschrieben wird sozusagen nur einmal die Woche.
> Somit würde ein Band bei 30 Durchläufen ca. 7 Monate halten. Wenn Du
> allerdings damit meinst, dass es 30mal eingelegt bedeutet, würde das
> Band einen Monat halten, dann wäre es zu ersetzen.

Es ist egal, ob das Band gelesen, geschrieben oder gespult wurde, das Alles
ergibt einen Durchlauf. Auch Anhängen ist ein Durchlauf, da das Band bis zum
Ende gespult wird, geschrieben wird und das Band dann wieder zum ANfang
gespult wird, bevor es ausgeworfen wird. Die mechanische Belastung ist beim
Schreiben und Lesen gleich und beim Spulen sogar noch etwas höher...

> Solltest Du Dich bei Deiner Information auf 30mal eingelegt beziehen,
> werde ich die Sicherheitsmethode wechseln, weil mir das schlicht zu
> teuer ist. In diesem Fall würde ich laut über ein 1,3 GB MOD-Laufwerk
> nachdenken. Dort kostet das 1,3 GB-Medium ca. 15-20 Euro hält aber
> bis zu einer Million Lese- und Schreibvorgängen stand. Das wäre dann
> schon wesentlich solider.

Das schon, aber da es Direktzugriffsmedien sind sind sie auch wesentlich
anfälliger für Fehler (Softwarefehler, Benutzerfehler) und vor Allem Viren,
die sich dann direkt auf dem Medium breitmachen können...

Warum machst Du nicht lieber ein Vollbackup einmal die Woche? Vier
Kassetten, im Wechsel eingesetzt, und nach 30-40 Durchläufen ersetzt. Auch
nicht schlechter als das, was Du zur Zeit betreibst...

> DLT oder ähnliche Techniken kommen für
> mich nicht in Frage, da sie für einen Privathaushalt wie auch
> Kleinstgewerbetreibenden unverhältnismäßig teuer sind.

Niemand hat behauptet, Backup sei billig. Ein Backup ist aber meist
wesentlich billiger als der Verlust der Daten, vor Allem für Geschäfte...

Benjamin

A. Doninger sen.

unread,
Sep 8, 2002, 1:30:00 PM9/8/02
to
Hallo Benjamin,

danke für Deine ausführlichen Antworten. Bevor ich meinen nächsten Satz
Bänder überhaupt kaufe, werde ich meine Backup-Lösung noch mal GRÜNDLICH
überdenken. Es ist mehr als bedenklich, das ich erst seit meinem
Anfangstread überhaupt auf dieses Problem aufmerksam gemacht worden bin.
Kein Bandhersteller hat mich gewarnt, ich kann mich nicht erinnern, das auf
einem der Bänder ein Warnhinweis bezüglich der extrem begrenzten Haltbarkeit
(30 Durchläufe haben nichts mit Haltbarkeit, sondern eher mit einer
unausgereiften Schrottkonstruktion zu tun) angebracht war. Ich habe
versucht, auf den Webseiten der Bandhersteller Informationen zur Haltbarkeit
zu finden. Bis jetzt ohne Erfolg.

1 Jahr lang Datensicherung mit Glück ist nicht gerade das, was mir im
Ursprung vorschwebte. Da ändert es auch nichts das ich die Datensicherung
mit nur 2 Bändern gefahren habe. Von meinen 10 Bändern wären zu diesem
Zeitpunkt bereits 7 Bänder unbrauchbar.

Allerdings wird es nicht bei diesem Fehler bleiben. Ich werde jedenfalls die
Konsequenzen ziehen.......... Denn wie heißt es so schön?

"Irrtum sprach der Igel und stieg von der Bürste" ;-))

Vielen Dank für Deine Mühe Benjamin.

Adrian sen.


--Nach § 28, Abs. 3 Bundesdatenschutzgesetz widerspreche ich der Nutzung
meiner Daten für Werbezwecke oder Markt- und Meinungsforschung.

"Benjamin Gawert" <bga...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag

news:alfn13$1o2ijc$1...@ID-22005.news.dfncis.de...

Gernot Zander

unread,
Sep 8, 2002, 3:23:22 PM9/8/02
to
Hi,

in de.comp.hardware.laufwerke.misc Benjamin Gawert <bga...@gmx.de> wrote:
> DAT-Tapes bekommen, ähnlich Videobändern, mit steigender Anzahl an
> Durchläufen Stellen, die nicht mehr gelesen und/oder geschrieben werden
> können (Dropouts). Da DAT-Laufwerke aber das Geschriebene sofort wieder
> einlesen (Hinterbandkontrolle) und diese Dropouts damit bemerken werden die
> entspr. Daten einfach nochmals geschrieben. Da das Laufwerk mit dem Fehler

Jepp, weswegen ein separates Verify nur bedingt Sinn macht
(IMHO schadet der zusätzliche Durchlauf mehr).

> umgehen konnte (sog. recoverable errors) werden diese Fehler auch nicht an
> die Software weitergemeldet. Erst wenn die Droupout-Rate ein gewisses Limit
> übersteigt, der Streamer den Fehler also nicht mehr korrigieren kann
> (unrecoverable error) meldet der Streamer einen Fehlercode an die Software,
> die dann normalerweise den Anwender mit einer Fehlermeldung erfreut...

Und es dauert länger und es passt weniger drauf.
Man sieht das u.U. auch vorher schon an der Platten-LED
der gesichterten Platte bzw. an der Controller-LED.
Die macht bei DAT so ein schönes rhythmisches Geblinke
(o o o o o o o o o o o o o o o, ich hoffe,
das ist verständlich), welches natürlich einen Moment
aussetzt, wenn das LW einen Bereich nochmal schreibt, weil
das Band schlecht ist.

> angestiegen ist, dass ein Zurückspielen unmöglich wird. Daher bringt auch
> ein weiterer, von vielen Backup-Programmen angebotener anschliessender
> Vergleichsdurchgang nix, da der darauffolgende Durchgang schon zuviel sein
> kann...

Ach, da schreibst du's ja auch:-)

> Das ist bei anderen Schrägspursystemen (z.B. Exabyte) genauso, nur dass dort
> die Bänder deutlich mehr Zyklen durchhalten als das mechanisch recht fragile
> DAT...

> Daher die Regel, nach etwa 30-40 Durchläufen ein DAT-Band zu ersetzen.

Was auch nicht sooo schlimm ist - schließlich sind die ja auch
konkurrenzlos billig.

> Ausserdem würde ich mir mal Gedanken über eine sinnvolle(!) Backup-Strategie
> machen. Ein Band immer eine ganze Woche lang einzusetzen ist Quatsch, damit
> brauche ich auch kein Tagesbackup machen. Idealerweise arbeitet man mit
> Sätzen. Z.B so: ein Tape enthält das Gesamtbackup (Band No. 1), die Anderen
> die Tagessicherung (für jeden Wochentag ein Band, was dann für Mo-Fr Band
> No. 2-6 ergibt). Plus ein weiteres, neues Band. Nach der ersten Woche nimmt
> man das Tape mit dem Gesamtbackup (Band 1) raus. Band 2 übernimmt jetzt die
> Funktion des Gesamtbackups, Band 3 wird zu Band 2, Band 4 zu Band 3 usw, und

usw.

Genau. Ich mache es eine Spur anders (privater Rechner mit
nicht lebenswichtigen Daten):
Ich sichere Total auf ein Band, und dann die tägliche Differenz
auf ein zweites (hintereinander, dabei aber jeweils die
Differenz zur Totalen und nicht die Differenz zur Differenz zur
Differenz:-).
Dann ein drittes für die nächste Totale. Das Spiel mache man
mit z.B. 5 oder 7 Bändern. Das hat noch einen weiteren
Vorteil: Sollte doch mal ein Band im Ernstfall kaputt sein
(damit muss man bei DAT rechnen), hat man immerhin noch
die vorherige Sicherung (max. eine Woche alt), das ist
zwar nicht schön, aber besser als ein Totalverlust.
Sollte man (auch aus anderen Gründen) auch bei anderen
Bändern als DAT so machen, und gehört eigentlich sogar
zum Basis-/Schulwissen.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!*

MMX steht in Wahrheit für Multi_Megaperls_eXtension und die tanzenden
Bekloppten in den lustigen bunten Anzügen in Intels Werbespots sind
in Wirklichkeit nur zu heiß gebadet. (Lars Dannenberg)

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