On 06.09.16 22.04, Sebastian Suchanek wrote:
> Aktuell bin ich gerade dabei, eine LTO-Library an meinem Linux-
> Server in Betrieb zu nehmen. Konkret handelt es sich dabei um
> eine Overland NEO2000, die mit je einem LTO1- und einem LTO3-
> Laufwerk bestückt ist. Alle drei Geräte (die Library selbst und
> die beiden Laufwerke) hängen am selben externen Port eines
> Adaptec 29320ALP. Bei beiden Laufwerken ist nach Auskunft sowohl
> der Library als auch tapeinfo unter Linux die
> Hardwarekompression aktiv.
[...]
> Bei diesen Tests ist mir die eher maue Datenrate beim Schreiben
> aufgefallen: Das LTO1-Laufwerk kommt laut btape auf knapp
> 15,5MB/s, das LTO3-Laufwerk auf ca. 27,2MB/s.
Hmm, da würde ich auch mal suchen, was Sache ist. Mein IBM LTO3 (Dell
PowerVault T124) macht gut 70MB/s und auch das nur, weil ich meinen
einzigen U160-Controller mit zwei Bussen für etwas besseres brauche als
für den Server. Da ist nur U2W drin und das geht bei knapp 80MB/s in
Sättigung.
> Zur Erinnerung:
> Laut Spezifikation soll LTO1 20/40MB/s und LTO3 80/160MB/s
> schaffen (jeweils unkomprimiert/komprimiert).
Die komprimierten Werte sind Marketinggeblubber. Die angenommene
Kompressionsrate von 2:1 erreicht man selten bei großen Haus- und
Hofdaten, weil die meisten großen Dateien bereits komprimierte
Multimedia-Dateien sind. Lediglich VM-Images lassen sich ganz gut
eindampfen.
Aber mehr als 27MB/s sollten da schon kommen.
> Außerdem ist mir aufgefallen, dass beim Test des LTO1-Laufwerks
> nur um die 100MB geschrieben wurden - wobei ich nicht weiß, ob
> die Testdaten, die btape schreibt, gut oder schlecht
> komprimierbar sind.
Keinen Plan. Verwende ich nicht.
> (Der LTO3-Test läuft gerade noch.)
> Die CPU, ein Xeon E3-1225, langweilt sich bei diesen Tests
> übrigens mit ca. 10-15% Last für den btape-Thread.
Wenig überraschend - eher sogar viel, aber wäre zu klären bei welcher
Taktfrequenz.
> Soweit die Symptome.
> Was mich nun gerne wissen würde: Sind diese niedrigen Datenraten
> ansatzweise normal? Insbesondere beim LTO3-Laufwerk kann ich mir
> das nicht so recht vorstellen...
Nein, definitiv nicht.
> Falls nicht: Wo und wie kann ich am besten ansetzen, um den
> Flaschenhals zu ermitteln? (Und ihn anschließend beheben?)
Probiere erst mal ob die Software sich blöd anstellt.
Also Laufwerkskompression ausschalten (sollte mit mt-st gehen), dann per
dd von /dev/zero nach /dev/st? kopieren und die Statistik-Option
aktivieren bzw. das entsprechende Signal schicken (AFAIR SIGUSR). Nach 5
Minuten, hast Du das Ergebnis.
Wenn es da auch lahm ist, wäre im Dunstkreis Treiber/Hardware zu suchen,
andernfalls die Software.
Bei Hardware könnten auch matschige Bänder dafür verantwortlich
zeichnen, denn dann wird alles doppelt und dreifach geschrieben.
Ansonsten eventuell Probleme bei der SCSI-Verkabelung mit vielen Retries?
Bei Software sollte man checken, ob der Bursche evtl. von /dev/random
liest. Das rückt nicht so viele Bits raus, weil ihm sonst die Entropie
aus geht.
> Und zur geschriebenen Daten-Gesamtmenge: weiß jemand zufällig,
> welche Art von Daten (gut oder schlecht komprimierbar) btape
> schreibt? Bzw. wie kann ich herausfinden, ob die
> Hardwarekompression der Laufwerke *wirklich* funktioniert?
Die Angaben sind im allgemeinen verlässlich. Wenn Du signifikant mehr
als die Nennkapazität an Daten drauf bekommst, weißt Du dass es geht.
> PS: Da ich nicht weiß, ob es sich um ein Hardware- oder
> Software-Problem handelt, XP nach dchlm & dcoulm - f'up beim
> Antworten bitte passend setzen.
Wäre noch zu klären.
Marcel