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Haltbarkeit bei SSD schlecht ohne Stromzufuhr - Langzeitaufbewahrung

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Bertram Schrahder

unread,
Jan 21, 2016, 11:18:41 AM1/21/16
to
Ich lese ab und an mal was dass behauptet wird, dass SSD ohne
Stromzufuhr die Daten verlieren wuerde? Wie soll man das verstehen? Wie
veraendern sich da die Flash Zelleninhalte bzw macht ne SSD refresh wenn
sie bloss am Strom haengt? Auf Microcode bzw Firmware Ebene? bei
Powerdown? oder nur bei Power und Sata bzw Schnittstellen Betrieb?

Gibt es belastbare technische Hintergruende?
TY.B

Hergen Lehmann

unread,
Jan 21, 2016, 12:15:03 PM1/21/16
to
Am 21.01.2016 um 17:18 schrieb Bertram Schrahder:

> Ich lese ab und an mal was dass behauptet wird, dass SSD ohne
> Stromzufuhr die Daten verlieren wuerde? Wie soll man das verstehen? Wie
> veraendern sich da die Flash Zelleninhalte

Flash speichert die Informationen in Form winziger, elektrischer
Ladungen auf dem "floating gate" der Speicherzellen. Diese Ladungen
fließen mit der Zeit unweigerlich ab, teils durch Schwächen der nie
100%ig perfekten Isolation, teils durch die natürliche, ionisierende
Strahlung.

> bzw macht ne SSD refresh wenn
> sie bloss am Strom haengt? Auf Microcode bzw Firmware Ebene? bei
> Powerdown? oder nur bei Power und Sata bzw Schnittstellen Betrieb?

Der Refresh dürfte auf Firmware-Ebene stattfinden, eng verzahnt mit dem
Wear-Leveling. Wann, wie oft und unter welchen Randbedingungen, bleibt
Herstellergeheimnis.

Zur Langzeitarchivierung sind Flash-Speichermedien weder bestimmt noch
geeignet.

Hergen

Bertram Schrahder

unread,
Jan 21, 2016, 12:20:21 PM1/21/16
to
Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems alle
Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt irgendwann mal
altersschwach werden und floeten sind? Betriebssystemdateien, vor langer
Zeit installierte Programme uvam. Klingt ziemlich gefaehrlich.

Laptopnutzung, Laptop z.B. mit einem OS ist jetzt schon vor drei Jahre
oder so urspruenglich installiert worden. Sollte man sich da dann lieber
doch keine SSD dafuer antun? Irgendwann habe ich zumindest den Stress
mit wiederbespielen selbst wenn ich Backup habe wenn das so zutrifft wie
du das oben schreibst.

Also WO(RM) -> write once ist demnach heisse Luft bei Flash.
B

Michael Limburg

unread,
Jan 21, 2016, 12:47:16 PM1/21/16
to
Bertram Schrahder schrieb:

> Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems alle
> Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt irgendwann mal
> altersschwach werden und floeten sind? Betriebssystemdateien, vor langer

Nur, wenn die Platte eine "lange" nicht mit Strom versorgt wird.

> Zeit installierte Programme uvam. Klingt ziemlich gefaehrlich.

Da ist nix gefährlich.

> Laptopnutzung, Laptop z.B. mit einem OS ist jetzt schon vor drei Jahre
> oder so urspruenglich installiert worden. Sollte man sich da dann lieber
> doch keine SSD dafuer antun? Irgendwann habe ich zumindest den Stress

Solange der Laptop alle paar Monate benutzt wird, ist Dein
herbeigeschriebenes Problem heiße Luft.

> mit wiederbespielen selbst wenn ich Backup habe wenn das so zutrifft wie
> du das oben schreibst.

Klingt eher nach suboptimaler Backupmethode. Abgesehen davon höre ich
in meinem Umfeld deutlich seltener von defekten SSD denn aktuellen HDs.

> Also WO(RM) -> write once ist demnach heisse Luft bei Flash.

Flashspeicher, auch USB-Sticks, SD-Karten usw., waren noch nie als Medium
zur Langzeitspeicherung geeignet.

MfG

Hergen Lehmann

unread,
Jan 21, 2016, 1:30:03 PM1/21/16
to
Am 21.01.2016 um 18:20 schrieb Bertram Schrahder:

> Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems alle
> Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt irgendwann mal
> altersschwach werden und floeten sind?

Ja, bei alten Software-gesteuerten Geräten sind vergessliche Eprom- und
Flash-Speicher ein häufiger Ausfallgrund. Bei klassischen SLC Chips
reden wir da von einem Zeitraum in der Größenordnung von 20-30 Jahren,
nach dem verstärkt mit Ausfällen zu rechnen ist.
Wie das bei den geizgeilen MLC Chips aussieht, wie sie in Consumer-SSDs
verbaut sind, wird sich zeigen. Sicher ist nur ein "deutlich kürzer".

> Laptopnutzung, Laptop z.B. mit einem OS ist jetzt schon vor drei Jahre
> oder so urspruenglich installiert worden. Sollte man sich da dann lieber
> doch keine SSD dafuer antun?

Lass es mich so sagen: Wenn man Hochverfügbarkeit braucht, ist ein
Laptop eh fehl am Platze, da nimmt man lieber einen klassischen Desktop
oder Server mit schnell tauschbaren Komponenten und genügend Einbauplatz
für ein RAID. SSD vs. HDD macht in Sachen Ausfallwahrscheinlichkeit
keinen generellen Unterschied.

Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema, da mit der Überschrift
"Langzeitaufbewahrung" nichts mehr zu tun hat...

Hergen

Hergen Lehmann

unread,
Jan 21, 2016, 3:45:03 PM1/21/16
to
Am 21.01.2016 um 20:15 schrieb Karl Davis:

> OMG. Leute, nutzt doch mal das Ding zwischen euren Ohren, oder lebt ihr
> wirklich nach dem Motto "alle doof außer Mutti"!?

Schön, fang mal' damit an.

> Hersteller Bescheid. Gegen den von Dir befürchteten Datenverlust haben
> ebendiese Hersteller eine Firmware geschrieben, welche zyklisch alle
> Speicherzellen neu beschreibt (refresh), damit bei in Benutzung
> befindlichen SSD eben genau dies Problem nicht auftritt.

Und die funktioniert ohne Stromzufuhr (siehe Subject) genau wie?

Hergen

Helmut Hullen

unread,
Jan 21, 2016, 3:59:56 PM1/21/16
to
Hallo, Karl,

Du meintest am 21.01.16:

>> Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems
>> alle Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt
>> irgendwann mal altersschwach werden und floeten sind?
>> Betriebssystemdateien, vor langer Zeit installierte Programme uvam.
>> Klingt ziemlich gefaehrlich.

> OMG. Leute, nutzt doch mal das Ding zwischen euren Ohren, oder lebt
> ihr wirklich nach dem Motto "alle doof außer Mutti"!? Über die
> physikalischen Effekte der Speicherzellen in SSD wissen auch deren
> Hersteller Bescheid. Gegen den von Dir befürchteten Datenverlust
> haben ebendiese Hersteller eine Firmware geschrieben, welche zyklisch
> alle Speicherzellen neu beschreibt (refresh), damit bei in Benutzung
> befindlichen SSD eben genau dies Problem nicht auftritt.

Und wenn der Rechner (oder nur die SSD, ausgebaut) einige Monate
stromlos herumliegt, dann gehen die Daten ins Nirwana.

Viele Gruesse!
Helmut

Helmut Hullen

unread,
Jan 21, 2016, 3:59:56 PM1/21/16
to
Hallo, Hergen,

Du meintest am 21.01.16:

>> Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems
>> alle Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt
>> irgendwann mal altersschwach werden und floeten sind?

> Ja, bei alten Software-gesteuerten Geräten sind vergessliche Eprom-
> und Flash-Speicher ein häufiger Ausfallgrund. Bei klassischen SLC
> Chips reden wir da von einem Zeitraum in der Größenordnung von 20-30
> Jahren, nach dem verstärkt mit Ausfällen zu rechnen ist.
> Wie das bei den geizgeilen MLC Chips aussieht, wie sie in
> Consumer-SSDs verbaut sind, wird sich zeigen. Sicher ist nur ein
> "deutlich kürzer".

Darüber hat vor einigen Monaten auch die c't ausführlich berichtet. Um
dieses Uhrzeit suche ich nicht mehr nach genaueren Angaben ...

Viele Gruesse!
Helmut

Michael Limburg

unread,
Jan 21, 2016, 4:24:17 PM1/21/16
to
Helmut Hullen schrieb:

> Hallo, Hergen,
>
> Du meintest am 21.01.16:
>
>>> Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems
>>> alle Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt
>>> irgendwann mal altersschwach werden und floeten sind?
>
>> Ja, bei alten Software-gesteuerten Geräten sind vergessliche Eprom-
>> und Flash-Speicher ein häufiger Ausfallgrund. Bei klassischen SLC
>> Chips reden wir da von einem Zeitraum in der Größenordnung von 20-30
>> Jahren, nach dem verstärkt mit Ausfällen zu rechnen ist.
>> Wie das bei den geizgeilen MLC Chips aussieht, wie sie in
>> Consumer-SSDs verbaut sind, wird sich zeigen. Sicher ist nur ein
>> "deutlich kürzer".

Derweil sind in Consumer-SSDs meist längst TLC-Chips verbaut.

> Darüber hat vor einigen Monaten auch die c't ausführlich berichtet. Um
> dieses Uhrzeit suche ich nicht mehr nach genaueren Angaben ...

Wie so oft steht's in der Spec (JEDEC), die man mir aber ohne
Einloggen nicht geben mag. Dann halt aus 2. Hand:

https://www.micron.com/about/blogs/2015/may/addressing-data-retention-in-ssds
http://www.anandtech.com/show/9248/the-truth-about-ssd-data-retention

Arg verkürzt: 1 Jahr bei Client-SSD (3 Monate bei Enterprise-SSD) und
zwar immerhin noch nach Ablauf der spezifizierten Nutzung (TBW).
Temperatur spielt auch noch eine Rolle: Je höher, desto schlecht.

MfG

Michael Limburg

unread,
Jan 21, 2016, 4:44:34 PM1/21/16
to
Helmut Hullen schrieb:

> Hallo, Hergen,
>
> Du meintest am 21.01.16:
>
>>> Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems
>>> alle Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt
>>> irgendwann mal altersschwach werden und floeten sind?
>
>> Ja, bei alten Software-gesteuerten Geräten sind vergessliche Eprom-
>> und Flash-Speicher ein häufiger Ausfallgrund. Bei klassischen SLC
>> Chips reden wir da von einem Zeitraum in der Größenordnung von 20-30
>> Jahren, nach dem verstärkt mit Ausfällen zu rechnen ist.
>> Wie das bei den geizgeilen MLC Chips aussieht, wie sie in
>> Consumer-SSDs verbaut sind, wird sich zeigen. Sicher ist nur ein
>> "deutlich kürzer".

Derweil sind in Consumer-SSDs meist längst TLC-Chips verbaut.

> Darüber hat vor einigen Monaten auch die c't ausführlich berichtet. Um
> dieses Uhrzeit suche ich nicht mehr nach genaueren Angaben ...

Wie so oft steht's in der Spec (JEDEC), die man mir aber ohne
Einloggen nicht geben mag. Dann halt aus 2. Hand:

https://www.micron.com/about/blogs/2015/may/addressing-data-retention-in-ssds
http://www.anandtech.com/show/9248/the-truth-about-ssd-data-retention

Arg verkürzt: 1 Jahr bei Client-SSD (3 Monate bei Enterprise-SSD) und
zwar immerhin noch nach Ablauf der spezifizierten Nutzung (TBW).
Temperatur spielt auch noch eine Rolle: Je höher, desto schlechter
für's Lagern. Bei Beschreiben ist's umgekehrt.

MfG

Shinji Ikari

unread,
Jan 22, 2016, 2:48:29 AM1/22/16
to
Guten Tag

Bertram Schrahder <nor...@invalid.invalid> schrieb

>Ich lese ab und an mal was dass behauptet wird, dass SSD ohne
>Stromzufuhr die Daten verlieren wuerde? Wie soll man das verstehen?

Die Speicherzellen verlieren mit der Zeit ihre elektrische Ladung und
wenn der verbaute Kontroller in der SSD nicht seiner Arbeit nachgehen
kann, kann er diese auch nicht auffrischen.

>Wie
>veraendern sich da die Flash Zelleninhalte bzw macht ne SSD refresh wenn
>sie bloss am Strom haengt?

Das sind einige der Geheimnisse der Hersteller. Ob jeder Hersteller es
identisch zum verhalten anderer Hersteller macht und ob es reicht dei
SSD nur am Strom zu halten oder ob man die auch per datenkabel
anschliessen muss (damit der Kontroller vielleicht einen Takt bekommt
und "Zeit" ueberhaupt abschaetzen kann, weiss man nicht.

> bei
>Powerdown? oder nur bei Power und Sata bzw Schnittstellen Betrieb?

Unbekannt. Das kan man nur entweder ausprobieeren oder vermuten.

>Gibt es belastbare technische Hintergruende?

Ja. Nach langer Zeit: Daten korrupt.

Shinji Ikari

unread,
Jan 22, 2016, 2:53:21 AM1/22/16
to
Guten Tag

Bertram Schrahder <nor...@invalid.invalid> schrieb

>Heisst das dann nicht auch dass alleine beim Betrieb eines Systems alle
>Daten die das Betriebssystem da einmalig draufschreibt irgendwann mal
>altersschwach werden und floeten sind?

Wennd er Kontroller der SSD die nicht ab und zu auffrischt oder
umkopiert: ja. Aber auch dafuer ist der verbaute Kontroller ja da.

>Klingt ziemlich gefaehrlich.

Unbegruendete Befuerchtung.

>Laptopnutzung, Laptop z.B. mit einem OS ist jetzt schon vor drei Jahre
>oder so urspruenglich installiert worden.

... und wenn man in der Zwischenzeit nie Strom zugefuehrt (Akku
und/oder netzteil) und die SSD in betrieb genommen haette, koennten
die Daten korrupt sein.
Aber in der Zeit kann auch eine HDD Daten "verlieren".

>Sollte man sich da dann lieber
>doch keine SSD dafuer antun?

Wenn man ein Consumergeraet nach Erstinbetriebnahme nicht ab und zu
benutzen will, sollte man das Geraet ggf. erst gar nicht anschaffen.

>Irgendwann habe ich zumindest den Stress
>mit wiederbespielen selbst wenn ich Backup habe wenn das so zutrifft wie
>du das oben schreibst.

Unbegruendete Befuerchtung, wenn man das Geraet normal benutzt..

Juergen P. Meier

unread,
Jan 22, 2016, 5:29:33 AM1/22/16
to
Helmut Hullen <Hel...@Hullen.de>:
> Und wenn der Rechner (oder nur die SSD, ausgebaut) einige Monate
> stromlos herumliegt, dann gehen die Daten ins Nirwana.

Ettliche bis viele.

Fuer deinen Jahresurlaub kannst du ihn getrost stomlos machen.

Helmut Hullen

unread,
Jan 22, 2016, 8:44:08 AM1/22/16
to
Hallo, Juergen,

Du meintest am 22.01.16:

>> Und wenn der Rechner (oder nur die SSD, ausgebaut) einige Monate
>> stromlos herumliegt, dann gehen die Daten ins Nirwana.

> Ettliche bis viele.

> Fuer deinen Jahresurlaub kannst du ihn getrost stromlos machen.

Also 6 bis 12 Monate?

Viele Gruesse!
Helmut

Juergen P. Meier

unread,
Jan 22, 2016, 9:19:33 AM1/22/16
to
Helmut Hullen <Hel...@Hullen.de>:
So in etwa, ja. Einige Hersteller garantieren dir 3 Monate, andere bis
zu 12.

Shinji Ikari

unread,
Jan 23, 2016, 7:04:46 AM1/23/16
to
Guten Tag

"Helmut Hullen" <Hel...@Hullen.de> schrieb

>> Fuer deinen Jahresurlaub kannst du ihn getrost stromlos machen.
>Also 6 bis 12 Monate?

Das muss schon ein sehr wenig verbreiteter Beruf sein, wenn es dabei
einen jaehrlichen Urlaubsanspruch von 6-12 Monaten gibt. Wann arbeitet
eine solche berufstaetige Person dann noch? 8)

Hergen Lehmann

unread,
Jan 23, 2016, 8:00:02 AM1/23/16
to
Am 23.01.2016 um 13:04 schrieb Shinji Ikari:

>>> Fuer deinen Jahresurlaub kannst du ihn getrost stromlos machen.
>> Also 6 bis 12 Monate?
>
> Das muss schon ein sehr wenig verbreiteter Beruf sein, wenn es dabei
> einen jaehrlichen Urlaubsanspruch von 6-12 Monaten gibt.

Ich hätte das jetzt eher umgekehrt interpretiert: Zwischen zwei Urlauben
vergehen schon mal 6-12Monate am Stück, in denen man weder Zeit noch
Bedarf findet, sich mit seinem privaten Notebook auseinander zu setzen.
Zumindest geht es mir so.

Hergen

Helmut Hullen

unread,
Jan 23, 2016, 8:19:19 AM1/23/16
to
Hallo, Shinji,

Du meintest am 23.01.16:


>>> Fuer deinen Jahresurlaub kannst du ihn getrost stromlos machen.
>> Also 6 bis 12 Monate?

> Das muss schon ein sehr wenig verbreiteter Beruf sein, wenn es dabei
> einen jaehrlichen Urlaubsanspruch von 6-12 Monaten gibt. Wann
> arbeitet eine solche berufstaetige Person dann noch? 8)

Wenn sie nicht (mehr) berufstätig ist. Oder (in diesem Fall) längere
Zeit fernab von einem bestimmten Rechner ist.

Viele Gruesse!
Helmut

Michael Limburg

unread,
Jan 23, 2016, 9:06:35 AM1/23/16
to
Hergen Lehmann schrieb:

> Ich hätte das jetzt eher umgekehrt interpretiert: Zwischen zwei Urlauben
> vergehen schon mal 6-12Monate am Stück, in denen man weder Zeit noch
> Bedarf findet, sich mit seinem privaten Notebook auseinander zu setzen.
> Zumindest geht es mir so.

Na und, wo ist das Problem oder verwendest Du im Notebook
Server-SSDs bzw. SSDs die ihr spezifiertes Leben eh schon
hinter sich haben.

MfG

Hergen Lehmann

unread,
Jan 23, 2016, 10:00:03 AM1/23/16
to
Am 23.01.2016 um 15:03 schrieb Michael Limburg:

> Hergen Lehmann schrieb:
>
>> Ich hätte das jetzt eher umgekehrt interpretiert: Zwischen zwei Urlauben
>> vergehen schon mal 6-12Monate am Stück, in denen man weder Zeit noch
>> Bedarf findet, sich mit seinem privaten Notebook auseinander zu setzen.
>> Zumindest geht es mir so.
>
> Na und, wo ist das Problem

Das sich die Hersteller nicht konkret dazu äußern, wie oft und wie lange
das Gerät eingeschaltet werden muss, damit der Controller genug Zeit für
den Refresh findet. Und wie lange die Daten realistisch erhalten
bleiben, wenn man bei einem selten genutzten Gerät diese Schwelle nicht
erreicht.
Die JEDEC-Norm scheint ja primär auf "end of life" abzuzielen, und die
für dieses Szenario genannten Werte reichen NICHT aus...

> oder verwendest Du im Notebook
> Server-SSDs bzw. SSDs die ihr spezifiertes Leben eh schon
> hinter sich haben.

Irgendwann wird auch dieser Zustand einmal eintreten. Zumal die meisten
Urlaubs-Anwendungsfälle längst auf Smartphone+Tablet umgezogen ist, und
das Notebook als reine "Reiseschreibmaschine" voraussichtlich viele
Jahre ohne Hardware-Upgrade im Einsatz sein wird.

Hergen

Andreas Keppler

unread,
Feb 4, 2016, 6:53:17 AM2/4/16
to
Hallo,

> Aber in der Zeit kann auch eine HDD Daten "verlieren".

Nana ;-)
Da habe ich gerade extra meine 12 Jahre alte IBM 3,5" HD (NTFS) aus dem
Schrank geholt, die seit 12 Jahren nicht mehr lief.
Alles wunderbar. Die Daten darauf mit den auf meinem Laptop befindlichen
verglichen, alles gut. (Kein Bitfehler)

Bei SSDs würde ich mich das nicht trauen, wobei da wohl auch nix
passieren wird wenn das ähnlich wie SD-Karten läuft.
Bei SD-Karten kann ich leider keinen 12-Jahres-Langzeittest vorweisen,
lediglich einen 10-Jahres-CF-Karten-Test. ;-)
Hatte vor 10 Jahren Daten auf eine CF geschrieben und vor 5 Jahren mal
verglichen und eben wieder. War alles gleich.

Ob sich SD-Karten mit höherer Kapazität hinsichtlich Langzeitspeicherung
schlechter verhalten als alte mit niedriger Kapazität, kann ich nicht
sagen, könnte es mir aber vorstellen!

>
>> Sollte man sich da dann lieber
>> doch keine SSD dafuer antun?
>
> Wenn man ein Consumergeraet nach Erstinbetriebnahme nicht ab und zu
> benutzen will, sollte man das Geraet ggf. erst gar nicht anschaffen.

Jein. ;-)
Ich bin z.B. auch so ein "Fall". ;-)

Ich kaufe auch Consumergeräte, z.B. externe USB3.0-HDs und kopiere meine
gesamten Daten in einen Truecrypt-Container da drauf und gebe die Platte
einem Freund, so dass ein Backup außer Haus ist.

Diese liegt dort manchmal 1 bis 1,5 Jahre bis sie mal wieder gegen eine
andere ausgetauscht wird und ich die geholte neu beschreibe.

Zusätzlich weitere Backupplatten zuhause...
Aber lieber habe ich falls die Wohnung abbrennt die letzten 20 Jahre
Daten mit fehlenden Daten des letzten Jahres als alles verloren.


>
>> Irgendwann habe ich zumindest den Stress
>> mit wiederbespielen selbst wenn ich Backup habe wenn das so zutrifft wie
>> du das oben schreibst.
>
> Unbegruendete Befuerchtung, wenn man das Geraet normal benutzt..

Meine 128 GB Samsung Pro SSD läuft auch noch gut, trotz
Truecrypt-Vollverschlüsselung! ;-)

Allerdings stellt sich mir schon die Frage was in 10 Jahren passieren
wird wenn es nur noch SSDs geben wird! :-)
Festplatten Hamsterkäufe für Langzeitbackups? ;-)

Ich wäre schon glücklich wenn die SSD-Hersteller mal verraten würden ob
das Zellen-Auffrischen auch geht wenn man die SSD nur an den Strom hängt
und nen Tag stehen lässt. (Glaube das aktuell eher nicht. Aus den
Gründen die Du nanntest: Taktgabe etc...)

Gruß
Andreas

Shinji Ikari

unread,
Feb 4, 2016, 7:03:55 AM2/4/16
to
Guten Tag

Andreas Keppler <andreas...@gmail.com> schrieb

>>>...schon vor drei Jahre...
>> Aber in der Zeit kann auch eine HDD Daten "verlieren".
>Nana ;-)
>Da habe ich gerade extra meine 12 Jahre alte IBM 3,5" HD (NTFS) aus dem
>Schrank geholt, die seit 12 Jahren nicht mehr lief.
>Alles wunderbar. Die Daten darauf mit den auf meinem Laptop befindlichen
>verglichen, alles gut. (Kein Bitfehler)

1. Eine der beruechtigten IBM Deathstar haette bestimmt schon Daten
verloren.
2. Platten der letzten paar Jahre schreiben erheblich dichter.
3. Ich schrieb "kann" und nicht muss
4. Woher willst Du wissen, dass bei dem Auslesen Deiner HDD nicht auch
Daten verloren gingen und die Fehlerkorrektur eingreifen musste?

>Allerdings stellt sich mir schon die Frage was in 10 Jahren passieren
>wird wenn es nur noch SSDs geben wird! :-)
>Festplatten Hamsterkäufe für Langzeitbackups? ;-)

Noe, dann wird es analog zu "Uhrenbewegern" bestimmt Docks geben, die
die SSD pro Monat einmal fuer ein paar Stunden mit Strom versorgen und
ggf. kurz pruefen und/oder Schreibvorgang anstubsen. 8)

Helmut Hullen

unread,
Feb 4, 2016, 7:24:55 AM2/4/16
to
Hallo, Shinji,

Du meintest am 04.02.16:

>>> Aber in der Zeit kann auch eine HDD Daten "verlieren".

>> Nana ;-)
>> Da habe ich gerade extra meine 12 Jahre alte IBM 3,5" HD (NTFS) aus
>> dem Schrank geholt, die seit 12 Jahren nicht mehr lief.
>> Alles wunderbar. Die Daten darauf mit den auf meinem Laptop
>> befindlichen verglichen, alles gut. (Kein Bitfehler)

> 1. Eine der beruechtigten IBM Deathstar haette bestimmt schon Daten
> verloren.

Nein - nicht "bestimmt". Ich hatte hier einige dieser Platten eingebaut
und auch einige längere Zeit nicht benutzt - keine Probleme.

Viele Gruesse!
Helmut

Andreas Bockelmann

unread,
Feb 4, 2016, 8:15:44 AM2/4/16
to
Andreas Keppler schrieb:

> Bei SSDs würde ich mich das nicht trauen, wobei da wohl auch nix
> passieren wird wenn das ähnlich wie SD-Karten läuft.
> Bei SD-Karten kann ich leider keinen 12-Jahres-Langzeittest vorweisen,
> lediglich einen 10-Jahres-CF-Karten-Test. ;-)
> Hatte vor 10 Jahren Daten auf eine CF geschrieben und vor 5 Jahren mal
> verglichen und eben wieder. War alles gleich.

Vor 10 Jahren war die Wahrscheinlichkeit von MLC/TLC in
Flashdatenträgern auch etwas "übersichtlicher".

Um von 0 auf 1 zu kippen braucht es in einer SLC-Zelle (vermutlich noch
5 Volt-technik) länger als heute von 101 auf 110 zu kippen. Sie Ladungen
in heutigen Zellen sind viel geringer (kleinere Zellen) und kritischer
zu bewerten (8 statt 2 Spannungspegeln)


--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann
F/V +49-3221-1143516

Shinji Ikari

unread,
Feb 4, 2016, 8:17:03 AM2/4/16
to
Guten Tag

"Helmut Hullen" <Hel...@Hullen.de> schrieb

>> 1. Eine der beruechtigten IBM Deathstar haette bestimmt schon Daten
>> verloren.
>Nein - nicht "bestimmt". Ich hatte hier einige dieser Platten eingebaut
>und auch einige längere Zeit nicht benutzt - keine Probleme.

"EINE" hatte schon die Daten verloren. Nicht "ALLE". 8)

Juergen P. Meier

unread,
Feb 5, 2016, 1:02:09 AM2/5/16
to
Shinji Ikari <shi...@gmx.net>:
> Guten Tag
>
> Andreas Keppler <andreas...@gmail.com> schrieb
>
>>>>...schon vor drei Jahre...
>>> Aber in der Zeit kann auch eine HDD Daten "verlieren".
>>Nana ;-)
>>Da habe ich gerade extra meine 12 Jahre alte IBM 3,5" HD (NTFS) aus dem
>>Schrank geholt, die seit 12 Jahren nicht mehr lief.
>>Alles wunderbar. Die Daten darauf mit den auf meinem Laptop befindlichen
>>verglichen, alles gut. (Kein Bitfehler)
>
> 1. Eine der beruechtigten IBM Deathstar haette bestimmt schon Daten
> verloren.

Die Deathstars starben (massenhaft) an mechanischen Problemen,
nicht an magnetischen.

> 2. Platten der letzten paar Jahre schreiben erheblich dichter.

Deswegen verwendet man immer noch Magnetbaender in der
Langzeitarchivierung (wegen der im Vergleich zu Platten signifikant
geringeren Dichte und mehr Redundanzen zur Fehlerkorrektur halten
Magnetbaender erwiesenermassen laenger als 30 Jahre.

> 3. Ich schrieb "kann" und nicht muss
> 4. Woher willst Du wissen, dass bei dem Auslesen Deiner HDD nicht auch
> Daten verloren gingen und die Fehlerkorrektur eingreifen musste?

Oder Datenbereiche fehlerhaft gelesen wurden, die nicht zur Auswertung
kamen (ressource-bereiche in binaries, Dokumentinhalte die du nicht
verifiziert hast etc.)

>>Allerdings stellt sich mir schon die Frage was in 10 Jahren passieren
>>wird wenn es nur noch SSDs geben wird! :-)

Man wird Datenspeicher immer unter Strom halten muessen, dann
verlieren SSD auch keinen Strom.

Festplatten waren nie als Langzeitspeicher ausgelegt und funktioneren
nicht gut genug dafuer. Das geht ein Jahrzehnt lang gut (da sind die
Defekte die Ausnahme), aber nach vier oder fuenf hast du mehr defekte
als lesbare Platten.

Auf diesem Planeten kannst du Festplatten nicht vor magnetischen
Stoerungen schuetzen, und vor Strahlung kannst du Festplatten in
diesem Universum nicht schuetzen. Beides greift die Magnetisierung
an.

>>Festplatten Hamsterkäufe für Langzeitbackups? ;-)
>
> Noe, dann wird es analog zu "Uhrenbewegern" bestimmt Docks geben, die
> die SSD pro Monat einmal fuer ein paar Stunden mit Strom versorgen und
> ggf. kurz pruefen und/oder Schreibvorgang anstubsen. 8)

Oder Batteriepufferung, die regelmaessig wiederaufgeladen werden muss.

Zur Archivierung wird man aber wohl nie Flash-Speicher einsetzen
(koennen).

Am laengsten haelt Email. Gesichert ist das mit mindestens 5000
Jahren, und man geht von mindestens hunderttausend Jahren aus.
(das andere Email)

Juergen

Shinji Ikari

unread,
Feb 5, 2016, 4:27:15 AM2/5/16
to
Guten Tag

"Juergen P. Meier" <nospa...@jors.net> schrieb

>> 1. Eine der beruechtigten IBM Deathstar haette bestimmt schon Daten
>> verloren.
>Die Deathstars starben (massenhaft) an mechanischen Problemen,
>nicht an magnetischen.

...und die Daten waren meist futsch.

>> 2. Platten der letzten paar Jahre schreiben erheblich dichter.
>Deswegen verwendet man immer noch Magnetbaender in der
>Langzeitarchivierung (wegen der im Vergleich zu Platten signifikant
>geringeren Dichte und mehr Redundanzen zur Fehlerkorrektur halten
>Magnetbaender erwiesenermassen laenger als 30 Jahre.

Keilschrift: ca. 5300Jahre. Nicht magnetische Laaaangzeitarchivierung
mit sehr geringer Datendichte und dabei war das nicht einmal fuer
langzeitarchivierung gedacht 8)

>>>Allerdings stellt sich mir schon die Frage was in 10 Jahren passieren
>>>wird wenn es nur noch SSDs geben wird! :-)
>Man wird Datenspeicher immer unter Strom halten muessen, dann
>verlieren SSD auch keinen Strom.

Ich vermute freudschen Vertipper?

>Am laengsten haelt Email.

Vor allem, wenn man im text Sicherheitsworte einbaut, die gewisse
organisationen fuer verdaechtig halten. Di ehelfen dann sogar
dezentral mit bei der Datensicherung/-lagerung 8))))

Juergen P. Meier

unread,
Feb 5, 2016, 9:50:10 AM2/5/16
to
Shinji Ikari <shi...@gmx.net>:
> "Juergen P. Meier" <nospa...@jors.net> schrieb
>
>>> 1. Eine der beruechtigten IBM Deathstar haette bestimmt schon Daten
>>> verloren.
>>Die Deathstars starben (massenhaft) an mechanischen Problemen,
>>nicht an magnetischen.
>
> ...und die Daten waren meist futsch.

Bei Deathstars war das lediglich eine Frage des kleinen Geldbeutels
Ontrack z.B. nahm dir nur ein paar hundert Scheine fuer den Umbau der
Magnetscheiben in eine funktionsfaehige Deathstar mit passender Firmware.

>>> 2. Platten der letzten paar Jahre schreiben erheblich dichter.
>>Deswegen verwendet man immer noch Magnetbaender in der
>>Langzeitarchivierung (wegen der im Vergleich zu Platten signifikant
>>geringeren Dichte und mehr Redundanzen zur Fehlerkorrektur halten
>>Magnetbaender erwiesenermassen laenger als 30 Jahre.
>
> Keilschrift: ca. 5300Jahre. Nicht magnetische Laaaangzeitarchivierung
> mit sehr geringer Datendichte und dabei war das nicht einmal fuer
> langzeitarchivierung gedacht 8)

50-100 Jahre fuer DLT vierter Generation. DAs ist nicht schlecht.

>>>>Allerdings stellt sich mir schon die Frage was in 10 Jahren passieren
>>>>wird wenn es nur noch SSDs geben wird! :-)
>>Man wird Datenspeicher immer unter Strom halten muessen, dann
>>verlieren SSD auch keinen Strom.
>
> Ich vermute freudschen Vertipper?

Ja. Das letzte Wort sollte "Daten" heissen.

>>Am laengsten haelt Email.
>
> Vor allem, wenn man im text Sicherheitsworte einbaut, die gewisse
> organisationen fuer verdaechtig halten. Di ehelfen dann sogar
> dezentral mit bei der Datensicherung/-lagerung 8))))

Ich meinte das andere Email :P

Michael Baeuerle

unread,
Feb 6, 2016, 5:52:11 AM2/6/16
to
Juergen P. Meier wrote:
> Shinji Ikari <shi...@gmx.net>:
> >
> > Keilschrift: ca. 5300Jahre. Nicht magnetische Laaaangzeitarchivierung
> > mit sehr geringer Datendichte und dabei war das nicht einmal fuer
> > langzeitarchivierung gedacht 8)
>
> 50-100 Jahre fuer DLT vierter Generation. DAs ist nicht schlecht.

MO kriegt das bestimmt auch hin. Im Gegensatz zu Keilschrift kann man
solche Medien allerdings ohne passendes Laufwerk nicht mehr lesen. Und
die Laufwerke halten nicht so lange, selbst wenn sie originalverpackt
daneben liegen (nach 100 Jahren dürfte jedes Firmware-EPROM/EEPROM/Flash
im Laufwerk seine Daten vergessen haben und jedes Gummiteil zerbröselt
sein).

Juergen P. Meier

unread,
Feb 7, 2016, 2:42:51 AM2/7/16
to
Michael Baeuerle <michael....@gmx.net>:
> Juergen P. Meier wrote:
>> Shinji Ikari <shi...@gmx.net>:
>> >
>> > Keilschrift: ca. 5300Jahre. Nicht magnetische Laaaangzeitarchivierung
>> > mit sehr geringer Datendichte und dabei war das nicht einmal fuer
>> > langzeitarchivierung gedacht 8)
>>
>> 50-100 Jahre fuer DLT vierter Generation. DAs ist nicht schlecht.
>
> MO kriegt das bestimmt auch hin. Im Gegensatz zu Keilschrift kann man

MO liegt im selben Bereich. Es gibt spezielle Beschichtungen fuer
Optische (DVD) deren HErsteller 1000 Jahre garantieren wollen, aber
die sind natuerlich patentiert und Betriebsgeheimnis, und deswegen
prinzipiell ungeeignet (weil nicht unabhaengig nachpruefbar), vorallem
weil das auch fuer entsprechend angepasste Lesegeraete gilt.

> solche Medien allerdings ohne passendes Laufwerk nicht mehr lesen. Und
> die Laufwerke halten nicht so lange, selbst wenn sie originalverpackt
> daneben liegen (nach 100 Jahren dürfte jedes Firmware-EPROM/EEPROM/Flash
> im Laufwerk seine Daten vergessen haben und jedes Gummiteil zerbröselt
> sein).

Das bisschen Firmware kann man auf Microfilm dokumentieren (auch 100
Jahre haltbar), ebenso wie Konstruktionszeichnungen die einen Nachbau
ermoeglichen.

Microfilm kann man zur Not mit einer Lichtquelle und einer Lupe lesen,
da brauchts keine komplizierten Lesegeraete.

Juergen
--
Juergen P. Meier - "This World is about to be Destroyed!"
end
If you think technology can solve your problems you don't understand
technology and you don't understand your problems. (Bruce Schneier)

Michael Baeuerle

unread,
Feb 7, 2016, 5:44:43 AM2/7/16
to
Juergen P. Meier wrote:
> Michael Baeuerle <michael....@gmx.net>:
> > Juergen P. Meier wrote:
> > > Shinji Ikari <shi...@gmx.net>:
> > > >
> > > > Keilschrift: ca. 5300Jahre. Nicht magnetische Laaaangzeitarchivierung
> > > > mit sehr geringer Datendichte und dabei war das nicht einmal fuer
> > > > langzeitarchivierung gedacht 8)
> > >
> > > 50-100 Jahre fuer DLT vierter Generation. DAs ist nicht schlecht.
> >
> > MO kriegt das bestimmt auch hin. Im Gegensatz zu Keilschrift kann man
>
> MO liegt im selben Bereich. Es gibt spezielle Beschichtungen fuer
> Optische (DVD) deren HErsteller 1000 Jahre garantieren wollen, aber
> die sind natuerlich patentiert und Betriebsgeheimnis, und deswegen
> prinzipiell ungeeignet (weil nicht unabhaengig nachpruefbar), vorallem
> weil das auch fuer entsprechend angepasste Lesegeraete gilt.
>
> > solche Medien allerdings ohne passendes Laufwerk nicht mehr lesen. Und
> > die Laufwerke halten nicht so lange, selbst wenn sie originalverpackt
> > daneben liegen (nach 100 Jahren dürfte jedes Firmware-EPROM/EEPROM/Flash
> > im Laufwerk seine Daten vergessen haben und jedes Gummiteil zerbröselt
> > sein).
>
> Das bisschen Firmware kann man auf Microfilm dokumentieren (auch 100
> Jahre haltbar), ebenso wie Konstruktionszeichnungen die einen Nachbau
> ermoeglichen.
>
> Microfilm kann man zur Not mit einer Lichtquelle und einer Lupe lesen,
> da brauchts keine komplizierten Lesegeraete.

Natürlich wäre es möglich, aber wohl kaum für solche Leute die heute
Keilschrift entziffern.

Hier haben die Amerikaner versucht ihre eigenen alten Tapes zu lesen:
<https://en.wikipedia.org/wiki/Lunar_Orbiter_Image_Recovery_Project>
Da steht was von:
|
| [...] had sponsored the team so far with a small grant of $100,000.
| With these results, more funds were released - another $150,000 to
| complete a major restoration of the drives and to create the
| demodulation hardware needed for the other tapes.

Juergen P. Meier

unread,
Feb 8, 2016, 12:18:23 AM2/8/16
to
Michael Baeuerle <michael....@gmx.net>:
>> > solche Medien allerdings ohne passendes Laufwerk nicht mehr lesen. Und
>> > die Laufwerke halten nicht so lange, selbst wenn sie originalverpackt
>> > daneben liegen (nach 100 Jahren dürfte jedes Firmware-EPROM/EEPROM/Flash
>> > im Laufwerk seine Daten vergessen haben und jedes Gummiteil zerbröselt
>> > sein).
>>
>> Das bisschen Firmware kann man auf Microfilm dokumentieren (auch 100
>> Jahre haltbar), ebenso wie Konstruktionszeichnungen die einen Nachbau
>> ermoeglichen.
>>
>> Microfilm kann man zur Not mit einer Lichtquelle und einer Lupe lesen,
>> da brauchts keine komplizierten Lesegeraete.
>
> Natürlich wäre es möglich, aber wohl kaum für solche Leute die heute
> Keilschrift entziffern.

Na, wenn du davon ausgehst, dass die Menschheit ihre technische
Intelligenz verlierern wird, dann wirst du wohl wieder zu
Hoehlenzeichnungen greifen muessen.

> Hier haben die Amerikaner versucht ihre eigenen alten Tapes zu lesen:

Das zeigt nur, dass niemand vorhatte diese Tapes ueberhaupt zu
archivieren. sonst haetten sie zusammen mit den Tapes auch Laufwerke
aufgehoben oder wenigstens deren Konstruktionsplaene.
[Den ganzen Artikel sollte man im Kontext lesen]

Die kaempften vorwiegend gegen Finanzierungsprobleme. DAs ist bei der
NASA nun wirklich nichts neues.

Letztlich haette ihnen der Lesekopf des Bandgeraetes genuegt. Aber
Zeit ist nunmal Geld. (und bei US Regierungsauftraegen wird im
Allgemeinen in den wahnwitzig hohen Auftragssummen die
Subventionierung fuer US-Unternehmen versteckt - die Kosten fuer Zeug,
was eine NASA an die US-Privatwirtschaft zahlt darfst du nicht einmal
Ansatzweise mit dem vergleichen, was hierzulande das gleiche kosten
wuerde).
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