Guten Tag
Marcel Mueller <
news.5...@spamgourmet.org> schrieb
>Am 30.12.21 um 05:02 schrieb Shinji Ikari:
>> Ich habe in den letzten 3 Jahren schon massive Probleme mit
>> Verkaeufern aus China gehabt. Meist wurde versucht mit sehr vielen
>> textbausteinen alles abzustreiten oder mit winzigen geldbetraegen zu
>> beschwichtigen (selbst wenn etwas komplett falsches/anderes als
>> bestellt geliefert wurde oder die Ware bei allerserster benutzung
>> schon kaputt ging [wvon Anfang an ungeeignete Werkstoffe verwendet]).
>Das ist die übliche Vorgehensweise.
Zumindest kam es bei mir zu oft vor. Ob es ueblich ist, will ich nicht
unterstellen, aber ich habe ein paar Beispiele in denen es zutraf und
mich viel Zeit und Nerven gekostet haben.
Und dabei geht es mir nicht um einen spontan auftretenden defekt eines
einzelnen Produktes, sondern um absichtlich falsche
Bewerbung/Qualitaet/Features.
>Das ist aber nicht nur Betrugsabsicht,
Falsche Materialwahl/-qualitaet sehe ich schon als solche Absicht an.
> sondern auch der Tatsache
>geschuldet, dass China-Post /extrem günstig/ ist.
Die chinesische Post kann nichts dafuer, wenn ein Werkzeug
(Nietmutternzange) aus einem Material hergestellt und verkauft wurde,
welches bei erster bestimmungsgemaesser Benutzung das Werkzeug
verbiegen oder das Ersatzlieferung sogar brechen laesst.
Oder wenn ein Produkt (Monitorhalter), welches mit einer Tragkraft von
15kg beworben wird spaeter laut Anleitungstext nicht ueber 6,5kg
belastet werden soll. Auf Nachfrage gab der Haendler zu, dass er nur
dieses eien Modell habe und keinen korrekten Ersatz liefern koenne.
Ein M.2 Slotadapter mit Kuehlkoerper beworben wird und ohne diesen
ankommt, wobei der Haendler stur darauf beharrt, der beschriebene und
abgebildete Kuehlkoerper haette doch nie zum Lieferumfang gehoert.
etc...
>Ein Paket nach
>Deutschland kostet weniger als ein Paket innerhalb Deutschlands.
Ja, das ist bekannt.
>Das gilt aber nicht für den
>Rücktransport im Falle einer Fehllieferung.
Eine Fehllieferung ist das nicht. Weder in Menge noch in der Annahme,
dass es Versehen seien. Es sind Produkte, die absichtlch falsch
beschrieben wurden in der Hoffnung, dass der Kaeufer es nicht
(rechtzeitig) merkt oder es akzeptiert.
Ich habe seit 2020 angefangen diese Problemfaelle zu archivieren und
habe nun in Summe ueber 20 Onlinekaeufe, von denen geschaetzt mehr als
50% auf Verkaeufer aus diesem geografischen Raum zurueck gehen (teils
aber mit DE-Lager).
>Dabei entstehen gerne mal
>Kosten, die den Warenwert deutlich überschreiten.
Zumindest, wenn man davon ausgeht, dass das jeweilige Produkt ja nicht
der Beschreibung/Angebot entspricht und somit in die Kategorien
unnuetzer Plunder oder Muell einzuordenen ist.
>Insofern versucht der Händler immer die falsch gelieferte Ware
>irgendwie in D zu belassen.
Wo er sie belaest ist mir egal. Aber ich habe ein schoenes Beispiel,
bei dem die chinesische Post auf dem Weg zu mir nicht wirklich
beteiligt war: Ich kaufte eine Nietmutternzange welche auch M3
Nietmuttern einperssen koennen sollte und im Lieferumfang waren auch
einige Alumuttern (fuer meinen PC Gehaeuseumbau). Ich habe bei einem
chinesischen Haendler mit DE Lagerversand sowas gekauft.
Geliefert, erste mitgelieferte Alumutter aufgeschraubt und zum Test
genietet: der Dorn verbog so stark, dass die Mutter nicht mehr normal
abschraubbar war.
Habe dem Haendler angeboten, dass ich die verbogene Zange selber
entsorge und er mir einfach den Geldbetrag ersetzen solle, da hier
wohl falsches/zu weiches Werkzeugmaterial verwendet wurde und ich
zweifelte, dass es bei einer Ersatzlieferung spontan beserer Stahl
verwendet worden waere. Er hat anfangs abgelehnt und ich solle mir im
selben Betrag etwas aus seinem Sortiment aussuchen. Wollte ich nicht.
Daraufhin hat er mir eine gleiche Zange mit neuen Alunietmuttern
nochmal gesendet, bei der diesesmal sogar bei erstmaliger Benutzung
der Zugdorn durchriss.
Ich bekam den Kaufpreis erst zurueck, nachdem ich beide Zangen(sets)
zurueck sendete. Ich wiess ihn vorher darauf hin, dass die
Ruecksendekosten allein schon wegen dem Gewicht recht hoch seien.
War ihm egal.
Doch die Ruecksendekosten habe ich mir im Anschluss vom ihm dennoch
zurueck geholt. Es war eben eindeutig ein Sachmamgel und die
beseitigung geht zu seinenKosten. Es war kein Widerruf!
Sowas kostet aber unnoetig Zeit (mein PC Gehaeuseumbau verzoegerte
sich rund 3 Wochen) und Nerven. Da hatte die chinesische Post aber
nichts mit zu tun. Ich schaetze mal der Haendler hat einfach einen
oder mehrere Container Ramsch nach DE gekarrt und dann sein Zeug per
Fulfillmentservice versendet. Wenn kaum einer sein Geld zurueckfordert
macht er damit vermutlich sogar noch Plus.
>Das wissen die zuweilen auch zu umgehen. Es muss sich nur lange genug
>hinziehen, bis die Fristen abgelaufen sind.
...weshalb ich vor Ablauf (egal, was versprochen wird) die Plattformen
einschalte. Natuerlich dokumentiere ich das auch in Bild und teils
auch Video. Ich habe mir vor Jahren man ein 5MP USB Mikroskop gekauft,
weil ich PC Chips und deren Beschriftung und Montage dokumentieren
wollte. Inzwischen nutze ich es mehr zur 'Beweissicherung' fuer sowas.
Anderes Beispiel:
Der oben erwaehnte Monitorhalter war eindeutig falsch und Haendler gab
ja auch zu keinen anderen zu haben. Ich bekam auch schon
Retourenschein und hatte versendet, Aber die zugesagte Rueckzahlung
fehlte. Nach einer kurzen extra Wartezeit habe ich dann das
rechtzeitig der Verkaufsplattform gemeldet und alle relevanten Fakten
chronologisch aufgelistet (vor allem auch, dass die Kommunikation
ueberwiegend ueber die Nachrichtenfunktion der Plattform stattfand und
dort alles nachzulesen sei). Rund 6 Stunden spaeter hatte ich von
Verkaufsplattform die Zusage, dass der komplette Betrag zurueck
erstattet wurde.
>Aber es gibt halt auch Sachen, die man in Europa gar nicht oder nicht
>mit vertretbarem Aufwand bekommt, weil sie hier einfach so gut wie nicht
>gebraucht werden.
Ja, Das merke ich, wenn ich etwas speziellere Sachen suche. Oft finde
ich Gebrauchtangebote aus den USA (und von dort bisher immer alle wie
beschrieben und funktionsfaehig) oder teils auch Neuware von
Haendlern, mit Sitz in China (und wie oben beschrieben mit einer nicht
immer beworbenen Austattung/Qualitaet).
Auch sind gebrauchte/preisguenstige Serverkomponenten selbst nit Zoll
und Einfuhrsteuer guenstiger, als wenn man sie versucht in DE direkt
zu bekommen.
>Das sind zum einen für Komponenten, die praktisch nur beim
>Herstellungsprozess verwendet werden, aus unserer Sicht also
>Ersatzteile. Wenn es keine Produktion in Europa gibt, gibt es eben auch
>keine Importeure für die Ware.
...zumindest ist es (anderes Beispiel) nicht ganz so einfach und
billig wie in den USA oder China zoellige Eisenwaren zu bekommen.
Schon sowas simples wie UNC 6-32 er Schrauben/Muttern/Gewindebohrer,
etc... (das ist das Gewindemass, welches man sich fuer Festplatten und
PC Gehaeuse ausgesucht hat) ist meist entweder teurer als unsere M3
oder qualitativ minderwertiger (kein V2A oder gar V4A Stahl) oder
nicht in der Austattungsvielfalt zu haben.
>Und dass man eine Reklamation faktisch vergessen kann, ist halt auch
>egal, wenn ich für denselben Preis 10 Produkte bekomme.
Nicht, wenn alle 10 komplett falsch oder so minderwertig sind, dass
sie fuer den gedachten Einsatz nicht brauchbar sind.
>Das wird nur ein
>Problem, wenn systematisch defekte bzw. unbrauchbare Ware verkauft wird.
Darauf wollte ich hinaus.
Dass etwas mal hopps gehen kann ist halt so.
Aber stell Dir vor der beschreibene ZIF Sockel waere mit 48 polig ZIF
angegeben worden und waere als 24polige Variante ohne Hebel geliefert
worden. Und dann sagt Dir der Haendler: 'ich habe keine anderen'.