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Samsung 850 Pro - angeblich "OK", dennoch kaputt

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Arno Welzel

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Feb 12, 2021, 12:00:57 PM2/12/21
to
Kürzlich musste ich hier eine Samsung 850 Pro mit 512 GB wegen Fehlern
außer Betrieb nehmen. Symptom: mehrere Dateien waren bei der
regelmäßigen Sicherung nicht mehr lesbar.

Die SSD war seit Spätsommer 2016 als reguläres Arbeitslaufwerk im
Einsatz und hat knapp über 5 TBW hinter sich - ist also nicht übermäßig
beansprucht worden.

Eine Überprüfung der SMART-Werte ergab dann:

187 - Uncorrectable Error Count: 75, Raw 251350
195 - ECC Error Rate: 199, Raw 251350

Die Gesamtbewertung war aber "OK (99%)".

Testweise hab ich dann mal ein paar GB Daten draufkopiert, worauf hin,
die Raw-Werte von 251350 auf 251378 angestiegen sind und in Folge eine
weitere Datei unlesbar wurde. Damit ist für mich klar - das Ding ist im
Eimer.

Lustigerweise hat "Samsung Magician" gemeldet, dass die SSD noch
vollkommen in Ordnung wäre, obwohl da die genannten SMART-Werte auf
"fail" stehen.

Als Austausch habe ich jetzt eine WD Red mit 1 TB verbaut.



--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de

Marcel Mueller

unread,
Feb 12, 2021, 1:05:51 PM2/12/21
to
Am 12.02.21 um 18:00 schrieb Arno Welzel:
> Kürzlich musste ich hier eine Samsung 850 Pro mit 512 GB wegen Fehlern
> außer Betrieb nehmen. Symptom: mehrere Dateien waren bei der
> regelmäßigen Sicherung nicht mehr lesbar.
>
> Die SSD war seit Spätsommer 2016 als reguläres Arbeitslaufwerk im
> Einsatz und hat knapp über 5 TBW hinter sich - ist also nicht übermäßig
> beansprucht worden.
>
> Eine Überprüfung der SMART-Werte ergab dann:
>
> 187 - Uncorrectable Error Count: 75, Raw 251350

Hmm, ein paar Blöcke sind unwiederbringlich verloren.

> Die Gesamtbewertung war aber "OK (99%)".

Naja, die meisten Hersteller schreiben in die Spezifikation, dass
Datenverluste zu einem bestimmten Anteil erwartungsgemäß sind.
Bei Festplatten aus der Holzklasse ist üblicherweise 1 Fehler pro 10^14
Bits erlaubt. Bei einer 1TB Platte ist das alle 10-mal lesen einmal
Daten verloren.

Was steht in der Spezifikation deiner SSD?

> Testweise hab ich dann mal ein paar GB Daten draufkopiert, worauf hin,
> die Raw-Werte von 251350 auf 251378 angestiegen sind und in Folge eine
> weitere Datei unlesbar wurde. Damit ist für mich klar - das Ding ist im
> Eimer.

Leider verloren. Bei Smart RAW-Werten kann jeder machen was er will. Und
genau das manche Hersteller von Fetplatten oder SSDs auch.
Die Fehlerraten sind hier mutmaßlich rationale Zahlen, also Zähler und
Nenner. Die Werte haben in Summe 64 Bit. In deiner Smart-Abfrage wurden
aber nur die ersten 32 Bit davon ausgelesen - zufälligerweise der
Nenner, also die Anzahl der *erfolgreichen* Vorgänge - kein Wunder, dass
das bei korrigierbaren und nicht-korrigierbaren gleich ist. Der
interessante Teil, der Zähler steht dahinter. Das wurde nicht ausgelesen.

Es gibt irgendeinen speziellen Befehl, mit dem man das auch richtig
auslesen kann. Ich weiß aber nicht mehr wie.

> Lustigerweise hat "Samsung Magician" gemeldet, dass die SSD noch
> vollkommen in Ordnung wäre, obwohl da die genannten SMART-Werte auf
> "fail" stehen.

Spezifikationsgemäß ist halt OK.

Wenn ich es richtig sehe, hat Samsung gar keine Fehlerrate garantiert.
Damit sind sie fein raus.


Marcel

Ulli Horlacher

unread,
Feb 12, 2021, 3:11:01 PM2/12/21
to
Arno Welzel <use...@arnowelzel.de> wrote:
> Kürzlich musste ich hier eine Samsung 850 Pro mit 512 GB wegen Fehlern
> außer Betrieb nehmen. Symptom: mehrere Dateien waren bei der
> regelmäßigen Sicherung nicht mehr lesbar.
>
> Die SSD war seit Spätsommer 2016 als reguläres Arbeitslaufwerk im
> Einsatz und hat knapp über 5 TBW hinter sich - ist also nicht übermäßig
> beansprucht worden.
>
> Eine Überprüfung der SMART-Werte ergab dann:
>
> 187 - Uncorrectable Error Count: 75, Raw 251350
> 195 - ECC Error Rate: 199, Raw 251350

Interessant ist eher

5 Reallocated_Sector_Ct

Ich hab da:

root@flupp:~# diskcheck -v sda
Device: /dev/sda
Device Model: Samsung SSD 850 EVO 1TB
User Capacity: 1,000,204,886,016 bytes [1.00 TB]
Reallocated_Sector_Ct: 0
Uncorrectable_Error_Cnt: 0
Total_LBAs_Written: 58500463142
Power_On_Hours: 22865
Power_Cycle_Count: 224
SMART overall-health self-assessment test result: PASSED
No Errors Logged

--
+ Ulli Horlacher + fram...@tandem-fahren.de + http://tandem-fahren.de/ +

Kay Martinen

unread,
Feb 12, 2021, 3:50:01 PM2/12/21
to
Am 12.02.21 um 19:05 schrieb Marcel Mueller:
> Am 12.02.21 um 18:00 schrieb Arno Welzel:
> ...
> Naja, die meisten Hersteller schreiben in die Spezifikation, dass
> Datenverluste zu einem bestimmten Anteil erwartungsgemäß sind.
> Bei Festplatten aus der Holzklasse ist üblicherweise 1 Fehler pro 10^14
> Bits erlaubt. Bei einer 1TB Platte ist das alle 10-mal lesen einmal
> Daten verloren.

Nur das man eine Magnetspur ggf. neu formatieren könnte, eine kaputte
Flash-Speicherstelle aber nicht mehr.

> Was steht in der Spezifikation deiner SSD?

Ist da nicht allein die Frage schon nutzlos? Denn...

> Leider verloren. Bei Smart RAW-Werten kann jeder machen was er will. Und

>
> Spezifikationsgemäß ist halt OK.
>
> Wenn ich es richtig sehe, hat Samsung gar keine Fehlerrate garantiert.
> Damit sind sie fein raus.

... das erinnert mich doch sehr an den Fundamentalistisch-Physikalischen
Ansatz

"Dieses Produkt besteht zu 99% aus NICHTS, für den Dauerhaften Erhalt
irgendeiner Produkteigenschaft kann daher nicht garantiert werden."

Wenn man "Vaporware" wenigstens auch mit ebensolchen "Vapor-Euros"
bezahlen könnte wäre alles gut. So wünsche ich den Erfindern dieser
Windigkeiten manchmal die "Pest an den Hals" :-(

"Wer nichts verspricht muß auch nichts halten" ist da doch wohl die
Hinterlist, oder?


Kay

--
Posted via leafnode

Başar Alabay

unread,
Feb 13, 2021, 6:51:05 AM2/13/21
to
Arno Welzel schrieb:

> Kürzlich musste ich hier eine Samsung 850 Pro mit 512 GB wegen Fehlern
> außer Betrieb nehmen. Symptom: mehrere Dateien waren bei der
> regelmäßigen Sicherung nicht mehr lesbar.

Ich hatte auch eine ausgefallene 850 pro. Die wurde mir mit einer 860
Pro ersetzt.

B. Alabay

Alexander Goetzenstein

unread,
Feb 13, 2021, 6:57:16 AM2/13/21
to
Hallo,

Am 12.02.21 um 21:42 schrieb Kay Martinen:
> Nur das man eine Magnetspur ggf. neu formatieren könnte, eine kaputte
> Flash-Speicherstelle aber nicht mehr.

gibt es keine Möglichkeit, die defekte(n) Speicherzelle(n) vom Gebrauch
auszuschließen? Naiv, wie ich bin, hätte ich erwartet, dass die Firmware
das bereits regelt, und falls nicht, das Dateisystem bzw. zugehörige
Tools. Ist dem nicht so?


--
Gruß
Alex

Arno Welzel

unread,
Feb 13, 2021, 8:02:19 AM2/13/21
to
Başar Alabay:
Die spannende Frage wird sein, ob Samsung das als Garantiefall einstuft,
wenn deren eigene Tools angeben, dass das Ding noch OK sei.

Kay Martinen

unread,
Feb 13, 2021, 9:10:01 AM2/13/21
to
Am 13.02.21 um 12:57 schrieb Alexander Goetzenstein:
Doch.

[x] Du willst dich über "Wearleveling" belesen.

<https://de.wikipedia.org/wiki/Solid-State-Drive#Methoden_der_Nutzungsverteilung>

Okay, falls es für eine Magnet-Platte kein Tool für ein Low-Level Format
gibt kann man beschädigte Sektoren wohl ebenso wenig neu schreiben
lassen und man ist nicht besser dran. Dennoch bin ich bei SSD's immer
latent besorgt über die Prinzipiell Begrenzte Haltbarkeit der
Speicherzellen als solche. Das ist bei Magnet-platten m.E. so nicht der
Normalfall.

Hergen Lehmann

unread,
Feb 13, 2021, 11:00:03 AM2/13/21
to
Am 13.02.21 um 15:07 schrieb Kay Martinen:

> Okay, falls es für eine Magnet-Platte kein Tool für ein Low-Level Format
> gibt kann man beschädigte Sektoren wohl ebenso wenig neu schreiben
> lassen und man ist nicht besser dran.

Diese Möglichkeit besteht schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Seit die
mechanische Spurführung mit Schrittmotoren zugunsten von Linearmotoren
und "embedded servo" aufgegeben wurde (bei Consumer-Platten passierte
das ca. Ende der 1980er Jahre), können sich Festplatten nicht mehr
selbst Lowlevel-formatieren. Die Formatierung geschieht im Werk in
speziellen Maschinen mit eigenen, speziellen Köpfen.

Ist ein Sektor von der Firmware als defekt identifiziert, wird er von
einer Magnetfestplatte - genau wie bei Flash-Speichern - für immer
aussortiert.


> Dennoch bin ich bei SSD's immer
> latent besorgt über die Prinzipiell Begrenzte Haltbarkeit der
> Speicherzellen als solche. Das ist bei Magnet-platten m.E. so nicht der
> Normalfall.

Sofern du nicht gerade einen 24/7 unter Volllast laufenden
Datenbankserver oder etwas Vergleichbares betreibst, wirst du die
Belastungsgrenze der Speicherzellen niemals erreichen.

Das Einzige, was einem im SOHO-Umfeld auf die Füße fallen kann, ist die
begrenzte Haltbarkeit der Daten im stromlosen Zustand. Flash-Speicher,
insbesondere solche mit Multilevel-Zellen, werden irgendwann nach
Monaten bis Jahren vergesslich.

Başar Alabay

unread,
Feb 13, 2021, 11:30:22 AM2/13/21
to
Arno Welzel schrieb:

>>> Kürzlich musste ich hier eine Samsung 850 Pro mit 512 GB wegen Fehlern
>>> außer Betrieb nehmen. Symptom: mehrere Dateien waren bei der
>>> regelmäßigen Sicherung nicht mehr lesbar.
>>
>> Ich hatte auch eine ausgefallene 850 pro. Die wurde mir mit einer 860
>> Pro ersetzt.
>
> Die spannende Frage wird sein, ob Samsung das als Garantiefall einstuft,
> wenn deren eigene Tools angeben, dass das Ding noch OK sei.

Nun, ich hatte die Warnmeldungen von DriveDx. Das habe ich denen
gemeldet. Die haben die Platte anschließend sicherlich noch einmal
geprüft und für austauschwürdig befunden. Ich glaube, ich hatte noch
nicht einmal Datenprobleme – nur eine plötzliche, heftige Warnung.

B. Alabay

Wolf gang P u f f e

unread,
Feb 14, 2021, 3:02:09 AM2/14/21
to
Zurück in die Zukunft:
MS-DOS 5 und PCTools installieren, da ging das, glaube ich, recht
geziehlt mit dem Markieren von wackligen/defekten Sektoren. ;-)))))

W.

Marcel Mueller

unread,
Feb 14, 2021, 4:22:27 AM2/14/21
to
Am 12.02.21 um 21:42 schrieb Kay Martinen:
> Am 12.02.21 um 19:05 schrieb Marcel Mueller:
>> Am 12.02.21 um 18:00 schrieb Arno Welzel:
>> ...
>> Naja, die meisten Hersteller schreiben in die Spezifikation, dass
>> Datenverluste zu einem bestimmten Anteil erwartungsgemäß sind.
>> Bei Festplatten aus der Holzklasse ist üblicherweise 1 Fehler pro 10^14
>> Bits erlaubt. Bei einer 1TB Platte ist das alle 10-mal lesen einmal
>> Daten verloren.
>
> Nur das man eine Magnetspur ggf. neu formatieren könnte, eine kaputte
> Flash-Speicherstelle aber nicht mehr.

Nein, da besteht kein Unterschied. Auf eine /defekte/ Magnetspur kann
man auch nichts schreiben, was man wieder lesen könnte. Mit Flash-Zellen
ist das genauso.

Ob der Datenverlust aber von einem Mediumdefekt ausgelöst wurde ist
nochmal eine ganz andere Frage. Es gibt auch statistische Datenfehler,
die einfach mit eine bestimmten Wahrscheinlichkeit auftreten. Auslöser
sind Domänenkipper bei Magnetischen Medien bzw. Ladungsabfluss bei Flash.

Ein solcher Fall wäre kein Grund, das Laufwerk als defekt zu betrachten,
da die Wahrscheinlichkeit für weitere Fehler dadurch nicht erhöht ist.
Die Defekte wurde durch einfaches Überschreiben, z.B. mit dem Backup,
verschwinden.
Nur die Firmware kann den einen von dem anderen Fall unterscheiden -
wenn überhaupt. Aber sie würde auch bei technisch defekten
Speicherzellen nicht aufgeben, sondern diese schlicht nicht mehr
verwenden. Nur ist es bei technisch defekten Zellen wahrscheinlicher,
dass weitere folgen.

Insofern hat die Firmware aus ihrer Sich schon sinnvoll gehandelt, indem
sie das Gerät als Ganzes nicht als defekt betrachtet.
Den Nutzer nervt es natürlich trotzdem, wenn seine Daten weg sind. Und
das Vertrauen erhöht das auch nicht. Nur ist man eben auch kilometerweit
von einer repräsentativen Stichprobe entfernt.


>> Was steht in der Spezifikation deiner SSD?
>
> Ist da nicht allein die Frage schon nutzlos? Denn...
>
>> Leider verloren. Bei Smart RAW-Werten kann jeder machen was er will. Und

Das mit den Raw-Werten hat damit aber jetzt nichts zu tun. Das ist
einfach nur eine technische Fehlinterpretation beim Auslesen.


>> Spezifikationsgemäß ist halt OK.
>>
>> Wenn ich es richtig sehe, hat Samsung gar keine Fehlerrate garantiert.
>> Damit sind sie fein raus.
>
> ... das erinnert mich doch sehr an den Fundamentalistisch-Physikalischen
> Ansatz
>
> "Dieses Produkt besteht zu 99% aus NICHTS, für den Dauerhaften Erhalt
> irgendeiner Produkteigenschaft kann daher nicht garantiert werden."
>
> Wenn man "Vaporware" wenigstens auch mit ebensolchen "Vapor-Euros"
> bezahlen könnte wäre alles gut. So wünsche ich den Erfindern dieser
> Windigkeiten manchmal die "Pest an den Hals" :-(

Naja, undefiniertes Verhalten schließt den Fall dass es funktioniert
bekanntenmaßen mit ein.

Und fairerweise muss man auch sagen, dass Samsung aus der Erfahrung
heraus als ein Hersteller mit noch der robustesten SSD in der
Consumer-Class gilt. Mehr bekommt man erst in der Klasse für Server,
dann aber mit einem erheblichen Vorfaktor im Preis.

Im Einzelfall heißt dass halt gar nicht. Jedes Laufwerk kann ausfallen
oder Daten verlieren, selbst die besten.

> "Wer nichts verspricht muß auch nichts halten" ist da doch wohl die
> Hinterlist, oder?

Hast Du schon jemals eine Versicherung abgeschlossen? In deren
Vertragbedingungen ist üblicherweise alles, was häufiger vorkommt,
ausgeschlossen. Sie zahlen dann natürlich meist trotzdem, um die
Reputation hoch zu halten. Nur wenn es zu teuer wird, bestehen sie auf
den Vertragsbedingugen. Dadurch bekommt man eine gute Reputation, weil
ja die Zahl der positiv entschiedenen Fälle ein Vielfaches höher ist,
ohne aber in Summe viel bezahlen zu müssen.

Das fällt alles in die Kategorie "solange der Kunde mitmacht".

Ich kaufe z.B. keine Festplatte, bei der mir der Hersteller nicht
wenigstens die wesentlichen für den Betrieb wichtigen Eigenschaften
zusichert.
Das bedeutet, dass mir kein Terabyte-Grab mit Fehlerrate größer 10^-15
in den Rechner kommt. Und ich will auch einen zugesicherten Wert für die
Zugriffszeit. Damit ist natürlich (mittlerweile) 90% vom Markt raus,
aber das ist ja gerade der Consumerschrott, den ich nicht haben will.
Selbst mit Backup nervt das nämlich erheblich. Und es ergibt auch keinen
Sinn, den doppelten Preis nebst dem doppelten Stromverbrauch für RAID zu
bezahlen. Der Aufpreis für die "besseren 10%" des Marktes ist nämlich
deutlich geringer.
In der Praxis bin ich damit bisher sehr gut gefahren. Ich habe fast noch
nie Datenverluste gehabt.

Bei SSDs ist die Sache nochmal etwas anders. Da sichert kaum einer eine
Fehlerrate zu. Das ist für eine SSD auch kein sonderlich repräsentativer
Faktor. Da wird TBW zugesichert, was im allgemeinen auch sinnvoll ist.
Und in der Disziplin sind die Samsung Pro eigentlich recht weit vorne,
vor allem, weil sie bei Tests auch noch ein Vielfaches davon überlebten.
Nur kann man daraus eben auch nicht schließen, dass es nie Datenverluste
gibt. Das ist immer nur Wahrscheinlichkeitsrechnung. Der Hersteller wägt
da eben ab, zwischen der mittleren Zuverlässigkeit einzelner Zellen und
zusätzlichen Zellen für robustere Fehlerkorrekturmechanismen.


Marcel

Marcel Mueller

unread,
Feb 14, 2021, 4:32:38 AM2/14/21
to
Am 13.02.21 um 12:57 schrieb Alexander Goetzenstein:
Dem ist so.
Das mache /jede/ SSD und auch jede Festplatte der letzten 30 Jahre.

Nur schützt das eben nicht vor Datenverlust. Wenn ein Block kaputt geht,
sind die Daten darin weg. Das Laufwerk muss folglich bei jedem
Lesezugriff darauf eine Lesefehler melden. Dieser Zustand nennt sich in
SMART "Pending sectors".
Erst wenn ein Schreibzugriff erfolgt, hat das Laufwerk wieder Daten, die
es beim Lesen ausliefern kann. Diese werden dann woanders abgelegt. Das
sind "Reallocated Sectors".

Ein Laufwerk mit Reallocated Sectors erscheint von außen als vollständig
fehlerfrei. Die Pending Sectors hingegen erzeugen erkennbare Lesefehler.
Aber in der Sache ist das derselbe Prozess. In einem Fall hat der
Benutzer halt den Datenverlust bestätigt.

Genau genommen, können Reallocated auch entstehen, ohne vorher Pending
zu sein. Und auch muss nicht jeder Pending zu Reallocated werden.
Möglicherweise ist nach dem Überschreiben ja wieder alles OK.
Die Firmwares nutzen diese Zähler aber üblicherweise für Lesefehler und
"überschriebene" Lesefehler. Das andere fällt bei SSDs unter Wear
Leveling Count.


Marcel

Rainer Knaepper

unread,
Feb 15, 2021, 6:05:55 PM2/15/21
to
use...@martinen.de (Kay Martinen) am 12.02.21 um 21:42:
> Am 12.02.21 um 19:05 schrieb Marcel Mueller:
>> Am 12.02.21 um 18:00 schrieb Arno Welzel:
>> ...
>> Naja, die meisten Hersteller schreiben in die Spezifikation, dass
>> Datenverluste zu einem bestimmten Anteil erwartungsgemäß sind.
>> Bei Festplatten aus der Holzklasse ist üblicherweise 1 Fehler pro
>> 10^14 Bits erlaubt. Bei einer 1TB Platte ist das alle 10-mal lesen
>> einmal Daten verloren.

> Nur das man eine Magnetspur ggf. neu formatieren könnte,

Mit dem Resultat, daß die in kürzester Zeit erneut Probleme macht.

Das war schon so, als Hersteller noch eine Liste der "bad blocks" auf
die Platten klebten. Solche Platten konnte man mit entsprechenden
Tools "sauber" bügeln - und kurz drauf waren die bad blocks erneut
unlesbar.


Rainer

--
Daten sind gasförmig. Sie nehmen binnen kürzester Zeit den
maximal verfügbaren Platz ein. Und nun die weniger gute
Nachricht: sie geben ihn nicht kampflos wieder her!
(Benedict Mangelsdorff in ger.ct)

Thorsten Albrecht

unread,
Feb 18, 2021, 5:23:26 PM2/18/21
to
On Sat, 13 Feb 2021 14:02:18 +0100, Arno Welzel wrote:

>Ba?ar Alabay:
Das wirst Du durch einen RMA sicherlich besser herausfinden als durch
diesen Thread. Bei 10 Jahren Garantie stufe ich die Chance für einen
Austausch allerdings als extrem hoch ein.

Thorsten

Rainer Knaepper

unread,
Feb 20, 2021, 6:14:16 AM2/20/21
to
use...@arnowelzel.de (Arno Welzel) am 12.02.21 um 18:00:

> Lustigerweise hat "Samsung Magician" gemeldet, dass die SSD noch
> vollkommen in Ordnung wäre, obwohl da die genannten SMART-Werte auf
> "fail" stehen.

Böse Zungen behaupten. diese Gesundheitstools der Hersteller seien
darauf ausgelegt, so lange "alles ok!" zu melden, bis keine
Gewährleistungsansprüche mehr bestehen. Einzige mir bekannte Ausnahme
(bei Drehplatten) war der DFT von IBM. Aber sowohl WD als auch Samsung
als auch Fujitsu als auch Seagate lieferten Software, bei denen man
erst dann Laufwerksfehler dokumentieren konnte, wenn sie beim
Oberflächentest abstürzten oder stundenlang an einer Stelle
hängenblieben. Haben die aber den Schreib-Lesetest irgendwie überlebt,
meldeten die halt "Alles super!"

DFT hingegen war gnadenlos und der summary Bildschirm war bei Fehlern
prächtig leuchtend rot. Leider meldete der bei Fremdfabrikaten nur
allgemeine Fehlernummern, bei IBM-Platten konnte der auch Details
anzeigen und Reparaturversuche durchführen. Haben wir aber nie
gemacht, denn danach war die Platte ja oft angeblich wieder ok und
kann nicht reklamiert werden. Nur fällt so ein Ding erfahrungsgemäß in
sehr absehbarer Zeit erneut aus.

Rainer

--
Macht doch einfach alle mal Urlaub, Ihr habt den dringend nötig.
(Tom Kurpjuweit in de.rec.fotografie)
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