Ist die Ladeschaltung für 3.6V Ni/Cd-Knopfzellenakkus auf alten 80386-Mainboards geeignet für drei in Reihe geschaltete 1.2V Microzellenakkus?

5 views
Skip to first unread message

eu_an...@web.de

unread,
Aug 25, 2017, 2:05:13 PM8/25/17
to
Hallo!

Aus Nostalgie möchte ich einen alten 80386er, den ich 1991
angeschafft habe, nochmal flott machen.

Der erste Satz im "Handbuch" der Hauptplatine lautet:
"Die CF-386/SJ8 Hauptplatine ist eine Hochleistungsgeschwindigkeitsplatine
die voll funktionell und maschinell dem IBM AT Standard entspricht."

Es läuft alles. Bis auf eine Sache:

Der Puffer-Akku, der da draufgelötet war, ist hinüber.
Ausgelaufen. Kaputt. Also muss man jedesmal, wenn man den Rechner
einschaltet, das BIOS neu einstellen.

Es handelt sich um folgenden Knopfzellenakku (drei Knopfzellen in
einem gemeinsamen Mantel übereinandergepackt) mit Lötfahnen:

VARTA
Ni/Cd
3/V60R
3.6V 60mAh
14h 6mA
051

Sieht in etwa aus wie der, der auf diesem Bild zu sehen ist:
<http://pc-restorer.com/wp-content/uploads/2013/11/cmos-battery-nicd1.jpg>

Ich habe diesen Akku nun vom Mainboard abgelötet und provisorisch
mal da, wo die Pluspol-Lötfahne war, die Male-Seite eines roten
1pin-Male-to-Female-Connector durch das Platinenloch gesteckt
und angelötet, und da, wo die Minuspol-Lötfahne war,
die Male-Seite eines schwarzen 1pin-Male-to-Female-Connector
durch das Platinenloch gesteckt und angelötet.

Mit "1pin-Male-to-Female-Connector" meine ich so ein Ding, wie
man es anschauen kann unter:
<http://tinkbox.ph/sites/tinkbox.ph/files/field/product/1pin%20male%20to%20female2.jpg>

Das habe ich getan, weil das alte Board leider keinen Anschluss
für eine normale (nicht aufladbare) Batterie hat.


Die Frage ist jetzt: Was kann ich als Ersatz nehmen für diesen
Akku?

Ich gehe davon aus, dass normale Batterien nicht gehen - wegen
der Ladeschaltung auf dem Mainboard.

Kann ich da zB einfach drei Microzellen-Nickel-Cadmium-Akkus
à 1.2 Volt in einem Batteriefächlein hintereinandergeschaltet
anschließen?

Würde die Ladeschaltung für den Akku auf dem Mainboard das
mitmachen ohne dass das Mainboard kaputtgeht?

Würden die Akkus das mitmachen ohne kaputt zu gehen?

Wo/Wie kann ich mehr erfahren über die Ladeschaltungen auf solchen
Uralt-Mainboards?

Mit freundlichem Gruß

Ulrich

Marcel Mueller

unread,
Aug 25, 2017, 2:58:29 PM8/25/17
to
On 25.08.17 20.05, eu_an...@web.de wrote:
> Der Puffer-Akku, der da draufgelötet war, ist hinüber.
> Ausgelaufen.

Platine Reinigen, sonst zerfrisst es dir mit der Zeit die Leiterbahnen!

> Es handelt sich um folgenden Knopfzellenakku (drei Knopfzellen in
> einem gemeinsamen Mantel übereinandergepackt) mit Lötfahnen:
>
> VARTA
> Ni/Cd
> 3/V60R
> 3.6V 60mAh
> 14h 6mA
> 051

Standard-Zeug.

Hinreichend kompatible Akkus bekommst Du noch:
https://www.reichelt.de/Memopuffer/3-100-DKO/3/index.html?ARTICLE=2390
Reinbauen würde ich die allerdings nicht. Früher oder später ereilt die
dasselbe Problem.

> Die Frage ist jetzt: Was kann ich als Ersatz nehmen für diesen
> Akku?

CR2032
Sind nur 3V, wird aber funktionieren.
Du musst nur die Ladeschaltung desinfizieren.


> Ich gehe davon aus, dass normale Batterien nicht gehen - wegen
> der Ladeschaltung auf dem Mainboard.

Die kann man desinfizieren.

Üblicherweise gehen zum Pluspol des Akkus Dioden und/oder Widerstände.
Den Widerstand, der in reihe zu einer Diode nach +5V geht, musst Du
unterbrechen (Messer durch die Leiterbahn), dann geht es.

> Kann ich da zB einfach drei Microzellen-Nickel-Cadmium-Akkus
> à 1.2 Volt in einem Batteriefächlein hintereinandergeschaltet
> anschließen?

Wenn Du Muße hasst...
Aber siehe oben.


> Würde die Ladeschaltung für den Akku auf dem Mainboard das
> mitmachen ohne dass das Mainboard kaputtgeht?

Da geht nichts kaputt.


> Würden die Akkus das mitmachen ohne kaputt zu gehen?

Eine endliche Zeit, ja.


> Wo/Wie kann ich mehr erfahren über die Ladeschaltungen auf solchen
> Uralt-Mainboards?

Das ist mehr oder minder immer dasselbe. Einige Dioden und ein Widerstand.

Eine Diode vom Akku zur RTC/CMOS-RAM. Üblicherweise eine weitere Diode
von +5V zu selbigem Chip, damit die Kiste im Betrieb auf 5V hoch kommt.
und dann nochmal Diode und Widerstand in Reihe vom Akku zu +5V für den
Ladestrom. Mehr ist da nicht.

Wenn Du rotzfrech bist, kannst Du auch den Ladewiderstand durch einen
signifikant größeren ersetzen. Auch Batterien kann man in grenzen Laden.
Man sollte es allerdings nicht übertreiben, sonst geht es drastisch auf
die Lebensdauer.


Marcel

Rainer Knaepper

unread,
Aug 26, 2017, 10:46:47 AM8/26/17
to
eu_an...@web.de am 25.08.17 um 11:05:

> Kann ich da zB einfach drei Microzellen-Nickel-Cadmium-Akkus
> à 1.2 Volt in einem Batteriefächlein hintereinandergeschaltet
> anschließen?

Ja.

NiMh geht auch. Irgendwann werden auch die kaputtgeladen, aber wenn
der Rechner nicht im Dauerbetrieb läuft oder jahrelang eingelagert
wird, wird's eine Weile halten.

Rainer

--
Die Boulevardmedien haben genug damit zu tun, Fremdenhass
zu schüren und danach scheinheilig Nazis und anderes Gesocks
als Asylgegner zu verharmlosen. (Jörg Tewes in ct.ger)

Gerrit Heitsch

unread,
Aug 26, 2017, 1:00:37 PM8/26/17
to
On 08/25/2017 08:58 PM, Marcel Mueller wrote:
> On 25.08.17 20.05, eu_an...@web.de wrote:
>> Der Puffer-Akku, der da draufgelötet war, ist hinüber.
>> Ausgelaufen.
>
> Platine Reinigen, sonst zerfrisst es dir mit der Zeit die Leiterbahnen!

Ja, das ist SEHR wichtig. Im Akku ist Kalilauge, also erst mit etwas
Säure (Essig z.B.) neutralisieren und dann mit viel Wasser abspülen.
Danach gut trocknen lassen.


>> Es handelt sich um folgenden Knopfzellenakku (drei Knopfzellen in
>> einem gemeinsamen Mantel übereinandergepackt) mit Lötfahnen:
>>
>> VARTA
>> Ni/Cd
>> 3/V60R
>> 3.6V 60mAh
>> 14h 6mA
>> 051
>
> Standard-Zeug.
>
> Hinreichend kompatible Akkus bekommst Du noch:
> https://www.reichelt.de/Memopuffer/3-100-DKO/3/index.html?ARTICLE=2390
> Reinbauen würde ich die allerdings nicht. Früher oder später ereilt die
> dasselbe Problem.
>
>> Die Frage ist jetzt: Was kann ich als Ersatz nehmen für diesen
>> Akku?
>
> CR2032
> Sind nur 3V, wird aber funktionieren.
> Du musst nur die Ladeschaltung desinfizieren.

Oder eine 1N4148 in Reihe zur CR2032 schalten. Typischerweise reicht das
um eine Ladung zu verhindern und korrekte Funktion sicherzustellen.

Gerrit


Marcel Mueller

unread,
Aug 27, 2017, 9:50:21 AM8/27/17
to
On 26.08.17 19.00, Gerrit Heitsch wrote:
> On 08/25/2017 08:58 PM, Marcel Mueller wrote:
>> On 25.08.17 20.05, eu_an...@web.de wrote:
>>> Der Puffer-Akku, der da draufgelötet war, ist hinüber.
>>> Ausgelaufen.
>>
>> Platine Reinigen, sonst zerfrisst es dir mit der Zeit die Leiterbahnen!
>
> Ja, das ist SEHR wichtig. Im Akku ist Kalilauge, also erst mit etwas
> Säure (Essig z.B.) neutralisieren und dann mit viel Wasser abspülen.
> Danach gut trocknen lassen.

Naja, /viel/ Wasser würde ich jetzt nicht nehmen. Wer weiß wo das dann
überall drin hängt und nie wieder raus kommt. Aber ansonsten passt die
Prozedur schon.

Als Säure eignet sich im übrigen auch einfaches, spritziges
Mineralwasser. Das neutralisiert das bisschen Kalilauge auch und hat
nebenbei den Vorteil, nicht ausgespült werden zu müssen, da sich die
Kohlensäure unter Abgabe von etwas CO2 nach kurzer Zeit von alleine
desintegriert.


>> CR2032
>> Sind nur 3V, wird aber funktionieren.
>> Du musst nur die Ladeschaltung desinfizieren.
>
> Oder eine 1N4148 in Reihe zur CR2032 schalten. Typischerweise reicht das
> um eine Ladung zu verhindern und korrekte Funktion sicherzustellen.

Da ist aber schon eine drin. Und mit zwei Stück wird es bei CR2032 dann
doch recht knapp mit der Spannung. Auch wenn die Dioden bei den geringen
Strömen eher 0,4V Spannungsabfall haben.


Marcel

Gerrit Heitsch

unread,
Aug 27, 2017, 10:18:39 AM8/27/17
to
On 08/27/2017 03:50 PM, Marcel Mueller wrote:
> On 26.08.17 19.00, Gerrit Heitsch wrote:
>> On 08/25/2017 08:58 PM, Marcel Mueller wrote:
>>> On 25.08.17 20.05, eu_an...@web.de wrote:
>>>> Der Puffer-Akku, der da draufgelötet war, ist hinüber.
>>>> Ausgelaufen.
>>>
>>> Platine Reinigen, sonst zerfrisst es dir mit der Zeit die Leiterbahnen!
>>
>> Ja, das ist SEHR wichtig. Im Akku ist Kalilauge, also erst mit etwas
>> Säure (Essig z.B.) neutralisieren und dann mit viel Wasser abspülen.
>> Danach gut trocknen lassen.
>
> Naja, /viel/ Wasser würde ich jetzt nicht nehmen. Wer weiß wo das dann
> überall drin hängt und nie wieder raus kommt. Aber ansonsten passt die
> Prozedur schon.

Es gibt Leute die waschen ihre Platinen, die sie reinigen wollen in der
Spülmaschine... Natürlich nicht das volle Programm mit viel Spülmittel.
Das trocknet dann schon wieder. Was gesockelt ist muss vorher natürlich
runter und man sollte dem ganzen mindestens eine Woche an einem warmen
Platz zum Trocknen geben.


> Als Säure eignet sich im übrigen auch einfaches, spritziges
> Mineralwasser. Das neutralisiert das bisschen Kalilauge auch und hat
> nebenbei den Vorteil, nicht ausgespült werden zu müssen, da sich die
> Kohlensäure unter Abgabe von etwas CO2 nach kurzer Zeit von alleine
> desintegriert.

Man sollte das in dem Fall entstandene Kaliumcarbonat aber trotzdem
abspülen. Denn sobald Wasser dazukommt bildet sich
Kaliumhydrogenkarbonat und Kalilauge, und letzteres wollte man ja
eigentlich loswerden.

Gerrit

Marcel Mueller

unread,
Aug 27, 2017, 11:48:04 AM8/27/17
to
On 27.08.17 16.18, Gerrit Heitsch wrote:
> Es gibt Leute die waschen ihre Platinen, die sie reinigen wollen in der
> Spülmaschine... Natürlich nicht das volle Programm mit viel Spülmittel.
> Das trocknet dann schon wieder. Was gesockelt ist muss vorher natürlich
> runter und man sollte dem ganzen mindestens eine Woche an einem warmen
> Platz zum Trocknen geben.

Das kann man machen, muss man aber nicht. Gerade Steckverbinder
korrodieren danach gerne mal langfristig. Und ob man das Wasser
überhaupt noch mit vertretbarem Aufwand aus den Ritzen des CPU-Sockels
bekommt, ist fraglich.


>> Als Säure eignet sich im übrigen auch einfaches, spritziges
>> Mineralwasser. Das neutralisiert das bisschen Kalilauge auch und hat
>> nebenbei den Vorteil, nicht ausgespült werden zu müssen, da sich die
>> Kohlensäure unter Abgabe von etwas CO2 nach kurzer Zeit von alleine
>> desintegriert.
>
> Man sollte das in dem Fall entstandene Kaliumcarbonat aber trotzdem
> abspülen. Denn sobald Wasser dazukommt bildet sich
> Kaliumhydrogenkarbonat und Kalilauge, und letzteres wollte man ja
> eigentlich loswerden.

Bei dem Verdünnungsgrad von Mineralwasser lässt sich das kaum
verhindern. ;-)


Marcel

Ulrich D i e z

unread,
Aug 28, 2017, 9:20:29 AM8/28/17
to
Besten Dank an Marcel Mueller und Gerrit Heitsch!

Das Handwerkliche, also das Ablöten des alten Akku und das
Reinigen der Platine und das Anlöten der neuen Kontakte und
das erneute Reinigen der Platine war zum Zeitpunkt des
Abschickens meines letzten Postings bereits erledigt.

Der alte Rechner ist inzwischen wieder zusammengeschraubt,
und läuft.

Im Moment benutze ich ihn grade, um unter PC-Pine dieses Posting
zu schreiben, und abgesehen davon, dass ich den alten Röhrenmonitor
von früher nicht mehr habe, sondern einen 16:9-Acer-Monitor benutze,
der auch einen VGA-Eingang hat, fühle ich mich in meine Jugend
zurück versetzt. ;-)

Nur weiss ich leider immer noch nicht genauer über die Akkus
bzw die Ladeschaltung bescheid, und habe deshalb noch nichts
unternommen, was wiederum (erwartungsgemäß) mit sich bringt,
dass ohne Akku ca 20 Minuten nach Ausschalten des Rechners die
BIOS-Einstellungen weg sind.

Mir ist zwar klar, dass ich zB einen 3.6V-Akku von Varta bei reichelt.de
bestellen kann.

Aber ich würde gerne wissen, ob die Sache genau so gut funktioniert
-- also auch das Aufladen des/der Akkus während der Rechner läuft
bzw das AT-Netzteil des Rechners läuft --, wenn ich drei 1.2V-AAA-Akkus
(Microzellenakkus) hintereinandergeschaltet in ein Batteriefach packe
und das dann dort anschließe, wo vorher der 3.6V-Akku war.

ZB weiss ich nicht, wie sich der Ladevorgang von 1.2V-AAA-Akkus in
einem normalen Ladegerät vom Ladevorgang von 3.6V-Akkus auf
alten Mainboards unterscheidet, was unter anderem daran liegt, dass ich
über beide Ladevorgänge so gut wie gar nichts weiss.

Wenn das ginge, hätte es den Vorteil, dass ich die AAA-Akkus
herausnehmen und anderweitig verwenden kann, und nur in solchen
Phasen welche einsetzen brauche, in denen ich den alten Rechner
öfter benutze, sodass es nervt, jedesmal beim Hochfahren erst ins
BIOS/CMOS-Setup zu gehen ...

Gruß

Ulrich

Rainer Knaepper

unread,
Aug 28, 2017, 6:03:06 PM8/28/17
to
ud.usenetco...@web.de (Ulrich D i e z) am 28.08.17 um 15:20:

> Aber ich würde gerne wissen, ob die Sache genau so gut funktioniert
> -- also auch das Aufladen des/der Akkus während der Rechner läuft
> bzw das AT-Netzteil des Rechners läuft --, wenn ich drei
> 1.2V-AAA-Akkus (Microzellenakkus) hintereinandergeschaltet in ein
> Batteriefach packe und das dann dort anschließe, wo vorher der
> 3.6V-Akku war.

Was war an meinem "Ja" in Msg-ID: E7cr6...@smial.prima.de
unverständlich?

Rainer

--
Was viele zu vergessen scheinen: Demokratie ist nur selten eine
Werbung für Demokratie. Andere Systeme sind Werbung für Demokratie.
(Lars Fischer, Fischblog)

Ulrich D i e z

unread,
Aug 30, 2017, 2:41:38 PM8/30/17
to
"Rainer Knaepper" schrieb:

> Was war an meinem "Ja" in Msg-ID: E7cr6...@smial.prima.de
> unverständlich?

Das besagte Posting ist vom nntp-Server nicht an meinen Client übertragen
worden. Werde nachher Ursachenforschung betreiben.
Reply all
Reply to author
Forward
0 new messages