Gerhard Eichberger <
Gerhard.E...@blackbox.net> wrote:
> Ich habe noch unser altes (wahrscheinlich röhrenbetriebenes)
> Tonbandgerät (Hornyphon Magnetophon mit eingebautem Lautsprecher),
> aber es ist schon lange kaputt. (Ich weiß nicht, was defekt ist,
> aber es tut sich nichts, wenn man es einschaltet - das magische
> Band beginnt auch nach mehreren Minuten nicht zu leuchten.)
Wenn sich gar nichts tut, ist vielleicht nur die Hauptsicherung kaputt.
Ansonsten hilft bei Röhrengeräten oft einfach ein Röhrentausch. Aber
das alles sollte ein Fachmann machen/prüfen.
> Ich habe noch die alten Tonbänder, die meine Mutter und auch ich
> seinerzeit aufgenommen haben, und zwar mono (zwei Spuren mit
> unterschiedlichen Aufnahmen pro Seite des Tonbandes). Darauf befinden
> sich zum Teil Aufnahmen von der Familie von Familientreffen, zum Teil
> aber auch der Ton von Fernsehsendungen (z. B. vom "Villacher Fasching"
> und von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht"). Da unser
> damaliger Schwarzweiß- Fernsehapparat keinen Tonausgang hatte, haben
> wir die Fernsehsendungen mit dem Tonbandgerät und dem mitgelieferten
> Mikrofon, das wir vor dem Lautsprecher des Fernsehers plazierten,
> aufgenommen. Es sind auch einige Aufnahmen von verlorengegangenen
> Schallplatten (z. B. das Lied "Der Schrankenwärter" [oder wie das
> geheißen hat] von der Band DIE 3 SPITZBUBEN und auch ein Lied über
> Langenlois von derselben Band) drauf.
Wegen der Aufnahmen von verschollenen Schallplatten würde ich bei
Youtube suchen und mir wegen der Bänder keinen Stress machen. Die
Aufnahmen von den Familientreffen sind natürlich eine andere Sache.
> Diese Tonbänder würde ich gerne auf den PC überspielen.
> Ein Freund hat ein noch funktionierendes Tonbandgerät (Revox B 77).
> Er sagt, damit kann man meine Tonbänder nicht überspielen, weil es
> diese Geschwindigkeiten nicht hat; sein Tonbandgerät kann nur mit
> 9,5 und mit 19 laufen.
Wenn die Revox einen normalen Tonkopf hat, kann man die Bänder schon
überspielen. Es gab auch Modelle mit Schmetterlingskopf, die wurden
m.W. beim Rundfunk benutzt, aber ich glaube, das waren die Modelle,
die mit 38 cm/s liefen. Bin aber kein Experte dafür. Kann sein, dass
es diese Köpfe nur als Extraausstattung gab.
> Weiters meint er, daß meine Bänder auf seine Revox nicht passen, und
> außerdem hat er keinen Computer mehr (nur mehr ein Smartphone) und will
> seine Revox nicht zu mir schleppen, weil sie in seiner Musikanlage
> zuhause eingebaut ist.)
Wenn Deine Spulen die normale Dreizackaufnahme haben, sollten sie auf
die Revox passen. Den Adapter für die NAB(?)-Aufnahme an der B77 kann
man abnehmen, der sitzt auch nur auf einem normalen Dreizack.
Allerdings frage ich mich, warum er seine Revox zu Dir schleppen soll?
Es wäre doch viel einfacher, wenn Du mit Deinen Bändern zu ihm gehst.
Laptop mitnehmen und aufnehmen.
> Ich denke mir, man könnte die Tonbänder mit seiner Revox mit 9,5
> auf einen PC überspielen und dann mit einem geeigneten Programm
> jene Teile, die mit 4,75 aufgenommen sind, so anpassen, daß sie
> korrekt klingen.
Ja, sollte funktionieren. Verschiedene Geschwindigkeiten hatten bei
Tonbandgeräten teilweise aber auch eine unterschiedliche Entzerrung.
Das müsste man ggfalls ebenfalls anpassen.
> Mein Magnetophon reparieren zu lassen, wäre auch eine Möglichkeit,
> aber ich kann es nicht an den PC anschließen, weil das Magnetophon
> (soweit ich weiß) nur zwei Q-Stecker als Ausgang hat (der eine ist
> mit "Zus. Lsp." und der andere mit "Ton Aus" beschriftet) und ich
> nicht weiß, ob es einen Adapter von Q auf Klinke gibt. (Außerdem
> weiß ich nicht, welche Firma sowas noch reparieren kann und was die
> Reparatur kostet.)
Q-Stecker kenne ich nicht. Ganz früher hatten Audio-Geräte 4mm-Buchsen
für die Ein- und Ausgänge, z.B. so etwas:
https://www.welt-der-alten-radios.de/files/stecker3.jpg
Falls es der nicht ist, schau z.B. mal auf dieser Seite, ob Du da den
Anschluss findest:
https://www.welt-der-alten-radios.de/r--z-stecker-buchsen-263.html
> Meine Fragen daher:
> 1.) Kann man meine Tonbänder mit der Revox überspielen?
Grundsätzlich ja, siehe oben.
> 2.) Mit welchem Programm kann man die Geschwindigkeit anpassen?
Keine Ahnung, sorry.
> 3.) Was könnte die Reparatur meines Magnetophons kosten?
Das Problem dürfte sein, jemanden zu finden, der das heute noch kann
oder macht.
> 4.) Gibt es überhaupt einen Adapter von Q auf Klinke?
Vermutlich ja, siehe oben.
Ich würde Dir aber einen ganz anderen Weg vorschlagen: Es gibt
Dienstleister, die solche Überspielungen von alten Bändern auf aktuelle
Medien übernehmen (auch von alten Videokassetten). Das ist vermutlich
günstiger als eine Reparatur Deines Geräts.
Falls Du es doch selbst machen will: schau mal bei Ebay, o.ä. ob Du ein
gebrauchtes Tonbandgerät mit den passenden Geschwindigkeiten ergattern
kannst. Es muss ja keine Revox sein. Ein Grundig oder Uher sind für den
Hausgebrauch einwandfrei. Dein altes Gerät nicht wegwerfen, alte
Röhrengeräte sind bei Sammlern beliebt und gut bezahlt.
Gruß
Martin