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Tonbänder auf PC überspielen?

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Gerhard Eichberger

unread,
Nov 21, 2020, 9:19:45 PM11/21/20
to
Gerhard Eichberger


Ich habe noch unser altes (wahrscheinlich röhrenbetriebenes) Tonbandgerät
(Hornyphon Magnetophon mit eingebautem Lautsprecher), aber es ist schon
lange kaputt. (Ich weiß nicht, was defekt ist, aber es tut sich nichts, wenn
man es einschaltet - das magische Band beginnt auch nach mehreren
Minuten nicht zu leuchten.) Dieses Gerät kann Tonbänder mit 4,75 oder mit
9,5 (U/min?) aufnehmen und wiedergeben. Das Gerät hat vier Spuren (zwei
pro Laufrichtung). Aufnehmen kann es nur mono, wiedergeben (bei
Anschluß eines als Zubehör erhätlichem Lautsprechers) auch Stereo;
außerdem könnte man damit auch einen als Zubehör erhältlichen
Diaprojektor steuern. Es gibt einen Spurwahlschalter, der folgende drei
Einstellungen hat: 1-4, 2-3, PAR.

Ich habe noch die alten Tonbänder, die meine Mutter und auch ich seinerzeit
aufgenommen haben, und zwar mono (zwei Spuren mit unterschiedlichen
Aufnahmen pro Seite des Tonbandes). Darauf befinden sich zum Teil
Aufnahmen von der Familie von Familientreffen, zum Teil aber auch der Ton
von Fernsehsendungen (z. B. vom "Villacher Fasching" und von "Mainz bleibt
Mainz, wie es singt und lacht"). Da unser damaliger Schwarzweiß-
Fernsehapparat keinen Tonausgang hatte, haben wir die Fernsehsendungen
mit dem Tonbandgerät und dem mitgelieferten Mikrofon, das wir vor dem
Lautsprecher des Fernsehers plazierten, aufgenommen. Es sind auch einige
Aufnahmen von verlorengegangenen Schallplatten (z. B. das Lied
"Der Schrankenwärter" [oder wie das geheißen hat] von der Band
DIE 3 SPITZBUBEN und auch ein Lied über Langenlois von derselben Band)
drauf. Die Tonbänder sind alle mono bespielt, also auf jeder der zwei Spuren
jeder Seite sind verschiedene Lieder. Die Geschwindigkeit der Bänder ist
natürlich 4,75 oder 9,5 - teilweise wird auf demselben Band mittendrin die
Geschwindigkeit mehrmals gewechselt.

Diese Tonbänder würde ich gerne auf den PC überspielen.

Ein Freund hat ein noch funktionierendes Tonbandgerät (Revox B 77). Er
sagt, damit kann man meine Tonbänder nicht überspielen, weil es diese
Geschwindigkeiten nicht hat; sein Tonbandgerät kann nur mit 9,5 und mit 19
laufen. Weiters meint er, daß meine Bänder auf seine Revox nicht passen,
und außerdem hat er keinen Computer mehr (nur mehr ein Smartphone) und
will seine Revox nicht zu mir schleppen, weil sie in seiner Musikanlage
zuhause eingebaut ist.)

Ich denke mir, man könnte die Tonbänder mit seiner Revox mit 9,5 auf einen
PC überspielen und dann mit einem geeigneten Programm jene Teile, die mit
4,75 aufgenommen sind, so anpassen, daß sie korrekt klingen.

Mein Magnetophon reparieren zu lassen, wäre auch eine Möglichkeit, aber
ich kann es nicht an den PC anschließen, weil das Magnetophon (soweit ich
weiß) nur zwei Q-Stecker als Ausgang hat (der eine ist mit "Zus. Lsp." und
der andere mit "Ton Aus" beschriftet) und ich nicht weiß, ob es einen
Adapter von Q auf Klinke gibt. (Außerdem weiß ich nicht, welche Firma
sowas noch reparieren kann und was die Reparatur kostet.)

Meine Fragen daher:

1.) Kann man meine Tonbänder mit der Revox überspielen?
2.) Mit welchem Programm kann man die Geschwindigkeit anpassen?
3.) Was könnte die Reparatur meines Magnetophons kosten?
4.) Gibt es überhaupt einen Adapter von Q auf Klinke?

Wie ich dem Internet entnehme, war Hornyphon ein Markenname von der
Firma Radiowerk Horny aus Wien und wurde später von Philips
übernommen:
https://regiowiki.at/wiki/Radiowerk_Horny

Magnetophon hingegen war eine Bezeichnung für Tonbandgeräte von AEG
https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetophon

Kann mir hier jemand meine Fragen beantworten?


Gerhard

Bernd Mayer

unread,
Nov 22, 2020, 1:05:15 AM11/22/20
to
Am 22.11.20 um 03:19 schrieb Gerhard Eichberger:
>
> Ich habe noch unser altes (wahrscheinlich röhrenbetriebenes) Tonbandgerät
> (Hornyphon Magnetophon mit eingebautem Lautsprecher), aber es ist schon
> lange kaputt. (Ich weiß nicht, was defekt ist, aber es tut sich nichts, wenn
> man es einschaltet - das magische Band beginnt auch nach mehreren
> Minuten nicht zu leuchten.) Dieses Gerät kann Tonbänder mit 4,75 oder mit
> 9,5 (U/min?) aufnehmen und wiedergeben. Das Gerät hat vier Spuren (zwei
> pro Laufrichtung). Aufnehmen kann es nur mono, wiedergeben (bei
> Anschluß eines als Zubehör erhätlichem Lautsprechers) auch Stereo;
> außerdem könnte man damit auch einen als Zubehör erhältlichen
> Diaprojektor steuern. Es gibt einen Spurwahlschalter, der folgende drei
> Einstellungen hat: 1-4, 2-3, PAR.
>
> Ich habe noch die alten Tonbänder, die meine Mutter und auch ich seinerzeit
> aufgenommen haben, und zwar mono (zwei Spuren mit unterschiedlichen
> Aufnahmen pro Seite des Tonbandes). > Die Geschwindigkeit der Bänder ist
> natürlich 4,75 oder 9,5 - teilweise wird auf demselben Band mittendrin die
> Geschwindigkeit mehrmals gewechselt.
>
> Diese Tonbänder würde ich gerne auf den PC überspielen.
>
> Ein Freund hat ein noch funktionierendes Tonbandgerät (Revox B 77). Er
> sagt, damit kann man meine Tonbänder nicht überspielen, weil es diese
> Geschwindigkeiten nicht hat; sein Tonbandgerät kann nur mit 9,5 und mit 19
> laufen.

> Ich denke mir, man könnte die Tonbänder mit seiner Revox mit 9,5 auf einen
> PC überspielen und dann mit einem geeigneten Programm jene Teile, die mit
> 4,75 aufgenommen sind, so anpassen, daß sie korrekt klingen.
>
> Mein Magnetophon reparieren zu lassen, wäre auch eine Möglichkeit,
>
> 1.) Kann man meine Tonbänder mit der Revox überspielen?
> 2.) Mit welchem Programm kann man die Geschwindigkeit anpassen?
> 3.) Was könnte die Reparatur meines Magnetophons kosten?
> 4.) Gibt es überhaupt einen Adapter von Q auf Klinke?
>
Hallo,

das Ganze wäre ein *Riesenaufwand*!

Pro Aufnahmestunde muss man mit mehreren Stunden Arbeit rechnen und als
Ergebnis hätte man dennoch kein gute Audioqualität. Durch die
Geschwindigkeitswechsel mitten im Band steigt der Aufwand zusätzlich.

Falls Du die Zeit dafür hast und die Sachkenntnis und hochmotiviert
bist, dann besorg Dir ein passendes Tonbandgerät und mach es selbst.

Wenn Du es von jemanden anderem machen läßt dann überlege wieviel Dir
die Aufnahmen tatsächlich wert sind bei korrekter Vergütung.


Bernd Mayer

olaf

unread,
Nov 22, 2020, 1:30:02 AM11/22/20
to
Gerhard Eichberger <Gerhard.E...@blackbox.net> wrote:

>Ich denke mir, man könnte die Tonbänder mit seiner Revox mit 9,5 auf einen
>PC überspielen und dann mit einem geeigneten Programm jene Teile, die mit
>4,75 aufgenommen sind, so anpassen, daß sie korrekt klingen.

Ich hab keine Ahnung von dieser Opatechnik, wenn die Baender
mechanisch passen und die Spurlagen und breite der Koepfe stimmten
dann wuerde etwas wie Geraeusche rauskommen. Allerdings waeren die
Frequenzen auch doppelt so hoch. Das bedeutet das hohe Frequenzen
verloren gehen wuerden weil sie der Uebertragungskanal nicht
kann. Allerdings sind die bei 50Jahre alten Baendern sowieso schon
weg.
Die Software muesste die Frequenzen wieder runtermischen. Das ist
machbar, aber erstaunlich komplex.

>3.) Was könnte die Reparatur meines Magnetophons kosten?

Vermutlich 10x mehr wie der kauf eines funktionierenden Geraetes bei Ebay.

>4.) Gibt es überhaupt einen Adapter von Q auf Klinke?

Man kann da alles adaptieren. Ich weiss nicht was du mit Q
meinst. Frueher waren DIN-Buchsen mit etwa 100mV Pegel ueblich. Heute
sind es Cinch mit 1-2V. Da ist adaptieren nur eine Frage des kabels
loeten. Wenn du nur Ausgaenge fuer externen Lautsprecher hast dann
sollte das auch gehen, halt den Lautstaerkeregler auf leise stellen,
notfalls noch zwei widerstaende einbauen.

Am sinnvollsten ist es vermutlich du machst dich auf in die
gefaehrliche Welt des Internets, findest ein Forum fuer Anbeter alter
Tonbandtechnik und fragst dort mal nett ob dir jemand deine Baender
schnell auf SD-Karte ueberspielt. Die haben dort ja alle
funktionierende Technik zu hause und wissen nicht mehr so direkt was
sie damit machen sollen und freuen sich bestimmt mal jemanden kurz
helfen zu koennen. Meine DATs stehen meistens auch nur rum. :)

Olaf

Klaus Butzmann

unread,
Nov 22, 2020, 8:36:59 AM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 03:19 schrieb Gerhard Eichberger:

> Ein Freund hat ein noch funktionierendes Tonbandgerät (Revox B 77). Er
> sagt, damit kann man meine Tonbänder nicht überspielen, weil es diese
> Geschwindigkeiten nicht hat; sein Tonbandgerät kann nur mit 9,5 und mit 19
> laufen.
4,75 war bei Tonbandgeräten eher unüblich.

4,75 gabs beim Braun TG1000, Telefunken M3000/ M3002,
ein M3000 lag neulich vor mir im E-Schrott Container :-(


Butzo

Klaus Butzmann

unread,
Nov 22, 2020, 8:44:57 AM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 07:29 schrieb olaf:

> Vermutlich 10x mehr wie
Also Faktor 11 und ich hätte eher den Komperativ statt dem Positv
verwendet:-)


Butzo

Detlef Wirsing

unread,
Nov 22, 2020, 9:22:01 AM11/22/20
to
Klaus Butzmann schrieb:
Und ich hätte versucht zu vermeiden, einen Fehler mit zwei neuen zu
korrigieren:

Komparativ
statt des
;-)

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Wirsing

Lothar Planitzer

unread,
Nov 22, 2020, 9:27:02 AM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 14:36 schrieb Klaus Butzmann:
> Am 22.11.2020 um 03:19 schrieb Gerhard Eichberger:
>
>> Ein Freund hat ein noch funktionierendes Tonbandgerät (Revox B 77). Er
>> sagt, damit kann man meine Tonbänder nicht überspielen, weil es diese
>> Geschwindigkeiten nicht hat; sein Tonbandgerät kann nur mit 9,5 und
>> mit 19
>> laufen.
> 4,75 war bei Tonbandgeräten eher unüblich.

Das war gerade bei etwas teureren Geräten durchaus nicht unüblich. Mir
fallen auf Anhieb mehrere Geräte ein, die mit 4.75 betrieben werden
konnten z. B. Telefunken M75, Uher Variocord 263, Uher Royal (das konnte
sogar 2.4) Grundig TK 745, TK 845, TK 847 und sicher noch etliche andere.

Gruß LP


Lothar Planitzer

unread,
Nov 22, 2020, 9:31:37 AM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 03:19 schrieb Gerhard Eichberger:

> DIE 3 SPITZBUBEN und auch ein Lied über Langenlois von derselben Band)
> drauf. Die Tonbänder sind alle mono bespielt, also auf jeder der zwei Spuren
> jeder Seite sind verschiedene Lieder. Die Geschwindigkeit der Bänder ist
> natürlich 4,75 oder 9,5 - teilweise wird auf demselben Band mittendrin die
> Geschwindigkeit mehrmals gewechselt.
>
> Diese Tonbänder würde ich gerne auf den PC überspielen.


Hallo,

Das dürfte sich nur bei einmaligen und (persönlich) wertvollen Aufnahmen
wirklich lohnen. Ich hatte vor Jahren mal damit begonnen, ca.180 Stunden
Band-Aufnahmen du digitalisieren. Das habe ich allerdings bald
aufgegeben, weil der Zeitaufwand exobitant und das Ergebnis ziemlich
unbefriedigend war. Das dürfte bei Aufnahmen, die mit 4.75 cm/s
aufgenommen sind, noch extemer sein.
Ich habe hier immer noch das nötige Equpment mit div. Bandgeräten,
Audio-Interfaces und Adapter, aber diesen Tort würde ich mir nicht noch
einmal antun.
Wenn es sich um wirklich einmalige und unersetzliche Dokumente handelt
könnte man die Digitalisierung bei einschlägigen Anbietern erledigen
lassen, zB. hier: https://www.audioprojectstudio.de/index.html
Allerdings ist die Hörprobe hier
https://www.audioprojectstudio.de/digitalisierung.html nicht gerade
eine Empfehlung. Die bearbeitete Aufnahme enthält hörbare Artefakte und
erhebliche Verzerrungen. Da würde ich eine 1:1 Kopie bevorzugen, aber
das ist Geschmackssache. Es gibt mit Sicherheit auch noch andere Anbieter.

Gruß Lothar


Martin Klaiber

unread,
Nov 22, 2020, 9:42:01 AM11/22/20
to
Gerhard Eichberger <Gerhard.E...@blackbox.net> wrote:

> Ich habe noch unser altes (wahrscheinlich röhrenbetriebenes)
> Tonbandgerät (Hornyphon Magnetophon mit eingebautem Lautsprecher),
> aber es ist schon lange kaputt. (Ich weiß nicht, was defekt ist,
> aber es tut sich nichts, wenn man es einschaltet - das magische
> Band beginnt auch nach mehreren Minuten nicht zu leuchten.)

Wenn sich gar nichts tut, ist vielleicht nur die Hauptsicherung kaputt.
Ansonsten hilft bei Röhrengeräten oft einfach ein Röhrentausch. Aber
das alles sollte ein Fachmann machen/prüfen.

> Ich habe noch die alten Tonbänder, die meine Mutter und auch ich
> seinerzeit aufgenommen haben, und zwar mono (zwei Spuren mit
> unterschiedlichen Aufnahmen pro Seite des Tonbandes). Darauf befinden
> sich zum Teil Aufnahmen von der Familie von Familientreffen, zum Teil
> aber auch der Ton von Fernsehsendungen (z. B. vom "Villacher Fasching"
> und von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht"). Da unser
> damaliger Schwarzweiß- Fernsehapparat keinen Tonausgang hatte, haben
> wir die Fernsehsendungen mit dem Tonbandgerät und dem mitgelieferten
> Mikrofon, das wir vor dem Lautsprecher des Fernsehers plazierten,
> aufgenommen. Es sind auch einige Aufnahmen von verlorengegangenen
> Schallplatten (z. B. das Lied "Der Schrankenwärter" [oder wie das
> geheißen hat] von der Band DIE 3 SPITZBUBEN und auch ein Lied über
> Langenlois von derselben Band) drauf.

Wegen der Aufnahmen von verschollenen Schallplatten würde ich bei
Youtube suchen und mir wegen der Bänder keinen Stress machen. Die
Aufnahmen von den Familientreffen sind natürlich eine andere Sache.

> Diese Tonbänder würde ich gerne auf den PC überspielen.

> Ein Freund hat ein noch funktionierendes Tonbandgerät (Revox B 77).
> Er sagt, damit kann man meine Tonbänder nicht überspielen, weil es
> diese Geschwindigkeiten nicht hat; sein Tonbandgerät kann nur mit
> 9,5 und mit 19 laufen.

Wenn die Revox einen normalen Tonkopf hat, kann man die Bänder schon
überspielen. Es gab auch Modelle mit Schmetterlingskopf, die wurden
m.W. beim Rundfunk benutzt, aber ich glaube, das waren die Modelle,
die mit 38 cm/s liefen. Bin aber kein Experte dafür. Kann sein, dass
es diese Köpfe nur als Extraausstattung gab.

> Weiters meint er, daß meine Bänder auf seine Revox nicht passen, und
> außerdem hat er keinen Computer mehr (nur mehr ein Smartphone) und will
> seine Revox nicht zu mir schleppen, weil sie in seiner Musikanlage
> zuhause eingebaut ist.)

Wenn Deine Spulen die normale Dreizackaufnahme haben, sollten sie auf
die Revox passen. Den Adapter für die NAB(?)-Aufnahme an der B77 kann
man abnehmen, der sitzt auch nur auf einem normalen Dreizack.

Allerdings frage ich mich, warum er seine Revox zu Dir schleppen soll?
Es wäre doch viel einfacher, wenn Du mit Deinen Bändern zu ihm gehst.
Laptop mitnehmen und aufnehmen.

> Ich denke mir, man könnte die Tonbänder mit seiner Revox mit 9,5
> auf einen PC überspielen und dann mit einem geeigneten Programm
> jene Teile, die mit 4,75 aufgenommen sind, so anpassen, daß sie
> korrekt klingen.

Ja, sollte funktionieren. Verschiedene Geschwindigkeiten hatten bei
Tonbandgeräten teilweise aber auch eine unterschiedliche Entzerrung.
Das müsste man ggfalls ebenfalls anpassen.

> Mein Magnetophon reparieren zu lassen, wäre auch eine Möglichkeit,
> aber ich kann es nicht an den PC anschließen, weil das Magnetophon
> (soweit ich weiß) nur zwei Q-Stecker als Ausgang hat (der eine ist
> mit "Zus. Lsp." und der andere mit "Ton Aus" beschriftet) und ich
> nicht weiß, ob es einen Adapter von Q auf Klinke gibt. (Außerdem
> weiß ich nicht, welche Firma sowas noch reparieren kann und was die
> Reparatur kostet.)

Q-Stecker kenne ich nicht. Ganz früher hatten Audio-Geräte 4mm-Buchsen
für die Ein- und Ausgänge, z.B. so etwas:

https://www.welt-der-alten-radios.de/files/stecker3.jpg

Falls es der nicht ist, schau z.B. mal auf dieser Seite, ob Du da den
Anschluss findest:

https://www.welt-der-alten-radios.de/r--z-stecker-buchsen-263.html

> Meine Fragen daher:

> 1.) Kann man meine Tonbänder mit der Revox überspielen?

Grundsätzlich ja, siehe oben.

> 2.) Mit welchem Programm kann man die Geschwindigkeit anpassen?

Keine Ahnung, sorry.

> 3.) Was könnte die Reparatur meines Magnetophons kosten?

Das Problem dürfte sein, jemanden zu finden, der das heute noch kann
oder macht.

> 4.) Gibt es überhaupt einen Adapter von Q auf Klinke?

Vermutlich ja, siehe oben.

Ich würde Dir aber einen ganz anderen Weg vorschlagen: Es gibt
Dienstleister, die solche Überspielungen von alten Bändern auf aktuelle
Medien übernehmen (auch von alten Videokassetten). Das ist vermutlich
günstiger als eine Reparatur Deines Geräts.

Falls Du es doch selbst machen will: schau mal bei Ebay, o.ä. ob Du ein
gebrauchtes Tonbandgerät mit den passenden Geschwindigkeiten ergattern
kannst. Es muss ja keine Revox sein. Ein Grundig oder Uher sind für den
Hausgebrauch einwandfrei. Dein altes Gerät nicht wegwerfen, alte
Röhrengeräte sind bei Sammlern beliebt und gut bezahlt.

Gruß
Martin

Martin Klaiber

unread,
Nov 22, 2020, 9:42:01 AM11/22/20
to
Meine Eltern hatten ein Uher, weiß nicht mehr welches Modell. Das
hatte drei umschaltbare Geschwindigkeiten, darunter auch 4,75 cm/s.

Aber Du hast schon recht, 4,75 cm/s waren nicht so häufig wie die
beiden anderen Geschwindigkeiten.

Gruß
Martin

Başar Alabay

unread,
Nov 22, 2020, 9:43:06 AM11/22/20
to
Lothar Planitzer schrieb:

> Am 22.11.2020 um 03:19 schrieb Gerhard Eichberger:
>
>> DIE 3 SPITZBUBEN und auch ein Lied über Langenlois von derselben Band)
>> drauf. Die Tonbänder sind alle mono bespielt, also auf jeder der zwei Spuren
>> jeder Seite sind verschiedene Lieder. Die Geschwindigkeit der Bänder ist
>> natürlich 4,75 oder 9,5 - teilweise wird auf demselben Band mittendrin die
>> Geschwindigkeit mehrmals gewechselt.
>>
>> Diese Tonbänder würde ich gerne auf den PC überspielen.
>
> Hallo,
>
> Das dürfte sich nur bei einmaligen und (persönlich) wertvollen Aufnahmen
> wirklich lohnen. Ich hatte vor Jahren mal damit begonnen, ca.180 Stunden
> Band-Aufnahmen du digitalisieren. Das habe ich allerdings bald
> aufgegeben, weil der Zeitaufwand exobitant und das Ergebnis ziemlich
> unbefriedigend war. Das dürfte bei Aufnahmen, die mit 4.75 cm/s
> aufgenommen sind, noch extemer sein.

Ich hatte vor einigen Jahren alle Bänder, die ich noch habe,
digitalisiert. Mit einer Berolina Maschine. Ich hatte damals allen
Ernstes noch eine Ersatz-Berolina auf eBay für einen Euro geschossen,
falls meine eigene Originalmaschine die Grätsche machen sollte. Aber sie
lief. Sie lief, obwohl sie eigentlich in den 60er und 70er Jahren
betrieben wurde und dann 1993 (!) kurzzeitig noch auf der Bühne aktiv
war. Also, keine Ahnung, was das für Superriemen sind :-)

Mit einigen Bändern hatte ich Quietschprobleme, aber ansonsten lief das
ganz gut durch. Köpfe hatte ich vorher gereinigt. Ich hatte die
DIN-Anschlüsse per Adapter auf Cinch übersetzt und ging in ein altes
Audiointerface rein, um das Ganze mit Apple (Emagic) Logic auf einem Mac
aufzunehmen. Schnitt und Wandlung liefen dann auf dem Rechner.

Also, es geht. Aber man muß das entsprechende Gerät haben, die Köpfe
müssen sauber sein, die Bänder sollte vorab gespult werden.

Und ja, man muß es wollen. Allerdings weiß ich nicht mehr, welche
Geschwindigkeiten ich hatte. Es waren definitiv auch zwei.

B. Alabay

Klaus Butzmann

unread,
Nov 22, 2020, 9:45:36 AM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 15:21 schrieb Detlef Wirsing:

> Komparativ
> statt des
> ;-)
Yeah, got it :-)


Butzo

Michael Landenberger

unread,
Nov 22, 2020, 9:49:54 AM11/22/20
to
"olaf" schrieb am 22.11.2020 um 07:29:37:

> Ich hab keine Ahnung von dieser Opatechnik, wenn die Baender
> mechanisch passen und die Spurlagen und breite der Koepfe stimmten
> dann wuerde etwas wie Geraeusche rauskommen. Allerdings waeren die
> Frequenzen auch doppelt so hoch. Das bedeutet das hohe Frequenzen
> verloren gehen wuerden weil sie der Uebertragungskanal nicht
> kann. Allerdings sind die bei 50Jahre alten Baendern sowieso schon
> weg.
> Die Software muesste die Frequenzen wieder runtermischen. Das ist
> machbar, aber erstaunlich komplex.

Bei exakt Faktor 2 ist das gar nicht komplex. Mit 96,2 kHz Samplerate digital
aufnehmen, anschließend Samplerate auf 44,1 kHz halbieren [1], fertig.

[1] Ohne Resampling, versteht sich.

Das Resultat kann man dann noch an eine Repair-Suite seiner Wahl verfüttern.
Mit etwas Glück holt die auch aus scheinbar unbrauchbaren Aufnahmen noch etwas
durchaus Brauchbares heraus.

Gruß

Michael

olaf

unread,
Nov 22, 2020, 10:45:03 AM11/22/20
to
Ba??ar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:

>betrieben wurde und dann 1993 (!) kurzzeitig noch auf der Bühne aktiv
>war. Also, keine Ahnung, was das für Superriemen sind :-)

Bestimmt Leder von Hand zusammengenaeht. Erst mit dem Gummi ging es mit
der Welt bergab. :)

Olaf

Bernd Mayer

unread,
Nov 22, 2020, 11:00:06 AM11/22/20
to
Am 22.11.20 um 15:49 schrieb Michael Landenberger:
> "olaf" schrieb am 22.11.2020 um 07:29:37:
>
>> Ich hab keine Ahnung von dieser Opatechnik, wenn die Baender
>> mechanisch passen und die Spurlagen und breite der Koepfe stimmten
>> dann wuerde etwas wie Geraeusche rauskommen. Allerdings waeren die
>> Frequenzen auch doppelt so hoch. Das bedeutet das hohe Frequenzen
>> verloren gehen wuerden weil sie der Uebertragungskanal nicht
>> kann. Allerdings sind die bei 50Jahre alten Baendern sowieso schon
>> weg.
>> Die Software muesste die Frequenzen wieder runtermischen. Das ist
>> machbar, aber erstaunlich komplex.
>
> Bei exakt Faktor 2 ist das gar nicht komplex. Mit 96,2 kHz Samplerate digital
> aufnehmen, anschließend Samplerate auf 44,1 kHz halbieren [1], fertig.


Hallo,

haben die unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei Tonbändern nicht auch
noch unterschiedliche Entzerrungen bei Aufnahme und Wiedergabe?

https://genesis-audioline.de/technik/entzerrung/

Wenn man schneller abspielt, dann steigen auch die Wiedergabepegel und
es kann zu Übersteuerungen kommen.

Und wie Olaf erwähnt: aus 15 kHz wird bei doppelt so schnellem Abspielen
30 kHz und das kann nicht verarbeitet werden und beim runterskalieren
fehlen dann die Höhen. Bei Sprachaufnahmen ist das nicht weiter
tragisch, aber Musik wird dumpf.

Siehe auch:

http://www.tonkopie.de/tonbaender_digitalisieren.htm

"In der Software ist es möglich, das Tempo "nachträglich zu verdoppeln
oder auch zu halbieren. Wenn Sie also eine 4,75er Aufnahme haben,
besitzen aber nur ein Tonbandgerät mit 9,5 cm, so können Sie das Band
mit 9,5 abspielen und später mit der Software das Tempo halbieren. Es
kommt jedoch dabei zu deutlichen Qualitäts-Einbußen."

Alleine schon das Lagern verschlechtert die Qualität bei Tonbändern,
einmal wegen dem Magnetfeld der Erde und die Nachbar-Windungen
beeienflussen sich gegenseitig (Echos und Vorecho).

Bernd Mayer

Bernd Mayer

unread,
Nov 22, 2020, 11:14:25 AM11/22/20
to
Am 22.11.20 um 17:00 schrieb Bernd Mayer:
> Am 22.11.20 um 15:49 schrieb Michael Landenberger:
>> "olaf" schrieb am 22.11.2020 um 07:29:37:
>>
>>> Ich hab keine Ahnung von dieser Opatechnik, wenn die Baender
>>> mechanisch passen und die Spurlagen und breite der Koepfe stimmten
>>> dann wuerde etwas wie Geraeusche rauskommen. Allerdings waeren die
>>> Frequenzen auch doppelt so hoch. Das bedeutet das hohe Frequenzen
>>> verloren gehen wuerden weil sie der Uebertragungskanal nicht
>>> kann. Allerdings sind die bei 50Jahre alten Baendern sowieso schon
>>> weg.
>>> Die Software muesste die Frequenzen wieder runtermischen. Das ist
>>> machbar, aber erstaunlich komplex.
>>
>> Bei exakt Faktor 2 ist das gar nicht komplex. Mit 96,2 kHz Samplerate
>> digital
>> aufnehmen, anschließend Samplerate auf 44,1 kHz halbieren [1], fertig.
>
> haben die unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei Tonbändern nicht auch
> noch unterschiedliche Entzerrungen bei Aufnahme und Wiedergabe?
>
> https://genesis-audioline.de/technik/entzerrung/
>
>
> Alleine schon das Lagern verschlechtert die Qualität bei Tonbändern,
> einmal wegen dem Magnetfeld der Erde und die Nachbar-Windungen
> beeinflussen sich gegenseitig (Echos und Vorecho).
>

Nachtrag:

NAB/IEC-Entzerrung beim Tonband:
http://www.tonbandgeraetewerkstatt.sittingers.com/Tonbandger%C3%A4te_Wissenswertes.html#Entzerrungen

"Die Entzerrungen sind zudem auch noch bei jeder Geschwindigkeit anders."

Kopiereffekt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kopiereffekt


Bernd Mayer


Bernd Mayer

unread,
Nov 22, 2020, 11:33:50 AM11/22/20
to

>> 2.) Mit welchem Programm kann man die Geschwindigkeit anpassen?
>

Hallo,

Mit sox unter Linux geht das im batch-modus.
http://sox.sourceforge.net/

pitch/tempo effects

speed: Adjust pitch & tempo together

oder mit Audacity.
https://www.audacityteam.org/

https://manual.audacityteam.org/man/change_speed.html

Audacity taugt eh auch zum Aufnehmen.


Bernd Mayer






Gerald E:scher

unread,
Nov 22, 2020, 12:46:09 PM11/22/20
to
Martin Klaiber schrieb am 22/11/2020 15:26:

> Gerhard Eichberger <Gerhard.E...@blackbox.net> wrote:
>
>> Ich habe noch unser altes (wahrscheinlich röhrenbetriebenes)
>> Tonbandgerät (Hornyphon Magnetophon mit eingebautem Lautsprecher),
>> aber es ist schon lange kaputt. (Ich weiß nicht, was defekt ist,
>> aber es tut sich nichts, wenn man es einschaltet - das magische
>> Band beginnt auch nach mehreren Minuten nicht zu leuchten.)
>
> Wenn sich gar nichts tut, ist vielleicht nur die Hauptsicherung kaputt.
> Ansonsten hilft bei Röhrengeräten oft einfach ein Röhrentausch.

Bei so einem alten Tonbandgerät sind mit Sicherheit sämtliche Gummiteile
kaputt, sprich Riemen und Rollen aus Gummi. Riemen sind das geringere
Problem, aber Andruckrollen und Reibräder wird man anfertigen lassen
müssen. Wirtschaftlich betrachtet, sicher sinnlos.

--
Gerald

Klaus Butzmann

unread,
Nov 22, 2020, 12:51:55 PM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 03:19 schrieb Gerhard Eichberger:
> Gerhard Eichberger
>
> Ich habe noch unser altes (wahrscheinlich röhrenbetriebenes) Tonbandgerät
> (Hornyphon Magnetophon mit eingebautem Lautsprecher), aber es ist schon
> lange kaputt. (Ich weiß nicht, was defekt ist, aber es tut sich nichts, wenn
> man es einschaltet - das magische Band beginnt auch nach mehreren
> Minuten nicht zu leuchten.)
Aufpassen,
das magische Auge / Band ist meist nur bei Aufnahme an.

Röhren sind eher selten defekt, korrodierte Schalter oder manchmal
die verbauten Elkos.


Butzo

olaf

unread,
Nov 22, 2020, 1:00:03 PM11/22/20
to
Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>Alleine schon das Lagern verschlechtert die Qualität bei Tonbändern,

Das haengt aber sehr von den Baendern ab. Ich hab ja letztens meinen
alten Walkman repariert und konnte dann Baender hoeren die ich
zwischen 82 und 89 aufgenommen habe. Das ging oftmals. Was aber echt
bizarr ist, das ist das teilweise erhebliche durchkopieren auf drueber
und drunterliegenden Bandlagen. Da kannst du dann Liedanfaenge schon
dreimal vorher hoeren. Aber vielleicht ist da der groessere Umfang
einer Tonbandspule von Vorteil.

>einmal wegen dem Magnetfeld der Erde und die Nachbar-Windungen
>beeienflussen sich gegenseitig (Echos und Vorecho).

Ich denke wegen dem Erdmagnetfeld musst du dir weniger Sorgen
machen. Das ist ja relativ statisch.

Olaf


Axel Berger

unread,
Nov 22, 2020, 1:30:43 PM11/22/20
to
Klaus Butzmann wrote:
> 4,75 war bei Tonbandgeräten eher unüblich.

Kann ich für den Consumerbereich nicht bestätigen. Die ca. vier
verschiedenen, die ich in der Hand hatte, hatten das alle. Nach dem
letzten Umzug ist keines mehr übrig. Davor habe ich noch einen Stapel
alter Bänder eines Freundes digitalisiert.


--
/¯\ No | Dipl.-Ing. F. Axel Berger Tel: +49/ 221/ 7771 8067
\ / HTML | Roald-Amundsen-Straße 2a Fax: +49/ 221/ 7771 8069
 X in | D-50829 Köln-Ossendorf http://berger-odenthal.de
/ \ Mail | -- No unannounced, large, binary attachments, please! --

Axel Berger

unread,
Nov 22, 2020, 1:38:54 PM11/22/20
to
Martin Klaiber wrote:
> Laptop mitnehmen und aufnehmen.

Aber erst den Frequenzgang der dort verbauten Soundkarte ausmessen.
Telephonqualität ist nicht unüblich. Ich habe immer noch ein paar
original Creative Soundblaster für 16 bit ISA gebunkert. Die sind mit
meinen Meßmöglichkeiten perfekt. Externe Soundkarten für USB sind in der
Regel sehr gut. Ich habe da mehrere als Nachbauten von ELV und Elektor,
alle mit demselben zentralen Chip. Die von ELV sind modifiziert,
irgendwo habe ich aufgeschrieben, was verändert wurde.

> Ganz früher hatten Audio-Geräte 4mm-Buchsen
> für die Ein- und Ausgänge, z.B. so etwas:

Ich kenne nur DIN und Cinch. Pegel und Impedanzen sind unterschiedlich.
Direktes Verbinden kannn gutgehen, muß aber nicht.

Klaus Butzmann

unread,
Nov 22, 2020, 1:42:01 PM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 19:30 schrieb Axel Berger:
> Klaus Butzmann wrote:
>> 4,75 war bei Tonbandgeräten eher unüblich.
>
> Kann ich für den Consumerbereich nicht bestätigen. Die ca. vier
> verschiedenen, die ich in der Hand hatte, hatten das alle.
Hmm,
die A77, A700 und die Teac 3440 machen eher 19/38 :-)
Band für 90 Mark in 45 Minuten durch :-(

Eine Philips N4450 kanns auch, ein Uher Report kann sogar 2,4 cm/s

Wer 4,75 cm/s auf Bandmaschinen fährt schubbst auch kleine Enten in den
Teich!
4,75 ist was für Kassetten-Karotter.


Butzo

Axel Berger

unread,
Nov 22, 2020, 2:18:09 PM11/22/20
to
Klaus Butzmann wrote:
> Wer 4,75 cm/s auf Bandmaschinen fährt schubbst auch kleine Enten in den
> Teich!
> 4,75 ist was für Kassetten-Karotter.

Als mein Vater in den Fünfzigern Hörspiele aufnahm, waren Bänder richtig
teuer. Seine waren von Orwo. Und später als Student in den Achtzigern
habe ich bei den Preisen auch geschluckt.

Abgesehen vom Technischen sind meine Aufnahmen von damals aber weit
besser als alles was heute so produziert wird.

Lothar Planitzer

unread,
Nov 22, 2020, 5:05:44 PM11/22/20
to
Am 22.11.2020 um 17:00 schrieb Bernd Mayer:
> Am 22.11.20 um 15:49 schrieb Michael Landenberger:
>
> Und wie Olaf erwähnt: aus 15 kHz wird bei doppelt so schnellem Abspielen
> 30 kHz und das kann nicht verarbeitet werden und beim runterskalieren
> fehlen dann die Höhen. Bei Sprachaufnahmen ist das nicht weiter
> tragisch, aber Musik wird dumpf.
>

Das dürfte kaum ein Problem sein. Spulen-Tonbandgeräte aus den 50er
Jahren erreichten bei 4.75 cm/s selten mehr als 8000 Hz. Bei aktuellem
Digitalen Aufnahme-Equipment sollten 16000 Hz spielend zu verarbeiten
sein. Die unterschiedlichen Entzerrer-Zeitkonstanten müssen allerdings
spätestens bei der Nachbearbeitung berücksichtigt werden.

Gruß Lothar

Michael Landenberger

unread,
Nov 22, 2020, 5:37:20 PM11/22/20
to
"Bernd Mayer" schrieb am 22.11.2020 um 17:00:03:


> haben die unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei Tonbändern nicht auch
> noch unterschiedliche Entzerrungen bei Aufnahme und Wiedergabe?
>
> https://genesis-audioline.de/technik/entzerrung/
>
> Wenn man schneller abspielt, dann steigen auch die Wiedergabepegel und es
> kann zu Übersteuerungen kommen.

Das stimmt zwar, aber jahrzehntealtes, auf 4,75 cm/s aufgenommenes Material
dürfte sowieso nicht mehr den Original-Frequenzgang besitzen. Man wird also
ohnehin nachbearbeiten müssen.

> Und wie Olaf erwähnt: aus 15 kHz wird bei doppelt so schnellem Abspielen 30
> kHz

Rein theoretisches Problem. Bei jahrzehntealtem, mit 4,75 cm/s aufgenommenem
Material kann man froh sein, wenn da noch 5 kHz drauf sind.

Gruß

Michael

Lothar Planitzer

unread,
Nov 22, 2020, 5:51:59 PM11/22/20
to
Ein anderes Problem bei so alten Geräten ist auch die sog. 'Zinkpest'.
Die befällt gerne Reibräder oder Teile der Tastenmechanik, die dann
rissig und spröde werden und buchstäblich unter den Figern zerbröseln.
Das war vor einigen Jahren bei einem meiner TK 14 der Fall
https://www.imagenetz.de/jYBUK

Gruß Lothar

Gerald E:scher

unread,
Nov 22, 2020, 6:55:13 PM11/22/20
to
Lothar Planitzer schrieb am 22/11/2020 23:05:

> Das dürfte kaum ein Problem sein. Spulen-Tonbandgeräte aus den 50er
> Jahren erreichten bei 4.75 cm/s selten mehr als 8000 Hz. Bei aktuellem
> Digitalen Aufnahme-Equipment sollten 16000 Hz spielend zu verarbeiten
> sein. Die unterschiedlichen Entzerrer-Zeitkonstanten müssen allerdings
> spätestens bei der Nachbearbeitung berücksichtigt werden.

Die Zeitkonstanten der Entzerrung müssten beim Abspielen mit doppelter
Geschwindigkeit halbiert werden. Das wird nix.

--
Gerald

Bernd Mayer

unread,
Nov 22, 2020, 7:09:29 PM11/22/20
to
Am 23.11.20 um 00:55 schrieb Gerald E:scher:
Hallo,

IIRC hatte ich mal ein Audacity-Filter plugin bei den Effekten gesehen
für diverse Entzerrerzeitkonstanten - etwa RIAA/NAB u.Ä..

Das würde aber auch wieder die Bearbeitungszeit verlängern.


Bernd Mayer

Bernd Mayer

unread,
Nov 22, 2020, 7:14:26 PM11/22/20
to
Am 23.11.20 um 01:09 schrieb Bernd Mayer:
> Am 23.11.20 um 00:55 schrieb Gerald E:scher:
>> Lothar Planitzer schrieb am 22/11/2020 23:05:
>>
>>> Das dürfte kaum ein Problem sein. Spulen-Tonbandgeräte aus den 50er
>>> Jahren erreichten bei 4.75 cm/s selten mehr als 8000 Hz. Bei aktuellem
>>> Digitalen Aufnahme-Equipment sollten 16000 Hz spielend zu verarbeiten
>>> sein. Die unterschiedlichen Entzerrer-Zeitkonstanten müssen allerdings
>>> spätestens bei der Nachbearbeitung berücksichtigt werden.
>>
>> Die Zeitkonstanten der Entzerrung müssten beim Abspielen mit doppelter
>> Geschwindigkeit halbiert werden. Das wird nix.
>
> IIRC hatte ich mal ein Audacity-Filter plugin bei den Effekten gesehen
> für diverse Entzerrerzeitkonstanten - etwa RIAA/NAB u.Ä..

Nachtrag:

siehe hier:

https://wiki.audacityteam.org/wiki/78rpm_playback_curves#curves

Bernd Mayer

Rainer Knaepper

unread,
Nov 22, 2020, 7:57:19 PM11/22/20
to
ol...@criseis.ruhr.de (olaf) am 22.11.20 um 18:52:
> Bernd Mayer <beam.b...@knuut.de> wrote:

>> Alleine schon das Lagern verschlechtert die Qualität bei
>> Tonbändern,

> Das haengt aber sehr von den Baendern ab. Ich hab ja letztens
> meinen alten Walkman repariert und konnte dann Baender hoeren die
> ich zwischen 82 und 89 aufgenommen habe. Das ging oftmals. Was aber
> echt bizarr ist, das ist das teilweise erhebliche durchkopieren auf
> drueber und drunterliegenden Bandlagen. Da kannst du dann
> Liedanfaenge schon dreimal vorher hoeren. Aber vielleicht ist da
> der groessere Umfang einer Tonbandspule von Vorteil.

Die größere Banddicke. Wenn ich mich nicht täusche, hatten C60-
Cassetten denselben Träger wie DP-Bänder, C90 entsprach Triple und
C120 waren noch einmal dünner.

Beim meistens verwendeten Langspielband wären vermutlich C30 oder C40-
Cassetten oder sowas in der Art herausgekommen.

DP- und besonders Triple-Bänder waren auch auf Bandmaschinen schon
berüchtigt, durchzukopieren.

>> einmal wegen dem Magnetfeld der Erde und die Nachbar-Windungen
>> beeienflussen sich gegenseitig (Echos und Vorecho).

> Ich denke wegen dem Erdmagnetfeld musst du dir weniger Sorgen
> machen. Das ist ja relativ statisch.

Lagertemperatur spielt wohl auch eine Rolle. Je wärmer, desto kopier.

Rainer

--
Viele die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben,
verdienen das Leben. Kannst Du es ihnen geben? (JRRT)

Rainer Knaepper

unread,
Nov 22, 2020, 7:57:19 PM11/22/20
to
kb.ind...@butzomail.de (Klaus Butzmann) am 22.11.20 um 19:41:
> Am 22.11.2020 um 19:30 schrieb Axel Berger:
>> Klaus Butzmann wrote:
>>> 4,75 war bei TonbandgerA#ten eher unA¼blich.
>>
>> Kann ich für den Consumerbereich nicht bestätigen. Die ca. vier
>> verschiedenen, die ich in der Hand hatte, hatten das alle.
> Hmm,
> die A77, A700 und die Teac 3440 machen eher 19/38 :-)
> Band für 90 Mark in 45 Minuten durch :-(

> Eine Philips N4450 kanns auch, ein Uher Report kann sogar 2,4 cm/s

Auch royal DeLuxe und die Nachfolger im Plastegehäuse.

> Wer 4,75 cm/s auf Bandmaschinen fährt schubbst auch kleine Enten in
> den Teich!

2.4 und 4.7 waren bei den Uhers ausdrücklich nicht für Musik
empfohlen, sondern für Logging- und Überwachungsaufgaben gedacht.
2.4cm/s reichte für analoges Telefon oder LMK, mit 4.7 sind mit den
Reportergeräten sicherlich tausende von Interviewstunden aufgezeichnet
und womöglich sogar noch über UKW gesendet worden. Und man mußte
nicht, wie bei Cassetten, alle 45 Minuten "umdrehen".

Triple-Bänder zwecks weiterer Laufzeitverlängerung waren zumindest
beim Royal deLuxe freilich nicht zu empfehlen, die rein mechanische
Bandzugregulierung war dafür schlicht zu grobschlächtig. Nicht nur,
daß die oft leierten, die haben sich auch gerne mal beim Hin- und
herspulen gelängt oder sind sogar gerissen.

Aber die untersten Geschwindigkeiten haben absolut nichts mit
"Dummheit" oder Enten zu tun, sondern hatten ihren Einsatzbereich.

Musik hat man natürlich mit 19cm/s aufgenommen (38 war doch schon sehr
exotisch), darunter war der Qualitätsabstand zur LP allzu
offensichtlich. Gegen einigermaßen taugliche Cassettendecks späterer
Jahre hatten diese Bandmaschinen keine Chance, dementsprechend
verschwand wohl auch alles außer einigen Edelgeräten ziemlich schnell
vom Markt.

Rainer

--
Frag nicht - gib mir ein Schnitzel!

Michael Landenberger

unread,
Nov 23, 2020, 3:59:17 AM11/23/20
to
"Gerald E:scher" schrieb am 23.11.2020 um 00:55:10:

> Die Zeitkonstanten der Entzerrung müssten beim Abspielen mit doppelter
> Geschwindigkeit halbiert werden. Das wird nix.

Man muss jahrzehntealtes, mit 4,75 cm/s aufgenommenes Material nicht wie
Goldöhrchen-High-End-Aufnahmen behandeln. *Das* wird nämlich nix.

Stattdessen digitalisiert man das Zeug einfach und schickt es anschließend
durch einen Equalizer, den man nach Gehör und dem bevorzugtem Klangeindruck
einstellt. Wenn vorhanden, kann man auch noch einen Brilliance Enhancer
(vulgo: Exciter) bemühen, der die mit Sicherheit längst in die ewigen
Jagdgründe eingegangenen Obertöne wenigstens synthetisch wieder herstellt. Das
Resultat hat zwar mit HiFi nix mehr zu tun, aber das hat das Rohmaterial ja
auch nicht. Hauptsache, es gefällt.

Gruß

Michael

Rainer Knaepper

unread,
Nov 23, 2020, 4:02:03 AM11/23/20
to
Spa...@fahr-zur-Hoelle.org (Gerald E:scher) am 22.11.20 um 23:55:
Da zuppelt man halt ein wenig an den Schiebereglern herum, bis es
genehm klingt, schreibt "digitally remastert" drauf und gut ist's.

Solange das keine einmaligen, lange verschollenen Aufnahmen von John
Lennon oder Miles Davis oder Jimi Hendrix sind...


Rainer

--

HTML ist *nicht* DIE Erfindung des 20. Jahrhundert -
das sind naemlich magnetische Schraubenzieher.
(Milena Popova im Efeubusch)

Bernd Mayer

unread,
Nov 23, 2020, 4:52:51 AM11/23/20
to
Am 23.11.20 um 09:59 schrieb Michael Landenberger:
Hallo,

ja das hatte ich mir mittlerweile auch gedacht, besonders nach der
Recherche über die genannten Musiker und Stücke:

DIE 3 SPITZBUBEN

https://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Spitzbuben

„In der Bodega von Langenlois
Schnapsen heut preis die Holzhackerboys
rot ist ihr Gsicht und stur is der Blick
kalt auf den Lippen der Tschick
In der Bodega von Langenlois
sitzt Donna Reserl mit'n dreckigen Hals
scheangeln tuat's a, doch sie zwingt sich zur Ruh
schaut nur beim Preisschnapsen zu.
(Refrain) Don Haselgruber ist heut Matador,
weil er beim Schnapsen kan Liter verlor.“

– Helmut Reinberger:
In der Bodega von Langenlois

oder auch auf youtube
https://www.youtube.com/watch?v=2_yM36CuKyk

Die Aufnahmen mit Mikrofon vom Fernseher sind wahrscheinlich auch
verhallt und enthalten Störgeräusche aus der Umgebung.


Bernd Mayer

Joerg Walther

unread,
Nov 23, 2020, 7:45:15 AM11/23/20
to
Klaus Butzmann wrote:

>4,75 war bei Tonbandgeräten eher unüblich.

Das stimmt so nicht, ich hatte eines, ich glaube von Grundig, das konnte
das, und alle Consumer-Geräte von Philips konnten das auch. Diese
Geschwindigkeit bot, obwohl sie so langsam wie die der Kassetten war,
schon eine sehr gute Tonqualität, da die Tonköpfe und die Spuren
deutlich breiter waren als die der MC.

- j -

--
Mail address is valid for a limited time only.

And now for something completely different...

olaf

unread,
Nov 23, 2020, 10:00:04 AM11/23/20
to
Rainer Knaepper <rai...@smial.prima.de> wrote:

>Da zuppelt man halt ein wenig an den Schiebereglern herum, bis es
>genehm klingt, schreibt "digitally remastert" drauf und gut ist's.

Das hab ich mir auch gerade so gedacht. Zumal die Beschreibung der
zu digitalisierenden Inhalte bei mir nicht das Gefuehl aufkommen lies
das hier mehrere Doktorarbeiten angebracht sind. :-D

>Solange das keine einmaligen, lange verschollenen Aufnahmen von John
>Lennon oder Miles Davis oder Jimi Hendrix sind...

Yep. Bei mir handelte es sich immerhin um unglaublich krasse Bootlegs
von einer gewissen Kate aus GB und einer Loreena aus CA. Da hat es
aber auch gereicht bei der Wiedergabe den den Schalter zwischen Aus,
Dobly B und Dolby C zu verschieben und das zu nehmen was sich noch am
besten angehoert hat.

Olaf


Gerald E:scher

unread,
Nov 23, 2020, 10:06:19 AM11/23/20
to
Rainer Knaepper schrieb am 23/11/2020 09:53:

> Spa...@fahr-zur-Hoelle.org (Gerald E:scher) am 22.11.20 um 23:55:
>> Lothar Planitzer schrieb am 22/11/2020 23:05:
>
>>> Das dürfte kaum ein Problem sein. Spulen-Tonbandgeräte aus den
>>> 50er Jahren erreichten bei 4.75 cm/s selten mehr als 8000 Hz. Bei
>>> aktuellem Digitalen Aufnahme-Equipment sollten 16000 Hz spielend
>>> zu verarbeiten sein. Die unterschiedlichen
>>> Entzerrer-Zeitkonstanten müssen allerdings spätestens bei der
>>> Nachbearbeitung berücksichtigt werden.
>
>> Die Zeitkonstanten der Entzerrung müssten beim Abspielen mit
>> doppelter Geschwindigkeit halbiert werden. Das wird nix.
>
> Da zuppelt man halt ein wenig an den Schiebereglern herum, bis es
> genehm klingt,

Wie ich mittlerweile gesehen habe, kann man in Audacity mit
"Filter Curve..." ganz einfach Entzerrerkurven mit der Maus
zurechtbiegen. Man muss sich die passende Kurve halt vorher überlegen.

> schreibt "digitally remastert" drauf und gut ist's.

Für "digitally remastert" muss zusätzlich noch die Dynamik komprimiert
werden ;-(

--
Gerald

Gerald E:scher

unread,
Nov 23, 2020, 10:13:26 AM11/23/20
to
Bernd Mayer schrieb am 23/11/2020 01:09:

> Am 23.11.20 um 00:55 schrieb Gerald E:scher:
>> Lothar Planitzer schrieb am 22/11/2020 23:05:
>>
>>> Das dürfte kaum ein Problem sein. Spulen-Tonbandgeräte aus den 50er
>>> Jahren erreichten bei 4.75 cm/s selten mehr als 8000 Hz. Bei aktuellem
>>> Digitalen Aufnahme-Equipment sollten 16000 Hz spielend zu verarbeiten
>>> sein. Die unterschiedlichen Entzerrer-Zeitkonstanten müssen allerdings
>>> spätestens bei der Nachbearbeitung berücksichtigt werden.
>>
>> Die Zeitkonstanten der Entzerrung müssten beim Abspielen mit doppelter
>> Geschwindigkeit halbiert werden. Das wird nix.
>
> IIRC hatte ich mal ein Audacity-Filter plugin bei den Effekten gesehen
> für diverse Entzerrerzeitkonstanten - etwa RIAA/NAB u.Ä..

Entzerrerkurven für Tonband habe ich keine gefunden. Notfalls wären die
aus der Tabelle auf
https://genesis-audioline.de/technik/entzerrung/
selbst zu basteln.

--
Gerald

olaf

unread,
Nov 23, 2020, 10:15:02 AM11/23/20
to
Axel Berger <Sp...@berger-odenthal.de> wrote:

>teuer. Seine waren von Orwo. Und später als Student in den Achtzigern
>habe ich bei den Preisen auch geschluckt.

Dann haettest du in den 90er mal DATs kaufen sollen. .-)

>Abgesehen vom Technischen sind meine Aufnahmen von damals aber weit
>besser als alles was heute so produziert wird.

Das ist die "frueher war alles besser" Einstellung alter Knacker. Es
gibt heute genuasoviel gutes. Es gibt nur 10x mehr dumme Kacke,
deshalb ist das gute schwerer zu finden.

Olaf


Gerald E:scher

unread,
Nov 23, 2020, 10:25:37 AM11/23/20
to
Michael Landenberger schrieb am 23/11/2020 09:59:

> "Gerald E:scher" schrieb am 23.11.2020 um 00:55:10:
>
>> Die Zeitkonstanten der Entzerrung müssten beim Abspielen mit doppelter
>> Geschwindigkeit halbiert werden. Das wird nix.
>
> Man muss jahrzehntealtes, mit 4,75 cm/s aufgenommenes Material nicht wie
> Goldöhrchen-High-End-Aufnahmen behandeln. *Das* wird nämlich nix.

Bei der Wiedergabe mit doppelter Geschwindigkeit liegen die
Zeitkonstanten der Entzerrung völlig daneben.

> Stattdessen digitalisiert man das Zeug einfach und schickt es anschließend
> durch einen Equalizer, den man nach Gehör und dem bevorzugtem Klangeindruck
> einstellt.

Ja, kann man machen. Man kann sich aber auch ein bisschen was überlegen
und mit Audacity die falsche Entzerrung korrigieren. Die
Abspielgeschwindigkeit korrigieren geht damit selbstverständlich
ebenfalls.

--
Gerald

olaf

unread,
Nov 23, 2020, 10:30:03 AM11/23/20
to
Gerald E:scher <Spa...@fahr-zur-hoelle.org> wrote:

>Wie ich mittlerweile gesehen habe, kann man in Audacity mit
>"Filter Curve..." ganz einfach Entzerrerkurven mit der Maus
>zurechtbiegen. Man muss sich die passende Kurve halt vorher überlegen.

Oder vorausschauend denken. Ich hab in den 80ern auf eines meiner
Tapes auch mal komplette Frequenzgaenge, Rauschen usw. von einer
Test-CD aufgenommen. Da koennte ich heute mit der CD vergleichen und
schauen wie es sich geaendert hat.

Olaf

Axel Berger

unread,
Nov 23, 2020, 10:47:13 AM11/23/20
to
olaf wrote:
> Dann haettest du in den 90er mal DATs kaufen sollen. .-)

Habe ich. Mehrere und mich hinterher über das viele rausgeschmissene
Geld geärgert. Die Dinger sind für mehrere Stunden täglich einfach nicht
geeignet gewesen und nach einem Jahr dejustiert. Dazu der unsägliche
Koierschutz, der bei Eigenaufnahmen von der eigenen Tochter zuschlägt.
Aus irgendwelchen Gründen hatte ich eine Abneigung dagegen, einen
Rechner für den Zweck zu verwenden. Seit ich die abgelegt habe, sind
alle Probleme weg. Gebrannte Audio-CDs konnte lange jeder lesen, heute
gilt dasselbe für billige Sticks.

> Es
> gibt heute genuasoviel gutes. Es gibt nur 10x mehr dumme Kacke,
> deshalb ist das gute schwerer zu finden.

Damit dürftest Du recht haben. Früher habe ich einmal die Woche eine
billige Radiozeitschrift gekauft, heute tue ich mir die grenzenlose
Sucherei nicht an. Wenn man vorher genau weiß, was man sucht, sind Web
und Google ein unglaublicher Fortschritt, aber wenn nicht ...

Axel Berger

unread,
Nov 23, 2020, 10:56:52 AM11/23/20
to
Joerg Walther wrote:
> Diese
> Geschwindigkeit bot, obwohl sie so langsam wie die der Kassetten war,
> schon eine sehr gute Tonqualität, da die Tonköpfe und die Spuren
> deutlich breiter waren als die der MC.

Nein, bei allem Wohlwollen, das stimmt nicht. Für Hörspiele hat es bei
meinen damaligen Ansprüchen gereicht, aber man hörte den Verlsut schon
sehr deutlich. Koieren ging eigentlich gar nicht. Ich habe damals für
die Rohaufnahmen immer ein neues Band mit 9.5 cm/s genommen und bald als
Archivband für die geschnittenen Aufnahmen mit 4.75 cm/s ausrangiert.
Das ging gerade so eben.

Ein Freund hatte damals in den frühen Achtzigern ein ganz gutes
Cassettendeck. Nach mehrfachem Umschalten zwischen Original von
Schallplatte und Aufnahme vom Band hatte ich den Faden verloren und
konnte den Unterschied beim besten Willen nicht hören. Das hat mich
damals schon verblüfft. Meine Bandgeräte konnten das nicht, auch nicht
bei höherer Geschwindigkeit.

olaf

unread,
Nov 23, 2020, 3:15:04 PM11/23/20
to
Axel Berger <Sp...@berger-odenthal.de> wrote:

>> Dann haettest du in den 90er mal DATs kaufen sollen. .-)

>Habe ich. Mehrere und mich hinterher über das viele rausgeschmissene

Ich meinte ja eigentlich die Tapes. .-)

>Geld geärgert. Die Dinger sind für mehrere Stunden täglich einfach nicht
>geeignet gewesen und nach einem Jahr dejustiert.

Bei mir nicht. Meiner laeuft noch heute. Allerdings musste ich
letztens mal die Elkos im Kopfverstaerker wechseln. Allerdings gebe
ich zu das er in den letzten 10Jahren kaum noch in Betrieb war.

>Dazu der unsägliche
>Koierschutz, der bei Eigenaufnahmen von der eigenen Tochter zuschlägt.

Den hab ich 2-3Monate nach dem Kauf ausgebaut.

>Aus irgendwelchen Gründen hatte ich eine Abneigung dagegen, einen
>Rechner für den Zweck zu verwenden. Seit ich die abgelegt habe, sind
>alle Probleme weg. Gebrannte Audio-CDs konnte lange jeder lesen, heute
>gilt dasselbe für billige Sticks.

Hm.ich meine mich zu entsinnen das es CD-Brenner erst spaeter gab.

>Damit dürftest Du recht haben. Früher habe ich einmal die Woche eine
>billige Radiozeitschrift gekauft, heute tue ich mir die grenzenlose

Radio? ICh dachte du redest von Musik. Immer wechselst du das Thema...

>Sucherei nicht an. Wenn man vorher genau weiß, was man sucht, sind Web
>und Google ein unglaublicher Fortschritt, aber wenn nicht ...

Probier doch mal die Erde am Stueck:

http://radio.garden/

Olaf

Axel Berger

unread,
Nov 23, 2020, 6:22:28 PM11/23/20
to
olaf wrote:
> Hm.ich meine mich zu entsinnen das es CD-Brenner erst spaeter gab.

Du glaubst gar nicht, wie lange ich mit allem möglichen rumgemurkst
habe, bevor ich um 2000 meinen ersten CD-Player in Betrieb nahm -- im
Rechner, hatte nie was anderes -- und das erste Mal die Audiofunktionen
des Rechners nutzte. Seitdem nie mehr Ärger.

> Radio? ICh dachte du redest von Musik. Immer wechselst du das Thema...

Musik? Nein, fast gar nicht. Audiofunktionen, Tonband usw. heißt für
mich fast ausschließlich Hörspiel.

> http://radio.garden/

Solange die KI den Begriff "ein gutes Hörspiel, das anzuhören lohnt"
nicht nach meiner subjektiven Wertung bearbeitet bleibt das Nadel im
Heuhaufen. Aber egal, die BBC hat viele gute Sachprogramme und viel Zeit
für mehr bleibt da eh nicht.

Rainer Knaepper

unread,
Nov 23, 2020, 8:21:05 PM11/23/20
to
Sp...@Berger-Odenthal.De (Axel Berger) am 23.11.20 um 16:56:
> Joerg Walther wrote:
>> Diese
>> Geschwindigkeit bot, obwohl sie so langsam wie die der Kassetten
>> war, schon eine sehr gute Tonqualität, da die Tonköpfe und die
>> Spuren deutlich breiter waren als die der MC.

> Nein, bei allem Wohlwollen, das stimmt nicht. Für Hörspiele hat es
> bei meinen damaligen Ansprüchen gereicht, aber man hörte den
> Verlsut schon sehr deutlich.

Korrekt. Für (Musik-)Mitschnitte von UKW reichte selbst 9.5 noch nicht
wirklich.

Verglichen mit den ersten Cassettenabspielern war ein solides
Bandgerät aber schon noch besser. Ich rede hier von z.B. diesen
Phillips-Geräten mit dieser knuffigen Dreh-drück-schiebe-
Einknopfbedienung. Die vermutlich /alle/ spätestens mit Ablauf der
Garantiezeit begannen, zu leiern.

Allerdings darf man Tonbandgerät-4.7 nicht mit 4.7 von späteren
einigermaßen hochwertigen Cassettendecks vergleichen. Hätte man
Bandgeräte mit Dolby-B gehabt, dann hätten die nicht so schlecht
abgeschnitten. Hatten die aber nicht.

> Ein Freund hatte damals in den frühen Achtzigern

Das Braun TG-1000 galt ja als durchaus taugliches Bandgerät, aber das
ist eine Konstruktion aus der Mitte der 1960er Jahre. Immerhin waren
da schon Siliziumtransistoren drin, keine AC177 und Konsorten...

Das Uher royal ist afair /noch/ älter. Wirklich gute Cassettendecks
(und Bänder!) kamen zehn Jahre später. Vornehmlich aus Japan.

Rainer

--
Ich möchte einfach hier sitzen...

Başar Alabay

unread,
Nov 24, 2020, 3:40:19 AM11/24/20
to
Axel Berger schrieb:

> olaf wrote:
>> Hm.ich meine mich zu entsinnen das es CD-Brenner erst spaeter gab.
>
> Du glaubst gar nicht, wie lange ich mit allem möglichen rumgemurkst
> habe, bevor ich um 2000 meinen ersten CD-Player in Betrieb nahm -- im
> Rechner, hatte nie was anderes -- und das erste Mal die Audiofunktionen
> des Rechners nutzte. Seitdem nie mehr Ärger.

Ich hatte schon 1997 angefangen, CDs zu brennen. Fürchterliche Rohlinge,
aus heutiger Sicht. Trotzdem teuer. Der Brenner war ein
Standalone-Gerät, wie ein riesiger CD-Player, ein Hifi-Bauteil, kein
Commputerzubehör. Brennen mit 1:1-Geschwindigkeit. Hauptsächlich schob
ich damals DATs und vereinzelt CDs drauf.

Mein erster CD-Brenner im Rechner folgte erst … irgendwann zwischen 1999
und 200, glaube ich. Ein SCSI-Yamaha (tolles Ding!).

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Nov 24, 2020, 3:43:01 AM11/24/20
to
Rainer Knaepper schrieb:

> Allerdings darf man Tonbandgerät-4.7 nicht mit 4.7 von späteren
> einigermaßen hochwertigen Cassettendecks vergleichen. Hätte man
> Bandgeräte mit Dolby-B gehabt, dann hätten die nicht so schlecht
> abgeschnitten. Hatten die aber nicht.

Ich bilde mir ein, daß es welche gab. Ob Dolby B oder C, weil ich nicht,
aber es gab vereinzelt auch Bandmaschinen mit Dolby. Ist natürlich die
Frage, ab wann. Aber na ja. Mal recihte Schellack, mal Äther, mal Band,
mal Vinyl. Hauptsache, man hat Spaß.

B. Alabay

Başar Alabay

unread,
Nov 24, 2020, 3:44:00 AM11/24/20
to
Axel Berger schrieb:

> olaf wrote:
>> Hm.ich meine mich zu entsinnen das es CD-Brenner erst spaeter gab.
>
> Du glaubst gar nicht, wie lange ich mit allem möglichen rumgemurkst
> habe, bevor ich um 2000 meinen ersten CD-Player in Betrieb nahm -- im
> Rechner, hatte nie was anderes -- und das erste Mal die Audiofunktionen
> des Rechners nutzte. Seitdem nie mehr Ärger.

Ich hatte schon 1997 angefangen, CDs zu brennen. Fürchterliche Rohlinge,
aus heutiger Sicht. Trotzdem teuer. Der Brenner war ein
Standalone-Gerät, wie ein riesiger CD-Player, ein Hifi-Bauteil, kein
Computerzubehör. Brennen mit 1:1-Geschwindigkeit. Hauptsächlich schob

Joerg Walther

unread,
Nov 24, 2020, 6:02:56 AM11/24/20
to
Axel Berger wrote:

>> Diese
>> Geschwindigkeit bot, obwohl sie so langsam wie die der Kassetten war,
>> schon eine sehr gute Tonqualität, da die Tonköpfe und die Spuren
>> deutlich breiter waren als die der MC.
>
>Nein, bei allem Wohlwollen, das stimmt nicht.

Bitte nicht so undifferenziert. Man muss ja wohl jedes Gerät einzeln
betrachten. Ich hatte z. B. zwei Nakamichi-Tapedecks, da konnte ich auch
mehrmals hin- und herüberspielen ohne großen Verlust und ohne Dolby.

olaf

unread,
Nov 24, 2020, 8:15:02 AM11/24/20
to
Ba??ar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:

>Ich hatte schon 1997 angefangen, CDs zu brennen. Fürchterliche Rohlinge,
>aus heutiger Sicht. Trotzdem teuer. Der Brenner war ein

Hm..ich weiss nicht mehr genau wann ich damit angefangen habe Daten-CD
zu brennen. Ich denke so in den 90ern. Damals hat ein Rohling noch
15DM gekostet, sie waren mit Metallbeschichtung und sie funktionieren
noch heute. Die billigen organischen Rohlinge kamen erst Jahre spaeter.
Ich hab erst vor ein paar Monaten mal probiert ob sie noch lesbar
sind, alles kein Problem.

Das war natuerlich ein bischen doof mit den CDs. Auf ein DAT-Tape fuer
15-18DM passten 2CDs drauf, auf ein DDS sogar 3CDs und man konnte es
auch mal loeschen und neu verwenden.

Aus heutiger Sicht wuerde ich daher eher sagen das die aktuellen
Rohlinge Mist sind, nicht das es noch von Bedeutung ist. .-)

Olaf

Başar Alabay

unread,
Nov 24, 2020, 8:35:38 AM11/24/20
to
olaf schrieb:

> Ba??ar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:
>
> >Ich hatte schon 1997 angefangen, CDs zu brennen. Fürchterliche Rohlinge,
> >aus heutiger Sicht. Trotzdem teuer. Der Brenner war ein
>
> Hm..ich weiss nicht mehr genau wann ich damit angefangen habe Daten-CD
> zu brennen. Ich denke so in den 90ern. Damals hat ein Rohling noch
> 15DM gekostet, sie waren mit Metallbeschichtung und sie funktionieren
> noch heute. Die billigen organischen Rohlinge kamen erst Jahre spaeter.
> Ich hab erst vor ein paar Monaten mal probiert ob sie noch lesbar
> sind, alles kein Problem.

Ich spreche nur von Audio-CDs. Daten-CDs gingen 1999 los. Oder 98? Nein,
ich glaube, 99.

> Das war natuerlich ein bischen doof mit den CDs. Auf ein DAT-Tape fuer
> 15-18DM passten 2CDs drauf, auf ein DDS sogar 3CDs und man konnte es
> auch mal loeschen und neu verwenden.

Die CD-Rohlinge kosteten hier damals 6–7 DM, glaube ich. Aber superdünn
beschichtet, da konnte man fast durchschauen. Es gab auch 15–20 DM
Spezialrohlinge, ich erinnere mich. Die waren gut versiegelt.

> Aus heutiger Sicht wuerde ich daher eher sagen das die aktuellen
> Rohlinge Mist sind, nicht das es noch von Bedeutung ist. .-)

Ich habe heutzutage nur sehr wenig mit Rohlingen zu tun. Ab und zu
brenne ich mal ein eigenes Album drauf und verschenke es physisch. Aber
dafür nehme ich ausschließlich Verbatim-Rohlinge. Die scheinen mir gut
zu sein. Die besten Rohlinge (gefühlt) gab es so um 2000/2001 von Kodak.
Die waren superdick und versiegelt. Aber ich habe hier auch noch so olle
Peacock-Rohline … die meisten laufen. Wirklich gar nicht laufen tut eine
CD, die mir mal eine Freundin 1999 bei einem Kumpel auf dem PC brennen
ließ. Keine Ahnung, was das für ein Rohling war, aber der bronzte
gewaltig. Und bronzen taten und tun ja leider auch manche kommerziellen
CDs auch einem UK Preßwerk.

So far.

B. Alabay

Axel Berger

unread,
Nov 24, 2020, 1:04:43 PM11/24/20
to
Joerg Walther wrote:
> Bitte nicht so undifferenziert.

Recht hast Du. Weiter oben habe ich mal explizit "Consumergeräte"
geschrieben. Meine eigenen Bandmaschinen habe ich in den ganz frühen
80ern gekauft, als das noch keine Sammlerstücke waren sondern ganz
einfach veraltete Technuik. Ich glaube, neu dürften die ziemlich teuer
gewesen sein, aber ich weiß es nicht.

Hat alles den letzten Umzug nicht überlebt. Die Aufnahmen liegen auf
mehreren Backupplatten.

olaf

unread,
Nov 24, 2020, 1:45:03 PM11/24/20
to
Ba??ar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:

>Ich spreche nur von Audio-CDs. Daten-CDs gingen 1999 los. Oder 98? Nein,
>ich glaube, 99.

Nein, das muss eher gewesen sein. Ich weiss noch das die Software
dafuer zu Anfang unter MS-DOS lief.
Kuck z.B mal hier. Geht bis 94 zurueck:
http://www.linuxresources.com/LDP/HOWTO/CD-Writing-HOWTO-1/

Ich hatte damals (1/97) mal eine Anleitung veroeffentlicht wie man
einen HP4020 repariert. (der hat !gebraucht! 500DM gekostet und der
1542CF war auch nicht umsonst)

Hier mal der Header:
[ Article reposted from de.comp.periph.cdrom ]
[ Author was Olaf Kaluza (ol...@criseis.ruhr.de) ]
[ Posted on Wed, 22 Jan 1997 18:18:31 GMT ]

Darauf wurde ich mit Dankesemails ueberschuettet und zwei Leute haben
mir sogar einen Rohling geschickt. Ich glaub einer kam sogar aus
Suedamerika. Ein leerer CD-Rohling! Den Brenner selbst muss ich so im
Herbst 96 gekauft haben.

>Die CD-Rohlinge kosteten hier damals 6???7 DM, glaube ich. Aber superdünn
>beschichtet, da konnte man fast durchschauen. Es gab auch 15???20 DM
>Spezialrohlinge, ich erinnere mich. Die waren gut versiegelt.

Da sieht man das du nur die spaeteren Rohlinge kennst. Die ersten waren
alle von oben goldig und von unten dunkelgrün oder auch goldig.
Wurden z.B von Philips hergestellt.
Ich hab gerade mal eine eingelegt die ich am 13.11.1996 gebrannt habe.
Scheint ganz normal lesbar zu sein.

Das aelteste was ich habe ich eine Kodak Photo CD vom 6.6.1994. Auch
noch problemlos lesbar. Die sind auch beidseitig golden. Hat damals
pro Bild 1DM gekostet, seufz. Die hat aber natuerlich Kodak fuer
mich gebrannt.

In der c't gab es damals auch einen Artikel wo man die Einfuehrung des
organischen Dyes beklagt hat.

>Peacock-Rohline ??? die meisten laufen. Wirklich gar nicht laufen tut eine
>CD, die mir mal eine Freundin 1999 bei einem Kumpel auf dem PC brennen
>ließ. Keine Ahnung, was das für ein Rohling war, aber der bronzte

Klar, es gab auch eine MEnge Schund. Ich hab auch einiges weggeworfen
das ich von Freunden bekommen habe. Das waren no-name Rohlinge
komplett ohne Aufdruck. Selbst mit Musik im CD-Player waren die nicht
mehr abspielbar und dabei kann der intepolieren und ist viel weniger
anspruchsvoll als ein Datenlaufwerk.

Insgesamt wuerde ich sagen sind die Teile haltbarer als mein
Interesse an den Daten die sich darauf befinden. :-)

Olaf

Başar Alabay

unread,
Nov 24, 2020, 3:04:19 PM11/24/20
to
olaf schrieb:

> Ba??ar Alabay <ala...@gmx.net> wrote:
>
> >Ich spreche nur von Audio-CDs. Daten-CDs gingen 1999 los. Oder 98? Nein,
> >ich glaube, 99.
>
> Nein, das muss eher gewesen sein. Ich weiss noch das die Software
> dafuer zu Anfang unter MS-DOS lief.
> Kuck z.B mal hier. Geht bis 94 zurueck:
> http://www.linuxresources.com/LDP/HOWTO/CD-Writing-HOWTO-1/

Ich meinte, bei *mir* :-) Bei mir gingen die Daten-CDs erst nach den
Audio-CDs los. Als Rohlinge.

> >Die CD-Rohlinge kosteten hier damals 6???7 DM, glaube ich. Aber superdünn
> >beschichtet, da konnte man fast durchschauen. Es gab auch 15???20 DM
> >Spezialrohlinge, ich erinnere mich. Die waren gut versiegelt.
>
> Da sieht man das du nur die spaeteren Rohlinge kennst. Die ersten waren
> alle von oben goldig und von unten dunkelgrün oder auch goldig.
> Wurden z.B von Philips hergestellt.
> Ich hab gerade mal eine eingelegt die ich am 13.11.1996 gebrannt habe.

Genau so sehen die dünnen aus, von denen ich spreche :-)

> Scheint ganz normal lesbar zu sein.
>
> Das aelteste was ich habe ich eine Kodak Photo CD vom 6.6.1994. Auch
> noch problemlos lesbar. Die sind auch beidseitig golden. Hat damals
> pro Bild 1DM gekostet, seufz. Die hat aber natuerlich Kodak fuer
> mich gebrannt.

Diese Kodaks waren – finde ich – irre gut. Ich kannte sie eben erst ab
99.

> In der c't gab es damals auch einen Artikel wo man die Einfuehrung des
> organischen Dyes beklagt hat.
>
> >Peacock-Rohline ??? die meisten laufen. Wirklich gar nicht laufen tut eine
> >CD, die mir mal eine Freundin 1999 bei einem Kumpel auf dem PC brennen
> >ließ. Keine Ahnung, was das für ein Rohling war, aber der bronzte
>
> Klar, es gab auch eine MEnge Schund. Ich hab auch einiges weggeworfen
> das ich von Freunden bekommen habe. Das waren no-name Rohlinge
> komplett ohne Aufdruck. Selbst mit Musik im CD-Player waren die nicht
> mehr abspielbar und dabei kann der intepolieren und ist viel weniger
> anspruchsvoll als ein Datenlaufwerk.

Ja ja … die alten Zeiten :-)

> Insgesamt wuerde ich sagen sind die Teile haltbarer als mein
> Interesse an den Daten die sich darauf befinden. :-)

Mal schauen, wie es in Jahren oder Jahrzehnten aussehen wird. Ich bin
diesen »Wolken« gegenüber noch immer sehr skeptisch eingestellt.

B. Alabay

Axel Berger

unread,
Nov 24, 2020, 5:25:38 PM11/24/20
to
Ba?ar Alabay wrote:
> Mal schauen, wie es in Jahren oder Jahrzehnten aussehen wird. Ich bin
> diesen »Wolken« gegenüber noch immer sehr skeptisch eingestellt.

Ich kenne die berufliche Tätigkeit von Winston Smith und das Buch
"Schwarzspeicher" von Tobias Radloff. Und ich sehe, wie in jetzt schon
mehreren Fällen die PDF-Archive gedruckter Tageszeitungen gefälscht
wurden. Ich werde auf dezentrale und lokale Speicher nicht verzichten.

Rainer Knaepper

unread,
Nov 24, 2020, 7:23:49 PM11/24/20
to
ala...@gmx.net (Basar Alabay) am 24.11.20:

> Rainer Knaepper schrieb:

>> Allerdings darf man Tonbandgerät-4.7 nicht mit 4.7 von späteren
>> einigermaßen hochwertigen Cassettendecks vergleichen. Hätte man
>> Bandgeräte mit Dolby-B gehabt, dann hätten die nicht so schlecht
>> abgeschnitten. Hatten die aber nicht.

> Ich bilde mir ein, daß es welche gab. Ob Dolby B oder C, weil ich
> nicht, aber es gab vereinzelt auch Bandmaschinen mit Dolby.

Revox B77 und A700 gab es afair in Dolby-B-Versionen. Ob auch die A-77
schon? Als Dolby-C herauskam, waren Bandgeräte afair schon tot.

> Ist
> natürlich die Frage, ab wann.

Zu spät für die deutsche HiFi-Industrie, denke ich.

> Aber na ja. Mal recihte Schellack,
> mal Äther, mal Band, mal Vinyl. Hauptsache, man hat Spaß.

Meine ersten Bandaufnahmen machte ich mit einem Telefunken Berolina.
Viertelspur, mono, 9.5cm/s, mit dem Billigmikrofon vor dem
Kofferradio. Weil das Adapterkabel vom Kopfhöreranschluß des Radios
(das hatte keine DIN-Buchse oder Line Out) am Bandgerät zu krassem
Brummen führte.

War stolz wie Oskar, daß danach sogar was erkennbares auf dem Band
war. Btw: Im Eltenhaus gab es damals einen Wellensittich, aber ich
glaube, die Aufnahmen, bei denen er reingequatscht hatte, habe ich
immer gleich wieder gelöscht ;-)

Rainer

--
Microsoft hat *nichts* auf der Homepage; nicht wirklich. Das ist
alles nur Schein. Die Wahrheit ist HIER. Hier ist das USENET.
(Gabriele Neukam in microsoft.public.de.german.win98.allgemein)
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