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Router ZyXEL Speedlink 5501

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opa-krempel

unread,
Jan 17, 2020, 9:23:32 AM1/17/20
to
Hallo.

Ich hoffe, ich bin hier richtig. Bitte bei Bedarf F'up setzen.

Ich betreibe seit längerem einen o.g. Router. Kaufentscheidend war
seinerzeit der eingebaute Dateiserver Samba sowie der ebenfalls an Bord
befindliche FTP Server. Ein weiteres Feature, der USB Druckerservice,
wurde von mir nicht benutzt, ist aber sicher für manche ebenfalls ein
Kaufargument gewesen. Das gleiche gilt für den 'Medienserver' Twonky.
Ich habe mehrere dieser Router teils neu, teils gebraucht gekauft. Sie
sind bei Bekannten und hier im Haus seit Jahren völlig ohne Probleme im
Einsatz. Ich würde im Prinzip gerne dabei bleiben.


Bis zur Firmware 4.38.2.11.02 war alles okay. Dann begann der Ärger.

==

Zitat aus der Änderungsbeschreibung 4.38.2.12.01

»- Ab dieser Version werden die Features FTP-Server und Drucker-Server
sowie der Fileserver-Fernzugriff NICHT
mehr unterstützt, zum einen aus Sicherheitsgründen und zum anderen
aufgrund des technischen Fortschritts
(Druckervernetzung, Cloud, etc.).
- Bei Kunden, die aktuell diese Features benutzen, bleibt dies auch nach
dem Update erhalten, es erfolgt lediglich
ein Hinweis auf den zukünftigen Wegfall. Nach einem Werksreset des
Speedlink 5501 sind die Features nicht
mehr verfügbar.«

D.h.: Der Dateiserver bleibt (vorerst) drin, ist jedoch nicht mehr von
außen zugänglich. Der Druckerserver ist verschwunden. Der FTP Server
bleibt solange aktiv, wie man nichts daran ändert.

==


Beim Update auf 4.38.2.12.02 hat sich nichts Wesentliches verändert,
vielleicht bis auf den Punkt
»Verbesserung der Firmware-Update-Prüfung«, der möglicherweise am
nachfolgenden Ärger mitgewirkt hat.

==


Dann kam das Update auf 4.38.2.12.03

Zitat aus der Änderungsbeschreibung

»- Sicherheitsupdates
Verbesserungen im Telefonieverhalten
Verbesserungen im Zusammenspiel mit Telefonanlagen (Avaya, Eumex)
Funktion „Dateiserver“ aus Sicherheitsaspekten und aufgrund des
technischen Fortschritts entfernt
HINWEIS
Der Medienserver (Twonky) zur Unterstützung angeschlossener
USB-Datenträger ist weiterhin integriert.«

==

Da ich immer zuerst die Liste der Änderungen lese, bevor ich ein Update
zulasse, konnte ich dem Ärger zunächst entkommen.

Fieserweise muß man an zwei ähnlichlautenden Menüpunkten einstellen, daß
man keine automatischen Updates wünscht. Ich hatte das leider einmal
teilweise übersehen.
Normalerweise wird man beim Abruf der Weboberfläche darauf hingewiesen,
daß ein Update verfügbar ist. Wenn man dort auf 'später' klickt, wird
nichts Neues geladen. Trotzdem hat der Router dann eines Nachts doch das
Update auf die Version -03 vorgenommen, neu gestartet und mich im
laufenden Betrieb um den Dateiserver gebracht.

Die anderen Geschädigten und ich sind also nun gezwungen, für
Samba-Dienste einen extra NAS anzuschaffen und zu betreiben, weil das
Gerät, welches dies eigentlich könnte, einfach mal so von der Telekom
dieser Fähigkeit beraubt wurde. Den FTP Dienst mußte ich nun auf einen
v-Server außerhalb verlagern, was mir nicht schmeckt.

Fragt man nach, kommen vage Hinweise auf 'Sicherheitsaspekte' und
'techischen Fortschritt', 'Cloudlösungen' und ähnliches.

Was die Sicherheit angeht, so war es in den früheren Versionen möglich,
den Zugriff auf Samba auf das lokale Netz zu beschränken. Auch was FTP
angeht, sollte man es doch den Kunden überlassen, was sie wünschen und
riskieren wollen.

In meinen Augen stellt diese 'Kastration' eines von mir erworbenen
Gerätes einen unzulässigen Eingriff - eine Sachbeschädigung - dar.
Vermutlich ist das Gerät allmählich etwas knapp an Speicher und
Rechenleistung, sodaß die Schritte zumindestens nachvollziehbar wären,
würde man sie vernünftig kommunizieren.

Es ist aber auch so, daß die Telekom den Router sehr aktuell hält, was
die Unterstützung ihrer eigenen Produkte angeht. Zitat aus
Firmwareänderung 4.38.2.07.01

»- Volle Unterstützung für EntertainTV, dem neuen IP-TV-Produkt der Telekom«

Auch beim Thema VoIP gibt es etliche Erweiterungen.

Es ist also wahrscheinlich, daß insbesondere diese neuen
marktspezifischen Erfordenisse (in eigener Sache), die zum Zeitpunkt des
Kaufes keinerlei Rolle spielten, erhöhten Speicherbedarf haben und
klassische Komponenten verdrängen.

Es würde mich interessieren, wie die Netzgemeinde insgesamt darüber
denkt, wenn ein Netzanbieter die im Eigentum der Kunden befindlichen
Geräte dermaßen selbstherrlich umfunktioniert.

Ist das bei anderen Herstellern ähnlich ?
Sollte man das einfach so hinnehmen ?
...

Die Aussagen der Betreuer bei telekomhilft.telekom.de sind wenig
hilfreich, eher patzig und ein Witz.

Ich will den Link hier nicht angeben, der 'Dialog' ist bei
telekomhilft.telekom.de unter
"Firmwareupdate 4.38.2.12.03 eine Zumutung"
zu finden.

Ganz abgesehen von der Unverschämtheit, daß eine 'Betreuerin' eine von
mir gestellte und nicht befriedigend beantwortete Frage einfach so auf
'gelöst' stellt.

Markus Franzke

Hergen Lehmann

unread,
Jan 17, 2020, 10:30:03 AM1/17/20
to
Am 17.01.20 um 15:23 schrieb opa-krempel:

> Ich betreibe seit längerem einen o.g. Router.

Mein Beileid. Diese Provider-Beipack-Router hatten noch nie einen guten Ruf.

> Die anderen Geschädigten und ich sind also nun gezwungen, für
> Samba-Dienste einen extra NAS anzuschaffen und zu betreiben, weil das
> Gerät, welches dies eigentlich könnte, einfach mal so von der Telekom
> dieser Fähigkeit beraubt wurde. Den FTP Dienst mußte ich nun auf einen
> v-Server außerhalb verlagern, was mir nicht schmeckt.
>
> Fragt man nach, kommen vage Hinweise auf 'Sicherheitsaspekte' und
> 'techischen Fortschritt', 'Cloudlösungen' und ähnliches.

Konkreter Hintergrund dürfte sein, das viele ältere Router nur SMBv1
konnten, welches sicherheitstechnisch ein Super-GAU ist. Es ist
erschreckend, wenn der Hersteller erst jetzt reagiert. Für eine
Umstellung auf eine aktuelle Samba-Version fehlten dann vermutlich der
Speicher und/oder die Kundennachfrage.

Und FTP taugte aus Sicherheits-Aspekten eh nie für mehr als einen
Servicezugang, den man nach erfolgter Kopieraktion so schnell wie
möglich wieder abschaltet.

> Auch was FTP angeht, sollte man es doch den Kunden überlassen, was sie wünschen und riskieren wollen.

Nein, das sollte man bei einem an Otto Normalverbraucher gerichteten
Produkt tunlichst nicht, denn dieser ist nicht in der Lage, zu bewerten,
an welchen Stellen er welches Risiko eingeht.

> In meinen Augen stellt diese 'Kastration' eines von mir erworbenen
> Gerätes einen unzulässigen Eingriff - eine Sachbeschädigung - dar.
> Vermutlich ist das Gerät allmählich etwas knapp an Speicher und
> Rechenleistung, sodaß die Schritte zumindestens nachvollziehbar wären,
> würde man sie vernünftig kommunizieren.

Niemand zwingt dich, irgendwelche neue Software einzuspielen. Du kannst
die Geräte genau so betreiben, wie du sie erworben hast, incl. aller
(sicherheits-)technisch veralteten Features.

> Es ist aber auch so, daß die Telekom den Router sehr aktuell hält, was
> die Unterstützung ihrer eigenen Produkte angeht. Zitat aus
> Firmwareänderung 4.38.2.07.01
>
> »- Volle Unterstützung für EntertainTV, dem neuen IP-TV-Produkt der
> Telekom«
>
> Auch beim Thema VoIP gibt es etliche Erweiterungen.

Ja, nun, das ist halt das, was für 95% der Kunden wichtig ist. Der
Fernseher und Facebook müssen laufen, alles andere kommt ganz viel später.
Und funktionierende Telefonie ist ein gesetzlich geforderter
Basisdienst, das MUSS der Provider sicher stellen, das die von ihm
verteilten Geräte mit den Erfordernissen des Netzes mithalten.

> Es würde mich interessieren, wie die Netzgemeinde insgesamt darüber
> denkt, wenn ein Netzanbieter die im Eigentum der Kunden befindlichen
> Geräte dermaßen selbstherrlich umfunktioniert.

Wenn die Geräte dein Eigentum sind, kannst du sie weiter genau so
betreiben, wie du sie erworben hast, incl. der veralteten Software.
Wenn sie gemietet sind, musst du damit leben, das der Provider eine ihm
genehme Software aufspielt.

> Ist das bei anderen Herstellern ähnlich ?

Bedingt. Der Markt verlangt nach neuen Funktionen, die Hardware ist
knapp dimensioniert, und manche "klassischen" Protokolle sind einfach so
kaputt, das sie sich nicht mehr reparieren lassen. Da muss man ggf.
Kompromisse machen und auch mal Dinge streichen, die eh fast niemand
benutzt hat.


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