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Wie testen, ob DSL "anliegt"?

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H.-P. Schulz

unread,
Jan 18, 2018, 1:55:44 PM1/18/18
to
Stichwort 'Wohnungsbesichtigung' ...

Oft wird von allerhand sich kundig Gebenden das Blaue vom Himmel
erzählt bezüglich DSL und "Kabel" und werweißwas - - jedenfalls deutet
das Geschwafel auf vollumfängliche Null-Ahnung. Die Betreffenden -
gern auch Makler - offenbaren auf einfachste Nachfragen regelmäßig
ihre völlig Ignoranz bezüglich jedweder Kommunikationsinfrastruktur.
"Was außer einem Smartfon braucht man denn überhaupt?" scheinen sich
die Leute zu denken.

Wie kann man *ohne teures Spezial-Equipment* testen, also: an einer
TAE-Buchse (Telefonsteckdose) testen, was da DSL-beschaltungsmäßig
Sache ist?

Die diversen Verfügbarkeitschecks sind reine Werbeveranstaltungen, die
noch für jede Erdhöhle DSL als verfügbar melden. Ich weiß zumindest
von zwei (2) Fällen, wo nachweislich *kein* DSL anliegt, die
Verfügbarkeitschecks aber sehr wohl Verfügbarkeit melden.

Könnte man sich einfach seine eigene zB Fritzbox mitnehmen und einfach
mal kurz anschließen - und sehen, was passiert - also zB eine
Synchronisation oder so?
Oder ist *dafür* schon ein Vertrag nötig?
Ich habe da keine vertiefte Ahnung, und die Anbieter (also die Leute,
die einem was verkaufen wollen) sind bei solchen Fragen auch
regelmäßig intransigent.

Also, gibt 's da was von . . Dings?

Michael Landenberger

unread,
Jan 18, 2018, 2:31:39 PM1/18/18
to
"H.-P. Schulz" schrieb am 18.01.2018 um 19:55:38:

> Stichwort 'Wohnungsbesichtigung' ...
>
> Oft wird von allerhand sich kundig Gebenden das Blaue vom Himmel
> erzählt bezüglich DSL und "Kabel" und werweißwas - - jedenfalls deutet
> das Geschwafel auf vollumfängliche Null-Ahnung. Die Betreffenden -
> gern auch Makler - offenbaren auf einfachste Nachfragen regelmäßig
> ihre völlig Ignoranz bezüglich jedweder Kommunikationsinfrastruktur.
> "Was außer einem Smartfon braucht man denn überhaupt?" scheinen sich
> die Leute zu denken.
>
> Wie kann man *ohne teures Spezial-Equipment* testen, also: an einer
> TAE-Buchse (Telefonsteckdose) testen, was da DSL-beschaltungsmäßig
> Sache ist?

*Wenn* DSL anliegt (d. h. wenn DSL auf dem Anschluss aktiviert ist), kann man
sich die Leitungskapazität (und natürlich auch die tatsächlich anliegende
Sync-Rate) z. B. mit einer an einen Laptop angeschlossenen Fritzbox anzeigen
lassen. Ich könnte mir aber denken, dass Makler ein Problem damit haben, wenn
der Wohnungsinteressent anfängt, mit Fritzbox und Laptop an der Telefondose
herumzufummeln ;-)

Wenn kein DSL anliegt (was bei unbewohnten Wohnungen nicht selten der Fall
sein dürfte), hat man keine Chance, die Leitungskapazität zu erfahren.

> Die diversen Verfügbarkeitschecks sind reine Werbeveranstaltungen, die
> noch für jede Erdhöhle DSL als verfügbar melden. Ich weiß zumindest
> von zwei (2) Fällen, wo nachweislich *kein* DSL anliegt, die
> Verfügbarkeitschecks aber sehr wohl Verfügbarkeit melden.

Wenn kein DSL anliegt, heißt das ja noch lange nicht, dass kein DSL verfügbar
ist. Es heißt erst einmal nur, dass es nicht aktiv ist und (bei positivem
Ergebnis der Verfügbarkeitsprüfung) auch aktiviert werden könnte, wenn denn
der Anschluss-Inhaber welches bestellte.

Gruß

Michael

Jörg Tewes

unread,
Jan 18, 2018, 4:32:21 PM1/18/18
to
H.-P. Schulz schrieb:

> Wie kann man *ohne teures Spezial-Equipment* testen, also: an einer
> TAE-Buchse (Telefonsteckdose) testen, was da DSL-beschaltungsmäßig
> Sache ist?

Wenn keiner DSL bezahlt, was bei einer unbewohnten Wohnung regelmäßig
der Fall sein dürfte, kannst du nichts testen. Wenn du eine Wohnung
besichtigst in der noch jemand wohnt, kannst du den fragen ob er dich
mal in seine Router/Modem Oberfläche gucken läßt.

> Die diversen Verfügbarkeitschecks sind reine Werbeveranstaltungen, die
> noch für jede Erdhöhle DSL als verfügbar melden. Ich weiß zumindest
> von zwei (2) Fällen, wo nachweislich *kein* DSL anliegt, die
> Verfügbarkeitschecks aber sehr wohl Verfügbarkeit melden.

Wenn niemand DSL bestellt liegt auch nix an. DSL liegt erst an, wenn
es jemand bestellt. Wenn du bei Oma Wuttke, deren Wohnung genau neben
dem VDSL Outdoor liegt, ein DSL-Modem in die TAE Buchse steckst wird
es dir auch anzeigen das kein DSL anliegt. Obwohl wenn du da einziehst
und DSL bestellst, vermutlich 100 MBit/s anliegen.


Bye Jörg

--
"Das Böse triumphiert allein dadurch, daß gute Menschen nichts
unternehmen."
(Edmund Burke)

Andreas Hartmann

unread,
Jan 19, 2018, 4:00:06 AM1/19/18
to
On 01/18/2018 at 11:42 PM Martin Gerdes wrote:
> H.-P. Schulz <hps...@online.de> schrieb:
>> Ich weiß zumindest von zwei (2) Fällen, wo nachweislich *kein* DSL
>> anliegt, die Verfügbarkeitschecks aber sehr wohl Verfügbarkeit melden.

[...]

> "DSL anliegen" heißt für mich: Auf einer Buchse liegt ein aktives
> DSL-Signal. Das wird regelmäßig nur bei laufendem Vertrag so sein. Wenn
> der Vormieter seinen Vertrag gekündigt hat, dürfte der Anschluß
^^^^^^
Warum sollte ein Provider einen Anschluss *physisch* abklemmen bei einer
Kündigung? Das wäre eine Arbeitsbeschaffungspassnahme. Wahrscheinlich
wird einfach nur der Zugang logisch deaktiviert - das würde vollständig
genügen - zumindest solange genügend DSL-Ports verfügbar sind. Ein
Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher grundsätzlich möglich.

Jedoch würde er dann auch nur das zu sehen bekommen, was für den
vorherigen Vertrag angeklemmt war. D.h., evtl. gar kein DSL (weil
vorheriger User noch ausschließlich analoges Telefon hatte) oder eben
sonst irgendwas, was es grundsätzlich auch noch geben kann.

D.h., wenn er bei dem Test z.B. einen entsprechenden Sync von 100/40
z.B. sieht, kann er mal zumindest davon ausgehen, dass dieses Feature
mit hoher Wahrscheinlichkeit grundsätzlich zur Verfügung steht. Ob die
Bandbreite dann aber de facto genutzt werden kann, ist natürlich wieder
eine ganz andere Frage, die er ohne Vertrag nicht evaluieren kann. Aber
selbst dann kann es passieren, dass bei Portmangel der Port am Schluss
doch weg ist, bis er den Antrag stellt und es zur Bearbeitung kommt.
Eine Garantie ist daher auch dieses Testergebnis nicht.

Fazit:
Vorher auf diese Weise testen bringt nichts Belastbares.

Ich würde mich eben im Wohnort nach den DLSAMs umschauen und suchen, wo
die stehen.
Bringt allerdings auch nicht viel, weil auch das nicht zwangsweise
belastbar ist.

Bei uns hier wurde ausgebaut und es gab nicht wenige Fälle, die keine
50m neben dem neuen DSLAM gewohnt haben und *kein* VDSL bekommen haben -
ganz einfach deshalb, weil aus historischen Gründen die
Kupferverkabelung an einen ganz anderen Ort verlegt war als an die zum
Bauzeitpunkt bereits vorhandenen "neueren" Kabelverzweiger um die Ecke -
und das, obwohl die Häuser gerade mal so 10 Jahre alt sind. Problem war
eben, dass beim Neubau die historisch vorhandenen Leitungen unverändert
weitergenutzt wurden. Die Umverkabelung war zum Zeitpunkt des Neubaus
irrelevant bzw. einfach zu teuer.
Gab dann ziemlichen Aufstand, weil sich die Betroffenen natürlich massiv
beschwert haben und einen riesen Streit darüber, wer die Umverkabelung
bezahlen sollte. Telekom, Anlieger oder Stadt. Wie es ausging, weiß ich
nicht. Aber irgendwann, viele Monate später, hat man dann wieder
Baufahrzeuge gesehen - ich gehe davon aus, dass die Umverkabelung dann
doch noch durchgeführt wurde.


Was sagt uns das alles?
Die Provider haben es bis heute nicht geschafft (und wahrscheinlich auch
gar nicht gewollt), eine Netzversorgung auf die Beine zu stellen, wie es
bei Strom, Wasser oder Gas (wenn vorhanden) Standard ist. Kein Mensch
muss sich hierzulande Gedanken darüber machen, ob er die für
Haushaltszwecke üblichen 230 V mit entsprechender Belastbarkeit auch
tatsächlich bekommt. Die liegen immer an.
Das Ganze ist ein ziemliches Armutsszeugnis.


Gruß,
Andreas (meine Sicht der Dinge)

Hergen Lehmann

unread,
Jan 19, 2018, 4:45:03 AM1/19/18
to
Am 19.01.2018 um 09:58 schrieb Andreas Hartmann:

> Die Provider haben es bis heute nicht geschafft (und wahrscheinlich auch
> gar nicht gewollt), eine Netzversorgung auf die Beine zu stellen, wie es
> bei Strom, Wasser oder Gas (wenn vorhanden) Standard ist. Kein Mensch
> muss sich hierzulande Gedanken darüber machen, ob er die für
> Haushaltszwecke üblichen 230 V mit entsprechender Belastbarkeit auch
> tatsächlich bekommt. Die liegen immer an.

Schön wärs. In älteren Mietshäusern ist die ausreichende Belastbarkeit
keineswegs immer gegeben. Insbesondere, wenn Gas vorhanden ist und die
Elektroinstallation einst nur für Beleuchtungszwecke angelegt wurde.
Und auch stabile 230V sind auf'm Land mitunter ein Wunschtraum.

> Das Ganze ist ein ziemliches Armutsszeugnis.

Kann man IMO nicht vergleichen.
Das ganze Internet-Geraffel ist extrem kurzlebig und bereits wieder
veraltet, lange bevor ein flächendeckender Ausbau erreicht ist. Dann
soll das in .de auch immer alles schön säuberlich verbuddelt werden,
aber bitteschön ohne jedes Mal die Straße aufzureißen, da mauert dann
die Gemeinde und verzögert Genehmigungen. Und als Krönung noch eine
verfehlte Regulierungspolitik, die Trittbrettfahrer (Reseller) anstelle
von Investitionen fördert.

Es ist schwer, unter diesen Bedingungen mit der technischen Entwicklung
Schritt zu halten und nebenher auch noch ein wenig Gewinn zu machen.

Hergen

H.-P. Schulz

unread,
Jan 19, 2018, 4:48:10 AM1/19/18
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> schrieb:

>H.-P. Schulz <hps...@online.de> schrieb:

> Damit
>kannst Du dann auch die elend lange Zeit überbrücken, bis man Dir den
>Anschluß nach dem Einzug freischaltet.

Es geht nicht um mich persönlich. Ich werde in meiner Umgebung als
Checker in diesen Dingen angesehen (!!!), mein Viertelwissen kommt
manch anderen schon wie der volle Durchblick vor! Ja ja, solche
Umgebungen gibt es!

>Oben hebst Du auf die Inkompetenz anderer Leute ab. Mich beschleicht der
>Eindruck, daß Du von dieser auch nicht ganz unbeleckt bist.

Sind wir nicht alle *fast* vollumfänglich inkompetent, irgendwie? :)

Was glaubst Du, warum ich mich erkundige, etwa hier, im Usenet?

> (...) Wenn
>der Vormieter seinen Vertrag gekündigt hat, dürfte der Anschluß
>schlichtweg abgeklemmt sein. Du hast bei der Wohnungsbesichtigung dann
>beispielsweise eine an der TAE-angeschlossene, amtsseitig aber
>abgeklemmte Doppelader vor Dir.

Das ist das Sichwort: "abgeklemmt".
Wie muss ich mir das vorstellen?
Da kommt doch bei Vertragsbeginn nicht ein Monteur zu dem meine Drähte
führenden Schaltschrank und stellt eine *physische* Verbindung
(wieder) her - oder doch?
Ich glaube eher, dass das irgendwie per Software geschieht.

>>Ich habe da keine vertiefte Ahnung
>
>Der Eindruck drängt sich auf, ja. Gemessen daran formulierst Du recht
>selbstbewußt.

Man kann von etwas (fast) keine Ahnung haben und trotzdem in der Lage
sein, Sätze zu schreiben, die einen Anfang, ein Mittelteil - und (!!)
einen Schluss haben. - Ich erlebe immer wieder, dass das die Checker
(zu schweigen von den Supercheckern!) irritiert. Es hat damit aber
weiter nichts auf sich.

Ernsthaft: Ich muss doch nicht den Welpen machen, wenn ich mal was
frage, oder? Und es kann doch sein, dass etwas, das ich für
gesichertes Wissen halte, sich als Fehlinformation oder Irrtum
erweist.
Im übrigen bin ich mit meiner Ignoranz - anders als etwa ein Makler -
ja nicht geschäftlich, also Geld verdienen wollend, unterwegs. Das
ist, finde ich, auch immer ein beachtenswerter Unterschied.

Arno Welzel

unread,
Jan 19, 2018, 5:33:14 AM1/19/18
to
H.-P. Schulz:

[...]
> Die diversen Verfügbarkeitschecks sind reine Werbeveranstaltungen, die
> noch für jede Erdhöhle DSL als verfügbar melden. Ich weiß zumindest
> von zwei (2) Fällen, wo nachweislich *kein* DSL anliegt, die
> Verfügbarkeitschecks aber sehr wohl Verfügbarkeit melden.

Definiere "anliegen". Meinst Du damit, dass DSL generell nicht zu
bekommen ist, obwohl es angeblich verfügbar sein sollte?

> Könnte man sich einfach seine eigene zB Fritzbox mitnehmen und einfach
> mal kurz anschließen - und sehen, was passiert - also zB eine
> Synchronisation oder so?
> Oder ist *dafür* schon ein Vertrag nötig?

In der Regel - ja. Denn warum sollten Provider Ports in der
Verteilungsstelle belegen, wenn am anderen Ende niemand ist, der die
Leitung bezahlt?


--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de
https://de-rec-fahrrad.de
http://fahrradzukunft.de

Shinji Ikari

unread,
Jan 19, 2018, 6:09:52 AM1/19/18
to
Guten Tag

Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> schrieb

>> "DSL anliegen" heißt für mich: Auf einer Buchse liegt ein aktives
>> DSL-Signal. Das wird regelmäßig nur bei laufendem Vertrag so sein. Wenn
>> der Vormieter seinen Vertrag gekündigt hat, dürfte der Anschluß
>Warum sollte ein Provider einen Anschluss *physisch* abklemmen bei einer
>Kündigung?

Einen normalen Anschluss abklemmen wird man nicht aufgrund einer
Kuendigung, sondern aufgrund eines Ressourcenengpasses oder
Missbrauchverdachtes.

>Das wäre eine Arbeitsbeschaffungspassnahme. Wahrscheinlich
>wird einfach nur der Zugang logisch deaktiviert - das würde vollständig
>genügen - zumindest solange genügend DSL-Ports verfügbar sind.

*zustimm*

>Ein
>Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher grundsätzlich möglich.

Waere aber Kostenaufwand, den ein Provider nicht treiben will.

Andreas Hartmann

unread,
Jan 19, 2018, 8:00:07 AM1/19/18
to
Hallo Shinji,

Am 19.01.2018 um 12:09 schrieb Shinji Ikari:
> Guten Tag
>
> Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> schrieb

>> Ein
>> Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher grundsätzlich möglich.
>
> Waere aber Kostenaufwand, den ein Provider nicht treiben will.

Welche Karten hat da der Provider im Spiel? Solange die Leitung
grundsätzlich angeklemmt ist und sie an einem DSL-Port hängt, wird ein
vom Tester angeklemmtes geeignetes(!) Modem auf jeden Fall einen
DSL-Sync durchführen - Daten werden natürlich keine fließen, weil ja
keine IP-Adresse vorhanden ist mangels Vertrag.

Oder gehst Du davon aus, dass Leitungen ohne aktuellen Vertrag auch den
evtl. vorher vorhandenen DSL-Sync deaktivieren? Welchen Sinn soll1te das
haben? Ohne IP-Adresse kann man die Leitung nicht nutzen.

Könnte natürlich aber trotzdem so sein. Bei meinem Wechsel damals (ok -
schon länger her - könnte sich also durchaus geändert haben) war
jedenfalls auch ohne Vertrag schon der DSL-Sync vom Vorvertrag (war
sogar anderer Provider) vorhanden.

Aber wie vorher schon gesagt - der Test bringt am Ende sowieso nichts
nachhaltig Belastbares - völlig egal, welches Ergebnis dabei rauskam.


Gruß,
Andreas

Shinji Ikari

unread,
Jan 19, 2018, 11:11:47 AM1/19/18
to
Guten Tag

Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> schrieb

>>> Ein
>>> Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher grundsätzlich möglich.
>> Waere aber Kostenaufwand, den ein Provider nicht treiben will.
>Welche Karten hat da der Provider im Spiel?

Die DSLAM-Karten sind portgenau konfigurierbar und wenn kein Profil
oder Aktivierung vorhanden sind (bzw. zum Vertragsende dekonfiguriert
wurden) reagiert der Port auf nichts. Aus Gruenden der Stromersparnis
reagiert er nicht einmal und geht in eine Art Idle-Zustand.

>Solange die Leitung
>grundsätzlich angeklemmt ist und sie an einem DSL-Port hängt, wird ein
>vom Tester angeklemmtes geeignetes(!) Modem auf jeden Fall einen
>DSL-Sync durchführen

Das kundenseitige Modem wird laufschen und Pilottoene senden um einen
DSLAM-Port aufzuwecken. Dieser wird aber nicht reagieren, solange er
dazu nicht konfiguriert wurde.
Wobei IMHO bei VDSL mit Vectoring die Ports sich nicht ganz 'tot'
stellen, da Vectoring durch permanente Analyse und
Signalgegensteuerung Ihr volles Potential versuchen zu erreichen und
da dann ein Zusammenspiel der vorhandenen Ports sinnvoll ist.

> - Daten werden natürlich keine fließen, weil ja
>keine IP-Adresse vorhanden ist mangels Vertrag.

Und syncen wird das Modem auch nicht, wenn der Port ordentlich
dekonfiguriert wurde. Und das geht vollautomatisch, wenn eine
Vertragsendedatum (+Karenzzeit) in der Software hinterlegt und die
Funktion vorgegeben wurde.

>Oder gehst Du davon aus, dass Leitungen ohne aktuellen Vertrag auch den
>evtl. vorher vorhandenen DSL-Sync deaktivieren?

Ja. Srichwort: Stromsparen

>Welchen Sinn soll1te das
>haben?

Staendiges Lauschen+Senden auf/von Pilottoenen und spontane
Betriebsbereitschaft bei einigen hundert Ports ohne dass dafuer Geld
rein kommt, kostet Strom und somit Geld und erhoeht die
Waermeentwicklung in den kleinen Multifunktionsgehaeusen (gerade/auch
im Sommer, wenn dei Sonne darauf braet) unnoetig.

> Ohne IP-Adresse kann man die Leitung nicht nutzen.

Ohne aktiv geschalteten Port spart man etwas Strom. Bei der Menge
moeglicher Ports summiert sich das schon.

Shinji Ikari

unread,
Jan 19, 2018, 11:19:43 AM1/19/18
to
Guten Tag

H.-P. Schulz <hps...@online.de> schrieb

>Das ist das Sichwort: "abgeklemmt".
>Wie muss ich mir das vorstellen?
>Da kommt doch bei Vertragsbeginn nicht ein Monteur zu dem meine Drähte
>führenden Schaltschrank und stellt eine *physische* Verbindung
>(wieder) her - oder doch?

Sofern nicht ein identisch schon vorhandener DSL.Aschluss wieder exakt
so eingerichtet werden soll, sind neu Inbetriebnahme von DSL mit
Splitter Schaltungen erforderlich. Nein, die sind nicht unbedingt bei
Dir vor Ort, sondern in den Vermittlungsstellen oder am Outdoor-DSLAM
durchzufuehren.
Je laenger ein Anscluss im Haus/Wohnung deaktiviert war, desto
groesser ist die Chance/Gefahr, dass zumindest ein Teil der dafuer
ehemals benutzten Ressourcen anderweitig benutzt wurden.
Schliesslich koennte ein Nachbar oder eine Firma irgendwo auf der
Strecke wzischen dem Endpunkt und der Vermittlungsstelle gerade eben
ein paar Adern benoetigt haben, die man von dem zwischenzeitlich
unbenutzen Anschluss in einer Muffe oder so abzweigen konnte.

>Ich glaube eher, dass das irgendwie per Software geschieht.

Anfangs ja. Aber wenn beispielsweise ein alter ADSL mit Spliter und
analogem Telefon laenger ausser Betrieb und gekuendigt ist, dann kann
es passieren dass das Kabel bis zum KVZ auch fuer ein Produkt fuer
einen anderen Kunden benoetigt wird. Und spaetestens dann ist die
Endstelle beim alten Kundenstandort abgeklemmt.

Ralph Aichinger

unread,
Jan 19, 2018, 12:12:39 PM1/19/18
to
Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> wrote:
> Oder gehst Du davon aus, dass Leitungen ohne aktuellen Vertrag auch den
> evtl. vorher vorhandenen DSL-Sync deaktivieren? Welchen Sinn soll1te das
> haben?

Strom und Ports sparen?

/ralph

Thomas Gohel

unread,
Jan 19, 2018, 1:20:26 PM1/19/18
to

Hallo Andreas,

> Warum sollte ein Provider einen Anschluss *physisch* abklemmen bei
> einer Kündigung?

Die Telekom klemmt prinzipiell die Leitungen ihrer Fremdanbieter ab,
während sie früher ihre eigenen POTS/ISDN-Anschlüsse einfach weiter
betrieben hat. Es lag zwar eine Sperre auf der Leitung, aber der
neue "Kunde" konnte noch die Vertriebs-Hotline anrufen, um gleich
einen neuen Vertrag abzuschliessen. ;-)

> Das wäre eine Arbeitsbeschaffungspassnahme.

Das war einfach: Der Anbieter bezahlt der Telekom sogar dafür. ;-)

> Wahrscheinlich wird einfach nur der Zugang logisch deaktiviert - das
> würde vollständig genügen - zumindest solange genügend DSL-Ports
> verfügbar sind. Ein Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher
> grundsätzlich möglich.

Ein solcher Test hat keinerlei Aussage-Kraft und selbst wenn ein
DSL-Sync funktioniert, sagt die vom Modem ermittelte Bandbreite
rein garnix aus. Eher im Gegenteil, der Connect liegt weit unterhalb
der praktisch möglichen Bandbreite.

> Jedoch würde er dann auch nur das zu sehen bekommen, was für den
> vorherigen Vertrag angeklemmt war.

Im besten Fall ist das irgendein interner Defaultwert des DSLAMs und
im anderen Fall passiert rein nix.

> Fazit:
> Vorher auf diese Weise testen bringt nichts Belastbares.

Das ist völlig korrekt.

> Die Provider haben es bis heute nicht geschafft (und wahrscheinlich
> auch gar nicht gewollt), eine Netzversorgung auf die Beine zu
> stellen, wie es bei Strom, Wasser oder Gas (wenn vorhanden) Standard
> ist. Kein Mensch muss sich hierzulande Gedanken darüber machen, ob er
> die für Haushaltszwecke üblichen 230 V mit entsprechender
> Belastbarkeit auch tatsächlich bekommt. Die liegen immer an.
> Das Ganze ist ein ziemliches Armutsszeugnis.

Mit der Privatisierung wollten wir dieses allesamt und eine wie früher
übliche staatliche Querfinanzierung zwischen Gewinn- und Verlust-Gegenden
gibt es nicht mehr.

Wettbewerb halt: Entweder stapeln sich die Bewerber in den Städten,
da wo es die dicke Gewinne für minimalen Einsatz gibt, und an allen
anderen Ecken unseres Landes wird halt auf den Wettbewerb (also Ausbau)
mangels Profit glatt verzichtet, dafür aber um sol auter nach Telekom
oder/und dem Staat gerufen.

Fakt ist: Würde der Vollausbau mit Glasfaser Gewinn abwerfen, dann
wäre unser Land schon mindestens zweimal komplett mit Glasfaser über-
baut und das ist aber leider die traurige Realität ...

Tschau,

--------------
/ h o m a s
--
Kill-, Filter- und Scorefiles: Die modernen Schallschutzwaende des Usenet.

H.-P. Schulz

unread,
Jan 19, 2018, 1:41:54 PM1/19/18
to
Ich habe alles mitgelesen und bin nun für Montag schon etwas gespickt.

Sagt es dem hier versammelten Sachverstand etwas, dass ein Provider
für die betreffende Adresse ein 16M-DSL Produkt anbietet - - mit
Zuschlag, nämlich € 4,99/m "Fernschaltungsgebühr".

Was ist diese Fernschaltung, worauf ist das ein Indiz?
Es handelt sich um eine Hotelanlage am A* der Welt.

Michael Limburg

unread,
Jan 19, 2018, 2:13:58 PM1/19/18
to
H. -P. Schulz wrote:

> Was ist diese Fernschaltung, worauf ist das ein Indiz?

Das der von Dir gewünschte Provider vermutlich eine höhere
Gebühr zum Anmieten der Leitung weiterreicht. Das sollte
aber doch in der AGB/Leistungsbeschreibung/Preisliste
erkärt sein.
Da stellt sich mir jetzt allerdings die Frage, warum Du
nicht mal beim "Leitungsbesitzer" nachfragst, was zu
welchen Tarifen möglich ist.

MfG

Marc Haber

unread,
Jan 19, 2018, 2:44:29 PM1/19/18
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> wrote:
>Wisse nebenbei: Das als Verbraucherschutzmaßnahme gedachte
>Rücktrittsrecht bei Online-Abschlüssen führt regelmäßig dazu, daß der
>gewählte Anbieter Deinen Auftrag erstmal bis zum Ablauf der
>Widerspruchsfrist liegenläßt, bevor er weiteres veranlaßt. Wenn Du
>direkt z.B. im T-Punkt kaufst, hast Du zwar das Widerrufsrecht nicht,
>dafür aber Deinen Internetanschluß 2 Wochen früher.

Seriöse Provider wie 1&1 bieten ein Rücktrittsrecht auch nach
Schaltung des Anschlusses.

https://www.1und1.de/Das1und1Prinzip1Monat

>>Ich weiß zumindest von zwei (2) Fällen, wo nachweislich *kein* DSL
>>anliegt, die Verfügbarkeitschecks aber sehr wohl Verfügbarkeit melden.
>
>Oben hebst Du auf die Inkompetenz anderer Leute ab. Mich beschleicht der
>Eindruck, daß Du von dieser auch nicht ganz unbeleckt bist.

Du sprichst mit H.-P. Schulz. Hast Du das übersehen?

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
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Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834

Marc Haber

unread,
Jan 19, 2018, 2:51:58 PM1/19/18
to
Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> wrote:
>Am 19.01.2018 um 12:09 schrieb Shinji Ikari:
>> Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> schrieb
>
>>> Ein
>>> Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher grundsätzlich möglich.
>>
>> Waere aber Kostenaufwand, den ein Provider nicht treiben will.
>
>Welche Karten hat da der Provider im Spiel? Solange die Leitung
>grundsätzlich angeklemmt ist und sie an einem DSL-Port hängt, wird ein
>vom Tester angeklemmtes geeignetes(!) Modem auf jeden Fall einen
>DSL-Sync durchführen - Daten werden natürlich keine fließen, weil ja
>keine IP-Adresse vorhanden ist mangels Vertrag.

Alleine aus Stromverbrauchs- und Wärmegründen wird man einen nicht
genutzten DSL-Anschluß aus der Ferne per Software deaktiveren.

Marc Haber

unread,
Jan 19, 2018, 2:53:33 PM1/19/18
to
H.-P. Schulz <hps...@online.de> wrote:
>Das ist das Sichwort: "abgeklemmt".
>Wie muss ich mir das vorstellen?

Das kommt darauf an und lässt sich nicht eindeutig für alle Fälle
beantworten.

Marc Haber

unread,
Jan 19, 2018, 2:56:33 PM1/19/18
to
H.-P. Schulz <hps...@online.de> wrote:
>Sagt es dem hier versammelten Sachverstand etwas, dass ein Provider
>für die betreffende Adresse ein 16M-DSL Produkt anbietet - - mit
>Zuschlag, nämlich € 4,99/m "Fernschaltungsgebühr".

Das bedeutet, dass Du mit etwas Glück ein DSL-Produkt mit 16M im Namen
bestellen kannst, dass dann mit etwas mehr Glück auch geschaltet wird,
und dessen Leistung innerhalb der vom Anbieter in seinen AGB genannten
Bandbreitenkorridor liegen wird.

>Was ist diese Fernschaltung, worauf ist das ein Indiz?

Dass der Anschluß am A* der Welt geschaltet werden soll und der von
dir ausgesuchte Provider deswegen ein teureres Vorprodukt einkaufen
muss.

Grüße
Marc

Jörg Tewes

unread,
Jan 19, 2018, 6:33:25 PM1/19/18
to
Thomas Gohel schrieb:

>> Die Provider haben es bis heute nicht geschafft (und wahrscheinlich
>> auch gar nicht gewollt), eine Netzversorgung auf die Beine zu
>> stellen, wie es bei Strom, Wasser oder Gas (wenn vorhanden) Standard
>> ist. Kein Mensch muss sich hierzulande Gedanken darüber machen, ob er
>> die für Haushaltszwecke üblichen 230 V mit entsprechender
>> Belastbarkeit auch tatsächlich bekommt. Die liegen immer an.
>> Das Ganze ist ein ziemliches Armutsszeugnis.
>
> Mit der Privatisierung wollten wir dieses allesamt und eine wie früher
> übliche staatliche Querfinanzierung zwischen Gewinn- und Verlust-Gegenden
> gibt es nicht mehr.

Die würde es auch ohne Privatiesierung nicht geben. Es sei denn es
gäbe weiterhin die Preise von 1980. Also 1,50 Euro/Minute in die USA
und 12 Cent für 6 Minuten im Ortsnetz. DSL müßte dann 100 Euro für 3
MBit/s kosten plus 150 Euro Anschlußkosten.

> Wettbewerb halt: Entweder stapeln sich die Bewerber in den Städten,
> da wo es die dicke Gewinne für minimalen Einsatz gibt, und an allen
> anderen Ecken unseres Landes wird halt auf den Wettbewerb (also Ausbau)
> mangels Profit glatt verzichtet, dafür aber um sol auter nach Telekom
> oder/und dem Staat gerufen.

Also ich weiß ja nicht, aber wenn es sogar in 2000 Einwohner
Ortschaften Outdoors gibt, kann es mit dem Profitmangel nicht soweit
her sein.

> Fakt ist: Würde der Vollausbau mit Glasfaser Gewinn abwerfen, dann
> wäre unser Land schon mindestens zweimal komplett mit Glasfaser über-
> baut und das ist aber leider die traurige Realität ...

Naja was man nicht hat, kann man auch nicht verkaufen, also kann man
auch keinen Gewinn haben.


Bye Jörg

--
Die zehn Gebote sind deswegen so kurz und logisch, weil sie ohne
Mitwirkung von Juristen zustandegekommen sind.
(Charles de Gaulle)

Kay Martinen

unread,
Jan 19, 2018, 6:33:31 PM1/19/18
to
Am 19.01.2018 um 20:51 schrieb Marc Haber:
> Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> wrote:
>> Am 19.01.2018 um 12:09 schrieb Shinji Ikari:
>>> Andreas Hartmann <andiha...@01019freenet.de> schrieb
>>
>>>> Ein
>>>> Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher grundsätzlich möglich.
>>>
>>> Waere aber Kostenaufwand, den ein Provider nicht treiben will.
>>
>> Welche Karten hat da der Provider im Spiel? Solange die Leitung
>> grundsätzlich angeklemmt ist und sie an einem DSL-Port hängt, wird ein
>> vom Tester angeklemmtes geeignetes(!) Modem auf jeden Fall einen
>> DSL-Sync durchführen - Daten werden natürlich keine fließen, weil ja
>> keine IP-Adresse vorhanden ist mangels Vertrag.
>
> Alleine aus Stromverbrauchs- und Wärmegründen wird man einen nicht
> genutzten DSL-Anschluß aus der Ferne per Software deaktiveren.

Und dazu kommt noch das man zwischen der Physischen und der Logischen
Terminierung des Anschlusses unterscheiden muss.

Die Physische DSL-Verbindung geht bis zum DSLAM, egal ob der in einer
Entfernten Vermittlung oder in einem MuFu-Gehäuse vor der Tür steckt.

Aber die Logische Verbindung (die darauf aufbauende PPPOE-Session) kann
irgendwo anders terminiert werden. Z.B. hier auf unserer Insel gibt es
anscheinend nur Accesskonzentratoren. Die Logische Terminierung und
IP-Vergabe kommt aus Flensburg oder einer anderen Ecke. Also einmal Quer
durch Schleswig-Holstein.

Was vermutlich auch der Grund ist für meine Aktuellen
Verbindungsabbrüche. Angeblich eine Massenstörung durch den Sturm
Frederike. Von dem wir hier kaum was bemerkt haben. Nur etwas Schnee,
aber kein Wind.

Will sagen, selbst wenn der Port Physisch aktiv wäre - was ich auch
nicht glaube - wird es keine Logische Verbindung geben. Damit auch keine
IP, kein Gateway, kein Login und keine Möglichkeit Testdaten zu
übertragen um die Bandbreite zu checken. Und anders ist kaum eine
halbwegs Taugliche Aussage über die Leitungskapazität möglich.

Ich hatte z.B. lange DSL-Lite, jetzt DSL-RAM. Vorher waren es 0.4 Mbit
jetzt bis zu 2Mbit - über die gleiche Alte Leitung. Es war einfach kein
RAM-Tauglicher Port in der Vermittlung frei.

Kay

--
Sent via SN (Eisfair-1)

Thomas Gohel

unread,
Jan 20, 2018, 4:35:40 AM1/20/18
to
Jörg Tewes meinte zum Thema "Re: Wie testen, ob DSL "anliegt"?"

Hallo Jörg,

>> Mit der Privatisierung wollten wir dieses allesamt und eine wie
>> früher übliche staatliche Querfinanzierung zwischen Gewinn- und
>> Verlust-Gegenden gibt es nicht mehr.
> Die würde es auch ohne Privatiesierung nicht geben. Es sei denn es
> gäbe weiterhin die Preise von 1980.

Es hätte ja nur jemand Post-Minister werden müssen, der privat eine
Firma für Tiefbau und/oder Glasfaser-Herstellung besitzt. Dann hätte
es genau eine Amtszeit für den Glasfaserausbau benötigt ...

> Also 1,50 Euro/Minute in die USA

Was mich so überhaupt nicht interessiert, aber vielleicht wäre das
Ende des Festnetzes dann noch schneller gekommen, wenn wir alle
amerikanische VoIP-Nummern gehabt hätten ... 8-))

>> Wettbewerb halt: Entweder stapeln sich die Bewerber in den Städten,
>> da wo es die dicke Gewinne für minimalen Einsatz gibt, und an allen
>> anderen Ecken unseres Landes wird halt auf den Wettbewerb (also
>> Ausbau) mangels Profit glatt verzichtet, dafür aber um sol auter
>> nach Telekom oder/und dem Staat gerufen.
> Also ich weiß ja nicht, aber wenn es sogar in 2000 Einwohner
> Ortschaften Outdoors gibt, kann es mit dem Profitmangel nicht soweit
> her sein.

Das ist eine völlig andere Rechnung: Die Telekom will ihre gesamte
Festnetz-Infrastruktur abschaffen, also die Vermittlungstechnik, die
Gebäude selbst und auch das Kupfernetz. Da rechnet es sich dann schon,
im Dorf einen MSAN hinzustellen, der mit Glasfaser erschlossen wird,
während man den gesamten Rest einfach abreißen kann, incl. der dicken
Kupferkabel zum Outdoor.

>> Fakt ist: Würde der Vollausbau mit Glasfaser Gewinn abwerfen, dann
>> wäre unser Land schon mindestens zweimal komplett mit Glasfaser
>> über- baut und das ist aber leider die traurige Realität ...
> Naja was man nicht hat, kann man auch nicht verkaufen, also kann man
> auch keinen Gewinn haben.

Es gibt ja schon seit ewigen Zeiten echte Glasfaser-Netze, aber der
gemeine Kunde will einfach keinen Glasfaser-Anschluß (Mitlesende jetzt
völlig ausgeschlossen), denn der kauft sich lieber einen Wackel-Kupfer-
2000-DSL-Anschluß beim Billigheimer und meckert, dass es nicht der
versprochene 16000'er ist (doofe Telekom, mit ihren Kupferleitungen).

Das ist leider die Realität und die Anbieter rechnen auch nur mit der
spitzen Feder, während die Politik völlig versagt. Seit der letzten
Wahl haben die ja nicht einmal eine Regierung hinbekommen, mal vom einzig
erfolgreichen Projekt, ihrer eigenen Diäten-Erhöhung abgesehen.

Tschau,

--------------
/ h o m a s
--
Permanent Online Filter fuer: User ohne Realnamen im From:-Feld, Full-
quotes (zitieren des originalen Postings unter der eigenen Antwort),
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Georg Schwarz

unread,
Jan 20, 2018, 4:44:26 AM1/20/18
to
Was ich machen würde:

auf https://www.telekom.de/breitbandausbau-deutschland schauen, was die
Telekom, die in den weitaus allermeisten Fällen TAL-Eigentümer ist, für
die genannte Adresse ansagt.
Daran kann man erkennen, ob (mit einer gewissen Restunsicherheit)
ADSL2+, VSDL 25, VDSL50 oder VDSL 100 mit Vectoring angeboten wird.
Ausbauplanungen sind in gewissen Umfang auch erkennbar, ebenso
Verfügbarkeit des Hybridangebots.

Man kann auch an Hand der Karte einen gewissen Eindruck bekommen, ob der
Anschluss eher am Rand des betreffenden Verfügbarkeitsgebiets liegt oder
nicht. Ersteres wird besonders bei ADSL2+ auf niedrige DSL-Rsten
hindeuten.

Es gab mal auch online verfügbar die Liste der Adressen der HVSt. für
die einzelnen Votwahlbereiche. Damit kann man (bedingt) abschätzen, wie
weit die Leitung zum DSLAM wohl mindestens sein wird, sofern keine
Outdoor-DSLAMs zum Einsatz kommen.

Ansonsten kann es hilfreich sein, sich Telefonnummern von Bewohnern in
der Nachbarschaft rauszusuchen und, besondern wenn sie von der Telekom
sind, auf https://www.telekom.de/dsl-vdsl-und-lte-verfuegbarkeit mal
eine Verfügbarkeitsabfrage machen. Leider bekommt man heutzutage dort
nur noch "bis zu"-Aussagen. Wenn man jemanden (halbwegs fachkundigen) in
der Nachbarschaft kennt, kann man natürlich auch mal dort nach den
Erfahrungen nachfragen, was aber keine Garantie für die eigene Adresse
darstellt.

Shinji Ikari

unread,
Jan 20, 2018, 6:10:08 AM1/20/18
to
Guten Tag

Beate Goebel <boe...@spamfence.net> schrieb

>Thomas Gohel schrieb am 20 Jan 2018
>
>> Es hätte ja nur jemand Post-Minister werden müssen, der privat
>> eine Firma für Tiefbau und/oder Glasfaser-Herstellung besitzt.
>> Dann hätte es genau eine Amtszeit für den Glasfaserausbau benötigt
>
>Ein wenig Geschichtskenntnisse könnten helfen. Schwarz-Schilling und
>die Sonnenschein KG gab es.

1. Die Sonnenschein KG war weder ein Tiefbauunternehmen, noch haben
die Glasfasern hergestellt oder diese verlegt.

2.Schwarz-Schilling: Er lebt noch. Es "gab" ihn nicht, es gibt ihn
noch immer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Schwarz-Schilling
Und die Nachfolger der Sonnenschein KG sind auch noch vorhanden.

Arno Welzel

unread,
Jan 20, 2018, 7:59:25 AM1/20/18
to
Jörg Tewes:

> Thomas Gohel schrieb:
[...]
>> Mit der Privatisierung wollten wir dieses allesamt und eine wie früher
>> übliche staatliche Querfinanzierung zwischen Gewinn- und Verlust-Gegenden
>> gibt es nicht mehr.
>
> Die würde es auch ohne Privatiesierung nicht geben. Es sei denn es
> gäbe weiterhin die Preise von 1980. Also 1,50 Euro/Minute in die USA
> und 12 Cent für 6 Minuten im Ortsnetz. DSL müßte dann 100 Euro für 3
> MBit/s kosten plus 150 Euro Anschlußkosten.

DSL *hat* 100 EUR im Monat plus 150 EUR Anschlusskosten gekostet. Und
dafür gab es auch keine 3 MBit/s, sondern nur 768 kBit/s - selbst so
erlebt, als DSL damals eingeführt wurde. Und da war die Telekom bereits
kein Staatsbetrieb mehr.

Die hohen Kosten für die Gespräche gab es auch nicht, weil der
Staatsbetrieb die Leute ärgern wollte, sondern weil der Betrieb der
Technik teuer war - pro Teilnehmer eine separate Leitung von Anfang bis
Ende, Vermittlungsstellen mit hohem Wartungsaufwand für die damals
vielfach noch mechanischen Verteiler und Relais usw..

Heute ist Telefonie auch deshalb so billig, weil sie nur noch ein
weiterer Dienst ist, der über die IP-basierte Netze läuft - neben
Internet und IPTV.

Arno Welzel

unread,
Jan 20, 2018, 8:03:59 AM1/20/18
to
Shinji Ikari:

> Guten Tag
>
> Beate Goebel <boe...@spamfence.net> schrieb
>
>> Thomas Gohel schrieb am 20 Jan 2018
>>
>>> Es hätte ja nur jemand Post-Minister werden müssen, der privat
>>> eine Firma für Tiefbau und/oder Glasfaser-Herstellung besitzt.
>>> Dann hätte es genau eine Amtszeit für den Glasfaserausbau benötigt
>>
>> Ein wenig Geschichtskenntnisse könnten helfen. Schwarz-Schilling und
>> die Sonnenschein KG gab es.
>
> 1. Die Sonnenschein KG war weder ein Tiefbauunternehmen, noch haben
> die Glasfasern hergestellt oder diese verlegt.

Sie war aber beteiligt an der "Projektgesellschaft für
Kabel-Kommunikation mbH" und die Frau von Schwarz-Schilling war damals
an der Firma beteiligt.

> 2.Schwarz-Schilling: Er lebt noch. Es "gab" ihn nicht, es gibt ihn
> noch immer.
> https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Schwarz-Schilling
> Und die Nachfolger der Sonnenschein KG sind auch noch vorhanden.

Ja - dennoch ist Schwarz-Schilling 1992 als Postminister zurückgetreten.

Arno Welzel

unread,
Jan 20, 2018, 8:05:31 AM1/20/18
to
Arno Welzel:

> Jörg Tewes:
>
>> Thomas Gohel schrieb:
> [...]
>>> Mit der Privatisierung wollten wir dieses allesamt und eine wie früher
>>> übliche staatliche Querfinanzierung zwischen Gewinn- und Verlust-Gegenden
>>> gibt es nicht mehr.
>>
>> Die würde es auch ohne Privatiesierung nicht geben. Es sei denn es
>> gäbe weiterhin die Preise von 1980. Also 1,50 Euro/Minute in die USA
>> und 12 Cent für 6 Minuten im Ortsnetz. DSL müßte dann 100 Euro für 3
>> MBit/s kosten plus 150 Euro Anschlußkosten.
>
> DSL *hat* 100 EUR im Monat plus 150 EUR Anschlusskosten gekostet. Und
> dafür gab es auch keine 3 MBit/s, sondern nur 768 kBit/s - selbst so
> erlebt, als DSL damals eingeführt wurde. Und da war die Telekom bereits
> kein Staatsbetrieb mehr.

Ingrid weist mich auf meinen Fehler hin, dass es damals noch DM war.
Also etwa 50 EUR im Monat und 75 EUR Anschlusskosten. Das würde aber
heute auch niemand mehr bezahlen wollen, selbst wenn man dafür 16, 25
oder 50 MBit/s bekommt.

Jörg Tewes

unread,
Jan 20, 2018, 10:59:33 AM1/20/18
to
Arno Welzel schrieb:
> Jörg Tewes:
>
>> Thomas Gohel schrieb:
> [...]
>>> Mit der Privatisierung wollten wir dieses allesamt und eine wie früher
>>> übliche staatliche Querfinanzierung zwischen Gewinn- und Verlust-Gegenden
>>> gibt es nicht mehr.
>>
>> Die würde es auch ohne Privatiesierung nicht geben. Es sei denn es
>> gäbe weiterhin die Preise von 1980. Also 1,50 Euro/Minute in die USA
>> und 12 Cent für 6 Minuten im Ortsnetz. DSL müßte dann 100 Euro für 3
>> MBit/s kosten plus 150 Euro Anschlußkosten.
>
> DSL *hat* 100 EUR im Monat plus 150 EUR Anschlusskosten gekostet. Und
> dafür gab es auch keine 3 MBit/s, sondern nur 768 kBit/s - selbst so
> erlebt, als DSL damals eingeführt wurde. Und da war die Telekom bereits
> kein Staatsbetrieb mehr.

da warens aber keine 100 Euro sondern 100 Mark, zumindest hat mein DSL
Anschluß das gekostet als ich ihn bekommen habe kurz nachdem es ihn
gab. Und es ging nicht um neue Technik, die DSL damals ja war sondern
um etablierte Technik deren HArdware sich schon lange amortisiert hat.

> Die hohen Kosten für die Gespräche gab es auch nicht, weil der
> Staatsbetrieb die Leute ärgern wollte, sondern weil der Betrieb der
> Technik teuer war - pro Teilnehmer eine separate Leitung von Anfang bis
> Ende, Vermittlungsstellen mit hohem Wartungsaufwand für die damals
> vielfach noch mechanischen Verteiler und Relais usw..

Und diese seperate Leitung kostet jetzt nicht mal mehr ein zehntel? Ja
du könntest Pressesprecher werden. Es hat übrigens niemand gesagt das
es ums ärgern ging, sondern ums Geld verdienen. Und Geld verdient
haben sie damit massenhaft, ansonsten hätte die Telco Sparte wohl kaum
den Rest der DBP querfinanziert.

> Heute ist Telefonie auch deshalb so billig, weil sie nur noch ein
> weiterer Dienst ist, der über die IP-basierte Netze läuft - neben
> Internet und IPTV.

Telefonie war schon billig als 199x die Telekom privatisiert wurde,
Billiganbieter haben damals schon Quasiflatates angeboten. Und selbst
die Telekom hatte kurzfristig eine ISDN Flatrate im Angebot. Es kann
also kaum daran gelegen haben das die Technik teuer war, oder man die
Gespräche einzeln vermitteln mußte.


Bye Jörg

--
"I am the right hand of vengeance. And the boot that is gonna kick
your sorry ass all the way back to earth. I'm death incarnate and
the last living thingthat you are ever going to see. God sent me!!"
(Ivanova in "Between the Darkness and the Light")

Jörg Tewes

unread,
Jan 20, 2018, 11:04:43 AM1/20/18
to
Arno Welzel schrieb:
100 Mark für einen ISDN Anschluß würde auch niemand mehr bezahlen
wollen. Oder 10 Mark pro MByte (KByte?) beim Volumen im Mobilfunk. Es
ging mir um etablierte Technik deren Preis künstlich hoch gehalten
wurde um mehr Gewinn zu machen.


Bye Jörg

--
Wirtschaftswissenschaftler jagen keine Elefanten. Aber sie sind fest
davon überzeugt, daß die Elefanten sich selber stellen würden, wenn
man ihnen nur genug bezahlt.

Arno Welzel

unread,
Jan 20, 2018, 2:47:38 PM1/20/18
to
Jörg Tewes:

> Arno Welzel schrieb:
[...]
>> Die hohen Kosten für die Gespräche gab es auch nicht, weil der
>> Staatsbetrieb die Leute ärgern wollte, sondern weil der Betrieb der
>> Technik teuer war - pro Teilnehmer eine separate Leitung von Anfang bis
>> Ende, Vermittlungsstellen mit hohem Wartungsaufwand für die damals
>> vielfach noch mechanischen Verteiler und Relais usw..
>
> Und diese seperate Leitung kostet jetzt nicht mal mehr ein zehntel? Ja

Nein, sie kostet gar nichts mehr, weil man keine durchgehende Leitung
zum Telefonieren mehr braucht. Es gibt nur noch die Leitung auf der
"letzten Meile".

> du könntest Pressesprecher werden. Es hat übrigens niemand gesagt das
> es ums ärgern ging, sondern ums Geld verdienen. Und Geld verdient
> haben sie damit massenhaft, ansonsten hätte die Telco Sparte wohl kaum
> den Rest der DBP querfinanziert.

Wie kann man Geld verdienen, wenn man damit einen anderen Teil des
Unternehmens finanzieren muss?

>> Heute ist Telefonie auch deshalb so billig, weil sie nur noch ein
>> weiterer Dienst ist, der über die IP-basierte Netze läuft - neben
>> Internet und IPTV.
>
> Telefonie war schon billig als 199x die Telekom privatisiert wurde,
> Billiganbieter haben damals schon Quasiflatates angeboten. Und selbst
> die Telekom hatte kurzfristig eine ISDN Flatrate im Angebot. Es kann
> also kaum daran gelegen haben das die Technik teuer war, oder man die
> Gespräche einzeln vermitteln mußte.

Ja, die ISDN-Flatrate gab in der Tat nur kurzfristig - wohl kaum, weil
das so ein tolles Geschäft gewesen ist.

Shinji Ikari

unread,
Jan 20, 2018, 5:41:05 PM1/20/18
to
Guten Tag

Arno Welzel <use...@arnowelzel.de> schrieb

>>>> Es hätte ja nur jemand Post-Minister werden müssen, der privat
>>>> eine Firma für Tiefbau und/oder Glasfaser-Herstellung besitzt.
>> 1. Die Sonnenschein KG war weder ein Tiefbauunternehmen, noch haben
>> die Glasfasern hergestellt oder diese verlegt.
>Sie war aber beteiligt an der "Projektgesellschaft für
>Kabel-Kommunikation mbH" und die Frau von Schwarz-Schilling war damals
>an der Firma beteiligt.

Also ist die oben vom Vorposter geforderte Bedingung nicht erfuellt
gewesen.

>>> Schwarz-Schilling und die Sonnenschein KG gab es.
>> 2.Schwarz-Schilling: Er lebt noch. Es "gab" ihn nicht, es gibt ihn
>> noch immer.
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Schwarz-Schilling
>> Und die Nachfolger der Sonnenschein KG sind auch noch vorhanden.
>Ja - dennoch ist Schwarz-Schilling 1992 als Postminister zurückgetreten.

Und deshalb sollte man seine aktuell bestehende Existenz mit der
Vergangheitsform darstellen?
IMHO: Die Aussage "Schwarz-Schilling war mal Post-Minister" mag
stimmen, aber "Schwarz-Schilling ... gab es" ist doch eher eine
Formulierung die mit "Heinz Rühmann gab es" gleichzusetzen ist.

Shinji Ikari

unread,
Jan 20, 2018, 5:42:54 PM1/20/18
to
Guten Tag

Beate Goebel <boe...@spamfence.net> schrieb

>Shinji Ikari schrieb am 20 Jan 2018

Keinen der von Dir zitierten Saetze habe ich im Original in dieser
Diskusion verfasst.

Jörg Tewes

unread,
Jan 20, 2018, 8:03:13 PM1/20/18
to
Arno Welzel schrieb:
> Jörg Tewes:
>
>> Arno Welzel schrieb:
> [...]

>> du könntest Pressesprecher werden. Es hat übrigens niemand gesagt das
>> es ums ärgern ging, sondern ums Geld verdienen. Und Geld verdient
>> haben sie damit massenhaft, ansonsten hätte die Telco Sparte wohl kaum
>> den Rest der DBP querfinanziert.
>
> Wie kann man Geld verdienen, wenn man damit einen anderen Teil des
> Unternehmens finanzieren muss?

Man verdient mit dieser Sparte Geld. Es hat niemand gesagt das bei
einem Staatsunternehmen Geld verdient werden muß.

>>> Heute ist Telefonie auch deshalb so billig, weil sie nur noch ein
>>> weiterer Dienst ist, der über die IP-basierte Netze läuft - neben
>>> Internet und IPTV.
>>
>> Telefonie war schon billig als 199x die Telekom privatisiert wurde,
>> Billiganbieter haben damals schon Quasiflatates angeboten. Und selbst
>> die Telekom hatte kurzfristig eine ISDN Flatrate im Angebot. Es kann
>> also kaum daran gelegen haben das die Technik teuer war, oder man die
>> Gespräche einzeln vermitteln mußte.
>
> Ja, die ISDN-Flatrate gab in der Tat nur kurzfristig - wohl kaum, weil
> das so ein tolles Geschäft gewesen ist.

Sie wäre ein gutes Geschäft gewesen, wäre da nicht die Mentalität "Was
ich bezahlt habe nutze ich auch aus"gewesen. Damit hat die Telekom
wohl nicht gerechnet.


Bye Jörg

--
Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche
Dummheit. Aber beim Universum bin ich nicht ganz sicher.
(Albert Einstein)

Arno Welzel

unread,
Jan 21, 2018, 8:35:28 AM1/21/18
to
Shinji Ikari:

> Arno Welzel <use...@arnowelzel.de> schrieb
[...]
>> Ja - dennoch ist Schwarz-Schilling 1992 als Postminister zurückgetreten.
>
> Und deshalb sollte man seine aktuell bestehende Existenz mit der
> Vergangheitsform darstellen?

Man kann auch sagen "Schröder gab es", nachdem jemand etwas von
"Bundeskanzler" geschrieben hat. So hatte ich diesen Hinweis auch
verstanden - es wurde "Post-Minister" erwähnt und jemand hat
geschrieben, das es Schwarz-Schilling gab. Das "als Post-Minister" habe
ich mir dann einfach selbst dazugedacht.

Arno Welzel

unread,
Jan 21, 2018, 8:40:23 AM1/21/18
to
Jörg Tewes:

> Arno Welzel schrieb:
[...]
>> Ja, die ISDN-Flatrate gab in der Tat nur kurzfristig - wohl kaum, weil
>> das so ein tolles Geschäft gewesen ist.
>
> Sie wäre ein gutes Geschäft gewesen, wäre da nicht die Mentalität "Was
> ich bezahlt habe nutze ich auch aus"gewesen. Damit hat die Telekom
> wohl nicht gerechnet.

Dann war ISDN offenbar doch nicht so billig zu betreiben, wie Du
suggeriert hat, wenn eine Flatrate mit dieser Technik nicht mehr
kostendeckend anzubieten ist.

Daniel Weber

unread,
Jan 21, 2018, 9:25:54 AM1/21/18
to
Am 21.01.2018 um 14:40 schrieb Arno Welzel:
> Jörg Tewes:
>
>> Arno Welzel schrieb:
> [...]
>>> Ja, die ISDN-Flatrate gab in der Tat nur kurzfristig - wohl kaum, weil
>>> das so ein tolles Geschäft gewesen ist.
>>
>> Sie wäre ein gutes Geschäft gewesen, wäre da nicht die Mentalität "Was
>> ich bezahlt habe nutze ich auch aus"gewesen. Damit hat die Telekom
>> wohl nicht gerechnet.
>
> Dann war ISDN offenbar doch nicht so billig zu betreiben, wie Du
> suggeriert hat, wenn eine Flatrate mit dieser Technik nicht mehr
> kostendeckend anzubieten ist.

An sich wäre es für die Telekom durchaus möglich gewesen, allerdings
wurde sie von der RegTP (jetzt BNetzA) dazu verdonnert, ein
Vorleistungsangebot für Wettbewerber (die "AfOD" Flatrate - Angebot für
Online-Dienste) einzuführen, dass POTS-/ISDN-Flatrates ermöglicht und
diese Vorleistung auch der eigenen Tochter T-Online zu verrechnen.
Außerdem wurden Mengenrabatte, die so gestaltet waren, dass nur T-Online
in deren Genuß kam, untersagt.

Man hat dann lieber das eigene Angebot eingestampft, anstatt den
AfOD-Flatrate-Preis weit genug zu senken.

Ciao,
Daniel

Rupert Haselbeck

unread,
Jan 21, 2018, 10:10:11 AM1/21/18
to
Daniel Weber schrieb:

> An sich wäre es für die Telekom durchaus möglich gewesen, allerdings
> wurde sie von der RegTP (jetzt BNetzA) dazu verdonnert, ein
> Vorleistungsangebot für Wettbewerber (die "AfOD" Flatrate - Angebot für
> Online-Dienste) einzuführen, dass POTS-/ISDN-Flatrates ermöglicht und
> diese Vorleistung auch der eigenen Tochter T-Online zu verrechnen.
> Außerdem wurden Mengenrabatte, die so gestaltet waren, dass nur T-Online
> in deren Genuß kam, untersagt.
>
> Man hat dann lieber das eigene Angebot eingestampft, anstatt den
> AfOD-Flatrate-Preis weit genug zu senken.

Das hätte jetzt beinahe von Jörg kommen können :->

ISDN läuft über die Telefonietechnik. Damals, als die ISDN-Flatrate
angeboten wurde, war die Vermittlungstechnik für Telefonieverbindungen noch
etwas anders als heute gestaltet. Es konnten bei weitem nicht alle
Anschlüsse jeweils zur gleichen Zeit eine Verbindung aufbauen. Da die
Flatrate damals allerdings von allzuvielen Kunden als 24/7-Verbindung
genutzt wurde, so dass für andere Verbindungswünsche nur noch ein Besetzt-
Zeichen möglich war, waren die Alternativen lediglich ein massiver Ausbau
der Vermittlungstechnik oder das Einstellen des Angebots.

MfG
Rupert

Daniel Weber

unread,
Jan 21, 2018, 10:47:36 AM1/21/18
to
Am 21.01.2018 um 16:10 schrieb Rupert Haselbeck:
> ISDN läuft über die Telefonietechnik. Damals, als die ISDN-Flatrate
> angeboten wurde, war die Vermittlungstechnik für Telefonieverbindungen noch
> etwas anders als heute gestaltet. Es konnten bei weitem nicht alle
> Anschlüsse jeweils zur gleichen Zeit eine Verbindung aufbauen. Da die
> Flatrate damals allerdings von allzuvielen Kunden als 24/7-Verbindung
> genutzt wurde, so dass für andere Verbindungswünsche nur noch ein Besetzt-
> Zeichen möglich war, waren die Alternativen lediglich ein massiver Ausbau
> der Vermittlungstechnik oder das Einstellen des Angebots.

Das war bei der AfOD-Flatrate durchaus berücksichtigt.
AfOD-Flatrate-Anschlüsse waren ein PMX-Anschlüsse und deckten nur das
jeweilige Ortsnetz ab. D.h. Vermittlungsaufwand der über die jeweilige
Vermittlungsstelle hinaus ging, fiel nicht an. Der Backhaul war dann die
Aufgabe des AfOD-Kunden (also des Wettbewerbers).

Die AfOD-Flatrate-Anschlüsse selbst wurden auch garnicht eingestellt
sondern von T-Online und anderen durchaus genutzt.

Ciao,
Daniel

Jörg Tewes

unread,
Jan 21, 2018, 11:33:38 AM1/21/18
to
Arno Welzel schrieb:
> Jörg Tewes:
>
>> Arno Welzel schrieb:
> [...]
>>> Ja, die ISDN-Flatrate gab in der Tat nur kurzfristig - wohl kaum, weil
>>> das so ein tolles Geschäft gewesen ist.
>>
>> Sie wäre ein gutes Geschäft gewesen, wäre da nicht die Mentalität "Was
>> ich bezahlt habe nutze ich auch aus"gewesen. Damit hat die Telekom
>> wohl nicht gerechnet.
>
> Dann war ISDN offenbar doch nicht so billig zu betreiben, wie Du
> suggeriert hat, wenn eine Flatrate mit dieser Technik nicht mehr
> kostendeckend anzubieten ist.
Eine Flatrate in der Art ist mit keiner Technik kostendeckend
anzubieten. Versuch doch mal was dein Provider sagst wenn die 24/7/365
eine Leitung per POTS oder VoIP offenzuhalten, möglichst zu einem
Gesprächspartner der nicht im Netz deines Providers ist, und der kein
VoIP hat.


Bye Jörg

--
"Daß die Regierung das Volk vertrete, ist eine Fiktion, eine Lüge."
(Leo Tolstoi, Tagebücher, 1898)
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