On 01/18/2018 at 11:42 PM Martin Gerdes wrote:
> H.-P. Schulz <
hps...@online.de> schrieb:
>> Ich weiß zumindest von zwei (2) Fällen, wo nachweislich *kein* DSL
>> anliegt, die Verfügbarkeitschecks aber sehr wohl Verfügbarkeit melden.
[...]
> "DSL anliegen" heißt für mich: Auf einer Buchse liegt ein aktives
> DSL-Signal. Das wird regelmäßig nur bei laufendem Vertrag so sein. Wenn
> der Vormieter seinen Vertrag gekündigt hat, dürfte der Anschluß
^^^^^^
Warum sollte ein Provider einen Anschluss *physisch* abklemmen bei einer
Kündigung? Das wäre eine Arbeitsbeschaffungspassnahme. Wahrscheinlich
wird einfach nur der Zugang logisch deaktiviert - das würde vollständig
genügen - zumindest solange genügend DSL-Ports verfügbar sind. Ein
Test-DSL-Sync, wie vom OP angedacht, wäre daher grundsätzlich möglich.
Jedoch würde er dann auch nur das zu sehen bekommen, was für den
vorherigen Vertrag angeklemmt war. D.h., evtl. gar kein DSL (weil
vorheriger User noch ausschließlich analoges Telefon hatte) oder eben
sonst irgendwas, was es grundsätzlich auch noch geben kann.
D.h., wenn er bei dem Test z.B. einen entsprechenden Sync von 100/40
z.B. sieht, kann er mal zumindest davon ausgehen, dass dieses Feature
mit hoher Wahrscheinlichkeit grundsätzlich zur Verfügung steht. Ob die
Bandbreite dann aber de facto genutzt werden kann, ist natürlich wieder
eine ganz andere Frage, die er ohne Vertrag nicht evaluieren kann. Aber
selbst dann kann es passieren, dass bei Portmangel der Port am Schluss
doch weg ist, bis er den Antrag stellt und es zur Bearbeitung kommt.
Eine Garantie ist daher auch dieses Testergebnis nicht.
Fazit:
Vorher auf diese Weise testen bringt nichts Belastbares.
Ich würde mich eben im Wohnort nach den DLSAMs umschauen und suchen, wo
die stehen.
Bringt allerdings auch nicht viel, weil auch das nicht zwangsweise
belastbar ist.
Bei uns hier wurde ausgebaut und es gab nicht wenige Fälle, die keine
50m neben dem neuen DSLAM gewohnt haben und *kein* VDSL bekommen haben -
ganz einfach deshalb, weil aus historischen Gründen die
Kupferverkabelung an einen ganz anderen Ort verlegt war als an die zum
Bauzeitpunkt bereits vorhandenen "neueren" Kabelverzweiger um die Ecke -
und das, obwohl die Häuser gerade mal so 10 Jahre alt sind. Problem war
eben, dass beim Neubau die historisch vorhandenen Leitungen unverändert
weitergenutzt wurden. Die Umverkabelung war zum Zeitpunkt des Neubaus
irrelevant bzw. einfach zu teuer.
Gab dann ziemlichen Aufstand, weil sich die Betroffenen natürlich massiv
beschwert haben und einen riesen Streit darüber, wer die Umverkabelung
bezahlen sollte. Telekom, Anlieger oder Stadt. Wie es ausging, weiß ich
nicht. Aber irgendwann, viele Monate später, hat man dann wieder
Baufahrzeuge gesehen - ich gehe davon aus, dass die Umverkabelung dann
doch noch durchgeführt wurde.
Was sagt uns das alles?
Die Provider haben es bis heute nicht geschafft (und wahrscheinlich auch
gar nicht gewollt), eine Netzversorgung auf die Beine zu stellen, wie es
bei Strom, Wasser oder Gas (wenn vorhanden) Standard ist. Kein Mensch
muss sich hierzulande Gedanken darüber machen, ob er die für
Haushaltszwecke üblichen 230 V mit entsprechender Belastbarkeit auch
tatsächlich bekommt. Die liegen immer an.
Das Ganze ist ein ziemliches Armutsszeugnis.
Gruß,
Andreas (meine Sicht der Dinge)