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Wird Zeichensatz mit HTML-Mail mitgeschickt?

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Louis Noser

unread,
Jan 7, 2016, 10:10:04 AM1/7/16
to
Grüss Euch

Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
mitgeschickt? Wenn Letzteres, muss die Schrift auf dem Zielcomputer
installiert sein, oder? Was, wenn nicht?

Wenn HTML auf dem Sende-PC ausgeschaltet ist, was bestimmt dann, in
welcher Schriftart und -grösse das Mail auf dem Ziel-PC angezeigt wird?

Vielen Dank.

Grüsse
Louis

Franklin Schiftan

unread,
Jan 7, 2016, 10:41:43 AM1/7/16
to

Louis Noser schrieb am 07.01.2016 um 16:10 Uhr:

> Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
> mitgeschickt? Wenn Letzteres, muss die Schrift auf dem Zielcomputer
> installiert sein, oder? Was, wenn nicht?
>
> Wenn HTML auf dem Sende-PC ausgeschaltet ist, was bestimmt dann, in
> welcher Schriftart und -grösse das Mail auf dem Ziel-PC angezeigt wird?

Grundsätzlich hast Du absolut keinen Einfluss darauf, wie ein
Mail-Text beim Empfänger angezeigt wird - in jedem meiner
zahlreichen Mail-Clients wird ein und dieselbe Mail völlig anders
angezeigt.

Damit hast Du auch schon die Antwort auf Deine zweite Frage, es
kommt einzig und alleine darauf an, wie der Empfänger seinen
Mail-Client (oder sein Web-Interface) eingestellt hat.

Bei einem bestimmten von Dir als wichtig erachteten Design /
Aussehen wirst Du den Text dann also als PDF-Anhang mitschicken müssen.

> Louis

--
..... und tschüss

Franklin

Michael Unger

unread,
Jan 7, 2016, 11:13:11 AM1/7/16
to
On 2016-01-07 16:41, "Franklin Schiftan" wrote:

> [...]
>
> Bei einem bestimmten von Dir als wichtig erachteten Design /
> Aussehen wirst Du den Text dann also als PDF-Anhang mitschicken müssen.

Und dabei unbedingt darauf achten, dass alle referenzierten Schriften
auch tatsächlich (als Subset) _eingebettet_ sind -- sonst ist das
Ergebnis wieder nicht vorhersagbar.

Mir kommen immer wieder einmal Dokumente von (Bundes- oder Landes-)
Behörden unter die Finger, die daran immer noch kläglich scheitern.
Selbst Adobe schafft das bei Dokumenten zum PDF-Standard [1] nicht;
darin sind "Tahoma" und ein paar "Arial" verlangt, jedoch nicht eingebettet.

Michael


[1]
<http://wwwimages.adobe.com/content/dam/Adobe/en/devnet/pdf/pdfs/PDF32000_2008.pdf>

--
Real names enhance the probability of getting real answers.
My e-mail account at DECUS Munich is no longer valid.

Herrand Petrowitsch

unread,
Jan 7, 2016, 11:23:36 AM1/7/16
to
Franklin Schiftan schrieb:
> Louis Noser:

[Email: Unterschiedliche Darstellung bei sender/recipient verhindern?]

> Bei einem bestimmten von Dir als wichtig erachteten Design /
> Aussehen wirst Du den Text dann also als PDF-Anhang mitschicken müssen.

Auch das garantiert (leider) noch lange nicht gleichwertige Darstellung
in unterschiedlichen PDF-Readern, einmal ganz von deren vielzitierter
"Plattformunabhaengigkeit" abgesehen.

BTST - betroffen sind allerdings PDF eher komplexerer Struktur.

Gruß Herrand
--
Emails an die angegebene Adresse werden gelegentlich sogar gelesen.

Herrand Petrowitsch

unread,
Jan 7, 2016, 11:25:48 AM1/7/16
to
Michael Unger schrieb:
> "Franklin Schiftan" wrote:

>> [...]
>>
>> Bei einem bestimmten von Dir als wichtig erachteten Design /
>> Aussehen wirst Du den Text dann also als PDF-Anhang mitschicken müssen.
>
> Und dabei unbedingt darauf achten, dass alle referenzierten Schriften
> auch tatsächlich (als Subset) _eingebettet_ sind -- sonst ist das
> Ergebnis wieder nicht vorhersagbar.
>
> Mir kommen immer wieder einmal Dokumente von (Bundes- oder Landes-)
> Behörden unter die Finger, die daran immer noch kläglich scheitern.
> Selbst Adobe schafft das bei Dokumenten zum PDF-Standard [1] nicht;
> darin sind "Tahoma" und ein paar "Arial" verlangt, jedoch nicht eingebettet.

FACK

Tilmann Reh

unread,
Jan 7, 2016, 11:32:47 AM1/7/16
to
Michael Unger schrieb:

> Und dabei unbedingt darauf achten, dass alle referenzierten Schriften
> auch tatsächlich (als Subset) _eingebettet_ sind -- sonst ist das
> Ergebnis wieder nicht vorhersagbar.
>
> Mir kommen immer wieder einmal Dokumente von (Bundes- oder Landes-)
> Behörden unter die Finger, die daran immer noch kläglich scheitern.
> Selbst Adobe schafft das bei Dokumenten zum PDF-Standard [1] nicht;
> darin sind "Tahoma" und ein paar "Arial" verlangt, jedoch nicht eingebettet.

Ich erlebe inzwischen immer häufiger, daß die Ersteller von PDF auf der
anderen Seite vom Pferd fallen: da wird in einem einseitigen PDF nur
z.B. Arial verwendet, aber diese Schrift mit trölftausenden von
(unbenutzten) Glyphen in sämtlichen Varianten mit eingebettet. Resultat:
200 kB für eine fast leere, einzelne Seite mit ein paar Zeichen
Standard-Arial (ohne eingebettete Grafiken, BTW). *Das* finde *ich* nervig.

Tilmann

Tilmann Reh

unread,
Jan 7, 2016, 11:35:55 AM1/7/16
to
Franklin Schiftan schrieb:
>
> Louis Noser schrieb am 07.01.2016 um 16:10 Uhr:
>
>> Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
>> mitgeschickt? Wenn Letzteres, muss die Schrift auf dem Zielcomputer
>> installiert sein, oder? Was, wenn nicht?
>>
>> Wenn HTML auf dem Sende-PC ausgeschaltet ist, was bestimmt dann, in
>> welcher Schriftart und -grösse das Mail auf dem Ziel-PC angezeigt wird?
>
> Grundsätzlich hast Du absolut keinen Einfluss darauf, wie ein
> Mail-Text beim Empfänger angezeigt wird - in jedem meiner
> zahlreichen Mail-Clients wird ein und dieselbe Mail völlig anders
> angezeigt.
>
> Damit hast Du auch schon die Antwort auf Deine zweite Frage, es
> kommt einzig und alleine darauf an, wie der Empfänger seinen
> Mail-Client (oder sein Web-Interface) eingestellt hat.

...und deswegen ist nach wie vor das einzig Sinnvolle, den einzigen
definierten Standard (plain text) zu verwenden und mehr Wert auf den
Inhalt als auf die (vermeintliche) Form zu legen.

Tilmann

Volker Gringmuth

unread,
Jan 7, 2016, 12:53:26 PM1/7/16
to
Louis Noser wrote:

>Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
>mitgeschickt? Wenn Letzteres, muss die Schrift auf dem Zielcomputer
>installiert sein, oder? Was, wenn nicht?

Das klingt für mich, als unterschiedest du nicht zwischen „Zeichensatz“ und
„Schriftart“. Der erste ist die Zuordnung von Zahl zu Zeichen, der zweite
sagt, wie jedes Zeichen zu malen ist.

Also der Zeichensatz sagt: „Zeichen 65 ist ein A“. Die Schriftart sagt:
„Für ein A malst du hier einen schrägen Strich, eine abgeschrägte Ecke,
dann hier wieder einen schrägen Strich bis da, dann einen Querstrich von
hier bis hier …“

Der Zeichensatz wird bei einer HTML-Mail im Header angegeben. Die
Schriftart wird zwar bezeichnet, aber nicht mitgeschickt, die ist entweder
auf dem Zielsystem installiert oder es wird eine Ersatzschrift verwendet.

>Wenn HTML auf dem Sende-PC ausgeschaltet ist, was bestimmt dann, in
>welcher Schriftart und -grösse das Mail auf dem Ziel-PC angezeigt wird?

Nur die Einstellungen, die der Empfänger vorgenommen hat, bzw wenn nicht,
die werkseitigen Vorgaben der Mailsoftware.


vG

Dieter Eiterherd

unread,
Jan 7, 2016, 1:01:33 PM1/7/16
to
Louis Noser <louis...@gmx.ch> wrote:

> Grüss Euch

Hallo Nosi!

> Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
> mitgeschickt?

Im HTML-Kot wird die zu verwendende Schrift deklariert, aber der Font
wird nicht mitgesandt.

> Wenn Letzteres, muss die Schrift auf dem Zielcomputer
> installiert sein, oder?

Ja.

> Was, wenn nicht?

Dann wird Dein Mehl in der vom User eingestellten
HTML-Standardschriftart angezeigt.

> Wenn HTML auf dem Sende-PC ausgeschaltet ist, was bestimmt dann, in
> welcher Schriftart und -grösse das Mail auf dem Ziel-PC angezeigt wird?

Dann wird Dein Mehl in der vom User eingestellten
TEXT-Standardschriftart angezeigt.

"Moderne" (gehirnamputierte) Mailer senden manchmal sogar nur HTML. User
von Nur-Text-Mailern sehen dann gar nichts oder nur HTML-Kot.

Dieter





--- news://freenews.netfront.net/ - complaints: ne...@netfront.net ---

Louis Noser

unread,
Jan 7, 2016, 6:09:11 PM1/7/16
to
Hallo

Am 07.01.2016 um 18:53 schrieb Volker Gringmuth:
> Das klingt für mich, als unterschiedest du nicht zwischen „Zeichensatz“ und
> „Schriftart“.

Das stimmt. Ich dachte eigentlich, dass das dasselbe ist.

> Der erste ist die Zuordnung von Zahl zu Zeichen, der zweite
>> sagt, wie jedes Zeichen zu malen ist.

Tönt erst mal einleuchtend.

>> Also der Zeichensatz sagt: „Zeichen 65 ist ein A“.

Was steht denn genau in dieser Datenbank? 65 kann so abgespeichert
werden (bzw. binär). Aber "A"? Wie wird denn das "A" abgelegt? Oder
steht da direkt die Zuordnung "65" zu [Punktmatrix von A].

Unter "Punktmatrix" stelle ich mir vor, dass zB. für jedes Zeichen 8
Byte abgespeichert sind. Das 1. Byte ist die erste Zeile des Zeichens,
wo immer, wenn ein Punkt gesetzt sein soll, das Bit gesetzt ist.
Dasselbe beim 2. Byte (2. Zeile) usw. Ist es ungefähr so?

00001000
00010100
00011100
00100010
01000001

Die 1er in der obigen Anordnung sollten ein "A" ergeben. (Ok, das sind
jetzt nur 5 Byte.)

Grüsse
Louis

Martin Wohlauer

unread,
Jan 7, 2016, 7:31:01 PM1/7/16
to
Du solltest dir mal ansehen, wie Schriftarten heutzutage bevorzugt
definiert werden. Da macht keiner mehr freiwillig mit Punktmatrizen rum,
wenn er es nicht aus irgendwelchen Gründen doch muss. Der Nadeldrucker
mag noch beim Arzt oder im Möbelhaus benutzt werden, aber wegen dem
Schriftbild sicher nicht. Denn so eine Punktmatrix kuckt mal reichlich
bescheiden aus, wenn man sie z. B. auf Schriftgrad 100 skaliert, weil
man zufällig einen Schriftzug groß auf Papier bringen will.

Und die Info »das hier ist ein A« ist eben nur der Anfang. Der
Zeichensatz ist gewissermaßen eine Sammlung an Definitionen, z. B. der
abstrakten Idee »A« im Sinne des ersten Buchstaben des lateinischen
Alphabets und aller anderen gesammelten Zeichen. Will man diese Ideen
formalisieren, damit man sich auch im binären Format irgendwie auf
Datenträger bringen kann, braucht man etwas mehr, den Zeichencode. Das
ist dann eine Definition, welches Zeichen welche Nummer erhält.

Das heißt z. B. nach dem ASCII-Standard, dass die aus der Bitfolge
»01000011« als 67 interpretierte Information (auch das ist nicht
selbstverständlich, man könnte auch von Bigendian ausgehen, dann wäre es
eine 194) dem Buchstaben, den man gemeinhin mit »C« meint, zugeordnet
wird. Wie der aussieht, sagt das aber nicht.

Das müsste auch nicht so festgelegt sein. Und ist es heute auch meistens
nicht mehr. Gerade bei Umlauten wirst du z. B. beim häufig verwendeten
UTF-8 sehr schnell merken, dass das ganz anders zu interpretieren ist.
Dann reichen z. B. 8 Bit nicht mehr aus, um ein »ä« festzulegen. Das
sind dann die Feinheiten, wenn es um den sogenannten Zeichencodes geht,
der nichts mit der Schriftart zu tun hat. Denn das ist eben der nächste
Schritt, dass man die Idee »das ist ein A« dahingehend weiter spinnt zu
»und so muss ein A aussehen, wenn man es in dieser Schriftart darstellen
will«. Das sind zwei voneinander völlig getrennte Dinge.

Da wird dann zwar auch wieder auf eine bestimmte Weise definiert, wie
genau man die Form eines Zeichens digital beschreiben kann, aber auch
das ist auch wieder davon abhängig, auf welchen Standard zur
Beschreibung von Zeichen man sich geeinigt hat. Punktmatrizen (aka
Bitmaps) gehen schon auch, das gab es eine ganze Weile. Die
*.fon-Dateien sind so was. Aber das hat eben gewisse technische
Limitierungen, die man gerade bei qualitätsorientierter Darstellung
nicht brauchen kann. Drum nimmt man heute eher TrueType. Mal ein paar
Pointer für dich:

https://de.wikipedia.org/wiki/TrueType
https://de.wikipedia.org/wiki/Bitmap-Schrift
https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftart
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeichenkodierung
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeichensatz

Grüßle,

Martin.

Sebastian Suchanek

unread,
Jan 8, 2016, 8:43:36 AM1/8/16
to
Thus spoke Louis Noser:

> [...]
>>> Also der Zeichensatz sagt: ?Zeichen 65 ist ein A?.
>
> Was steht denn genau in dieser Datenbank? 65 kann so
> abgespeichert werden (bzw. binär). Aber "A"? Wie wird denn
> das "A" abgelegt? Oder steht da direkt die Zuordnung "65"
> zu [Punktmatrix von A].
> [...]

Du fängst schon wieder an, Zeichensatz und Schriftart
durcheinander zu werfen. Zeichensätze sind auch keine
"Datenbank", sondern eher eine Art stillschweigende
Übereinkunft, dass - um im Beispiel zum bleiben - das Byte mit
dem Wert "65" als "A" dargestellt werden soll.

Sehr deutlich merkt man das übrigens, wenn mal wieder irgendwo
ein Webserver falsch konfiguriert ist und Texte mit Unicode-
*Zeichensatz* ausliefert, das aber dem Browser nicht mitteilt
(oder sogar falsch mitteilt, dass das z.B. ISO 8859-1 sei.) Die
Texte, die der Server liefert, ändern sich nicht, aber der
Browser zerhaut beim Render trotzdem Umlaute und sonstige
Sonderzeichen.


Tschüs,

Sebastian

Louis Noser

unread,
Jan 8, 2016, 7:01:18 PM1/8/16
to
Hallo

Am 08.01.2016 um 14:43 schrieb Sebastian Suchanek:
> Du fängst schon wieder an, Zeichensatz und Schriftart
> durcheinander zu werfen...

Klar. Weil Ihr nicht sagt, wie die Zuordnung "65" gleich "A"
abgespeichert ist.

Wird dem Byte mit dem Wert "65" im Zeichensatz vielleicht die Position
zugeordnet, an der in der Schriftart "A" definiert ist oder wie genau
funktioniert "65 = A"? (65 als Byte ist klar, aber "A"? Was wird
anstelle von "A" abgelegt?)

Grüsse
Louis

Hartmut Figge

unread,
Jan 8, 2016, 7:31:34 PM1/8/16
to
Louis Noser:
>Am 08.01.2016 um 14:43 schrieb Sebastian Suchanek:

>> Du fängst schon wieder an, Zeichensatz und Schriftart
>> durcheinander zu werfen...
>
>Klar. Weil Ihr nicht sagt, wie die Zuordnung "65" gleich "A"
>abgespeichert ist.

Im Source Deines Postings steht die Zeile
Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-15; format=flowed

Dieser Content-Type definiert die von Dir gesuchte Zuordnung. In diesem
Falle eine Tabelle für iso-8859-15.

http://www.kostis.net/charsets/iso8859.15.htm

Ohne den Content-Type ist ein Programm aufs Raten angewiesen. Sieh Dir
z.B. unterschiedliche Zuordnungen bei iso-8859-1 und iso-8859-15 an:

http://www.cs.tut.fi/~jkorpela/latin9.html

Hartmut

Helmut Waitzmann

unread,
Jan 9, 2016, 12:10:07 AM1/9/16
to
Louis Noser <louis...@gmx.ch> writes:
> Am 08.01.2016 um 14:43 schrieb Sebastian Suchanek:
>> Du fängst schon wieder an, Zeichensatz und Schriftart
>> durcheinander zu werfen...
>
> Klar. Weil Ihr nicht sagt, wie die Zuordnung "65" gleich "A"
> abgespeichert ist.

Die Antwort ist schwierig.

Die Aussage „Im ASCII wird der Zahl 65 der Buchstabe ‚A‘
zugeordnet und umgekehrt“ meint mit „Buchstabe ‚A‘“ – wie Martin
Wohlauer geschrieben hat – keine Beschreibung der schrägen und
waagerechten Linien sondern das, was der Lehrer im
Deutschunterricht beim Diktat abfragt, also die Bedeuting dieser
drei Linien: Dem Lehrer ist es egal, ob die Schüler den
diktierten Text in Schreib‐ oder Druckschrift aufgeschrieben haben
oder ob die Schrift nun 5 oder 10 Millimeter hoch ist. Wichtig
ist für den Lehrer nur, dass er die Buchstaben, also die Bedeutung
der Linien, erkennen kann (indem die Schüler leserlich schreiben).

Die Schüler könnten ihm den Text auch als E‐Mail schicken. Und
wenn der Text dabei in ASCII kodiert ist, kommt in der
E‐Mail‐Nachricht beim Lehrer tatsächlich die Zahl 65 an. Der
Rechner entnimmt dann der Nachricht die Information, dass sie
(beispielsweise) im ASCII kodiert ist und ist dann so nett, statt
dem Lehrer die Zahl 65 über den PC‐Lautsprecher zuzumorsen, die an
der 65sten Position der Schriftart hinterlegte Beschreibung der
Linien zu befolgen und so ein „A“ in der vom Lehrer ausgewählten
Schriftart anzuzeigen.

Meines Wissens gibt es keine allgemein vereinbarte Kodierung, mit
der man diese Bedeutung der drei Linien im Rechner abspeichern
könnte: Die Rechner der Schüler können dem des Lehrers demnach
nicht die Bedeutung „A“ übermitteln. Statt dessen übermitteln sie
ihm: „In der Zeichenkodierung ASCII hat das Zeichen die Nummer
65“.

Das heißt, sie müssen eine Zeichenkodierung verwenden, die auch
dem Rechner des Lehrers bekannt ist. Dann können sie als Ersatz
für die nicht zu fassende Bedeutung „A“ die Nummer in der
bekannten Zeichenkodierung übermitteln.

> Wird dem Byte mit dem Wert "65" im Zeichensatz vielleicht die
> Position zugeordnet, an der in der Schriftart "A" definiert ist
> oder wie genau funktioniert "65 = A"? (65 als Byte ist klar,
> aber "A"? Was wird anstelle von "A" abgelegt?)

Ich vermute, die 65 ist bereits die Position in der Schriftart, an
der sich eine passende (grafische oder anders geartete)
Darstellung des Buchstabens „A“ befindet. (Aber ich kenne mich
mit Schriftarten nicht aus.)

Angenommen, es gäbe die Zeichenkodierung BSCII, ähnlich dem ASCII,
die sich vom ASCII nur darin unterscheidet, dass die
Großbuchstaben „A“ und „B“ miteinander und ebenso auch die
Kleinbuchstaben „a“ und „b“ vertauscht sind.

Und weiter angenommen, es gäbe die Schriftart Helvetib, die sich
von der Schriftart Helvetia nur dadurch unterscheidet, dass darin
ein „A“ wie ein Helvetia‐„B“ und ein „B“ wie ein Helvetia‐„A“
aussieht (und entsprechendes auch bei den Kleinbuchstaben).

Dann würde sich im Rechner die Tabelle für die Schriftart Helvetia
in der Zeichenkodierung ASCII von der Tabelle für die Schriftart
Helvetib in der Zeichenkodierung BSCII nicht unterscheiden
(allenfalls darin, dass bei der Tabelle jeweils der Name der
Schriftart und die Zeichenkodierung vermerkt ist): In beiden
Tabellen stimmten die Beschreibungen der Linien sowohl an der
Position 65 als auch an den Positionen 66, 97 und 98 überein.

Und weiter angenommen, ein Schüler würde im Diktat statt „Der Bub
schreit: "Aua!"“ „Der Aua schreit: "Bub!"“ schreiben, seinen Text
aber in der Zeichenkodierung BSCII übermitteln.

Dann würde der Lehrer, wenn sein Rechner die Zeichenkodierung
BSCII nicht beachtete, sondern einfach so täte, als wäre der Text
in ASCII kodiert, einen Text auf dem Bildschirm sehen, der genau
so aussieht wie ein in der Zeichenkodierung ASCII geschriebenes
„Der Bub schreit: "Aua!"“.

Trotzdem müsste er aber eigentlich zwei falsch geschriebene Wörter
ankreiden.

Und damit er das auch erkennt, ist sein Mailerprogramm gut
beraten, die mitgeschickte Information über die Zeichenkodierung
(„Dieser Text ist im BSCII kodiert“) zu beachten, indem es eine
Tabelle zu Rate zieht, in der beschrieben ist, wie Texte aus BSCII
in ASCII umzuwandeln sind, nämlich: „Aus Nummer 65 mach Nummer
66, aus Nummer 66 mach Nummer 65, aus Nummer 97 mach Nummer 98,
aus Nummer 98 mach Nummer 97. Alle anderen Nummern lass
unverändert.“ Anschließend kann es den Text, den es jetzt in der
Zeichenkodierung ASCII vorliegen hat, mit der Schriftart Helvetia
auf dem Bildschirm darstellen.

Beachte: In der Umsetzungstabelle von BSCII zu ASCII kommen keine
Bedeutungen „A“ oder „B“ vor. Lediglich die Nummern werden
einander zugeordnet.

Im Zeitalter von Unicode, einer Zeichenkodierung, die es sich zum
Ziel gesetzt hat, alle Zeichen aller Sprachen in einem gemeinsamen
Zeichensatz zu sammeln, kann man Unicode als eine Möglichkeit
ansehen, zu erfassen, was die waagerechte und die zwei schrägen
Linien, die an eine Bockleiter erinnern, bedeuten. Aber auch hier
wird man im Rechner nichts anderes als die Zahl 65 finden. Es
gibt keine Tabelle, in der die 65 einer irgendwie gefassten
Bedeutung dieser drei Linien zugeordnet wäre.

Der Buchstabe, bestehend aus dem Kleinbuchstaben „a“ mit zwei
Punkten darüber, wo Du Sebastian Suchanek mit

>> Du fängst

zitierst, ist in Deinem Artikel, auf den ich hier antworte, in der
Zeichenkodierung iso_8859-15 mit der Nummer 228 kodiert.

Mein Artikel wird (vermutlich) in der Zeichenkodierung utf-8
verfasst sein. Dort wird an der entsprechenden Stelle im Text
eine andere Nummer, bestehend aus mindestens zwei Bytes, stehen:

Mein Newsreader setzt die Zeichenkodierung iso_8859-15 Deines
Artikels, aus dem er das Zitat genommen hat, in utf-8 um. (Das
tut er, weil ich Zeichen verwendet habe, die in der
iso_8859‐15‐Zeichenkodierung nicht enthalten sind.)

Die Bedeutung des Zeichens bleibt gleich, die Kodierung ändert
sich.

Arno Welzel

unread,
Jan 12, 2016, 12:55:07 AM1/12/16
to
Louis Noser schrieb am 2016-01-07 um 16:10:

> Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
> mitgeschickt? Wenn Letzteres, muss die Schrift auf dem Zielcomputer
> installiert sein, oder? Was, wenn nicht?

Probier's einfach aus: Schicke Dir selbst eine HTML-Mail und schau' Dir
dann den Quelltext an.

Üblicherweise werden keine Schriften eingebunden, sondern höchsten die
Angabe einer gewünschten Schriftart.

> Wenn HTML auf dem Sende-PC ausgeschaltet ist, was bestimmt dann, in
> welcher Schriftart und -grösse das Mail auf dem Ziel-PC angezeigt wird?

Die Einstellungen des Mail-Clients - bei Thunderbird zu finden unter
Einstellungen - Ansicht - Formatierung - Erweitert.


--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de
http://fahrradzukunft.de

Arno Welzel

unread,
Jan 12, 2016, 1:00:54 AM1/12/16
to
Louis Noser schrieb am 2016-01-08 um 00:09:

> Am 07.01.2016 um 18:53 schrieb Volker Gringmuth:
>> Das klingt für mich, als unterschiedest du nicht zwischen „Zeichensatz“ und
>> „Schriftart“.
>
> Das stimmt. Ich dachte eigentlich, dass das dasselbe ist.
>
>> Der erste ist die Zuordnung von Zahl zu Zeichen, der zweite
>>> sagt, wie jedes Zeichen zu malen ist.
>
> Tönt erst mal einleuchtend.
>
>>> Also der Zeichensatz sagt: „Zeichen 65 ist ein A“.
>
> Was steht denn genau in dieser Datenbank? 65 kann so abgespeichert
> werden (bzw. binär). Aber "A"? Wie wird denn das "A" abgelegt? Oder
> steht da direkt die Zuordnung "65" zu [Punktmatrix von A].

Das legt die Angabe des Zeichensatzes ja fest. Wobei 65 für "A" ein
schlechtes Beispiel ist, da die erste 127 Zeichen nach ASCII immer
identisch sind. Besseres Beispiel: Umlaute wie "ä" oder "ö" oder
Sonderzeichen wie das Euro-Symbol. Hier hängt es vom Zeichensatz ab,
welcher Code dafür verwendet wird.

Der Zeichensatz wird im Header angegeben, wie etwa in deinem Posting,
dass mit UTF-8 abgeschickt wurde:

Content-Type: text/plain; charset=utf-8; format=flowed

> Unter "Punktmatrix" stelle ich mir vor, dass zB. für jedes Zeichen 8
> Byte abgespeichert sind. Das 1. Byte ist die erste Zeile des Zeichens,
> wo immer, wenn ein Punkt gesetzt sein soll, das Bit gesetzt ist.
> Dasselbe beim 2. Byte (2. Zeile) usw. Ist es ungefähr so?

Ja - im Prinzip richtig. Das nennt man dann "Bitmap-Schrift". Allerdings
sind die wenigsten Schriften bei aktuellen System so aufgebaut. Meistens
kommen Vektorformate wie TrueType zum Einsatz.

Arno Welzel

unread,
Jan 12, 2016, 1:06:46 AM1/12/16
to
Dieter Eiterherd schrieb am 2016-01-07 um 19:01:

> Louis Noser <louis...@gmx.ch> wrote:
>
>> Grüss Euch
>
> Hallo Nosi!
>
>> Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
>> mitgeschickt?
>
> Im HTML-Kot wird die zu verwendende Schrift deklariert, aber der Font
> wird nicht mitgesandt.

JFTR: Technisch wäre das aber problemlos über data-urls möglich. Da man
aber nicht jedesmal mehrere 100 KB Daten mitschicken will und auch rein
rechtlich nicht jede Schriftdatei weitergegeben werden darf, wird das
aber bei HTML-E-Mail nicht so gemacht.

Claus Reibenstein

unread,
Jan 12, 2016, 4:13:42 AM1/12/16
to
Arno Welzel schrieb am 12.01.2016 um 07:00:

> Das legt die Angabe des Zeichensatzes ja fest. Wobei 65 für "A" ein
> schlechtes Beispiel ist, da die erste 127 Zeichen nach ASCII immer
> identisch sind.

Was meinst Du mit "nach ASCII immer identisch"? ASCII ist eine von
vielen möglichen Zeichencodierungen. Einige Codes erweitern ASCII um
zusätzliche Zeichen (z.B. ISO-8859-1, UTF-8), andere definieren
vollkommen andere Codierungen (z.B. EBCDIC).

> Besseres Beispiel: Umlaute wie "ä" oder "ö" oder
> Sonderzeichen wie das Euro-Symbol. Hier hängt es vom Zeichensatz ab,
> welcher Code dafür verwendet wird.

Die Codierung hängt _immer_ vom Zeichensatz ab.

Gruß
Claus

Arno Welzel

unread,
Jan 12, 2016, 9:50:45 AM1/12/16
to
Claus Reibenstein schrieb am 2016-01-12 um 10:13:

> Arno Welzel schrieb am 12.01.2016 um 07:00:
>
>> Das legt die Angabe des Zeichensatzes ja fest. Wobei 65 für "A" ein
>> schlechtes Beispiel ist, da die erste 127 Zeichen nach ASCII immer
>> identisch sind.
>
> Was meinst Du mit "nach ASCII immer identisch"? ASCII ist eine von

Dass die Zeichen 0-127 immer ASCII sind und in allen relevanten(!)
Codierungen auf Deskop-PCs und mobilen Geräten identisch zu ASCII.

> vielen möglichen Zeichencodierungen. Einige Codes erweitern ASCII um
> zusätzliche Zeichen (z.B. ISO-8859-1, UTF-8), andere definieren
> vollkommen andere Codierungen (z.B. EBCDIC).

Welche Software auf PCs oder mobilen Geräten nutzt EBCDIC für Texte? Ich
kenne EBCDIC nur von Mainframes.

>> Besseres Beispiel: Umlaute wie "ä" oder "ö" oder
>> Sonderzeichen wie das Euro-Symbol. Hier hängt es vom Zeichensatz ab,
>> welcher Code dafür verwendet wird.
>
> Die Codierung hängt _immer_ vom Zeichensatz ab.

Ja - wenn man unterstellt, dass EBCDIC praktisch relevant für
E-Mail-Clients ist. Ansonsten kann man davon ausgehen, dass "A" dem Code
65 entspricht - egal ob ASCII, ISO-8859-1, UTF-8 etc..

Thomas Schmidt

unread,
Jan 13, 2016, 1:29:02 AM1/13/16
to
Arno Welzel <use...@arnowelzel.de> schrieb:
> Dieter Eiterherd schrieb am 2016-01-07 um 19:01:
>> Louis Noser <louis...@gmx.ch> wrote:
>>
>>> Beinhaltet ein HTML-Mail den Zeichensatz oder wird einfach ein Verweis
>>> mitgeschickt?
>>
>> Im HTML-Kot wird die zu verwendende Schrift deklariert, aber der Font
>> wird nicht mitgesandt.
>
> JFTR: Technisch wäre das aber problemlos über data-urls möglich.

Das geht auch ohne DATA-URLs. Einfach wie Bilder eingebettet (Anhang, per
CID verlinkt) mitschicken.


Thomas

Arno Welzel

unread,
Jan 13, 2016, 1:41:59 AM1/13/16
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Das funktioniert dann aber nur innerhalb des Mail-Clients.
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