Marcus Jodorf <
tr...@killfile.de> wrote:
>> Solange beide laufen, kann der Backup-Postfix nicht den Master-Postfix
>> in Echtzeit fragen, ob ein Account existiert oder nicht?
>
> Doch genau das kann er. Entspechend konfiguriert kann er das auch
> persistent lokal cachen.
Prima, das ist doch zumindest eine Möglichkeit des Betriebs.
(Muss ja nicht jeder so machen, aber ist eine valide Option.)
>> Dadurch könnte der Backup zumindest teilweise bewusst "dumm" bleiben.
>
> Das braucht ein paar Zeilen Konfiguration. Aber es ist meistens auch
> wieder nicht so wesentlich mehr Arbeit, für eine vernünftige
> recipient-list zu sorgen.
Wenn es nur um die Haupt-User an sich ginge, wäre das machbar,
aber ich kenne Mailserver so, dass dort oft ein gigantischer
Zoo an Aliases, Weiterleitungsregeln und sonstigen Sonderlocken
existiert, und das möchte man eigentlich nicht doppelt verwalten.
>>> Überhaupt benötigen die meisten Leute keinen backup mx - und auch
>>> wenn sie das (noch) nicht wissen, wollen sie auch gar keinen.
>>
>> Warum benötigen die meisten Leute keinen Backup-MX?
>
> Siehe u.a. parallele Antwort auf Ursprungsposting.
Okay, war viel Text, habe ich gelesen.
Kurz und knapp, ich habe nicht die Erfahrung gemacht, dass Absender
zuverlässig eine Zustellung wiederholen. Wahlweise wird die Mail
"nur" verworfen. Oder mit etwas Pech wird man als Empfänger gleich
dauerhaft gelöscht. Selbst wenn es eine Wiederholung gibt, wie
lange dauert sie an? Fällt der Mailserver nachts aus, ist bis zum
Morgen für mehrere Stunden Schicht im Schacht, bis dahin hat die
Gegenseite bereits aufgegeben.
Was soll jemand, der vielleicht viel Mail verschickt (z.B.
ganz banal Mailinglisten) auch anderes machen? Wenn man da
auf jede Gegenseite ewig Rücksicht nimmt, hat mein schnell
eine Monster-Queue, die man nicht mehr abarbeiten kann.
Backup-MX halte ich für unverzichtbar, wenn einem der Empfang
von Mail wichtig ist. Was man kriegen kann, nimmt man sofort ab,
damit hat man es und ist nicht mehr auf die Gegenseite angewiesen.
Ja, man hat dadurch rechtlich eine Situation erzeugt, dass man
die Mail gewissermassen "empfangen" hat. Aber man hätte sie ja
unter normalen Umständen ebenfalls angenommen. Man sollte halt
jetzt nicht ewig bummeln mit der Reparatur seines Mailservers,
aber wenn das Ding so kaputt ist, dass man selbst bei maximaler
Arbeitskraft Wochen oder Monate für die Reparatur benötigt,
ist das vor Gericht üblicherweise anrechenbar. Das ist aber so
eine merkwürdige Extrembetrachtung. Für wen das tatsächlich im
Alltag ein existenzbedrohendes Dilemma ist, der betreibt eben
keinen Backup MX, sondern lässt lieber Mail wegwerfen. Aber das
halte ich nicht für den Normalfall.
Grüße, Andreas