Es gibt eine ganze Reihe von Problemen, die mir auf den ersten Blick
einfallen:
-- Bei der Einlieferung von Mails:
-- Man hat kein passendes Zertifikat, weil die IP-Adresse variabel ist,
ebenso der DNS-Name.
-- Nameserver machen Caching, Mailserver fragen A und MX aus diesem
Cache ab. Ist die TTL zu kurz, wird das schlicht als DoS abgetan und
ignoriert. Mind. 300 Sekunden sollte die TTL sein. wenn die
IP-Adresse wechselt, gibt es also eine Zeitspanne, wo diese auf
einen falschen Host zeigt -- und bei dem kommt dann die Mail an.
Oder der weist die Mail ab. Beides führt zu Mailverlusten und ist
völlig indiskutabel. Mal davon abgesehen, dass Dritte ggf. auch den
Inhalt der Mail zu sehen bekommen können.
-- Das Umschalten von A und MX richtig hinzubekommen, damit es die für
E-Mail nötige Qualität hat, schafft man mit dynamischen IP-Adressen
nicht.
-- Bei der Auslieferung von Mails:
-- Man bekommt den HELO-EHLO-Namen ggf. nicht richtig hin, weil sich
der Name mit der IP-Adresse ändert. (Ok, das liesse sich durch
Abfragen lösen, wenn der Provider denn reverse DNS-Einträge macht.)
-- Man wird quasi überall blockiert, weil man aus einem Netz mit
dynamischen IP-Adressen kommt, was ein sehr gutes Kriterium für
Spammer ist.
-- Man hat mit wechselnden IP-Adressen Probleme Greylisting zu
überwinden.
-- Man "erbt" die Reputation der IP-Adresse und die kann sehr, sehr
schlecht sein und man findet sich ggf. gleich auf einer Blacklist
wieder, wenn der Vorgänger ein Spammer war.
-- SPF macht Probleme (na gut, das nimmt sowieso niemand für voll)
Es gibt bestimmt noch viel mehr, aber die sind mir mal gleich eingefallen.
Lies: Nein, das will man nicht. Man nehme den Mailserver des eigenen oder
spezialisieren¹ Providers oder - wenn man das nicht möchte *und* sich gut
auskennt - setzt einen Mailserver auf einem gemieteten Server bei einem
geeigneten Anbieter auf.
¹ Ich fand es interessant, dass es jetzt offenbar einen Markt für
ordentliche, spezialisierte Mailanbieter gibt. Damit meine ich z.B. sowas
wie
https://mailbox.org/
Heiko