Thomas Hochstein, 2022-08-08 22:52:
> Arno Welzel schrieb:
>
>> Thomas Hochstein:
>>> Eher nicht. Offenbar routen sie ja ausgehende Mail nach der Reputation -
>>> also nach der Wahrscheinlichkeit, dass es sich um unerwünschte Mail
>>> handelt - über unterschiedliche Infrastruktur.
>>>
>>> Das ist ein wichtiger Service für das Netz (und schützt die anderen
>>> Nutzer, die sonst unter dem Fehlverhalten weniger leiden müssen).
>>
>> Nein, das ist grober Unfug.
>
> Keineswegs.
Doch, bei Zugängen für *Kunden* durchaus!
> Es gibt für den Umgang mit dem Versand von - wahrscheinlicher - Junkmail
> durch registrierte User im Wesentlichen drei Möglichkeiten:
>
> - Einfach laufen lassen.
Nein, E-Mails, die man nicht senden will, aktiv ablehnen!
Dann denkt der Kunde nämlich nicht, dass eine E-Mail, die er zum Versand
an den Provider übergeben hat, normal transportiert wird, tatsächlich
aber über Müll-Sammel-Server läuft, die vermutlich ohnehin blockiert werden.
Und in der Ablehnung selbstverständlich auch eine saubere Begründung
eben, wie z.B.:
"Ihre E-Mail konnte nicht zugestellt werden, da sie als unerwünschter
Spam eingestuft wurde.
Siehe dazu auch unsere AGB <link>."
> Das bringt die Mailserver auf Blacklists und führt zu Zustellproblemen für
> alle Nutzer. Das ist nicht schön für die Kunden und schlecht für die
> Reputation, auch wenn man bei Beschwerden auf den Empfänger verweisen
> kann, denn der verweigert ja die Annahme der Mail.
>
> - Einfach blocken.
>
> Das führt zu Beschwerden der betroffenen Kunden und damit zu aufwendigen
> Supportcases, die sich ein Mensch im Einzelnen ansehen muss. Das skaliert
> nicht bei einem Anbieter günstiger oder kostenloser Mailaccunts.
Aha - und der in diesem Thread beschriebene Fall, dass ausgehende Mails
beim Empfänger als Spam abgelehnt werden, weil sie über einen
"Müll-Sammel-Server" laufen, ist besser? Dadurch entstehen keine
Supportfälle?
> - Filtern der ausgehenden Mail über unterschiedliche Mailserver
>
> Das bringt nur die Mailserver auf Blacklists, über die mutmaßliche
> Junkmails geleitet werden. Die anderen Kunden haben kein Problem, und die
> betroffenen Kunden kann man auf den Empfänger verweisen, denn der nimmt
> die Mail ja nicht ab. Ich halte diese Lösung für nahezu genual.
Aber die Kunden, die Mails senden wollen, haben sehr wohl ein Problem.
Denn die wissen ja nicht *warum* ihre E-Mails so behandelt werden.
>> Als Nutzer von
web.de hat man ja keinen
>> Einfluss darauf, über welchen Server eigene Mails geleitet werden.
>
> Naheliegenderweise läuft auch ausgehende Mail durch einen Spamfilter - das
> ist ja eine recht verbreitete Praxis -, und je nach Ergebnis wird sie eben
> nicht abgelehnt, sondern über die Mailserver für Mail mit schlechter
> Reputation geleitet.
Und das ist eben maximaler Mist. Denn diese Server sind garantiert
ohnehin auf Blacklists! Das ist nicht besser, als die Mail gleich
abzulehnen.
>> Wenn
>> ich Kunde von
web.de bin, dann kann ich zurecht erwarten, dass meine
>> ausgehenden E-Mails nicht nach nicht näher dokumentierten Kriterien
>> wahlweise über Server geleitet werden, die ohnehin auf Blacklists stehen.
>
> Das halte ich auch rechtlich für deutlich besser argumentierbar als das
> Blocken der Mails - und das Durchleiten über dieselben wie alle anderen
> ist keine tragfähige Alternative.
Ob das rechtlich tragbar ist, bezweifele ich. Bisher hat halt nur
niemand dagegen geklagt.
Das wäre so, als würde die Post manche Briefe einfach über unseriöse
Auftragnehmer verteilen, wo man davon ausgehen muss, dass sie nicht
ankommen, nur weil die Briefe als mutmasslich unerwünschte Sendungen
eingestuft wurden und man annimmt, dass es niemanden stört, wenn sie
nicht zugestellt werden.