On Tue, 01 Dec 2020 22:03:28 Jörg Tewes wrote:
> Stefan Froehlich schrieb:
> > On Tue, 01 Dec 2020 16:14:24 Jörg Tewes wrote:
> > Schwieriger würde es bei den meisten Messengern mit der
> > Unabhängigkeit von einem bestimmten Provider: Wenn jemand
> > WhatsApp verwendet, werde ich ihn dort nur über WhatsApp
> > erreichen, sinngemäß das gleiche für alle anderen Anbieter. Das
> > ist für einen ernsthaften Einsatz aber halt völlig unbrauchbar.
> Hmm, und wenn dir jemand eine GMX Adresse gibt wirst du ihn auch
> nur unter dieser Adresse erreichen. Der einzige Unterschied
> besteht darin was *du* nutzen kannst,
Aber das ist doch gerade der entscheidende Unterschied: Ich muss
nicht bei GMX, Google, Hotmail und -zig anderen Providern Kunde
sein, damit ich mit deren Kunden kommunizieren kann. Und es geht
sogar noch besser: Die meisten meiner Kunden betreiben ihre
Infrastruktur selber, es ist daher überhaupt keine dritte Partei mit
im Spiel und dennoch wird mit allen der gleiche, (weitgehend)
verbindliche Standard gesprochen.
> Wenn das Empfangsmedium "providerseitig" gestört ist, kann du noch
> soviel einen anderen Provider nutzen, erreichen wirst du den
> Empfänger troztdem nicht.
Das ist aber dann ganz klar das Problem des Empfänger; auch das ist
ein wichtiger Punkt, die Trennung der beiden Sphären mit klarer
Verteilung der Zuständigkeiten. Die Ausrede "der Provider ist
schuld" stellt sich im Idealfall nie, weil sich das der jeweilige
Partner halt mit seinem Provider ausmachen muss (so wie zur Zeit
mein Kunde mit seiner IT bzw. mit Cisco).
> > Und jetzt zeige mir, wie Du die letzten beiden Punkte unter
> > einen Hut bekommst, ohne dass über den gleichen Kanal auch
> > unerwünschte Nachrichten verschickt werden können. Ist halt so.
> Was hat die Anbindung an deine Infrastruktur mit Spam zu tun? Du
> verschickst doch keinen Spam. Und zu dem anderen hatte ich ja
> schon was geschrieben.
Freilich verschicke *ich* keinen Spam, aber das kann schon im
Nachbarhaus vollkommen anders aussehen.
> >>> Egal, wie ein hypothetischer Ersatz für Email konzipiert ist,
> >>> er wird, wenn er diese Leistungsmerkmale besitzt, unweigerlich
> >>> die gleichen Probleme haben.
> >> Nur wenn es nicht möglich ist jemanden der sich daneben benimmt
> >> zu sperren.
> > Sobald man "jemanden sperren" kann, ist das System aber halt für
> > den praktischen Gebrauch untauglich.
> Das wiederrum sehe ich anders. Für den praktischen Gebrauch ist
> das sogar sehr tauglich. Vor allendingen wenn es *nur* vom
> Provider unter definierten Bedingungen gemacht werden kann.
Sein Provider ist man ggf. selber, da kann einen niemand sperren.
Und wer definiert die Bedingungen (weltweit einheitlich und
exekutierbar)?
Selbst empfängerseitig ist das ja schon problematisch genug, wie man
sieht. Ein Mitarbeiter eines Kunden beschließt (durchaus
nachvollziehbar), alle seine Kollegen über eine wesentliche Änderung
zu informieren und entfernt daher jedes Filter bei "Mail
verschicken". Das System verschickt daraufhin 3k Emails und wird
prompt beim Empfänger gesperrt, weil niemand daran gedacht hat, dass
die IT davon vorab informiert werden möchte. Deren Pech, das
bekommen sie selber geklärt und behoben, notfalls gerne mit
Anleitung, es ist auch nichts schlimmes passiert.
Nun seien die Systeme aber so clever, diese "Attacke"
weiterzumelden, woraufhin 1/3 aller anderen Kunden automatisiert
beschließt, ebenfalls keine Mails mehr anzunehmen, weil "vom
Provider gesperrt". Das ist bislang ein rein fiktives Szenario,
aber dann hätte auf einmal *ich* ein Problem.
Rein fiktiv, aber theoretisch mit hinreichend kommunikativen
Blacklisten schon denkbar. Wäre jetzt alles innerhalb der
geschlossenen Infrastruktur eines einzigen Providers, dann würde der
sich a) diese Leistung mit Sicherheit vergolden lassen (etwas
bessers, als ein Monopol auf die gesamte, weltweite
Geschäftskommunikation ist ja kaum denkbar) und b) einen feuchten
Kehrricht um die Sorgen des Herrn Fröhlich aus Wien scheren, dessen
Account wegen plötzlich erhöhtem Mailaufkommen nach monatelangem
dahindümpeln automatisiert gesperrt wurde.
Servus,
Stefan
--
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