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Darstellung von physikalischen Formeln in HTML-Dokument

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Gundemarie Scholz

unread,
Jan 17, 2012, 5:08:46 PM1/17/12
to
Hallo,

ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die verwendeten
physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch deren Bezeichnungen.


Beispiel für eine Variable:
http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-R.gif

Beispiel für kurze Formel:
http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_1.gif


Beispiel für komplexere Formel:
http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_3.jpg

Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am besten
zu gestalten ist?
Mein Ansatz wäre, jeweils die Screenshots in den Text einzufügen und die
Bezeichnung entweder per alt-Tag (für einzelne Variablen) oder longdesc-Tag
(für Gleichungen) einzubinden. Da fehlt mir dann allerdings das
Hintergrundwissen. Gut, bei der kurzen Formel wäre dann das passende Tag
vermutlich so etwas wie "f ist gleich Fraktur-R geteilt durch N", aber für
die komplexeren Formeln bräuchte ich Hilfe.

Alternativ könnte ich mir vorstellen, daß ich jemanden finde, der weiß, wie
die Formeln in TeX eingegeben werden. Würde man dann die alt-Tags mit dem
"Quelltext" der TeX-Formel füllen, wie ich es bei Wikipedia gesehen habe
(s.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:TeX), also dann sowas wie "f =
\frac {\mathfrak{R}}{N}"? Wie kommen dann z.B. Screenreader mit so etwas
klar?

Gruß,
Gunde

Aguirre

unread,
Jan 17, 2012, 5:41:51 PM1/17/12
to
On 17 Jan., 23:08, "Gundemarie Scholz" <spamyousi...@inbox.ru> wrote:
> Hallo,
>
> ich bin dabei, die Dissertation meines Gro vaters aufzubereiten und als
> Webseite zu ver ffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die verwendeten
> physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch deren Bezeichnungen.
>
> Beispiel f r eine Variable:http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-R.gif
>
> Beispiel f r kurze Formel:http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_1.gif
>
> Beispiel f r komplexere Formel:http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_3.jpg
>
> Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am besten
> zu gestalten ist?
> Mein Ansatz w re, jeweils die Screenshots in den Text einzuf gen und die
> Bezeichnung entweder per alt-Tag (f r einzelne Variablen) oder longdesc-Tag
> (f r Gleichungen) einzubinden. Da fehlt mir dann allerdings das
> Hintergrundwissen. Gut, bei der kurzen Formel w re dann das passende Tag
> vermutlich so etwas wie "f ist gleich Fraktur-R geteilt durch N", aber f r
> die komplexeren Formeln br uchte ich Hilfe.
>
> Alternativ k nnte ich mir vorstellen, da ich jemanden finde, der wei , wie
> die Formeln in TeX eingegeben werden. W rde man dann die alt-Tags mit dem
> "Quelltext" der TeX-Formel f llen, wie ich es bei Wikipedia gesehen habe
> (s.a.http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:TeX), also dann sowas wie "f =
> \frac {\mathfrak{R}}{N}"? Wie kommen dann z.B. Screenreader mit so etwas
> klar?
>
> Gru ,
> Gunde

Maybe you should stay with your mama!
She could do your laundry and cooks for you.

Dem Täter auf der Spur
"Seien wir realistisch und verlangen das UNMÖGLICHE."
Message has been deleted

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 17, 2012, 8:30:49 PM1/17/12
to
Gundemarie Scholz wrote:

> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
> Webseite zu veröffentlichen.

Hast Du bereits alle rechtlichen Fragen geklärt?

> Probleme bereiten mir dabei die verwendeten physikalischen Formeln und
> einzelne Variablen wie auch deren Bezeichnungen.
>
>
> Beispiel für eine Variable:
> http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-R.gif

LaTeX: $ \mathfrak{R} $
LaTeX: $ \frac{\mathfrak{R}}{N} $
Klifflig, aber ich versuch's mal in LaTeX zur Übung:

$ A_L = \frac{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right]^2 \mathrm{d}
\nu}{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right] \mathrm{d}
\nu} $

(CMIIW)

Ist syntaktisch noch nicht ganz korrekt (mein Compiler meckert wegen "double
superscript"), aber es wird weitestgehend korrekt (gleich) dargestellt. An
diesem Beispiel kannst du sehen, wie einfach das Schreiben von komplexen
Formeln in LaTeX ist.

> Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am besten
> zu gestalten ist?
> Mein Ansatz wäre, jeweils die Screenshots in den Text einzufügen und die
> Bezeichnung entweder per alt-Tag (für einzelne Variablen) oder

Du meinst das alt-_Attribut_.

> longdesc-Tag (für Gleichungen) einzubinden.

Achtung: Das longdesc-_Attribut_ wird oft missverstanden. Es soll _nicht_
den Beschreibungstext liefern, sondern den *URI* des Beschreibungstextes.
Du müsstest dann für jede Gleichung ein beschreibendes Dokument erstellen
oder zumindest einen Anker für die Beschreibung definieren.

<http://alt.pro-barrierefreiheit.de/entwickler/multimedia/longdesc/>
<http://www.w3.org/TR/html401/struct/objects.html#adef-longdesc-IMG>

> Da fehlt mir dann allerdings das Hintergrundwissen. Gut, bei der kurzen
> Formel wäre dann das passende Tag vermutlich so etwas wie "f ist gleich

_Attributwert_, nicht Tag.

> Fraktur-R geteilt durch N", aber für die komplexeren Formeln bräuchte ich
> Hilfe.

Für diesen Zweck wurde MathML entwickelt:

<http://www.w3.org/Math/>

Nachdem neben SVG auch MathML valide in HTML5 eingebettet werden können
soll, ohne XML-Namespaces zu verwenden, machen sich die Browserhersteller
gerade auf, ihre MathML-Unterstützung zu verbessern. Dennoch gibt es immer
noch grössere Unterschiede. Testcases:

- HTML 4.01 + CSS: <http://PointedEars.de/markup/equation>
- HTML5 + CSS/MathML: <http://PointedEars.de/markup/equation2.html>
- XHTML 1.1 + CSS/MathML: <http://PointedEars.de/markup/equation2.xhtml>

Einige Testergebnisse habe ich bereits hier oder in
comp.infosystems.www.authoring.html gepostet.

> Alternativ könnte ich mir vorstellen, daß ich jemanden finde, der weiß,
> wie die Formeln in TeX eingegeben werden.

Wenn Du HTML kennst, ist es IMHO nicht schwierig, (La)TeX zu lernen, und
damit wirst Du das beste Schriftbild für die Dissertation erreichen. LaTeX
gibt es seit 1980; TeX seit 1977. Im besten Fall gibt es den (La)TeX-
Quelltext der Dissertation noch, und Du musst ihn nur nach HTML
konvertieren, z. B. mit LateX2html.

Falls nicht: Betrachte (La)TeX einfach als Auszeichnungssprache mit anderer
Syntax. BTDT (bis vor einem Monat konnte ich so gut wie gar kein LaTeX,
inzwischen gehen viele Sachen schon sehr flüssig, auch dank TeXlipse). Die
Dokumentation im Web dazu ist IMHO ausgezeichnet. Google ist Dein Freund.
[psf 6.1] Z. B. haben mir

- <http://projekte.dante.de/DanteFAQ>.
- <http://www.kubieziel.de/computer/latex-tutorial.html>
- sowie die "LaTeX-Einführung für Doktoranden bzw. Ingenieure" von
Manuel Kühner,
<http://www.bipede.de/Downloads/LaTeX-Kurs/Kurs-Folien_2011-11-17.pdf>,
über <http://www.bipede.de/Downloads.html>

sehr weitergeholfen bzw. tun es noch.

Für einfach zu erreichenden, sauberen Formelsatz wird in letzterem Tutorial
korrekterweise die Verwendung des LaTeX-Pakets der American Mathematical
Society empfohlen:

\usepackage{amsmath}

Das Paket `amssymb' stellt u. a. \mathfrak zur Verfügung.

Und wie Du siehst, gibt es mit de.comp.text.tex auch eine passende
deutschsprachige Newsgroup, in der Du Fragen stellen kannst, wenn Du trotz
der Webressourcen nicht weiterkommst.

> Würde man dann die alt-Tags mit dem "Quelltext" der TeX-Formel füllen, wie
> ich es bei Wikipedia gesehen habe (s.a.
> http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:TeX), also dann sowas wie "f
> = \frac {\mathfrak{R}}{N}"?

Nein, die MediaWiki-Lösung ist dahingehend suboptimal. Positiv
hervorzuheben ist hier jedoch, dass die Grafiken direkt aus LaTeX-Code
erzeugt werden. Ich gehe davon aus, dass hierfür Latex2HTML oder ähnliches
benutzt wird (RTFM, RTSL).

> Wie kommen dann z.B. Screenreader mit so etwas klar?

Gar nicht. Sehr viel besser funktioniert es mit den entsprechenden Unicode-
Zeichen, z. B. aus den folgenden Subsets:

- Mathematical Operators (U+2200 bis U+22FF)
- Miscellaneous Mathematical Symbols A (U+27C0 bis U+27EF)
- Miscellaneous Mathematical Symbols B (U+2980 bis U+29FF) und
- Mathematical Alphanumeric Symbols (U+1D400 bis U+1D7FF)

Hier z. B. "f = R ∕ N" bzw. "f = R &#8725; N" oder "f = 𝕽 ∕ N" bzw.
"f = &#120189; ∕ N". [Achtung: "∕" (DIVISION SLASH, U+2215) ist nicht zu
verwechseln mit "/" (SOLIDUS, U+002F).]

Hierbei ist auch zu beachten, dass dieser Text ggf. übersetzt werden muss,
falls Worte sich besser als alleinstehende Unicode-Zeichen eignen, z. B.
"f = Fraktur R ∕ N".


PointedEars
--
> hoehe=screen.height; breite=screen.width;
Was hat dies mit der Fenstergröße zu tun? Genauso kannst Du fragen:
"Wie groß ist Nachbars Garage?", um zu ermitteln, wie groß wohl mein
Auto sein mag. (Georg Maaß in dcljs <ap315c$r2pon$2...@ID-3551.news.dfncis.de>)

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 17, 2012, 8:48:46 PM1/17/12
to
Stefan Ram wrote:

> "Gundemarie Scholz" <spamyo...@inbox.ru> writes:
>> http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-R.gif
>
> Ein »kalligraphisches R« findest Du im Unicode, dem
> Zeichensatz von HTLM, als Zeichen Nummer 8475 (Dezimal).

Jenes Zeichen ist U+2118 SCRIPT CAPITAL R, welches für das Riemann-Integral
verwendet wird.

Darüberhinaus ist Kalligraphie sozusagen das typographische Gegenteil von
Fraktur. Letzteres war hier gesucht.

Ein korrektes Unicode-Zeichen dafür ist daher U+1D57D MATHEMATICAL BOLD
FRAKTUR CAPITAL R (ein nicht-fettes Fraktur-R gibt es in Unicode anscheinend
nicht; der Codepunkt zwischen U+1D514 MATHEMATICAL FRAKTUR CAPITAL Q und
U+1D516 MATHEMATICAL FRAKTUR CAPITAL S wird mir als "not assigned"
angezeigt).

Natürlich muss dann eine entsprechende Schriftart, wie etwa Bitstream Vera
Sans, installiert sein.


PointedEars
--
Mozilla ist ein Webbrowser. Das ist ein Programm, dass es ermoeglicht,
Webseiten anzusehen. Das ist nicht sowas wie ein Programm, das es
Webdesignern erlaubt, den Nutzer zu belaestigen, indem man seine
Arbeitsumgebung unsinnig manipuliert. -- Boris 'pi' Piwinger in dcljs

Martin Schilling

unread,
Jan 18, 2012, 1:41:04 AM1/18/12
to
Moin,

Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:
> Gundemarie Scholz wrote:
>> Beispiel für komplexere Formel:
>> http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_3.jpg
>
> Klifflig, aber ich versuch's mal in LaTeX zur Übung:
>
> $ A_L = \frac{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
> e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right]^2 \mathrm{d}
> \nu}{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
> e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right] \mathrm{d}
> \nu} $
>

Nein, du möchtest von minus Unendlich bis plus Unendlich integrieren.
Daß es im Original unglücklich über den Klammern steht, würde ich den
damaligen technischen Möglichkeiten zuschreiben.
Auch sind die Dollar-Zeichen nur für den Fließtext gedacht, 'richtige'
Formeln möchten abgesetzt werden.
Zudem scheint mir das kleine 'a' ein Alpha zu sein - um das zu
entscheiden, müßte man den umgebenden Text kennen, mit entsprechendem
Fachwissen für die verwendete Nomenklatur...

\[
A_L = \frac{\int^{+\infty}_{-\infty}\left[ ...etc... \right]}{Nenner}
\]

Gruß!
Martin.

Martin Schilling

unread,
Jan 18, 2012, 1:54:46 AM1/18/12
to
Moin,

[XP mit f'up2 dciwam]

Gundemarie Scholz schrieb:
> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
> Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die verwendeten
> physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch deren Bezeichnungen.
[SNIP]
> Da fehlt mir dann allerdings das
> Hintergrundwissen. Gut, bei der kurzen Formel wäre dann das passende Tag
> vermutlich so etwas wie "f ist gleich Fraktur-R geteilt durch N", aber für
> die komplexeren Formeln bräuchte ich Hilfe.

das sehe ich auch so - um eine Dissertation in Physik zu schreiben,
braucht es mindestens einen Cand.Phys. - besser wenn derjenige ein
Diplom hat und sich dabei schon wochenlang durch LaTeX gequält hat.
Wie an dem kurzen Beispiel von Pointed Ears zu sehen ist, braucht man
einfach Hintergrundwissen dafür... Und das wär nur LaTeX, keine Ahnung,
wie man das vernünftigerweise in html umsetzt!

Die entscheidende Frag ist eher, /warum/ willst du das machen. Das
wissenschaftliche Interesse an einer so alten Arbeit dürfte in Richtung
Null konvergieren. Wenn Du es, wie ich anhand der URL vermute, aus
Gründen der Ahnenforschung machst - einscannen, fertig.

HTH,
Martin.

Andreas Borutta

unread,
Jan 18, 2012, 2:39:07 AM1/18/12
to
Stefan Ram schrieb:

> Ansonsten würde ich für kompliziertere Formeln MathML
> einsetzen:
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Mathematical_Markup_Language

Ich hatte vor ca. 2 Jahren mal in der Blindenstudienanstalt in Marburg
angerufen um zu erfahren, welche Art der Bereitstellung von
komplexeren Formeln für Blinde nützlich ist.

Ergebnis: LaTeX im Alt-Attribut.

Ob das heute noch der Stand ist, kann ich nicht sagen.

Hier ein Beispiel der Umsetzung:
http://fahrradzukunft.de/1/wirkungsweise-fahrradlichtmaschinen/

Eine (Diskussions-)Plattform, auf der Blinde selbst ihre Anliegen zur
Zugänglichkeit von Websites vertreten und in ausführlichen Austausch
mit Webautoren treten ist mir nicht bekannt.

Andreas

f'up2 dciwam

Helmut Richter

unread,
Jan 18, 2012, 3:58:37 AM1/18/12
to
On Tue, 17 Jan 2012, Stefan Ram wrote:

> Es geht auch mit reinem HTML (ohne MathML). Schau Dir mal
> diese Seiten an:
>
> http://www.joergresag.privat.t-online.de/mybk2htm/chap73.htm
> http://www.joergresag.privat.t-online.de/mybk2htm/chap515.htm

Nur hätte man für Variable eine Kursivschrift wählen müssen und für den
Rest keine. Dann sieht es viel mehr nach Formel und viel übersichtlicher
aus, z.B. http://www.lrz.de/~hr/tmp/lambert.html

(Hier gehts nur um die Variablen. Manches muss noch verbessert werden,
z.B. die Rahmen aus der Tabelle entfernt, wo ich jetzt nicht die Zeit
habe, herauszufinden, warum die drin sind.)

> Aber da muß man sich mit der Sache /und/ mit HTML gut
> auskennen, um das so umsetzen zu können, denn die Formeln
> müssen teilweise umgeformt werden, um so darstellbar zu
> sein.

Eben. Die Formeln müssen flach geschrieben werden, was bei den Formeln des
OP zur Unlesbarkeit führt.

> Fürs Web ist XHTML+MathML vielleicht die eleganteste, aber
> vielleicht auch die aufwendigste Lösung.

Kann das jeder lesen, oder muss jeder Leser was installieren?

--
Helmut Richter

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 18, 2012, 5:34:43 AM1/18/12
to
Martin Schilling wrote:

> Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:
>> Gundemarie Scholz wrote:
>>> Beispiel für komplexere Formel:
>>> http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_3.jpg
>>
>> Klifflig, aber ich versuch's mal in LaTeX zur Übung:
>>
>> $ A_L = \frac{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
>> e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right]^2 \mathrm{d}
>> \nu}{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
>> e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right] \mathrm{d}
>> \nu} $
>>
>
> Nein, du möchtest von minus Unendlich bis plus Unendlich integrieren.
> Daß es im Original unglücklich über den Klammern steht, würde ich den
> damaligen technischen Möglichkeiten zuschreiben.

Ja, das ergibt mehr Sinn. Jetzt ist auch der Syntaxfehler weg :)

Unschön finde ich allerdings, dass die Integrationsgrenzen hier immer noch
rechts neben dem Integral stehen statt darüber bzw. darunter. Wie muss man
es schreiben, um das zu ändern?

> Auch sind die Dollar-Zeichen nur für den Fließtext gedacht, 'richtige'
> Formeln möchten abgesetzt werden.

ACK, war mir bekannt.

> Zudem scheint mir das kleine 'a' ein Alpha zu sein - um das zu
> entscheiden, müßte man den umgebenden Text kennen, mit entsprechendem
> Fachwissen für die verwendete Nomenklatur...

Mit \alpha liegst Du wahrscheinlich richtig. War schon spät … :)

> \[
> A_L = \frac{\int^{+\infty}_{-\infty}\left[ ...etc... \right]}{Nenner}
> \]

Danke. Der Vollständigkeit halber: mit amsmath-Paket würde man das
stattdessen

\begin{equation}
A_L = …
\end{equation}

oder

\begin{align}
…\\

A_L & = …\\


\end{align}

schreiben. Bei letzterer Variante sind die Gleichzeitszeichen aneinander
ausgerichtet.


F'up2 de.comp.text.tex

PointedEars
--
Bedenke, daß Mozilla bereits 4 Jahre alt ist. Du kannst Dir also ausrechnen,
wie veraltet NN4 ist. Trotzdem ist er der erfolgreichste Browser aller
Zeiten. Kein Fossil ist je so alt geworden wie dieser Browser einen aussehen
läßt. ;-) -- Georg Maaß in dcljs <aouobi$q4qm6$1...@ID-3551.news.dfncis.de>

Lothar Wiese

unread,
Jan 18, 2012, 8:25:11 AM1/18/12
to
Am 17.01.2012 23:08, schrieb Gundemarie Scholz:
> Hallo,
>
> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und
> als Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die
> verwendeten physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch
> deren Bezeichnungen.

Versuchen könntest Du auch, die ganze Arbeit in ein Office-Programm, wie
LibreOffice Writer einzulesen und dann dort die Formeln mit dem
eingebauten Formeleditor durch einfaches Anklicken einzugeben.

Anschließend kann alles damit als .pdf ausgegeben werden und ist bereit
fürs Internet. Auch HTML-Erzeugen oder der Umweg über Erzeugung von .tex
ist möglich, erfordert aber mehr Aufwand.

Übrigens gibt es auf http://portableapps.com/de OpenOffice oder das
gleichwertige LibreOffice kostenlos und beide brauchen nicht einmal
installiert zu werden. Ausprobieren ist also einfach.

MfG
Lothar W.

Martin Schilling

unread,
Jan 18, 2012, 9:29:52 AM1/18/12
to
Moin,

Lothar Wiese schrieb:
> Am 17.01.2012 23:08, schrieb Gundemarie Scholz:
>> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und
>> als Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die
>> verwendeten physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch
>> deren Bezeichnungen.
>
> Versuchen könntest Du auch, die ganze Arbeit in ein Office-Programm, wie
> LibreOffice Writer einzulesen und dann dort die Formeln mit dem
> eingebauten Formeleditor durch einfaches Anklicken einzugeben.

da seh ich den Lernaufwand durchaus nicht als geringer an als für
anständiges LaTeX, wobei du bei letzterem immerhin Einfluß auf das
Ergebnis nehmen kannst, ohne komplett die Nerven zu verlieren. Und LaTeX
kann man immer brauchen, ich wüßte von keinem nennenswerten Nutzen vom
Umgehenkönnen mit Office-Programmen zu berichten.

> Anschließend kann alles damit als .pdf ausgegeben werden und ist bereit
> fürs Internet.

dann kann sie es doch gleich einscannen und als Bilder einstellen.
Welchen Mehrwert hätte ein pdf?

Martin.

[xp abgestellt.]

Gundemarie Scholz

unread,
Jan 18, 2012, 9:49:44 AM1/18/12
to
Stefan Ram wrote:
> "Gundemarie Scholz" <spamyo...@inbox.ru> writes:
> > http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-R.gif
>
> Ein »kalligraphisches R« findest Du im Unicode, dem
> Zeichensatz von HTLM, als Zeichen Nummer 8475 (Dezimal).

Wie Thomas schon bemerkte, handelt es sich nicht um ein kalligraphisches,
sondern ein Fraktur-R (\mathfrak{R}, um bei TeX zu bleiben).

> Ein paar Hinweise zur Spationierung in Formeln findest
> Du auch unter
>
> http://www.purl.org/stefan_ram/pub/schriftsatz

Interessant, aber um das in HTML umzusetzen vermutlich ein wenig zu
kompliziert für den Zweck.

> Ansonsten würde ich für kompliziertere Formeln MathML
> einsetzen:
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Mathematical_Markup_Language

MathML wird noch nicht von allen Browsern unterstützt, und ich möchte auch
vermeiden, daß die Besucher der Seite zusätzliche Plugins installieren
müssen.

> Es gibt Programme, welche TeX oder LaTeX in Webseiten
> umsetzen, aber leider auch meist unter Einbeziehung von
> GIF-Bildern.
>
> http://enc.com.au/docs/latexhtml/
>
> Das ist häßlich, aber wird oft gemacht.

Häßlicher als Einscannen der kompletten Dissertation ist es auch nicht, und
indem nur die komplexeren Formeln als Bilder vorliegen, ist der Rest des
Textes wenigstens einfach zu behandeln.

Gruß,
Gunde

Gundemarie Scholz

unread,
Jan 18, 2012, 9:58:45 AM1/18/12
to
Thomas 'PointedEars' Lahn wrote:
> Gundemarie Scholz wrote:
>
> > ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und
> > als Webseite zu veröffentlichen.
>
> Hast Du bereits alle rechtlichen Fragen geklärt?

Dissertation von 1929, alle Erben mit der Veröffentlichung einverstanden,
somit sehe ich erstmal kein Problem.

> > Beispiel für komplexere Formel:
> > http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_3.jpg
>
> Klifflig, aber ich versuch's mal in LaTeX zur Übung:
> > Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am
> > besten zu gestalten ist?
> > Mein Ansatz wäre, jeweils die Screenshots in den Text einzufügen
> > und die Bezeichnung entweder per alt-Tag (für einzelne Variablen)
> > oder
>
> Du meinst das alt-_Attribut_.

Genau das.

> > longdesc-Tag (für Gleichungen) einzubinden.
>
> Achtung: Das longdesc-_Attribut_ wird oft missverstanden. Es soll
> _nicht_ den Beschreibungstext liefern, sondern den *URI* des
> Beschreibungstextes. Du müsstest dann für jede Gleichung ein
> beschreibendes Dokument erstellen oder zumindest einen Anker für die
> Beschreibung definieren.

Ja, deswegen schrieb ich auch nur "einbinden". Auf der verlinkten Seite
könnte ich dann entweder die TeX-Formel einbinden oder die Beschreibung, so
wie jemand die Gleichung/Formel vorlesen würde oder beides.

Danke für die restlichen Links und Hinweise, die ich mir im Laufe der
nächsten Zeit genauer ansehen werde.

Gruß,
Gunde

Gundemarie Scholz

unread,
Jan 18, 2012, 10:01:26 AM1/18/12
to
Andreas Borutta wrote:
> Stefan Ram schrieb:
>
> > Ansonsten würde ich für kompliziertere Formeln MathML
> > einsetzen:
> >
> > http://de.wikipedia.org/wiki/Mathematical_Markup_Language
>
> Ich hatte vor ca. 2 Jahren mal in der Blindenstudienanstalt in Marburg
> angerufen um zu erfahren, welche Art der Bereitstellung von
> komplexeren Formeln für Blinde nützlich ist.
>
> Ergebnis: LaTeX im Alt-Attribut.
>
> Ob das heute noch der Stand ist, kann ich nicht sagen.

Interessant, danke. Ich habe es jetzt erstmal so gemacht, daß ich per
Wiki-Sandbox die Formeln alle eingegeben und als PNG habe ausgeben lassen,
mit alt-Text, der jeweils die TeX-Formel angibt. Mal schauen, wie ich jetzt
weitermache.

Gruß,
Gunde

Gundemarie Scholz

unread,
Jan 18, 2012, 10:04:20 AM1/18/12
to
Martin Schilling wrote:
> Die entscheidende Frag ist eher, /warum/ willst du das machen. Das
> wissenschaftliche Interesse an einer so alten Arbeit dürfte in
> Richtung Null konvergieren. Wenn Du es, wie ich anhand der URL
> vermute, aus Gründen der Ahnenforschung machst - einscannen, fertig.

Ich sammele alle Dissertationen aus der Verwandtschaft und bereite sie
entsprechend auf. Diverse Vorfahren waren Mediziner, und die noch lebenden
Mediziner in der Familie finden das dann ganz interessant. Da will ich den
einzigen Physiker bisher nicht ausschließen.

Außerdem muß ich irgendwie die Zeit rumkriegen, bis meine seit einer Woche
überfällige Tochter sich hoffentlich bald mal entscheidet, geboren werden zu
wollen. :)

Gruß,
Gunde

Andreas Prilop

unread,
Jan 18, 2012, 11:06:47 AM1/18/12
to
On Tue, 17 Jan 2012, Gundemarie Scholz wrote:

> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
> Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die verwendeten
> physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch deren Bezeichnungen.
>
> Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am besten
> zu gestalten ist?

http://www.cs.tut.fi/~jkorpela/math/
http://www.user.uni-hannover.de/nhtcapri/mathematics.html

--
 Solange Tölpel wie Hauke ‘?’ Reddmann durchs Usenet stolpern‚
 ist kein Umlaut sicher.                                      
Message has been deleted

Andreas Prilop

unread,
Jan 18, 2012, 12:13:01 PM1/18/12
to
On Wed, 18 Jan 2012, Stefan Ram wrote:

> Dort fehlt dann aber der Kursivausgleich, und so erscheint
> in einigen Browsern (in mindestens einem) für »- C²v«:
>
> Mir ist aber nicht klar, ob bei HTML der Kursivausgleich
> eine Last des Autors oder des Browsers ist (also ob das die
> Schuld des Autors der Webseite oder meines Browsers ist).

Früher™ (also zu der Zeit, als noch alles besser war) gab es
für den mathematischen Satz spezielle Kursivschriften, bei
denen etwa f(x) nicht zusammenlief, wenn die Buchstaben
kursiv und die Klammern senkrecht gesetzt wurden.

Einzelheiten siehe
Detailtypografie / Friedrich Forssman ; Ralf de Jong
ISBN 978-3-87439-642-4

Imperatore

unread,
Jan 18, 2012, 3:44:54 PM1/18/12
to
Tropi fragt den Papi : " Papi, wieso heiße ich Tropi ? "
" Frag die Mamma ! "
" Mamma, wieso heiße ich Tropi ? "
" Frag den Opa ! "
" Opa, wieso heiße ich Tropi ? "
" Tja, Tropi, Tropi kommt von Trotz Pille "
" Ja, jetzt weiß ich auch, wieso du Opa heißt : Ohne Pariser "

Albrecht Mehl

unread,
Jan 19, 2012, 5:23:16 AM1/19/12
to


Am 18.01.2012 18:13, schrieb Andreas Prilop:
> Früher™ (also zu der Zeit, als noch alles besser war) gab es
> für den mathematischen Satz spezielle Kursivschriften, bei
> denen etwa f(x) nicht zusammenlief, wenn die Buchstaben
> kursiv und die Klammern senkrecht gesetzt wurden.

Auch heute sind die Zeiten noch gut, allerdings nur für den, der seine
Arbeiten mit LaTeX setzt.

A. Mehl
--
Albrecht Mehl |eBriefe an:mehlBEIfreundePUNKTtu-darmstadtPUNKTde
Veilchenweg 7 |Tel. (06151) 37 39 92
D-64291 Darmstadt, Germany|sehenswert - ungefähr 'Wir einsam im All'
http://www.phrenopolis.com/perspective/solarsystem/index.html

Gustaf Mossakowski

unread,
Jan 19, 2012, 5:38:38 AM1/19/12
to
Martin Schilling schrieb:

> Lothar Wiese schrieb:
>> Anschließend kann alles damit als .pdf ausgegeben werden und ist
>> bereit fürs Internet.
>
> dann kann sie es doch gleich einscannen und als Bilder einstellen.
> Welchen Mehrwert hätte ein pdf?

Wenn man alle Seiten einscannt, zu einem PDF zusammenfaßt, Texterkennung
drüber laufen läßt und ggf. Fehler korrigiert, hat man das Dokument
quasi als Original mit allen Formeln, kann aber trotzdem darin suchen.
Finde ich keine schlechte Alternative, wenn die Umsetzung in HTML zu
aufwendig ist.

Gruß, Gustaf

Helmut Richter

unread,
Jan 19, 2012, 6:41:32 AM1/19/12
to
On Thu, 19 Jan 2012, Albrecht Mehl wrote:

> Am 18.01.2012 18:13, schrieb Andreas Prilop:
> > Früher™ (also zu der Zeit, als noch alles besser war) gab es
> > für den mathematischen Satz spezielle Kursivschriften, bei
> > denen etwa f(x) nicht zusammenlief, wenn die Buchstaben
> > kursiv und die Klammern senkrecht gesetzt wurden.
>
> Auch heute sind die Zeiten noch gut, allerdings nur für den, der seine
> Arbeiten mit LaTeX setzt.

Na ja, gerade das Erwähnte macht LaTeX ja nicht richtig, weswegen man am
Ende von kursivem Text extra \/ schreiben muss. Keine Ahnung, warum LaTeX
ohne das nicht weiß, wo der kursive Text zu Ende ist.

--
Helmut Richter

Jürgen Appel

unread,
Jan 19, 2012, 8:39:21 AM1/19/12
to
Andreas Prilop wrote:

> On Tue, 17 Jan 2012, Gundemarie Scholz wrote:
>
>> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
>> Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die verwendeten
>> physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch deren
>> Bezeichnungen.
>>
>> Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am
>> besten zu gestalten ist?
>
> http://www.cs.tut.fi/~jkorpela/math/
> http://www.user.uni-hannover.de/nhtcapri/mathematics.html

Ich möchte gerne noch auf http://www.mathjax.org/
hinweisen. Einfacher geht es kaum, besonders, wenn man sowieso schon LaTeX
kann:

Einfach
<script type="text/javascript"
src="http://cdn.mathjax.org/mathjax/latest/MathJax.js?config=TeX-AMS-
MML_HTMLorMML">
</script>


in den <head></head> block einfügen, und dann werden im <body> vorkommende
Latex-Ausdrücke
(z.B. $$ a^2 + b^2 = c^2 $$ oder
$$\int \limits_0^\infty \frac{1}{1+x^2} dx = \frac{\pi}{2} $$) als Grafik
dargestellt.

Wenn Dir LaTeX nicht liegt, kannst Du auch z.B. mit dem Formeleditor von
Libreoffice die Formel
zusammenklicken und als MathMl speichern. Das MathML kann dann direkt in den
HTML-Text eingefügt
werden und wird auch von MathJax grafisch interpretiert.

Gruß,
Jürgen


--
GPG key:
http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?search=J%FCrgen+Appel&op=get
Message has been deleted
Message has been deleted

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 19, 2012, 9:01:31 PM1/19/12
to
Andreas Borutta wrote:

> Stefan Ram schrieb:
>> Ansonsten würde ich für kompliziertere Formeln MathML
>> einsetzen:
>>
>> http://de.wikipedia.org/wiki/Mathematical_Markup_Language
>
> Ich hatte vor ca. 2 Jahren mal in der Blindenstudienanstalt in Marburg
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> angerufen um zu erfahren, welche Art der Bereitstellung von
> komplexeren Formeln für Blinde nützlich ist.
>
> Ergebnis: LaTeX im Alt-Attribut.

Das wundert ja nun eher nicht. Aber vielleicht möchten auch
nichtstudierende bzw. nicht LaTeX-kundige Sehbehinderte die Formeln
verstehen? In der Wikipedia jedenfalls ist dies ein Anwendungsfall,
aber AFAICS nicht ohne weiteres möglich (der Screenreader müsste LaTeX
verstehen – welcher *nicht-kommerzielle* tut das, wenn überhaupt?).

> Ob das heute noch der Stand ist, kann ich nicht sagen.

Ich mag bedreifeln, dass das jemals "der Stand" i. S. v. "state-of-the-art"
war.


PointedEars
--
Der erfahrene IE-Fahrer weiß, daß man Slalom am besten im ersten Gang fährt,
weil schnelles Lenkradumreißen bei IE zum Lenkradabreißen führt. Wer
sportlich fahren will, muß Netscape fahren und hin und wieder auch mal
anschieben. ;-) --Georg Maaß, dcljs, <amuqrl$91i3q$1...@ID-3551.news.dfncis.de>

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 19, 2012, 9:02:27 PM1/19/12
to
Ja.


F'up2 <dciwam/>

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 19, 2012, 9:06:20 PM1/19/12
to
Andreas Prilop wrote:

> On Wed, 18 Jan 2012, Stefan Ram wrote:
>> Dort fehlt dann aber der Kursivausgleich, und so erscheint
>> in einigen Browsern (in mindestens einem) für »- C²v«:
>>
>> Mir ist aber nicht klar, ob bei HTML der Kursivausgleich
>> eine Last des Autors oder des Browsers ist (also ob das die
>> Schuld des Autors der Webseite oder meines Browsers ist).
>
> Früher™ (also zu der Zeit, als noch alles besser war) gab es
> für den mathematischen Satz spezielle Kursivschriften, bei
> denen etwa f(x) nicht zusammenlief, wenn die Buchstaben
> kursiv und die Klammern senkrecht gesetzt wurden.
> […]

Heute™ (also in der Zeit, in der alles besser™ ist) kann man dem Brauser™
eine hypsche™ Webschriftart mit kursivem Schriftschnitt zur Anzeige
empfehlen.


F'up2 <dciwam/>

PointedEars
--
Aber das Sperren der rechten Maustaste hat auch seine Vorteile: so
bleibt uns der Anblick einer ganzen Menge dilettantisch und lieblos
zusammengewurstelten Quellcodes erspart. (Ulrich 'Droeppez' Kritzner in
http://selfhtml.de/forum/zeigebeitrag.php3?fid=5&id=31594&thread=31592)

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 19, 2012, 9:38:57 PM1/19/12
to
Martin Schilling wrote:

> Lothar Wiese schrieb:
>> Am 17.01.2012 23:08, schrieb Gundemarie Scholz:
>>> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und
>>> als Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die
>>> verwendeten physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch
>>> deren Bezeichnungen.
>> Versuchen könntest Du auch, die ganze Arbeit in ein Office-Programm, wie
>> LibreOffice Writer einzulesen und dann dort die Formeln mit dem
>> eingebauten Formeleditor durch einfaches Anklicken einzugeben.
>
> da seh ich den Lernaufwand durchaus nicht als geringer an als für
> anständiges LaTeX

Würd' ich so nicht sagen. Es kommt auf die Vorbildung und individuelle
Begabung an. Wer HTML kennt und schnell Sprachen aller Art lernt, wird mit
LaTeX relativ gut zurechtkommen.

Was aber wichtiger ist: LaTeX ist sozusagen von Wissenschaftlern für
Wissenschaftler, und somit *das* Werkzeug zur ekeltronischen Umsetzung
dieser Dissertation. [Nachdem das mit der Seminararbeit in OfenOffice noch
ganz gut geklappt hat, hab' ich wirklich ernsthaft versucht, auch die
Bachelorarbeit damit zu schreiben – und es spätestens beim Kampf mit der
leider wenig bis gar nicht durchdachten Referenzierungs-/Literaturdatenbank-
Funktion von OpenOffice.org Writer aufgegeben. In LaTeX hingegen ist z. B.
BibTeX (bzw. BibLaTeX) ein unschätzbares Werkzeug.]

> wobei du bei letzterem immerhin Einfluß auf das Ergebnis nehmen kannst,
> ohne komplett die Nerven zu verlieren.

ACK.

> Und LaTeX kann man immer brauchen, ich wüßte von keinem nennenswerten
> Nutzen vom Umgehenkönnen mit Office-Programmen zu berichten.

Kenntnisse von Office-Programmen ("Office") im Lebenslauf angeben zu können
ist immer gut. LaTeX-Kenntnisse anzugeben hilft da allenfalls bei der
Bewerbung als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder ähnlichem. Davon mal
abgesehen:

Als Softwareentwickler schreibe ich Spezifikationen und Dokumentationen mit
Office-Programmen und nicht mit LaTeX (lieber als .odt, aber da es alle
lesen können müssen, und die Kompatibilität mangelhaft umgesetzt ist, wird
es dann doch ein .doc – zumal das zu verwendende Würg 2010 sonst bei jedem
Speichern meckert). Dito mit Tabellen wie etwa Datenbankexporten, die
Kunden natürlich "als Excel" wünschen usw. Präsentationen: Da fängt es
gerade erst an, dass man auch mit HTML/CSS/JS überall brauchbare Ergebnisse
erzielen kann – bisher mit PowerPoint oder OpenOffice.org Impress.

>> Anschließend kann alles damit als .pdf ausgegeben werden und ist bereit
>> fürs Internet.
>
> dann kann sie es doch gleich einscannen und als Bilder einstellen.
> Welchen Mehrwert hätte ein pdf?

Der Inhalt läge in Form von Grafik- *und* Textobjekten vor. PDFs können
signiert werden, vor Veränderung geschützt werden, für Mobilgeräte
konvertiert werden, unproblematisch ausgedruckt werden, sind wegen interner
Komprimierung kleiner als eine Ansammlung von A4-Grafiken, können ein
eingebautes Inhaltsverzeichnis haben (wird mit latex2pdf AFAICS automagisch
generiert, OpenOffice.org Writer hat dafür eine Option) etc.

--
PointedEars

Andreas Borutta

unread,
Jan 20, 2012, 5:20:33 AM1/20/12
to
Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:

>>> Ansonsten würde ich für kompliziertere Formeln MathML
>>> einsetzen:
>>>
>>> http://de.wikipedia.org/wiki/Mathematical_Markup_Language
>>
>> Ich hatte vor ca. 2 Jahren mal in der Blindenstudienanstalt in Marburg
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>> angerufen um zu erfahren, welche Art der Bereitstellung von
>> komplexeren Formeln für Blinde nützlich ist.
>>
>> Ergebnis: LaTeX im Alt-Attribut.
>
> Das wundert ja nun eher nicht. Aber vielleicht möchten auch
> nichtstudierende bzw. nicht LaTeX-kundige Sehbehinderte die Formeln
> verstehen?

Vielleicht.
Der Lehrer der Blindenstudienanstalt, mit dem ich damals gesprochen
hatte, erwähnte jeweils auch auf explizites Nachfragen keine weiteren
Varianten.
Kurz: "Wenn ein Blinder sich für Formeln interessiert, lernt er
LaTeX."

Wie ich schon erwähnte, haben Blinde offenbar keine Lust, sich in
öffentlichen Debatten zur Barrierearmut intensiv und systematisch
einzubringen oder gar selbst eine eigene Plattform für dieses, sie
stark betreffende, Thema einzurichten.
Es bleibt also nur das Spekulieren übrig.

Andreas

Martin Schilling

unread,
Jan 20, 2012, 6:22:29 AM1/20/12
to
Moin Thomas,

Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:
> Martin Schilling wrote:
>> Lothar Wiese schrieb:
>>> Am 17.01.2012 23:08, schrieb Gundemarie Scholz:
>>>> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und
>>>> als Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die
>>>> verwendeten physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch
>>>> deren Bezeichnungen.
>>> Versuchen könntest Du auch, die ganze Arbeit in ein Office-Programm, wie
>>> LibreOffice Writer einzulesen und dann dort die Formeln mit dem
>>> eingebauten Formeleditor durch einfaches Anklicken einzugeben.
>>
>> da seh ich den Lernaufwand durchaus nicht als geringer an als für
>> anständiges LaTeX
>
> Würd' ich so nicht sagen. Es kommt auf die Vorbildung und individuelle
> Begabung an. Wer HTML kennt und schnell Sprachen aller Art lernt, wird mit
> LaTeX relativ gut zurechtkommen.

Hmmja, ich kenn Word seit Ewigkeiten, als Windows noch auf drei
Disketten daherkam. In all den Jahren hab ich es nicht geschafft, dem
$zensiert die Eigenmächtigkeiten so weit abzugewöhnen, daß ich am Ende
das rausbekomme, was ich haben will. Meine Frustrationstoleranz ist
nicht groß genug, um mich mit einer Krücke abzuplagen, wenn ich doch ein
mächtiges Werkzeug zur Verfügung habe.

> Was aber wichtiger ist: LaTeX ist sozusagen von Wissenschaftlern für
> Wissenschaftler,

ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage;) Diplom-Physiker.

> ... hab' ich wirklich ernsthaft versucht, auch die
> Bachelorarbeit damit zu schreiben – und es spätestens beim Kampf mit der
> leider wenig bis gar nicht durchdachten Referenzierungs-/Literaturdatenbank-
> Funktion von OpenOffice.org Writer aufgegeben. In LaTeX hingegen ist z. B.
> BibTeX (bzw. BibLaTeX) ein unschätzbares Werkzeug.]

ACK - bei der Diplomarbeit meiner Frau hab ich mir das drei Seiten lang
angeguckt und es ihr dann in LaTeX gezeigt.

> Kenntnisse von Office-Programmen ("Office") im Lebenslauf angeben zu können
> ist immer gut.

Du meinst "ich hab's mal gesehen und für schlecht befunden"?-)

> Als Softwareentwickler schreibe ich Spezifikationen und Dokumentationen mit
> Office-Programmen und nicht mit LaTeX

Ja, Word ist einfach zu weit verbreitet um es zu ignorieren und OOo
macht einfach seine Hausaufgaben nicht. Ein Jemand schafft es
tatsächlich, mir seine Sachen als .odt zuzuschicken, aber wenn ich das
Dokument öffne, sind schon wieder Zeilenumbrüche verschwurbelt.

>>> Anschließend kann alles damit als .pdf ausgegeben werden und ist bereit
>>> fürs Internet.
>>
>> dann kann sie es doch gleich einscannen und als Bilder einstellen.
>> Welchen Mehrwert hätte ein pdf?
>
> Der Inhalt läge in Form von Grafik- *und* Textobjekten vor.

Ach so. Ich kenne eingescannte pdfs nur als Grafik, da bin ich wohl
nicht auf dem aktuellen Stand.

Martin.
--
http://mke.gmxhome.de Martins kleine Eisenbahn

Fuer e-Mails an den Autoren [usenet] im Betreff angeben.

Thomas Braun

unread,
Jan 20, 2012, 9:26:26 AM1/20/12
to
Martin Schilling wrote:

> Hmmja, ich kenn Word seit Ewigkeiten, als Windows noch auf drei
> Disketten daherkam. In all den Jahren hab ich es nicht geschafft, dem
> $zensiert die Eigenmächtigkeiten so weit abzugewöhnen

Wie solltest du auch - wenn selbst der Hersteller das nicht schafft?

Oh - ich vergaß, der Hersteller hat ja kein Interesse an Bugfixes... denn
damit verkauft man keine Software.

Lieber macht man alle zwei Jahre eine neue Version, es gibt ja genug Deppen
die in der Hoffnung auf Besserung ein Update kaufen.

Word, OO & co. sind tatsächlich nur mit großer Leidensfähigkeit für
komplexere Sachen als Kündigungsschreiben zu gebrauchen.

Tom

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 21, 2012, 10:05:35 PM1/21/12
to
Martin Schilling wrote:

> Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:
>> Kenntnisse von Office-Programmen ("Office") im Lebenslauf angeben zu
>> können ist immer gut.
>
> Du meinst "ich hab's mal gesehen und für schlecht befunden"?-)

Nein, ich meine das ernst. Im _Office_ findet Mann[tm] seltenst eine LaTeX-
Distribution vorinstalliert. Ein Office-Programm gibt es aber immer (und
sei es auch nur WordPad), und für die meisten Bürotätigkeiten reicht dieses
nicht nur aus, sondern ist auch einfacher zu erlernen und zu bedienen als
(La)TeX.

Um mal kurz on-topic zu werden ;-) Selbst handelsübliche CMS haben einen
"WYSIWYG-Editor" eingebaut. Wer Office-Programme kennt, kommt also auch
damit zurecht (die Qualität des so produzierten Markups steht auf einem
anderen Blatt).

>> Als Softwareentwickler schreibe ich Spezifikationen und Dokumentationen
>> mit Office-Programmen und nicht mit LaTeX
>
> Ja, Word ist einfach zu weit verbreitet um es zu ignorieren und OOo
> macht einfach seine Hausaufgaben nicht. Ein Jemand schafft es
> tatsächlich, mir seine Sachen als .odt zuzuschicken, aber wenn ich das
> Dokument öffne, sind schon wieder Zeilenumbrüche verschwurbelt.

Letzteres ist mir noch nie passiert.

Word macht auch seine Hausaufgaben nicht. Das ist aber im Unterschied zu
OpenOffice.org (welchem es wie fast aller freie und Open-Source-Software an
ausreichend Entwicklern mangelt) vermutlich gewollt. Wie sonst ist es zu
erklären, dass Word 2010 es immer noch nicht schafft, das OpenDocument-
Format richtig zu lesen und zu schreiben? Weshalb muss ich mir bei
einfachsten Formatierungen beim Versuch, als OpenDocument Text (.odt) zu
speichern, "anhören", dass die Formatierungen vom gewählten Format
(scheinbar) nicht unterstützt würden? Nein, dieser Wahnsinn hat Methode.
Das sieht man ja auch schon an Microsofts "Office Open XML", welches so
unglaublich "offen" ist, dass es in einer Weise mit MS-Office-Referenzen
durchsetzt ist, so dass *niemand* ausser Micro$~1 es vollständig
spezifikationsgemäss implementieren kann.

Aber wir schweifen ab.


PointedEars
--
Java hat in etwa soviel mit JavaScript zu tun, wie Gummi mit Gummibärchen
;-)
-- Alexander Clauss
in <1fkgjxx.pels4b1saxyvaN%acl...@hrzpub.tu-darmstadt.de>

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Jan 21, 2012, 10:43:24 PM1/21/12
to
Andreas Borutta wrote:

> Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:
>>>> Ansonsten würde ich für kompliziertere Formeln MathML
>>>> einsetzen:
>>>>
>>>> http://de.wikipedia.org/wiki/Mathematical_Markup_Language
>>>
>>> Ich hatte vor ca. 2 Jahren mal in der Blindenstudienanstalt in Marburg
>> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>>> angerufen um zu erfahren, welche Art der Bereitstellung von
>>> komplexeren Formeln für Blinde nützlich ist.
>>>
>>> Ergebnis: LaTeX im Alt-Attribut.
>>
>> Das wundert ja nun eher nicht. Aber vielleicht möchten auch
>> nichtstudierende bzw. nicht LaTeX-kundige Sehbehinderte die Formeln
>> verstehen?
>
> Vielleicht.
> Der Lehrer der Blindenstudienanstalt, mit dem ich damals gesprochen
> hatte, erwähnte jeweils auch auf explizites Nachfragen keine weiteren
> Varianten.
> Kurz: "Wenn ein Blinder sich für Formeln interessiert, lernt er
> LaTeX."

Es bleibt dann doch aber immer noch die Frage, wie das dem Hörer bzw.
Fühlenden sinnvoll vermittelt werden soll. Ich kann mir nicht so recht
vorstellen, dass die mathematische Anekdote

"Grosses-A Unterstrich grosses-L kaufmännisches-Und ist-gleich Backslash
frac geschweifte-Klammer-auf Backslash int Backslash limits Unterstrich
geschweifte-Klammer-auf minus Backslash infty geschweifte-Klammer-zu
Zirkumflex geschweifte-Klammer-auf plus Backslash infty geschweifte-Klammer-
zu Backslash left eckige-Klammer-auf eins minus kleines-e Zirkumflex
geschweifte-Klammer-auf minus kleines-k Unterstrich null kleines-l kleines-e
Zirkumflex geschweifte-Klammer-auf minus Backslash alpha Zirkumflex zwei
Backslash left runde-Klammer-auf Backslash nu minus Backslash nu Unterstrich
null Backslash right runde-Klammer-zu Zirkumflex zwei geschweifte-Klammer-zu
geschweifte-Klammer-zu Backslash right eckige-Klammer-zu Zirkumflex zwei
Backslash mathrm geschweifte-Klammer-auf kleines-d geschweifte-Klammer-zu
Backslash nu geschweifte-Klammer-zu geschweifte-Klammer-auf Backslash int
Zirkumflex geschweifte-Klammer-auf plus Backslash infty geschweifte-Klammer-
zu Unterstrich geschweifte-Klammer-auf minus Backslash infty geschweifte-
Klammer-zu Backslash left eckige-Klammer-auf eins minus kleines-e Zirkumflex
geschweifte-Klammer-auf minus kleines-k Unterstrich null kleines-l kleines-e
Zirkumflex geschweifte-Klammer-auf minus Backslash alpha Zirkumflex zwei
Backslash left runde-Klammer-auf Backslash nu minus Backslash nu Unterstrich
null Backslash right runde-Klammer-zu Zirkumflex zwei geschweifte-Klammer-zu
geschweifte-Klammer-zu Backslash right eckige-Klammer-zu Backslash mathrm
geschweifte-Klammer-auf kleines-d geschweifte-Klammer-zu Backslash nu
geschweifte-Klammer-zu"

für Blinde und Sehschwache eine *brauchbare* Information ist. Und wie soll
das erst auf einer Braillezeile aussehen?


PointedEars
--
Was funktioniert in Tabellen bei NN4 wirklich verläßlich? Nicht mal die
Abstürze in Zusammenhang mit Tabellen sind verläßlich, auch wenn sie
häufig vorkommen. (Georg Maaß in dcljs <3D6CCAEC...@vnett.de>)

Andreas Borutta

unread,
Jan 22, 2012, 4:08:11 AM1/22/12
to
Ich kann Deine Skepsis nachvollziehen.

Übrigens wird die längliche Darstellung von LaTeX auf der Braillezeile
auch in Fachartikeln zum Thema als Nachteil gewertet.
<http://mc.informatik.uni-hamburg.de/konferenzbaende/mc2001/V30.pdf>
(Abschnitt 3.4)

Ich verlasse mich vorerst weiterhin auf die Einschätzung des Lehrers
von der Blindenstudienanstalt, bis ich aus einer überzeugenden Quelle
etwas anderes lese.

Andreas

Arno Welzel

unread,
Jan 22, 2012, 2:38:05 PM1/22/12
to
Gundemarie Scholz, 2012-01-17 23:08:

> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
> Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die verwendeten
> physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch deren Bezeichnungen.
[...]

Ergänzend zu den übrigen Antworten dazu: Es gäbe noch MathML, dass
zumindest aktuelle Mozilla-Browser verstehen.

Siehe dazu auch die Beispiele bei Mozilla:

<http://www.mozilla.org/projects/mathml/start.xhtml>

Und die Testsuite des W3C:

<http://www.w3.org/Math/testsuite/mml2-testsuite/index.html>

Jenseits von Amaya und Mozilla-artigen Browsern ist die Verbreitung von
MathML aber eher dürftig, aber MathML ist mittlerweile auch eine
W3C-Recommendation.


--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de

Ping of Death MC

unread,
Jan 23, 2012, 12:08:04 PM1/23/12
to
Ein sich "Gundemarie Scholz" nennender Teilnehmer schrieb in
<news:9nm9re...@mid.individual.net>:

> Hallo,
>
> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
> Webseite zu veröffentlichen. Probleme bereiten mir dabei die verwendeten
> physikalischen Formeln und einzelne Variablen wie auch deren
> Bezeichnungen.
>
>
> Beispiel für eine Variable:
> http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-R.gif
>
> Beispiel für kurze Formel:
> http://www.gunde.de/genealogie/texte/img/quecksilber-gleichung_1.gif
> Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am besten
> zu gestalten ist?
> [...]

Verbindliche Empfehlungen gibt's dazu nicht (außer der Verwendung von
MathML), aber ich persönlich halte es so, daß ich sämtliche Formeln
entweder in einer Programmiersprache oder, wenn sich das nicht handhaben
läßt, als Pseudocode verfasse. Das hat den schönen Nebeneffekt, daß man die
meisten Formeln gleich in ein Programm übernehmen kann. Das hat auch den
Vorteil der Überprüfbarkeit, denn es handelt sich ja um (potentiell)
ausführbaren Code. Da kann man gleich testen, ob es richtig ausführt.
Wenn's um irgendwelche abstrakten Integrale von -inf bis +inf geht, hilft
das natürlich auch nicht so wahnsinnig viel weiter, aber irgendwann kommt
man ja mal zu Formeln, mit denen man rechnen kann, und ab dann hilft es
durchaus.
--
Lieber tausend schreckliche Feinde gegen mich als auch nur einen dummen
Idioten an meiner Seite.

Peter J. Holzer

unread,
Jan 26, 2012, 2:32:51 AM1/26/12
to
On 2012-01-18 07:39, Andreas Borutta <bor...@gmx.de> wrote:
> Ich hatte vor ca. 2 Jahren mal in der Blindenstudienanstalt in Marburg
> angerufen um zu erfahren, welche Art der Bereitstellung von
> komplexeren Formeln für Blinde nützlich ist.
>
> Ergebnis: LaTeX im Alt-Attribut.

Dazupassend:
http://futurezone.at/digitallife/7041-web-tool-wandelt-formeln-fuer-sehbehinderte-um.php

hp


--
_ | Peter J. Holzer | Deprecating human carelessness and
|_|_) | Sysadmin WSR | ignorance has no successful track record.
| | | h...@hjp.at |
__/ | http://www.hjp.at/ | -- Bill Code on as...@irtf.org
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