Gundemarie Scholz wrote:
> ich bin dabei, die Dissertation meines Großvaters aufzubereiten und als
> Webseite zu veröffentlichen.
Hast Du bereits alle rechtlichen Fragen geklärt?
LaTeX: $ \mathfrak{R} $
LaTeX: $ \frac{\mathfrak{R}}{N} $
Klifflig, aber ich versuch's mal in LaTeX zur Übung:
$ A_L = \frac{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right]^2 \mathrm{d}
\nu}{\int^{+}_{-} ^{\infty}_{\infty}\left[1 - e^{-k_0 l
e^{{-a}^2 \left(\nu - \nu_0 \right)^2}}\right] \mathrm{d}
\nu} $
(CMIIW)
Ist syntaktisch noch nicht ganz korrekt (mein Compiler meckert wegen "double
superscript"), aber es wird weitestgehend korrekt (gleich) dargestellt. An
diesem Beispiel kannst du sehen, wie einfach das Schreiben von komplexen
Formeln in LaTeX ist.
> Gibt es irgendwelche Richtlinien oder Empfehlungen, wie so etwas am besten
> zu gestalten ist?
> Mein Ansatz wäre, jeweils die Screenshots in den Text einzufügen und die
> Bezeichnung entweder per alt-Tag (für einzelne Variablen) oder
Du meinst das alt-_Attribut_.
> longdesc-Tag (für Gleichungen) einzubinden.
Achtung: Das longdesc-_Attribut_ wird oft missverstanden. Es soll _nicht_
den Beschreibungstext liefern, sondern den *URI* des Beschreibungstextes.
Du müsstest dann für jede Gleichung ein beschreibendes Dokument erstellen
oder zumindest einen Anker für die Beschreibung definieren.
<
http://alt.pro-barrierefreiheit.de/entwickler/multimedia/longdesc/>
<
http://www.w3.org/TR/html401/struct/objects.html#adef-longdesc-IMG>
> Da fehlt mir dann allerdings das Hintergrundwissen. Gut, bei der kurzen
> Formel wäre dann das passende Tag vermutlich so etwas wie "f ist gleich
_Attributwert_, nicht Tag.
> Fraktur-R geteilt durch N", aber für die komplexeren Formeln bräuchte ich
> Hilfe.
Für diesen Zweck wurde MathML entwickelt:
<
http://www.w3.org/Math/>
Nachdem neben SVG auch MathML valide in HTML5 eingebettet werden können
soll, ohne XML-Namespaces zu verwenden, machen sich die Browserhersteller
gerade auf, ihre MathML-Unterstützung zu verbessern. Dennoch gibt es immer
noch grössere Unterschiede. Testcases:
- HTML 4.01 + CSS: <
http://PointedEars.de/markup/equation>
- HTML5 + CSS/MathML: <
http://PointedEars.de/markup/equation2.html>
- XHTML 1.1 + CSS/MathML: <
http://PointedEars.de/markup/equation2.xhtml>
Einige Testergebnisse habe ich bereits hier oder in
comp.infosystems.www.authoring.html gepostet.
> Alternativ könnte ich mir vorstellen, daß ich jemanden finde, der weiß,
> wie die Formeln in TeX eingegeben werden.
Wenn Du HTML kennst, ist es IMHO nicht schwierig, (La)TeX zu lernen, und
damit wirst Du das beste Schriftbild für die Dissertation erreichen. LaTeX
gibt es seit 1980; TeX seit 1977. Im besten Fall gibt es den (La)TeX-
Quelltext der Dissertation noch, und Du musst ihn nur nach HTML
konvertieren, z. B. mit LateX2html.
Falls nicht: Betrachte (La)TeX einfach als Auszeichnungssprache mit anderer
Syntax. BTDT (bis vor einem Monat konnte ich so gut wie gar kein LaTeX,
inzwischen gehen viele Sachen schon sehr flüssig, auch dank TeXlipse). Die
Dokumentation im Web dazu ist IMHO ausgezeichnet. Google ist Dein Freund.
[psf 6.1] Z. B. haben mir
- <
http://projekte.dante.de/DanteFAQ>.
- <
http://www.kubieziel.de/computer/latex-tutorial.html>
- sowie die "LaTeX-Einführung für Doktoranden bzw. Ingenieure" von
Manuel Kühner,
<
http://www.bipede.de/Downloads/LaTeX-Kurs/Kurs-Folien_2011-11-17.pdf>,
über <
http://www.bipede.de/Downloads.html>
sehr weitergeholfen bzw. tun es noch.
Für einfach zu erreichenden, sauberen Formelsatz wird in letzterem Tutorial
korrekterweise die Verwendung des LaTeX-Pakets der American Mathematical
Society empfohlen:
\usepackage{amsmath}
Das Paket `amssymb' stellt u. a. \mathfrak zur Verfügung.
Und wie Du siehst, gibt es mit de.comp.text.tex auch eine passende
deutschsprachige Newsgroup, in der Du Fragen stellen kannst, wenn Du trotz
der Webressourcen nicht weiterkommst.
> Würde man dann die alt-Tags mit dem "Quelltext" der TeX-Formel füllen, wie
> ich es bei Wikipedia gesehen habe (s.a.
>
http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe:TeX), also dann sowas wie "f
> = \frac {\mathfrak{R}}{N}"?
Nein, die MediaWiki-Lösung ist dahingehend suboptimal. Positiv
hervorzuheben ist hier jedoch, dass die Grafiken direkt aus LaTeX-Code
erzeugt werden. Ich gehe davon aus, dass hierfür Latex2HTML oder ähnliches
benutzt wird (RTFM, RTSL).
> Wie kommen dann z.B. Screenreader mit so etwas klar?
Gar nicht. Sehr viel besser funktioniert es mit den entsprechenden Unicode-
Zeichen, z. B. aus den folgenden Subsets:
- Mathematical Operators (U+2200 bis U+22FF)
- Miscellaneous Mathematical Symbols A (U+27C0 bis U+27EF)
- Miscellaneous Mathematical Symbols B (U+2980 bis U+29FF) und
- Mathematical Alphanumeric Symbols (U+1D400 bis U+1D7FF)
Hier z. B. "f = R ∕ N" bzw. "f = R ∕ N" oder "f = 𝕽 ∕ N" bzw.
"f = 𝕽 ∕ N". [Achtung: "∕" (DIVISION SLASH, U+2215) ist nicht zu
verwechseln mit "/" (SOLIDUS, U+002F).]
Hierbei ist auch zu beachten, dass dieser Text ggf. übersetzt werden muss,
falls Worte sich besser als alleinstehende Unicode-Zeichen eignen, z. B.
"f = Fraktur R ∕ N".
PointedEars
--
> hoehe=screen.height; breite=screen.width;
Was hat dies mit der Fenstergröße zu tun? Genauso kannst Du fragen:
"Wie groß ist Nachbars Garage?", um zu ermitteln, wie groß wohl mein
Auto sein mag. (Georg Maaß in dcljs <ap315c$r2pon$
2...@ID-3551.news.dfncis.de>)