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Frage: techn. Behauptung in Spielfilm, Fakt / Fiktion?

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SakiTsotas

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Sep 30, 2012, 6:55:48 AM9/30/12
to


Frage:
Ist es möglich Empfangsausrüstung durch Radiosignale zu beschädigen?

Hintergrund:
In einem Spielfilm ('In Ascolto - The Listening', 2006) wird behauptet
das der polnische Widerstand 1939 als Gegenmaßnahme zu deutschen
Abhörmaßnahmen, die Sendeleistung mehrerer Funkgeräte kurzfristig auf ein
Minimum reduzierte. Damit wollte man provozieren, das die Verstärker der abhörenden Gegenseite auf ein Maximum 'aufgedreht' werden.
Darauf hin wurde simultan ein sehr starkes Signal gesendet, was angeblich die Empfänger zerstörte.
Habe in google keine Hinweise gefunden, die diesen angeblich historischen Hintergrund bestätigen.

Weiter wird diese Methode im Spielfilm angewandt, um aktuelles Equipment zu zerstören, was man wohl als unrealistisch ausschliessen kann.


Falls ich mit diesem posting gegen die aktuelle Netiquette, oder group rules verstosse geschieht dies unwissentlich und ich bitte dies zu verzeihen.

Georg

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Sep 30, 2012, 8:06:07 AM9/30/12
to
Moin,

Am 30.09.2012 12:55, schrieb SakiTsotas:
> Frage:
> Ist es möglich Empfangsausrüstung durch Radiosignale zu beschädigen?

um mit Radio Eriwan zu antworten: Im Prinzip ja. Aber dazu muss man eine
sehr hohe Leistung auf die Empfangsantenne bringen. 1939 mit
Röhrenempfängern und auf Kurzwelle war das unmöglich. Selbst heute
müsste man sehr nah an den Empfänger heran, um eine Chance zu haben.

73, Georg, DF2AU

Ralph A. Schmid, dk5ras

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Oct 2, 2012, 5:16:29 AM10/2/12
to
SakiTsotas <atsi...@gmail.com> wrote:

>Minimum reduzierte. Damit wollte man provozieren, das die Verstärker der abhörenden Gegenseite auf ein Maximum 'aufgedreht' werden.
>Darauf hin wurde simultan ein sehr starkes Signal gesendet, was angeblich die Empfänger zerstörte.

Das ist so auf Distanz eher auszuschließen; nur im Nahbereich
funktioniert sowas. So gab es ein Handy-Modell von Sony, die im
Eingangsteil zu schlecht geschützt war, die verstarben, wenn man sich
der Basisstationsantenne auf unter einen Meter näherte. An die
Antennen auf den Dächern kommt man ja nicht so nah ran, aber an
Sendeantennen im U-Bahn-Bereich, und da wurde dieser Effekt belegt.
Auch ein Amateurhandfunkgerät von Kenwood ging kaputt, wenn sehr dicht
dran ein weiteres Gerät sendete. Das waren aber alles Fehldesigns, da
hatten die Entwickler gepennt bzw. gespart.

Man bedenke, daß die Feldstärke bei zunehmender Entfernung im Quadrat
abnimmt, also in doppelter Entfernung nur noch ein Viertel an
Feldstärke.


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Uwe Meier

unread,
Oct 3, 2012, 7:44:31 PM10/3/12
to
Ralph A. Schmid, dk5ras <ra...@schmid.xxx> wrote:
> SakiTsotas <atsi...@gmail.com> wrote:

> >Minimum reduzierte. Damit wollte man provozieren, das die Verstärker der abhörenden Gegenseite auf ein Maximum 'aufgedreht' werden.
> >Darauf hin wurde simultan ein sehr starkes Signal gesendet, was angeblich die Empfänger zerstörte.

> Das ist so auf Distanz eher auszuschließen; nur im Nahbereich
> funktioniert sowas. So gab es ein Handy-Modell von Sony, die im
> Eingangsteil zu schlecht geschützt war, die verstarben, wenn man sich
> der Basisstationsantenne auf unter einen Meter näherte. An die
> Antennen auf den Dächern kommt man ja nicht so nah ran, aber an
> Sendeantennen im U-Bahn-Bereich, und da wurde dieser Effekt belegt.
> Auch ein Amateurhandfunkgerät von Kenwood ging kaputt, wenn sehr dicht
> dran ein weiteres Gerät sendete. Das waren aber alles Fehldesigns, da
> hatten die Entwickler gepennt bzw. gespart.

Hallo,

man kann aber auch zerstörungsfrei durch starke Signale den ungewollten
Empfang eines schwachen Signals wirkungsvoll verhindern. Das starke Signal
bewirkt, daß die Verstärkung des Empfängers automatisch oder manuell
heruntergeregelt wird. Das schwache Signal kann daraufhin vom derart
gestörten Empfänger nicht mehr gelesen werden. Wenn es dann noch gelingt,
durch Ausnutzen der toten Zone das schwache Signal selbst noch lesen zu
können, ist der gewünschte Effekt erreicht.

Im Radarbereich ist diese Form des "Jamming" altbekannt. Wenn sich der
Empfänger auf den Pegel des Störsignals eingestellt hat, kann man bei
einem Pulsradar den Störpuls zeitlich noch verschieben, so daß dann
der gestörte Empfänger eine falsche Entfernung mißt.

Vy 73,

Uwe (DL6AAF)

Frank Hucklenbroich

unread,
Oct 4, 2012, 4:55:22 AM10/4/12
to
Am Thu, 4 Oct 2012 01:44:31 +0200 schrieb Uwe Meier:

> Hallo,
>
> man kann aber auch zerst�rungsfrei durch starke Signale den ungewollten
> Empfang eines schwachen Signals wirkungsvoll verhindern. Das starke Signal
> bewirkt, da� die Verst�rkung des Empf�ngers automatisch oder manuell
> heruntergeregelt wird. Das schwache Signal kann daraufhin vom derart
> gest�rten Empf�nger nicht mehr gelesen werden. Wenn es dann noch gelingt,
> durch Ausnutzen der toten Zone das schwache Signal selbst noch lesen zu
> k�nnen, ist der gew�nschte Effekt erreicht.

Klar, aber dazu braucht man schon sehr starke Sender. Es gibt Staaten, die
sowas im Kurzwellenbereich machen, im Kalten Krieg war das vierlerorts
�blich. Das waren dann aber auch entsprechend dimensionierte Sendeanlagen.
Da� der "polnische Widerstand" im zweiten Weltkrieg (siehe OP) �ber so
etwas verf�gen konnte, halte ich doch f�r eher unwahrscheinlich, zumal so
ein starker Jamming-Sender leicht zu orten und dann schnell zu zerst�ren
w�re.

Gr��e,

Frank

Uwe Meier

unread,
Oct 6, 2012, 5:23:05 PM10/6/12
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> wrote:

> Klar, aber dazu braucht man schon sehr starke Sender. Es gibt Staaten, die
> sowas im Kurzwellenbereich machen, im Kalten Krieg war das vierlerorts
> üblich. Das waren dann aber auch entsprechend dimensionierte Sendeanlagen.
> Daß der "polnische Widerstand" im zweiten Weltkrieg (siehe OP) über so
> etwas verfügen konnte, halte ich doch für eher unwahrscheinlich, zumal so
> ein starker Jamming-Sender leicht zu orten und dann schnell zu zerstören
> wäre.

> Grüße,

> Frank

Hallo,

so hatte ich das auch nicht gemeint. Ich dachte an folgendes Szenario:
- Agentensender in Polen
- Empfangsstelle z.B. in Südengland
- QRO-Störsender in Mittelengland
- Sendefrequenz am Tage etwa 15 MHz.

Bei einem starken Störsignal über die Raumwelle wird man dann
Schwierigkeiten haben, die Bodenwelle zu peilen oder das Signal aus der
Ferne, etwa in Süddeutschland, zu lesen.

Vy 73, Uwe
DL6AAF
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