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Kann man jeden Funksender mittels Funkpeilung lokalisieren?

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Benedikt Schwarz

unread,
Jan 3, 2014, 9:55:20 AM1/3/14
to
Hallo,

Kann man eigentlich jeden Funksender mittels Funkpeilung lokalisieren
bzw. gibt es spezielle Funksender, die schwieriger oder ᅵberhaupt nicht
lokalisiert werden kᅵnnen?


Gruᅵ
Benedikt Schwarz

Georg

unread,
Jan 3, 2014, 11:53:19 AM1/3/14
to
Am 03.01.2014 15:55, schrieb Benedikt Schwarz:
> Kann man eigentlich jeden Funksender mittels Funkpeilung lokalisieren
> bzw. gibt es spezielle Funksender, die schwieriger oder ᅵberhaupt nicht
> lokalisiert werden kᅵnnen?

Mit Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber

Mit einem Doppler Peiler kann ich ihn erwischen, auch, wenn er nur sehr
kurz sendet. Es wird aber etwas schwieriger bei extrem kurzen
Aussendungen. Auch elektronisch gedrehte Antennen haben eine endliche
Rotationsdauer.

Sendet er lᅵnger, reicht auch eine Rahmenantenne, Yagiantenne oder
ᅵhnliches.

Bei der Gelegenheit: Die Standortbestimmung eines Mobiltelefons ist in
dem Moment erledigt, in dem es sich ins Netz einbucht. Die in Krimis
gern erzᅵhlte Mᅵr "er hat nicht lange genug geredet" ist Blᅵdsinn.
Genauso wie die Rufnummer im Festnetz beim ersten Klingeln schon
ᅵbertragen wird (NICHT abschaltbar).

MfG, Georg




Georg

unread,
Jan 3, 2014, 11:55:22 AM1/3/14
to
Natᅵrlich muss ich die Frequenz des Senders kennen. Bei Spread Spectrum
Aussendungen muss auch das Sprungmuster bekannt sein.

MfG, Georg

DD6SD

unread,
Jan 3, 2014, 2:11:32 PM1/3/14
to
Am 03.01.2014 15:55, schrieb Benedikt Schwarz:
Ich wᅵrde sagen: Ja, ganz bestimmt. Es ist sowohl eine Frage des Senders
(Frequenz, Sendeleistung, Antenne, Standort und Modulationsart), als
auch des Peilempfᅵngers, dessen Netzwerk und dessen Antennen. Manches
geht in wenigen Millisekunden, fᅵr eine grobe Peilung, manches erfordert
mehr Aufwand, z.B. eine rᅵumliche Annᅵherung an den Sender,
Nahfeldpeiler und und und...

Es ist also zuerst eine Frage zu stellen: was soll denn gepeilt werden?
Vielleicht kᅵnnen wir dann genauere Antworten geben!

73 de Roman
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Benedikt Schwarz

unread,
Jan 3, 2014, 5:39:06 PM1/3/14
to
Hallo Falk,

Am 03.01.2014 22:07, schrieb Falk Dᅵeᅵ ᅵert:
>
> Es gibt unterschiedliche Ansᅵtze der Ortbarkeit zu entgehen, in den
> 60ern und 70ern entwickelte man das Frequency-Hopping, dabei hopst der
> Sender von Frenquenz zu Frequenz und sendet nur Milisekunden auf einer.
>
> In den 80ern kam echtes Spreadspectrum und Burst-Transmission auf. Dabei
> wird die Sendung digital komprimiert und dann auf allen Frequenzen
> gleichzeitig in einem extrem kurzen Stoᅵ ausgesendet. Teilweise nutzt
> man dabei ᅵberschneidende Verschleierungs-Frequenzen und -Filter um die
> Aussendung eher wie ein Stᅵrgerᅵusch erscheinen zu lassen.
>
> Seit den 90ern bleibt das zu versteckende Signal zusᅵtzlich zum
> Frequencyhopping unterhalb des Rauschens, wᅵhrend ein gemeinsam von
> Sender und Empfᅵnger empfangbarer weiterer unverdᅵchtiger Trᅵger fᅵr
> eine Kohᅵrenz sorgt.
>
> Der Empfᅵnger kann also einen Lockin-Verstᅵrker benutzen und muss nicht
> mal genug Signal empfangen um den Trᅵger zurᅵckgewinnen zu kᅵnnen. Dabei
> wird in der Regel eine Art BPSK gesendet. Das dabei entstehende Signal
> ist ohne Kenntnis des (verschlᅵsselten) Trᅵgers zu schwach um es mit
> normalen Mitteln zu detektieren - geschweige denn einen Homing-Empfᅵnger
> darauf zu richten.

Danke fᅵr die Zusammenfassung, auch wenn ich maximal die Hᅵlfte davon
verstanden habe.


> Die Chinesen haben eine ᅵhnlich Technik perfektioniert, dabei sendet ein
> starker Sender ein Verschleierungssignal auf der gleichen Frequenz wie
> das zu empfangende Signal.

Woher weiᅵt du von Perfektionierung dieser Verschleierungstechnik?
In Sachen Geheimhaltung steht die Volksrepublik China den USA ja in
nichts nach.


> Der Empfᅵnger braucht dann "nur" gute
> Antennen und einen Filter, der das Verschleierungssignal wegfiltert. Das
> kann man gut z.B. mit Schiffen machen um mit Ubooten zu funken.
>
> Eine auf einen Satelliten gerichtete Schᅵssel ist auch kaum zu orten,
> wenn man nicht zwischen Satellit und Sender ist.

Wenn die Amis da mal keine Drohnen fᅵr haben ...


> Hast Du in letzter Zeit zu viel Snowden-PDFs gelesen?

Keine Snowden-PDFs, nur "Der Staatsfeind Nr. 1" im Fernsehen.


Gruᅵ
Benedikt Schwarz

Benedikt Schwarz

unread,
Jan 3, 2014, 5:52:08 PM1/3/14
to
Hallo DD6SD,

Am 03.01.2014 20:11, schrieb DD6SD:
> Am 03.01.2014 15:55, schrieb Benedikt Schwarz:
>>
>> Kann man eigentlich jeden Funksender mittels Funkpeilung lokalisieren
>> bzw. gibt es spezielle Funksender, die schwieriger oder ᅵberhaupt nicht
>> lokalisiert werden kᅵnnen?
>
> Ich wᅵrde sagen: Ja, ganz bestimmt. Es ist sowohl eine Frage des Senders
> (Frequenz, Sendeleistung, Antenne, Standort und Modulationsart), als
> auch des Peilempfᅵngers, dessen Netzwerk und dessen Antennen.

Peilsender-Netzwerke gibt es also auch schon.


> Manches geht in wenigen Millisekunden, fᅵr eine grobe Peilung, manches
> erfordert mehr Aufwand, z.B. eine rᅵumliche Annᅵherung an den Sender,
> Nahfeldpeiler und und und...

Offensichtlich ein weites Feld.


> Es ist also zuerst eine Frage zu stellen: was soll denn gepeilt werden?

Funkgerᅵte von Personen die partout nicht angepeilt werden wollen. Was
das fᅵr Personen sein werden, ᅵberlasse ich dir.


> Vielleicht kᅵnnen wir dann genauere Antworten geben!

Wᅵre schᅵn.


Gruᅵ
Benedikt Schwarz
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Benedikt Schwarz

unread,
Jan 3, 2014, 6:30:03 PM1/3/14
to
Hallo Falk,

Am 04.01.2014 00:14, schrieb Falk Dᅵeᅵ ᅵert:
> Benedikt Schwarz meinte...
>>> Die Chinesen haben eine ᅵhnlich Technik perfektioniert, dabei sendet
>>> ein starker Sender ein Verschleierungssignal auf der gleichen
>>> Frequenz wie das zu empfangende Signal.
>>
>> Woher weiᅵt du von Perfektionierung dieser Verschleierungstechnik?
>> In Sachen Geheimhaltung steht die Volksrepublik China den USA ja in
>> nichts nach.
>
> 1. steht in
> "Blind Man's Bluff: The Untold Story of American Submarine Espionage"
> Sherry Sontag, New York: Public Affairs, 1998
> wie die Amis versuchten rauszubekommen, was die Chinesen da trieben, als
>
> 2. ein LFK-Zerstᅵrer mit mehrern Kilowatt Sendeleistung komisches
> Rauschen sendete und sich dann auf dieser Frequenz endschuldigte, sein
> Funkgerᅵt wᅵre defekt gewesen und sich dieser Vorgang mehrfach in
> Abstand von einigen Wochen wiederholte.

Schon gewitzt diese Chinesen.


>>> Eine auf einen Satelliten gerichtete Schᅵssel ist auch kaum zu
>>> orten, wenn man nicht zwischen Satellit und Sender ist.
>>
>> Wenn die Amis da mal keine Drohnen fᅵr haben ...
>
> Die Drohne wᅵrde ja eine Signatur haben und sichtbar sein.

Die ersten Tarnkappendrohnen werden gerade entwickelt und in mehreren
Kilometern Hᅵhe mit der passenden Tarnlackierung sieht man so eine
kleine Drohne auch kaum mehr.


>>> Hast Du in letzter Zeit zu viel Snowden-PDFs gelesen?
>>
>> Keine Snowden-PDFs, nur "Der Staatsfeind Nr. 1" im Fernsehen.
>
> Fᅵr alles in diesem Film gilt die technische Erklᅵrung Nr.1
> "Steht im Drehbuch" und er strotzt vor Fehlern: warum stᅵrzt das
> gesprengte Gebᅵude zweimal ein? Warum ᅵndert sich die Emailadresse auf
> Mr. Deans Visitenkarte? Warum wohnt Mr. Dean in LA, wenn er in
> Washington arbeitet? ...

So genau habe ich mir den Film noch nie angeschaut.


Gruᅵ
Benedikt Schwarz

DD6SD

unread,
Jan 4, 2014, 3:48:46 PM1/4/14
to
Um noch einmal an das Thema anzuknᅵpfen...

Es gibt verschiedene Methoden zur Peilung und zum Abhᅵren. Manche sind
ganz einfach, manche sehr kompliziert und zumeist auch sehr teuer.
Grundsᅵtzlich kann man aber alles peilen, es ist eine frage des
Aufwandes, insbesondere des finanziellen. Fᅵr ein paar Euro bis wenige
Hundert kann man schon einiges machen.

Wer es natᅵrlich darauf anlegt, also Regierungen / Geheimdienste etc.,
wird wohl um die Millioneninvestitionen nicht herum kommen.

Auch ein Buch-Tipp: James Bamford - NSA, Die Anatomie des mᅵchtigsten
Geheimdienstes der Welt - Bertelsmann-Verlag

Witziger Weise ein ehemaliger Mitarbeiter der NSA, der auf knapp 700
Seiten interessante Dinge ᅵber Einsᅵtze und die verwendete Technik
erzᅵhlt. Es ist in der 3. Auflage schon 2001 erschienen. Es gehᅵrt also
nicht zum aktuellen NSA-Hype und damals musste auch keiner Asyl in
Moskau suchen und es hat auch niemanden weiter interessiert. Allerdings
ein Buch fᅵr funktechnisch versierte Leute mit vielen Details.

73 de Roman

Frank Hucklenbroich

unread,
Jan 7, 2014, 4:05:19 AM1/7/14
to
Am Fri, 03 Jan 2014 23:52:08 +0100 schrieb Benedikt Schwarz:

> Hallo DD6SD,
>
> Am 03.01.2014 20:11, schrieb DD6SD:
>> Am 03.01.2014 15:55, schrieb Benedikt Schwarz:
>>>
>>> Kann man eigentlich jeden Funksender mittels Funkpeilung lokalisieren
>>> bzw. gibt es spezielle Funksender, die schwieriger oder �berhaupt nicht
>>> lokalisiert werden k�nnen?
>>
>> Ich w�rde sagen: Ja, ganz bestimmt. Es ist sowohl eine Frage des Senders
>> (Frequenz, Sendeleistung, Antenne, Standort und Modulationsart), als
>> auch des Peilempf�ngers, dessen Netzwerk und dessen Antennen.
>
> Peilsender-Netzwerke gibt es also auch schon.

Was hei�t "schon"? Soweit ich wei� verwendet die BNA (ehem. Post) das seit
Jahrzehnten, um Postme�wagen einzusparen. Wenn irgendwo jemand st�rt, kann
das erst mal automatisch grob angepeilt werden, von ortsfesten Sendern.
Erst dann schickt man den Me�wagen raus, um den genauen Standort der
St�rquelle zu finden.

>> Es ist also zuerst eine Frage zu stellen: was soll denn gepeilt werden?
>
> Funkger�te von Personen die partout nicht angepeilt werden wollen. Was
> das f�r Personen sein werden, �berlasse ich dir.

Funkger�te sind immer zu peilen. Wenn es professionell gehen soll, dann
werden �ber Funk nur ganz kurze Daten-Bursts �bertragen, gerne mit schnell
wechselnden Frequenzen. Im Milisekundenbereich. Das macht eine Perilung
schwieriger (aber nicht unm�glich). F�r klassischen Sprechfunk kannst Du
das aber vergessen.

Gr��e,

Frank
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