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Behelfsantenne für CB-Funk

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Marko

unread,
Sep 27, 2002, 5:23:42 PM9/27/02
to
Hallo,

ich ziehe bald in das 2.OG eines 5-stöckigen Hauses und kann nur auf dem
Balkon eine maximal 2,5 m große Behelfsantenne stellen.
Um insbesondere sendeseitig die optimale Reichweite zu erzielen möchte ich
auf diesem Wege anfragen wie die Praxiserfahrungen mit solchen
Behelfsantennen sind.
Speziell interessieren mich die Erfahrungen mit magnetischen Antennen und
Balkonantennen.
Wenn es sich um Spezialantennen handelt bitte ich um Angabe wo diese zu
erhalten sind bzw. wo man eine entsprechende Bauanleitung bekommen kann.

Vielen Dank

Marko


Raimund Jakob

unread,
Sep 28, 2002, 2:14:07 AM9/28/02
to
Hallo,
suche mal im GOOGLE nach "MicroVert" und Du wirst fündig was Du suchst.
Evtl. mußt Du aufs 11m-Band umrechnen.
Die Homepage des Erfinders: http://home.t-online.de/home/dl7pe/ant.htm

vy 73,
Raimund


Marko

unread,
Sep 29, 2002, 5:34:44 AM9/29/02
to
Guten Morgen,

Danke erst einmal für die Info zur Micro Vert.
Mich würden vor allem Praxiserfahrungen von CB-Funkern mit Behelfsantennen
interessieren.
Wie sieht es mit den mehr verbreiteten Balkonantennen und anderen Lösungen
aus?

(Micro Vert hat laut Herstellerangaben -6 bis -12 dbd Gewinn, so dass
gegenüber einer verkürzten 1/4 Lambda mit Gegengewicht (typische
Balkonantenne) zumindest keine bedeutend besseren Sendeeigenschaften zu
erwarten sind.)

Gruß Marko

"Raimund Jakob" <dg9...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:an3h93$6s6$07$1...@news.t-online.com...

Joerg Fiegge

unread,
Sep 29, 2002, 7:53:50 AM9/29/02
to

Joachim

unread,
Sep 30, 2002, 5:07:44 PM9/30/02
to
Hallo,

Marko schrieb:


> ich ziehe bald in das 2.OG eines 5-stöckigen Hauses und kann nur auf
> dem Balkon eine maximal 2,5 m große Behelfsantenne stellen.

Du könntest auch eine Balkonantenne anstelle einer Behelfsantenne
verwenden.

> Um insbesondere sendeseitig die optimale Reichweite zu erzielen
> möchte ich auf diesem Wege anfragen wie die Praxiserfahrungen mit
> solchen Behelfsantennen sind.

Eine Antenne, die in etwa auf eine Lambda/4 Länge kommt, ist schon
recht gut einsetzbar.
Dein Problem wird nicht die Behelfsantenne, sondern der Behelfs-
standort sein. Wenn du die Antenne nicht auf das Dach montieren
kannst, hast du schlechte Karten.

> Speziell interessieren mich die Erfahrungen mit magnetischen
> Antennen und Balkonantennen.

Ich habe verschiedene Balkonantennen getestet. Die besten Erfahrungen
habe ich mit einer 11m-Drahtschleife (ca. <2m hoch, >3,5m breit,
vertikal polarisiert, praktisch unsichtbar, Anpassung nicht einfach)
gemacht, weniger gut war die Boomerang (lang) und eine einfache
Vertikal mit dem Balkongeländer als Masse.

> Wenn es sich um Spezialantennen handelt bitte ich um Angabe wo diese
> zu erhalten sind bzw. wo man eine entsprechende Bauanleitung
> bekommen kann.

Entweder du kaufst eine Boomerang, oder befasst dich mit Grundlagen-
wissen (Rothammel).
Generell kannst du bei deinem Standort nicht viel erwarten. Es sei
denn, dich interessiert nur eine Richtung und du hast auch wirklich
freie Sicht in diese eine Richtung, in die dein Balkon zeigt.
Eine Drahtschleife kostet nur ein paar Euro, aber es ist Wissen
erforderlich, diese Antenne richtig aufzubauen und anzupassen.

mfg
Joachim

sho

unread,
Oct 1, 2002, 11:41:59 AM10/1/02
to
Marko wrote:

>Danke erst einmal für die Info zur Micro Vert.
>Mich würden vor allem Praxiserfahrungen von CB-Funkern mit Behelfsantennen
>interessieren.
>Wie sieht es mit den mehr verbreiteten Balkonantennen und anderen Lösungen
>aus?
>

MicroVerts sind sehr schwer herzustellen - zumindest eine stabile Spule,
mit der diese Antenne ja bekanntlich abgestimmt wird. Ich hatte mit
meinem Testobjekt keine grosse Freude. Ausserdem kannst Du das Ding nur
2 und ein paar zerquetschte Meter weit vom Funkgerät entfernt betreiben,
da der Mantel der Zuleitung das elektrische Gegengewicht der Antenne
darstellt. Bei längeren Zuleitungen ist der Aufwand (Mantelwellenfilter,
Anpassung) grösser als der Nutzen.

>(Micro Vert hat laut Herstellerangaben -6 bis -12 dbd Gewinn, so dass
>gegenüber einer verkürzten 1/4 Lambda mit Gegengewicht (typische
>Balkonantenne) zumindest keine bedeutend besseren Sendeeigenschaften zu
>erwarten sind.)
>

Die Dezibelangaben bedeuten nichts weiter, als dass Du ein bis zwei
S-Stufen unter einem _ideal_ aufgehängten 1/2-Lambda Dipol liegst. Der
Verlust steigt an, je kürzer die Antenne (bezogen auf die Wellenlänge)
wird. Es handelt sich übrigens nicht um den Hersteller, sondern den
Erfinder und Patentinhaber. Herstellen musst Du eine MicroVert schon
selbst, nachdem Du die Konstruktionsunterlagen gekauft - oder aus den
entsprechenden beiden "funk"-Heften kopiert - hast.

BTW: Sendeeigenschaften = Empfangseigenschaften ( wenn nix hören, dann
auch nix weit gehört werden können ;-) )

Die besten Ergebnisse wirst Du warscheinlich mit einer Loop erzielen,
wenn Du diese im Freien platzieren kannst. Geht auch im Zimmer, hier ist
jedoch mit grösserem Verlust (Dämpfung) zu rechnen. Aus möglichst dickem
(20 mm), biegbarem Kupferrohr sind Loops schnell aufgebaut, auch die
Abstimmung ist relativ einfach. Loops haben einige Vorteile (hohe
Selektivität, Richtwirkung, kaum BCI/TVI) gegenüber anderen kurzen
Antennen. Der grösste Nachteil ist, dass die Loop bei grösseren
Frequenzwechseln (ab ca. 10 - 20 Kanäle, je nach Konstruktion)
nachgestimmt werden muss, da sie eine sehr enge Bandbreite hat.


Grüsse aus Augsburg

Bernhard Schornak

Volker Tonn

unread,
Oct 1, 2002, 11:50:52 AM10/1/02
to
Joerg Fiegge wrote:

> (Micro Vert hat laut Herstellerangaben -6 bis -12 dbd Gewinn, so dass
> gegenüber einer verkürzten 1/4 Lambda mit Gegengewicht (typische
> Balkonantenne) zumindest keine bedeutend besseren Sendeeigenschaften
> zu erwarten sind.)


_Waaas?_
Das sind 1 bis 2 S-Stufen weniger als ein Dipol im luftleeren Raum. Wenn
man davon ausgehen darf, dass ein Dipol über elektrisch leitendender
(Erdober-) Fläche einen Gewinn von bis zu 5 dBd (=7,15dBi) haben kann
und eine DV27 auch locker 3 bis 5 dBi Gewinn hinkriegt, ist ne Microvert
ne extrem schlechte Option. Empfangsmässig mag das ja noch gerade so
verkraftbar sein aber wenn du damit deine abgestrahlte Leistung auch
noch auf 1/4 bis 1/16 verringerst ist das echt schlimm.

Ich selber empfehle für gebäudenahen Betreib -und benutze sie selber-
eine Magnetic-Loop- Antenne mit einem Durchmesser von ca 80 cm für
Betrieb auf 11mtr.
Eine Herausforderung stellt ggf. nur die Fernabstimmung dar, wenn diese
gewünscht/ erforderlich ist. Da ist dann eher ein Feinmechaniker gefragt
:-)

odo

Marko

unread,
Oct 1, 2002, 1:14:49 PM10/1/02
to
Ich dachte mir schon, dass sich eine magnetische Antenne hier anbietet.
Ich habe mich im Internet mal umgeschaut, wo magnetische Antennen zu
bekommen sind und was sie kosten.
Leider gingen die Angebote erst bei ca. 300 EURO los.
Gibt es evtl. günstigere Modelle/Anbieter, die ich nicht gefunden habe?
Ich traue mir mit meinem handwerklichen Geschick nicht zu eine ordentliche
wetterfest magnetische Antenne selbst zu bauen.

Gruß Marko

"Volker Tonn" <screw...@mailberlin.net> schrieb im Newsbeitrag
news:3D99C45C...@mailberlin.net...

Volker Tonn

unread,
Oct 1, 2002, 5:27:42 PM10/1/02
to
Marko wrote:

> Ich dachte mir schon, dass sich eine magnetische Antenne hier anbietet.
> Ich habe mich im Internet mal umgeschaut, wo magnetische Antennen zu
> bekommen sind und was sie kosten.
> Leider gingen die Angebote erst bei ca. 300 EURO los.
> Gibt es evtl. günstigere Modelle/Anbieter, die ich nicht gefunden habe?
> Ich traue mir mit meinem handwerklichen Geschick nicht zu eine ordentliche
> wetterfest magnetische Antenne selbst zu bauen.


Leider ist es die Wetterfestigkeit und auch die für CB-Funk nicht nötige
Spannungsfestigkeit des Kondensators, die solche kommerziell
hergestellten Loops so teuer machen. wobei die besagrten 300 tEURo das
absolute Minimum darstellen. Der doppelte Preis ist nicht ungewöhnlich.
Ich hab meine Eigenbauloop allerdings im geräumigen Dachboden (6.Stock).
Vorher hatte ich eine auf dem Balkon (EG Südwestseite)) und da einfach
eine grosse leere PE-Flasche (1,5 ltr Kühlerfrostschutz) deren Hals ich
etwas aufgeschnitten hatte über die Motor- Drehko- Einheit gestülpt. Das
hat dann auch funktioniert. Reichliche Belüftung ist zumindest besser
als "gefangenes" Kondenswasser in einem fast völlig geschlossenem Gehäuse.

Als einigermassen preiswertes "Tischmodell" kenne ich die "Reyni"- Loop.
Die gibt es als teilweise vormontierten Bausatz und optional afaik sogar
mit fernbedienbarem Motoransatz. Die verkraftet je nach Frequenz wohl
ca. 10 bis 50 Watt HF. Also allemal genug für CB.

Vielleicht gibt Google mehr Auskunft was da gerade aktuell ist....

73,
odo

Juergen Starek

unread,
Oct 2, 2002, 11:48:59 AM10/2/02
to
In article <3D99C45C...@mailberlin.net>, screw...@mailberlin.net
says...

Wenn
> man davon ausgehen darf, dass ein Dipol über elektrisch leitendender
> (Erdober-) Fläche einen Gewinn von bis zu 5 dBd (=7,15dBi) haben kann

Hallo,

da muss ich heftig widersprechen: Ein Dipol hat, wenn er nicht
fehlerhaft aufgebaut wird, per definitionem *immer* 0 dBd Gewinn. Diese
Angabe bedeutet schliesslich "Gewinn in dB gegenüber Dipol"; daher auch
das abschliessende d.

Diese Angabe bezieht sich, wie bei Antennen üblich, auf die im Raum
ideal positionierte Antenne (also frei hängend ohne äußere
Störeinflüsse). Eine elektrisch leitende Fläche in unmittelbarer
Umgebund (Erdboden in Deinem Beispiel) verringert in diesem Fall den
Gewinn, da Feldlinien dort enden können und so Feldenergie in den Boden
abgeführt wird.

MfG

Jürgen

Volker Tonn

unread,
Oct 2, 2002, 12:56:57 PM10/2/02
to
Juergen Starek wrote:

> In article <3D99C45C...@mailberlin.net>, screw...@mailberlin.net
> says...
> Wenn
>
>>man davon ausgehen darf, dass ein Dipol über elektrisch leitendender
>>(Erdober-) Fläche einen Gewinn von bis zu 5 dBd (=7,15dBi) haben kann
>>
>
> Hallo,
>
> da muss ich heftig widersprechen: Ein Dipol hat, wenn er nicht
> fehlerhaft aufgebaut wird, per definitionem *immer* 0 dBd Gewinn. Diese
> Angabe bedeutet schliesslich "Gewinn in dB gegenüber Dipol"; daher auch
> das abschliessende d.


Sechs, setzen ;-)

Der Dipol "freischwebend im Vakuum" ohne jede weitere elektrische
Beeinflussung hat 0dBd.

Ich hätte besser dazuschreiben sollen, dass dieser Gewinn für einen
horizontalen Dipol gilt :-). Aber das ist ja auf Kurzwelle der Normalfall.


>
> Diese Angabe bezieht sich, wie bei Antennen üblich, auf die im Raum
> ideal positionierte Antenne (also frei hängend ohne äußere
> Störeinflüsse). Eine elektrisch leitende Fläche in unmittelbarer
> Umgebund (Erdboden in Deinem Beispiel) verringert in diesem Fall den
> Gewinn, da Feldlinien dort enden können und so Feldenergie in den Boden
> abgeführt wird.


Bei richtiger Bemessung des Abstandes werden die Feldlinien dergestalt
abgelenkt oder auch reflektiert, dass sich eine Gewinnkeule ergibt. Wenn
die Feldlinien im Boden "verschwinden" würden hätte jeder(!) auf diesem
Planeten montierte Dipol einen Verlust gegenüber dem Modelldipol. Das
ist tatsächlich nicht der Fall, sondern bei richtiger(!) Aufbauhöhe (in
der Praxis kann man das nur experimentell ermitteln) unter
Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse das Gegenteil.

odo

Hans-Juergen Schumann

unread,
Oct 2, 2002, 7:39:57 PM10/2/02
to
Marko wrote:

Also Isotronantenne

Die wurde in der CB-Funk beschrieben das ist eine wirkliche NOTANTENNE

http://www.hb9cru.ch/KW/ISOTRON_11.htm

Dann sonstige Antennenbehelfsgebilde (schon besser) aber als Kondensatoren
und Spulen nimmt man was besseres.

http://www.deutsche-funk-allianz.de/Technik/technik.html
Zur Mag Loop gab es auch schon Beispiele.

Die beste Notantenne ist ein Lamda/4 Draht den man in den Balkon reinhängt,
eine DV-Lang bzw eine längere Mobilantenne Balkonantenne oder eine S-1200
bzw Wilson auf einem entsprechenden Fuß.

Der Wirkungsgrad lässt mit schöner Regelmäßigkeit im Quadrat zur Größe nach
und Mag-Loops haben auch ihre Nachteile, so kann man bei fixer Einstellung
nur auf 3 Kanälen funken.

Kondensatoren sind bei den einfachen Mag-Loops kein Problem, denn die kann
man als Koaxialkondendatoren realisieren.

Die breitbandige Magloop die einmal vorgestellt wurde hat 30-70% zusätzliche
Verluste neben der Einspeisung in der von 50Ohm auf einige zig Milliohm
transformiert werden muß und ist schwer mechanisch zu realisieren.

Für Nutzer von Kaiser Geräten und diversen Schätzchen ist die Mag-Loop ideal
da sie nicht zur Abstrahlung von Oberwellen geeignet ist, Ähnliches gilt
auch Eingangsseitig.

Wir hatten 2 Mag-Loops bei PR in Betrieb.

Wunderantennen gibt es nicht man tauscht immer und in jedem Fall Größe gegen
Nutzbarkeit.

Beispiel zb diese Minimax von Kleber und ähnliche Gebilde welche über die
Antennendrahtlänge abgestimmt werden soll. (mangelnde Bandbreite und
Abhängligkeit von der Antennenkabellänge - je länger desto schmaler.

55 + 73 de Hans-Jürgen

Marko

unread,
Oct 3, 2002, 1:43:21 PM10/3/02
to
Hallo Hans-Jürgen,

vielen Dank für deine Ausführungen.
Mal ganz konkret gefragt:
Lohnt es sich eine magnetische Loop zu kaufen oder zu bauen und die z.B.
direkt am Kunststofffenster oder auf dem Balkon aufzustellen
(Kanalwechselproblematik ist klar) oder ist eine 1/4 Lambda auf dem Balkon
mit ordentlich Masse/Radialen vergleichbar oder besser?

73 de Marko

"Hans-Juergen Schumann" <recyc...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:anfp2o$e5cuf$1...@ID-95694.news.dfncis.de...

Juergen Starek

unread,
Oct 3, 2002, 1:50:59 PM10/3/02
to
In article <3D9B2559...@mailberlin.net>, screw...@mailberlin.net
says...

> Juergen Starek wrote:
> > >man davon ausgehen darf, dass ein Dipol über elektrisch leitendender
> > >(Erdober-) Fläche einen Gewinn von bis zu 5 dBd (=7,15dBi) haben kann
> >
> > da muss ich heftig widersprechen: Ein Dipol hat, wenn er nicht
> > fehlerhaft aufgebaut wird, per definitionem *immer* 0 dBd Gewinn.
>
> Der Dipol "freischwebend im Vakuum" ohne jede weitere elektrische
> Beeinflussung hat 0dBd.
>
> Ich hätte besser dazuschreiben sollen, dass dieser Gewinn für einen
> horizontalen Dipol gilt :-). Aber das ist ja auf Kurzwelle der Normalfall.
>
> > [...] Eine elektrisch leitende Fläche in unmittelbarer

> > Umgebund (Erdboden in Deinem Beispiel) verringert in diesem Fall den
> > Gewinn, da Feldlinien dort enden können und so Feldenergie in den Boden
> > abgeführt wird.
>
> Bei richtiger Bemessung des Abstandes werden die Feldlinien dergestalt
> abgelenkt oder auch reflektiert, dass sich eine Gewinnkeule ergibt. [...]

Hallo Volker,

darf ich mal nach der Quelle fragen? Habe ich zwar auch so im Rothammel
gefunden (Rothammel, Carl; Antennenbuch; 6. Aufl. Stuttgart: Franckh
1978; S. 51 ff.), aber du wirst mir zustimmen, dass Feldlinien an einer
Äquipotentialfläche enden. Das ist ja auch das Prinzip von
Abschirmmassnahmen. Ein Bekannter (der in Sachen Antennentheorie recht
gut bewandert ist) zweifelt Rothammels Aussage deshalb an, aber Quellen
kann ich dir noch keine anbieten. Ich werde aber in den nächsten Tagen
mal danach suchen, momentan hab ich keine Zeit.

Nur so langsam passt das nicht mehr so recht in die Gruppe - machen wir
privat weiter? Ein f'up nach dch möchte ich nicht unbedingt setzen...

Jürgen

Volker Tonn

unread,
Oct 3, 2002, 2:28:38 PM10/3/02
to
Marko wrote:

> Hallo Hans-Jürgen,
>
> vielen Dank für deine Ausführungen.
> Mal ganz konkret gefragt:
> Lohnt es sich eine magnetische Loop zu kaufen oder zu bauen und die z.B.
> direkt am Kunststofffenster oder auf dem Balkon aufzustellen
> (Kanalwechselproblematik ist klar) oder ist eine 1/4 Lambda auf dem Balkon
> mit ordentlich Masse/Radialen vergleichbar oder besser?
>


Praxisbericht.

Einem OM, der im 4. OG eine Plattenbau's wohnt(e) baute ich eine
Mag-Loop für CB. Bis dahin benutzte er eine DV27 auf einem
Stahlbalkongeländer von ca. 5mtr Länge. Der Abstand der Strahlerspitze
zum darüberliegenden Balkon betrug ca. 15 cm und das SWR war nahe 1:1.
Mit der Mag-Loop ca 1,5 mtr daneben war "nur" ein SWR von ca. 1:2
hinzubekommen. ABER: Die Rapporte fielen ca. 2 S-Stufen besser aus.
Ausgenommen die Gegenstation lag genau im Strahlungminimum (dafür haben
wir die Loop einfach entsprechend gedreht), dann sackte der S-Wert um ca
3 Einheiten ab.

odo

Joachim

unread,
Oct 3, 2002, 2:41:15 PM10/3/02
to
Volker Tonn schrieb:

>
> Der Dipol "freischwebend im Vakuum" ohne jede weitere elektrische
> Beeinflussung hat 0dBd.
>
> Ich hätte besser dazuschreiben sollen, dass dieser Gewinn für einen
> horizontalen Dipol gilt :-). Aber das ist ja auf Kurzwelle der
> Normalfall.

Nicht im CB-Funk, wie du weisst. Deine Gewinnangabe

>>> dass ein Dipol über elektrisch leitendender (Erdober-) Fläche
>>> einen Gewinn von bis zu 5 dBd (=7,15dBi) haben kann

ist für CB nicht relevant. Wobei mich die Höhe von 5 dBd etwas wundert,
das ist besser als eine HB9CV und wird im Normalfall von einer 3-Element
Yagi erreicht. Da muss wohl Magie im Spiel sein. ;-)

Und bei Verwendung eines horizontal polarisierten Dipols würde diese
Aussage auch nur dann interessieren, wenn man Gewinn für die Abstrahlung
senkrecht nach oben braucht, was auch recht selten der Fall ist.
Jedenfalls im CB.

73
Joachim

Joachim

unread,
Oct 3, 2002, 2:03:53 PM10/3/02
to
sho schrieb:

>
> Die besten Ergebnisse wirst Du warscheinlich mit einer Loop
> erzielen, wenn Du diese im Freien platzieren kannst. Geht auch im
> Zimmer, hier ist jedoch mit grösserem Verlust (Dämpfung) zu rechnen.
> Aus möglichst dickem (20 mm), biegbarem Kupferrohr sind Loops
> schnell aufgebaut, auch die Abstimmung ist relativ einfach. Loops
> haben einige Vorteile (hohe Selektivität, Richtwirkung, kaum
> BCI/TVI) gegenüber anderen kurzen Antennen. Der grösste Nachteil
> ist, dass die Loop bei grösseren Frequenzwechseln (ab ca. 10 - 20
> Kanäle, je nach Konstruktion) nachgestimmt werden muss, da sie eine
> sehr enge Bandbreite hat.

Es sieht so aus, als ob du Loop mit Magnetic-Loop gleichsetzt. Mit Loop
wird aber vor allem (im Antennenselbstbau) eine Drahtschleife bezeichnet,
deren Umfang in etwa der Wellenlänge entspricht. Also ca. 11m bei CB. Und
diese Antenne funktioniert auch wirklich recht gut. Es gibt da z.B. die
Delta-Loop, die Quad-Loop und die Oblong.
http://www.radioworks.com/nloop.html (Skizze)
http://hamgate1.sunyerie.edu/~buffaloam/loop_antenna.htm (Berechnung)
Du scheinst aber eher die kleinere und nicht so gut abstrahlende Magnetic
Loop zu beschreiben. Diese Antenne hat auch ihre Vorteile (Selektivität,
benötigter Platz), aber ein hoher Wirkungsgrad gehört nicht zu den
Vorteilen der Mag-Loop.

mfg
Joachim

sho

unread,
Oct 4, 2002, 6:23:48 AM10/4/02
to
Joachim schrieb:

>Es sieht so aus, als ob du Loop mit Magnetic-Loop gleichsetzt.
>

Ich habe die Bezeichnung "magnetisch" vermieden, da sehr wohl auch das
"elektrische" Feld eine Rolle spielt. Siehe Rothammel sowie diverse
Artikel in funk und Funkamateur (sehr gute Artikel z.B. von Karl-Heinz
Hille).

Quad- und Delta-Loop sind auf einem Balkon nicht machbar, und bei viel
Platz eher selten anzutreffen, da dann effektivere Antennenformen
möglich sind.

>Du scheinst aber eher die kleinere und nicht so gut abstrahlende Magnetic
>Loop zu beschreiben. Diese Antenne hat auch ihre Vorteile (Selektivität,
>benötigter Platz), aber ein hoher Wirkungsgrad gehört nicht zu den
>Vorteilen der Mag-Loop.
>

Der Wirkungsgrad einer "kurzen" Antenne ist physikalisch bedingt immer
geringer als der einer "vollwertigen". Die "magnetischen" Loops haben
aber Vorteile, wenn man offiziell keine Antenne aufstellen darf. Es
wird zum Beispiel kein Gegengewicht (Massefläche) benötigt, das für die
meisten anderen Antennenarten obligatorisch ist. Bei eingeschränkten
Aufstellungsmöglichkeiten bieten "magnetische" Loops den besten
Kompromiss zwischen Aufwand und Wirkungsgrad. Eine gut aufgebaute Loop
bringt mehr als jede andere Behelfsantenne, kann aber eine "vollwertige"
Antenne auf dem Dach nicht ersetzen.

Volker Tonn

unread,
Oct 4, 2002, 9:58:41 AM10/4/02
to
sho wrote:

> Eine gut aufgebaute Loop
> bringt mehr als jede andere Behelfsantenne, kann aber eine "vollwertige"
> Antenne auf dem Dach nicht ersetzen.
>


Hi.

Doch, kann sie. Ausser, eine "Vollwertige Antenne" heisst bei dir z.B.
"Yagi" oder HB9CV" :-)
Eine Mag-Loop, die nahezu den Maximaldurchmesser für eine bestimmte
Frequenz hat, hat in Vorzugsrichtung nahezu den gleichen Wirkungsgrad
wie ein vertikaler Halbwellenstrahler an gleichem, freiem Standort. Bei
niedrigem Aufbau (2mtr. Mast im Vorgarten) hat sie sogar Vorteile im
Vergleich zu einer auf dieser Höhe (Fusspunkt) montierten (nicht
gestockten) Vertikalantenne. Von daher kann die Mag-Loop sogar
erhebliche Vorteile haben wenn es darum geht, eine gute Vorslektion zu
haben z.B. zur Unterdrückung von Nachbarkanalstörungen oder um ein
penetrantes Störsignal auszunullen.

73,
odo

sho

unread,
Oct 4, 2002, 2:30:35 PM10/4/02
to
Volker Tonn wrote:

> Doch, kann sie. Ausser, eine "Vollwertige Antenne" heisst bei dir z.B.
> "Yagi" oder HB9CV" :-)


Als "vollwertig" habe ich mal an das übliche - 1/2 oder 5/8 Lambda
Vertikalstrahler - gedacht...

> Eine Mag-Loop, die nahezu den Maximaldurchmesser für eine bestimmte
> Frequenz hat, hat in Vorzugsrichtung nahezu den gleichen Wirkungsgrad
> wie ein vertikaler Halbwellenstrahler an gleichem, freiem Standort.


Zu den Wirkungsgraden diverser Antennen siehe z.B. Rothammel. So wäre
z.B. für Dachmontage im CB-Band eine J-Antenne die beste Wahl (benötigt
kein Gegengewicht, kann als Blitzableiter mitbenutzt werden, ist bei
entsprechendem Aufbau sehr stabil).

> Bei niedrigem Aufbau (2mtr. Mast im Vorgarten) hat sie sogar Vorteile
> im Vergleich zu einer auf dieser Höhe (Fusspunkt) montierten (nicht
> gestockten) Vertikalantenne.


<IRONIE>
Auch die Antenne auf dem Dach spielt wesentlich schlechter als eine in
mindestens 1/2 Lambda Höhe über einem salzhaltigen See angebrachte
_baugleiche_ Antenne ;-). Solche Aufstellungsorte stehen aber den
wenigsten Leuten zur Verfügung:-(.
</IRONIE>

Nachdem der Aufstellungsort ein Balkon sein soll, muss man immer mit
einer Verschlechterung gegenüber einer frei aufgestellten Antenne
rechnen, hier spielen z.B. Stahlträger und das Material der Mauern
(Stahlbeton, etc.) eine Rolle.

> Von daher kann die Mag-Loop sogar erhebliche Vorteile haben wenn es
> darum geht, eine gute Vorslektion zu haben z.B. zur Unterdrückung von
> Nachbarkanalstörungen oder um ein penetrantes Störsignal auszunullen.


Für problematische Aufstellungsorte ist eine "magnetische" Loop die
beste Wahl. Loops mit mehreren Windungen benötigen wegen ihrer
Eigenkapazität nicht einmal einen abstimmbaren Kondensator, wenn man nur
ein sehr enges Frequenzband nutzen will (die Grundabstimmung erfolgt
über den Abstand der Windungen voneinander). Meine Testexemplare
spielten sogar "indoors" einwandfrei, bei Materialkosten unter 10 Euro
pro Exemplar...

Joachim

unread,
Oct 4, 2002, 6:42:30 PM10/4/02
to
sho schrieb:

> Joachim schrieb:
>
>>Es sieht so aus, als ob du Loop mit Magnetic-Loop gleichsetzt.
>>
> Ich habe die Bezeichnung "magnetisch" vermieden, da sehr wohl auch
> das "elektrische" Feld eine Rolle spielt. Siehe Rothammel sowie
> diverse Artikel in funk und Funkamateur (sehr gute Artikel z.B. von
> Karl-Heinz Hille).

Magnetic-Loop ist ein Name(!) für eine bestimmte Bauform.

> Quad- und Delta-Loop sind auf einem Balkon nicht machbar, und bei
> viel Platz eher selten anzutreffen, da dann effektivere
> Antennenformen möglich sind.

Die Oblong ist auf meinem (ehemaligen) Balkon sehr gut machbar gewesen,
die Erfolge waren optimal. Die Antenne selbst war bei Entfernungen >20m
praktisch unsichtbar. Welche Bauform ist effektiver, wenn nur ca. 2m
Höhe über dem Geländer zur Verfügung stehen?

>>Du scheinst aber eher die kleinere und nicht so gut abstrahlende
>>Magnetic Loop zu beschreiben. Diese Antenne hat auch ihre Vorteile
>>(Selektivität, benötigter Platz), aber ein hoher Wirkungsgrad gehört
>>nicht zu den Vorteilen der Mag-Loop.
>>
> Der Wirkungsgrad einer "kurzen" Antenne ist physikalisch bedingt
> immer geringer als der einer "vollwertigen". Die "magnetischen"
> Loops haben aber Vorteile, wenn man offiziell keine Antenne
> aufstellen darf.

Sicher.

> Es wird zum Beispiel kein Gegengewicht
> (Massefläche) benötigt, das für die meisten anderen Antennenarten
> obligatorisch ist.

Nicht bei einer (grossen) Loop.

> Bei eingeschränkten Aufstellungsmöglichkeiten
> bieten "magnetische" Loops den besten Kompromiss zwischen Aufwand
> und Wirkungsgrad. Eine gut aufgebaute Loop bringt mehr als jede
> andere Behelfsantenne, kann aber eine "vollwertige" Antenne auf dem
> Dach nicht ersetzen.

Kann sie eine vollwertige Antenne auf dem Balkon ersetzen? Wohl nur
dann, wenn die Antenne ungünstig montiert wird.

Magnitic-Loops haben ihren Sinn. Vorteile habe ich schon genannt.
Nachteil ist die hohe Feldstärke (ich hab' mir an meiner Eigenbau-
Mag-Loop auch schon die Finger verbrannt), die erforderliche
Fernbedienung und die Nutzbarkeit auf nur einer Frequenz.
Gleichzeitiges bzw. schnell abwechselndes Senden mit zwei Funkgeräten
auf unterschiedlichen Frequenzen funktioniert nicht wirklich.

73
Joachim

Joachim

unread,
Oct 5, 2002, 6:19:12 AM10/5/02
to
sho schrieb:

> Joachim schrieb:
>
>>Es sieht so aus, als ob du Loop mit Magnetic-Loop gleichsetzt.
>>
> Ich habe die Bezeichnung "magnetisch" vermieden, da sehr wohl auch
> das "elektrische" Feld eine Rolle spielt. Siehe Rothammel sowie
> diverse Artikel in funk und Funkamateur (sehr gute Artikel z.B. von
> Karl-Heinz Hille).

Magnetic-Loop ist ein Name(!) für eine bestimmte Bauform.

> Quad- und Delta-Loop sind auf einem Balkon nicht machbar, und bei


> viel Platz eher selten anzutreffen, da dann effektivere
> Antennenformen möglich sind.

Die Oblong ist auf meinem (ehemaligen) Balkon sehr gut machbar gewesen,


die Erfolge waren optimal. Die Antenne selbst war bei Entfernungen >20m
praktisch unsichtbar. Welche Bauform ist effektiver, wenn nur ca. 2m
Höhe über dem Geländer zur Verfügung stehen?

>>Du scheinst aber eher die kleinere und nicht so gut abstrahlende


>>Magnetic Loop zu beschreiben. Diese Antenne hat auch ihre Vorteile
>>(Selektivität, benötigter Platz), aber ein hoher Wirkungsgrad gehört
>>nicht zu den Vorteilen der Mag-Loop.
>>
> Der Wirkungsgrad einer "kurzen" Antenne ist physikalisch bedingt
> immer geringer als der einer "vollwertigen". Die "magnetischen"
> Loops haben aber Vorteile, wenn man offiziell keine Antenne
> aufstellen darf.

Sicher.

> Es wird zum Beispiel kein Gegengewicht
> (Massefläche) benötigt, das für die meisten anderen Antennenarten
> obligatorisch ist.

Nicht bei einer (grossen) Loop.

> Bei eingeschränkten Aufstellungsmöglichkeiten


> bieten "magnetische" Loops den besten Kompromiss zwischen Aufwand
> und Wirkungsgrad. Eine gut aufgebaute Loop bringt mehr als jede
> andere Behelfsantenne, kann aber eine "vollwertige" Antenne auf dem
> Dach nicht ersetzen.

Kann sie eine vollwertige Antenne auf dem Balkon ersetzen? Wohl nur

dann, wenn die Antenne ungünstig montiert wird.

Magnetic-Loops haben ihren Sinn. Vorteile habe ich schon genannt.

sho

unread,
Oct 5, 2002, 8:18:18 PM10/5/02
to
Joachim schrieb:

>Die Oblong ist auf meinem (ehemaligen) Balkon sehr gut machbar gewesen,
>die Erfolge waren optimal. Die Antenne selbst war bei Entfernungen >20m
>praktisch unsichtbar. Welche Bauform ist effektiver, wenn nur ca. 2m
>Höhe über dem Geländer zur Verfügung stehen?
>

Die Oblong ist nichts anderes als ein modifizierter Faltdipol. Selbst
bei genügend Freiraum muss diese Antenne mit einem Balun angepasst
werden. Auf einem Balkon, wo kein Freiraum zur Verfügung steht, wird
eine solche Antenne nur schwer anzupassen sein, ihr Wirkungsgrad muss
zwangsläufig geringer werden. Wenn Deine Konstruktion gut gespielt hat,
hattest Du das Glück, dass die Summe aller Einflüsse zu einem
brauchbaren Resultat geführt hat. Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr
gering, dass sich das anderswo reproduzieren lässt.

>Kann sie eine vollwertige Antenne auf dem Balkon ersetzen? Wohl nur
>dann, wenn die Antenne ungünstig montiert wird.
>

Eine "vollwertige" Antenne beginnt bei einem 1/4 Lambda Strahler mit
Gegengewicht (z.B. Triple-Leg). Wo auf der Welt findest Du einen Balkon,
auf dem Du 5 Meter lange Konstruktionen mit mindestens 2,7 Meter
Freiraum nach allen Seiten aufbauen kannst? Die bessere Lösung wäre da
eine simple Drahtantenne (z.B. L-Antenne, Draht-Dipol, etc.). Deren
Anpassung ist jedoch alles andere als trivial, und zum Thema
Wirkungsgrad schweigt man - mit Bezug auf den Standort - am Besten.

>Magnetic-Loops haben ihren Sinn. Vorteile habe ich schon genannt.
>Nachteil ist die hohe Feldstärke (ich hab' mir an meiner Eigenbau-
>Mag-Loop auch schon die Finger verbrannt), die erforderliche
>Fernbedienung und die Nutzbarkeit auf nur einer Frequenz.
>

Jede Kompromisslösung hat ihre Vor- und Nachteile. Da bereits bei 4 Watt
Spannungen über tausend Volt auftreten können, wenn die Antenne optimal
in Resonanz ist, muss man beim Sendebetrieb sicherstellen, dass niemand
die Antenne berührt! Die nutzbare Bandbreite hängt stark von der
Konstruktion ab, zehn Kanäle auf- und abwärts sollten aber immer möglich
sein.

>Gleichzeitiges bzw. schnell abwechselndes Senden mit zwei Funkgeräten
>auf unterschiedlichen Frequenzen funktioniert nicht wirklich.
>

Tempo 200 geht mit 27 Tonnen Ladung auch nicht wirklich. Es gibt halt
diese leidigen Gesetze (Physik, Staat), die dagegen sprechen. Des
weiteren sollte man immer den Aufwand (Kosten) mit dem erzielten Nutzen
in Relation setzen. Vielleicht würde in Deinem Fall eine zweite Antenne
helfen?

Joachim

unread,
Oct 6, 2002, 11:14:34 AM10/6/02
to
sho schrieb:

> Joachim schrieb:
>
>>Die Oblong ist auf meinem (ehemaligen) Balkon sehr gut machbar
>>gewesen, die Erfolge waren optimal. Die Antenne selbst war bei
>>Entfernungen >20m praktisch unsichtbar. Welche Bauform ist
>>effektiver, wenn nur ca. 2m Höhe über dem Geländer zur Verfügung
>>stehen?
>>
> Die Oblong ist nichts anderes als ein modifizierter Faltdipol.

Mit einem Faltdipol hat sie weniger zu tun als mit einer Quad.
Die Oblong ist eine spezielle Variante einer Loop, wie Delta oder
Quad, die an bestimmte Platzverhältnisse angepasst ist.

> Selbst bei genügend Freiraum muss diese Antenne mit einem Balun
> angepasst werden.

Nicht unbedingt. Es gibt andere einfache Möglichkeiten, z.B. eine
75 Ohm Lambda/4 Leitung. Und viel Freiraum kennt diese Antenne z.B.
beim Einsatz auf 80m auch nicht.

> Eine "vollwertige" Antenne beginnt bei einem 1/4 Lambda Strahler mit
> Gegengewicht (z.B. Triple-Leg). Wo auf der Welt findest Du einen
> Balkon, auf dem Du 5 Meter lange Konstruktionen mit mindestens 2,7
> Meter Freiraum nach allen Seiten aufbauen kannst?

Mein Balkon war 6m lang. Genügend Freiraum war nicht da. Aber da die
Antenne in sich resonant war, hielten sich negative Auswirkungen in
Grenzen.

> Die bessere Lösung
> wäre da eine simple Drahtantenne (z.B. L-Antenne, Draht-Dipol,
> etc.). Deren Anpassung ist jedoch alles andere als trivial, und zum
> Thema Wirkungsgrad schweigt man - mit Bezug auf den Standort - am
> Besten.

Daran ist nicht viel besser. Man benötigt eine vertikale Polarisation
im CB. Eine horizontal polarisierende Antenne kannst du da vergessen.
Wenn es Draht sein soll, was bezüglich der Sichtbarkeit Vorteile hat,
dann bleibt nur eine Loop.
Eine Alternative wäre eine Boomerang. Sie hat den Vorteil der leichten
Montage und Anpassung.
Die Mangnetic-Loop ist ein interessantes Experimentierfeld. Man braucht
Erfahrungen im Umgang mit Metall, besonders wenn man den Kondensator
selbst baut. Hochspannungsfeste Kondensatoren sind teuer und im
Selbstbau nicht leicht zu beherrschen.
Anfänger bauen anstelle der Mag-Loop oft einen Knallfunkensender (und
bemerken es noch nicht einmal!). Ich halte so ein Objekt nur sinnvoll
für Leute mit Grundlagenwissen zu dieser Thematik.

>>Magnetic-Loops haben ihren Sinn. Vorteile habe ich schon genannt.
>>Nachteil ist die hohe Feldstärke (ich hab' mir an meiner Eigenbau-
>>Mag-Loop auch schon die Finger verbrannt), die erforderliche
>>Fernbedienung und die Nutzbarkeit auf nur einer Frequenz.
>>
> Jede Kompromisslösung hat ihre Vor- und Nachteile. Da bereits bei 4
> Watt Spannungen über tausend Volt auftreten können, wenn die Antenne
> optimal in Resonanz ist, muss man beim Sendebetrieb sicherstellen,
> dass niemand die Antenne berührt!

Ja, sicher.

> Die nutzbare Bandbreite hängt
> stark von der Konstruktion ab,

Ja genau. Je besser die Antenne, um so geringer die Verluste und
die Bandbreite.

> zehn Kanäle auf- und abwärts sollten
> aber immer möglich sein.

Sicher. Wenn die Antenne schlecht genug ist, also durch Verluste
entsprechend bedämpft wird. Bei mir waren es +/- 2 CB-Kanäle.

>>Gleichzeitiges bzw. schnell abwechselndes Senden mit zwei
>>Funkgeräten auf unterschiedlichen Frequenzen funktioniert nicht
>>wirklich.
>>

> Des weiteren sollte man immer den Aufwand (Kosten) mit dem erzielten
> Nutzen in Relation setzen.

Am billigsten sind ein paar Meter Draht.

> Vielleicht würde in Deinem Fall eine
> zweite Antenne helfen?

Nein. Auf dem Balkon hilft da nur eine (unsichtbare) billig
aufzubauende und breitbandige Drahtantenne. Zwei Mag-Loops wären auch
gut, aber nur für jemanden, der die Magnetic-Loop tatsächlich
beherrscht und sich dieses nicht nur einbildet (womit ich hier
niemanden ansprechen will).
Zur Oblong (oder einer ähnlichen Loop) kann ich jedoch nur den Bau
einer Vollwellenantenne empfehlen. Verkürzungen, es gibt da
verschiedene Möglichkeiten, erfordern wegen der schmaleren Bandbreite
einen Antennentuner und sind von mir auch noch nicht getestet.

mfg
Joachim

sho

unread,
Oct 6, 2002, 3:52:07 PM10/6/02
to
Joachim schrieb:

>Die Mangnetic-Loop ist ein interessantes Experimentierfeld. Man braucht
>Erfahrungen im Umgang mit Metall, besonders wenn man den Kondensator
>selbst baut. Hochspannungsfeste Kondensatoren sind teuer und im
>Selbstbau nicht leicht zu beherrschen.
>

Zu Kondensatoren: Die meisten Selbstbauanleitungen kennen nur
Drehkondensatoren. Die sind entweder billig und nicht spannungsfest,
oder spannungsfest und verflucht teuer. Leg jetzt mal die
Aufbauanleitung beiseite, und mach Dir dein eigenes Wissen zu Nutze (ich
schätze Dich schon so ein, dass Du dieses Wissen hast). Ein Kondensator
ist nichts anderes als zwei sich in einem bestimmten Abstand
gegenüberstehende metallische Flächen. Warum also nicht zwei
Kupferplatten (oder einseitig beschichtete Epoxy-Platinen) nehmen? Wenn
die Antenne aus dickem Kupferrohr gebaut wird, ist es das einfachste auf
der Welt, an die beiden offenen Rohrenden je eine Kupferplatte oder
Epoxy-Platine (besser) anzulöten. Als Nebeneffekt wird das Rohr zudem
wasserdicht. Dann stimmt man die Antenne durch Zusammendrücken oder
Auseinanderziehen grob ab und fixiert die beste Einstellung mechanisch,
z.B. mit einem stabilen Stück PE-Profil und Kabelbindern. Die
Feinabstimmung erfolgt mit einer möglichst langen Plastikschraube. Die
schraubt man in eine Mutter, die man vorher aussen auf eine der Platten
aufgelötete hat (Loch bohren nicht vergessen!). Die andere Platte wird
weggedrückt, sobald die Schraube weit genug in die entsprechende
Richtung gedreht wurde. Damit haben wir unsere veränderliche Kapazität.
Mit dieser Konstruktion kann man die Resonanzfrequenz extrem feinfühlig
regulieren, ein SWR nahe 1:1 ist machbar, wenn die Einkoppelung
(induktive Koppelschleife oder Gamma-Match) optimal abgestimmt wurde.
Die erforderliche Kapazität hat man bei der Antennenberechnung
aufgeschrieben, die Formel zur Berechnung des Plattenkondensators
(Dielektrikum=Luft) findet man in jeder Formelsammlung. Bei Platinen im
Europa-Format (100*160 mm) hat man allemal zehn Millimeter
Plattenabstand, das reicht selbst für Sendeleistungen von 100 Watt
locker aus.

Zur Bandbreite: Die Güte steigt mit kleiner werdendem Umfang, und die
Bandbreite sinkt (je höher die Güte, desto selektiver der Schwingkreis).
Mit kleiner werdendem Umfang wird die "effektive Höhe" der Antenne
jedoch kleiner, und damit fällt auch der Wirkungsgrad. Eine maximal
dimensionierte "magnetic" Loop kann bis zu 0,3 (oder waren's 0,4 ?)
Lambda Umfang haben. Geht der Umfang darüber hinaus, verliert die
Antenne ihre "magnetischen" Eigenschaften, d.h. sie arbeitet dann nur
noch mit der "elektrischen" Komponente. Die optimale "magnetische" Loop
sollte daher so bemessen sein, dass die "magnetischen" Eigenschaften
überwiegen, ohne jedoch die "elektrischen" Eigenschaften komplett zu
unterdrücken. Im CB-Bereich ist z.B. ein Durchmesser zwischen 70 und 90
cm ein brauchbarer Kompromiss. Der Rohrdurchmesser (Dicke) spielt
ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Bandbreite!

Zur Oblong: Nix für ungut, aber laut Rothammel ist das (genauso wie die
Quad- und Deltaloop) ein modifizierter Faltdipol. Nahezu alle Antennen,
auch "magnetische" Loops, lassen sich auf den Dipol oder Faltdipol
zurückführen. Wenn das Teil bei Dir gut spielt, werde ich kaum das
Gegenteil behaupten (habe ich auch nie ;-) ). Ich habe nur Bedenken,
Deine positive Erfahrung zu Verallgemeinern. Du hast bestimmt längere
Zeit herumprobiert und nachgerechnet, bis Du mit dem Ergebnis zufrieden
warst. Eine Antenne, die bei mir gut spielt, kann bei Dir ihren Dienst
vollständig versagen, und umgekehrt. Da spielen zu viele Faktoren eine
Rolle.

Das Ganze soll ja auch eine Beratung mit möglichst vielen Vorschlägen
sein und nicht zum Glaubenskrieg werden ;-) .

Joachim

unread,
Oct 6, 2002, 5:40:21 PM10/6/02
to
sho schrieb:

> Joachim schrieb:
>
>>Die Mangnetic-Loop ist ein interessantes Experimentierfeld. Man
>>braucht Erfahrungen im Umgang mit Metall, besonders wenn man den
>>Kondensator selbst baut. Hochspannungsfeste Kondensatoren sind teuer
>>und im Selbstbau nicht leicht zu beherrschen.
>>
>

> Zu Kondensatoren: [Bauanleitung]

Ja, diese Möglichkeit Kondensatoren zu bauen kenne ich. Und es ist
damit auch ein gutes Ergebnis zu erwarten.
Ich habe hier einen Differenzialdrehko verwendet, die Einzelteile
dafür hatte ich noch rumliegen. Das ist praktisch ein Drehko mit
zwei Statoren, zwischen denen ein Rotor eine Kopplung herstellt.
Da gibt es keine Probleme mit Schleifkontakten und man hat einen
weiten Abstimmbereich der Antenne.

> Zur Bandbreite: Die Güte steigt mit kleiner werdendem Umfang, und
> die Bandbreite sinkt (je höher die Güte, desto selektiver der
> Schwingkreis). Mit kleiner werdendem Umfang wird die "effektive
> Höhe" der Antenne jedoch kleiner, und damit fällt auch der
> Wirkungsgrad. Eine maximal dimensionierte "magnetic" Loop kann bis
> zu 0,3 (oder waren's 0,4 ?) Lambda Umfang haben. Geht der Umfang
> darüber hinaus, verliert die Antenne ihre "magnetischen"
> Eigenschaften, d.h. sie arbeitet dann nur noch mit der
> "elektrischen" Komponente. Die optimale "magnetische" Loop sollte
> daher so bemessen sein, dass die "magnetischen" Eigenschaften
> überwiegen, ohne jedoch die "elektrischen" Eigenschaften komplett zu
> unterdrücken. Im CB-Bereich ist z.B. ein Durchmesser zwischen 70 und
> 90 cm ein brauchbarer Kompromiss. Der Rohrdurchmesser (Dicke) spielt
> ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Bandbreite!

Meine Magnetic-Loop hat einen Außen-Durchmesser von 92cm. Mehr ging
nicht. Das Cu-Rohr hat 22mm Durchmesser.

> Zur Oblong: Nix für ungut, aber laut Rothammel ist das (genauso wie
> die Quad- und Deltaloop) ein modifizierter Faltdipol.

Nicht nach meinem Rothammel. Er sagt, dass sich das Quad-Element und
dessen Varianten (was damit wohl gemeint ist ;-)) vom Faltdipol
ableiten lassen. Eine Modifikation ist etwas anderes.

> Wenn das Teil bei Dir gut spielt, werde ich
> kaum das Gegenteil behaupten (habe ich auch nie ;-) ). Ich habe nur
> Bedenken, Deine positive Erfahrung zu Verallgemeinern. Du hast
> bestimmt längere Zeit herumprobiert und nachgerechnet, bis Du mit
> dem Ergebnis zufrieden warst.

Diese Antenne existiert leider nicht mehr. Nachdem ich auf's Land
gezogen war, konnte ich Antennen besser (freier) aufstellen. Ich
schreibe also aus der Erinnerung. (Wobei mir gerade einfällt, dass die
Anpassung zum Schluss der direkte Anschluss (ähnl. Gamma-Match) des
Koaxkabels an die Antenne war. Natürlich mit Mantelwellensperre. Aber
die habe ich ja immer drin.)
Die Mag-Loop habe ich leider nie im direkten Vergleich auf dem Balkon
testen können. Nur Boomerang und Lambda/4-Strahler. Die waren aber
beide nicht so gut. Ich werde evtl. im Winter hier eine Delta-Loop
für 11 m testweise aufbauen. Dann teste ich nochmal.

Ich hoffe, wir haben den Marko nicht zu sehr verwirrt. :-)

73
Joachim

sho

unread,
Oct 6, 2002, 8:17:42 PM10/6/02
to
Joachim schrieb:

>Nicht nach meinem Rothammel. Er sagt, dass sich das Quad-Element und
>dessen Varianten (was damit wohl gemeint ist ;-)) vom Faltdipol
>ableiten lassen. Eine Modifikation ist etwas anderes.
>
>

Sorry, war eine dumme Formulierung! Ich habe im ganzen Thread aus dem
Kopf zitiert, ohne genau nachzuschlagen. Benötige scheinbar dringend ein
Update (Hirn+ 2003 oder so). Viel Spass mit deinem neuen Projekt!

Marko

unread,
Oct 8, 2002, 5:24:44 PM10/8/02
to
Vielen Dank für die zahlreichen Infos.
Ich werde es mal mit einem Magnetic-Loop probieren.

73 de Marko


"sho" <Scho...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
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