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unverlangt zugesandte SIM-Karte / Mobilfunkvertrag

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Nico Hoffmann

unread,
Mar 3, 2021, 4:59:43 PM3/3/21
to
Hallo,

eine Bekannte hat neulich eine SIM-Karte, die laut Anschreiben zu
einem Mobilfunkvertrag gehört, zugeschickt bekommen (Klarmobil). Sie
hat da aber nie was bestellt.
Sie hat die SIM-Karte zurückgeschickt, inkl. Klarstellung, dass sie
nie was bestellt hat, plus vorsichtshalber einem Widerruf.

Ein paar Tage später kommt das gleiche nochmal, also wieder so ein
Ding mit SIM-Karte und Anschreiben, nur mit einer anderen
Rufnummer. Also ein zweiter Vertrag.

Laut Datum auf dem Anschreiben ging das zweite Ding bei Klarmobil
raus, bevor der Widerruf für das erste eingetroffen sein konnte. Sie
schickt die SIM wieder zurück, inkl. Begleitschreiben....

Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle auch. Hat
jemand eine Vermutung?

Hoffentlich geht das nicht noch weiter. Sie will natürlich keine
"Brieffreundschaft" mit der Reklamationsabteilung eines
Mobilfunkanbieters führen.

N.
--
Immer das Gemache mit den Signaturen!

Wolfgang Jäth

unread,
Mar 3, 2021, 11:52:39 PM3/3/21
to
Am 03.03.2021 um 22:59 schrieb Nico Hoffmann:
>
>
> Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle auch. Hat
> jemand eine Vermutung?

Da gips viele Möglichkeiten:

1) ein paar Minderjährige haben sich einen Spaß erlaubt, mit ihrem Namen
und ihrer Adresse

2) Sie ist jüngst irgend jemandem auf die Füße getreten, und der will
sich nun rächen

3) Ein raffgieriger Mobilfunk--Vertreter fälscht willkürlich
Kundenunterschriften, um mehr Provision zu bekommen

4) ...

> Hoffentlich geht das nicht noch weiter. Sie will natürlich keine
> "Brieffreundschaft" mit der Reklamationsabteilung eines
> Mobilfunkanbieters führen.

Soll sie nen T5F an Klarmobil stellen, und insbesondere detailierte Auskunft
über die Herkunft ihrer Daten verlangen. Am besten bittet sie dazu den
hamburger Beauftragten für Datenschutz (siehe https://datenschutz-hamburg.de)
um Hilfe; dessen Anfrage wird im Zweifelsfall ernster genommen als die von
so einem aufsässigen Querulanten.

Wolfgang
--

Franklin Schiftan

unread,
Mar 4, 2021, 12:42:33 AM3/4/21
to
Ich würde jedwede unverlangt zugesandte Sache einfach irgendwo eine
Zeit lang sammeln (falls die der Absender sie wieder abholen
möchte), eventuelle Abbuchungen hierfür vom Konto stornieren, einem
ggf. eintreffenden Mahnbescheid widersprechen und das ganze meiner
Rechtsschutzversicherung übergeben. ;-) Ggfs. könnte man
ergänzend auch noch Anzeige gegen unbekannt oder den Absender
aufgeben - nebst Unterlassungserklärung oder so ....

> Wolfgang

--
..... und tschuess

Franklin

Ralph Angenendt

unread,
Mar 4, 2021, 5:19:15 AM3/4/21
to
Well, Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:
> Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle auch. Hat
> jemand eine Vermutung?

Jemand hofft, diese SIM-Karte abfangen zu können, bevor deine Bekannte
die Möglichkeit hat, an den Briefkasten zu kommen. Sprich: Da versucht
jemand im Namen deiner Bekannten eine SIM-Karte zu registrieren, die er
dann anstelle deiner Bekannten benutzt.

Obwohl: War da nicht was mit Identverfahren, bevor du eine SIM-Karte
freigeschaltet bekommst?

Ralph
--
Übervaterlandverräter und Mutterkornblumenblau

Nico Hoffmann

unread,
Mar 4, 2021, 1:05:06 PM3/4/21
to
Ralph Angenendt schreibt:

> Well, Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:
>> Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle auch. Hat
>> jemand eine Vermutung?
>
> Jemand hofft, diese SIM-Karte abfangen zu können, bevor deine Bekannte
> die Möglichkeit hat, an den Briefkasten zu kommen. Sprich: Da versucht
> jemand im Namen deiner Bekannten eine SIM-Karte zu registrieren, die er
> dann anstelle deiner Bekannten benutzt.

Bei einem Vertrag, der monatlich kostet? Dann hätte der Übeltäter
einen Monat frei, oder wie ist das?

> Obwohl: War da nicht was mit Identverfahren, bevor du eine SIM-Karte
> freigeschaltet bekommst?

Vermutlich nur bei Prepaid.

Andreas M. Kirchwitz

unread,
Mar 5, 2021, 5:48:34 AM3/5/21
to
Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:

> eine Bekannte hat neulich eine SIM-Karte, die laut Anschreiben zu
> einem Mobilfunkvertrag gehört, zugeschickt bekommen (Klarmobil). Sie
> hat da aber nie was bestellt.
> Sie hat die SIM-Karte zurückgeschickt, inkl. Klarstellung, dass sie
> nie was bestellt hat, plus vorsichtshalber einem Widerruf.

Wer ersetzt die Kosten? Nicht antworten. Wenn's keine
offensichtliche Fehlzustellung war, einfach wegwerfen.

Antwortet man dennoch, dann vorsichtig sein bei der Wortwahl,
sonst kann unter Umständen ein Vertragsverhältnis unterstellt
werden, also das Gegenteil von dem, was man wollte. Das ist ein
beliebter Trick von Firmen, die einem was unterjubeln wollen.

> Hoffentlich geht das nicht noch weiter. Sie will natürlich keine
> "Brieffreundschaft" mit der Reklamationsabteilung eines
> Mobilfunkanbieters führen.

Wenn eine Firma so drauf ist, wird sie es sowieso tun,
egal wie sehr man sich vorher bemüht.

Die Antwort bezieht sich auf den konkreten Fall, der zumindest
der Schilderung nach so aussieht, dass hier irgendwer keine
ehrlichen Absichten hat, sondern jemand ein Opfer sucht.

Man muss (sollte) sich ansonsten gewiss nicht mit jedem streiten,
sondern aus einem freundlichen Miteinander kann sich manchmal
Wunderbares ergeben.

Grüße, Andreas

Helmut Waitzmann

unread,
Mar 6, 2021, 2:11:01 PM3/6/21
to
Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de>:
>Ralph Angenendt schreibt:
>> Well, Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:

>>> Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle
>>> auch. Hat jemand eine Vermutung?
>>
>> Jemand hofft, diese SIM-Karte abfangen zu können, bevor deine
>> Bekannte die Möglichkeit hat, an den Briefkasten zu kommen.
>> Sprich: Da versucht jemand im Namen deiner Bekannten eine
>> SIM-Karte zu registrieren, die er dann anstelle deiner Bekannten
>> benutzt.
>
>Bei einem Vertrag, der monatlich kostet? Dann hätte der Übeltäter
>einen Monat frei, oder wie ist das?

Wenn der Übeltäter es auf diese Weise schafft, an eine SIM‐Karte
heran zu kommen, die offiziell der Bekannten gehört, könnte er damit
versuchen, das Online‐Banking der Bekannten – falls sie
Online‐Banking nutzt – auf Mobil‐TAN oder SIM‐TAN (oder wie immer
das heißt) umzustellen.  Damit könnte er dann Überweisungen in ihrem
Namen von ihrem Konto aus tätigen. 

Andere Betrugsmöglichkeiten außer Online‐Banking, die sich auf
Ausweisung mittels SIM‐Karte verlassen, gibt es sicher auch noch. 

Nico Hoffmann

unread,
Mar 6, 2021, 3:12:59 PM3/6/21
to
Helmut Waitzmann schreibt:

> Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de>:
>>Ralph Angenendt schreibt:
>>> Well, Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:
>
>>>> Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle
>>>> auch. Hat jemand eine Vermutung?
>>>
>>> Jemand hofft, diese SIM-Karte abfangen zu können, bevor deine
>>> Bekannte die Möglichkeit hat, an den Briefkasten zu kommen.
>>> Sprich: Da versucht jemand im Namen deiner Bekannten eine
>>> SIM-Karte zu registrieren, die er dann anstelle deiner Bekannten
>>> benutzt.
>>
>>Bei einem Vertrag, der monatlich kostet? Dann hätte der Übeltäter
>>einen Monat frei, oder wie ist das?
>
> Wenn der Übeltäter es auf diese Weise schafft, an eine SIM‐Karte
> heran zu kommen, die offiziell der Bekannten gehört, könnte er damit
> versuchen, das Online‐Banking der Bekannten – falls sie
> Online‐Banking nutzt – auf Mobil‐TAN oder SIM‐TAN (oder wie immer
> das heißt) umzustellen.  Damit könnte er dann Überweisungen in ihrem
> Namen von ihrem Konto aus tätigen. 

Ja, aber doch nur wenn die Telefonnummer, die auf der SIM-Karte
hinterlegt ist, zum Online-Banking gehört. Es kam ein völlig neuer
Vertrag mit neuer Nummer...


> Andere Betrugsmöglichkeiten außer Online‐Banking, die sich auf
> Ausweisung mittels SIM‐Karte verlassen, gibt es sicher auch noch. 


Ich frage mal ein bischen anders: Gibt es ähnliche Fälle von
unverlangt zugeschickten SIMs, bzw, aus welchem Umfeld? Woher nehmen
die Übeltäter die Adressen?

Helmut Waitzmann

unread,
Mar 6, 2021, 8:26:41 PM3/6/21
to
Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de>:
>Helmut Waitzmann schreibt:
>> Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de>:
>>>Ralph Angenendt schreibt:
>>>> Well, Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:

>>>>> Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle
>>>>> auch. Hat jemand eine Vermutung?
>>>>
>>>> Jemand hofft, diese SIM-Karte abfangen zu können, bevor deine
>>>> Bekannte die Möglichkeit hat, an den Briefkasten zu kommen.
>>>> Sprich: Da versucht jemand im Namen deiner Bekannten eine
>>>> SIM-Karte zu registrieren, die er dann anstelle deiner
>>>> Bekannten benutzt.
>>>
>>>Bei einem Vertrag, der monatlich kostet? Dann hätte der Übeltäter
>>>einen Monat frei, oder wie ist das?
>>
>> Wenn der Übeltäter es auf diese Weise schafft, an eine SIM‐Karte
>> heran zu kommen, die offiziell der Bekannten gehört, könnte er
>> damit versuchen, das Online‐Banking der Bekannten – falls sie
>> Online‐Banking nutzt – auf Mobil‐TAN oder SIM‐TAN (oder wie immer
>> das heißt) umzustellen.  Damit könnte er dann Überweisungen in
>> ihrem Namen von ihrem Konto aus tätigen. 
>
>Ja, aber doch nur wenn die Telefonnummer, die auf der SIM-Karte
>hinterlegt ist, zum Online-Banking gehört. Es kam ein völlig neuer
>Vertrag mit neuer Nummer...

Ja, das habe ich schon verstanden.  Ich habe mir vorgestellt, der
Betrüger hätte bereits Zugriff auf einen Online‐Banking‐Zugang der
Bekannten, zu dem ihm nur noch fehlt, die Bank dazu zu bringen, bei
Überweisungen ihm anstelle der Bekannten die Transaktionsnummer per
Kurznachricht aufs Mobiltelefon zu schicken.  Er müsste also zuvor
die neue Telefonnummer im Online‐Banking hinterlegen.  Um bei der
Bank keinen Verdacht zu erregen, nutzt er dafür eine SIM‐Karte, die
offiziell auf den Namen der Bekannten registriert ist. 

Als ich vor ein paar Jahren am Online‐Banking teilgenommen habe, war
es jedenfalls noch so, dass für den WWW‐Zugang zum Online‐Banking
nur Benutzername und Passwort nötig war.  Zum Hinterlegen einer
Mobilfunkrufnummer bei der Bank war keine Transaktionsnummer nötig. 
Erst für die einzelne Überweisung brauchte man dann eine
Transaktionsnummer, die per Kurznachricht kam. 

Jochen Meier

unread,
Mar 7, 2021, 4:53:03 PM3/7/21
to
Helmut Waitzmann <nn.th...@xoxy.net> wrote:

> Kurznachricht aufs Mobiltelefon zu schicken.  Er müsste also zuvor
> die neue Telefonnummer im Online‐Banking hinterlegen.  Um bei der
> Bank keinen Verdacht zu erregen, nutzt er dafür eine SIM‐Karte, die
> offiziell auf den Namen der Bekannten registriert ist. 

Ich hoffe doch sehr, dass die Bank keine Möglichkeit hat, vom
Mobilfunkanbieter die Adresse zu einer Telefonnummer zu erhalten.

Die Bank könnte nur im Telefonbuch nachsehen, aber sie wird dort bei
den meisten ihrer Kunden keine Mobilnummer finden.

Ralph Angenendt

unread,
Mar 9, 2021, 11:46:13 AM3/9/21
to
Well, Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:
> Ralph Angenendt schreibt:
>> Well, Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:
>>> Sie rätselt, wieso sie den Kram bekommen hat. Und ich rätsle auch. Hat
>>> jemand eine Vermutung?
>>
>> Jemand hofft, diese SIM-Karte abfangen zu können, bevor deine Bekannte
>> die Möglichkeit hat, an den Briefkasten zu kommen. Sprich: Da versucht
>> jemand im Namen deiner Bekannten eine SIM-Karte zu registrieren, die er
>> dann anstelle deiner Bekannten benutzt.
>
> Bei einem Vertrag, der monatlich kostet? Dann hätte der Übeltäter
> einen Monat frei, oder wie ist das?

Das reicht ja eventuell. Vor allem da das getriebene Schindluder auf den
Namen und die Reputation der Bekannten geht.

Florian Weimer

unread,
Mar 9, 2021, 3:11:42 PM3/9/21
to
* Jochen Meier:

> Helmut Waitzmann <nn.th...@xoxy.net> wrote:
>
>> Kurznachricht aufs Mobiltelefon zu schicken.  Er müsste also zuvor
>> die neue Telefonnummer im Online‐Banking hinterlegen.  Um bei der
>> Bank keinen Verdacht zu erregen, nutzt er dafür eine SIM‐Karte, die
>> offiziell auf den Namen der Bekannten registriert ist. 
>
> Ich hoffe doch sehr, dass die Bank keine Möglichkeit hat, vom
> Mobilfunkanbieter die Adresse zu einer Telefonnummer zu erhalten.

Wie soll das datenschutzrechtlich möglich sein?

Nico Hoffmann

unread,
Mar 18, 2021, 7:32:41 PM3/18/21
to
Nico Hoffmann schreibt:

> eine Bekannte hat neulich eine SIM-Karte, die laut Anschreiben zu
> einem Mobilfunkvertrag gehört, zugeschickt bekommen (Klarmobil). Sie
> hat da aber nie was bestellt.
> Sie hat die SIM-Karte zurückgeschickt, inkl. Klarstellung, dass sie
> nie was bestellt hat, plus vorsichtshalber einem Widerruf.
>
> Ein paar Tage später kommt das gleiche nochmal, also wieder so ein
> Ding mit SIM-Karte und Anschreiben, nur mit einer anderen
> Rufnummer. Also ein zweiter Vertrag.

Jetzt hat sie eine SIM-Karte von EWE bekommen. Hier ist die Sache
nicht ganz so klar, denn sie ist dort zukünftige Kundin (für Strom und
Gas). Telefon hat sie natürlich nie da bestellt.

Seufz...

Andreas M. Kirchwitz

unread,
Mar 19, 2021, 8:25:10 AM3/19/21
to
Nico Hoffmann <oxen...@gmx.de> wrote:

> Jetzt hat sie eine SIM-Karte von EWE bekommen. Hier ist die Sache
> nicht ganz so klar, denn sie ist dort zukünftige Kundin (für Strom und
> Gas). Telefon hat sie natürlich nie da bestellt.

Vielleicht mag es helfen, dort anzurufen und zu fragen,
wie der Bestellvorgang der SIM-Karte nach Ansicht des
Anbieters abgelaufen ist. Manchmal ist man dann schlauer,
wie alles zusammenhängt.

Es ist eine beliebte Masche von windigen Zwischenhändlern,
Opfern Verträge unterzujubeln oder SIM-Karten zuzuschicken,
und wenn am Ende nur ein kleiner Prozentsatz die Karte
tatsächlich nutzt oder verlangte Zahlungen leistet (es gibt
genug Leute, die hinterfragen das nicht, sondern nehmen das
so hin und bezahlen brav), dann bekommt der Vermittler eine
Provision und der Anbieter sagt auch nicht Nein zu einem
neuen Kunden, zumal er die Schuld ja formell dem windigen
Zwischenhändler in die Schuhe schieben kann (obwohl der
Anbieter natürlich genau weiß, dass der Vertrag nicht
ehrlich zustandegekommen ist, sondern untergejubelt wurde).

Grüße, Andreas
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