ich habe im diesem Jahr mit dem Surfen angefangen und spiele nun mit dem
Gedanken mir eine eigene Ausrüstung zuzulegen.
Ich möchte mir aber ein Board kaufen das mir auch in den nächsten Jahren
Spaß macht.
Ich bin 2m groß und wiege 105kg.
Wie sieht es da mit dem Boardvolumen aus. Bisher habe ich mit Boards so
um die 200 Liter Volumen gesurft.
Mich würd einfach mal interessieren welches Volumen für mich optimal ist
?
Kann man dies nur durch Austesten der Boards ermitteln ?
Wie sieht es da mit der Segelgröße aus ?
Welcher Unterschied besteht zwischen den verschiedenen Boardtypen?
Freestyleboard, Waveboard usw.?
Welcher Unterschied besteht zwischen den verschiedenen Segeltypen?
Freestylesegel, Wavesegel usw.?
Ich habe häufig Boards um die 70-90 Liter gesehen. (Sinker).
Bedeutet dies das ich mit 105kg ein 105-150 Liter Board optimal ist?
Welche Vorteile bieten Sinker?
Meine Vorschläge bisher:
Bic Techno 293 mit 185 Liter
RRD Avantride80 150 Liter
HiFly Max305 164 Liter
Bic Techno263 112 Liter
Ist die Boardgröße von der Windstärke abhängig?
Viel Wind wenig Volumen und umgekehrt?
Naja, das reicht erstmal für heute
Ich bin für jede Antwort dankbad
Thomas
Thomas Mundt wrote:
> ich habe im diesem Jahr mit dem Surfen angefangen und spiele nun mit dem
> Gedanken mir eine eigene Ausrüstung zuzulegen.
> Ich möchte mir aber ein Board kaufen das mir auch in den nächsten Jahren
> Spaß macht.
Naja, die Frage ist wohl, wie weit Du schon bist. Kannst Du schon ohne
Probleme mit den großen Brettern (200 l Volumen, wie Du sagst) in alle
Richtungen surfen? Ist der Schotstart schon relativ einfach für Dich auf
dem großen Brett oder wackelt es da noch? (Naja, wackeln tut der Schot-
start wohl immer, aber wie ist die Erfolgsquote. Wenn Du so ziemlich
jeden Schotstart auf dem großen Brett beim ersten Anlauf erfolgreich
schaffst kannst Du schon ein etwas kleineres Brett anpeilen. )
> Ich bin 2m groß und wiege 105kg.
> Wie sieht es da mit dem Boardvolumen aus. Bisher habe ich mit Boards so
> um die 200 Liter Volumen gesurft.
> Mich würd einfach mal interessieren welches Volumen für mich optimal ist
> ?
>
> Kann man dies nur durch Austesten der Boards ermitteln ?
Nein, allerdings gibt es kein "optimal". Es ist schon richtig, daß ein
"optimales" Boardvolumen vom Körpergewicht abhängt, aber darüberhinaus
hängt es auch genauso von verschiedenen anderen Faktoren ab, wie
Könnenstufe, Windstärke, Wellenbedingungen und für was man das Board
einsetzen möchte.
Also, bei Deinem Gewicht (bin selbst 1,96 m groß und wiege 93 kg) und da
Du wahrscheinlich noch nicht sonderlich stabil auf dem Brett stehst,
würde
ich eigentlich erstmal viel Volumen vorschlagen. Auf der anderen Seite
möchtest Du das Brett natürlich nicht nach 1-2 Jahren in den Müll
werfen.
Also würde ich als Kompromiss etwas zwischen 140l und 160l Volumen
vorschlagen.
Ein solches Brett kann man später immer als Leichtwind-Brett verwenden.
Wenn Du aber auf den 200 l Brettern noch relativ wackelig stehst, also
nicht
sicher von einem Seeende ans andere kommst, dann solltest Du vielleicht
doch
erstmal etwas bei 180 l nehmen. Übrigens macht es oft zum Lernen keinen
Sinn,
sich gleich ein 2500,- DM Brett nagelneu aus dem Surfshop zu holen.
Meißtens
mißhandelt man das Brett in der ersten Lernphase noch ziemlich stark
und die Bruchgefahr ist recht hoch.
Mein Vorschlag wäre also:
1.) Wenn Du Dich schon ziemlich sicher fühlst und Du meinst, daß es Dir
nichts ausmacht, wenn beim Schotstart öfter mal das Heck oder
die Nase abtaucht, sobald Du das Gewicht etwas falsch verlagerst,
dann
kannst Du Dir ein Brett um die 140 l auch neu kaufen. Dieses Brett
kannst Du später immer als Leichtwind-Brett weiterverwenden. Ein
gebrauchtes Brett um die 140 l geht natürlich auch. Die sind nämlich
nicht schlechter, auch wenn die Surf-Magazine da natürlich immer das
Gegenteil behaupten.
2.) Im anderen Fall und wenn Du es beim Lernen lieber etwas leichter
hast
(zu früh ein zu kleines Brett zu nehmen kann sehr frustrierend
sein und den Lernfortschritt schon deutlich verlangsamen), dann
kaufe
Dir lieber ein gebrauchtes Brett um die 160 bis 180 Liter. Das Brett
darf
ruhig schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, wenn es keine
offenen
Risse hat. Ein solches Brett bekommt man oft ziemlich günstig.
(200,- bis
300,- DM). Da tut es dann nicht allzu weh, wenn man es mal auf die
Steine
surft oder es nach 2 Jahren ausrangiert (für 100,- DM
weiterverkauft).
> Wie sieht es da mit der Segelgröße aus ?
Ich würde mit einem Segel um die 6,0 qm anfangen. Wenn es Dir damit
irgendwann
zu langsam geht oder Du Wasserstarts bei 4 Bft üben willst, dann kannst
Du Dir
später ein 7,0er dazu kaufen. Wenn Du in Deiner Gegend oft nur wenig
Wind hast
( < 4 Bft), dann vielleicht auch gleich ein 8,0er statt des 7,0ers.
Achte beim
Kauf des Riggs darauf, daß die Gabel nicht zu klein ist. Sie sollte sich
schon
bis auf 2,40 m oder mehr ausziehen lassen, damit später auch die großen
Segel
noch hinein passen. Auch bei den Segeln und beim Rigg würde ich zu
Anfang durchaus
gebrauchtes Material nehmen. Gerade in der Anfangsphase hat man so ein
1000,- DM Segel schnell mal durch einen Sturz mit dem Knie ins Segel
zerstört.
> Welcher Unterschied besteht zwischen den verschiedenen Boardtypen?
> Freestyleboard, Waveboard usw.?
Naja, Waveboards sind halt für die Welle (d. h. für Wellen ab 1 m Höhe,
nichts
was man als Anfänger gleich versuchen würde). Freestyle ... hmm, ich
habe mich
da in den letzten Jahren von den Surfillustrierten nicht mehr ganz up to
date
halten lassen. Die Bezeichnungen wechseln fast jährlich. Eigentlich
solltest
Du Dich eher nach den Boardmaßen und dem Volumen richten, dann landest
Du
normalerweise automatisch in der richtigen Kategorie. (Alles mit
Allround...,
Fun... oder Freestyle... im Namen sollte o.k. sein.)
Als Brettlänge solltest Du bei einem 180 l Brett etwas bei 3,25 m +/- 20
cm
und bei einem 140 l Brett etwas um die 3,00 m +/- 20 cm anvisieren.
> Welcher Unterschied besteht zwischen den verschiedenen Segeltypen?
> Freestylesegel, Wavesegel usw.?
Ähnlich wie bei Brettern. Allerdings könntest Du hier durchaus auch ein
Wavesegel
nehmen. Die haben zwar oft nicht so gute Leistung (ziehen bei gleicher
Größe
und gleichem Wind nicht so gut), sind dafür aber leichter zu handhaben.
Auf keinen Fall solltest Du am Anfang Race-Segel kaufen. Mit den Dingern
muß man
schon gut umzugehen wissen. Alles andere ist allerdings ok. Du solltest
darauf achten, Segel mit nicht zu vielen Cambern zu kaufen. (am besten
höchstens einen, eventuell noch 2, wenn sie leicht rotieren (d. h. von
einer
Seite auf die andere umspringen.))
> Ich habe häufig Boards um die 70-90 Liter gesehen. (Sinker).
> Bedeutet dies das ich mit 105kg ein 105-150 Liter Board optimal ist?
Naja, was ein Sinker ist und was nicht, hängt vom Gewicht des Surfers
ab.
Als Faustregel gilt: Körpergewicht (in kg) + 30 Liter ist die
Sinkergrenze.
D. h. für Dich mit 105 kg Körpergewicht wäre schon ein Brett unter 135
Litern ein
Sinker. Naja, das ist nicht zu genau zu nehmen, da man normalerweise
keine 30 kg
Ausrüstung an Bo(a)rd hat, also würde dich wahrscheinlich auch noch ein
125 Liter
Brett gerade so tragen, aber bei 110 Litern wirst Du wohl ohne Fahrt auf
jeden Fall
schon auf Tauchstation gehen.
> Welche Vorteile bieten Sinker?
Sinker sind wie Wasserski. Wenn Du stehst gehen sie unter weil sie nicht
genug
statischen (Verdrängungs-) Auftrieb haben. Nur wenn Du schnell
genug fährst halten sie Dich durch den dynamischen Auftrieb über Wasser.
Die Vorteile sind, daß sie kleiner und leichter und dadurch viel
wendiger sind. Man
kann mit ihnen engere Kurven zirkeln, höhere Sprünge machen, u.s.w.
Außerdem sind sie bei viel Wind schneller, da man bei hohen
Geschwindigkeiten eine
bessere Kontrolle über das Brett hat. Bei hohen Geschwindigkeiten ist
wenig
Volumen im Heck besser, da man nicht so hoch über der Finne steht und
dadurch besser
und kontrollierter Druck auf diese ausüben kann. Außerdem möchte man ein
schmales Heck,
da man dieses besser gegen die Wasserkräfte gerade halten oder in die
Kurve neigen kann.
Man kann vielleicht sagen, daß ein schmales Heck eher ins Wasser
einschneidet und
daher nicht so viel vom Wasser, sonder mehr von den eigenen Füßen
beeinflußt wird.
Daher ist es besser kontrollierbar.
Allerdings haben Sinker auch Nachteile, nämlich bei weniger Wind und
langsamerer Fahrt.
Wenn man nur gerade eben im Gleiten ist oder wenn man noch nicht im
Gleiten ist, dann
sind Sinker langsamer als größere Bretter. (Wenn man nicht im Gleiten
ist, gilt die
Segler-Regel: "Länge läuft!")
Normalerweise kann man einen Sinker ohne im Gleiten zu sein überhaupt
nicht gebrauchen.
So ist es dann z. B. extrem schwer bis manchmal unmöglich damit Höhe zu
laufen.
Außerdem ist das "Herumdümplen" mit einem Sinker super ätzend
anstrengend. Wenn der
Wind dann noch etwas mehr abnimmt, dann geht man ganz unter und erreicht
nur noch schwimmend
das Ufer. :-(((
Also, für Dich heißt das erstmal: Hände weg von den Sinkern. Zum Lernen
sind die
Dinger absolut untauglich und selbst später benutzt man sie nur bei viel
Wind
(ab ca. 5 Bft aufwärts).
> Meine Vorschläge bisher:
> Bic Techno 293 mit 185 Liter
> RRD Avantride80 150 Liter
> HiFly Max305 164 Liter
> Bic Techno263 112 Liter
Außer dem Bic Techno, der für Dich sicherlich ein Sinker wäre, hören
sich die Bretter alle
brauchbar an. Ich würde einfach das Brett nehmen, daß Du in der Größe,
die Du Dir nach
obigen Erklärungen am ehesten zutraust, am günstigsten bekommen kannst.
Ich habe in der Vergangenheit gute Erfahrung mit HiFly gemacht und von
ein paar Problemen
bei Bic gehört (leicht zu beschädigen und Produktionsfehler). Allerdings
haben die sich
glaube ich inzwischen gebessert - zumindest kenne ich Leute, die mit
ihren Bics sehr
zufrieden sind. RRD kenne ich nicht.
> Ist die Boardgröße von der Windstärke abhängig?
> Viel Wind wenig Volumen und umgekehrt?
Genau! (Siehe oben)
Allerdings braucht man nicht für jede Windstäre ein extra Brett.
Eigentlich kommt man ganz
gut mit zwei Brettern aus. Ich habe ein größeres Brett (128 Liter, 2,88
m - für mich 5 Liter
über der Sinkergrenze) als "Schwachwindbrett" für Windstärken bis zu 5
Bft und einen
Sinker mit 85 Liter Volumen ab 5 Bft aufwärts.
Bevor ich den Sinker hatte, bin ich das "große" Brett in allen
Windstärken gefahren.
Ist zwar nicht ideal, aber es geht.
Wichtiger ist da, daß man passende Segel für die Windstärken hat.
Außerdem sollte man
mit den Segelgrößen auch die Finnengrößen wechseln. Wobei man allerdings
nicht
unbedingt für jedes Segel eine extra Finne benötigt - eher für jede
Geschwindigkeitsstufe
eine. (Nicht gleichten, knappes Gleiten, schnelles Gleiten), wobei man
die ersten beiden
auch zusammenfassen kann.
Als Anhaltspunkt:
Ein 6,0 qm Segel wirst Du wohl zunächst in Winden bis 4 Bft fahren. Bei
mehr Wind wird Dir das
Segel wahrscheinlich "um die Ohren" gehauen werden. Da brauchst Du dann
entweder ein kleineres
Segel, oder Du läßt einen solchen Tag lieber erstmal ausfallen.
Später wenn Du Gleiten und Wasserstart kannst, wirst Du das 6,0er eher
bei 5 Bft fahren.
Dann wirst Du Dir für 4 Bft ein 7,0er oder sogar ein 7,5er zulegen
müssen.
Wenn Du jetzt in der Lernphase schon öfter in die Verlegenheit geraten
solltest, bei 5 Bft
auf's Wasser gehen zu wollen, dann solltest Du Dir gleich schon mal ein
5,0er oder gar ein
4,5er Segel anschaffen. Zum Fahren, für Schotstarts und zum Üben des
Trapezfahrens sind das
erstmal die richtigen Größen.
Wenn Du gut im Trapez fahren kannst und dann Gleiten und Wasserstart
üben willst, dann brauchst
Du langsam die größeren Segel. Also 7,0 bis 7,5 für 4 Bft und 6,0 für 5
Bft und 5,0 für
6 Bft.
Viel Spaß beim Üben und laß' Dich nicht frustrieren!!! Windsurfen ist
nicht leicht zu lernen,
macht aber jede Menge Spaß, macht spätestens wenn man ins Gleiten kommt
süchtig und man lernt
nie aus!!!!
Häng lose,
Volker
PS:
Einige Symptome der Surfsucht sind:
- schlechte Laune an freien Tagen mit Wind unter 4 Bft
- innere Unruhe und Konzentrationsschwäche bis Unfähigkeit zur
Konzentration an Arbeitstagen mit mehr als 4 Bft.
- ständiges Schauen aus dem Fenster nach Anzeichen von Wind.
- soziale Verarmung (außer Surfkumpels), da man keine Verabredungen
eingehen, bzw. getroffene nicht
einhalten kann. (Es könnte ja an dem Tag Wind geben!)
- tiefe innere Unzufriedenheit spätestens nach 4 Wochen ohne Wind.
aber auch:
- Herumlaufen mit einem breiten Grinsen im Gesicht für mehrere Tage,
nach einem Wochenende mit 6 Bft.
Sage also später nicht, Du wärest nicht gewarnt worden! :-))))
--------------------------------------------------------------------
Volker Wedemeier E-Mail: volnkern.w...@bingfonnot.de (alle 'n'
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Brödermannsweg 60 22453 Tel.: 040 / 4504750
22453 Hamburg
Thomas Mundt schrieb:
> Hallo erstmal,
>
> ich habe im diesem Jahr mit dem Surfen angefangen und spiele nun mit dem
> Gedanken mir eine eigene Ausrüstung zuzulegen.
> Ich möchte mir aber ein Board kaufen das mir auch in den nächsten Jahren
> Spaß macht.
>
> Ich bin 2m groß und wiege 105kg.
> Wie sieht es da mit dem Boardvolumen aus. Bisher habe ich mit Boards so
> um die 200 Liter Volumen gesurft.
> Mich würd einfach mal interessieren welches Volumen für mich optimal ist
> ?
>
> Kann man dies nur durch Austesten der Boards ermitteln ?
>
> Wie sieht es da mit der Segelgröße aus ?
>
> Welcher Unterschied besteht zwischen den verschiedenen Boardtypen?
> Freestyleboard, Waveboard usw.?
>
> Welcher Unterschied besteht zwischen den verschiedenen Segeltypen?
> Freestylesegel, Wavesegel usw.?
>
> Ich habe häufig Boards um die 70-90 Liter gesehen. (Sinker).
> Bedeutet dies das ich mit 105kg ein 105-150 Liter Board optimal ist?
>
> Welche Vorteile bieten Sinker?
>
> Meine Vorschläge bisher:
> Bic Techno 293 mit 185 Liter
> RRD Avantride80 150 Liter
> HiFly Max305 164 Liter
> Bic Techno263 112 Liter
>
> Ist die Boardgröße von der Windstärke abhängig?
> Viel Wind wenig Volumen und umgekehrt?
>