Wie ist es eigentlich wenn man 2 reine Selbstladegewehre vergleicht.
Kaliber .223 und Kaliber .308
Stimmt es, das man mit .223 eine kleinere Streuung hinbekommt als mit .308,
da der Verschluß leichter ist, und sich somit die Waffe weniger bewegt?
Besonders auf kleinere Distanzen 100m?
Der Repetiervorgang nach dem Schuß ist ja ein Grund, weshalb ein
Repetierergewehr präziser schießt.
Ich gehe jetzt nicht von Sturm aus *g*, man kennt ja .223, wobei das geht
eigentlich.
Ich verstehe nicht ganz, warum überhaupt generell .223.
Wenn ich mir vorstelle, es findet ein Kampf in nicht bebauten Gelände statt,
dann kann jemand mit der höheren Reichweite doch einfach die "G-36 Soldaten
wegpicken mit einem .308 Selbstlader). Sagen wir mal, die Kampfentfernung
beträgt 700m. Dann können die G-36 Soldaten sich doch so garnicht wehren? Wo
liegt mein Denkfehler?
Viele Grüße
Stefan
> Ich verstehe nicht ganz, warum überhaupt generell .223.
Man kann mehr Munition mitnehmen.
> Wenn ich mir vorstelle, es findet ein Kampf in nicht bebauten
> Gelände statt, dann kann jemand mit der höheren Reichweite doch
> einfach die "G-36 Soldaten wegpicken mit einem .308 Selbstlader).
> Sagen wir mal, die Kampfentfernung beträgt 700m.
> Dann können die G-36 Soldaten sich doch so garnicht wehren? Wo
> liegt mein Denkfehler?
Die Erfahrung in allen modernen Kriegen zeigt AFAIK, daß die
Kampfentfernung meist *erheblich* geringer ist (deutlich unter 300m).
Die Soldaten geraten erfahrungsgemäß eher deshalb in Schwierigkeiten,
weil ihnen die Munition ausgeht, und nicht, weil ihre Waffe zu geringe
Reichweite oder zu geringe Durchschlagskraft hat. Auf 700m sollte man
getarnte Soldaten ja auch eigentlich nicht mehr sehen können, und über
ganz freies Feld sollte man, wenn immer möglich, auch nicht latschen.
Und auf große Distanz entscheidet meist großkalibrige
Feuerunterstützung durch Mörser, Kampf- und Schützenpanzer, Ari usw.
Außerdem gibt es ja auchnoch Scharfschützen, die haben natürlich
nicht die .223...
Gruß
Robert
> Außerdem gibt es ja auch noch Scharfschützen, die haben natürlich
> nicht die .223...
Das kannste doch nicht einfach machen! Die armen, armen
Volksverdummungs-Medien, die sich den Begriff vom "beltway sniper"
ausgedacht haben. Das ist doch so schoen griffig!
> dann kann jemand mit der höheren Reichweite doch einfach die "G-36 Soldaten
> wegpicken mit einem .308 Selbstlader). Sagen wir mal, die Kampfentfernung
> beträgt 700m. Dann können die G-36 Soldaten sich doch so garnicht wehren? Wo
> liegt mein Denkfehler?
>
Hallo Stefan,
ein Denkfehler liegt womöglich darin, daß Du die .223 etwas
unterschätzt.
Es ist wohl richtig, daß eine .22er mit leichten Geschossen insbesondere
bei Wind und Wetter Probleme macht, die eine .30er nicht macht.
Aber der Gefährdungsbereich dieser Kaliber ist nahezu identisch.
Eine derartig krasse ballistische Überlegenheit würde ich in Abrede
stellen.
Hoffen wir aber, daß man das nie ausprobieren muß...
Viele Grüße, Guido
Grüße Stefan "Glock" Ihnenfeld
Hallo Guido!
Ich habe mal gehört, das eine Hecke, oder ein Ei (natürlich unreal) langen
würde, um ein .223 Geschoß abzulenken, aber ein .308 Geschoß nicht.
Ist das nicht ein Problem? Gerade wenn einer in der Hecke sitzt?
Jeder unnötige Schuß bedeutet Verschwendung und Lärm (Standortverrat).
Grüße
Stefan "Glock" Ihnenfeld
> Ich habe mal gehört, das eine Hecke, oder ein Ei (natürlich unreal)
langen
> würde, um ein .223 Geschoß abzulenken, aber ein .308 Geschoß nicht.
> Ist das nicht ein Problem?
Nein, das ist kein Problem sondern nur eine Uffz-Latrinenparole.
.223 ist ballistisch nicht nennenswert instabiler als .308
Gruß
Robert
>Ich habe mal gehört, das eine Hecke, oder ein Ei (natürlich unreal) langen
>würde, um ein .223 Geschoß abzulenken, aber ein .308 Geschoß nicht.
Ja, diesen kokolores hoert man natuerlich des oefteren. Da war mal ein netter
Bericht in einer US Zeitschrift wo ein guter Mann mal wissenschaftlich an
dieses "Problem" rangegangen ist. Fazit: Kleinere Kaliber werden aus ihrer
Bahn durch Graeser, duenne Zweiglein gebracht. Groessere ebenso. Selbst die
Altweiberweisheit das Rundkopfgeschosse weniger anfaellig sind als Spitz- wurde
als einwandfreier kokolores dargestellt.
Ausnahem: Eindringen in festes Medium wie Holz, Fleisch, usw: Das
Rundkopfgeschoss behaelt seine Richtung um ein vielfaches besser als ein
Spitzgeschoss, dringt dementsprechend auch tiefer ein (natuerlich Vollmantel).
Gruss,
Klaus
>> Das kannste doch nicht einfach machen! Die armen, armen
>> Volksverdummungs-Medien, die sich den Begriff vom "beltway sniper"
>> ausgedacht haben. Das ist doch so schoen griffig!
>>
>Was ist denn ein "beltway sniper"? Begriff, sorry, noch nie gehört.
Der, bzw. die Sniper in Washington und Umgebung wurden wahrscheinlich
so genannt.
Rainer
> Nein, das ist kein Problem sondern nur eine Uffz-Latrinenparole.
He, bitte korrekt!
Es gibt keine "Latrinenparolen".
Entweder "Latrinengerüchte" oder "Scheißhausparolen", je nach
Dienstgrad!!!
So dazwischen liegt der Uffz auch noch nicht.
MfG
P.Pr.
Das habe ich auch nachgelesen. Weiteres Beispiel eine Stahlplatte, dann ist
die Energiedichte entscheidend, und die .223 schafft ungefähr das Gleiche
wie die .308. Bei mehreren dünnen Platten soll sich die .223 eher
Querstellen, was dann eine geringere Eindringtiefe zur Folge hat.
Ich habe dennoch Probleme damit zurechtzukommen im Kopf, da es auch irgendwo
hieß, das für Durchschlagskraft das Geschoßgewicht wichtiger ist als die
Geschwindigkeit, und die .308 natürlich ca. 2-3x so schwer ist wie die .223.
Wo natürlich ein Unterschied besteht ist die Hintergrundgefährdung. Den die
.308 würde nicht nur den "ersten mitnehmen", sondern auch dahinterstehende.
Grüße
Stefan
p.s. Wie sieht es eigentlich mit der Kampfentfernung aus? Wielange bleibt
man mit der .223 auf einem Bierdeckel? 300m? 600m?
> Was ist denn ein "beltway sniper"? Begriff, sorry, noch nie gehört.
Die beiden Voegel, die in Washington, D.C., Virginia, Maryland und
wahrscheinlich auch anderswo wahllos Leute erschossen, wurden von der
Presse hier "Beltway Sniper" genannt, als man noch rassistischerweise
vermutete, dass es sich um eine Art Tim McVeigh handelte.
>
>Es gibt keine "Latrinenparolen".
>
>Entweder "Latrinengerüchte" oder "Scheißhausparolen", je nach
>Dienstgrad!!!
>So dazwischen liegt der Uffz auch noch nicht.
>
Moin!
Ab welchem Dienstgrad fängt denn die Unterscheidung an?
Max.
Ab Offizierskasino.
P.Pr,
>>Es gibt keine "Latrinenparolen".
>>
>>Entweder "Latrinengerüchte" oder "Scheißhausparolen", je nach
>>Dienstgrad!!!
>>So dazwischen liegt der Uffz auch noch nicht.
>>
>
>Moin!
>
>Ab welchem Dienstgrad fängt denn die Unterscheidung an?
Scheißegal ;-)
SCNR,
Rainer
> Ich verstehe nicht ganz, warum überhaupt generell .223.
> Wenn ich mir vorstelle, es findet ein Kampf in nicht bebauten Gelände
> statt, dann kann jemand mit der höheren Reichweite doch einfach die "G-36
> Soldaten wegpicken mit einem .308 Selbstlader). Sagen wir mal, die
> Kampfentfernung beträgt 700m. Dann können die G-36 Soldaten sich doch so
> garnicht wehren? Wo liegt mein Denkfehler?
Hallo Stefan,
die .223 ist ballistisch wesentlich besser als ihr Ruf.Allerdings wurden in
Vietnam vom den Amerikanern teilweise Gewehre eingesetzt, deren Läufe
(Dralllänge) nicht richtig auf dieses Kaliber abgestimmt waren. Die daraus
resultierenden Probleme brachte diese Patrone zu Unrecht in Verruf.
Auch für die für solche Infanteriewaffen relevanten Entfernungen ist die
Patrone idR ausreichend, auch wenn die Amis bei großen Schussdistanzen und
Höhenunterschieden jetzt in Afganistan wohl auch die Grenzen des Kalibers
kennen gelernt haben sollen.
Warum diese Patrone generell eingeführt wurde dürfte zwei Gründe haben,
deren Ursprung im WK2 zu suchen sind.
1. Erstens ergeben sich bei einer kleineren Patrone weniger Probleme bei der
Transportlogistik.
2. Weitgehend ungeübte Soldaten waren mit "großen" Kalibern wie 8x57IS
oftmals überfordert, Ziel- Abzugsfehler (Mucken) waren die Folge. Man
könnte mit etwas Ironie auch sagen: Die Soldaten schossen diese Patrone wg.
des Rückschlages nicht gerne. Dieser Efekt wäre bei (Halb)Automaten und
Feuerstößen natürlich noch stärker.
Gruss Richard