Mark G. v. Pückler schreibt in "Der Jäger und sein Recht" , Verl Paul
Parey, Lehrbuch Jägerprüfung Band 5, 2 Auflage:
Sind die bereits im Besitz des Jägers befindlichen zwei Kurzwaffen für
einen Fangschuß ungeeignet, so ist das Bedürfnis für den Erwerb einer
weiteren, für den Fangschuß geeigneten Kurzwaffe zu bejahen (Nr.32.1
WaffVwV; als ungeeignet für Fangschuß zwecke in diesem Sinne gelten
fülgende Kaliber: .22 kur, lang und lfB, 22 WMR, 635 mm, 7,65 mm, 9 mm
kurz; 32 SW und .38 SW, auch wenn sie teilweise die Mindestenergie von
200 Joul erreichen, so daß der Erwerb einer 3. Kurzwaffe möglich ist).
Frage an die Juristen?
Müssen beide vorhandenen Kurwaffen nach Nr.32.1 WaffVwV als ungeeignet
für Fangschuß gelten, oder nur eine, um eine weitere Kurzwaffe zu
bekommen?
Ich schieße 7,62 Tokarev und 9 mm Luger und möchte mir einen 6" S&W
highway Patrol N-Rahmen .357 Magnum gebraucht von FRankonia für gut 500
kaufen. Sollen ganz prima hochwertige Waffen sein.
Gruß Lutz
l.mo...@snafu.de
Lutz Möller schrieb:
> Ich schieße 7,62 Tokarev und 9 mm Luger
Hast du bereits zwei Waffen oder nur eine mit Wechellauf, -system. Der
Wechsellauf gilt nicht als eigene Waffe wenn sein Kaliber kleiner ist als
das Originalkaliber.
> Sind die bereits im Besitz des Jägers befindlichen zwei Kurzwaffen für
> einen Fangschuß ungeeignet, so ist das Bedürfnis für den Erwerb einer
> weiteren, für den Fangschuß geeigneten Kurzwaffe zu bejahen (Nr.32.1
> WaffVwV; als ungeeignet für Fangschuß zwecke in diesem Sinne gelten
> fülgende Kaliber: .22 kur, lang und lfB, 22 WMR, 635 mm, 7,65 mm, 9 mm
> kurz; 32 SW und .38 SW, auch wenn sie teilweise die Mindestenergie von
> 200 Joul erreichen, so daß der Erwerb einer 3. Kurzwaffe möglich ist).
>
> Frage an die Juristen?
>
> Müssen beide vorhandenen Kurwaffen nach Nr.32.1 WaffVwV als ungeeignet
> für Fangschuß gelten, oder nur eine,um eine weitere Kurzwaffe zu
> bekommen?
Nein! Deine Kaliber sind aber beide für den Fangschuß geeignet.
Gruß Bernhard
> Müssen beide vorhandenen Kurwaffen nach Nr.32.1 WaffVwV als ungeeignet
> für Fangschuß gelten, oder nur eine, um eine weitere Kurzwaffe zu
> bekommen?
Beide muessen ungeignet sein. Ansonsten waere das zusaetzliche Beduerfnis
eigens glaubhaft zu machen.
--
Alexander Eichener, Heidelberg
Main address: c...@ix.urz.uni-heidelberg.de
Lutz Möller schrieb:
> Bernhard,
>
> ich schieße die M-52 in 7,62 Tokarev und P-38 in 9 mm Luger. Beide Waffen
>
> ohne Wechsellauf. Nur - ich hätte gern den .357 Mag ohne eine Pistole
> vorher
> abzugeben. Wie mache ich das am besten?
>
> Gruß Lutz
>
Das wird schwierig, ein Bedürfniß für eine dritte Kurzwaffe ist für
Nachsuchehundeführer gegeben und da nur für bestimmte Kurzwaffen z.b.
großkalibrige einschüssige Kipplaufpistolen (Kontender .308 Win, etc.).
Die nächste Möglichkeit ist, du läßt eine deiner Waffen in ein freies
Kaliber (4mm) konvertieren, falls du nur daran hängst, sie aber nicht mehr
gebrauchen möchtest.
Die letzte Möglichkeit, die ich sehe, du wirst Sportschütze oder und läßt
eine Waffe umtagen, dann darfst du sie aber nicht mehr bei der Jagd
führen(glaube ich).
Gruß Bernhard
Lutz, stimmt was mit deiner Adresse nicht? Ich kann dir nicht direkt
antworten.
Eine 7,62 Tokarev ist beim bösesten Willen nicht als Fangschußwaffe
anzusprechen, eine 9 mm para bei gutem Willen auch nicht.
Ab 38 spezial kann man mit der Geco-Fangschußpatrone von einem
sinnvollen Einsatz sprechen, für die Fallenjagd gibt es hierzu spezielle
Einsteckpatrönchen 22 lr.
Für "wehrhaftes Wild" ist die 357 Magnum angemessen.
Zumindestens in Bayern hättest Du keine Probleme mit!
Fritzchen
Fritz Zimmerer schrieb:
> Eine 7,62 Tokarev ist beim bösesten Willen nicht als Fangschußwaffe
> anzusprechen, eine 9 mm para bei gutem Willen auch nicht.
Du gehst von der Praxis aus, rechtlich gilt eine Kurzwaffe mit einer
Mündungsenegrie größer 200 Joule als zulässige Fangschußwaffe(mit kleinen
Ausnahmen). Die 7,92 Tokarev mit knapp 800 Joule und die 9mm Para mit knapp 500
gehören rechtlich garantiert dazu.
> Ab 38 spezial kann man mit der Geco-Fangschußpatrone von einem
> sinnvollen Einsatz sprechen, für die Fallenjagd gibt es hierzu spezielle
> Einsteckpatrönchen 22 lr.
Vorsicht, die Fallenjagd mit 22 lr ist in einigen Bundesländern nicht zulässig,
oder rechtlich sehr umstritten.
> Für "wehrhaftes Wild" ist die 357 Magnum angemessen.
Stimmt!
> Zumindestens in Bayern hättest Du keine Probleme mit!
In Nordrhein-Westfalen aber bestimmt!
> Fritzchen
Bernhard
"Eine Schußaffe ist für den FAngschuß nicht geeignet,, wenn deren Geschosse an der
Laufmündung eine Bwewegungsenergie von weniger als 350 J erteilt wird, z.B. Kal 22
(außer 22 Win. Mag) , Kal 38 S&W, Kal. 6,35 Browning, Kal 7,65 Browning, Kal 9 mm
kurz)."
Hier werden für Fangschußzwecke also 350 J verlangt, nicht 200J. Wo stehen die 200
J?
Da meine 7,62 Tokarev sehr gut für den Jagdschutz, jedoch nicht für den Sport, die
9 mm Luger auch für den Jagdschutz und für den Sport im Großkaliberpistolenschießen
geeignet sind und ich trotzdem noch einen Revilver wollte, habe ich mir von meinem
LJV bestätigen lassen, daß ich den .357 Mag. Revolver für sportliches Schießen
benötige.
Mein LJV und meine genhmigende Behörde haben gemeinsam einen Antrag für die dritte
Kurzwaffe für Jaäger für jagdsportliches Schießen bei Schißssportveranstaltungen
des LJV und des DJV entwickelt, den die Sachbearbeiter der Behörde in den Umlauf
bekommen haben. Ich mußte noch ein halbes Jahr Schießen nachweisen (kein Problem)
und habe vom Wirtschafts und Ordnungsamt anstandslos ohne weiteres meine dritte
Kurzwaffe genehmigt bekommen..
Der Bestätigungstext war:
Aussteller LJV oder Schützenverein
Bedürfnisnachweis
zur Erlangung einer dritten Kurzwaffe
zum jagdsportlichen Schießen
Herr Lutz Möller, geboren am xxx in xxx ist seit August 1997 Mitglied in xxx. Herr
Möller hat seitdem regelmäßig und erfolgreich bei uns geschossen.
Zur Vervollkommnung seiner Leistungen im Großkaliberrevolverschießen nach DSB- und
DJV Regeln benötigt Herr Möller eine eigene Waffe im Kaliber .357 Magnum. Wir
befürworten seinen Wunsch sich einen Smith & Wesson Revolver Modell 28 im Kaliber
.357 Magnum anzuschaffen
Unterschrift
Stempel
Ich habe mir also einen sechszölligen Smith & Wesson Highway Patrolman 28-2 in .357
Magnum über meinen Waffenhändler von Interimport kommen lassen (dauert drei Tage)
und 500 DM , statt 548 DM bei Frankonia, bezahlt. Das Ding sieht zwar gebraucht
aus, aber sehr vertrauenerweckend. Die alte Technik aus den 60er Jahren soll besser
als heutige sein, sagt mein alter Berater. Der große N-Rahmen mit der dickeren
Trommel, hält sicher mehr aus (starke Handladungen), als dünnere Trommeln. Ich
galube vorsorglich zu handeln, wenn ich mich vor der Waffenrechtsnovellierung mit
allem notwendigen eindecke. Und 500 DM für so ein Prachtstück sind wirklich ein
Klacks.
Welche Munition, bzw. welches Geschoß empfiehlt sich nun für Nachsuche auf Sauen?
Lutz Möller schrieb:
> In der mir vorliegenden WaffVwV steht unter 32.1. u.a. wörtlich
>
> "Eine Schußaffe ist für den FAngschuß nicht geeignet,, wenn deren Geschosse an der
> Laufmündung eine Bwewegungsenergie von weniger als 350 J erteilt wird, z.B. Kal 22
> (außer 22 Win. Mag) , Kal 38 S&W, Kal. 6,35 Browning, Kal 7,65 Browning, Kal 9 mm
> kurz)."
>
> Hier werden für Fangschußzwecke also 350 J verlangt, nicht 200J. Wo stehen die 200
> J?
Im Bundesjagdgesetz §19 Sachliche Verbote"Verboten ist 2.d) auf Wild mit Pistolen oder
Revolvern zu schießen, ausgenommen im Falle der Bau- und Fallenjagd sowie zur Abgabe
von Fangschüssen, wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt;"
Die Länder können diese Vorschriften natürlich erweitern oder einschränken, was in
deinem Fall wahrscheinlich passiert ist.
> Mein LJV und meine genhmigende Behörde haben gemeinsam einen Antrag für die dritte
> Kurzwaffe für Jaäger für jagdsportliches Schießen bei Schißssportveranstaltungen
> des LJV und des DJV entwickelt, den die Sachbearbeiter der Behörde in den Umlauf
> bekommen haben. Ich mußte noch ein halbes Jahr Schießen nachweisen (kein Problem)
> und habe vom Wirtschafts und Ordnungsamt anstandslos ohne weiteres meine dritte
> Kurzwaffe genehmigt bekommen..
> Bedürfnisnachweis
> zur Erlangung einer dritten Kurzwaffe
> zum jagdsportlichen Schießen
Darfst du den Revolver denn offizell bei der Jagd führen? Er ist ja als Sportwaffe
eingetragen!
> Welche Munition, bzw. welches Geschoß empfiehlt sich nun für Nachsuche auf Sauen?
Lapua Cepp oder 10,2g Teilmantelgeschoß
Bernhard Wulf
die WaffVwV ist meines Erachtens eine Vorschrift zum Bundes- und nicht zu irgend einem
Landesrecht, sollte also in ganz Deutschland gültig sein. Aber es kann ja mal vorkommen,
daß Gesetze nicht harmonieren, schließlich werden die von unseren Politikern ausgedacht!
Meine dritte Kurzwaffe ist ganz gewöhnlich in meine grüne WbK eingetragen. Ich kann die
Waffe also zu allen legalen Zecken benutzen. In meiner WBK steht nicht: Achtung! nur für
Schießstandgebrauch!
Eigentlich wollte ich den .357 Revolver als dritte Kurzwaffe für Nachsuche auf Sauen
eintragen lassen. Aber die Sachbearbeiterin war erst seit einigen Tagen im Amt und wußte
wenig. Sie kannte nur den Umlauf ihre vorgesetzen Stelle zur "jagdsportlichen dritten
Kurzwaffe". Was ich wegen der Energien und Kaliber bezüglich der Nachsuchewaffe von Ihr
wollte hatte sie kaum oder gar nicht begriffen, schien mir. Die Verwaltungsbeamten sind
üblicher Weise waffenmäßig nicht sachkundig. Sie sagt nur "Gehen Sie zum LJV, lassen sie
sich den Vordruck unterzeichnen, dann bekommen Sie hier den Eintrag." So war es dann auch.
Was soll man mit der Obrigkeit diskutieren, wenn es einen nicht weiter bringt, dachte ich
mir und hielt den Mund zu.
Als ich Sie fragte, wie ich nun als Sportschütze meine Waffen begründen sollte, hat Sie
mich unverständig angesehen und ist nicht weiter auf das Theme eingegengen. Ich auch nicht.
Praxis ist: Jäger bedürfen zweier Kurzwaffen und Sportschützen auch zweier, macht zusammen
vier. Ich habe als Jäger drei Kurzwaffen. Also noch zwei als Sportschütze offen. Nur weiß
ich im Moment noch nicht, was geeignet wäre.
Warum empfiehlst du Lapua Cepp für die Nachsuche? Wie sind deine Erfahrung bei der .357
Lapua Cepp auf Sauen?
Gruß Lutz