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schuss in den Kopf mit Flinte 12/70

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Uwe Kai

unread,
Jan 23, 2006, 9:18:26 AM1/23/06
to
Immer wieder liest man von Unfällen bei dem sich ein Jäger aus
Dummheit selbst in den Kopf schießt.
Habe gerade mit einem Freund über so einen Unfall diskutiert.
Der Jäger setzt sich mit geladener und entsicherter Bockdoppelflinte
auf den Beifahrersitz ins Auto und nimmt die Flinte zwischen die Beine
so das die Mündung Richtung Kinn, Kehlkopf, gerichtet ist.
Geladen war die Waffe mit Vogelschrot 2,4 oder2.5mm.
Sind die Schrote in der Lage aus einer Entfernung von 10 - 20cm bis
ins Gehirn zu gelangen und den Gehirnstamm zu schädigen oder stirbt
der Jäger durch die Schockwirkung beim auftreffen der Schrote.

Meine Meinung ist,dass er durch die Schockwirkung beim auftreffen
stirbt.
Die Diskussion brach am Stammtisch aus. Der Jäger war in unserer Stadt
Fleichereibesitzer mit eigener Jagd und seit 30 Jahren im Besitz des
Jagdscheines. Ich selbst bin seit 30 Jahren Sportschütze,
beschränke mich aber auf Luftgewehr und Kleinkalieber.

Nein ich will kein Suizid begehen!!!

Hoffe auf rege Diskusionsbeteiligung

viele Grüße aus dem Schwabenländle
Uwe


Arthur Erhardt

unread,
Jan 23, 2006, 9:40:29 AM1/23/06
to
Uwe Kai <uk...@gmx.net> wrote:
> Immer wieder liest man von Unfällen bei dem sich ein Jäger aus
> Dummheit selbst in den Kopf schießt.
> Habe gerade mit einem Freund über so einen Unfall diskutiert.
> Der Jäger setzt sich mit geladener und entsicherter Bockdoppelflinte
> auf den Beifahrersitz ins Auto und nimmt die Flinte zwischen die Beine
> so das die Mündung Richtung Kinn, Kehlkopf, gerichtet ist.
> Geladen war die Waffe mit Vogelschrot 2,4 oder2.5mm.
> Sind die Schrote in der Lage aus einer Entfernung von 10 - 20cm bis
> ins Gehirn zu gelangen und den Gehirnstamm zu schädigen oder stirbt
> der Jäger durch die Schockwirkung beim auftreffen der Schrote.
Schrot tötet durch Schock, es gab in anderen Ländern diesbezüglich
Tierversuche. Ein mittels Medikamenten betäubter Hund stirbt an
Schrot nicht, ein wacher dagegen schon.

Wie weit die genannte Sorte Schrot eindringt kann jemand anders
beantworten, davon habe ich keine Ahnung.

Arthur

--
arthur dot erhardt at pit dot physik dot uni dash tuebingen dot de
*pgp key available* dg7sea

A physicist is an atom's way of knowing about atoms.

Martin Gritsch

unread,
Jan 23, 2006, 10:42:14 AM1/23/06
to
AFAIK ist bei so extrem kurzen distanzen die wirkung/größe des
schrots sekundär - hier kommt
a) eine noch extrem gebündelte garbe - de facto fast noch wie ein slug
- heraus
b) eine gewaltige druckwelle von heißen pulvergasen.

und beides gelangt mindestens bis zum hirnstamm, wenn nicht noch
ungefähr einen meter weiter.

über schockwirkung ud eindringtiefe zu diskutieren halte ich bei 20cm
entfernung für müßig, hier fliegen einfach massivst die fetzen. alle
bilder von solchen "unfällen" die ich kenne, sind da recht eindeutig
und absolut unappetitlich.

wie wär's wenn der besagte fleischereibesitzer zu diesem zweck mal ein
größeres stück fleisch opfert und aus dieser kurzen entfernung
darauf schießt? ich würde was drauf verwetten, dass das stück
fleisch im umkreis von 1-2m verteilt ist.

H.- J. Kronemeyer

unread,
Jan 23, 2006, 11:03:47 AM1/23/06
to
Uwe Kai <uk...@gmx.net> schrieb:

> Sind die Schrote in der Lage aus einer Entfernung von 10 - 20cm bis
> ins Gehirn zu gelangen und den Gehirnstamm zu schädigen oder stirbt
> der Jäger durch die Schockwirkung beim auftreffen der Schrote.

Wie Martin schon schrieb, aus der kurzen Entfernung ist die
Schrotgrösse sowie auch das Kaliber recht egal. Aus eigener Anschauung
(Rettungsdienst) reicht auch schon ein kleineres Kaliber aus, um
Gesicht und Schädel vollkommen zu zerstören. In diesem Fall war es
eine Flinte im Kaliber 16 oder 20, angesetzt in suizidaler Absicht
unter dem Kinn. Die komplette vordere Schädelhäfte war nicht mehr
vorhanden. 10 oder 20 cm mehr Entfernung hätten daran auch nicht viel
geändert, da die Schrotgarbe dort noch so gut wie komplett
zusammenhängt und wie ein Vollgeschoß wirkt. Die nachfolgenden
Pulvergase dürften dann auch noch so einiges an Schaden anrichten.

Gruß
Heinz-Jürgen

Heiner-P.Landsberg

unread,
Jan 23, 2006, 11:36:33 AM1/23/06
to
ob 2,4 mm oder groesser, ob schock oder blei, ist 2. rangig.
die garbe bleibt, sogut wie 99% zusammen, und blaest das hirn inkl.
knochen+zaehnen durchs wagendach raus.

wenn der schock auf dem wege ins gehirm ist, ist das hirn schon weg
(siehe oben).

schlage vor, du probierst es, mit dem stammtisch mal an einer
wassermelone und in deinem pkw aus.

mfg de heiner

ps.
bilder bitte ins in stellen


Bjoern Schliessmann

unread,
Jan 23, 2006, 12:02:28 PM1/23/06
to
Uwe Kai wrote:

> Meine Meinung ist,dass er durch die Schockwirkung beim auftreffen
> stirbt.

IMHO Quark. Schockwirkung tritt IIRC nur etwas, wenn ein
entsprechend großer Nervenreiz entsteht, der nicht nur lokal
begrenzt ist. Deshalb benutzen Jäger Schrot auch nur für kleinere
Tiere und nicht für z.B. Elefanten.

Siehe dazu auch:

http://home.snafu.de/l.moeller/Wundwirkung.html#Schrot

(Meine Beziehung zu dieser Seite geht nicht über Google hinaus)

> Der Jäger war in unserer
> Stadt Fleichereibesitzer mit eigener Jagd und seit 30 Jahren im
> Besitz des Jagdscheines.

Ein Armutszeugnis, dass er elementare Sicherheitsregeln verletzt.
Könnte er genauso gut Russisches Roulette spielen (mit der
Selbstladepistole).

> Ich selbst bin seit 30 Jahren
> Sportschütze, beschränke mich aber auf Luftgewehr und
> Kleinkalieber.

Großkaliber ist mir lieber. ;)



> Nein ich will kein Suizid begehen!!!

?!

Grüße,


Björn

--
BOFH Excuse #424:

operation failed because: there is no message for this error (#1014)

Bjoern Schliessmann

unread,
Jan 23, 2006, 12:05:03 PM1/23/06
to
Uwe Kai wrote:

> Meine Meinung ist,dass er durch die Schockwirkung beim auftreffen
> stirbt.

IMHO Quark. Schockwirkung tritt IIRC nur ein, wenn ein


entsprechend großer Nervenreiz entsteht, der nicht nur lokal
begrenzt ist. Deshalb benutzen Jäger Schrot auch nur für kleinere
Tiere und nicht für z.B. Elefanten.

Siehe dazu auch:

http://home.snafu.de/l.moeller/Wundwirkung.html#Schrot

(Meine Beziehung zu dieser Seite geht nicht über Google hinaus)

> Der Jäger war in unserer


> Stadt Fleichereibesitzer mit eigener Jagd und seit 30 Jahren im
> Besitz des Jagdscheines.

Ein Armutszeugnis, dass er elementare Sicherheitsregeln verletzt.


Könnte er genauso gut Russisches Roulette spielen (mit der
Selbstladepistole).

> Ich selbst bin seit 30 Jahren

> Sportschütze, beschränke mich aber auf Luftgewehr und
> Kleinkalieber.

Großkaliber ist mir lieber. ;)


> Nein ich will kein Suizid begehen!!!

?!

oliver becker

unread,
Jan 23, 2006, 1:18:29 PM1/23/06
to
On Mon, 23 Jan 2006 15:18:26 +0100, Uwe Kai <uk...@gmx.net> wrote:

>Immer wieder liest man von Unfällen bei dem sich ein Jäger aus
>Dummheit selbst in den Kopf schießt.
>Habe gerade mit einem Freund über so einen Unfall diskutiert.
>Der Jäger setzt sich mit geladener und entsicherter Bockdoppelflinte
>auf den Beifahrersitz ins Auto und nimmt die Flinte zwischen die Beine
>so das die Mündung Richtung Kinn, Kehlkopf, gerichtet ist.

Naja, wie auch immer. Lt. Darwin triffts da ja keinen Falschen...

so long
oli

++++ MTV, get off the air! ++++
Videos: 600 Punk/HC-Shows unter http://www.punkvideos.de

René

unread,
Jan 23, 2006, 1:41:04 PM1/23/06
to
Uwe Kai <uk...@gmx.net> wrote:
> so das die Mündung Richtung Kinn, Kehlkopf, gerichtet ist.
> Geladen war die Waffe mit Vogelschrot 2,4 oder2.5mm.
> Sind die Schrote in der Lage aus einer Entfernung von 10 - 20cm bis
> ins Gehirn zu gelangen und den Gehirnstamm zu schädigen oder stirbt
> der Jäger durch die Schockwirkung beim auftreffen der Schrote.
>
> Meine Meinung ist,dass er durch die Schockwirkung beim auftreffen
> stirbt.

Wenn hier einer an Schock stirbt, ist es die Frau des Autobesitzers,
wenn sie die Sauerei entdeckt. Auf die Entfernung streuts die Geschosse
doch fast gar nicht.
http://www.firearmstactical.com/images/Wound%20Profiles/12%20Gauge%20No%204%20Buckshot.jpg
Davon abgesehen, daß selbst der Strahl von Verbrennungsgasen auf die
Entfernung einem Weiterleben jenseits teuerer Maschinerie abträglich
wäre.

> Die Diskussion brach am Stammtisch aus. Der Jäger war in unserer Stadt
> Fleichereibesitzer mit eigener Jagd und seit 30 Jahren im Besitz des
> Jagdscheines.

Soll er doch mal auf einen Stapel Schnitzel schießen und gucken, was mit
denen so passiert.


René

unread,
Jan 23, 2006, 1:44:26 PM1/23/06
to
Hier ist noch eine hübsche Bildersammlung:
http://www.neurographics.org/3/1/4/3.shtml


Bernd Schönlaub

unread,
Jan 24, 2006, 3:27:03 AM1/24/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Uwe Kai <uk...@gmx.net> schrieb

> Meine Meinung ist,dass er durch die Schockwirkung beim
> auftreffen stirbt.


Hallo Uwe,

wie schon geschrieben wurde:
1. die Schrotgarbe ist schneller als die Reizweiterleitung
der Nerven,
2. Schrot-Schockwirkung wird durch viele Treffer auf großer
Fläche innerhalb kürzester Zeit erzielt
und:
3. ein Schrotschuss auf kurze Distanz ist einfach verheerend.
Die Energie reicht aus um einen Autokotflügel und einen
Stahlgürtelreifen zu durchlöchern und die Felge zu Schrott
zu machen.


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Arthur Erhardt

unread,
Jan 24, 2006, 5:30:26 AM1/24/06
to
"Ren?" <Ka...@the-coalition.us> wrote:
> Uwe Kai <uk...@gmx.net> wrote:
>> so das die M?ndung Richtung Kinn, Kehlkopf, gerichtet ist.

>> Geladen war die Waffe mit Vogelschrot 2,4 oder2.5mm.
>> Sind die Schrote in der Lage aus einer Entfernung von 10 - 20cm bis
>> ins Gehirn zu gelangen und den Gehirnstamm zu sch?digen oder stirbt
>> der J?ger durch die Schockwirkung beim auftreffen der Schrote.

>>
>> Meine Meinung ist,dass er durch die Schockwirkung beim auftreffen
>> stirbt.
>
> Wenn hier einer an Schock stirbt, ist es die Frau des Autobesitzers,
> wenn sie die Sauerei entdeckt. Auf die Entfernung streuts die Geschosse
> doch fast gar nicht.
Ok, ist wahr, ich hatte den Teil mit aufgesetzt bei meiner Antwort
irgendwie ignoriert, keine Ahnung warum.

Benjamin Grund

unread,
Jan 26, 2006, 2:39:49 AM1/26/06
to
Am 23.Januar 2006, 15:40 schrieb Arthur Erhardt:

> Schrot tötet durch Schock, es gab in anderen Ländern diesbezüglich
> Tierversuche. Ein mittels Medikamenten betäubter Hund stirbt an
> Schrot nicht, ein wacher dagegen schon.

Das ist aber alles abhängig von der Entfernung. Auf kurze Distanz tötet
Schrot durch die entstehenden Verletzungen, nicht durch die
Schockwirkung.

Gruß,
Benjamin

Sven Bötcher

unread,
Jan 26, 2006, 10:58:59 AM1/26/06
to
Arthur Erhardt schrieb:

> Uwe Kai <uk...@gmx.net> wrote:
>
>>Immer wieder liest man von Unfällen bei dem sich ein Jäger aus
>>Dummheit selbst in den Kopf schießt.
>>Habe gerade mit einem Freund über so einen Unfall diskutiert.
>>Der Jäger setzt sich mit geladener und entsicherter Bockdoppelflinte
>>auf den Beifahrersitz ins Auto und nimmt die Flinte zwischen die Beine
>>so das die Mündung Richtung Kinn, Kehlkopf, gerichtet ist.
>>Geladen war die Waffe mit Vogelschrot 2,4 oder2.5mm.
>>Sind die Schrote in der Lage aus einer Entfernung von 10 - 20cm bis
>>ins Gehirn zu gelangen und den Gehirnstamm zu schädigen oder stirbt
>>der Jäger durch die Schockwirkung beim auftreffen der Schrote.
>
> Schrot tötet durch Schock, es gab in anderen Ländern diesbezüglich
> Tierversuche. Ein mittels Medikamenten betäubter Hund stirbt an
> Schrot nicht, ein wacher dagegen schon.

-v

Ein Schock ist eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff durch
ein Missverhältnis zwischen der vom Körper benötigten und dem
Blutkreislauf des Körper zur Verfügung stehender Blutmenge. Welchen
Unterschied soll es da machen ob man wacht oder schläft wenn man
angeschossen wird? Ich halte die obige Aussage bis zum Beweis des
Gegengteils für ausgemachten Unfug.

Bye
Sven

Ralph A. Schmid, DK5RAS

unread,
Jan 26, 2006, 2:32:02 AM1/26/06
to
Sven Bötcher <svenwan...@yahoo.de> wrote:

>Ein Schock ist eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff durch
>ein Missverhältnis zwischen der vom Körper benötigten und dem
>Blutkreislauf des Körper zur Verfügung stehender Blutmenge. Welchen
>Unterschied soll es da machen ob man wacht oder schläft wenn man
>angeschossen wird?

Nun, Schlaf und eine Betäubung sind schon durchaus unterschiedlich,
insofern will ich also dies nicht kategorisch ausschließen.

Arthur Erhardt

unread,
Jan 26, 2006, 1:03:03 PM1/26/06
to
Schmerzempfinden als Ursache des Schocks. Im Tiefschlaf, gleich ob
natürlich oder durch Medikamente induziert ist dieses Empfinden doch
deutlich weniger ausgeprägt.

> Ich halte die obige Aussage bis zum Beweis des
> Gegengteils für ausgemachten Unfug.

Ich finde den entsprechenden Artikel grade nicht mehr, aber ein
Denkanstoß: Schrote niedrigen Durchmessers erreichen nicht mal in
Kleinvieh, z.B. Hasen eine Eindringtiefe, die eine Verletzung
lebenswichtiger Organe ermöglicht. Trotzdem stirbt so ein Hase sehr
zuverlässig wenn er von ein paar Schrotkugeln getroffen wird.
Was ist Deiner Meinung nach der Wirkmechanismus der den Tod
verursacht?

Vielleicht können die mitlesenden Jäger da noch sinnvoll beitragen.

Grüße,

Sven Bötcher

unread,
Jan 26, 2006, 3:06:38 PM1/26/06
to
Arthur Erhardt schrieb:

Die Medizin kennt folgende Schockarten:

- Volumenmangelschock
- Cardiogener Schock
- Neurogener Schock
- Anaphylaktischer Schock
- Septisch-toxischer Schock

Von welcher Art Schock reden wir jetzt eigentlich? Könnte dann ja wohl
nur der neurogene Schock sein.

Bye
Sven

Sven Bötcher

unread,
Jan 26, 2006, 3:24:44 PM1/26/06
to
Bjoern Schliessmann schrieb:

> Uwe Kai wrote:
>
>
>>Meine Meinung ist,dass er durch die Schockwirkung beim auftreffen
>>stirbt.
>
>
> IMHO Quark. Schockwirkung tritt IIRC nur ein, wenn ein
> entsprechend großer Nervenreiz entsteht, der nicht nur lokal
> begrenzt ist. Deshalb benutzen Jäger Schrot auch nur für kleinere
> Tiere und nicht für z.B. Elefanten.

Kann mir jetzt mal bitte den Begriff "Schockwirkung" im Bezug auf
Schusswaffen erklären? Medizinisch und wissenschaftlich wurde so eine
Schockwirkung AFAIK nie nachgewiesen und insbesondere der "Gewebeschock,
Blutschock" durch Überschallmunition ist ja wohl nichts weiter als eine
Urban Legend.

Bye
Sven

Arthur Erhardt

unread,
Jan 26, 2006, 3:34:54 PM1/26/06
to
Sven Bötcher <svenwan...@yahoo.de> wrote:
> Arthur Erhardt schrieb:
>> Sven Bötcher <svenwan...@yahoo.de> wrote:
>>
>>>Arthur Erhardt schrieb:
>>>
[...]

>
> Die Medizin kennt folgende Schockarten:
>
> - Volumenmangelschock
> - Cardiogener Schock
> - Neurogener Schock
> - Anaphylaktischer Schock
> - Septisch-toxischer Schock
>
> Von welcher Art Schock reden wir jetzt eigentlich? Könnte dann ja wohl
> nur der neurogene Schock sein.
Ja, einverstanden.

Bjoern Schliessmann

unread,
Jan 26, 2006, 7:09:21 PM1/26/06
to
Sven Bötcher wrote:

> Kann mir jetzt mal bitte den Begriff "Schockwirkung" im Bezug auf
> Schusswaffen erklären?

Ein sehr großer plötzlicher Nervenreiz über die Haut führt zu
sofortigem Tod. Frag mich nicht warum, es ist aber so. Frag Jäger,
die Hasen schießen. Trotzdem die Tiere nicht verbluten und kein
lebenswichtiges Organ verletzt wird sterben sie.

Angeblich gab es auch schon Fälle, wo jemand unerwartet in eiskaltes
Wasser geschubst wurde und daran starb -- das würde ich aber eher
zu den ULs zählen.

> Medizinisch und wissenschaftlich wurde so eine Schockwirkung AFAIK
> nie nachgewiesen

Doch, siehe auch der schon hier gepostete Link von mir.

> und insbesondere der
> "Gewebeschock, Blutschock" durch Überschallmunition ist ja wohl
> nichts weiter als eine Urban Legend.

Hier Full ACK, allerdings. Besonders im Zusammenhang mit dem G11 ist
viel Mist erzählt worden.

Grüße,


Björn

--
BOFH Excuse #372:

Forced to support NT servers; sysadmins quit.

Till Potinius

unread,
Jan 27, 2006, 2:37:32 AM1/27/06
to
Bjoern Schliessmann <chr0...@despammed.com> schrieb:

>Ein sehr großer plötzlicher Nervenreiz über die Haut führt zu
>sofortigem Tod. Frag mich nicht warum, es ist aber so. Frag Jäger,
>die Hasen schießen. Trotzdem die Tiere nicht verbluten und kein
>lebenswichtiges Organ verletzt wird sterben sie.

Vielleicht sterben sie einfach vor Schmerz.

MFG; Till Potinius
--
.
EOF

Arthur Erhardt

unread,
Jan 27, 2006, 4:23:35 AM1/27/06
to
Ja, schon. Aber uns bzw. Sven interessiert wohl der genaue Wirkmechanismus.

Bernd Schönlaub

unread,
Jan 27, 2006, 4:16:34 AM1/27/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Sven Bötcher <svenwan...@yahoo.de> schrieb

> Die Medizin kennt folgende Schockarten:
> - Neurogener Schock


Hallo Sven,

der ist gemeint.
Da das Gehirn im Schlaf beträchtlich anders
funktioniert als im Wachzustand, erklärt das
auch warum Schocktod durch einen Schrotschuss
bei Betäubung nicht möglich ist.

Bei einem schlafenden Hasen ist das etwas anders:
bei ihm schläft immer nur eine Hälfte des Gehirns.
Aus diesem Grund ist es möglich einen Hasen mit
Schrot in der Sasse zu erlegen. Das aber tut man
nicht, weil nicht Waidgerecht!

Beim Menschen ist die Lage nochmal unterschiedlich:
wir haben eine Filterfunktion, die im Normalfall
die schockauslösene Reizüberflutung verhindert.
Nur damit ist zu erklären warum so viele Treiber
und Jäger schon eine volle Breitseite überlebten.

Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Bernd Schönlaub

unread,
Jan 27, 2006, 4:37:11 AM1/27/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Bjoern Schliessmann <chr0...@despammed.com> schrieb

> Angeblich gab es auch schon Fälle, wo jemand unerwartet in eiskaltes
> Wasser geschubst wurde und daran starb -- das würde ich aber eher
> zu den ULs zählen.


Hallo Björn,

das stimmt so nicht ganz. Es ist schon vorgekommen,
dass sich jemand "zu Tode erschrocken" hat. Dabei
müssen aber mehrere Faktoren zusammenkommen.
1. häftiges Erschrecken: setzt normalerweise
die Fluchtreaktion in Gang und den Reizfilter
ausser Betrieb,
2. anschließende Reizüberflutung und evtl.
3. eine schwache Pumpe.

Bei Personen die an Migräne leiden kann 1. auch
entfallen, da bei denen der Reizfilter sowieso
manchmal nicht richtig funktioniert.


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

peter viczena

unread,
Jan 28, 2006, 11:01:07 AM1/28/06
to
bei dieser entfernung reisst es dir ein 5dm grosses loch beim eingang, und
ein 15cm loch beim ausgang durch den schädel..


"Uwe Kai" <uk...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:scp9t116f0h5okgfq...@4ax.com...

Bernd Schönlaub

unread,
Jan 28, 2006, 1:19:36 PM1/28/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
peter viczena <p...@viczena.de> schrieb

> bei dieser entfernung reisst es dir ein 5dm grosses loch beim eingang, und
> ein 15cm loch beim ausgang durch den schädel..


Hallo Peter,

bei der Entfernung ist der Einschuss noch kalibergroß
und das "bisschen" Druck hinter den Schroten richtet
auch nicht übermäßig viel Schaden an.

Beim Ausschuss kannst Du recht haben, je nachden was
alles im Weg war.

Bei einem Karnickel auf 4-5m geht jedenfalls bei ca.
doppelter Kalibergröße der Schrotbeutel noch mit durch.


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

peter viczena

unread,
Jan 28, 2006, 5:09:20 PM1/28/06
to
hab erst vor ein paar tagen den test mit einer benelli m1 auf dem
schiesstand gemacht...

der einschuss aus 20 cm ist etwa 5cm durchmesser. das kann jeder gerne
selber nachprüfen. die wirkung auf das ziel ist verheerend. das verreisst
alle, was im weg ist. knochen sind da ein leichtes.

peter


"Bernd Schönlaub" <Be...@schoenlaub.de> schrieb im Newsbeitrag
news:drgcjt$ceu$01$1...@news.t-online.com...

Bernd Schönlaub

unread,
Jan 29, 2006, 2:38:53 AM1/29/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
peter viczena <p...@viczena.de> schrieb
> der einschuss aus 20 cm ist etwa 5cm durchmesser. das kann jeder gerne
> selber nachprüfen. die wirkung auf das ziel ist verheerend. das verreisst
> alle, was im weg ist. knochen sind da ein leichtes.


Hallo Peter,

dann ist das "bisschen" Druck, wie ich geschrieben hatte,
wohl doch nicht so einfach zu vernachlässigen, zumindest
nicht auf kürzeste Distanz.

Was war denn Dein Versuchsobjekt?

Bei einem VW Käfer auf Armlänge durch den Kotflügel ist das
Loch nämlich kleiner.


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

peter viczena

unread,
Jan 29, 2006, 6:58:29 AM1/29/06
to
wie gross das loch ist, hängt endeffektlich auch von der waffe und der
benutzten muntion ab.

wir haben die waffen im zuge eines "defensiv shotgun" trainings
eingeschossen. d.h. auf verschiedene entfernungen auf eine scheibe
geschossen um zu sehen, was die maximalentfernung ist, dass alle kugeln noch
auf einer mannscheibe landen. das ist endeffektlich auch die
maximalentfernung, um die flinte als verteidigungsgerät nutzen zu können.
diesen test rate ich jedem einal zu machen...

peter

"Bernd Schönlaub" <Be...@schoenlaub.de> schrieb im Newsbeitrag

news:drhree$sj5$02$1...@news.t-online.com...

Bernd Schönlaub

unread,
Jan 29, 2006, 8:07:40 AM1/29/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
peter viczena <p...@viczena.de> schrieb
> ... auf eine scheibe ...


Hallo Peter,

wenn ich richtig vermute, dann war das Scheibenkarton
oder dünner und die Schrote (was aber kaum eine Rolle
spielen dürfte) >= 5mm. Das könnte natürlich auch das
mir zu groß geratene Loch erklären. Probiere das doch
beim nächsten Mal mit einer dünnen Sperrholzplatte.


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

René

unread,
Jan 29, 2006, 9:10:22 AM1/29/06
to
Bernd Schönlaub <Be...@schoenlaub.de> wrote:
> wenn ich richtig vermute, dann war das Scheibenkarton
> oder dünner und die Schrote (was aber kaum eine Rolle
> spielen dürfte) >= 5mm. Das könnte natürlich auch das
> mir zu groß geratene Loch erklären. Probiere das doch
> beim nächsten Mal mit einer dünnen Sperrholzplatte.

Ausrangierte Polstermöbel sind auch nicht schlecht zur Demonstration.


Bjoern Schliessmann

unread,
Jan 29, 2006, 5:33:17 PM1/29/06
to
Till Potinius wrote:

> Vielleicht sterben sie einfach vor Schmerz.

Je nach Definition könnte das sogar genau dasselbe sein. Aber wie
will man das mit Sicherheit wissen...

Grüße,


Björn

--
BOFH Excuse #189:

SCSI's too wide.

Bernd Schönlaub

unread,
Jan 29, 2006, 9:48:32 PM1/29/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
René <Ka...@The-Coalition.US> schrieb

> Ausrangierte Polstermöbel sind auch nicht schlecht zur Demonstration.


Hallo René,

LOL, aber bitte nur mit "Gasmaske".


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Ingo Thies

unread,
Jan 30, 2006, 6:17:53 AM1/30/06
to
Arthur Erhardt wrote:

> Schmerzempfinden als Ursache des Schocks. Im Tiefschlaf, gleich ob
> natürlich oder durch Medikamente induziert ist dieses Empfinden doch
> deutlich weniger ausgeprägt.

Wenn tatsächlich der Schmerz den neurogenen Schock auslöst, wie kann man
da von "waidgerecht" sprechen? Dieser Tod wäre dann eben nicht kurz und
schmerzlos, sondern kurz und *extrem* schmerzvoll, weil der Schmerzpegel
die Toleranzskala so weit überschreitet, dass das Nervensystem versagt.

Man sagt doch auch, man solle nicht trocken in kaltes Wasser springen,
schon gar nicht mit vollem Magen, weil die plötzliche Kälte auf der Haut
zu Ohnmacht und damit zum Tod durch Ertrinken oder Herzversagen führen
kann. Moderate "Kälteschocks" dagegen gelten als abhärtend (macht man ja
auch nach der Sauna). Ist das nicht im wesentlichen der gleiche Effekt?
Denn bis tatsächlich der Körper gefährlich auskühlt, vergeht auch viel
mehr Zeit, während das Kältesignal in Sekundenbruchteilen im Gehirn ankommt.

> lebenswichtiger Organe ermöglicht. Trotzdem stirbt so ein Hase sehr
> zuverlässig wenn er von ein paar Schrotkugeln getroffen wird.

Ist er wirklich im Moment des Treffers *hirntot*, d.h. absolute
Flatline, oder nur bewusstlos mit Herz- und Atmungsversagen, während der
Hirntod erst später (beim Menschen sagt man nach zehn Minuten, beim
Hasen wohl weniger) eintritt? Im Fidonet hieß es vor Jahren mal, das
Gehirn des Hasen würde regelrecht durchbrennen, weil der durch die
Schrottreffer induzierte Nervenimpuls so intensiv sei, dass die
Nervenzellen regelrecht überhitzen würden. Ist dem wirklich so, dass die
physikalische Intensität dem Gehirn eine Art elektrischen Stuhl
bereitet? Ich halte es für wahrscheinlicher, dass das Gehirn eher eine
Art Denial-of-Service-Attacke erfährt, so wie wenn ein Webserver von
Millionen Anfragen gleichzeitig bombardiert wird, so dass nichts mehr
geht. Dass würde aber nicht zum Hirntot (=irreparable Zerstörung des
Gehirngewebes) sondern zunächst nur zu einer Funktionsstörung führen.
Erst der dadurch verursachte Zusammenbruch des Kreislaufs und damit die
ausbleibende Sauerstoffversorgung tötet das Hirn. Das wiederum dauert
Minuten, nicht Millisekunden.


--
Gruß,
Ingo

Frank Hucklenbroich

unread,
Jan 30, 2006, 7:38:24 AM1/30/06
to
Am Mon, 30 Jan 2006 12:17:53 +0100 schrieb Ingo Thies:

> Man sagt doch auch, man solle nicht trocken in kaltes Wasser springen,
> schon gar nicht mit vollem Magen, weil die plötzliche Kälte auf der Haut
> zu Ohnmacht und damit zum Tod durch Ertrinken oder Herzversagen führen
> kann.

Zumindest der Teil mit dem vollen Magen scheint aber ins Reich der Legenden
zu gehören, dazu kam kürzlich mal ein Zeitungsartikel (weiß leider nicht
mehr die genaue Quelle). Demnach besteht das einzige Risiko beim schwimmen
mit vollem Magen darin, daß man sich aufgrund der Anstrengung u.U.
übergeben muß - was aber genauso bei anderen anstrengenden Sportarten
passieren kann.

Und daß die plötzlich Kälte sofort zum Tod führt kann ich auch nicht so
recht glauben - wie machen das denn die finnischen Saunafreaks, die aus der
heißen Sauna raus ins Eiswasser springen?

Bis der Körper auskühlt dauert es schon etwas länger.

Grüße,

Frank

Arthur Erhardt

unread,
Jan 30, 2006, 8:23:40 AM1/30/06
to
Ingo Thies <ingo....@gmx.de> wrote:
> Arthur Erhardt wrote:
>
>> Schmerzempfinden als Ursache des Schocks. Im Tiefschlaf, gleich ob
>> natürlich oder durch Medikamente induziert ist dieses Empfinden doch
>> deutlich weniger ausgeprägt.
>
> Wenn tatsächlich der Schmerz den neurogenen Schock auslöst, wie kann man
> da von "waidgerecht" sprechen? Dieser Tod wäre dann eben nicht kurz und
> schmerzlos, sondern kurz und *extrem* schmerzvoll, weil der Schmerzpegel
> die Toleranzskala so weit überschreitet, dass das Nervensystem versagt.
Fragt sich ob das Tier davon etwas wahrnimmt. Viele Deiner nachfolgenden
Fragen kann ich nicht beantworten, aber auch bei Menschen kommt der Fall
vor, daß schwere Verletzungen stark verzögert die aufgrund der
Schädigung erwarteten Schmerzen auslösen. Einfacher Fall: Schnitt mit
einer sehr scharfen Klinge. Die Vermutung ist daher nicht ganz aus der
Luft gegriffen, daß Schrot durchaus waidgerecht ist.

> Man sagt doch auch, man solle nicht trocken in kaltes Wasser springen,
> schon gar nicht mit vollem Magen, weil die plötzliche Kälte auf der Haut
> zu Ohnmacht und damit zum Tod durch Ertrinken oder Herzversagen führen
> kann. Moderate "Kälteschocks" dagegen gelten als abhärtend (macht man ja
> auch nach der Sauna). Ist das nicht im wesentlichen der gleiche Effekt?
> Denn bis tatsächlich der Körper gefährlich auskühlt, vergeht auch viel
> mehr Zeit, während das Kältesignal in Sekundenbruchteilen im Gehirn ankommt.

Ob das genau der gleiche Effekt ist weiß ich nicht, aber es scheint
mir zumindest ähnlich.

>> lebenswichtiger Organe ermöglicht. Trotzdem stirbt so ein Hase sehr
>> zuverlässig wenn er von ein paar Schrotkugeln getroffen wird.
>
> Ist er wirklich im Moment des Treffers *hirntot*, d.h. absolute
> Flatline, oder nur bewusstlos mit Herz- und Atmungsversagen, während der
> Hirntod erst später (beim Menschen sagt man nach zehn Minuten, beim
> Hasen wohl weniger) eintritt?

Keine Ahnung, ich kenne niemanden der einen Hasen nach Schrotbeschuß
an ein Meßgerät gehängt hat. Aber Bewußtlosigkeit würde ja reichen,
um keine Schmerzen zu empfinden.

> Im Fidonet hieß es vor Jahren mal, das
> Gehirn des Hasen würde regelrecht durchbrennen, weil der durch die
> Schrottreffer induzierte Nervenimpuls so intensiv sei, dass die
> Nervenzellen regelrecht überhitzen würden. Ist dem wirklich so, dass die
> physikalische Intensität dem Gehirn eine Art elektrischen Stuhl
> bereitet?

Imho undenkbar. Die elektrische Leistung von Nervenreizen ist dazu
nicht in der Lage.

> Ich halte es für wahrscheinlicher, dass das Gehirn eher eine
> Art Denial-of-Service-Attacke erfährt, so wie wenn ein Webserver von
> Millionen Anfragen gleichzeitig bombardiert wird, so dass nichts mehr
> geht. Dass würde aber nicht zum Hirntot (=irreparable Zerstörung des
> Gehirngewebes) sondern zunächst nur zu einer Funktionsstörung führen.
> Erst der dadurch verursachte Zusammenbruch des Kreislaufs und damit die
> ausbleibende Sauerstoffversorgung tötet das Hirn. Das wiederum dauert
> Minuten, nicht Millisekunden.

Klingt plausibel, solange das Tier davon nichts merkt ist es aber
bezüglich der Waidgerechtigkeit der Jagdmethode nicht wichtig.

Dirk Kamp

unread,
Jan 30, 2006, 9:56:06 AM1/30/06
to
"Ingo Thies" <ingo....@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:446av1...@individual.net...

> Wenn tatsächlich der Schmerz den neurogenen Schock auslöst, wie kann man
> da von "waidgerecht" sprechen? Dieser Tod wäre dann eben nicht kurz und
> schmerzlos, sondern kurz und *extrem* schmerzvoll, weil der Schmerzpegel
> die Toleranzskala so weit überschreitet, dass das Nervensystem versagt.

Du vergisst die Möglichkeit, dass das Wild zu Tode erschreckt wird.
Bei einem Schrotschuss auf angemessene Distanz wird nicht einmal die
Haut verletzt. D.h. Schrotkugelspucken beim essen von Hasenbraten
ist reine Comedy a la "Zurück in die Zukunft III" :)

Dirk


Kristian Neitsch

unread,
Jan 30, 2006, 10:10:10 AM1/30/06
to

Bei Wildente andererseits nicht. BTDTGTT


Kristian Neitsch

--
>ist das tragen eines Helmes sinnvoll
Koennt ihr noch einen Moment warten, ich hab gleich alles zusammen...
Bingoschein, Popkorn, Cola, Brecheimer, Taschentuch fuer die Traenen....
(Fred Winkler und Michael Buege in d.r.f.)

Ingo Thies

unread,
Jan 30, 2006, 10:53:23 AM1/30/06
to
Frank Hucklenbroich wrote:

> Zumindest der Teil mit dem vollen Magen scheint aber ins Reich der Legenden
> zu gehören, dazu kam kürzlich mal ein Zeitungsartikel (weiß leider nicht
> mehr die genaue Quelle). Demnach besteht das einzige Risiko beim schwimmen
> mit vollem Magen darin, daß man sich aufgrund der Anstrengung u.U.
> übergeben muß - was aber genauso bei anderen anstrengenden Sportarten
> passieren kann.

Also ich hatte das so in Erinnerung, dass die auf Vollast laufende
Verdauung plus starke körperliche Belastung den Kreislauf derart
belastet, dass zumindest untrainierte Menschen Kreislaufprobleme kriegen
könnten. Es ist ja auch bekannt, dass die Leistungskurve kurz nach einem
üppigen Mittagessen ein Minimum erreicht, weshalb viele Mittagsschlaf
halten. Es könnte natürlich sein, dass der Organismus da eine
Überlastungssicherung hat, die bei plötzlicher hoher Beanspruchung die
Verdauung terminiert (sprich man muss ko**en). Quasi ein biologisches
fuel dumping.

> Und daß die plötzlich Kälte sofort zum Tod führt kann ich auch nicht so
> recht glauben - wie machen das denn die finnischen Saunafreaks, die aus der
> heißen Sauna raus ins Eiswasser springen?

Die sind das gewohnt -> härtet ab. Eventuell könnte man auch
Schrotschussresistenz trainieren... Freiwillige? ;-)))

--
Gruß,
Ingo

Peter Wernerus

unread,
Jan 30, 2006, 11:02:25 AM1/30/06
to
Dirk Kamp schrieb:

> Du vergisst die Möglichkeit, dass das Wild zu Tode erschreckt wird.
> Bei einem Schrotschuss auf angemessene Distanz wird nicht einmal die
> Haut verletzt. D.h. Schrotkugelspucken beim essen von Hasenbraten
> ist reine Comedy a la "Zurück in die Zukunft III" :)

Das heißt, wenn ich beim Hasen Schrot spucke war der Jäger zu nah?

Grüße,
Peter Wernerus

Ingo Thies

unread,
Jan 30, 2006, 11:05:17 AM1/30/06
to
Arthur Erhardt wrote:

>>>Schmerzempfinden als Ursache des Schocks. Im Tiefschlaf, gleich ob
>>>natürlich oder durch Medikamente induziert ist dieses Empfinden doch
>>>deutlich weniger ausgeprägt.
>>
>>Wenn tatsächlich der Schmerz den neurogenen Schock auslöst, wie kann man
>>da von "waidgerecht" sprechen? Dieser Tod wäre dann eben nicht kurz und
>>schmerzlos, sondern kurz und *extrem* schmerzvoll, weil der Schmerzpegel
>>die Toleranzskala so weit überschreitet, dass das Nervensystem versagt.
>
> Fragt sich ob das Tier davon etwas wahrnimmt. Viele Deiner nachfolgenden

"Schmerzempfinden", welches oben als Ursache des Schocks genannt wird,
ist gerade definiert dadurch, dass der Schmerz bewusst wahrgenommen
wird. Sprich, es tut derart höllisch weh und dies so plötzlich, dass die
Seele "Tschüss" sagt. Wenn etwas anderes als Schockursache gemeint ist,
dann bitte dies auch so deklarieren.

> Fragen kann ich nicht beantworten, aber auch bei Menschen kommt der Fall
> vor, daß schwere Verletzungen stark verzögert die aufgrund der
> Schädigung erwarteten Schmerzen auslösen. Einfacher Fall: Schnitt mit
> einer sehr scharfen Klinge. Die Vermutung ist daher nicht ganz aus der
> Luft gegriffen, daß Schrot durchaus waidgerecht ist.

Gegenbeispiel: Prellungen, Hautabschürfungen oder Verbrennungen (<=2.
Grades, also bei noch intakten Nerven). Die tun ab der ersten
Millisekunge fies weh. Die Klinge verletzt ja nur einen kleinen
Hautbereich, so dass der Schnitt erst dann wehtut, sobalt umliegende
Bereiche geschädigt oder gereizt sind (z.B. durch Verunreinigungen). Der
Schmerz wird nicht ignoriert, er ist einfach (noch) nicht da. Eigene
Erfahrung.

>>Ich halte es für wahrscheinlicher, dass das Gehirn eher eine
>>Art Denial-of-Service-Attacke erfährt, so wie wenn ein Webserver von
>>Millionen Anfragen gleichzeitig bombardiert wird, so dass nichts mehr
>>geht. Dass würde aber nicht zum Hirntot (=irreparable Zerstörung des
>>Gehirngewebes) sondern zunächst nur zu einer Funktionsstörung führen.
>>Erst der dadurch verursachte Zusammenbruch des Kreislaufs und damit die
>>ausbleibende Sauerstoffversorgung tötet das Hirn. Das wiederum dauert
>>Minuten, nicht Millisekunden.
>
> Klingt plausibel, solange das Tier davon nichts merkt ist es aber
> bezüglich der Waidgerechtigkeit der Jagdmethode nicht wichtig.

Doch, nämlich dann, wenn das Tier aus der Bewusstlosigkeit wieder
erwacht, sprich wenn Kreislauf und Atmung vor der irreparablen
Schädigung wieder anspringen (oder nie ausgesetzt haben). Keine Ahnung,
wie groß die Wahrscheinlichkeit für so etwas ist. Bin kein Jäger und
auch kein Arzt.

--
Gruß,
Ingo

Knut Piwonski

unread,
Jan 30, 2006, 2:44:00 AM1/30/06
to
Hallo!

BS>Bei einem VW Käfer auf Armlänge durch den Kotflügel ist das
BS>Loch nämlich kleiner.

Gehören Käfer jetzt auch zu jagbarem Wild?-)

mfG
KP

Bernd Schönlaub

unread,
Jan 30, 2006, 4:18:44 PM1/30/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Knut Piwonski <Knut_P...@b2.maus.de> schrieb

> Gehören Käfer jetzt auch zu jagbarem Wild?-)


Hallo Knut,

ich denke nicht, zumindest stehen sie nicht im BJG. ;-)


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Frank Hucklenbroich

unread,
Jan 31, 2006, 4:02:01 AM1/31/06
to
Am Mon, 30 Jan 2006 16:53:23 +0100 schrieb Ingo Thies:

> Also ich hatte das so in Erinnerung, dass die auf Vollast laufende
> Verdauung plus starke körperliche Belastung den Kreislauf derart
> belastet, dass zumindest untrainierte Menschen Kreislaufprobleme kriegen
> könnten.

Schon richtig - nur eben nicht dergestalt, daß man "zwei Stunden nach dem
Essen nicht ins Wasser" darf. Das ist so pauschal nun mal quatsch. Daß man
sofort nach dem Essen keine 30 Bahnen schwimmt, ist was ganz anderes - man
würde ja auch nicht nach dem Essen einen Marathon laufen.

> Es könnte natürlich sein, dass der Organismus da eine
> Überlastungssicherung hat, die bei plötzlicher hoher Beanspruchung die
> Verdauung terminiert (sprich man muss ko**en). Quasi ein biologisches
> fuel dumping.

Genau. Dazu gehört aber sehr viel mehr, als nach dem Essen in den Pool zu
springen und da etwas rumzuplanschen - da muß man sich schon richtig hart
anstrengen.



>> Und daß die plötzlich Kälte sofort zum Tod führt kann ich auch nicht so
>> recht glauben - wie machen das denn die finnischen Saunafreaks, die aus der
>> heißen Sauna raus ins Eiswasser springen?
>
> Die sind das gewohnt -> härtet ab.

Ja, vermutlich ist das tatsächlich so, daß man sich mit der Zeit an Kälte
gewöhnen kann. Bei mir in der Nachbarschaft lebt auch so ein Typ, der das
ganze Jahr durch mit kurzärmligem Hemd rumläuft - war schon ein ulkiger
Anblick, als der vor ein paar Tagen bei -10 Grad im kurzärmligen Hemd auf
die Bahn wartete, während alle anderen in dicken Winterjacken vor sich hin
bibberten. Wer weiß, vielleicht ist der ja irgendwo am Nordpol geboren
(obwohl er eigentlich ganz durchschnittlich aussieht) ;-)

> Eventuell könnte man auch
> Schrotschussresistenz trainieren... Freiwillige? ;-)))

Gucksdu MTV, Johnny Knoxville. Der hat derartige Stunts gemacht (vielleicht
nicht gerade mit Schrot, aber ich erinnere mich an eine Folge, wo er sich
hat mit Feuerwerksraketen beschießen lassen, und dann gabs auch mal was mit
Pfefferspray).

Grüße,

Frank

Peter Wernerus

unread,
Jan 31, 2006, 7:23:44 AM1/31/06
to
Frank Hucklenbroich schrieb:

> Schon richtig - nur eben nicht dergestalt, daß man "zwei Stunden nach dem
> Essen nicht ins Wasser" darf. Das ist so pauschal nun mal quatsch. Daß man
> sofort nach dem Essen keine 30 Bahnen schwimmt, ist was ganz anderes - man
> würde ja auch nicht nach dem Essen einen Marathon laufen.

Wobei im Wasser die Grundbelastung schon höher ist als beim Marathon. Im
Wasser wird einfach die Körperwärme stärker abgeleitet. Das hat einen
deutlich höheren Grundumsatz zur Folge. Bei einem schwachen Kreislauf
kann das schon reichen.

Grüße,
Peter Wernerus

Dirk Kamp

unread,
Jan 31, 2006, 10:08:32 AM1/31/06
to

"Kristian Neitsch" <kristian...@ufz.de> schrieb im Newsbeitrag
news:446oii...@news.dfncis.de...

> Bei Wildente andererseits nicht. BTDTGTT

Wildente - O.K. das T-shirt fehlt mir noch :)

Dirk


Dirk Kamp

unread,
Jan 31, 2006, 10:29:08 AM1/31/06
to
"Peter Wernerus" <peter.w...@rwth-aachen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:446rkh...@news.dfncis.de...

> Das heißt, wenn ich beim Hasen Schrot spucke war der Jäger zu nah?

Das heißt eigentlich, dass Du Fleisch erworben hast, das
nicht hätte verwertet werden dürfen :)

Dirk


Peter Wernerus

unread,
Jan 31, 2006, 10:40:02 AM1/31/06
to
Dirk Kamp schrieb:

Ich habe es nicht erworben. Soweit ich weiß war das ein Geschenk eines
befreundeten Jägers an meine Eltern. Wenn der Hase also Kugeln im Arsch
hat, wird er Normalerweise irgendwo verbuddelt/verbrannt?

Grüße,
Peter Wernerus

Ralph A. Schmid, DK5RAS

unread,
Jan 31, 2006, 10:46:40 AM1/31/06
to
Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> wrote:

>Ja, vermutlich ist das tatsächlich so, daß man sich mit der Zeit an Kälte
>gewöhnen kann. Bei mir in der Nachbarschaft lebt auch so ein Typ, der das
>ganze Jahr durch mit kurzärmligem Hemd rumläuft - war schon ein ulkiger
>Anblick, als der vor ein paar Tagen bei -10 Grad im kurzärmligen Hemd auf
>die Bahn wartete, während alle anderen in dicken Winterjacken vor sich hin
>bibberten.

Ganz so kraß bin ich nicht, aber ich trage prinzipiell kurzes Hemd
oder T-Shirt und eine meist dünne Jacke, mehr nicht. Bei Windstille
ist die Grenze für mich, ab der ich eine Jacke trage, so um 8 bis 10
Grad (plus), bei sonnigem Wetter ward ich schon knapp über dem
Nullpunkt ohne Jacke gesehn. Reine Gewöhnungssache.

Bernd Schönlaub

unread,
Feb 1, 2006, 3:24:38 AM2/1/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Peter Wernerus <peter.w...@rwth-aachen.de> schrieb

> Das heißt, wenn ich beim Hasen Schrot spucke war der Jäger zu nah?


Hallo Peter,

keineswegs! Dass ein Hase ohne Penetration
der Schrote zur Strecke kommt, das ist die
sehr seltene Ausnahme. Wenn dies doch 'mal
vorkommt, sollte man sich besser da ob der
Verwertbarkeit Gedanken machen. Vielleicht
kam der nämlich nur auf Grund verminderter
Kondition zum Tode.

Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Bernd Schönlaub

unread,
Feb 1, 2006, 3:15:23 AM2/1/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Dirk Kamp <dirk...@t-online.de> schrieb

> Das heißt eigentlich, dass Du Fleisch erworben hast, das
> nicht hätte verwertet werden dürfen :)


Hallo Dirk,

diese Aussage ist grottenfalsch und steht
in keiner Relation zum Fleischhygienegesetz.


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Dirk Kamp

unread,
Feb 1, 2006, 6:40:54 AM2/1/06
to
"Peter Wernerus" <peter.w...@rwth-aachen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:449emi...@news.dfncis.de...

> Dirk Kamp schrieb:
>> "Peter Wernerus" <peter.w...@rwth-aachen.de> schrieb im Newsbeitrag
>> news:446rkh...@news.dfncis.de...

>>>Das heißt, wenn ich beim Hasen Schrot spucke war der Jäger zu nah?

>> Das heißt eigentlich, dass Du Fleisch erworben hast, das
>> nicht hätte verwertet werden dürfen :)

> Ich habe es nicht erworben. Soweit ich weiß war das ein Geschenk eines
> befreundeten Jägers an meine Eltern.

Deine Eltern haben es nicht gekauft, aber _erworben_ :)
BTW das mit den Schrotkugeln kann passieren, weil es wirklich
kaum zu erkennen ist.

> Wenn der Hase also Kugeln im Arsch hat, wird er Normalerweise irgendwo
> verbuddelt/verbrannt?

Nope, der wird taktisch geschikt in der Botanik platziert so,
dass Füchse etc. eine gute Mahlzeit haben und der Jäger eine
weitere Jagdgelegenheit hat.

Dirk


Dirk Kamp

unread,
Feb 1, 2006, 9:42:02 AM2/1/06
to

"Bernd Schönlaub" <Be...@schoenlaub.de> schrieb im Newsbeitrag
news:drpr8n$1oh$03$1...@news.t-online.com...

> Bernd Schönlaub - Freckenfeld
> Be...@schoenlaub.de
> ________________________________________________________________________
> Dirk Kamp <dirk...@t-online.de> schrieb
>> Das heißt eigentlich, dass Du Fleisch erworben hast, das
>> nicht hätte verwertet werden dürfen :)
>
> Hallo Dirk,
>
> diese Aussage ist grottenfalsch und steht
> in keiner Relation zum Fleischhygienegesetz.

Hallo Bernd,

Du hast natürlich Recht. Ich habe auch nicht gesagt,
dass dies illegal wäre :), trotzdem achte ich immer
darauf, dass das Fleisch das ich abgebe möglichst
bleifrei ist.

Dirk


Bernd Schönlaub

unread,
Feb 2, 2006, 2:46:51 AM2/2/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Dirk Kamp <dirk...@t-online.de> schrieb
> trotzdem achte ich immer darauf, dass das Fleisch
> das ich abgebe möglichst bleifrei ist.

Hallo Dirk,

da widerspreche ich Dir sicher nicht!
Was von einer Kugel in Mitleidenschaft
gezogen wurde wird großzügig entfernt
und Kleinwild mit "Überlast" tut auch
als Luder oder Ausbildungshilfe noch
seine Dienste.

Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Benjamin Grund

unread,
Feb 2, 2006, 3:27:16 AM2/2/06
to
Am 01.Februar 2006, 09:24 schrieb Bernd Schönlaub:

> keineswegs! Dass ein Hase ohne Penetration
> der Schrote zur Strecke kommt, das ist die
> sehr seltene Ausnahme.

Wenn man ständig schon schießt, wenn der Hase noch zu nah dran ist, dann
vielleicht schon...


> Wenn dies doch 'mal vorkommt, sollte man sich
> besser da ob der Verwertbarkeit Gedanken machen.
> Vielleicht kam der nämlich nur auf Grund verminderter
> Kondition zum Tode.

[ ] Du hast die Wirkungsweise des Schrottschusses verstanden.

Gruß,
Benjamin

Bernd Schönlaub

unread,
Feb 3, 2006, 2:49:43 AM2/3/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Benjamin Grund <benjami...@t-online.de> schrieb

> Wenn man ständig schon schießt, wenn der Hase noch zu nah dran
> ist, dann vielleicht schon...


Hallo Benjamin,

ich vermisse den Zusammenhang Deines Satzes
mit dem was ich geschrieben hatte. Was willst
Du damit sagen?


> [ ] Du hast die Wirkungsweise des Schrottschusses verstanden.

die Wirkungsweise des Schrotschusses hatte
ich schon vor 30 Jahren verstanden.

Wie du weist, divergiert eine Schrotgarbe.
Wie Du auch weist, verlieren die Schrote
mit zunehmender Entfernung an Energie.
Ist der Hase so weit weg, dass es die
Schrote nicht durch den Pelz schaffen,
dann ist auch ausreichende Deckung nicht
mehr gewährleistet. Wodurch also sollte ein
gesunder Hase in guter Kondition dann verenden?


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Benjamin Grund

unread,
Feb 3, 2006, 3:59:47 AM2/3/06
to
Am 03.Februar 2006, 08:49 schrieb Bernd Schönlaub:

> die Wirkungsweise des Schrotschusses hatte
> ich schon vor 30 Jahren verstanden.

Du schreibst ja, dass man sich bei einem Hasen der ohne Penetration zur
Strecke kommt, Gedanken machen sollte. Eine Penetration ist beim
Schrottschuss aber eigentlich überhaupt nicht gewünscht. Der Tod wird
beim Schrotschuss durch eine Überreizung des Nervernsystems erreicht.
Diese Überreizung wiederum kommt durch das gleichzeitige Auftreffen von
Schroten auf dem Wildkörper zustande. Eine Penetration ist dazu aber
überhaupt nicht notwendig, sondern nur ein Nebeneffekt von Schüssen auf
zu kurzer Distanz.
Kommt also ein Hase ohne Penetration zur Strecke, dann ist das
normalerweise kein Grund sich Gedanken zu machen, denn das stellt
eigentlich den Idealfall dar.

Gruß,
Benjamin

Bernd Schönlaub

unread,
Feb 4, 2006, 1:24:42 AM2/4/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Benjamin Grund <benjami...@t-online.de> schrieb


Hallo Benjamin,

die ideale Schrotschussentfernung auf kleines Wild
liegt bei 25-40m. In dem Bereich ist bei einem guten
Schuß gewährleistet, dass eine hinreichede Anzahl
Schrote innerhalb kürzester Zeit mit noch moderater
Energie auftreffen. Bei noch kürzerer Distanz und einem
Volltreffer sind sowohl Eindringtiefe als auch Zahl der
Schrote zu hoch. Bei zu großer Entfernung, 60m und mehr,
reicht die Deckung der Garbe nicht mehr aus um sicher
durch Schock zu töten. Hasen die auf solche Distanzen
noch fallen haben i.d.R. nur noch wenige Glückstreffer
an sensibler Stelle; Kopf, Herz, Lunge. Um das von Dir
gewünschte zu erreichen, "ausreichende Deckung ohne dass
Schrote in den Wildkörper eindringen", bräuchte man
spezielle Munition, sitzene Hasen und feste Entfernungen.
Das ist in der Praxis nicht machbar.


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

Benjamin Grund

unread,
Feb 4, 2006, 3:04:03 AM2/4/06
to
Am 04.Februar 2006, 07:24 schrieb Bernd Schönlaub:

> Um das von Dir gewünschte zu erreichen, "ausreichende
> Deckung ohne dass Schrote in den Wildkörper eindringen",
> bräuchte man spezielle Munition, sitzene Hasen und feste
> Entfernungen. Das ist in der Praxis nicht machbar.

Das ist mir klar. Mir ging es ja aber eher darum, dass Du mit Deinen
Aussagen den Eindruck erweckt hast, dass eine Penetration für eine
tödliche Wirkung notwendig sei. Dies ist ja aber nicht der Fall. Die
paar bei normaler Schussentfernung eindringenden Schrote würden nur
durch die Verletzungen allein nicht zum Tode führen.
Aber vielleicht haben wir da auch einfach bischen aneinander
vorbeigeredet.

Gruß,
Benjamin

Bernd Schönlaub

unread,
Feb 5, 2006, 10:36:37 AM2/5/06
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
________________________________________________________________________
Benjamin Grund <benjami...@t-online.de> schrieb
> Das ist mir klar. Mir ging es ja aber eher darum, dass Du mit Deinen
> Aussagen den Eindruck erweckt hast, dass eine Penetration für eine
> tödliche Wirkung notwendig sei. Dies ist ja aber nicht der Fall.


Hallo Benjamin,

im Idealfall nicht notwendig,
aber in der Praxis unumgänglich.


> Die paar bei normaler Schussentfernung eindringenden Schrote
> würden nur durch die Verletzungen allein nicht zum Tode führen.

Nicht sofort, aber mit großer Wahrscheinlichkeit verzögert.
Zu Zeiten als die Besätze bei uns noch eine Bejagung erlaubten
kam es öfter mal vor, dass ein "Fernschuss" angetragen wurde.

Die seinerzeit eingesetzten Hunde waren noch erfahren und
spurtreu. Wenn denn ein auf solch unwaidmännische Distanz
beschossener Hase doch einige Schrote abbekommen hatte,
dann blieb ein guter Hund an ihm dran. Manchmal dauerte es
lange, bis er den Hasen brachte, aber er brachte ihn.
Einen gesunden Hasen kann ein einzelner Jagdhund nicht
fangen, zumindest nicht in 95% aller Fälle.

Was ich auch manchmal erlebt hatte war folgendes:
Der Schütze glaubte gefehlt zu haben, der Hase hatte
aber auf kurze oder mittlere Distanz einige wenige
Randschrote erwischt. Für die Hunde gab es keine
Anzeichen einer Verwundung und so brachen sie die
Verfolgung nach kurzer Hetze ab. Wie man es aber gewohnt
war, folgte man so weit es möglich war mit dem Auge.
Es war kein Einzelfall, dass nach mehreren hundert Metern
der Hase langsamer wurde, einen Bogen beschrieb und dann
einfach umfiel. Meisst war ein einzelnes Schrotkorn in
die Lunge eingedrungen.

So viel zu Theorie und Praxis.


> Aber vielleicht haben wir da auch einfach bischen aneinander
> vorbeigeredet.

Hmmm, bisschen. ;-)


Gruß, Bernd
________________________________________________________________________

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