auf Waffenboersen und in den Kleinanzeigenteil von DWJ u.a. sehe ich oft
Militaergewehre als Alt-Deko angeboten.
Worin unterscheidet sich diese Alt-Deko von den jetzigen
Deko-Abaenderungen und wie lange ist es her dass diese Alt-Deko
Abaenderungen durchgeführt wurden?
Als Bub vor ca. 25 Jahren hatte ich mal einen alten Deko-98k, der Lauf
war verschweisst und angebohrt, der Stossboden war durch einen
aufgeschweissten Keil unbrauchbar, mit scharf machen war da nichts zu
machen.
Wer also scharf auf scharf machen ist, kauft sich gleich einen Salut und
kommt durch reines Lauf wechseln ans Ziel, was macht also diese Alt-Deko
so besonders?
Schuetzengruss
Thomas
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.
Bei Gewehren müßte ich nachsehen, bei Pistolen weiß ich es noch so, daß
es genügte, den Lauf zuzuschweißen - vorher noch ein paar Löcher innen
rein! Der Lauf durfte nicht ohne Anwendung von Werkzeug (keine nähere
Angabe) ausgebaut werden können. Notfalls mußte er irgendwelche Nocken
aufgeschweißt bekommen, damit man ihn nicht einfach rausnehmen konnte.
Am Verschluß und sonstwo waren dann keine Änderungen nötig. Das heißt,
auch die kaputtgemachte Waffe konte bewegt und abgeschlagen werden, war
also bei weitem für Nicht-WBK-Besitzer noch eine sinnvolle
Sammelmöglichkeit.
Leider wurde diese meiner Meinung nach gute Vorschrift durch raffgierige
Händler kaputtgemacht, die zum Teil schon die Umbauanleitung und das
Rohmaterial mit anboten. Laufrohlinge waren damals auch noch frei.
Irgendwann mußte das den Behörden auffallen, worauf diese Möglichkeit
mit der Novelle 1976 abgeschafft wurde. Altdeko konnte beibehalten
werden.
Eine ähnliche Möglichkeit, Waffen frei zu erwerben, deren Munition nicht
auf der Munitionsliste von Triebel stand, war ebenfalls gegeben.
Schlagartig tauchten dann bei uns z.B. Carcanos und Argentinier
dämlichen Kalibers auf. Waren frei, waren ja kein Sicherheitsproblem.
Blöd wurde es erst, als die gleichen Händler die ebenfalls freie
Munition dann mitlieferten. Sowas konnte sich keine Staat bieten
klassen! Einzelne Patronen aus dem Ausland wären nicht
sicherheitsrelevant gewesen.
Kritisch war auch der Passus, daß man Munition auf dem Schießstand frei
erwerben durfte. Ich kenne Händler, die mit ihren ausländischen Kunden -
ich verkneife mir die Nennung der Nationalität - zum nächsten
(Luftpistolen?)-Schießstand gefahren sind und ihnen dort zigtausende von
9 para verkauft haben.
Dem momentanen Gewinn für Einzelne folgte prompt das Verbot für alle.
Ich bin nicht der Meinung, daß man alle schlucken muß, was von oben
kommt. In Anbetracht der Umstände und dem allgemeinen Trenm konnte man
jedoch - von wenigen Ausnahmen abgesehen - mit dem 72er WaffG leben. Man
mußte es nicht unbedingt durch Raffgier kaputtmachen.
Ich würde es begrüßen, wenn legal einen Möglichkeit geschaffen würde,
solche Waffen wie die Altdekos mit begrenzter Kontrolle wieder zu
erwerben, z.B. nur mit Prüfung der Zuverlässigkeit für eine Art roter
WBK ohne Befürfnisnachweis und ohne zusätzliche wesentliche
Eintragungskosten.
MF.
tm...@my-deja.com wrote:
>
> Hallo,
>
> auf Waffenboersen und in den Kleinanzeigenteil von DWJ u.a. sehe ich oft
> Militaergewehre als Alt-Deko angeboten.
>
> Worin unterscheidet sich diese Alt-Deko von den jetzigen
> Deko-Abaenderungen und wie lange ist es her dass diese Alt-Deko
> Abaenderungen durchgeführt wurden?
>