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Taurus Rev.357mag gesprengt

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Dirk Törmer

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Sep 19, 2001, 9:47:15 AM9/19/01
to
Hallo erstmal...

bei einem Probeschießen im örtlichen Schützenverein bin ich mit einem mehr
oder weniger merkwürdigen Ereignis konfrontiert worden:

Ein Revolver der Marke "TAURUS" cal.357mag hat sich gesprengt. Die
verwendete Munition war nach Aussage des schützen Standardmunition der Marke
"FIOCHI" - nicht selbstgeladen / fehllaboriert / fehlkalibriert. Der Lauf
(4"; kein Wechselsystem) ist aus der Verankerung gerissen worden, hat dabei
die Verankerung gesprengt und die Trommel so eingeklemmt, daß sie sich zwar
noch drehen, aber nicht mehr ausschwenken läßt. Insofern war es Glück im
Unglück für den Schützen, daß ihm nicht schlimmeres passiert ist als der
Verlust seiner Waffe. Dabei hat es mich gewundert, daß die Waffe
Beschußmarken deutscher Herkunft hatte und auch für sehr hoch laborierte
Nitro-Munition zugelassen war. Nach Meinung aller anwesenden kann der
Schaden nur auf einen Materialfehler (Haarriß) zurückzuführen sein.

Kommt so etwas bei Trommelrevolvern oft vor? Wie sicher sind Schützen vor
möglichen Materialfehlern? - Immerhin wurde die Waffe für den deutschen
Markt zugelassen und anscheinend von einer deutschen Stelle auf fehler
geprüft...

Da ich in absehbarer Zeit eine eigene Waffe erwerben möchte, bin ich
diesbezüglich doch etwas besorgt - immerhin könnte mehr passieren als daß
nur der Lauf abfällt.

Gruß Dirk


Marco Schmidt

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Sep 19, 2001, 11:41:28 AM9/19/01
to
Hallo Dirk,

"Dirk Törmer" schrieb:
>
> [Taurus-Sprengung]


> Insofern war es Glück im
> Unglück für den Schützen, daß ihm nicht schlimmeres passiert ist als der
> Verlust seiner Waffe.

Sehr großes Glück.


> Dabei hat es mich gewundert, daß die Waffe
> Beschußmarken deutscher Herkunft hatte und auch für sehr hoch laborierte
> Nitro-Munition zugelassen war.

Diese Angabe ist sehr wichtig! (Siehe unten)


> Nach Meinung aller anwesenden kann der
> Schaden nur auf einen Materialfehler (Haarriß) zurückzuführen sein.

Leider habe ich die Waffe nicht gesehen. Zum Haarriss (allg.)
nur soviel:
Liegt tatsächlich ein Haarriss vor, so ist dieser an der Bruch
bzw Rißstelle erkennbar. Ein Teil der Rißfläche ist dann
dunkler als der Rest der frisch gerissen ist.

Üblicherweise würde ich aber eher der Munition die
Schuld in die Schuhe schieben, denn Revolver gehören
zu den stabilsten Faustfeuerwaffenkonstruktionen.
Das (ein) Beschussamt prüft JEDE Waffe mit mind.
2 Schuß. Diese Munition wird vom Beschussamt meist
selbst geladen und ist mit mind. 30 % über der max.
zugelassenen Ladung für das jeweilige Kaliber nach CIP
laboriert. Anschließend erfolgt eine Prüfung JEDER
Waffe.


> Kommt so etwas bei Trommelrevolvern oft vor? Wie sicher sind Schützen vor
> möglichen Materialfehlern? - Immerhin wurde die Waffe für den deutschen
> Markt zugelassen und anscheinend von einer deutschen Stelle auf fehler
> geprüft...

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Revolver *so* kaputt geht,
ist geringer, als bei Pistolen. Meines Erachtens war dafür aber
die Munition verantwortlich.
Fabrikationsfehler bei Munition kommen häufiger vor, als
man denkt. Meist ist aber eher zu wenig Pulver verladen.
Hören (als Laie) kann man das am besten auf einem Langwaffen
kk-Stand. Wenn man eine Weile zuhört, fällt besonders bei
billiger Munition immer mal wieder ein schlapper Schuss auf.

Materialfehler, besonders bei Waffen, sind beim Endnutzer
sehr selten. Die meisten werden schon bei der Herstellung
festgestellt oder aber beim Beschussamt. Selbst da gibt es
nur selten soetwas.


> Da ich in absehbarer Zeit eine eigene Waffe erwerben möchte, bin ich
> diesbezüglich doch etwas besorgt - immerhin könnte mehr passieren als daß
> nur der Lauf abfällt.

Ein gewisses Restrisiko ist nie auszuschließen, aber ...
Waffen sind so ziemlich der einzige Produktbereich
der *fast* ewig hält. (Sicherheitstechnisch gesehen)


Gruß
Marco


Matthias Mosch

unread,
Sep 19, 2001, 3:13:53 PM9/19/01
to
> Ein Revolver der Marke "TAURUS" cal.357mag hat sich gesprengt. Die
> verwendete Munition war nach Aussage des schützen Standardmunition der
Marke
> "FIOCHI" - nicht selbstgeladen / fehllaboriert / fehlkalibriert. Der Lauf
> (4"; kein Wechselsystem) ist aus der Verankerung gerissen worden, hat
dabei
> die Verankerung gesprengt und die Trommel so eingeklemmt, daß sie sich
zwar
> noch drehen, aber nicht mehr ausschwenken läßt. Insofern war es Glück im
> Unglück für den Schützen, daß ihm nicht schlimmeres passiert ist als der
> Verlust seiner Waffe. Dabei hat es mich gewundert, daß die Waffe
> Beschußmarken deutscher Herkunft hatte und auch für sehr hoch laborierte
> Nitro-Munition zugelassen war. Nach Meinung aller anwesenden kann der
> Schaden nur auf einen Materialfehler (Haarriß) zurückzuführen sein.
>
> Kommt so etwas bei Trommelrevolvern oft vor? Wie sicher sind Schützen vor
> möglichen Materialfehlern? - Immerhin wurde die Waffe für den deutschen
> Markt zugelassen und anscheinend von einer deutschen Stelle auf fehler
> geprüft...
>
> Da ich in absehbarer Zeit eine eigene Waffe erwerben möchte, bin ich
> diesbezüglich doch etwas besorgt - immerhin könnte mehr passieren als daß
> nur der Lauf abfällt.

Hallo

Eine 44.Magnum ist nun wirklich eine Hammer. Wenn man nicht gerade einen
Ruger Super-Redhawk sein Eigen nennt, kommen einem manchmal schon bedenken
über die Haltbarkeit des Materials. Ich habe einen 629 Classic mit 6,5" Lauf
und es haben schon einige Kilogramm Nitropulver an dem Material genagt. Vor
allem die erodierte Rahmenbrücke über dem Lauf scheint schon recht groß
(nicht gemessen). Muß schon ein sehr gutes Material sein das Smith&Wesson da
verbaut, zumal die Materialstärken im Vergleich zu Mitbewerbern weniger
sind.
Wer schon einmal das Visier heruntergebaut hat, wundert sich das die
Rahmenbrücke an der Stelle nochmals per Fräsung geschwächt wurde.
Die Waffe, speziell die Trommel sprich Patronenlager sollten gut entfettet
sein. Eine Öltriefente Trommelbohrung bietet der Hülse wenig halt und der
Rahmen muß nochmehr Kräfte aufnehmen weil die Hülse ungehindert Richtung
Stoßboden drückt.
Bei einer Staubtrockenen Trommel muß die Trommellagerung einen Teil der
Kraft aufnehmen und entlastes damit den Rahmen.
Gegen die Rahmenerosion durch hochgespannte Gase giebt es von Peter Abel
einen "gas cutting" Ring aus hochfester Folie.

Gruß Matthias


Kerstin Petermann

unread,
Sep 21, 2001, 3:46:33 AM9/21/01
to

"Dirk Törmer" wrote:

>
>
> Ein Revolver der Marke "TAURUS" cal.357mag

...

Taurus war für mich schon immer Inbegriff des Schlechten.

Ich würde mir bei Revolvern einen Ami zulegen.
Da sind die Preise im Verleich zu Korth oder Manurhin noch einigermaßen human...

--
viele liebe Grüße, Kerstin


Kerstin Petermann

unread,
Sep 21, 2001, 3:50:22 AM9/21/01
to


>
>
> Meist ist aber eher zu wenig Pulver verladen.
>

Zu wenig Pulver kann auch fatale Folgen haben!!!!

Wenn die Ladedichte zu gering ist, kann es zum "second burn" -Effekt kommen,
bei dem die Pulvergase detonieren.

Dann ist es mit Deiner Waffe auch fobai....


--
viele liebe Grüße, Guido


Bernd Schönlaub

unread,
Sep 21, 2001, 5:37:46 AM9/21/01
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Guido Petermann <kerstinp...@web.de> schrieb

> Zu wenig Pulver kann auch fatale Folgen haben!!!!
> Wenn die Ladedichte zu gering ist, kann es zum
> "second burn" -Effekt kommen, bei dem die Pulvergase
> detonieren. Dann ist es mit Deiner Waffe auch fobai....


Hallo Guido,

Ich lade ja *erst* seit 25 Jahren meine Patronen selbst,
aber auch da kann es schon mal vorkommen, daß noch Lücken
zu füllen sind ;-).
Ich war der Meinung, daß das nur bei Schwarzpulverpatronen
passieren könne, lasse mich aber gerne eines Besseren
belehren. Hast Du Quellenangaben?


Gruß, Bernd

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


Rainer Baumgartner

unread,
Sep 21, 2001, 10:13:52 AM9/21/01
to
On Fri, 21 Sep 2001 09:46:33 +0200, Kerstin Petermann
<kerstinp...@web.de> wrote:

Namd !

Ich hatt da letztens ein Angebot einer Röhm RG ?? in .44 Magnum. Ja,
wirklich Röhm, die mit Platzpatronenrevolver und so. Das Ding erweckte
einen so labbrigen Eindruck, das ich wirklich skrupel gehabt haette,
da eine Patrone draus zu verschiessen. Das Dingens hatte aber
(natürlich) auch einen Deutschen Beschusstempel......

>Taurus war für mich schon immer Inbegriff des Schlechten.

Ja, haett ich irgendwie auch kein richtiges Vertrauen zu...


>Ich würde mir bei Revolvern einen Ami zulegen.
>Da sind die Preise im Verleich zu Korth oder Manurhin noch einigermaßen human...

Es muss ja nicht gleich ein S&W sein. Ich hab mir erst letztens einen
Ruger Super RedHawk in .44Mag zugelegt. Das Ding ist relativ günstig,
und Rahmen wirklich für mehr gedacht (immerhin gibts den gleichen
Rahmen auch in der .454cas variante).
Ich bin von dem Ding immer noch mehr als angenehm überzeugt.

Gruss

Charlie
--
Wo die Vernunft im Hause fehlt,
da wird ein andrer Weg gewaehlt !
----

Tom

unread,
Sep 21, 2001, 11:32:29 AM9/21/01
to
Hi Dirk, hi Folks,

vor längerem hab ich in irgendeiner (dt.) Waffenzeitschrift über sowas
ähnliches gelesen. Da war die "Magnumrille" schuld: Oberhalb vom Übergang
"fräsen" die heißen Gase an der Trommelmündung von der Rahmenbrücke auf
Dauer Material weg.
Sollte man bei einer Gebrauchtwaffe immer kontrollieren. (Gut Putzen an
dieser Stelle hilft übrigens ein bißchen, wirkt aber keine Wunder).

Ich hab mir vor 1,5 Jahren einen "Billigrevolver" (6", Rossi, .357Mag) vom
"Waffenhändler meines Vertrauens" gebraucht für rd. 400,- gekauft, das Ding
schießt perfekt und besagte Rille wächst kein bißchen.
Mit einem Taurus Raging Bull hab ich .454 Casull geschossen und bin
"begeistert" - nachdem ich gesehen hab, wie von einem Uberti Casull-Single
Action innerhalb der ersten 100 Schuß die Vernickelung wegblättert...

IMHO: Der Waffenhändler ist (wie auch beim Gebrauchtwagenkauf der Profi)
unverzichtbar, zumal man da das Teil auch wieder hintragen kann, wenn es
Probleme gibt...

Ansonsten: Viel Glück! *grins

CU, Tom


Michael Eggers

unread,
Sep 24, 2001, 2:31:07 PM9/24/01
to

"Bernd Schönlaub" <Be...@schoenlaub.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9of1po$1jk$02$1...@news.t-online.com...

> Hallo Guido,
>
> Ich lade ja *erst* seit 25 Jahren meine Patronen selbst,
> aber auch da kann es schon mal vorkommen, daß noch Lücken
> zu füllen sind ;-).
> Ich war der Meinung, daß das nur bei Schwarzpulverpatronen
> passieren könne, lasse mich aber gerne eines Besseren
> belehren. Hast Du Quellenangaben?

Der Mann hat recht. Bei Laborierungen mit besonders heißen Pulversorten in
z.B. .357mag. ist es sogar günstig, die verbleibende "Luft" durch z.b.
Zellstoff zu füllen. Quelle: Buch von Dynamit Nobel, Artikel müßte ich
raussuchen.
Ist aber eigentlich kein Geheimnis und wurde bei mir sogar auf dem
Sprengstofflehrgang angesprochen. Man sollte das Pulver u.a. auch danach
aussuchen, das die Patrone möglichst gut gefüllt ist. (Stichwort:
Pressladung ;-)))
Gruß
Michael

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