> DerThomas schrieb:
>
> > Ich habe mal eine Frage an euch:
> > Weiß jemand, warum sich bei einem Nachbrenner eines Flugzeuges in den
> > Flammen Kegel bilden?
"Florian Göllner" <flo...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3ABD9883...@gmx.de...
[...]
> Die Kegel sind also nur
> Nebenprodukt und entstehen ähnlich wie beim Bunsenbrenner!
> Ich hoffe, dass das richtig ist.
Hä?! Ich glaube du missverstehst die Frage. Man sieht auf Bildern/Filmen den
Flammenstrahl des Nachbrenners mit Kreisen, die am Rand der Flamme
verlaufen, sozusagen quer zur Flugrichtung (also wie eine Ummantelung des
Strahl).
Ein Beispiel fand ich grad hier:
http://www.1000pictures.com/view.htm?caircraft/special+fBlackbird-4.jpg+x602
+y359
Hier sind das allerdings eher kleine Kugeln, statt wie sonst Ringe.
Ich habe solche Flugzeuge noch nie in Echt gesehen, man müsste erstmal
abklären, ob dieser Effekt erst durch die Kamera zustande kommt, oder auch
mit blossem Auge wahrzunehmen ist. Nachdem diese Ringe allerdings auf
Bildern zu sehen sind, sowie auf Filmen wie eine stehende Welle in der
Flamme bleiben, vermute ich, dass sie tatsächlich vorliegen und auch mit dem
Auge so zu sehen sind.
Vielleicht werden sie durch die Druckschwankungen (wegen Schallwelle) oder
einen pulsierenden Ausstoß (? :) ) erzeugt.
Die Ringe enstehen wohl nicht erst durch den Nachbrenner (werden dadurch
aber verstärkt), denn auch kleine Raketen von z.B. Apaches zeigen diese.
Auf Klärung hoffend,
Armin
Armin Welker schrieb:
BRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR!
Halt!!!
Flasch
Das Phänomen ist einfach erklärt.
Der Gasstrahl aus der Schubdüse ist nicht angepasst und expandiert in
der freien Umgebung (also nach der Düse) nach.
Das, was man sieht sind die jeweils auftretenden Verdichtungsstösse.
Die Lage ergibt sich demnach in Abhändigkeit von Temperatur,
Geschwindigkeit und Druck des Gasstrahls und von Temperatur und Druck
der Umgebung.
HTH,
Robert
--
-----|-----
*>=====[_]L)
-'-`-
If it can't hover, it really doesn't fly, does it?
[]
>Aber die Punkte bzw. Ringe bei Strahltriebwerken im Nachbrenner könnten
>glaube ich, weiß es aber nicht genau durch die Trägheit des Auges oder
>der Kammera entstehen wie das Flimmern eines Monitors oder soweiter.
>Also dass durch den etwas pulsierenden Antrieb
Pulsierender Antrieb? Sag' mir jetzt ganz schnell, ob Du schon
Strahltriebwerke in Betrieb gesehen hast?
> eine Pulsrate zustande
>kommt, der die Flamme wie in Ringen oder Kugeln erscheinen lässt. Was
>die Kegel und Ringe um den Flammenstrahl angeht, lönnte ich mir
>vorstellen, dass es sich um Luftverwirbulungen von z.B. steuerbaren
>Heckdüsen handelt.
Mal die dumme Gegenfrage: Wie erklärst Du Dir dann, dass es auch an
nicht steuerbaren Heckdüsen auftritt?
>Bitte lasst mich wissen, was ihr davon haltet.
[x] NICHTS!
Lies einfach meine Erklärung.
Gruss,
Robert
PS.: learn to quote - dringend.
--
Realnames, wozu? - http://www.wschmidhuber.de/realname/index.html
Gib TOFUs und Vollquotteln keine Chance - http://learn.to/quote
Infos für Neulinge und Alte Hasen - news:de.newusers.infos
Windows und seine Tücken - http://www.winfaq.de/master.htm
Also soweit ich weiß ( oder wurde das schon gesagt ??? ), kommen diese Kegel
von dem Nachbrenner. Dieser erzeugt pulsierende Stoß/Schockwellen. Diese
Antriebsart ist besonders für Hochgeschwindigkeitshöhenflüge geeignet, aber
warum, da bin ich überfragt...
Bye
Armin Welker <k...@earthling.net> schrieb in im Newsbeitrag:
99ol8n$ti1$01$1...@news.t-online.com...
Wieso: bei der V1 hat es pulsiert...
--
herzliche und liberale Grüße, Guido
NVA-Optik: http://home.nexgo.de/thuernagel/index.htm
>Guido Thuernagel schrieb: Wieso: bei der V1 hat es pulsiert...
Den Antrieb einer V1 kann man nicht mit einem herkömmlichen Strahltriebwerk
vergleichen. Es handelte sich um eine Pulsostrahltriebwerk. Dies bestand aus
einem simplen Rohr, dass sich etwa in der Mitte etwas verjüngte. An dieser
Stelle wurde die von vorne einströmende Luft verdichtet, dazu wurde
Treibstoff eingespritzt und gezündet. Voraussetzung war allerdings, dass
genügend Luft einströmte. Dies konnte nur durch den Katapultstart oder das
Abwerfen der Waffe aus der Luft (He 111 als Trägermaschine) erreicht werden.
Die entstehende Explosion in dem Rohr verursachte durch den Austritt nach
hinten den nötigen Vortrieb des Vogels. Dieser Vorgang mußte sich dann alle
paar zehntel Sekunden wiederholen. Daher auch das Erscheinungsbild eines
pulsierenden Austriebsrohres. Die sich ständig wiederholenden Zündungen
waren auch der Grund für den 'knatternden' Sound der V1. Daher war sie schon
sehr früh für die vorgeschobenen Beobachter auf der englischen Insel
erkennbar bzw. hörbar und gab den Abwehrjägern die Chance, die V1
rechtzeitig zu erreichen und durch Abschuß oder Berührung zum Absturz zu
bringen.
Das Prinzip dieses Staustrahlantriebes hat sich im Prinzip bis heute
erhalten. Es nennt sich jetzt Scram-Jet und wir z.B. von der 'Aurora' als
Antrieb verwendet. Allerdings haben sich die Technologie dermaßen
weiterentwickelt, dass man mit Scram-Jets enorme Geschwindigkeiten erreichen
können sollen. Geplant sind irgendwann mal Machzahlen zwischen 5 und 7.
Die Vorteile solcher Antriebe: Hohe Geschwindigkeiten, geringer
Treibstoffverbrauch. Angeblich sollen auch große Höhen erreicht werden, was
ich mir allerdings nicht vorstellen kann, da auch Scram-Jets von 'Luft'
abhängig sind, und die wird ja bekanntlich dünner, je höher man fliegt.
Vielleicht weiß jemand mehr. Würde mich interessieren.
Grüsse
Wolfgang
Wolfgang Saggau wrote:
>
> Hi Guido
>
> >Guido Thuernagel schrieb: Wieso: bei der V1 hat es pulsiert...
>
> Treibstoffverbrauch. Angeblich sollen auch große Höhen erreicht werden, was
> ich mir allerdings nicht vorstellen kann, da auch Scram-Jets von 'Luft'
> abhängig sind, und die wird ja bekanntlich dünner, je höher man fliegt.
> Vielleicht weiß jemand mehr. Würde mich interessieren.
> Grüsse
> Wolfgang
mit steigender Höhe wird zunehmend Sauerstoff zum Treibstoff gegeben,
gleichzeitig
wird der Querschnitt vor der Brennkammer reduziert, bis zum kompletten
Abschluß.
Letztendlich hat man dann ein "weltraum"-taugliches Treibwerk.
Allerdings ist mir kein Flugobjekt bekannt das tatsächlich so ein
Triebwerk einsetzt.
Gruß Micha
Michael Beutling schrieb:
die ami. lockheed X-15 hatte so ein triebwerk, war aber nur testflugzeug.
flog mit über MACH 6 in ca.100 km höhe !
cu
frank
>Frank Feuster schrieb:
> die ami. lockheed X-15 hatte so ein triebwerk, war aber nur
testflugzeug.
> flog mit über MACH 6 in ca.100 km höhe !
Da bist du anscheinend einer Fehlinformation aufgesessen.
Die North American X-15 war eine reine bemannte Rakete.
Sie war mit einem regulierbaren XLR99-RM-2
Einkammer-Flüssigkeils-Raketenmotor ausgerüstet.
Die X-15 galt trotzdem als Flugzeug, weil sie zum Einen bemannt war
und zum Anderen über Steuerflächen verfügte, die es ihr erlaubten,
innerhalb der Atmosphäre die X-15 wie ein herkömmliches Flugzeug zu
steuern.
Daher ist die X-15 in diesem Sinne auch das einzige Flugzeug, dass die
Erde verlassen hat und sich im Weltraum bewegt hat. Damit hat sie den
inoffiziellen Höhenweltrekord mit 107.690 m mit dem Piloten Joe Walker
aufgestellt. Natürlich hält die X-15 auch den absoluten
Geschwindigkeitsweltrekord mit 7.270 km/h (M. 6,70), geflogen im
Herbst 1967 von Bill Knight.
Übrigens, auch der erste Mann auf dem Mond, Neill Armstrong, war
ursprünglich X-15 Testpilot.
Die Entwicklung der X-15 wurde aus verschiedenen Gründen eingestellt.
Ein Grund war die umfangreiche Technologie zur Kühlung des Flugzeugs,
da es ja vom Weltraum in die Atmosphäre wieder eintreten mußte.
Das Space-Shuttle hatte ja mit den gleichen Problemen zu kämpfen,
wurde aber anstelle einer Kühlung mit den bekannten Kacheln
ausgerüstet. Auch die letzten X-15 hatten testweise eine
wärmeabsorbierende Beschichtung. Trotzdem verlief ihre
Weiterentwicklung leider im Sande. Sie hat aber sicherlich schon in
den Sechzigern wichtige Hinweise auf zukünftige Entwicklungen
geliefert.
Die letztens verunglückte Aurora war wohl, wenn man sich die Fotos
ansieht, sicherlich nicht die endgültige Ausführung. Nur um es noch
mal klar zu erwähnen: Dieses Flugzeug soll mit Scram-Jets ausgerüstet
sein, also nicht mit Raketen. Über nähere Daten werden wir sicherlich
in absehbarer Zeit über die seriösen Luftfahrtzeitschriften
informiert werden. Spekulationen halte ich zu diesem Zeitpunkt für
müßig.
Grüsse
Wolfgang
Wolfgang Saggau schrieb:
jau,
danke für die info :-))
da hat wohl das buch in dem ich die sachen gelesen hab mist geschrieben.
cu
frank
>Frank Feuster schrieb:
> jau,
> danke für die info :-))
> da hat wohl das buch in dem ich die sachen gelesen hab mist
geschrieben.
macht ja nix, gell. Ich beschäftige mich jetzt seit fast 40 Jahren mit
Luftfahrt. Jetzt rate mal, wie alt ich bin - allerdings, den
Weihnachtsmann hast du nicht vor dir (von wg mit 4 Rentieren durch die
luft segeln und so)
Nein, aus privaten Gründen bin ich schon als Kleinkind damit
angefangen, bevor ich überhaupt wußte, was Buchstaben sind (es gibt ja
auch Bilderbücher)
Aber es wird soviel Mist geschrieben.
Nur kurzes Beispiel, damits kein OT wird. Da erscheint Anfang der
sechziger Jahre in einem Luftfahrtnachschlagewerk ein Beitrag über ein
neues Flugzeug (Hawker Hunter). Technische Daten waren damals, weil's
eben ein ganz neues Flugzeug war, nicht immer richtig bzw. sehr genau,
weil geheim.
Heute kann man solche Daten natürlich überprüfen, aber komischerweise
erscheint da ein Buch mit exakt den gleichen (falschen) Zahlen, wie in
dem aus dem Jahr 1962.
Es handelte sich damals eine Standardwerk (von Kens/Nowarra). Ergo
wird aus einem dreißig Jahre alten Buch abgeschrieben.
Selbst seriöse Journalisten kennen anscheinend keine Skrupel und
schreiben ab, dass sich die Balken (bzw. Flügel) biegen.
Da ich selbst manchmal als Journalist (allerdings auf anderem
Sachgebiet) tätig bin, kenne ich meine Kollegen.
Es ist leider keine Seltenheit. Traue keinem Politiker und keinem
Sachbuch.
Wer sich aus seriöser Quelle qualifiziert informieren will, sollte
Zeitschriften bevorzugen, wie (Beispiele) Flug Revue, Flieger Revue,
Jet & Prop, Flugzeug, hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der
Vorteil, den man natürlich gleich mitgeliefert bekommt, ist die
absolute Aktualität.
Ansonsten kann ich nur das Internet empfehlen, in dem es immer mehr
entsprechende Angebote gibt. Die Web-Seiten der Flug Revue und der
Flieger Revue sind hervorragend. Hier ist man nicht hinter Geld her,
sondern bietet den Lesern in Form von z.B. Nachschlage werken
wunderbare Informationen.
Grüsse
Wolfgang
>Wer sich aus seriöser Quelle qualifiziert informieren will, sollte
>Zeitschriften bevorzugen, wie (Beispiele) Flug Revue, Flieger Revue,
>Jet & Prop, Flugzeug, hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der
>Vorteil, den man natürlich gleich mitgeliefert bekommt, ist die
>absolute Aktualität.
Ist schon etwas gewagt, die obengenannten Magazine als qualifiziert zu
bezeichnen. Es handelt sich letztendlich um von Laien für Laien
geschriebene Publikationen, die fundiertes Halbwissen vermitteln. Das
ist ja auch okay so.
Selbst der gern und oft zitierte Wälzer JANE'S ALL THE WORLD'S
AIRCRAFT enthält aus dem Kontext gerissenes Datenmaterial vornehmlich
aus Herstellerbroschüren, mit denen sich ernsthaft (vergleichende
Bewertung) nicht viel anfangen läßt. Ein ernsthafter Vergleich
beispielsweise einer Boeing mit einem Airbus ist mit diesem
Datenmaterial nicht durchführbar. Das gilt übrigens genauso für die
Herstellerbroschüren!
Die obengenannten Quellen sind sicherlich geeignet, sich einen
ungefähren Überblick zu verschaffen, mehr aber auch nicht.
Burkhard
RLHDLW
Berlin, Germany
visit my aircraft walkaround galleries at
http://www.b-domke.de/AviationImages.html
>Burkhard Domke schrieb:
> Ist schon etwas gewagt, die obengenannten Magazine als qualifiziert
zu
> bezeichnen. Es handelt sich letztendlich um von Laien für Laien
> geschriebene Publikationen, die fundiertes Halbwissen vermitteln.
Das
> ist ja auch okay so.
Siehst du, da sind wir uns doch einig.
Wenn du dir so manches Posting durchliest, erkennst du, dass es oft
Newbies oder halt 'Ahnungslose' sind, die Fragen beantwortet haben
möchten. Und für genau diese Personengruppe halte ich die von mir
erwähnten Publikationen für sehr empfehlenswert.
Artikel, die in Jet & Prop erscheinen haben übrigens aufgrund der
Qualifikation ihrer Autoren schon sehr oft dazu beigetragen
historische Irrtümer aufzuklären. Gerade bei dieser Zeitschrift halte
ich es nicht für "gewagt" sie als qualifiziert zu bezeichnen.
Die von mir ebenfalls erwähnte Flieger Revue widmet sich von ihrem
Konzept her (traditionsbedingt) historischen Flugzeugen des ehemaligen
Ostblocks und ebenso der russischen Raumfahrt, beides Themen, die in
'westlichen' (auch ausländischen) Publikationen eher stiefmütterlich
behandelt werden.
> Selbst der gern und oft zitierte Wälzer JANE'S ALL THE WORLD'S
> AIRCRAFT ...
'Janes' hab' ich nicht erwähnt. Allerdings sollte sich jeder selbst
ein Bild von der jeweils aktuellsten Ausgabe von 'Janes all the worlds
aircraft' zu machen. Die Zahlen und Bewertungen aus dem 'Janes' kann
jeder mit Hilfe des Internets verifizieren.
Mfg
Wolfgang
>'Janes' hab' ich nicht erwähnt. Allerdings sollte sich jeder selbst
>ein Bild von der jeweils aktuellsten Ausgabe von 'Janes all the worlds
>aircraft' zu machen. Die Zahlen und Bewertungen aus dem 'Janes' kann
>jeder mit Hilfe des Internets verifizieren.
Hallo Wolfgang,
Nehmen wir mal an, man würde feststellen, daß die Zahlen aus dem
JANE's mit den im WWW verfügbaren Zahlen übereinstimmen...verifiziert
das die Zahlen?
Davon abgesehen sind die daten ja immer von der Qualität
"Höchstgeschwindigkeit" oder "Gipfelhöhe" oder "maximale Zuladung".
Was fehlt sind die eigentlich interessanten Leistungsmerkmale, z.B.
wie schnell kann die Höchstgeschwindigkeit erreicht werden, bei
welcher Zuladung, wie lange kann sie gehalten werden, und welche
Manövrierfähigkeit ist bei dieser Geschwindigkeit noch gegeben. Aber
genau das sind die Eigenschaften, die für einen Vergleich
ausschlaggebend sind...
Zugegeben, meine Kritik bezüglich "qualifiziert" war etwas pauschal.
Verglichen mit Magazinen wie Aviation Week, FLIGHT International, AIR
International oder Interavia ist die FLUG Revue aber spätestens seit
dem Ableben von Hans Redemann ziemlich mau.
Enthusiastenblätter wie Flugzeug und Jet&Prop sind natürlich insofern
interessant, als dass hier häufig Zeitzeugen zu Wort kommen, die dann
in der Tat mit so manchem Mythos aufzuräumen vermögen. Aber auch hier
vergleiche man beispielsweise mit AIR Enthusiast oder Wings of Fame.
Da liegen Welten dazwischen.
Ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass
a) es für deutschsprachige Publikationen einen nur begrenzten Markt
gibt und
b) es im deutschsprachigen Raum kaum wahre Lichtgestalten unter den
Autoren gibt. Man vergleiche mal Dressel/Griehl oder Radinger/Schick
mit Autoren wie Smith/Hitchcock, Green/Swanborough oder gar Rene J.
Francillon und Jay Miller.
>Wolfgang Saggau" wrote:
>
>
>>Wer sich aus seriöser Quelle qualifiziert informieren will, sollte
>>Zeitschriften bevorzugen, wie (Beispiele) Flug Revue, Flieger Revue,
>>Jet & Prop, Flugzeug, hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der
>>Vorteil, den man natürlich gleich mitgeliefert bekommt, ist die
>>absolute Aktualität.
>
>Ist schon etwas gewagt, die obengenannten Magazine als qualifiziert zu
>bezeichnen. Es handelt sich letztendlich um von Laien für Laien
>geschriebene Publikationen, die fundiertes Halbwissen vermitteln. Das
>ist ja auch okay so.
>Selbst der gern und oft zitierte Wälzer JANE'S ALL THE WORLD'S
>AIRCRAFT enthält aus dem Kontext gerissenes Datenmaterial vornehmlich
>aus Herstellerbroschüren, mit denen sich ernsthaft (vergleichende
>Bewertung) nicht viel anfangen läßt. Ein ernsthafter Vergleich
>beispielsweise einer Boeing mit einem Airbus ist mit diesem
>Datenmaterial nicht durchführbar. Das gilt übrigens genauso für die
>Herstellerbroschüren!
>Die obengenannten Quellen sind sicherlich geeignet, sich einen
>ungefähren Überblick zu verschaffen, mehr aber auch nicht.
Hallo Burkhard,
ich sag' nur: full ACK!!!
Noch ein Wort zur Aktualität: Bei allen oben genannten "Quellen" wäre
ich da sehr sehr vorsichtig.
Es gibt nämlich nichts, was sich nicht nochmal aufkochen liesse, um es
nochmal gewinnbringend zu verkaufen, vor allem alte Fotos.
Ob die stimmen fragt zunächst ja niemand. Hauptsache bunt.
Gruss,
Robert
PS.: Absichtlich fullquote - sowas kann nicht oft genug wiederholt
werden.
>On Tue, 3 Jul 2001 13:02:55 +0200, "Wolfgang Saggau" <sag...@web.de>
>wrote:
>
>>'Janes' hab' ich nicht erwähnt. Allerdings sollte sich jeder selbst
>>ein Bild von der jeweils aktuellsten Ausgabe von 'Janes all the worlds
>>aircraft' zu machen. Die Zahlen und Bewertungen aus dem 'Janes' kann
>>jeder mit Hilfe des Internets verifizieren.
>
>Hallo Wolfgang,
>
>Nehmen wir mal an, man würde feststellen, daß die Zahlen aus dem
>JANE's mit den im WWW verfügbaren Zahlen übereinstimmen...verifiziert
>das die Zahlen?
Für viele schon...
>Davon abgesehen sind die daten ja immer von der Qualität
>"Höchstgeschwindigkeit" oder "Gipfelhöhe" oder "maximale Zuladung".
>Was fehlt sind die eigentlich interessanten Leistungsmerkmale, z.B.
>wie schnell kann die Höchstgeschwindigkeit erreicht werden, bei
>welcher Zuladung, wie lange kann sie gehalten werden, und welche
>Manövrierfähigkeit ist bei dieser Geschwindigkeit noch gegeben. Aber
>genau das sind die Eigenschaften, die für einen Vergleich
>ausschlaggebend sind...
Aber dazu braucht es leider etwas mehr, als nur stumpfes Abtippen von
Prospektdaten...
>Zugegeben, meine Kritik bezüglich "qualifiziert" war etwas pauschal.
>Verglichen mit Magazinen wie Aviation Week, FLIGHT International, AIR
>International oder Interavia ist die FLUG Revue aber spätestens seit
>dem Ableben von Hans Redemann ziemlich mau.
>Enthusiastenblätter wie Flugzeug und Jet&Prop sind natürlich insofern
>interessant, als dass hier häufig Zeitzeugen zu Wort kommen, die dann
>in der Tat mit so manchem Mythos aufzuräumen vermögen. Aber auch hier
>vergleiche man beispielsweise mit AIR Enthusiast oder Wings of Fame.
>Da liegen Welten dazwischen.
>Ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass
>a) es für deutschsprachige Publikationen einen nur begrenzten Markt
>gibt und
>b) es im deutschsprachigen Raum kaum wahre Lichtgestalten unter den
>Autoren gibt. Man vergleiche mal Dressel/Griehl oder Radinger/Schick
>mit Autoren wie Smith/Hitchcock, Green/Swanborough oder gar Rene J.
>Francillon und Jay Miller.
Nochmal full ACK!
Ich hab' hier gerade ein Buch aus dem Heel Verlag - Risszeichnungen
(eine Zusammenstellung von Publikationen aus Flight International und
Aeroplane. Da merkt man wo der Unterschied liegt, obwohl die Texte
übersetzt wurden.
Allerdings steht auch zu vermuten, dass ein Grossteil der Zielgruppe
nicht viel Wert auf fundierte Darstellung legt, weil die Vorkenntnisse
dazu nicht ausreichen.
Flug Revue kann jeder lesen, ohne wirklich etwas von Flugzeugen
verstehen zu wollen. Die Leserschaft dürfte damit der einer PM oder
des Focus sehr ähnlich sein.
Gruss,
Du hast letztens geschrieben:
> Nehmen wir mal an, man würde feststellen, daß die Zahlen aus dem
> JANE's mit den im WWW verfügbaren Zahlen übereinstimmen...verifiziert
> das die Zahlen?
Gute Frage. Die Daten im Internet sind meist auch von Hoobiesten
eingestellt worden. Die holen sich ihre Daten auch wieder von
Fachbüchern, wie Jane´s und Zeitschriften.
> Davon abgesehen sind die daten ja immer von der Qualität
> "Höchstgeschwindigkeit" oder "Gipfelhöhe" oder "maximale Zuladung".
> Was fehlt sind die eigentlich interessanten Leistungsmerkmale, z.B.
> wie schnell kann die Höchstgeschwindigkeit erreicht werden, bei
> welcher Zuladung, wie lange kann sie gehalten werden, und welche
> Manövrierfähigkeit ist bei dieser Geschwindigkeit noch gegeben. Aber
> genau das sind die Eigenschaften, die für einen Vergleich
> ausschlaggebend sind...
Solche Daten können nicht allein für sich stehen, sondern bedürfen
auch eines Kommentars und weiterer Erklärungen. Das würde
Nachschlagewerke, wie die von Jane´s, weit überlasten. Dafür gibt es
spezielle Bücher, die einen einzelnen Typ behandeln und wo solche
Werte dann auch dokumentiert werden.
> Zugegeben, meine Kritik bezüglich "qualifiziert" war etwas pauschal.
> Verglichen mit Magazinen wie Aviation Week, FLIGHT International, AIR
> International oder Interavia
Interavia fand ich als die beste aller Zeitschriften. Nach Übernahme
durch Janes scheint dieses Magazin eingestampft worden zu sein.
Zumindest habe ich es nirgends mehr aufgetrieben.
> ist die FLUG Revue aber spätestens seit
> dem Ableben von Hans Redemann ziemlich mau.
Naja, Flugrevue hatte in meinen Augen nie die Qualitäten von
Interavia, FLIGHT International oder AIR International.
> Ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass
> a) es für deutschsprachige Publikationen einen nur begrenzten Markt
> gibt
Sicherlich, trotz 100 Mio deutschsprachiger Menschen in Europa, ist
der Markt doch sehr begrenzt. Mit Englisch wird ein wesentlich
größerer Markt erreicht mit gerringeren Mitteln. Ich kann mich noch
erinnern, als Ende der 80er die IDR nur noch in englisch zu erhalten
war. Die Artikel wurden in vier Sprachen verfasst und übersetzt.
Viele Grüsse,
Alice Fedrizzi
--
Home: http://www.crosswinds.net/~alice007/
>Interavia fand ich als die beste aller Zeitschriften. Nach Übernahme
>durch Janes scheint dieses Magazin eingestampft worden zu sein.
>Zumindest habe ich es nirgends mehr aufgetrieben.
>
>> ist die FLUG Revue aber spätestens seit
>> dem Ableben von Hans Redemann ziemlich mau.
>
>Naja, Flugrevue hatte in meinen Augen nie die Qualitäten von
>Interavia, FLIGHT International oder AIR International.
Hallo Alice,
die Interavia war in den Sechziger Jahren *das* große Europäische
Monatsmagazin. Man konnte darin sogar ganze Artikel aus erster Hand
lesen (!), etwas, das heute kaum noch denkbar erscheint. Ich erinnere
mich noch an Beiträge zur Entwicklung der DC-9 oder der Boeing 727 von
den jeweiligen Chefingenieuren.
Die Flug Revue sah Anfang der Siebziger im Grunde genommen ganz
ähnlich aus, enthielt zeitweise sogar Forschungsberichte in der Form
wissenschaftlicher Papers ('gelbe Seiten'). Zu diesem Zeitpunkt waren
beide Blätter auch dem Anspruch nach echte Fachpublikationen.
Die Interavia wechselte ihre Zielgruppe nach der Übernahme durch
JANE's in Richtung Management/Entscheider und ist in der Form auch
heute noch erhältlich (mehr oder weniger exclusiv über Abonnement).
Die Flug Revue ging aus meiner Sicht Anfang der 80er Jahre baden. Zu
diesem Zeitpunkt wurde ein inhaltlicher Wechsel zur
populärwissenschaftlichen/flapsigen Berichterstattung vollzogen, dazu
noch fatalerweise ein Wechsel im Layout zu kleinen, verschnittenen
Schwarzweissbildern. Er erinnere mich sehr genau, daß ich die Flug
Revue zuvor wegen ihrer sehr guten Bildberichterstattung geschätzt
habe - ausserdem konnte ich damals eh' kein Englisch...
Das Problem mit den Monatszeitschriften ist allerdings, daß sie sofort
völlig überflüssig werden, wenn man sich ein oder zwei
Wochenzeitschriften wie FLIGHT oder die Aviation Week abonniert. Die
sind natürlich viel aktueller und bieten bei gleichem Monatspreis (!)
in etwa den doppelten bis vierfachen Inhalt (!). Darüber hinaus sind
die beiden genannten Magazine dem Verständnis nach international,
beschränken sich also nicht auf die typisch deutsche Nabelschau und
die Beantwortung von Fragen, die niemand stellt.
Sicher haben die Monatszeitschriften, die ja eher von Features als von
News leben, ganz stark darunter zu leiden, daß man sich gerade im
Bereich Luftfahrt auf typenfokussierten Internetseiten in weit
größerer Tiefe und Breite informieren kann, als ein Magazin es
kostendeckend bieten kann. Welche zwei von Tausend Internetseiten zu
einem Thema tatsächlich etwas taugen, muß man natürlich erst einmal
herausfinden...
Du hast letztens geschrieben:
> die Interavia war in den Sechziger Jahren *das* große Europäische
> Monatsmagazin. Man konnte darin sogar ganze Artikel aus erster Hand
> lesen (!), etwas, das heute kaum noch denkbar erscheint. Ich erinnere
> mich noch an Beiträge zur Entwicklung der DC-9 oder der Boeing 727 von
> den jeweiligen Chefingenieuren.
Ja, mein Daddy schwärmt mir heute noch vor, wie er in den 50ern/60ern
fleißig Interavias gesammelt hat :-)
> Die Interavia wechselte ihre Zielgruppe nach der Übernahme durch
> JANE's in Richtung Management/Entscheider und ist in der Form auch
Schade, damals hatten die ein ausgewogenes Verhältnis von zivilen und
militärischen Themen.
> heute noch erhältlich (mehr oder weniger exclusiv über Abonnement).
Ja, das ist bei Jane´s-Publikationen so üblich.
> Sicher haben die Monatszeitschriften, die ja eher von Features als von
> News leben, ganz stark darunter zu leiden, daß man sich gerade im
> Bereich Luftfahrt auf typenfokussierten Internetseiten in weit
> größerer Tiefe und Breite informieren kann, als ein Magazin es
> kostendeckend bieten kann. Welche zwei von Tausend Internetseiten zu
> einem Thema tatsächlich etwas taugen, muß man natürlich erst einmal
> herausfinden...
Naja, die Leute, die Seiten ins Internet stellen, haben ihre Infos ja
auch aus Publikationen. Wer eine gute Bibliothek zuhause hat, der
gewinnt durch diese Webseiten auch nicht mehr. Und fundierte
Neuigkeiten bekommst Du fast nur über Magazine, seien sie nun
monatlich oder wöchentlich, weil die Herstellerseiten fast nur
Werbebotschaften verbreiten.
Hallo Alice,
>Naja, die Leute, die Seiten ins Internet stellen, haben ihre Infos ja
>auch aus Publikationen. Wer eine gute Bibliothek zuhause hat, der
>gewinnt durch diese Webseiten auch nicht mehr. Und fundierte
>Neuigkeiten bekommst Du fast nur über Magazine, seien sie nun
>monatlich oder wöchentlich, weil die Herstellerseiten fast nur
>Werbebotschaften verbreiten.
Nicht immer. Besagte zwei von Tausend Seiten enthalten Informationen
aus erster Hand, z.B. von Piloten, Betreibern, Projektingenieuren,
Schraubern, Wartungspersonal oder schlicht von Leuten, die sich für
ein bestimmtes Objekt begeistern, mit dem sie beruflich oder sonstwie
verbunden sind. Wenn sich dann solche Leute mit geimeinsamen
Interessengebieten noch gemeinschaftlich organisieren und
Informationen zusammentragen, wird's interessant :)
Ich suche übrigens noch Interavia Ausgaben von 1968-1975, um mein
Archiv zu vervollständigen. Hat Dein Vater die vielleicht noch
irgendwo stehen? Aber vermutlich hat er kein besonderes Interesse, sie
loszuwerden ;-)
>Burkhard Domke schrieb
> Ich suche übrigens noch Interavia Ausgaben von 1968-1975, um mein
> Archiv zu vervollständigen. Hat Dein Vater die vielleicht noch
> irgendwo stehen? Aber vermutlich hat er kein besonderes Interesse,
sie
> loszuwerden ;-)
Ich melde mich da natürlich auch mit ganz hochgerecktem Finger. Mir
reichen Ausgaben von etwa 1960 bis 1968.
Um es gleich mit zu erwähnen: Ich bin ebenfalls auf der Suche nach
'Flug Revue' - Ausgaben ebenfalls bis 1968.
(Das waren noch Zeiten, als die Flug Revue in 4 (oder sind's 5?)
Ausgaben über die Me262 berichtete.
Die 262 war nur ein Beispiel. In den Sechzieger gabs mehrere Ausgaben
über die Entwicklung der VJ 101mit Zeichnungen der unterschiedlichen
Entwufskonfigurationen. (Mir fällt da noch mehr ein: D0 335, He 162,
ein Bericht über die Flugerprobung der VAK 191 usw.)
Grüsse
Wolfgang
Du hast letztens geschrieben:
> (Das waren noch Zeiten, als die Flug Revue in 4 (oder sind's 5?)
> Ausgaben über die Me262 berichtete.
> Die 262 war nur ein Beispiel. In den Sechzieger gabs mehrere Ausgaben
> über die Entwicklung der VJ 101mit Zeichnungen der unterschiedlichen
> Entwufskonfigurationen. (Mir fällt da noch mehr ein: D0 335, He 162,
> ein Bericht über die Flugerprobung der VAK 191 usw.)
Hast Du etwa besagte Ausgaben? Hast Du auch zufällig einen guten
Scanner? Und kannst Du zufällig mit diesem gut umgehen? :-)
Du hast letztens geschrieben:
> Ich suche übrigens noch Interavia Ausgaben von 1968-1975, um mein
> Archiv zu vervollständigen. Hat Dein Vater die vielleicht noch
> irgendwo stehen? Aber vermutlich hat er kein besonderes Interesse, sie
> loszuwerden ;-)
Ich hatte mal die kompletten 80er Jahre. leider gingen diese bei
einem Umzug komplet verloren... schnief...
Aber vieleicht kann ich Dich dazu überreden mir ab und zu mal was von
Deinen Heften einzuscannen? :-)
>alice schrieb:
>
> Hast Du etwa besagte Ausgaben? Hast Du auch zufällig einen guten
> Scanner? Und kannst Du zufällig mit diesem gut umgehen? :-)
Ja klar hab ich diese Ausgaben (füll mich fast auf den Schlips
getreten, weil du vermutest, das ich... ;-)
Ich hab auch einen Scanner (DIN A4)
Ich kann ihn auch bedienen.
Aber, diese Ausgaben waren noch in dem alten Format (hatte gestern
oder vorgestern auch irgendwer gepostet)
Das heißt, das Format ist größer als DIN A4. Ergo guckt ein Riesenrand
über den Scanner hinaus.
Das wird mir zuviel, wenn ich dir das alles poste, was ich im Archiv
habe
(Vieles stammt von Redemann, auch von Nowarra usw.)
Also warte bitte auf meine Mail. Kann ein bißchen dauern - Wetter ist
gut und der Strand ist nah.
Grüsse
Wolfgang
>Ich hatte mal die kompletten 80er Jahre. leider gingen diese bei
>einem Umzug komplet verloren... schnief...
>
>Aber vieleicht kann ich Dich dazu überreden mir ab und zu mal was von
>Deinen Heften einzuscannen? :-)
Dann schon lieber kopieren und per Snail Mail schicken, Scannen ist
vielzu aufwendig. Habe von der Interavia 1960-1968 und 1974 bis 1989
(oder so...), jedenfalls hat dem Vorbesitzer jemand die Ausgaben der
Apollo-Ära abspenstig gemacht. Flug Revue habe ich 1970-1982 gebunden,
den Rest habe ich ausgeschlachtet, stand ja später nicht mehr
allzuviel drin...im wesentlichen habe ich die Typenabhandlungen und
Bildmaterial mit Detailaufnahmen aufbewahrt ;-)
Vielleicht kommen wir um das Kopieren aber auch herum, ich kann Dir
zum jeweiligen Thema sicherlich auch einen 'richtigen' Literaturtip
geben.
Besagte Zeitschrigten gibts aber auch ganz sicher in jeder
Uni-(Fach)Bibliothek, wenn man eine in der Nähe hat.