Ich habe eine kleine Militär-Repetierer-Sammlung, wobei einige Gewehre etwas
rostig sind.
Wie entferne ich den Rost auf meine Gewehre ohne mechanische Anwendung
(Bürste!!) höchst wirksam?
Ich bin mit meinem Latein am Ende, die meisten sogenannten "Rostlöser" wie
Ballistol und andere sind recht lausig in der Wirkung . Gibt es ein
chemisches Produkt das den Rost auffrißt, ohne die Brünierung zu
beschädigen?
Welches Produkt bildet ausserdem einen guten Schutzfilm auf der Waffe?
Für die kommenden Antworten bedanke ich mich schon im voraus!
Mit freundlichen Grüssen
Karl
Hallo Karl,
versuch's mit VCI!
Alles, was nicht Metall ist, abschrauben; den Rest soweit zerlegen wie
moeglich (dabei den Zusammenbau im Auge behalten!) und in einem Behaelter
mit Kerosene versenken. Ein paar Tage warten, und dann mit
Baumwoll-Laeppchen, Q-Tips, patches und Hoppe's #9 putzen. Ist es ganz
schlimm, dann hab ich antike US-GI Mittel in kleinen gruenen
Metall-Flaschen, um Korrosion zu entfernen (steht nix weiter auf den
Flaschen, nur "Cleaning Solution, Property of US Government" oder so
aehnlich). Dann huebsch alles mit Hoppes #9 saubermachen, bis Q-Tips und
patches nicht mehr schwarz werden. Abtrocknen. Oberflaechen mit Hoppe's Gun
Oil (auf dem Bild in der Mitte, ganz unten, kleine orange Plastic Flasche,
rechts neben dem guten #9: http://www.huntershideout.com/hoppes.htm)
ersaeufen, und leicht abwischen, bis nur ein duenner Film bleibt. Flaechen,
wo Metall auf Metall reibt, leicht mit rotem (wie heisst das Zeug jetzt
wieder? jedenfalls nicht Ballistol) Schmierzeug betupfern (hat die
Konsistenz von Honig bei ca 12 Grad Celsius)
Fuer Nachfragen stehe ich gerne zur Verfuegung, sicher habe ich bis dahin
auch die genauen Namen der Produkte nachgeschaut :o)
> Ich bin mit meinem Latein am Ende, die meisten sogenannten "Rostlöser" wie
> Ballistol und andere sind recht lausig in der Wirkung . Gibt es ein
> chemisches Produkt das den Rost auffrißt, ohne die Brünierung zu
> beschädigen?
Letzteres wirst Du vergessen können. Rost ist genau letztendlich das
gleiche wie eine Brünierung - eine Oberflächenoxydation. Hat sich auf
einer Brünierung Rost gebildet, ist die Brünierung grundsätzlich auch
erheblich angegriffen.
andreas
?! Etwas rostig?! Wenn es sich bei den Waffen um aeltere Gewehre handelt, hast
Du vielleicht etwas Glueck - dh speziell wenn es sich nur um Flugrost handelt.
Eigentlich bin ich enttaeuscht darueber das keiner im datw bisher diese Antwort
gab:
Wenn die Waffen durch die modernere Tauchbruenierung geschwaerzt wurden, bitte
nach dem einen oder dem anderen Verfahren wie auf datw bisher vorgeschlagen
handeln. Wenn es sich jedoch um die traditionelle Rostbruenierung handelt
(rust blueing), verfaehrst Du wie folt: Die Teile entfetten / entoelen,
speziell die mit Rost angegriffenen Stellen. Diese Teile dann entweder in
distilliertem Wasser fuer 10 - 15 Minuten Kochen, oder aber ueber einen
Dampfstrahl halten (Kochkessel?). Durch diese Behandlung sollte sich der rot /
braune, am Stahl selbst haftende Rost in black magnetic oxide umformen (bitte
um Uebersetzung).
Danach mit einer FEINEN Stahlbuerster, zur Not auch FEINER Stahlwolle, den
losen Rost abbuersten. Danach einoelen.
Wenn Du Glueck hast, wurde nur der original >Film< der Bruenierung angegriffen,
dh nicht der darunter liegende Stahl. Mit der obig beschriebenen Behandlung
kann das wieder in Ordnung gebracht werden. Wenn der Rost aber den darunter
liegenden Stahl selbst angegriffen hat, wirst Du es wohl mit permanenten
Schoenheitsfehlern zu tun haben.
Gruss,
Klaus
> Durch diese Behandlung sollte sich der rot /
> braune, am Stahl selbst haftende Rost in black magnetic oxide umformen
(bitte
> um Uebersetzung).
Hmm, es gibt rotes (Fe2O3) und schwarzes (Fe3O4) Eisenoxid. Meine Vermutung
wäre, daß mit "black megnetic oxide" das schwarze Eisenoxid gemeint ist...
Sicher ist das aber nicht.
best,
Ge "Chemie LK" org
--
The most interesting thing about King Charles I is that he was 5' 6'' tall
at the start of his reign, but only 4'8'' tall at the end of it...
ICQ # 31289149
Sicher ist dass die meisten Waffen schwaerzlich bzw blaeulich sind. Rote
Waffen gabs wahrscheinlich nur bei der Roten Armee...
Guten Rutsch,
Klaus
Mir ist aufgefallen, dass die Gewehre, die aus der Kriegsfertigung stammen,
mit der sogenannten "rostbrünierung" behandelt waren. Mit diesen Gewehren
habe ich keine Probleme, weil da kein Rost.
Aber meine Gewehre aus der Vorkriegsfertigung (Bj. 1889-1927) haben, glaube
ich, eine Tauchbrünierung (wunderschönes tiefes Blau). Diese Gewehre haben
sehr gute Qualitäten bezüglich Material und Verarbeitung, und
dementsprechend sind die Brünierungen. Auf einige Gewehre davon ist Flugrost
zu erkennen, und mit der Bürste will ich über die Brünierung nicht
drüberfahren, weil es zerkratzt wird. Und das mag ich nicht. Und neu
brünieren lassen will ich es auch nicht, da ich den Originalzustand wahren
möchte. Also frage ich nochmals:
Welche Mittel sind in der Lage den (Flug)Rost zu entfernen? Ich kenne nur
Ballistol und Cit-Spray, diese sind wirklich lausig in der Wirkung, und
ausserdem verharzen diese sehr.
Gibt es denn so ein "Wunderöl"?
Also nochmals vielen Dank!
Gruß, Karl
--
Karl Obrist jun.
Kirchberger Str.51
A-6370 Kitzbühel
"Karl Obrist" <aon.91...@aon.at> schrieb im Newsbeitrag
news:3c290079$0$22450$6e36...@newsreader02.highway.telekom.at...
Karl,
Wenn schon, dann bestimmt umgekehrt. Das heisst, die aeltern Gewehre haben
"Rostbruenierung", die neueren, zumindest aus WK II Fertigung, die billige
Tauchbruenierung.
Gruss,
Klaus