In der NG drth lief dieser Thread über Polizeimunition und da wurde
mir gesagt, daß ich mit meinem Wissen falsch liege. Da es aber hier
sicher Experten gibt, die auch hierüber genau informiert sind, möchte
ich Euch um Aufklärung bitten. Ich kopierte ausnahmsweise alles, da
Ihr dann die anderen Meinungen auch kennt.
[Mathias:]
>>>> Ich durfte mal miterleben wie ein Polizist ein verletztes Reh
>>>> "erlöst" hat. Zum erlegen des regungslos daliegenden (aber nicht
>>>> bewusstlosen) Tieres aus 2 Metern Entfernung hat er 3 Schüsse
>>>> benötigt. Und sich dabei viel Zeit gelassen (zumindest kam es
>>>> mir ewig vor).
[Ich:]
>>> hier etwas Ballistik: Polizeigeschosse (egal ob Gewehr oder Pistole)
>>> sind ebenso wie die vom Militär grundsätzlich Vollmantelgeschoße!
>>> Das heißt, sie zerlegen oder verformen sich nicht, sondern flutschen
>>> kompakt durch den Körper und der Ausschuß ist eben so klein wie
>>> der Einschuß. Wenn also nicht direkt das Herz getroffen wird oder
>>> nicht ein Kopfschuß gemacht wird, gibt es nur entsprechende Ver-
>>> letzungen, was ja bei Schüssen auf Menschen beabsichtigt ist!
>>>
>>> Mit anderen Worten, solche Munition ist für die Jagd unbrauchbar,
>>> denn dort soll ja das Tier nicht nur verletzt, sondern möglichst
>>> sofort getötet werden!
[Achim:]
>> Falsch - das war noch vor einigen Jahren so. Mittlerweile wird im
>> Polizeidienst vermehrt auf sog. verformende Geschosse (meist
>> Hohlspitz/Teilmantel) gesetzt, da die Verwendung der von dir
>> zitierten Vollmantelgeschosse immer wieder zur Gerfährdung
>> Unschuldiger (Durchschüsse) geführt hat u. darüber hinaus die
>> sog. Mannstopwirkung nicht ausreichend gewährleistet war.
>> Aber, wie gesagt, da bist du falsch informiert, zumindest was Polizei
>> betrifft.
[Ich:]
> Danke für die Aufklärung, aber ich werde mich trotzdem noch genauer
> erkundigen, denn wenn dort die gleiche Munition (TM+HS) verwendet
> wird wie bei uns Jägern, dann ist auch bei den Bösewichten fast jeder
> Lungen-, Leber- oder Bauchschuß absolut tödlich, da es die entspre-
> chenden Organe meist regelrecht zerreißt. Außerdem ergibt dies einen
> Ausschuß von 3-4 cm und wer soll solche Löcher noch flicken?
Beste Grüße
Franz
--
Bitte verwenden Sie für Direkt-Antworten nie die Compuserve-,
sondern immer meine Reply-Adresse, da erstere wegen Massen-
Spam nicht mehr abgefragt wird!
Gruß,
Sven
> Mit dem neuen Waffengesetz sind nun endlich auch Hohlspitzgeschosse
> erlaubt (die aber z.B. von Spezialeinheiten schon vorher benutzt
> wurden...). Große Vorteile dieser Geschoße:
Hallo Sven,
da ich selbst Jäger bin und ähnliche Munition verwende, kenn ich
sowohl die Vorteile (bei Anwendung auf Wild) aber auch die Nachteile,
wenn sie auf Menschen abgefeuert wird!
Unterdessen hat Achim noch einige Quellen nachgeliefert und ich
konnte mich vergewissern:
Suche bei Google nach "Action 4 Munition", bzw. schau mal die Links an:
http://www.laubenburg.de/munition-051001.htm
http://www.cilip.de/ausgabe/65/munition.htm
Deine Auflistung (nur positives) ist identisch mit dem, was von den
Innenministern der Öffentlichkeit als Grund für die Einführung
vorgepaukt
wurde. Die Negativa, welche vorher in Auftrag gegebenen Expertisen zu
entnehmen waren, ließ man logischerweise schnell in den Schubladen
verschwinden. :o)
Ok, ich bin nun schlauer und was die verschießen, ist mir ziemlich egal,
denn ich kann mir schlecht vorstellen, daß ich je darunter zu leiden
habe.
Wenn dabei ein paar böse Buben hops gehen, die sonst ihr restliches
Leben lang durchgefüttert werden müßten, so soll es mir auch recht sein.
Ich danke Dir jedenfalls für Deine Zuschrift!
[ueber Hohlspitz]
> Wenn dabei ein paar böse Buben hops gehen, die sonst ihr restliches
> Leben lang durchgefüttert werden müßten, so soll es mir auch recht sein.
Das Gegenteil ist der Fall. Durch die hoehere Stoppwirkung der HP sind
weniger Schuesse auf einen Taeter notwendig und die Gefahr eines letalen
Ausganges ist diesbezueglich vermindert.
hv
> [ueber Hohlspitz]
>
> Das Gegenteil ist der Fall. Durch die hoehere Stoppwirkung der HP sind
> weniger Schuesse auf einen Taeter notwendig
Hierin hast Du 100%ig recht, nämlich weil es bereits nach dem ersten
Treffer keine Rettung mehr gibt! :-)
> und die Gefahr eines
> letalen Ausganges ist diesbezueglich vermindert.
Wenn Du mal gesehen hättest, was nach einem TM- oder HS-Treffer
von der Leber oder der Lunge eines getroffenen Rehes übrig bleibt,
würdest Du das nicht sagen! Einen zerfetzten Brei wieder in ein
funktionierendes Organ zu verwandeln, das ist und bleibt auch für den
besten Chirurgen unmöglich.
Aber wie gesagt, mir ist es egal und dies ist nur eine erwiesene
Tatsache, die von den Akteuren totgeschwiegen wird.
Ich nehme an du sprichst hier von Gewehrmunition?
> Aber wie gesagt, mir ist es egal und dies ist nur eine erwiesene
> Tatsache, die von den Akteuren totgeschwiegen wird.
Wird nicht totgeschwiegen, aber man kann die Rasanz eines Gewehrgeschosses
nicht mit einer Kurzwaffenpatrone vergleichen.
hv
> Ich nehme an du sprichst hier von Gewehrmunition?
Allerdings ja!
> Wird nicht totgeschwiegen, aber man kann die Rasanz eines
> Gewehrgeschosses nicht mit einer Kurzwaffenpatrone vergleichen.
Ok, hast recht! Daran hatte ich nicht gedacht - Sorry!
Erklärung? Begründung?
Die 9mm VM auf kurze Distanz gibt kaum Energie an das Ziel ab und
verformt sich kaum oder nur stärker bei Knochentreffer. Bei einer
Einsatzentfernung von unter 10m (Notwehr) dürfte es einen geraden
Durchschusskanal von ca. 9mm Durchmesser geben. Knochensplitter und
temporären Wundkanal ausser acht gelassen.
Die HP verformt sich auf bis zum doppelten Durchmesser. Der
Geschossmantel kann teilweise absplittern. Größere Durchmesser gleich
mehr Knochentreffer/splitter. Durch das aufpiltzen dürfte das Geschoss
im Körper taummeln und einen ganz anderen Wundkanal (Verlauf) geben als VM.
Das sage ich mal so als Laie. Also bitte ich mal um Aufklärung.
Ciao Piet
Bei den HP kommt es auf den Typ an, es gibt schon welche die halt nur
nach wenigen cm "stehen", auch auf kurzer Entfernung! Damit ist der
resultierende Schaden örtlich begrenzt.
Aber frage mich da mal in ein paar Jahren nochmal, dann dürfte auch die
prktische Erfahrung damit da sein...lol
Bisher kenne ich nur zahlreiche Versuche mit ballistischer Seife bzw.
Gelatine - hier sind aber auch auf sehr kurze Entfernungen nur kurze
Strecken zurückgelegt worden.
Sven
Da muss ich Dir widersprechen!
Ich habe zufällig erst am Montag einige Berichte und Fakten über
die Deformationsgeschosse gesehen.
Ganz wichtiger Unterschied zu jagdlicher Munition besteht darin, dass
für Jäger das Ausbluten des Wildes wichtig ist, d.h. das jagdliche
Geschoss __soll__ den Tierkörper wieder verlassen und Schweiss (Blut)
soll austreten. Bei der Jagd: kleiner Einschuss --> großer Ausschuss.
Genau dies soll bei den Deformationsgeschossen __nicht__ passieren.
Die Vergrösserung des Kalibers nach dem Auftreffen ist nur gering,
etwa 1-2 mm. (Ich habe mehrere von diesen Geschossen selbst in der Hand
gehalten, nachdem sie auf ein Ziel geprallt sind.)
Ein Gerichtsmediziner wurde zur Geschosswirkung im menschlichen Körper
befragt. Er äusserte, dass die Zerstörung im Körper durch das
Geschoss nur unwesentlich stärker ist, als bei der herkömmlichen
Munition, für Chirurgen würde sich dadurch nicht viel ändern.
Die erhöhte Energieabgabe im Körper hat nicht zwangsläufig auch
eine grössere Zerstörung von Gewebe zur Folge. Wenn Dir jemand vor die
Brust boxt, platzt Dir auch nicht gleich die Lunge, obwohl Dein Körper
'ne Menge Energie aufnimmt.
Und zum Unterschied Jagdpatrone - Polizeipatrone:
z.B. Patrone .222 Rem. Hohlspitz: V0 = 1020 m/s; E0 = 1685 J
Patrone 9 Para: V0 = 350 m/s; E0 = 490 J.
(Werte aus: Karl-Heinz Martini: Das Waffensachkundebuch, 12. Aufl. 2000)
Bei den gravierenden Unterschieden erkennt man gleich, dass man die
Geschosse in ihrer Wirkung nicht vergleichen kann.
Gruß
Hartmut
> Bei den gravierenden Unterschieden erkennt man gleich, dass man die
> Geschosse in ihrer Wirkung nicht vergleichen kann.
Ok Hartmut,
in meinem vorhergehenden Posting sagte ich bereits, daß ich nicht
bedacht hatte, daß es sich hier um Pistolenmunition handelt, und
deshalb hast Du recht! Wie sieht's denn dann bei der Polizei-Gewehr-
munition aus? Blieben sie da bei der Vollmantel?
> deshalb hast Du recht! Wie sieht's denn dann bei der Polizei-Gewehr-
> munition aus? Blieben sie da bei der Vollmantel?
Sind bei der Polizei eigentlich in nennenswertem Umfang Gewehre im Einsatz?
Ich seh die immer nur mit Pistole/MP rumlaufen. Benutzt ausser den Scharfschuetzen
jemand bei der Polizei Gewehre? Werden die Scharfschuetzen so eingesetzt, dass
wenn schon geschossen wird, ein toedlicher Treffer erwuenscht ist, also sowieso
Munition eingesetzt wird, die moeglichst viel kaputt macht?
chl
"Carsten Lechte" <c...@toppoint.de> schrieb im Newsbeitrag
news:c13idl$1e2r5l$1...@ID-3130.news.uni-berlin.de...
Hallo Franz,
mach mal halblang!
Ich erlaube mir mal hier über einen belegten Fall (kein Hörensagen!)
zu berichten, der ca. 1970 so geschehen ist.
Bei der täglichen Kontrolle der Kirrstellen war an einer solchen
ein sichtlich abgekommenes Stück Rehwild in Ermangelung eines
besseren Werkzeugs mit einer Marine-08 neueren Fertigungsdatums
auf runde 40 Gänge zur Strecke gebracht worden. Der sauber
angetragene Kammerschuss erlaubte nur noch eine kurze Flucht,
die durch die Schussentfernung weit überboten wurde.
Geladen waren 140grs. TM/HP aus Eigenfertigung (Pressgeschosse
aus Kupfermatel und Weichbleifüllung) vor ca. 5grs. PK5.
Das Stück wurde zwar nicht verwertet, aber interessehalber genau
untersucht. Der Einschusslag genau zwischen zwei Rippen, Das
Projektil durchdrang die gesammte Lunge und zertrümmerte danach
noch eine Rippe. Splitter verteilten sich ziemlich gleichmäßig
in der Lunge und drangen in den Herzmuskel.
Der Geschossrest hatte noch gute 100grs. und war im Durchmesser
fast Markstück-groß. Die Eindringtiefe betrug rund 20cm.
Kein Ausschuss.
Sollte doch ausreichen, meine ich. :-)
Einige andere Fälle, 158gs TM/HP, 16grs .30 Carabine, aus einem
.357er 4-Zöller (alles Fangschüsse) sind ebenso belegbar. Z.T.
existieren sogar noch die Geschosse. Na ja, wohl doch eher die
Geschossfragmente. Nach dem Durchdringen der Hirnschale und dem
Hinterhauptbein einer Wildsau war das, was man noch aus der
Nackenmuskulatur retten konnte, nur noch durch einen Fachmann
zu identifizieren.
Das ist die Sorte die ich jetzt auch wieder führe. Nur habe ich
ein anderes Pulver dahinter, .30 Carabine gibt's ja nicht mehr.
Angeblich soll es ein identisches Pulver geben, das kenne ich
aber nicht.
Mal sehen was es alles auf der IWA gibt.
Gruß, Bernd
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> Sollte doch ausreichen, meine ich. :-)
Hallo Bernd,
das würde ich auch sagen! :-)
Das bedeutet aber, daß sich auch hier ein Operateur wahrscheinlich
die Zähne ausgebissen hätte, oder nicht?
Ich persönlich kenne eben nur die Wirkung von TM/HS-Geschoßen
aus dem Jagdgewehr und weil dessen V0 und Energie wesentlich
höher ist, ließ ich mich überzeugen, daß gleich aufgebaute Pistolen-
Munition nicht so brutal wirkt. Da Du es aber selbst anders erlebt
hast, mußt Du diese Meinungsdifferenzen mit den restlichen Postern
leider alleine klären, denn ich kann dazu leider nichts beitragen. :-(
Hallo Franz,
aber ganz bestimmt nicht.
Die Entnahme der noch unbeschädigten Organe zur Weiterverwertung
(Organspenden) ist heute doch Routine.
> Ich persönlich kenne eben nur die Wirkung von TM/HS-Geschoßen
> aus dem Jagdgewehr und weil dessen V0 und Energie wesentlich
> höher ist, ließ ich mich überzeugen, daß gleich aufgebaute Pistolen-
> Munition nicht so brutal wirkt.
Was auch absolut korrekt ist.
"Nicht so brutal" ist aber nicht gleichzusetzen mit non-lethal.
Dies zumindest schienen mir einige Aussagen im Ansatz suggerieren
zu wollen.
> Da Du es aber selbst anders erlebt
> hast, mußt Du diese Meinungsdifferenzen mit den restlichen Postern
> leider alleine klären, denn ich kann dazu leider nichts beitragen. :-(
Zu klären wäre noch von welchen Geschossen die Kollegen sprachen.
Ich schließe andere Erfahrungen mit anderen Typen nicht aus. Aus
diesen Grund habe ich die Eckdaten der Munition mitgeliefert.
Andere Mantelmaterialien, -stärken oder -formen und Bleilegierungen
verhalten sich mit Gewissheit recht unterschiedlich. Erst recht wenn
sie mit beträchtlichen Geschwindigkeitsdifferenzen ins Ziel gehen.
Ich wollte nur nicht zu dem verallgemeinerten Trugschluss verleiten
lassen, dass aus der Kurzwaffe jedes TM/HP mit jeder Laborierung ein
reines Expansionsgeschoss ohne die Neigung zum Zersplittern sei.
Ansonsten sind mir keine Meinungsdifferenzen aufgefallen, lediglich
unterschiedliche Fakten.
Und die sind nun mal nicht diskutabel, da sie eben Fakt sind.
Gruß, Bernd
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> Die Entnahme der noch unbeschädigten Organe zur Weiterverwertung
> (Organspenden) ist heute doch Routine.
Ach ja! die nicht getroffenen Organe kann man ja noch verwerten! :-)
Zu klären wäre noch von welchen Geschossen die Kollegen sprachen.
Ich schließe andere Erfahrungen mit anderen Typen nicht aus. Aus
diesen Grund habe ich die Eckdaten der Munition mitgeliefert.
Suche bei Google nach "Action 4 Munition", bzw. schau mal die Links an:
http://www.laubenburg.de/munition-051001.htm
http://www.cilip.de/ausgabe/65/munition.htm
Beste Grüße
In diesem Link ist bei Vollmantel einerseits die Rede von einem
Wundkanal von 1.5-fachen Geschossdurchmesser, andererseits von der
temporaeren Wundhoehle, in der sich das Geschoss ueberschlaegt.
Widerspricht sich das nicht? Irgendwann muss das Geschoss doch mal
wieder mit Gewebe in Beruehrung kommen, da koennte es doch auch quer
aufkommen. Wenn mich mein Halbwissen nicht truegt, ueberschlagen sich
Pistolengeschosse normalerweise auch nicht.
In einem Bericht ueber die Geschichte des M16 heisst es, dass es
so konzipiert war, dass sich das Geschoss im Weichziel ueberschlaegt,
weil fragmentierende Munition ja fuers Kriegspielen verboten ist. Dazu
braucht man aber ordentlich v0. Richtig?
chl
Hallo Franz,
der zweite Artikel ist ganz gut und noch ziemlich sachlich,
der des PDS-Abgeordneten dagegen scheint von diesem
abgekupfert und polemisiert mir zu sehr. Auch werden durch
den ersten zu viele Sachverhalte einfach verschwiegen.
Eben Politiker.
Wenn ich sowas lese kommt es mir immer vor als ginge der
Autor davon aus über kurz oder lang selbst mal das anvisierte
(Weich-)Ziel zu sein. Und dann muss ich mich zwangsläufig
fragen wie der denn blos auf so eine Idee kommen könnte.
Oder sind das blos Leute denen der Täterschutz mal wieder
über den Opferschutz geht?
Gruß, Bernd
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Hallo Carsten,
es muss sich nicht zwangsläufig überschlagen,
aber die Wahrscheinlichkeit ist schon sehr hoch.
> Widerspricht sich das nicht? Irgendwann muss das Geschoss doch mal
> wieder mit Gewebe in Beruehrung kommen, ...
Keineswegs. Das Geschoss hat ständig "Tuchfühlung". Beim
Überschlagen eben nicht mit der Spitze sondern mit einem
anderen Teil. Während dessen kann es unter anderem auch
die Richtung ändern.
Die temporäre Wundhöle wird von der "Bugwelle" des Projektils
erzeugt und kollabiert augenblicklich wieder. Der Wundkanal
ist das, was davon eneffektlich übrig bleibt.
> [.223] braucht man aber ordentlich v0. Richtig?
Eben nicht, sonst könnte es ein eher lahmes
Kurzwaffengeschoss ja nicht auch.
Gruß, Bernd
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Zusammen mit der Aussage aus dem Webartikel ergibt sich also, dass
Vollmantelkurzwaffengeschosse sich zwar ueberschlagen, aber dennoch
keine riesigen Loecher reissen, waehrend sie querstehen, sondern
vielmehr ihre Flugrichtung aendern.
Besteht in der Wundwirkung ein Unterschied zum Sich-Ueberschlagen bei
der schnelleren Gewehrmunition? Oder war das ein Maerchen, dass die
Wundwirkung des M16 durch ueberschlagende Geschosse erhoeht werden
sollte?
chl
Hallo Carsten,
ich schieße die .223 hauptsächlich mit Teilmantelmunition,
Vollmantel habe ich nur 1 mal 2 Schuss auf _einen_ Fuchs
abgegeben, seither nie wieder auf etwas lebendiges.
Obwohl beide Projektile den Brustkorb im Bereich der Lunge
durchdrangen machte das bedauernswerte Tier noch eine
Flucht von mehreren 100 Metern.
Ein "Überschlagen" _kann_ vorkommen, muss aber nicht
zwangsläufig. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der
Eindringtiefe und mit dem Streifen oder Treffen
unterschiedlich fester Gewebe.
Ist das Projektil (zielballistisch betrachtet) erst mal
aus der Bahn, richtet es natürlich mehr Schaden an wie
ein glatter Durchschuss, soviel sollte sicher sein.
Vor Jahren gab es Versuche dieses Überschlagen gezielt
herbeizuführen. Die dabei verwendeten "Löffelgeschosse"
kamen aber meines Wissens nie bis zur Truppe.
Fragen dazu können andere besser beantworten als ich.
Gruß, Bernd
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> Wenn ich sowas lese kommt es mir immer vor als ginge der
> Autor davon aus über kurz oder lang selbst mal das anvisierte
> (Weich-)Ziel zu sein. Und dann muss ich mich zwangsläufig
> fragen wie der denn blos auf so eine Idee kommen könnte.
>
> Oder sind das blos Leute denen der Täterschutz mal wieder
> über den Opferschutz geht?
Wahrscheinlich beides, Bernd! Ist ja bei uns nichts neues.