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randzuender wiederladen

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Karlo Gross

unread,
Aug 8, 2001, 1:36:44 PM8/8/01
to
Hallo,

hat schon mal jemand sowas gemacht?
Finanziell ist das Bloedsinn, klar.
Nur so interessehalber, was ist das fuer eine Masse die das Zuendhuetchen
ersetzt?
Ich hab mal mit 22lfb rumexperimentiert und dabei festgestellt dass
verschiedene Ladungen irgendwie ueberhaupt nichts bringen.
Ob ich die Huelse vollstopfe oder nur halb, der Effekt zwischen
unterschall und viper kam nicht raus.
Machen die das nur ueber Pulversorten?

Karlo
--
If Windows is the solution, can we please have the problem back?

Bernd Schönlaub

unread,
Aug 8, 2001, 8:46:36 PM8/8/01
to

--
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -


Karlo Gross <k...@kgr.de>

> Nur so interessehalber, was ist das fuer eine Masse die das
Zuendhuetchen
> ersetzt?

Früher:
Knallquecksilber (Quecksilberazid, Hg(N³)² )
= "Rostbeschleuniger" ;-(

später:
SINOXID, Laufschonender aber Blei- und Bariumhaltig (sehr giftig) ;-(

heute:
SINTOX (Dynamit Nobel) und vergleichbare :-)

die genaue Zusammensetzung ist von Typ zu Typ unterschiedlich.

> Ich hab mal mit 22lfb rumexperimentiert und dabei festgestellt dass
> verschiedene Ladungen irgendwie ueberhaupt nichts bringen.
> Ob ich die Huelse vollstopfe oder nur halb, der Effekt zwischen
> unterschall und viper kam nicht raus.
> Machen die das nur ueber Pulversorten?

Und über unterschiedliche Zündmittel. Lass es lieber sein, sonst
brauchst Du vieleicht bald einen neuen Lauf.

Gruß, Bernd

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Marco Schmidt

unread,
Aug 9, 2001, 2:40:33 AM8/9/01
to

"Karlo Gross" <k...@kgr.de> :

> Hallo,
>
> hat schon mal jemand sowas gemacht?

Nein.


> [...]


> Ich hab mal mit 22lfb rumexperimentiert und dabei festgestellt dass
> verschiedene Ladungen irgendwie ueberhaupt nichts bringen.
> Ob ich die Huelse vollstopfe oder nur halb, der Effekt zwischen
> unterschall und viper kam nicht raus.

Wie lädt man denn eine .22 lfB wieder???

Ich sehe da zwei Probleme:
1. der Hülsenrand hat (nach d. ersten Mal) schon einen Einschlag.
2. Wie, um alles in der Welt, bringt man das Zündmittel beim
zweiten Mal in den Rand. Soweit ich weiß, wird das bei der
Erstproduktion als Flüssigkeit eingefüllt.

Gruß
Marco


Lutz Johannsen

unread,
Aug 9, 2001, 3:18:58 AM8/9/01
to

"Bernd Schönlaub" schrieb

> heute:
> SINTOX (Dynamit Nobel) und vergleichbare :-)
>
> Und über unterschiedliche Zündmittel. Lass es lieber sein, sonst
> brauchst Du vieleicht bald einen neuen Lauf.

Hallo Bernd hallo Karlo
Ich habe mal ein KK-Gewehr gesehen, daß eine Patrone (.22 lfB) abgefeuert
hatte, die aus ungeklärter (nachgewiesener) Ursache NUR mit Sintox
(voll)gefüllt war. (also keine Pulverladung). Das Gewehr wurde total
gesprengt, sogar der Schaft war bis zur Schulter gerissen. Also Finger weg
von diesem Zeug, du kannst ja mal zum Spaß mit einer Nadel ein Normalen
einzelnes Zündhütchen kitzeln, aber setz dir bloß eine Brille und den
Gehörschutz auf.
Gruß Lutz


Karlo Gross

unread,
Aug 9, 2001, 5:44:42 AM8/9/01
to
Marco Schmidt wrote:

>
> "Karlo Gross" <k...@kgr.de> :
>> Hallo,
>>
>> hat schon mal jemand sowas gemacht?
>
> Nein.
>
>
>> [...]

>

> Wie lädt man denn eine .22 lfB wieder???

Ok, war der falsche Ausdruck.
Ich hab sie delaboriert und dann mit der Pulvermenge experimentiert.

Danke fuer die Infos,

Robert Wittmann

unread,
Aug 9, 2001, 6:09:48 AM8/9/01
to
Karlo Gross wrote:

>Marco Schmidt wrote:
>> "Karlo Gross" :
[]


>> Wie lädt man denn eine .22 lfB wieder???
>
>Ok, war der falsche Ausdruck.
>Ich hab sie delaboriert und dann mit der Pulvermenge experimentiert.

Aha, jetzt lichtet sich der Nebel.
Trotzdem bei .22lfb extrem unwirtschaftlich (IMHO).

Gruss,
Robert
--
www.treibhaus-schwindel.de

Bernd Schönlaub

unread,
Aug 9, 2001, 5:44:19 AM8/9/01
to
Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Marco Schmidt <marco....@smail.inf.fh-rhein-sieg.de> schrieb

> Ich sehe da zwei Probleme:
> 1. der Hülsenrand hat (nach d. ersten Mal) schon einen Einschlag.

Der größte Teil ist aber noch nicht eingedellt.

> 2. Wie, um alles in der Welt, bringt man das Zündmittel beim
> zweiten Mal in den Rand. Soweit ich weiß, wird das bei der
> Erstproduktion als Flüssigkeit eingefüllt.

Richtig. Das Zündmittel wird z.B. mit Ether "ruhig gestellt" und dann
eingebracht. Anschließend läßt man's trocknen. Wurde fruher mit den
Schwarzpulverpatronen wie Cal. .41 Derringer so oft widerholt, bis der
Rand unbrauchbar war.

Ansonsten siehe Posting von Lutz oder aber auch "Sprengkapseln".

Marco Schmidt

unread,
Aug 9, 2001, 7:29:30 AM8/9/01
to

"Bernd Schönlaub" :

> Richtig. Das Zündmittel wird z.B. mit Ether "ruhig gestellt" und dann
> eingebracht. Anschließend läßt man's trocknen. Wurde fruher mit den
> Schwarzpulverpatronen wie Cal. .41 Derringer so oft widerholt, bis der
> Rand unbrauchbar war.

Interessant.
Danke für die Info.

Gruß
Marco


M.Sierig

unread,
Aug 10, 2001, 4:04:03 PM8/10/01
to


> hat schon mal jemand sowas gemacht?

Hi Karlo!

Nee, gemacht noch nicht, aber eine Beschreibung in dem Buch "Combat
Ammunition" von Duncan Long gelesen!

Soll so funktionieren:

1. Altes Zündmaterial entfernen, mit kleinem Haken oder ähnlichem
2. Neues Zündmaterial in flüssiger Form einfüllen und mit einem Zahnstocher
in den Rand füllen
Andere Möglichkeit:
Patrone mit dem Zündmaterial in ein Bohrmaschinenfutter spannen und 30 sec
mit 1000 rpm drehen lassen, damit es sich durch die Fliehkraft verteilt
3. warm stellen, damit der Zünder trocknet

Das Zündmaterial soll man aus Streichhölzern herstellen können, die man an
allen Oberflächen anreissen kann. Kopf abkratzen und mit feinem Glaspulver
(für höhere Reibung) und Aluminium-Pulver (für höhere Zündtemparatur)
vermischen. Das ganze mit Alkohol oder Aceton vermischen, damit es flüssig
wird.

Ich habe nicht die leiseste Ahnung ob das funktioniert! Don`t try this at
home!
Das ganze steht zum nachlesen auf Seite 89-90 im oben genannten Buch!
Und ich übernehme KEINE Verantwortung für die Folgen für Mensch oder
Maschine! Lieber billig kaufen!

Michael


Bernd Schönlaub

unread,
Aug 9, 2001, 6:31:40 PM8/9/01
to

--


Bernd Schönlaub - Freckenfeld
Be...@schoenlaub.de
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

M.Sierig <M.K...@t-online.de> schrieb

> Ich habe nicht die leiseste Ahnung ob das funktioniert!
> Don`t try this at home!

Funktioniert, ist aber nur für Schwarzpulverpatronen geeignet.

> Das ganze steht zum nachlesen auf Seite 89-90 im oben genannten Buch!
> Und ich übernehme KEINE Verantwortung für die Folgen für Mensch oder
> Maschine!

In kleinen Mengen ungefährlich, Abbrand etwas schneller wie das
Streichholzköpfchen.

> Lieber billig kaufen!

Ja!

Bernhard Wulf

unread,
Aug 10, 2001, 3:24:49 AM8/10/01
to

Karlo Gross schrieb:


>
> Hallo,
>
> hat schon mal jemand sowas gemacht?
>

> Karlo
> --
> If Windows is the solution, can we please have the problem back?

Das Thema gab es vor nicht allzulanger Zeit bei Waffen-Online unter
Wiederladen, kannst dort mal nachsehen.

Gruß
Bernhard

Fritz Zimmerer

unread,
Aug 10, 2001, 12:28:44 PM8/10/01
to
M.Sierig wrote:

> Hi Karlo!
>
> Nee, gemacht noch nicht, aber eine Beschreibung in dem Buch "Combat
> Ammunition" von Duncan Long gelesen!


Ich habe von Duncan Long schon manches teuer gekaufte Buch auf dem Müll
entsorgt. Er kann nichts anders als abschreiben oder allgemeine
Plattheiten schriftlich festhalten. Tut mit leid!

> Soll so funktionieren:
>
> 1. Altes Zündmaterial entfernen, mit kleinem Haken oder ähnlichem
> 2. Neues Zündmaterial in flüssiger Form einfüllen und mit einem Zahnstocher
> in den Rand füllen
> Andere Möglichkeit:
> Patrone mit dem Zündmaterial in ein Bohrmaschinenfutter spannen und 30 sec
> mit 1000 rpm drehen lassen, damit es sich durch die Fliehkraft verteilt
> 3. warm stellen, damit der Zünder trocknet

Die Zündmasse wurde früher hineingequetscht. Aber die Geschichte mit der
Fliehkraft habe ich auch schon probiert. Mit noch höheren Drehzahlen
auch, und zunächst mit Mißerfolg, wenn der halbflüssige Brei oben
rauskommt. Ist lustig - hinterher bei der Nachsuche!!

Man muß dafür sorgen, daß nichts herauskommt. Dafür gibt es verschiede
Möglichkeiten, alle mit Nachteilen behaftet. Aus Gründen der
persönlichen Haftung halte ich mich dabei bedeckt.

Das Einfüllen in die zuvor wieder ausgebeulten Hülsen (ja, das geht) ist
für die Einzelferigung mit einem runden Bolzen aus Hartholz sinnvoller,
wobei man nicht reiben darf, sondern pressen. Oben muß er einen
Schutzschild tragen, ähnlich wie die Gummipuffer beim Meißeln für
ordinäre Hausmänner, die sich sonst gerne auf den Daumen pfeffern. Man
muß sich immer, auch bei feuchtemn Satz, die Gefahr einer
Hülsenexplosion vor Augen halten. Das heißt, die Hülse darf nur in einer
Art Matritze mit Ausblasöffnung gefüllt werden.

Dazu sind auch die Bestimmungen des Sprengstoffrechts zu beachten. Da
wird es wohl bei den meisten hapern. Ohne das gibt es aber im
Schadenfall keine Rente, sondern Knast.
Naja, ist auch was ähnliches, zumindestens zeitweise. :))

> Das Zündmaterial soll man aus Streichhölzern herstellen können, die man an
> allen Oberflächen anreissen kann. Kopf abkratzen und mit feinem Glaspulver
> (für höhere Reibung) und Aluminium-Pulver (für höhere Zündtemparatur)
> vermischen. Das ganze mit Alkohol oder Aceton vermischen, damit es flüssig
> wird.

Und jetzt spinnt er total. Nicht nur, daß die Zündsicherheit nicht
gegeben ist, kennt er scheints Streichhölzer nur noch aus den Anfänger
der Sturm - und Drangzeit. Das Hütchen ist absolut nicht mehr
gleichmäßig, das Kaliumchlorat, falls nicht überhaupt eine anderen
Mischung, nur noch auf der Spitze des Tropfens. Vor 50 Jahren war das
anders. Da konnte man noch einen Schlüssel mit Streichholzmasse füllen,
einen Nagel hineinstecken und gegen die Mauer hauen, daß es krachte.

Die alten rostfreien Zündmassen basierten auf Knallquecksilber (mit
starker Streckung). Rostend waren die mit Chloratzusatz. Eine typische
Zündmasse aus der Zeit nach 1900 (DRP 122 389, Ziegler, erster
patentierter rostfreier Zündsatz) enthält 30 % Kanallquecksilber, 35 %
Bariumnitrat, 25 % Schwefelantimon, 6 % Bariumkarbonat, 4 % Glaspulver.
Es gibt massenhaft Rezepte. Da das Knallquecksilber leicht erreichbar
ist im Gegensatz zu den modernen Bestandteilen (wie z.B. das
zungenklebrige Bleitrinitroresorzinat), bildete es immer wieder die
Experimentierquelle der Puristen unter den Wiederladern.

Dabei geht es natürlich nicht um das Wiederladen der 22 lr, sondern um
solche Heuler wie die Wänzlpatrone, deren Einzelpreis über 300 Mark
liegt, oder die großen amerikanischen Randfeuer. Die Kupferhülsen kommen
dem Knallquecksilber entgegen, da dieses nach Kupfer verlangt.

Auch ganz einfache Sätze wurden verwendet, z.B. 4 Teile Kaliumchlorat, 4
Teile Schwefelantimon, 1 Teil Glaspulver. Das Chlorat wirkte stark
korrrodierend, das Glaspulver abnutzend, somit war das Ganze mehr für
(Schweizerische) Geschütze geeignet. Heute wird das Glaspulver stark
eingeschränkt, bei allen Zündsätzen (schließlich gibt es nicht nur
Gewehrzündhütchen). Die genauen Werte rücken die Firmen niemals
öffentlich heraus, und were s trotzdem weiß, hält´s Mäu!

Bereits in den 30er Jahren gab es z.B. das Gemisch 66% Kaliumchlorat, 33
% Schwefelantimon, 1 % Bindemittel (Schellack), ganz ohne Glas!

> Ich habe nicht die leiseste Ahnung ob das funktioniert! Don`t try this at
> home!

Woll, woll! Ich fordere somit jeden auf, den Schmarrn zu lassen. Das
Ganze war nur theoretische Betrachtung.

Das ist wie mit den Armstuhlterroristen, die sich in den Spreng-Gruppen
tummeln. Ich bin sicher, wenn die Ihre Micky-Maus-Methoden einmal
theoretisch durchdacht haben, lehnen sie sich im Armstuhl zurück und
sind stolz darauf, daß sie könnten, wenn sie wollten. Aber bitte, sie
wollen ja gar nicht wollen.

(Und sie könnten es auch nicht, weil zwischen Theorie und Praxis noch
ein Riesenunterschied ist, den man nicht durch Lesen lernen kann.)

> Das ganze steht zum nachlesen auf Seite 89-90 im oben genannten Buch!
> Und ich übernehme KEINE Verantwortung für die Folgen für Mensch oder
> Maschine! Lieber billig kaufen!

Der Duncan auch nicht! Ganz zu schweigen von der Wirtschaftlichkeit!

MfG
Fritzchen

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