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Goldschmuck löten ?

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Jürgen Boje

unread,
Dec 29, 2001, 4:35:25 AM12/29/01
to
Moin Moin

Ich habe da ein Problemchen. Bei uns reizen in letzter Zeit immer wieder
irgendwelche Ketten oder Armbänder. Zum Goldschmid gebracht, nach 14
Tagen dann für jede Lötstelle 24.-DM bezahlen scheint mir auf dauer doch
recht kostspielig.
Drum sagt sich der alte Modellbauer "machs selber".
Nun zu den konkreten Fragen:
Was für Lot sollte man verwenden?
Woher bekomme ich sowas?
Welches Flußmittel sollte man nehmen, bzw. ist es schon im Lot enthalten?
Welche Lötthempratur wird empfohlen?
Verwendet man einen Lötkolben oder besser eine kleine Flamme?
Und wo wir schon mal dabei sind, wie ist es beim Silber?
Bin für jeden Tip dankbar.

Gruß Jürgen
--
========================== Germany ==============================
************* E - Mail = J.K....@T-Online.de ************
======================= Frankfurt/Main ==========================

Peter Osborne

unread,
Jan 1, 2002, 4:13:49 PM1/1/02
to
Jürgen Boje wrote:
>
> Moin Moin

>
> Drum sagt sich der alte Modellbauer "machs selber".
> Nun zu den konkreten Fragen:
> Was für Lot sollte man verwenden?
> Woher bekomme ich sowas?
> Welches Flußmittel sollte man nehmen, bzw. ist es schon im Lot enthalten?
> Welche Lötthempratur wird empfohlen?
> Verwendet man einen Lötkolben oder besser eine kleine Flamme?
> Und wo wir schon mal dabei sind, wie ist es beim Silber?
> Bin für jeden Tip dankbar.

Moin!

Hab' ich mit einem winzigen Goldkettchen schonmal gemacht. Am besten
"bleifreies" Lot (Sn96Ag4) mit 0,5mm und Flußmittelseele verwenden und einen
wirklich feinen Feinstlötkolben (höchstens 15W).
Das Problem bei echtem Gold ist eben, daß es sich verdammt schnell mit dem Lot
verbindet, also aufpassen, sonst hast du in Nullkommanichts gleich mehrere Teile
verzinnt...!
Beim Silber wird es wohl ähnlich sein, die Oxydschicht wird durch das Flußmittel
im Elektroniklot schnell abgebaut, was ja Sinn der Sache ist.

Peter

Juergen Berger

unread,
Jan 2, 2002, 4:29:43 AM1/2/02
to

"Peter Osborne" <petero...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3C32268D...@web.de...
Jürgen Boje wrote:
Moin!

Hab' ich mit einem winzigen Goldkettchen schonmal gemacht. Am besten
"bleifreies" Lot (Sn96Ag4) mit 0,5mm und Flußmittelseele verwenden und
einen
wirklich feinen Feinstlötkolben (höchstens 15W).
Das Problem bei echtem Gold ist eben, daß es sich verdammt schnell mit
dem Lot
verbindet, also aufpassen, sonst hast du in Nullkommanichts gleich
mehrere Teile
verzinnt...!
Beim Silber wird es wohl ähnlich sein, die Oxydschicht wird durch das
Flußmittel
im Elektroniklot schnell abgebaut, was ja Sinn der Sache ist.

Peter

Hallo Peter,
der Nachteil bei dieser Methode ist, dass durch das Verwenden von
Lötzinn ein ein elektrisches Element ensteht (Gold + Zinn + Schweiss =
Element) und die Verbindung nur von kurzer Haltbarkeit sein dürfte.
Diese Erfahrung habe ich bereits öfter gemacht, besonders bei
intensiven Wasserkontakt (Meerwasser). Ich glaube man kann
Goldkettchen etc. nur mit entsprechenden Loten auf Goldbasis löten.
Bei entsprechend hoher Temperatur (Flamme) natütrlich.

Gruss
Jürgen


Jürgen Boje

unread,
Jan 2, 2002, 4:59:52 AM1/2/02
to
Moin Moin


> Hab' ich mit einem winzigen Goldkettchen schonmal gemacht. Am besten
> "bleifreies" Lot (Sn96Ag4) mit 0,5mm und Flußmittelseele verwenden und
einen
> wirklich feinen Feinstlötkolben (höchstens 15W).

Danke für den Hinweis auf Bleifreies Lot, ich hatte es bisher mit
Sn60PbCu2 gemacht, was nach kurzer Zeit recht unschöne schwarze
Lötstellen gibt. Gedacht hatte ich allerdings an ein goldfarbenes Lot.

Michael Dahms

unread,
Jan 2, 2002, 7:09:38 AM1/2/02
to
Jürgen Boje wrote:
>
> Danke für den Hinweis auf Bleifreies Lot, ich hatte es bisher mit
> Sn60PbCu2 gemacht, was nach kurzer Zeit recht unschöne schwarze
> Lötstellen gibt. Gedacht hatte ich allerdings an ein goldfarbenes Lot.

Hast Du schon mal an "Silberlot" (CuZnAg-Lot) gedacht? Ist IIRC
messingfarben, allerdings ein Hartlot.

Michael Dahms

Matthias Kohrs

unread,
Jan 2, 2002, 2:08:28 PM1/2/02
to
Michael Dahms <michae...@gkss.de> schrieb:

>Hast Du schon mal an "Silberlot" (CuZnAg-Lot) gedacht? Ist IIRC
>messingfarben, allerdings ein Hartlot.

Weichlot hält eh nicht. Unter "Silberlot" wird eine ganze Menge
unterschiedlicher Produkte verkauft, und nur einige davon sind
messingfarben. Die Lote mit einem hohen Kupferanteil haben eine
Verarbeitungstemperatur von über 800°C, da dürfte Schmuckgold teilweise
schon dahinschmelzen.

Wahrscheinlich ist der Goldschmied doch letztendlich die günstigere
Alternative.

Ansonsten:
http://www.beyars.com/tabelle_farbgoldlote_cadmium_d.htm

CYA! matthias
--
Als solche gekennzeichnete courtesy copies sind mir willkommen.

Bernd Schnürer

unread,
Jan 3, 2002, 6:49:44 AM1/3/02
to
Matthias Kohrs schrieb:

schnipp

> Wahrscheinlich ist der Goldschmied doch letztendlich die günstigere
> Alternative.

Nein, am besten eine neue Kette kaufen. Wenn diese dünnen "Kettchen" zu
brechen beginnen ist dies nicht nur auf eine Stelle begrenzt. Das Teil
wird dann immer wieder an eine anderen Stelle brechen.

schnapp

Gruß, Bernd

Jürgen Boje

unread,
Jan 3, 2002, 5:30:13 AM1/3/02
to
Moin Moin

> Hast Du schon mal an "Silberlot" (CuZnAg-Lot) gedacht? Ist IIRC
> messingfarben, allerdings ein Hartlot.

Ja, habe ich. Habe es aber aufgrund der hohen Verarbeitungs Thempraturen
wieder verworfen.
Schmelzpunt bei Gold = 1063°C
Silberlot Verarbeitungsthempratur mindestens 730°C
Wenn man dann noch die Drahtstärken berücksichtigt ist es eien ziemlich
riskante Angelegenheit. Das Lot hat meisten 2 mm und die Kettchen etwa
0,3-0,5 mm. Wie schnell hast du dann nur noch einen Klümpchen Gold.

Michael Dahms

unread,
Jan 3, 2002, 10:18:02 AM1/3/02
to
Jürgen Boje wrote:
>
> Silberlot Verarbeitungsthempratur mindestens 730°C

Schau mal' http://www.chemet.de/produkte14.htm an. Da gibt es auch
Silberlot mit niedrigerer Verarbeitungstemperatur. Die Farbe müßtest Du
allerdings noch recherchieren.

Michael Dahms

Joachim Warner

unread,
Jan 10, 2002, 4:50:03 PM1/10/02
to

Jürgen Boje schrieb:

> Wenn man dann noch die Drahtstärken berücksichtigt ist es eien ziemlich
> riskante Angelegenheit. Das Lot hat meisten 2 mm und die Kettchen etwa
> 0,3-0,5 mm.

Hallo,

mit Heimwerker-Gerät wird das garantiert nichts bei einem "Kettchen".
Die Goldschmiede haben hauchfeine Brenner, die soweit ich weiß mit
Wasserstoff befeuert werden. Und deren "Lötdraht" ist auch viel dünner
als 2 mm.

Wenn solche Kettchen reißen, liegt das meist daran, dass ein Glied am
anderen scheuert und so mit der Zeit Materialabtrag erfolgt. Ab damit
ins Altgold und neu kaufen!

Gruß

Joachim

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