ich habe vor etwa 6 Monaten eine interessante Infografik in der Bild
gesehen. Basis war eine Forschung in England, wobei man festgestellt hat
dass die Produktion von einer Tasse Kaffee 140 liter Wasser, und zum
Beispiel die Produktion von einem durchschnittlichen Automobil etwa
42.000 liter Wasser bzw. dem Verlust von diesem gleichzusetzen ist.
Wie ist das zu verstehen? Kann Wasser "verloren" gehen oder ist das nur
eine Gleichsetzung mit "gleichviel Energie bräuchte ich um 140 liter
Wasser an Haushalte zu bringen, so dass diese das Wasser zur Verfügung
hätten"?
Kann ich jegliche Nutzung oder Produktion von Gegenständen in
"Wasserverlust" umwandeln? Und wie kann ich das grob verstehen?
Angenommen ich drehe den Hahn auf - z. B. für ein Vollbad - und ohne
Berücksichtigung von anderen Faktoren gehen 300 Liter Wasser den Abfluss
runter.
Ist dieses Wasser zu 100% verloren, oder wandert es praktisch über das
Abwasser zum Klärwerk und wird dort aufbereitet und kommt dann zum
Haushalt zurück? Oder dient ein Klärwerk nur dazu, für die Flora giftige
Sachen wie z. B. Wasch- und Spülmittel rauszufiltern, damit das Wasser
in die Seen gegeben werden kann und kommt von dort in Form von
Verdunstung in die Luft, dann als Schnee in die Alpen und von dort über
die Wasserversorger in die Haushalte?
Viele Grüsse
Mahmut Kursun schrieb:
> Hallo,
>
> ich habe vor etwa 6 Monaten eine interessante Infografik in der Bild
> gesehen. Basis war eine Forschung in England, wobei man festgestellt hat
> dass die Produktion von einer Tasse Kaffee 140 liter Wasser, und zum
> Beispiel die Produktion von einem durchschnittlichen Automobil etwa
> 42.000 liter Wasser bzw. dem Verlust von diesem gleichzusetzen ist.
Damit ist der virtuelle Wasserverbrauch gemeint. Man spricht allgemein
üblich vom "Wasserverbrauch", aber eigentlich ist der Begriff
"Wassergebrauch" richtiger.
>
> Wie ist das zu verstehen? Kann Wasser "verloren" gehen oder ist das nur
> eine Gleichsetzung mit "gleichviel Energie bräuchte ich um 140 liter
> Wasser an Haushalte zu bringen, so dass diese das Wasser zur Verfügung
> hätten"?
Wasser geht grundsätzlich nicht verloren. Mit einem Energieäquivalent
hat das nichts zu tun. Es geht wirklich darum, wieviel wasser man
benötigt, um ein produkt herzustellen. Beim Kaffee also für Bewässerung,
Röstung (Reinigung der Geräte,...) und was weiß ich noch wo.
>
> Kann ich jegliche Nutzung oder Produktion von Gegenständen in
> "Wasserverlust" umwandeln? Und wie kann ich das grob verstehen?
Wie gesagt nicht "Waserverlust" sondern "Wassergebrauch".
>
> Angenommen ich drehe den Hahn auf - z. B. für ein Vollbad - und ohne
> Berücksichtigung von anderen Faktoren gehen 300 Liter Wasser den Abfluss
> runter.
So ist der Weg erst mal richtig.
>
> Ist dieses Wasser zu 100% verloren, oder wandert es praktisch über das
> Abwasser zum Klärwerk und wird dort aufbereitet und kommt dann zum
> Haushalt zurück? Oder dient ein Klärwerk nur dazu, für die Flora giftige
> Sachen wie z. B. Wasch- und Spülmittel rauszufiltern, damit das Wasser
> in die Seen gegeben werden kann und kommt von dort in Form von
> Verdunstung in die Luft, dann als Schnee in die Alpen und von dort über
> die Wasserversorger in die Haushalte?
Das Wasser landet also im Kanal und dann auf der Kläranlage, wo es
gereinigt wird und dann in einen Fluss gelangt. Mit dessen Wasser fließt
es dann also in Deutschland überwiegend zur Nordsee (Rhein, Elbe, Weser
und andere Flüsse) und auch zur Ostsee (Warnow, Peene, Oder).
Über dem Meer verdunstet es dann wieder, gelangt übers Land und fällt
als Regen auf die Erde. Der größte Teil verdunstet wieder und der andere
wird Grundwasser oder gleich Oberflächenwasser. Aus dem Grundwasser wird
dann wieder das Trinkwasser entnommen, dass dann irgendwann in der
Badewanne landet. Das ganzeze nennt man dann den Kreislauf des Wassers.
Egal ob es Abwasser wird oder auch verdunstet, verloren geht Wasser nie!
Viele Grüße
Karsten
> ich habe vor etwa 6 Monaten eine interessante Infografik in der Bild
> gesehen ...
Es ist schlimm genug, so ein Wurstblatt zu lesen,
aber andere zur Diskussion um den Schmarrn zu bitten -
hmmm.
Kleine Frage, ohne dir nahetreten zu wollen:
Dein Name verrät eine offensichtlich ausländische
Herkunft. Verstehe mich nicht falsch, das ist für
mich nichts negatives.
Aber was ich gerne mal wissen will: Wie kommt man
als Angehöriger der Zielgruppe für den täglich
propagandierten Hass dazu, so ein fremdenfeindliches
Blatt zu lesen oder überhaupt anzurühren?
Zum Thema: Die Quellen der »Information« sind dort
weder genannt noch halbwegs brauchbar.
--
no sig
> Mit dessen Wasser fließt es dann also in Deutschland überwiegend
> zur Nordsee (Rhein, Elbe, Weser und andere Flüsse) und auch zur
> Ostsee (Warnow, Peene, Oder).
danke, alles super beschrieben, aber man merkt dir das Nordlicht
an, sonst hättest du vor der Ostsee das Schwarze Meer genannt -
kennst du die Donau?
--
Heinrich
http://www.gartrip.de
mail: new<at>gartrip.de
diese Zeitung erscheint m.W. auch in türkischer Sparache. Vielleicht werden
gewisse Aspekte dann anders dargestellt?
> Zum Thema: Die Quellen der »Information« sind dort
> weder genannt noch halbwegs brauchbar.
Zu dem Eisenbahnunglück von Eschede hat die Bild m.E. die beste Darstellung
gebracht - es gab richtig schöne Übersichtsaufnahmen vom Hubschrauber aus.
Dabei ist zwar richtig, daß das die Gemeinen nichts angeht, aber wir sind ja
hier in einer technischen Gruppe. Die VDI-Nachrichten haben auch keine so
detaillierte Darstellung der Ereignisse gebracht.
Ich bin auch nicht der Ansicht, daß Monoblock-Räder sicherer sind, denn das
Drehgestell ist auch nach den Abfall des Radreifens noch eine Weile
gelaufen. Zu beachten ist auch, daß die derzeit festgestellten Risse in den
Achsen vielleicht nicht vorkommen, wenn eine Gummi-Zwischenlage die
Schwingungen dämpft.
Zum Wasser: Als dessen Kreislauf in der 9. Klasse _wiedermal_ behandelt
werden sollte, haben die Schüler protestiert, daß man das doch mittlerweile
auswendig könnte. Da ist dann mittelmäßiger Schüler - m.W. heute
Kraftfahrer - drangekommen, und hat das einwandfrei vorgetragen. Ist das
heute anders, so daß die Schüler darüber nicht mehr Bescheid wissen?
Dieser Kreislauf ist allerdings nicht beliebig ergiebig (belastbar). Wenn
das Wasser geklärt im Fluß dem Meer zustömt, dann ist's erstmal weg. Wenn
nicht genug Niederschläge kommen und als Quellwasser oder Grundwasser
verfügbar sind, kann man auch Flußwasser in Sickerbecken leiten oder
verregnen, und nach einiger Zeit als Grundwasser wieder hochpumpen. Wenn
auch das nicht geht, dann muß man eben - wie in Rostock - Flußwasser
entnehmen und aufwändig aufbreiten (man merkts). Das heißt aber auch, daß
der Fluß oberhalb kaum belastet werden darf.
Daß die Entnahme von Wasser zur feldbewässerung zum Absinken des Spiegels
abflußloser Binnenseen und - infolge geringerer Verdunstung - geringeren
Niederschläge geführt hat, ist bekannt. Daher gibt es auch Projekte, in
Nord-Ost-Afrika große Becken mit Seewasser zu füllen und über dessen
Verdunstung die Sahara mit Niederschlägen zu versorgen.
Grüße, Martin Schade
Karsten Zühlke schrieb:
> http://www.trinkwasserspezi.de
Danke für die Beantwortung meiner Frage. Die Webseite ist auch sehr
interessant.
Ich habe neulich ein Projekt in einem Türkischen Feriendorf gesehen. Es
war zu dem Zeitpunkt noch nicht ans städtische Wasserwerk angeschlossen.
Man hat mit verschiedenen Wegen versucht das Meerwasser und das
Brauchwasser zu nutzen. Jedoch konnte man es nicht wie gewünscht für die
Bewässerung der Grünanlagen hernehmen. Dafür gab es zu viel
Reinigungsmittelreste im Brauchwasser. Jetzt gibt es einen Anschluss an
das Städtische Wasserwerk und damit "Süsswasser" für die Haushalte.
Gülümkiyi Sitesi bei Iassos im Westen.
Viele Grüsse
>> Wie ist das zu verstehen? Kann Wasser "verloren" gehen oder ist das nur
>> eine Gleichsetzung mit "gleichviel Energie bräuchte ich um 140 liter
>> Wasser an Haushalte zu bringen, so dass diese das Wasser zur Verfügung
>> hätten"?
> Wasser geht grundsätzlich nicht verloren. Mit einem Energieäquivalent
> hat das nichts zu tun. Es geht wirklich darum, wieviel wasser man
> benötigt, um ein produkt herzustellen. Beim Kaffee also für Bewässerung,
> Röstung (Reinigung der Geräte,...) und was weiß ich noch wo.
Darüber kann man geteilter Meinung sein. Süßwasservorräte können
durchaus verbraucht werden, weil der Wasserkreislauf entweder
unterbrochen ist und/oder weil mehr entnommen wird, was durch die Natur
nachgeführt werden kann.
Beispiele sind z.B. Nordafrika, Saudi Arabien, Israel und umliegende
Gebiete etc.
Dort wird das Grundwasser aus großen Tiefen und in großen Mengen geholt.
Dieses Grundwasser wird leider nicht durch Regen etc wieder aufgefüllt.
Große Probleme bereitet in diesen Gebieten die Versalzung des
Grundwassers durch nachdrückendes Meerwasser
Und auch in Deutschland sind Grundwasserabsenkungen eher die Regel. Es
gibt zwar mittlerweile wieder auch Ausnahmen, z.B. Großraum Berlin, wo
man wieder höherer Wasserspiegel verzeichnen kann, generell ist der
Trend jedoch eher gegenteilig.
Cu,
Harald
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