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Ampelschaltungen

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Bärbel Schuster

unread,
May 23, 2008, 2:26:10 PM5/23/08
to
Hallo,

ich kenne in meiner näheren Umgebung manche Ampel, deren Schaltungslogik
ein Rätsel darstellt. Ich will damit sagen, man wartet und wartet und
wartet obwohl überhaupt kein "feindlicher" Verkehr fließt.

Irgendwann schalten die Dinger auf grün, offenbar stur nach Zeit.

Mich würde mal interessieren, wie Ampelschaltungen entworfen werden, wie
sie programmiert werden und wie sie so programmiert sind, dass nicht
mehrere Reichtungen auf einmal grün anzeigen.

Klar, dass in Großstädten Ampeln per Verkehrscomputer geschaltet werden.

Aber: es gibt viele Kreuzungsvarianten, die können doch wohl kaum mit
einem Standardprogramm bedient werden?

Danke für Erklärungen bereits im voraus!

Volker Gringmuth

unread,
May 23, 2008, 2:54:43 PM5/23/08
to
Bärbel Schuster wrote:

> ich kenne in meiner näheren Umgebung manche Ampel, deren
> Schaltungslogik ein Rätsel darstellt. Ich will damit sagen, man
> wartet und wartet und wartet obwohl überhaupt kein "feindlicher"
> Verkehr fließt.

Ich stehe jeden Sonntagmorgen gegen neun Uhr vor so einem Exemplar,
(gefühlt) 15 Minuten lang als (gefühlt) einziger Autofahrer in zwanzig
Meilen Umkreis, und denke: /ein/ Glück, daß /diese/ Ampel /jetzt/ nicht
ausfällt - der Verkehr würde im gesamten Landkreis /komplett/
zusammenbrechen.

Das vom menschlichen Standpunkt her einzig vernünftige Verhalten - nach
kurzem Sichern vorsichtig über die Kreuzung fahren - bringt in diesem
Fall nur leider sehr, sehr viele a) Punkte in Flensburg, b) Euro Strafe
und c) Tage Fahrverbot ein.

Ich bin immer noch dafür, das Ampelverständnis der StVO in eine
Vorfahrtsregelung zu ändern, so daß Grün einer "Einzelvorfahrt" und Rot
einem "Stopschild" entspricht. Folge: Bei dickem Verkehr würde sich
exakt gar nichts ändern, aber nachts um drei müßte niemand zwei Minuten
auf Grün warten, wenn er kein monatelanges Fahrverbot riskieren möchte.

Doch was hat Straßenverkehr schon mit Vernunft zu tun ...


vG

--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.

<http://einklich.net>

Bärbel Schuster

unread,
May 25, 2008, 1:15:10 PM5/25/08
to
Hallo Volker,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

Aber ich suche eigentlich technische Antworten, also wie wird eine
AAmpel "programmiert" bzw. wer entscheidet wie.......usw.

Martin Demling

unread,
May 25, 2008, 2:35:10 PM5/25/08
to
Bärbel Schuster schrieb:

vielleicht wirst du ja unter
http://www.info-lsa.de/Seiten_de/hauptframe.htm fündig, da finden
sich Links zu Herstellern, die müssen das wissen ;-)

Bärbel Schuster

unread,
May 25, 2008, 6:17:52 PM5/25/08
to
Hallo Martin,

> http://www.info-lsa.de/Seiten_de/hauptframe.htm fündig, da finden
> sich Links zu Herstellern, die müssen das wissen ;-)
genau sowas hab ich gesucht!

Danke.

Ingo Thies

unread,
Jun 12, 2008, 5:47:27 AM6/12/08
to
Bärbel Schuster wrote:

> ich kenne in meiner näheren Umgebung manche Ampel, deren Schaltungslogik
> ein Rätsel darstellt. Ich will damit sagen, man wartet und wartet und
> wartet obwohl überhaupt kein "feindlicher" Verkehr fließt.

Könnte es sein, dass da evtl. doch ein einzelner Bus als "feindlicher"
Verkehr gefahren ist, und danach die Ampel umsprang?

Ich kenne in Bonn (ok, Großstadt) etliche Ampeln, an denen die
Vorrangschaltung für den ÖPNV zum Ärgernis der übrigen
Verkehrsteilnehmer voll ausgelutscht wird. Z.B. steht man minutenlang an
der Ampel, während auf der Querstraße ein Bus erst noch an der
Haltestelle hält (ggf. noch ein zweiter hinterher), und sich seine
Richtung so lange auf Grün hält, bis er die Kreuzung schließlich überquert.

Eine andere Beobachtung, die auch mit dem ÖPNV in Verbindung zu stehen
scheint, für die ich aber bisher keine rationale Erklärung habe:
Mitunter wird eine Grünphase für einen Bus btw. eine Tram gar nicht
verlängert, sondern nach ihrer Durchfahrt *verkürzt*. Im Extremfall geht
das sogar ganz ohne "feindlichen" Verkehr: Ein Bus fährt über eine eine
Fußgängerampel, welche unmittelbar darauf für den Straßenverlehr auf rot
schaltet, obwohl weit und breit kein Fußgänger zu sehen ist (nichtmal
ein Lausbube, der sich einen Streich erlaubt hat). Meine einzige
Vermutung ist, dass dem ÖPNV der Rücken frei gehalten werden soll, d.h.
aus einem mir unbekannten Grund nutzt man Ampeln, um hinter einem Bus
bzw. einer Tram "dicht" zu machen, dass keine oder möglichst wenige
Fahrzeuge hinterher fahren. Und zwar teilweise auch dann, wenn hinter
der Kreuzung bzw. Fußgängerampel keine Haltestelle ist, welche zumindest
noch die Argumentation "Sicherheit für ein- und aussteigende Fahrgäste"
erlauben könnte.

--
Gruß,
Ingo

Klaus Schmidt

unread,
Jul 16, 2008, 12:28:25 PM7/16/08
to

"Ingo Thies" <ingo....@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:6bc9ljF...@mid.individual.net...

> Ich kenne in Bonn (ok, Großstadt) etliche Ampeln, an denen die
> Vorrangschaltung für den ÖPNV zum Ärgernis der übrigen Verkehrsteilnehmer
> voll ausgelutscht wird. Z.B. steht man minutenlang an der Ampel, während
> auf der Querstraße ein Bus erst noch an der Haltestelle hält (ggf. noch
> ein zweiter hinterher), und sich seine Richtung so lange auf Grün hält,
> bis er die Kreuzung schließlich überquert.
>
> Eine andere Beobachtung, die auch mit dem ÖPNV in Verbindung zu stehen
> scheint, für die ich aber bisher keine rationale Erklärung habe: Mitunter
> wird eine Grünphase für einen Bus btw. eine Tram gar nicht verlängert,
> sondern nach ihrer Durchfahrt *verkürzt*. Im Extremfall geht das sogar
> ganz ohne "feindlichen" Verkehr: Ein Bus fährt über eine eine
> Fußgängerampel, welche unmittelbar darauf für den Straßenverlehr auf rot
> schaltet, obwohl weit und breit kein Fußgänger zu sehen ist (nichtmal ein
> Lausbube, der sich einen Streich erlaubt hat). Meine einzige Vermutung
> ist, dass dem ÖPNV der Rücken frei gehalten werden soll, d.h. aus einem
> mir unbekannten Grund nutzt man Ampeln, um hinter einem Bus bzw. einer
> Tram "dicht" zu machen, dass keine oder möglichst wenige Fahrzeuge
> hinterher fahren. Und zwar teilweise auch dann, wenn hinter der Kreuzung
> bzw. Fußgängerampel keine Haltestelle ist, welche zumindest noch die
> Argumentation "Sicherheit für ein- und aussteigende Fahrgäste" erlauben
> könnte.
>
> --
> Gruß,
> Ingo

Hallo Ingo,
weißt Du eigentlich auch, daß der Verkehrsrechner in Bonn ca. 30 Jahre alt
ist und daß man bei der Forderung den Verkehr auf der B9 flüssiger zu
gestalten, von Verwaltungsseite anführte, das ginge nicht man müßte die
Verkehrsteilnehmer "erziehen". Sollte wohl heißen, die Verkehrsteilnehmer
könnten wohl bei einer grünen Welle übermütig werden und rasen. Da wiehert
der Amtsschimmel.
Gruß von
Klaus


K. F. Erhard

unread,
Jun 29, 2009, 11:52:50 AM6/29/09
to
Hallo B�rbel,

> Aber ich suche eigentlich technische Antworten, also wie wird eine AAmpel
> "programmiert" bzw. wer entscheidet wie.......usw.


realisiert werden solche Steuerungen vermutlich mit SPS
(Speicher-Programmierbare-Steuerungen). Die gibt es von vielen Firmen
(Sieens S7, Schneider, Momentum, usw.).
Ich habe an Schifffahrtsschleusen damit zu tun. Solche Steuerung bestehen
aus logischen Gliedern (Funktionsbausteinen), wie z.B. UND-Gliedern,
ODER-Gliedern oder Vergleichern.
Ein Beispiel: wenn an Ampel A ein Auto wartet, diese Ampel mindestens schon
20 sec rot hatte, und wenn die Ampel B gleichzeitig auch rot hat, dann darf
Ampel A auf gr�n springen. Oder so �hnlich.
Es gibt massenhaft Verkn�pfungen und Bedingungen, nur damit kein unerlaubten
Zusat�nde auftreten.
Wird eine solche Steuerung eingerichtet, so muss meiner Erfahrung nach
mehrmals nachgebessert werden, bis alles passt. F�r eine einzelne Kreuzung
ist so eine Steuerung ein Kinderspiel. Das lernen schon
Energieger�teelektroniker w�hrend der 3,5-j�hrigen Ausbildung.
Wie allerdings viele Kreuzungen einer Stadt aufeinander abgestimmt werden,
ist auch mir ein R�tsel.

Gru�
Klaus


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