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Linker und rechter Ski

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Klaus

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Mar 6, 1999, 3:00:00 AM3/6/99
to
Hallo,

erst einmal finde ich es klasse, daß dieses Forum jetzt existiert.

Seit Langen beschäftigt mich eine Frage, die ich hier mal loswerden
will:

Mein Sportgeschäft klebt mit konstanter Hartnäckigkeit nach den
Skiservice auf jeden Ski einen Aufkeber mit "links" oder "rechts". Aud
die Frage, ob der Schliff der beiden Skis unterschiedlich sei, habe ich
nie eine befriedigende Antwort erhalten.

Nun bin ich dazu übergegengen, die Aufkleber draufzulassen und an jedem
neuen Skitag die Ski systematisch am linken und rechten Fuß
abzuwechseln. Und siehe da, sie fahren sich nach meinem Gefühl gleich,
und die inneren Kanten verschleißen bei weitem nicht so schnell, als
wenn man immer links auf links und rechts auf rechts fährt.

Also: Geld gespart durch weniger Schleifkosten. Wollen die Geschäfte
also mit den Aufklebern nur Leute, die nicht nachdenken, zum
Geldausgeben durch einseitigen Verschleiß der Ski verlocken?

Was mein Ihr?

Gruß
Klaus

Christian Schlaak

unread,
Mar 6, 1999, 3:00:00 AM3/6/99
to
Hallo Klaus !

Grundsätzlich wird zwischen rechtem und linkem Ski unterschieden.

Ich habe Dir einen Ausschnitt von unserer Homepage kopiert. Dieser Text
beschreibt das Ski-Tuning mit Kantenschleifen (abhängen, hinterschleifen
etc.) und kommt aus dem Rennsport. Wenn Du Lust hast kannst Du den gesamten
Text über die JFL-Homepage des WSV "ziehen".

http://home.t-online.de/home/c.schlaak/wsvjfl.htm

Ausschnitt:

Als erstes noch ein Tip - beim Tuningprogramm sollte er nicht vergessen
werden:
Die Kantenpräparation unterscheidet grundsätzlich zwischen rechtem und
linkem Ski. Das ist klar, denn die Innenkante des Außenski wird besonders
beansprucht. Also: Bevor wir uns die "Lieblinge" vornehmen, die Ski
kennzeichnen.


Als Grundregel gilt:

Je kürzer die "Schärfzone", desto weniger Druck kann auf die Kante gebracht
werden. Die Drehfreudigkeit wird erhöht, das Verschneiden gleichzeitig
vermindert, was mehr Sicherheit verleiht. Und: Fahrfehler können korrigiert
werden.
Je länger die "Schärfzone", desto mehr Druck kann die Kante übertragen. Die
Drehfreudigkeit läßt zugunsten größerer Laufruhe nach. Wichtig bei hohen
Geschwindigkeiten ! Auch das Beschleunigungsvermögen beim Umsteigen ist
größer.
Allerdings: Fahrfehler werden selten verziehen !

Wer hohes Tempo gehen und trotzdem auf Sicherheit nicht verzichten möchte,
kann mit verstärktem "Abhängen der Kante" bis zu 1,5 Grad diesem Ziel
näherkommen. Dadurch wird die Reibung der Kante im Schnee verringert und
durch den verzögerten Kantengriff die Sturzgefahr erheblich reduziert. Hier
muß jedoch beachtet werden: Bei abgehängter Kante soll der gleiche Winkel
hinterschliffen werden (siehe Kantengeometrie weiter unten), damit wieder
ein 90 Grad-Winkel auf die Kante kommt......

Klaus schrieb in Nachricht <36E12812...@t-online.de>...

Klaus

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Mar 8, 1999, 3:00:00 AM3/8/99
to
Hallo Christian,

vielen Dank für deine Antwort, aber ist es nicht so, daß dieses
asymmetrische Tuning der Kanten eher im Leistungssport erfolgt, aber der
Skiservice für "jedermann" die Kanten innen und außen genau gleich
schleift? Dann wäre aber ein Wechsel der Ski von einem auf den anderen
Fuß unproblematisch?

Gruß

Klaus


Christian Schlaak schrieb:

Christian Schlaak

unread,
Mar 9, 1999, 3:00:00 AM3/9/99
to
Hallo Klaus,

nein auch für "jedermann" ist der linke und rechte Ski relevant, da beide
Körperhälften nie gleich sind, bzw. vom Gehirn ein unterschiedlicher
Kantendruck bei jedem Schwung je nach Körperhälfte auf den Ski gegeben wird.
Es fährt sich mit der Zeit eine links- und rechtsseitige Schärfzone für
jeden Ski heraus. Werden die Ski später vertauscht, neigt der Fahrer zum
verschneiden der Ski, da dass Gehirn automatisch den jeweiligen Kantendruck
und entsprechendes Beinedrehen antizipiert. (Carving erst einmal
ausgenommen).


Klaus schrieb in Nachricht <36E42962...@t-online.de>...

Wolfgang Soergel

unread,
Mar 9, 1999, 3:00:00 AM3/9/99
to
Christian Schlaak wrote:
>
> Hallo Klaus,
>
> nein auch für "jedermann" ist der linke und rechte Ski relevant, da beide
> Körperhälften nie gleich sind, bzw. vom Gehirn ein unterschiedlicher
> Kantendruck bei jedem Schwung je nach Körperhälfte auf den Ski gegeben wird.
> Es fährt sich mit der Zeit eine links- und rechtsseitige Schärfzone für
> jeden Ski heraus. Werden die Ski später vertauscht, neigt der Fahrer zum
> verschneiden der Ski, da dass Gehirn automatisch den jeweiligen Kantendruck
> und entsprechendes Beinedrehen antizipiert. (Carving erst einmal
> ausgenommen).
>
Daran gewoehnt man sich aber schnell. Sonst muesste es einen ja jedesmal
nach dem Kantenschleifen (wo solche Feinheiten ja auch untergebuegelt
und ggf. durch neue Unsymmetrien ersetzt werden) tagelang auf die
Fresse hauen. Ich merk's jedenfalls positiv, wenn ich einige Tage
nach dem letzten Schliff die Bretter vertausche: Wieder deutlich
mehr Kantengriff, die Ski fuehlen sich agressiver an, natuerlich
auch, aehnlich wie bei neuem Schliff, eine etwas hoehere Tendenz
zum Verschneiden.

Ich halt's jedenfalls fuer ein herbes Geruecht, dass die meisten
Anbieter von Skiservice die Kanten unsymmetrisch bearbeiten wuerden.
Rein in die Maschine, durch und gut ist. SOgar ob die Kanten
wenigstens im Endbereich einigermassen vernuenftig nachgearbeitet
werden ist wohl reine Gluecksache, meiner Erfahrung nach wird
of t gar nichts gemacht (gut, dann kann man es selbst erledigen)
oder die Kante bei allen Kunden, ob Anfaenger oder sehr guter
Skifahrer, gleich heftig gebrochen (dann veerschneidet zwar nix,
leider halt auch kaum Kantengriff).
Und wenn man nur einen Schuh zur Einstellung mitgegeben hatte ist
wohl auch die Bindung nicht explizit an den jeweiligen Schuh
angepasst.

Also, imho: Im Freizeitbereich macht es durchaus Sinn, rechts und
links nach etwa der Haelfte der Zeit zwischen dem Schleifen zu
tauschen. Im Rennbereich oder falls man seine Ski selbst optimal,
unsymmetrisch praepariert (oder falls man physikalisch
unsymmetrische Ski faehrt, gibt's da eigentlich welche,
mal abgesehen von den Plastikskakomspitzen ?) dann natuerlich
nicht.

--
Wolfgang

Bernhard Rettenbacher

unread,
Mar 9, 1999, 3:00:00 AM3/9/99
to

Wolfgang Soergel schrieb in Nachricht
<36E4F1...@nt.e-technik.uni-erlangen.de>...
Christian Schlaak wrote:
>...

>Also, imho: Im Freizeitbereich macht es durchaus Sinn, rechts und
>links nach etwa der Haelfte der Zeit zwischen dem Schleifen zu
>tauschen. Im Rennbereich oder falls man seine Ski selbst optimal,
>unsymmetrisch praepariert (oder falls man physikalisch
>unsymmetrische Ski faehrt, gibt's da eigentlich welche,
>mal abgesehen von den Plastikskakomspitzen ?) dann natuerlich
>nicht.
Blizzard hatte mal asymmetrische Ski (Duo und ich glaube auch Quattro - ist
aber sicher schon 15 Jahre her) und jetzt sind einige asymmetrische
Carvingski am Markt (unterschiedlicher Radius), wie z.B. von Fischer
(RADARC-Modelle) oder Atomic Beta Carv/X 9.11.

Außerdem würde mich folgendes zum Thema Kantenschleifen interessieren:
Ich habe irgendwo gelesen, daß man die Kanten der Carving-Skier überhaupt
nicht bricht. Dies scheint mir zumindest für reinrassige Carver sinnvoll.
Beim letzten Skiservice meinte aber der Verkäufer, daß auch bei Carvern
gebrochen wird. Welche Art der Kantenpräparierung wäre sinnvoll?
(Ich habe vor, in naher Zukunft das ganze selbst zu machen).

Bernhard

Klaus

unread,
Mar 9, 1999, 3:00:00 AM3/9/99
to

Wolfgang Soergel schrieb:


>
> Daran gewoehnt man sich aber schnell. Sonst muesste es einen ja jedesmal
> nach dem Kantenschleifen (wo solche Feinheiten ja auch untergebuegelt
> und ggf. durch neue Unsymmetrien ersetzt werden) tagelang auf die
> Fresse hauen. Ich merk's jedenfalls positiv, wenn ich einige Tage
> nach dem letzten Schliff die Bretter vertausche: Wieder deutlich
> mehr Kantengriff, die Ski fuehlen sich agressiver an, natuerlich
> auch, aehnlich wie bei neuem Schliff, eine etwas hoehere Tendenz
> zum Verschneiden.

Genau das meine ich auch!! :-)

>
> Ich halt's jedenfalls fuer ein herbes Geruecht, dass die meisten
> Anbieter von Skiservice die Kanten unsymmetrisch bearbeiten wuerden.
> Rein in die Maschine, durch und gut ist. SOgar ob die Kanten
> wenigstens im Endbereich einigermassen vernuenftig nachgearbeitet
> werden ist wohl reine Gluecksache, meiner Erfahrung nach wird
> of t gar nichts gemacht (gut, dann kann man es selbst erledigen)
> oder die Kante bei allen Kunden, ob Anfaenger oder sehr guter
> Skifahrer, gleich heftig gebrochen (dann veerschneidet zwar nix,
> leider halt auch kaum Kantengriff).

Auch ich breche die Kanten etwa 15 cm von der Spitze her und 7 cm vom
Ende

Gut Holz

Klaus


Marc Ingo Lampe

unread,
Mar 19, 1999, 3:00:00 AM3/19/99
to
Hallihallohalloele!!!

Auf Grund Deiner Schilderungen moechte ich Dir anraten, doch Dein
"Sportgeschaeft" zu wechseln, wenn man dort nicht bereit ist, Dir auf
eine solche Frage eine befriedigende und richtige Antwort zu geben.


CU Marc

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