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[FAQ]<2006-11-15> Die de.alt.soc.knigge-FAQ

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Hans-Georg Bickel

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Oct 2, 2012, 1:19:11 PM10/2/12
to
FAQ - Die h�ufig gestellten Fragen in de.alt.soc.knigge:
========================================================

1. Die Newsgruppe de.alt.soc.knigge

1.1 Charta

de.alt.soc.knigge ist die internationale deutschsprachige
Newsgruppe zum Thema 'H�flichkeit und gutes Benehmen im
wirklichen Leben'. Die Gruppe ist unmoderiert.

Die Charta der Gruppe lautet:

Hier k�nnen Themen zu korrekten Umgangsformen in allen Bereichen
des t�glichen und nicht allt�glichen menschlichen Zusammenlebens
diskutiert werden. Fragen z.B. zu angemessener Kleidung oder
protokollarisch korrektem Verhalten sind ebenso erw�nscht wie
Diskussionen �ber landesspezifische Benimmregeln.

Nicht erw�nscht sind Beitr�ge, mit denen �ber ein angebliches
Fehlverhalten in Computernetzen diskutiert werden soll. Hierf�r
existieren passendere Gruppen.


1.2 Anmerkungen und Tips f�r Usenet-Neulinge

1.2.1 Allgemeines

Solltest Du neu im Usenet sein, lies bitte die Texte in
news:de.newusers.infos. Spezielle Fragen zum Usenet kannst Du in
news:de.newusers.questions stellen.

Wenn Du das Programm 'Outlook Express' als Newsreader verwenden
willst, beachte bitte zus�tzlich noch http://oe-faq.de

Hinweise zum sinnvollen Zitieren im Usenet findest Du unter

http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/

Gerade in einer Gruppe, die sich mit H�flichkeit besch�ftigt,
sollte es selbstverst�ndlich sein, seinen Postings auch ein
angemessenes �u�eres zu geben.


1.2.2 Was bedeutet 'MUHEN'?

'Meinem Unma�geblichem H�flichkeitsEmpfinden Nach'

Es ist eines der auch sonst im Usenet sehr beliebten Akronyme
(http://www.acronymfinder.com), das allerdings nur hier in
news:de.alt.soc.knigge verbreitet ist.

Erstmals verwendet wurde es von Michael Dahms in:

MID:<3E353BC1...@fh-flensburg.de>

Angelehnt ist es an das von Michael Pronay erdachte, fast nur in
der Newsgruppe news:de.etc.sprache.deutsch verwendete,'MUSEN'
('Meinem Unma�geblichen SprachEmpfinden Nach').


1.3 Mitwirkende an der FAQ

Hans-Georg Bickel
Chris Kurbjuhn (derzeit nicht aktiv)
Michael Diederich (derzeit nicht aktiv)

Wir sind erreichbar unter: mailto:kni...@md-d.org

Wer Interesse hat, an der Weiterentwicklung der FAQ mitzuwirken
ist hierzu herzlich eingeladen.


1.4 Webpr�senz

http://knigge.md-d.org

Der Webspace wird dankenswerterweise zur Verf�gung gestellt von
Michael Diederich.


2. Einf�hrung in die FAQ

2.1 Allgemeines

Fragen zum Thema H�flichkeit kann man h�ufig nicht mit 'Ja' oder
'Nein' oder sonst eindeutig beantworten. Immer kommt es dabei auf
die konkrete Situation an und es ist Fingerspitzengef�hl gefragt.

Peter Becker schrieb dazu in <1043913352.291920@nbgm66x>:

|Echte H�flichkeit orientiert sich am Mitmenschen, seiner
|Pers�nlichkeit, seinem Verhalten und den verbalen und
|nonverbalen Signalen die man von ihm aufnimmt.
|
|Der R�ckzug auf starre Regeln ist IMO in der Regel eine Flucht.
|Eine Ablehnung des Menschen, der wirklich hinter der Oberfl�che
|des Gegen�ber steckt, eine Verweigerung der M�he, die eine solche
|H�flichkeit kostet, und ein sich Dr�cken vor der Verantwortung
|f�r die Fehler, die man dabei auch beim besten Willen machen kann.

Eine FAQ kann daher nur die wichtigsten Grundregeln nennen und
Denkanst��e dazu geben, was in einem bestimmten Fall h�flich ist
und was nicht.


2.2 Die Verweise in der FAQ

In der FAQ findet sich an vielen Stellen ein zwischen spitzen
Klammern eingebetteter Zeichensalat, etwa <%&e5�4...@abc.invalid>.

Dabei handelt es sich um die sogenannte Message-ID, eine
eindeutige Kennung des erw�hnten Artikels, mit der dieser
identifiziert und zum Nachlesen gesucht werden kann.

Viele Artikel aus der Gruppe sind im Newsarchiv von Google

http://groups.google.com

archiviert. Manche sind jedoch dort nicht zu finden, u.a. weil
Google die Gruppe erst fast ein halbes Jahr nach der Einrichtung
aufgenommen hat.

Solltest Du Google auch zum Posten in diese Gruppe nutzen, so
beherzige bitte die Hinweise f�r Google-Poster. Du findest sie
unter:

http://www.fh-flensburg.de/wt/usenet/Hinweise_fuer_Google-Poster.txt


3. Die einzelnen FAQs

3.1 Wer war der Namenspatron unserer Gruppe?

Adolph Friedrich Ludwig Freiherr von Knigge, geboren am
16.12.1752, studierte Jura und war dann Hofjunker und Assesor der
Kriegs- und Dom�nenkasse Kassel. Knigge schlo� sich dem
Illuminatenorden an und geriet dadurch beim Adel in Verruf. Er
�bersetzte einige Schriften von Rousseau und verfasste mehrere
B�cher. Sein bekanntestes ist '�ber den Umgang mit Menschen', das
dazu f�hrte, da� sein Name bis heute noch als Synonym f�r
Hoeflichkeit und gutes Benehmen gilt.

Es ist im Netz zu finden unter:

http://projekt.gutenberg.de/knigge/umgang/umgang.htm


3.2 Darf ich Sie duzen?

In dieser Gruppe duzen wir uns, den Gepflogenheiten im
deutschsprachigen Usenet entsprechend, da hier das Siezen von
vielen als unh�flich aufgefa�t wird.

Im wirklichen Leben ist das Thema weit sensibler.

Wird das 'Du' angeboten, so geht die Initiative f�r gew�hnlich
vom �lteren, H�herstehenden oder Vorgesetzten aus.

Zwischen Mann und Frau geht die Initiative normalerweise von der
Frau aus. Ist der Mann der �ltere oder H�hergestellte, so kann
die Initiative auch von ihm ausgehen, sofern der Alters- oder
Hierarchieunterschied nicht zu gro� ist. Das gilt entsprechend,
wenn die Frau einem �lteren Mann das 'Du' anbieten will.


Das 'Du' ablehnen:

Dies ist ein sehr sensibler Bereich. Grunds�tzlich sollte man das
'Du' nur anbieten, wenn das Gesp�r einem sagt, da� es auch
angenommen werden wird.

Michael Dahms hat in <b03r4f$l949i$2...@ID-65464.news.dfncis.de>
dazu geschrieben:

|Ich habe einmal einem Mitarbeiter auf das Duzen vorbereitet, indem ich
|gefragt habe: "Wollen wir uns gleich Duzen oder uns erst noch besser
|kennenlernen?" Er hat geantwortet: "Erst noch besser kennenlernen." 2
|Jahre sp�ter waren wir selbstverst�ndlich per Du.

Analog dazu kann man ein angebotenes Du nat�rlich auch mit einem
Satz wie 'Mir w�re es lieber, wir bleiben beim Sie, bis wir uns
noch ein bi�chen besser kennengelernt haben.' ablehnen, man
sollte sich jedoch dar�ber im Klaren sein, da� man sich auf sehr
d�nnem Eis bewegt, wenn man ein Du ablehnt. Die Ablehnung kann -
wenn sie nicht mit gr��tm�glichem Fingerspitzengef�hl erfolgt -
sehr leicht als Unh�flichkeit, wenn nicht gar als Beleidigung
aufgefa�t werden."


Das 'Du' wieder entziehen:

Ein einmal angebotenes und auch angenommenes 'Du' wieder zu
entziehen, ist - sofern das 'Du' zuvor ein beiderseitiges
freundschaftliches war - meist eine bewu�te gesellschaftliche
�chtung, die nach au�en dokumentiert werden soll. Man k�ndigt dem
Gegen�ber damit nicht nur die Freundschaft, das Entstehen einer
Feindschaft ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, meist
unausweichlich.

Sollte man jedoch 'irgendwie' in ein Duz-Verh�ltnis geraten sein,
das einem im Nachhinein nicht angemessen erscheint oder
unangenehm ist, so kann man unter Umst�nden mit dem n�tigen
Fingerspitzengef�hl aus diesem Duz-Verh�ltnis wieder
herauskommen. Strittig bleibt der von Bernd Gramlich in
<35fdab...@tenuki.de> beschriebene Fall:

|Typischer Fall: Chef bietet Sekret�rin bei Betriebsfeier das Du
|an, Sekret�rin willigt perplex ein, ertr�gt das Duzen einen oder
|zwei Arbeitstage lang und bittet dann darum, zum Sie
|zur�ckzukehren. Wenn das in aller Freundlichkeit geschieht, f�llt
|niemandem ein Zacken aus der Krone.

Hans-Georg Bickel meinte dazu in
<bagm5t$sut2l$2...@ID-108823.news.dfncis.de>:

|Die Sekret�rin hat ein schlechtes Gef�hl, weil sie den Chef
|nachtr�glich doch zur�ckweist. Der Chef hat ein schlechtes
|Gef�hl, weil er entweder sich oder der Sekret�rin einen Vorwurf
|macht. M�glicherweise gibt es deswegen Gerede im Betrieb. Das
|Verh�ltnis zwischen den beiden ist angeknackst. Dem Chef ist ein
|Zacken aus der Krone gefallen.

Einigkeit herrscht hingegen dar�ber, da� man aus o. g.
Problematik bei Duz-Angeboten (insbesondere solchen am
Arbeitsplatz u.�.) von vornherein besondere Vorsicht walten
lassen sollte.


3.3. Die Anrede "Fr�ulein"

Die Anrede "Fr�ulein" f�r unverheiratete Damen jedweden Alters
blickt zwar auf eine ca. 800 Jahre alte Tradition zur�ck, sollte
heutzutage aber nicht mehr verwendet werden. Sehr viele Frauen
f�hlen sich durch den in besagtem Wort enthaltenen Diminutiv
diskriminiert: unverheiratete M�nner werden schlie�lich
auch nicht mit "Herrlein" angeredet. Frauen jedweden Alters und
Familienstandes werden heutzutage h�flicherweise mit "Frau
Nachname" angesprochen. Wenn jedoch eine Dame Wert auf die Anrede
"Fr�ulein" legt, sollte man diesem Wunsch selbstverst�ndlich
nachkommen. Gerade am Beispiel der Ablehnung dieser Anrede
bzw. dem Wunsch, so angeredet zu werden, zeigt sich �brigens der
stets situative Charakter von H�flichkeit:

Einerseits schreibt Renata Kussack in
<1fpgll6.1kvgh1o1i28x5uN%r.ku...@snafu.de>:

|ich kenne bzw. kannte ebenfalls so alte Fr�uleins ? deren Anliegen
|war �brigens durchaus ein feministisches ? zum Ausdruck zu bringen,
|da� man stets f�r sich allein gestanden hat -, und nicht etwa die
|Aufschrift 'noch zu haben'.

Andererseits findet sich auf

http://frauensprache.com/ein_plaedoyer.htm

|Im Laufe der feministischen Bewegung und selbstbewusst durch
|berufliche T�tigkeit wehrten sich unverheiratete Frauen immer h�ufiger
|und st�rker, letztlich auch erfolgreich gegen die Anrede "Fr�ulein",
|die sie als diskriminierend empfanden, weil sie im Gegensatz zu der
|Anrede f�r M�nner sofort ihren Familienstand enth�llte. Dieser wurde
|an der verheirateten Frau und ihrem sozialen Status gemessen und als
|"unverheiratete, unversorgte Frau", die "keinen Mann abgekriegt hat",
|interpretiert.

Wem es widerstrebt, sehr junge Personen mit 'Herr' oder 'Frau'
anzusprechen, der kann bis zum Alter von etwa 16 Jahren auch den
Kompromiss 'Vorname + Sie' w�hlen ohne dadurch gleich als
unh�flich zu gelten.


3.4. Wer geht wo?

3.4.1 Wer geht auf welcher Seite?

Grunds�tzlich gilt, dass es immer ritterlich und h�flich ist,
eine Dame zu besch�tzen. Daher hat der Mann stets die
"gef�hrdete" Seite zu w�hlen, um die Dame vor etwaigem Unbill zu
bewahren. Also geht der Mann auf dem B�rgersteig auf der der
Stra�e zugewandten Seite (Unf�lle, Spritzwasser), in �ffentlichen
Geb�uden geht er vor, um die T�r aufhalten zu k�nnen.

|Von h�chster Wichtigkeit ist dabei, dass die 'eigene' Dame
|uneingeschr�nkte Priorit�t gegen�ber 'fremden' Damen genie�t.
(Uwe Dunder in <bcd7ac$aas$00$1...@news.t-online.com>)


3.4.2 Betreten eines Restaurants

Die Frage, ob beim Betreten eines Restaurants die Dame oder der
Herr vorangeht, wurde in der Gruppe schon mehrfach diskutiert.

Nach der klassischen Schule betritt stets der Herr zuerst das
Restaurant, um das 'unbekannte' Terrain zu sondieren und nach
einem geeigneten Platz Ausschau zu halten.

Aber auch diese Regel gilt nicht immer und �berall. Michael Dahms
und Martin Halfen haben dazu Wolfgang Siebeck zitiert:

|"G�nnen Sie Ihrer Frau ihren Auftritt!"
(Michael Dahms in <3E817B94...@gkss.de>)

Oder anders formuliert:

|Ebenfalls Siebeck zum Theme wer geht zuerst rein?:
|"Ins Restaurant: sie, in die Kneipe: er."
(Martin Halfen in <b5s1l9$2cm094$1...@ID-113868.news.dfncis.de>)

Zwei beispielhafte Threads zum Thema:

Message-ID:<b5rt0k$kjj$00$1...@news.t-online.com>ff.
Message-ID:<bvemuh$qlp$03$1...@news.t-online.com>ff.


3.4.3 Auf der Treppe

Auch bei der Frage, ob die Dame oder der Herr auf einer Treppe
voranzugehen hat, konnte bisher in der Gruppe noch keine
Einigkeit erzielt werden.

Die eine Position sagt: Treppen aufw�rts geht er hinter, Treppen
abw�rts vor der Dame, um sie im Falle eines Sturzes auffangen zu
k�nnen usw.

Eine Gegenmeinung hierzu ist, da� der Herr Treppen aufw�rts aus
Gr�nden der Sittsamkeit vorzugehen hat, um nicht in Gefahr zu
geraten, der Dame unter den Rock zu blicken. Der Leser dieser
FAQ m�ge selbst entscheiden, welche Vor- bzw. Nachgehensweise
ihm einleuchtender erscheint."

Der gegenw�rtige Meinungsstand kann nachgelesen werden in:

Message-ID:<dafa.1046...@debian.jens.unfaehig.de>ff.
Message-ID:<2qgo5pF...@uni-berlin.de>ff.
Message-ID:<cpndaf$q0d$00$1...@news.t-online.com>ff.


3.5 Bauch oder Po? Vorbeizw�ngen in engen Sitzreihen

Muss man sich in Theater, Konzertsaal, Kino, Oper usw. durch eine
Sitzreihe an bereits sitzenden Mitmenschen vorbeizw�ngen, so
wendet man diesen Menschen immer die eigene Gesichtsseite zu,
weil es nicht h�flich w�re, ihnen den eigenen Hintern zu
pr�sentieren. In der Kirche machen es die meisten Menschen
umgekehrt, da dort die Blickrichtung dem Altar gelten sollte.
Allerdings vertrat Peter Bruells in

<m2isjx0...@rogue.ecce-terram.de>

durchaus �berzeugend eine gegenteilige Ansicht: "Da gehe ich doch
lieber weiterhin davon aus, da� halbwegs zivilisierte Gottheiten
es verstehen, da� man seinen Mitmenschen nicht den Hintern ins
Gesichts dr�ckt."


3.6 "Hatschi!" "Gesundheit" - H�flichkeit beim Niesen

Die Frage, wie man sich verh�lt, wenn eine anwesende Person
niesen mu�, wurde wiederholt gestellt. Ignoriert man es? W�nscht
man 'Gesundheit'? Oder soll der Niesende sich entschuldigen?

In den Diskussionen hat sich folgendes Meinungsbild
herauskristallisiert:

An �ffentlichen Pl�tzen (U-Bahn, Kaufhaus, Foyer) ignoriert man
es.

Bei eher offiziellen Zusammenk�nften (Besprechung, Vortrag,
Restaurant) sollte der Niesende kurz "Entschuldigung!" sagen,
weil sich das Niesen ja st�rend ausgewirkt haben k�nnte.

Wer im privaten, lockeren Kreis "Gesundheit!" sagen m�chte, mag
dies tun.

Torsten Gallus hat in <b01bpf$ski$05$1...@news.t-online.com> die
Situation beim Niesen wie folgt charakterisiert:

|Niesen gilt als "Peinlichkeit". Darauf auch noch �ffentlich
|hinzuweisen, w�rde die niesende Person br�skieren.

In <pan.2005.08.08....@mm-double.de> vertritt Maik
Hentsche durchaus �berzeugend die Gegenposition:

|Aus meiner Sicht hat das "Gesundheit" eine Abla�wirkung. Wer
|ein Niesen damit quittiert, dr�ckt aus, da� er dem Niesenden
|seinen Faux pas verzeiht. Au�erdem wirkt das "Gesundheit" f�r
|mich mitf�hlend. Gesundheit wird im Allgemeinen als das h�chste
|Gut oder zumindest als eines der h�chsten G�ter bewertet. Einem
|anderen etwas derartiges zu w�nschen sollte somit mindestens so
|h�flich sein wie der Wunsch nach einem guten Tag.

Drei 'Nies-Threads' k�nnen nachgelesen werden unter:

Message-ID: <q6610b...@mail.isogmbh.de>ff.
Message-ID: <bdhjrg$qbb$02$1...@news.t-online.com>ff.
Message-ID: <pan.2005.08.08....@mm-double.de>ff.


3.7 Spaghetti essen

Gelegentlich kommt in der Gruppe die Frage auf, wie Spaghetti
korrekt gegessen werden. Nur mit der Gabel? Darf man einen L�ffel
zur Hilfe nehmen? Oder ist es sogar erlaubt, sie mit Messer und
Gabel zu schneiden?

In Italien werden Spaghetti ausschlie�lich mit der Gabel
gegessen.

Renata Kussack in <1fosbri.1krrvax14iuttvN%r.ku...@snafu.de>:

|Das kann der Ge�bte, indem er Spaghetti durch Drehen am Tellerrand
|manierlich auf die Gabel bef�rdert. Bei weniger Ge�bten ist das
|Ergebnis allerdings eher desastr�s

Die Zuhilfenahme eines L�ffels ist also ausschlie�lich f�r den
unge�bten Esser gedacht (etwa vergleichbar der Bereithaltung von
Messer und Gabel in einem Chinarestaurant).

Wird, wie au�erhalb Italiens gelegentlich zu beobachten, zu
Spaghetti ein L�ffel eingedeckt, so kann dieser auch benutzt
werden, wenn man sich ohne dessen Hilfe nicht sicher genug f�hlt.

Die in Deutschland leider immer noch verbreitete Unsitte,
Spaghetti vor dem Verzehr kleinzuschneiden, ist nicht nur wenig
manierlich sondern auch vom ergonomischen Standpunkt aus
ungeschickt. Kleingeschnittene Spaghetti sind - egal ob mit Gabel
oder L�ffel - viel schwieriger zu handhaben als lange.


3.8 Trinkgeld

Trinkgeld ist eine dem Bedienungsspersonal in Betrieben des
Hotel- und Gastst�ttengewerbes gew�hrte zus�tzliche freiwillige
Verg�tung. Aber auch in anderen Betrieben (Taxi, Friseur,
Spielbank) kann man mit dem Geben von Trinkgeld seine
Zufriedenheit mit der erbrachten Dienstleistung ausdr�cken. Wenn
man mit der erbrachten Dienstleistung nicht zufrieden war,
braucht (und sollte) man selbstverst�ndlich kein Trinkgeld geben.
Die H�he des Trinkgelds ergibt sich aus der H�he der f�r die
erbrachte Dienstleistung zu zahlenden Rechnung. �blich sind in
Deutschland bis zu 10 % bzw. eine entsprechende Aufrundung des zu
zahlenden Rechnungsbetrages. Man sollte bei der Bemessung der
Trinkgeldh�he eventuell daran denken, da� es in vielen
Restaurant- und Hotelbetrieben �blich ist, den Angestellten ein
im Verh�ltnis geringeres Grundgehalt zu zahlen, weil sie als im
Service T�tige zus�tzliche Einnahmen durch Trinkgelder zu
erwarten haben.

Das Trinkgeld gibt man nach Erhalt der Rechnung. Entweder bittet
man den Dienstleistenden, den Rechnungsbetrag entsprechend
aufzurunden, oder man gibt das Trinkgeld nach Begleichen der
Rechnung bzw. l��t es auf dem Restauranttisch liegen.

Dem Inhaber oder Gesch�ftsf�hrer eines Restaurants gibt man
�blicherweise kein Trinkgeld. Wenn man aber von den Angestellten
dieses Menschen zuvorkommend bedient worden ist, kann man ihm mit
einer entsprechenden Bemerkung (z. B.: "F�r die Angestellten!")
ein Trinkgeld f�r diese geben, sollte er beispielsweise statt
ihrer abkassieren.

Will man auch dem Koch oder der K�chin bzw. den K�chen eines
Restaurants f�r ihre �berdurchschnittliche Leistung mit einem
Trinkgeld danken, so mu� man das dem Servicepersonal gegen�ber
deutlich zum Ausdruck bringen, da es nur in einigen Restaurants
bzw. Hotels �blich ist, das Trinkgeld unter allen Angestellten
aufzuteilen.

Bevor man eine Reise ins Ausland unternimmt, sollte man auf
keinen Fall vergessen, sich vorher �ber die im jeweiligen
Reiseland �blichen Trinkgeldgewohnheiten sachkundig zu machen. So
erntet man in einigen L�ndern beispielsweise totales
Unverst�ndnis, wenn man um eine Aufrundung der Rechnung bittet.
In anderen L�ndern wiederum ist das Bezahlen von Trinkgeld
geradezu Pflicht, weil die Angestellten ausschlie�lich von einer
extra zu bezahlenden "service charge" bezahlt werden. Schlie�lich
ist es in einigen "all inclusive resorts" verboten, Trinkgeld zu
zahlen. Dort sollte man auch nicht versuchen, es den Angestellten
aufzudr�ngen, weil man sie durch eine solche Handlungsweise
in echte Schwierigkeiten bringen k�nnte.

Auch Handwerkern oder M�belpackern kann man ein Trinkgeld geben,
wenn man mit ihrer Leistung besonders zufrieden war. Ebenso
bietet man ihnen, wenn sie sich l�nger in der eigenen Wohnung/auf
dem eigenen Grundst�ck aufhalten, evtl. Erfrischungsgetr�nke oder
einen kleinen Imbi� an, wenn man mit ihrer Arbeit und ihrem
Auftreten zufrieden ist. Diese Form der H�flichkeit kann auch
pragmatische Gr�nde haben: Derartige Freundlichkeiten motivieren
den Handwerker eventuell, "auch kurz nach einer nicht
beauftragten Kleinigkeit zu schauen, ohne dies gleich zu
berechnen."
(Hans-Georg Bickel in <bcno0j$l2u7u$4...@ID-108823.news.dfncis.de>)


3.9 Adelstitel gef�llig? Anreden von W�rdentr�gern

Nachfolgend sind die wichtigsten Anredeformen aufgelistet:

Prinz (regierendes Haus) K�nigliche Hoheit
Herzog Durchlaucht
F�rst Durchlaucht
Graf Graf...
Baron Baron...
Freiherr Herr von.../ Baron...
Namensadel Herr von

Rektor (Universit�t) Magnifizenz/ Herr Professor
Dekan (Fakult�t) Spectabilit�t/ Spectabilis/
Herr Professor
Professor Herr Professor
Doktor Herr Doktor...

Kardinal Eminenz

Ansonsten werden Amts- und W�rdentr�ger ihrem Titel angesprochen
(Herr Bundeskanzler, Herr Abgeordneter, Herr Superintendent etc.)

Das Angebot, auf den Titel zu verzichten und sich mit Namen
anzureden kann bedenkenlos angenommen werden.

Haben beide Gespr�chspartner einen Professoren- oder Doktortitel
so wird dieser bei der Anrede weggelassen.

Eine �bersichtliche Zusammenstellung der gebr�uchlichen Anreden
findet man auch unter:

http://www.dfroemberg.de/anredenutitel.pdf


3.10 Die elektronische Bewerbung

Immer mehr Arbeitgeber akzeptieren Bewerbungen in elektronischer
Form. In der Gruppe wurde intensiv die Frage diskutiert, wie eine
solche Bewerbung zweckm��igerweise auszusehen hat.

Einigkeit besteht darin, da� es nicht empfehlenswert ist, seine
Bewerbungsunterlagen auf einer Website zu hinterlegen und per
E-Mail nur eine Kurzbewerbung mit Hinweis auf den URL zu senden.

Bei der Gestaltung einer Bewerbung per E-Mail sollte bedacht
werden, da� nach wie vor eine per Mail eingehende Bewerbung
�blicherweise ausgedruckt wird, besonders wenn der Bewerber in
die engere Wahl kommt. Auf eine ansprechende Gestaltung mu� daher
auch bei einer elektronischen Bewerbung Wert gelegt werden.

Nach langer und intensiver Diskussion hat sich in der Gruppe als
Konsens herauskristallisiert, da� die Erstellung und der Versand
der Bewerbungsmappe (einschlie�lich Anschreiben) in _einer_
PDF-Datei die gr��ten Chancen hat, beim Empf�nger Gefallen zu
finden.

Das PDF-Format d�rfte - zumindest im Bereich des Personalwesens -
plattform�bergreifend das verbreitetste sein.

Nicht empfehlenswert ist der Versand einer Bewerbung in einem
propriet�ren Format (etwa als Word-Datei).

Zwei Threads zum Thema:

Message-ID:<ec7c0q$cue$1...@newsreader2.utanet.at>ff.
Message-ID:<ehinjp$ai9$1...@newsreader2.utanet.at>ff.


3.11 Andere L�nder - andere Sitten

Thomas Gr�ske hat in <VA.00000c0...@corpserve.de> einige
Literaturhinweise zum guten Benehmen in den USA gepostet.
Er empfiehlt:

|The Rituals of Dinner: The Origins, Evolution, Eccentricities, and
|Meaning of Table Manners by Margaret Visser. New York: Penguin Books,
|1991.
|
|Eleanor Roosevelt's Book of Common Sense Etiquette by Eleanor
|Roosevelt. New York: The Macmillan Company, 1962.
|
|Miss Manners' Guide for the Turn-of-the-Millennium by Judith Martin.
|Fireside, 1990.
|
|Miss Manners' Guide to Excruciatingly Correct Behavior by Judith
|Martin. Budget Book Service, 1997.
|
|Elements of Etiquette: A Guide to Table Manners in an Imperfect World
|by Craig Claiborne. New York: William Morrow & Company, 1992.


4. Links

http://www.sekretaerinnen.com/formen/formen.html

Zahlreiche Hinweise, auch zu Umgangsformen im Ausland.

http://www.businessgerman.com/business-knigge/

25 Tipps f�r den Umgang im Gesch�ftsleben in Deutschland


5. Literatur

Die gedruckte Literatur zum Thema ist un�berschaubar. In der
Gruppe erw�hnt wurden bisher folgende Werke:

Asserate, Asfa-Wossen, Manieren, Eichborn, Frankfurt/M., 2003

Sch�fer-Elmayer, Thomas, Gutes Benehmen gefragt, Wien, 1991


6. Dank

Dank geb�hrt allen Postern, die durch ihre Beitr�ge diese FAQ
m�glich gemacht und die durch ihre konstruktive Kritik und ihre
Hinweise zu deren Verbesserung beitragen.
--
Die de.alt.soc.knigge-FAQ
http://knigge.md-d.org
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