"J. K. Müller" <Mue...@invalid.invalid> writes:
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> Posting an die Newsgroups de.alt.soc.knigge und de.rec.mampf.
> Follow-up an: de.alt.soc.knigge .
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> Schorsch schrieb:
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>> Am 13.04.2014 22:50, schrieb J. K. Müller:
>
>> [Wie Tafel für festliches Buffet dekorieren?]
>
>> > Für Anregungen, wo man was kauft und wie man drapiert,
>> > bin ich dankbar.
>>
>> Die langweilige Antwort wäre, dass der Caterer das häufig alles mit
>> anbietet (ebenso das nötige Geschirr und die Gläser).
Und in Deiner Situation würde ich dazu raten, dir einen guten Caterer
mit Erfahrung in dieser Sorte Veranstaltung zu suchen und das mit dem
durchzusprechen.
Ein guter Caterer wird für eine etwas größere Veranstaltung durchaus ein
paar Stunden für Kundengespräche einplanen.
>> Ansonsten würde ich mir da nicht so viel Gedanken drum machen.
>> Die Idee mit den Platztellern ist doch schon sehr gut. Drumrum Besteck
>> und Gläser.
> [...]
>> Auskunft bekommst Du in bessere Haushaltswarengeschäfte
> [...]
>> Alternativ kannst Du auch noch bei Raumausstattern nachfragen. Und
>> letztlich sind da auch die Floristen einschlägig.
>>
>> In den Stadtbibliothken und einschlägigen Zeitschriften gibt es auch
>> noch jede Menge Bücher dazu.
>
> Vielen Dank für die Antwort - in der Bibliothek und in Buchhandlungen
> war ich bereits, um etwas darüber in Erfahrung zu bringen, wie man
> speziell beim Buffet "kniggegerecht" die Tische, an denen gegessen
> wird, eindeckt, und in welcher Reihenfolge man die Speisen am Buffet
> anordnet, und welche sonstigen Dinge man an den Esstischen und
> welche man am Buffet-Tisch vorfinden sollte.
>
> Mir ist seit langem bekannt, dass es viele Bücher gibt mit Kapiteln
> wie "Der perfekt gedeckte Tisch" oder ähnlichem, in denen erklärt
> wird, wo welches Glas zu stehen hat und dergleichen.
>
> Aber speziell über das Szenarium "Buffet" habe ich bisher
> überraschender Weise nichts gefunden.
Das dürfte daran liegen, daß es immens viele Variationsmöglichkeiten
gibt. Je nachdem ob es ein reines Selbstbedienungsbüffet ist, oder die
Speisen am Buffet gereicht werden, ob Getränke in Selbstbedienung oder
am Tisch angeboten werden, etc. pp.
> (Über diesbezügliche Literaturempfehlungen würde ich mich
> freuen.)
In den Lehrbüchern für Restaurantfachleute (vulgo Kellner) sollte sich
etwas finden lassen. Möglicherweise kann Dir die örtliche Bibliothek
sowas besorgen.
[...]
> Die verschiedenen Caterer und Gastwirte, mit denen ich mich
> unterhalten habe, hatten zum Thema "Buffet" sehr unterschiedliche
> Meinungen:
>
> Das reichte von "beim Buffet kommen bloß die Servietten auf die
> Esstische, alles andere kommt auf den Buffet-Tisch" bis zu "auch
Das ist die übliche Variante bei klassischen Buffets mit einer großen
Auswahl unterschiedlicher Speisen. Allein schon, weil es praktisch
unmöglich wäre vorherzusehen, was der Gast jeweils an Besteck
etc. braucht.
> beim Buffet werden Tische vollständig eingedeckt wie bei einem Essen,
> bei dem die Gänge auf Tellern serviert werden - der Unterschied ist
> nur, dass im einen Fall die Essteller von den Servierenden auf den
> Platzteller gestellt werden, im anderen Fall man den Essteller selbst
> vom Buffet zum Platz bringt und auf den Platzteller stellt" .
So würde ich es machen, wenn für ein einigermaßen festliches Essen
schlicht zu wenig Servicepersonal zur Verfügung steht, die Speisenfolge
aber ziemlich festgelegt ist. Das ist allerdings eine Notlösung - klingt
aber so als wäre das relativ genau das Szenario, das Dir vorschwebt.
> Was die angetroffene Vielfalt an Sichtweisen angeht, bin ich aus
> einem Bauchgefühl heraus der Ansicht, dass man unterscheiden
> können sollte zwischen den Gepflogenheiten in Selbstbedienungs-
> restaurants bzw Kantinen (wo man zB nicht weiss, wann wieviele
> Leute essen werden und unter anderem deshalb Tische nicht
> eindeckt, sondern Tabletts zur Verfügung stellt, sodass die Gäste
> Essteller, Schälchen, Getränke, Besteck und Servietten
> auf einmal transportieren können),
> und Festivitäten, bei denen man nicht allzuviel Personal zur Verfügung
> hat(, aber genau weiss, wieviele Leute ein Gedeck brauchen werden).
Bauchgefühle sind so eine Sache…
> Was den Vorschlag, mir nicht so viele Gedanken zu machen, angeht:
> Zum einen:
>
> Meiner Meinung nach ist es ungut, für einen Boß zu arbeiten,
> der sich nicht entscheiden kann. In manchen Lebensbereichen
> trägt das zur Verunsicherung bei, in manchen zu Autoritätsverlust
> und dazu, dass der "Boß" über den Tisch gezogen wird.
Schon richtig. Genauso schlimm ist es allerdings IMHO für einen Boss zu
arbeiten, der Dinge bei denen er sich nicht auskennt nicht an kompetente
Dienstleister abzugeben gewillt ist.
> Ich bin nur eine Person und es wird natürlich darauf hinauslaufen,
> dass ich Caterer/Lieferanten/Dienstleister hinzuziehen werde, die
> mir die praktische Arbeit abnehmen.
>
> Aber genau diese Leute werden es in erster Linie sein, die von
> mir Entscheidungen darüber erwarten werden, was ich wie haben
> möchte.
Ein guter Caterer ist gewohnt, mit bzw. für Auftraggeber zu arbeiten,
die nicht aus der Gastronomie kommen, und wird es als Teil seiner
Dienstleistung ansehen, Dich zur passenden Form und Ausstattung
kompetent zu beraten. Es gibt allerdings ganz erstaunlich viele
inkompetente Caterer, gerade bei kleineren Unternehmen.
> Um diese Entscheidungen treffen zu können anstatt als jemand
> aufzutreten, der zwar etwas will, aber nicht weiss, was er will, sollte
> ich über die Dinge bescheid wissen.
Im Groben, ja. Die Details Deinen Anforderungen entsprechend
auszugestalten ist eigentlich Teil der Kernaufgaben eines
Caterers. Insofern halte ich „nicht so viele Gedanken machen“ in diesem
Zusammenhang für gar keine so blöde Idee.
> Zum anderen:
>
> Ich habe beim Organisieren keinen Zeitdruck und möchte wissen,
> wie die Dinge zu laufen haben wenn es ordentlich sein soll.
Das kann nie schaden - Du solltest Dir allerdings bewußt sein, daß
Kellner (bzw. Restaurantfachperson) nicht ganz umsonst ein Beruf mit
dreijähriger Ausbildung ist. Dir wirklich fundiertes Fachwissen bis in
die Details anzueignen wird nicht mal eben so nebenbei funktionieren.
> Es anders zu halten, würde bedeuten, dass, während die Sache
> stattfindet, Caterer und sonstige Dienstleister nicht nur mir die
> praktische Arbeit abnehmen, sondern auch noch helfen, meine
> Unwissenheit zu kaschieren,
Genau das (nicht Unwissenheit zu kaschieren, sondern den gastronomischen
Teil einer Veranstaltung zu organisieren) ist allerdings Aufgabe eines
Caterers. Wenn Dein angepeilter den Eindruck vermittelt, damit
überfordert zu sein, oder keinen Bock drauf zu haben, würde ich Dir zu
einem anderen raten, ehrlich gesagt.
> also helfen zu kaschieren, dass ich bei dem von mir ins Auge gefassten
> Rahmen wissensmäßig über meine Verhältnisse lebe. Letzteres wäre
> peinlich.
Wäre es Dir auch peinlich, Dein Auto zur Reparatur zu bringen, weil Du
nicht im Detail weißt, was zu machen ist?
Kurz gesagt: Im Endeffekt solltest Du Dir einen Caterer suchen, dem Du
guten Gewissens die Details überlassen kannst. Um evtl. mehr Klarheit zu
erhalten, was Du wirklich willst, hier noch einige eher grundlegende
Denkanstöße:
Klassisch ist der Witz an einem Buffet, daß sich die Gäste über einen
längeren Zeitraum nach Belieben mit Essen versorgen können, der Witz ist
eben, daß kein klassisches gemeinsames Essen stattfindet. Man nimmt sich
etwas Essen, setzt sich auch eventuell mal an einen anderen Tisch, das
Essen ist nicht Hauptsache, sondern dient als Begleitung zum
Beisammensein. Das wird durch eine Vielzahl an eher kleinen Gerichten
gefördert.
Eingedeckte Tafeln sind dafür eher hinderlich, daher gibt es beim
klassischen Buffet kein Geschirr und Besteck auf den Tischen, und auch
keine Tabletts - die Gäste sollen in Bewegung sein, sich begegnen, ins
Gespräch kommen usw.. Deshalb werden meist auch keine Tafeln, sondern
kleinere Tische gewählt.
Hier würde ich auch eine Bar bzw. ein Getränkebuffet vorschlagen.
Wenn der Rahmen eher festlich bzw. formell sein soll, kann man natürlich
eine eingedeckte Tafel stellen und die Gäste zum Buffet schicken – das
bringt aber eine ganze Menge Unruhe in die Geschichte, ich würde für
solche Veranstaltungen immer Service am Tisch empfehlen. Kellner
schaffen es einfach erheblich besser, eine ganze Tafel flott mit Essen
zu versorgen ohne Konfusion oder Unfälle zu produzieren.
Getränkeservice am Tisch sollte hier definitiv sein, sonst artet das
schnell in Chaos aus.
Wenn kein Budget für ausreichend Servicepersonal da ist: Wie wäre es mit
klassischem einfachen Plattenservice? Die Tische sind eingedeckt, das
Essen wird auf Platten bzw. Schüsseln serviert, die Gäste bedienen sich
von den Platten selbst. Spart Personal, schafft eine relativ intime,
gesellige Atmosphäre und verhindert, daß sich die Gäste beim Essenholen
über den Haufen rennen…
Hier wäre Flaschenservice für die Getränke eine passende
Variante. (Flaschen mit den angebotenen Getränken auf den Tischen, aus
denen sich die Gäste hauptsächlich selbst bedienen, Kellner tauschen
primär leere Flaschen aus und kümmern sich um eventuelle Sonderwünsche.
Möglich wären auch Mischformen, also z.B. statt klassischer Vorspeise
Häppchen vom Buffet, der Hauptgang am Tisch serviert, und ein
Dessertbuffet. Hat den Vorteil, daß zum Hauptgang alle am Tisch sind, so
daß der Charakter eines gemeinsamen Essens gewahrt wird, währenddessen
ist auch Zeit und Gelegenheit für Ansprachen und ähnliches – vor und
nach dem Hauptgang haben die Gäste allerdings Gelegenheit wie bei einem
klassischen Buffet mit verschiedenen Leuten ins Gespräch zu kommen.
Hier würde ich Geschirr und Besteck für den Hauptgang und einen
Standardsatz Gläser eindecken, alles andere am Büffet vorhalten.
Nochmal zum Thema Personal: Um ein Buffet gepflegt zu halten und dafür
zu sorgen, daß gebrauchtes Geschirr schnell genug verschwindet braucht
es durchaus auch Personal. Nicht mal notwendigerweise weniger als bei
einfachem Plattenservice. Der Vorteil ist, daß Abräumer deutlich weniger
können müssen als Kellner, daher oft billige Aushilfen sind… Der
Atmosphäre ist das nicht immer zuträglich.