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Tischdekoration und Eindecken bei Buffet

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J. K. Müller

unread,
Apr 13, 2014, 4:50:09 PM4/13/14
to
-----------------------------------------------------------------
Posting an die Newsgroups de.alt.soc.knigge und de.rec.mampf.
Follow-up an: de.alt.soc.knigge .
-----------------------------------------------------------------

Hallo,

Tischdekoration gehört ja zur Esskultur dazu und Esskultur
wiederum hat viel mit Umgangsformen zu tun. Also wage ich
es mal, meine Fragen an die Leserschaft beider Newsgroups
zu richten:

In was für Geschäften kaufen Zivilisten Dinge, die man für eine
festliche Tischdekoration braucht? (Servietten; breite oder
schmale Tischbänder; Tischblumen u. dgl. )
Was ist in dieser Hinsicht heutzutage üblich?
Gibt es im Internet irgendwo Leitfäden, wie man derartige
Utensilien sowohl ansehnlich als auch "kniggekonform" drapiert?

Was ich bis jetzt gefunden habe, waren Anleitungen zum
Serviettenfalten und dazu, wie man einen Tisch mit Besteck,
Geschirr und Gläsern eindeckt sofern man ihn komplett
eindeckt.

Aber um diese Dinge geht es mir weniger - mir geht es mehr
darum,
- wie man eine Festtafel dekorieren kann, wenn ca fünfzig
(ehemalige) Soldaten zu einem Abendessen mit warmen
Speisen in gehobenerem bzw zur Abwechslung mal nicht
all zu rustikalem Rahmen eingeladen sind, bei dem das
Essen von einem Catering-Service als Buffet angerichtet
wird und bei dem für die Festtafel zumindest schon mal
weisse Tischdecken vorhanden sind.
- wie weit man beim Eindecken der Tische geht, wenn die
Sache als Buffet organisiert ist:
Welche Geschirr- bzw Besteckteile und Gläser dürfen sich
bereits an den Sitzplätzen befinden und welche nimmt der
Gast normalerweise vom Buffettisch mit?
Würde es bspw bei einem Buffet dem Knigge widersprechen,
Tische komplett einzudecken, sodass die Leute erst an ihren
Platz müssen, um sich dort ihren Teller zu schnappen, bevor
sie dann ans Buffet gehen? Oder ist es besser, nur Platzteller
einzudecken, sodass die Leute den eigentlichen Essteller, der
dann beim Essen auf den Platzteller gestellt wird, vom
Tellerstapel am Buffet holen?

Für Anregungen, wo man was kauft und wie man drapiert,
bin ich dankbar.

Ich freue mich auf Antwort.

Mit freundlichem Gruß

K. Müller

Schorsch

unread,
Apr 14, 2014, 2:57:43 AM4/14/14
to
Am 13.04.2014 22:50, schrieb J. K. Müller:
> -----------------------------------------------------------------
> Posting an die Newsgroups de.alt.soc.knigge und de.rec.mampf.
> Follow-up an: de.alt.soc.knigge .
> -----------------------------------------------------------------
>
> Hallo,
>

[Wie Tafel für festliches Buffet dekorieren?]


>
> Für Anregungen, wo man was kauft und wie man drapiert,
> bin ich dankbar.

Die langweilige Antwort wäre, dass der Caterer das häufig alles mit
anbietet (ebenso das nötige Geschirr und die Gläser).

Ansonsten würde ich mir da nicht so viel Gedanken drum machen.
Die Idee mit den Platztellern ist doch schon sehr gut. Drumrum Besteck
und Gläser.

In der MItte des Tisches kannst Du Blumengestecke verteilen (aber eher
nicht so hoch, damit man den Gegenüber noch sieht), Kerzen sind auch
immer nett und es sollte genug Platz für Getränke sein.

Es gibt so eine Art Läufer, mit dem Du die MItte betonen kannst.

Auskunft bekommst Du in bessere Haushaltswarengeschäften (die, die auch
die teuren Service etc. verkaufen). Die fühlen sich meist auch für Deko
zuständig.
Alternativ kannst Du auch noch bei Raumausstattern nachfragen. Und
letztlich sind da auch die Floristen einschlägig.

In den Stadtbibliothken und einschlägigen Zeitschriften gibt es auch
noch jede Menge Bücher dazu.

Und dicke Kochbücher schließlich haben zumeist ein Kapitel über große
Feste und entsprechende HInweise zur Tischgestaltung.

Gruß
Schorsch

J. K. Müller

unread,
Apr 18, 2014, 8:18:32 AM4/18/14
to
-----------------------------------------------------------------
Posting an die Newsgroups de.alt.soc.knigge und de.rec.mampf.
Follow-up an: de.alt.soc.knigge .
-----------------------------------------------------------------

Schorsch schrieb:

> Am 13.04.2014 22:50, schrieb J. K. Mᅵller:

> [Wie Tafel fᅵr festliches Buffet dekorieren?]

> > Fᅵr Anregungen, wo man was kauft und wie man drapiert,
> > bin ich dankbar.
>
> Die langweilige Antwort wᅵre, dass der Caterer das hᅵufig alles mit
> anbietet (ebenso das nᅵtige Geschirr und die Glᅵser).
>
> Ansonsten wᅵrde ich mir da nicht so viel Gedanken drum machen.
> Die Idee mit den Platztellern ist doch schon sehr gut. Drumrum Besteck
> und Glᅵser.
[...]
> Auskunft bekommst Du in bessere Haushaltswarengeschᅵfte
[...]
> Alternativ kannst Du auch noch bei Raumausstattern nachfragen. Und
> letztlich sind da auch die Floristen einschlᅵgig.
>
> In den Stadtbibliothken und einschlᅵgigen Zeitschriften gibt es auch
> noch jede Menge Bᅵcher dazu.

Vielen Dank fᅵr die Antwort - in der Bibliothek und in Buchhandlungen
war ich bereits, um etwas darᅵber in Erfahrung zu bringen, wie man
speziell beim Buffet "kniggegerecht" die Tische, an denen gegessen
wird, eindeckt, und in welcher Reihenfolge man die Speisen am Buffet
anordnet, und welche sonstigen Dinge man an den Esstischen und
welche man am Buffet-Tisch vorfinden sollte.

Mir ist seit langem bekannt, dass es viele Bᅵcher gibt mit Kapiteln
wie "Der perfekt gedeckte Tisch" oder ᅵhnlichem, in denen erklᅵrt
wird, wo welches Glas zu stehen hat und dergleichen.

Aber speziell ᅵber das Szenarium "Buffet" habe ich bisher
ᅵberraschender Weise nichts gefunden.

(ᅵber diesbezᅵgliche Literaturempfehlungen wᅵrde ich mich
freuen.)

In Haushaltswarengeschᅵften war ich schon - dort konnte man
mir zwar Auskunft geben, was alles es in welcher Qualitᅵt zu
welchen Preisen zu kaufen gibt, aber es war den Leuten oft
anzumerken, dass Fragen, die ᅵber Qualitᅵt, Beschaffenheit,
technische Aspekte und anleitungsgemᅵᅵe Verwendung/
Behandlung hinausgingen, als Klippen empfunden wurden,
die es zu umschiffen galt.

Die verschiedenen Caterer und Gastwirte, mit denen ich mich
unterhalten habe, hatten zum Thema "Buffet" sehr unterschiedliche
Meinungen:

Das reichte von "beim Buffet kommen bloᅵ die Servietten auf die
Esstische, alles andere kommt auf den Buffet-Tisch" bis zu "auch
beim Buffet werden Tische vollstᅵndig eingedeckt wie bei einem
Essen, bei dem die Gᅵnge auf Tellern serviert werden - der Unterschied
ist nur, dass im einen Fall die Essteller von den Servierenden auf
den Platzteller gestellt werden, im anderen Fall man den Essteller
selbst vom Buffet zum Platz bringt und auf den Platzteller stellt" .

Was die angetroffene Vielfalt an Sichtweisen angeht, bin ich aus
einem Bauchgefᅵhl heraus der Ansicht, dass man unterscheiden
kᅵnnen sollte zwischen den Gepflogenheiten in Selbstbedienungs-
restaurants bzw Kantinen (wo man zB nicht weiss, wann wieviele
Leute essen werden und unter anderem deshalb Tische nicht
eindeckt, sondern Tabletts zur Verfᅵgung stellt, sodass die Gᅵste
Essteller, Schᅵlchen, Getrᅵnke, Besteck und Servietten
auf einmal transportieren kᅵnnen), und Festivitᅵten, bei denen man
nicht allzuviel Personal zur Verfᅵgung hat(, aber genau weiss,
wieviele Leute ein Gedeck brauchen werden).



Was den Vorschlag, mir nicht so viele Gedanken zu machen, angeht:


Zum einen:

Meiner Meinung nach ist es ungut, fᅵr einen Boᅵ zu arbeiten,
der sich nicht entscheiden kann. In manchen Lebensbereichen
trᅵgt das zur Verunsicherung bei, in manchen zu Autoritᅵtsverlust
und dazu, dass der "Boᅵ" ᅵber den Tisch gezogen wird.

Ich bin nur eine Person und es wird natᅵrlich darauf hinauslaufen,
dass ich Caterer/Lieferanten/Dienstleister hinzuziehen werde, die
mir die praktische Arbeit abnehmen.

Aber genau diese Leute werden es in erster Linie sein, die von
mir Entscheidungen darᅵber erwarten werden, was ich wie haben
mᅵchte.

Um diese Entscheidungen treffen zu kᅵnnen anstatt als jemand
aufzutreten, der zwar etwas will, aber nicht weiss, was er will, sollte
ich ᅵber die Dinge bescheid wissen.


Zum anderen:

Ich habe beim Organisieren keinen Zeitdruck und mᅵchte wissen,
wie die Dinge zu laufen haben wenn es ordentlich sein soll.

Es anders zu halten, wᅵrde bedeuten, dass, wᅵhrend die Sache
stattfindet, Caterer und sonstige Dienstleister nicht nur mir die
praktische Arbeit abnehmen, sondern auch noch helfen, meine
Unwissenheit zu kaschieren, also helfen zu kaschieren, dass ich
bei dem von mir ins Auge gefassten Rahmen wissensmᅵᅵig
ᅵber meine Verhᅵltnisse lebe. Letzteres wᅵre peinlich.



Wenn ich es nicht schaffe, meine Kenntnisse ᅵber den mir
vorschwebenden Rahmen zur rechten Zeit auf den nᅵtigen Stand
zu bringen, werde ich eben etwas anders machen.


Mit freundlichem Gruᅵ

K. Mᅵller

Luigi Rotta

unread,
Apr 18, 2014, 11:39:36 AM4/18/14
to
Am Fri, 18 Apr 2014 14:18:32 +0200 schrieb "J. K. M�ller"
<Mue...@invalid.invalid>:

>Aber speziell �ber das Szenarium "Buffet" habe ich bisher
>�berraschender Weise nichts gefunden.

F�r was auch? Die Deutschen haben am Buffet eh den schlechtesten Ruf:
einfach alles abgrasen, so viel wie m�glich auf den Teller (dass drei
Viertel �brigbleibt k�mmert nicht) und wenn die nach uns nichts
abkriegen dann sind sie selber schuld.


--

Gruss

Luigi


Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz!

Schorsch

unread,
Apr 18, 2014, 4:19:57 PM4/18/14
to
Das weiᅵ ich doch nicht.

>
> Mir ist seit langem bekannt, dass es viele Bᅵcher gibt mit Kapiteln
> wie "Der perfekt gedeckte Tisch" oder ᅵhnlichem, in denen erklᅵrt
> wird, wo welches Glas zu stehen hat und dergleichen.
>
> Aber speziell ᅵber das Szenarium "Buffet" habe ich bisher
> ᅵberraschender Weise nichts gefunden.

Die Tische kannst Du doch genau so vorbereiten, wie Du es bei einem
Essen halt auch machen wᅵrdest. Da spricht doch gar nix dagegen.

Fᅵr die Anordnung des Buffets ist der Caterer zustᅵndig.
ᅵblich ist aber, erst mal Teller und Besteck, dann Vorspeisen,
Hauptspeisen und am anderen Ende Nachspeisen.

Getrᅵnke entweder am Tisch oder auf einem extra Tisch.
Decke ein! Das scheint doch fᅵr Dein Vorhaben genau passend.

>
> Was den Vorschlag, mir nicht so viele Gedanken zu machen, angeht:
>
>
> Zum einen:
>
> Meiner Meinung nach ist es ungut, fᅵr einen Boᅵ zu arbeiten,
> der sich nicht entscheiden kann. In manchen Lebensbereichen
> trᅵgt das zur Verunsicherung bei, in manchen zu Autoritᅵtsverlust
> und dazu, dass der "Boᅵ" ᅵber den Tisch gezogen wird.
>
> Ich bin nur eine Person und es wird natᅵrlich darauf hinauslaufen,
> dass ich Caterer/Lieferanten/Dienstleister hinzuziehen werde, die
> mir die praktische Arbeit abnehmen.
>
> Aber genau diese Leute werden es in erster Linie sein, die von
> mir Entscheidungen darᅵber erwarten werden, was ich wie haben
> mᅵchte.
>
> Um diese Entscheidungen treffen zu kᅵnnen anstatt als jemand
> aufzutreten, der zwar etwas will, aber nicht weiss, was er will, sollte
> ich ᅵber die Dinge bescheid wissen.
>
>
> Zum anderen:
>
> Ich habe beim Organisieren keinen Zeitdruck und mᅵchte wissen,
> wie die Dinge zu laufen haben wenn es ordentlich sein soll.
>
> Es anders zu halten, wᅵrde bedeuten, dass, wᅵhrend die Sache
> stattfindet, Caterer und sonstige Dienstleister nicht nur mir die
> praktische Arbeit abnehmen, sondern auch noch helfen, meine
> Unwissenheit zu kaschieren, also helfen zu kaschieren, dass ich
> bei dem von mir ins Auge gefassten Rahmen wissensmᅵᅵig
> ᅵber meine Verhᅵltnisse lebe. Letzteres wᅵre peinlich.
>

Vielen Dank fᅵr Deine Offenheit. Ich habe mich ungenau ausgedrᅵckt.
Meine Empfehlung war, dass Du nicht so viel darᅵber nachdenken solltest,
was "man" macht. Hier scheint es - und das zeigt ja Deine bisherige
Recherche - eine Vielfalt an Vorstellungen zu geben. Also gibt es keine
fest Regel und Du kannst die Variante wᅵhlen, die zu Deinen Vorstellung
und zu Deinem Anlass passt.
Und genau so machst Du es dann auch.
Entscheide Dich und wenn einer Deiner Lieferanten eine andere Idee hat,
dann kannst Du Dich immer noch umentscheiden.
>
>
> Wenn ich es nicht schaffe, meine Kenntnisse ᅵber den mir
> vorschwebenden Rahmen zur rechten Zeit auf den nᅵtigen Stand
> zu bringen, werde ich eben etwas anders machen.
>

ALso decke die Tische ein, mache sie ein wenig nett mit Gestecken und so.
Das Buffet baust Du so auf, dass man die verscheidenen Speisegruppen gut
findet und dann habe ein schᅵnes Fest.

Besten Gruᅵ
Schorsch

P.S.: Besuch doch einfach ein paar Bᅵffets in besseren Hotels und lass
Dich dort anregen.

Tilman Ahr

unread,
Apr 19, 2014, 4:12:16 AM4/19/14
to
Luigi Rotta <lu...@rotta.ch> writes:

> Am Fri, 18 Apr 2014 14:18:32 +0200 schrieb "J. K. Müller"
> <Mue...@invalid.invalid>:
>
>>Aber speziell über das Szenarium "Buffet" habe ich bisher
>>überraschender Weise nichts gefunden.
>
> Für was auch? Die Deutschen haben am Buffet eh den schlechtesten Ruf:
> einfach alles abgrasen, so viel wie möglich auf den Teller (dass drei
> Viertel übrigbleibt kümmert nicht) und wenn die nach uns nichts
> abkriegen dann sind sie selber schuld.

Mhm. Ich habe 'ne ganze Weile Dinner- und Frühstücksbuffets in Hotels
betreut. Wenn Nationalitäten überhaupt eine Rolle spielen, dann sind
deutsche Gäste eher bei den pflegeleichteren.

Tilman Ahr

unread,
Apr 19, 2014, 5:12:44 AM4/19/14
to
"J. K. Müller" <Mue...@invalid.invalid> writes:

> -----------------------------------------------------------------
> Posting an die Newsgroups de.alt.soc.knigge und de.rec.mampf.
> Follow-up an: de.alt.soc.knigge .
> -----------------------------------------------------------------
>
> Schorsch schrieb:
>
>> Am 13.04.2014 22:50, schrieb J. K. Müller:
>
>> [Wie Tafel für festliches Buffet dekorieren?]
>
>> > Für Anregungen, wo man was kauft und wie man drapiert,
>> > bin ich dankbar.
>>
>> Die langweilige Antwort wäre, dass der Caterer das häufig alles mit
>> anbietet (ebenso das nötige Geschirr und die Gläser).

Und in Deiner Situation würde ich dazu raten, dir einen guten Caterer
mit Erfahrung in dieser Sorte Veranstaltung zu suchen und das mit dem
durchzusprechen.

Ein guter Caterer wird für eine etwas größere Veranstaltung durchaus ein
paar Stunden für Kundengespräche einplanen.

>> Ansonsten würde ich mir da nicht so viel Gedanken drum machen.
>> Die Idee mit den Platztellern ist doch schon sehr gut. Drumrum Besteck
>> und Gläser.
> [...]
>> Auskunft bekommst Du in bessere Haushaltswarengeschäfte
> [...]
>> Alternativ kannst Du auch noch bei Raumausstattern nachfragen. Und
>> letztlich sind da auch die Floristen einschlägig.
>>
>> In den Stadtbibliothken und einschlägigen Zeitschriften gibt es auch
>> noch jede Menge Bücher dazu.
>
> Vielen Dank für die Antwort - in der Bibliothek und in Buchhandlungen
> war ich bereits, um etwas darüber in Erfahrung zu bringen, wie man
> speziell beim Buffet "kniggegerecht" die Tische, an denen gegessen
> wird, eindeckt, und in welcher Reihenfolge man die Speisen am Buffet
> anordnet, und welche sonstigen Dinge man an den Esstischen und
> welche man am Buffet-Tisch vorfinden sollte.
>
> Mir ist seit langem bekannt, dass es viele Bücher gibt mit Kapiteln
> wie "Der perfekt gedeckte Tisch" oder ähnlichem, in denen erklärt
> wird, wo welches Glas zu stehen hat und dergleichen.
>
> Aber speziell über das Szenarium "Buffet" habe ich bisher
> überraschender Weise nichts gefunden.

Das dürfte daran liegen, daß es immens viele Variationsmöglichkeiten
gibt. Je nachdem ob es ein reines Selbstbedienungsbüffet ist, oder die
Speisen am Buffet gereicht werden, ob Getränke in Selbstbedienung oder
am Tisch angeboten werden, etc. pp.

> (Über diesbezügliche Literaturempfehlungen würde ich mich
> freuen.)

In den Lehrbüchern für Restaurantfachleute (vulgo Kellner) sollte sich
etwas finden lassen. Möglicherweise kann Dir die örtliche Bibliothek
sowas besorgen.

[...]

> Die verschiedenen Caterer und Gastwirte, mit denen ich mich
> unterhalten habe, hatten zum Thema "Buffet" sehr unterschiedliche
> Meinungen:
>
> Das reichte von "beim Buffet kommen bloß die Servietten auf die
> Esstische, alles andere kommt auf den Buffet-Tisch" bis zu "auch

Das ist die übliche Variante bei klassischen Buffets mit einer großen
Auswahl unterschiedlicher Speisen. Allein schon, weil es praktisch
unmöglich wäre vorherzusehen, was der Gast jeweils an Besteck
etc. braucht.

> beim Buffet werden Tische vollständig eingedeckt wie bei einem Essen,
> bei dem die Gänge auf Tellern serviert werden - der Unterschied ist
> nur, dass im einen Fall die Essteller von den Servierenden auf den
> Platzteller gestellt werden, im anderen Fall man den Essteller selbst
> vom Buffet zum Platz bringt und auf den Platzteller stellt" .

So würde ich es machen, wenn für ein einigermaßen festliches Essen
schlicht zu wenig Servicepersonal zur Verfügung steht, die Speisenfolge
aber ziemlich festgelegt ist. Das ist allerdings eine Notlösung - klingt
aber so als wäre das relativ genau das Szenario, das Dir vorschwebt.

> Was die angetroffene Vielfalt an Sichtweisen angeht, bin ich aus
> einem Bauchgefühl heraus der Ansicht, dass man unterscheiden
> können sollte zwischen den Gepflogenheiten in Selbstbedienungs-
> restaurants bzw Kantinen (wo man zB nicht weiss, wann wieviele
> Leute essen werden und unter anderem deshalb Tische nicht
> eindeckt, sondern Tabletts zur Verfügung stellt, sodass die Gäste
> Essteller, Schälchen, Getränke, Besteck und Servietten
> auf einmal transportieren können),
> und Festivitäten, bei denen man nicht allzuviel Personal zur Verfügung
> hat(, aber genau weiss, wieviele Leute ein Gedeck brauchen werden).

Bauchgefühle sind so eine Sache…

> Was den Vorschlag, mir nicht so viele Gedanken zu machen, angeht:
> Zum einen:
>
> Meiner Meinung nach ist es ungut, für einen Boß zu arbeiten,
> der sich nicht entscheiden kann. In manchen Lebensbereichen
> trägt das zur Verunsicherung bei, in manchen zu Autoritätsverlust
> und dazu, dass der "Boß" über den Tisch gezogen wird.

Schon richtig. Genauso schlimm ist es allerdings IMHO für einen Boss zu
arbeiten, der Dinge bei denen er sich nicht auskennt nicht an kompetente
Dienstleister abzugeben gewillt ist.

> Ich bin nur eine Person und es wird natürlich darauf hinauslaufen,
> dass ich Caterer/Lieferanten/Dienstleister hinzuziehen werde, die
> mir die praktische Arbeit abnehmen.
>
> Aber genau diese Leute werden es in erster Linie sein, die von
> mir Entscheidungen darüber erwarten werden, was ich wie haben
> möchte.

Ein guter Caterer ist gewohnt, mit bzw. für Auftraggeber zu arbeiten,
die nicht aus der Gastronomie kommen, und wird es als Teil seiner
Dienstleistung ansehen, Dich zur passenden Form und Ausstattung
kompetent zu beraten. Es gibt allerdings ganz erstaunlich viele
inkompetente Caterer, gerade bei kleineren Unternehmen.

> Um diese Entscheidungen treffen zu können anstatt als jemand
> aufzutreten, der zwar etwas will, aber nicht weiss, was er will, sollte
> ich über die Dinge bescheid wissen.

Im Groben, ja. Die Details Deinen Anforderungen entsprechend
auszugestalten ist eigentlich Teil der Kernaufgaben eines
Caterers. Insofern halte ich „nicht so viele Gedanken machen“ in diesem
Zusammenhang für gar keine so blöde Idee.

> Zum anderen:
>
> Ich habe beim Organisieren keinen Zeitdruck und möchte wissen,
> wie die Dinge zu laufen haben wenn es ordentlich sein soll.

Das kann nie schaden - Du solltest Dir allerdings bewußt sein, daß
Kellner (bzw. Restaurantfachperson) nicht ganz umsonst ein Beruf mit
dreijähriger Ausbildung ist. Dir wirklich fundiertes Fachwissen bis in
die Details anzueignen wird nicht mal eben so nebenbei funktionieren.

> Es anders zu halten, würde bedeuten, dass, während die Sache
> stattfindet, Caterer und sonstige Dienstleister nicht nur mir die
> praktische Arbeit abnehmen, sondern auch noch helfen, meine
> Unwissenheit zu kaschieren,

Genau das (nicht Unwissenheit zu kaschieren, sondern den gastronomischen
Teil einer Veranstaltung zu organisieren) ist allerdings Aufgabe eines
Caterers. Wenn Dein angepeilter den Eindruck vermittelt, damit
überfordert zu sein, oder keinen Bock drauf zu haben, würde ich Dir zu
einem anderen raten, ehrlich gesagt.

> also helfen zu kaschieren, dass ich bei dem von mir ins Auge gefassten
> Rahmen wissensmäßig über meine Verhältnisse lebe. Letzteres wäre
> peinlich.

Wäre es Dir auch peinlich, Dein Auto zur Reparatur zu bringen, weil Du
nicht im Detail weißt, was zu machen ist?

Kurz gesagt: Im Endeffekt solltest Du Dir einen Caterer suchen, dem Du
guten Gewissens die Details überlassen kannst. Um evtl. mehr Klarheit zu
erhalten, was Du wirklich willst, hier noch einige eher grundlegende
Denkanstöße:

Klassisch ist der Witz an einem Buffet, daß sich die Gäste über einen
längeren Zeitraum nach Belieben mit Essen versorgen können, der Witz ist
eben, daß kein klassisches gemeinsames Essen stattfindet. Man nimmt sich
etwas Essen, setzt sich auch eventuell mal an einen anderen Tisch, das
Essen ist nicht Hauptsache, sondern dient als Begleitung zum
Beisammensein. Das wird durch eine Vielzahl an eher kleinen Gerichten
gefördert.

Eingedeckte Tafeln sind dafür eher hinderlich, daher gibt es beim
klassischen Buffet kein Geschirr und Besteck auf den Tischen, und auch
keine Tabletts - die Gäste sollen in Bewegung sein, sich begegnen, ins
Gespräch kommen usw.. Deshalb werden meist auch keine Tafeln, sondern
kleinere Tische gewählt.

Hier würde ich auch eine Bar bzw. ein Getränkebuffet vorschlagen.

Wenn der Rahmen eher festlich bzw. formell sein soll, kann man natürlich
eine eingedeckte Tafel stellen und die Gäste zum Buffet schicken – das
bringt aber eine ganze Menge Unruhe in die Geschichte, ich würde für
solche Veranstaltungen immer Service am Tisch empfehlen. Kellner
schaffen es einfach erheblich besser, eine ganze Tafel flott mit Essen
zu versorgen ohne Konfusion oder Unfälle zu produzieren.

Getränkeservice am Tisch sollte hier definitiv sein, sonst artet das
schnell in Chaos aus.

Wenn kein Budget für ausreichend Servicepersonal da ist: Wie wäre es mit
klassischem einfachen Plattenservice? Die Tische sind eingedeckt, das
Essen wird auf Platten bzw. Schüsseln serviert, die Gäste bedienen sich
von den Platten selbst. Spart Personal, schafft eine relativ intime,
gesellige Atmosphäre und verhindert, daß sich die Gäste beim Essenholen
über den Haufen rennen…

Hier wäre Flaschenservice für die Getränke eine passende
Variante. (Flaschen mit den angebotenen Getränken auf den Tischen, aus
denen sich die Gäste hauptsächlich selbst bedienen, Kellner tauschen
primär leere Flaschen aus und kümmern sich um eventuelle Sonderwünsche.

Möglich wären auch Mischformen, also z.B. statt klassischer Vorspeise
Häppchen vom Buffet, der Hauptgang am Tisch serviert, und ein
Dessertbuffet. Hat den Vorteil, daß zum Hauptgang alle am Tisch sind, so
daß der Charakter eines gemeinsamen Essens gewahrt wird, währenddessen
ist auch Zeit und Gelegenheit für Ansprachen und ähnliches – vor und
nach dem Hauptgang haben die Gäste allerdings Gelegenheit wie bei einem
klassischen Buffet mit verschiedenen Leuten ins Gespräch zu kommen.

Hier würde ich Geschirr und Besteck für den Hauptgang und einen
Standardsatz Gläser eindecken, alles andere am Büffet vorhalten.

Nochmal zum Thema Personal: Um ein Buffet gepflegt zu halten und dafür
zu sorgen, daß gebrauchtes Geschirr schnell genug verschwindet braucht
es durchaus auch Personal. Nicht mal notwendigerweise weniger als bei
einfachem Plattenservice. Der Vorteil ist, daß Abräumer deutlich weniger
können müssen als Kellner, daher oft billige Aushilfen sind… Der
Atmosphäre ist das nicht immer zuträglich.

robert....@gmx.ch

unread,
Apr 20, 2014, 7:59:22 AM4/20/14
to
J. K. Müller schrieb:
> -----------------------------------------------------------------
> Posting an die Newsgroups de.alt.soc.knigge und de.rec.mampf.
> Follow-up an: de.alt.soc.knigge .
> -----------------------------------------------------------------
>

Als einfacher Mensch schätze ich WAS auf dem Teller ist, und da reicht
mir einer, nicht ein Stapel davon.
Genau so wenig halte ich von Dekoration die in den Teller hängt.

Also meiner Meinung nach mehr vom Budget fürs Menü als für die
Dekoration.

freundlichst röbi

Thomas Hochstein

unread,
Apr 20, 2014, 11:05:49 AM4/20/14
to
Tilman Ahr schrieb:

> Klassisch ist der Witz an einem Buffet, daß sich die Gäste über einen
> längeren Zeitraum nach Belieben mit Essen versorgen können, der Witz ist
> eben, daß kein klassisches gemeinsames Essen stattfindet.

Andererseits kann für ein Buffet auch sprechen, dass sich die Gäste
die Speisenfolge (oder Teile derselben) nach eigenem Geschmack
zusammenstellen können.

> Möglich wären auch Mischformen, also z.B. statt klassischer Vorspeise
> Häppchen vom Buffet, der Hauptgang am Tisch serviert, und ein
> Dessertbuffet. Hat den Vorteil, daß zum Hauptgang alle am Tisch sind, so
> daß der Charakter eines gemeinsamen Essens gewahrt wird, währenddessen
> ist auch Zeit und Gelegenheit für Ansprachen und ähnliches – vor und
> nach dem Hauptgang haben die Gäste allerdings Gelegenheit wie bei einem
> klassischen Buffet mit verschiedenen Leuten ins Gespräch zu kommen.

Oder eben, sich die Vorspeise und das Dessert nach eigenem Geschmack
(und auch in der gewünschten Quantität) zusammenzustellen. Den
Hauptgang vorzugeben (oder zwei Varianten, ggf. eine vegetarische,
anzubieten, aus denen - ggf. vorab - gewählt werden kann), aber die
Auswahl der Vorspeisen und des Desserts auf dem Wege eines Buffets
freizugeben, kann m.E. die Vorteile beider Formen miteinander
verbinden.

> Hier würde ich Geschirr und Besteck für den Hauptgang und einen
> Standardsatz Gläser eindecken, alles andere am Büffet vorhalten.

Es ist auch nicht verfehlt, einen Satz Gläser und Besteck einzudecken
und zusätzlich weiteres Besteck (und Teller) am Büffet vorzuhalten.
Wer auf die Suppe verzichtet, tut das eben; wer eine Vorspeise nimmt,
findet das Besteck am Platz; wer gerne zweimal von den Vorspeisen
nehmen möchte, findet - für den Fall, dass ein aufmerksamer Service
derweil den Teller bereits abgeräumt hat - dafür dann einen zweiten
Satz Besteck am Büffet.

Grüße,
-thh

Tilman Ahr

unread,
Apr 21, 2014, 6:30:19 PM4/21/14
to
Thomas Hochstein <t...@inter.net> writes:

> Tilman Ahr schrieb:
>
>> Klassisch ist der Witz an einem Buffet, daß sich die Gäste über einen
>> längeren Zeitraum nach Belieben mit Essen versorgen können, der Witz ist
>> eben, daß kein klassisches gemeinsames Essen stattfindet.
>
> Andererseits kann für ein Buffet auch sprechen, dass sich die Gäste
> die Speisenfolge (oder Teile derselben) nach eigenem Geschmack
> zusammenstellen können.

Äh, ja. Das schien mir so offensichtlich, daß ich es glatt vergessen
habe zu erwähnen. Ups.

>> Möglich wären auch Mischformen, also z.B. statt klassischer Vorspeise
>> Häppchen vom Buffet, der Hauptgang am Tisch serviert, und ein
>> Dessertbuffet. Hat den Vorteil, daß zum Hauptgang alle am Tisch sind, so
>> daß der Charakter eines gemeinsamen Essens gewahrt wird, währenddessen
>> ist auch Zeit und Gelegenheit für Ansprachen und ähnliches – vor und
>> nach dem Hauptgang haben die Gäste allerdings Gelegenheit wie bei einem
>> klassischen Buffet mit verschiedenen Leuten ins Gespräch zu kommen.
>
> Oder eben, sich die Vorspeise und das Dessert nach eigenem Geschmack
> (und auch in der gewünschten Quantität) zusammenzustellen. Den
> Hauptgang vorzugeben (oder zwei Varianten, ggf. eine vegetarische,
> anzubieten, aus denen - ggf. vorab - gewählt werden kann), aber die
> Auswahl der Vorspeisen und des Desserts auf dem Wege eines Buffets
> freizugeben, kann m.E. die Vorteile beider Formen miteinander
> verbinden.

Sehe ich ähnlich. Zumal sich Vor- und Nachspeisen leichter so bauen
lassen, daß sie der durchschnittliche Gast unfallfrei transportieren
kann, als ein klassischer Hauptgang…

>> Hier würde ich Geschirr und Besteck für den Hauptgang und einen
>> Standardsatz Gläser eindecken, alles andere am Büffet vorhalten.
>
> Es ist auch nicht verfehlt, einen Satz Gläser und Besteck einzudecken
> und zusätzlich weiteres Besteck (und Teller) am Büffet vorzuhalten.
> Wer auf die Suppe verzichtet, tut das eben; wer eine Vorspeise nimmt,
> findet das Besteck am Platz; wer gerne zweimal von den Vorspeisen
> nehmen möchte, findet - für den Fall, dass ein aufmerksamer Service
> derweil den Teller bereits abgeräumt hat - dafür dann einen zweiten
> Satz Besteck am Büffet.

Das wäre eventuell sogar die bessere Variante.
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