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Schwarzer Tequila?

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Alexander Stein

unread,
Nov 3, 2003, 10:55:56 AM11/3/03
to
In de.alt.music.metal läuft gerade ein Thread darüber, was der pöse
[tm] Rocker von nebenan so trinkt und einer erwähnte dabei schwarzen
Tequila. Da in damm OT, frage ich hier: Was zum Geier ist es, womit
kann man es geschmacklich vergleiche und wo bekomm ich das her?

TIA
alex

David Dahlberg

unread,
Nov 3, 2003, 12:14:37 PM11/3/03
to
Alexander Stein <al...@web.de> schrieb:

>In de.alt.music.metal läuft gerade ein Thread darüber, was der pöse
>[tm] Rocker von nebenan so trinkt und einer erwähnte dabei schwarzen
>Tequila. Da in damm OT,

Ich fürchte nicht ;-)

> frage ich hier: Was zum Geier ist es,

<URL:http://www.black-tequila.de/> -> Bandgeschichte

> womit kann man es geschmacklich vergleiche

Weiß nicht, ich kenne diese Band nicht.

> und wo bekomm ich das her?

Rezepte für Schwarzen Tequila:
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Methode 1: Du kippst Lebensmittelfarbe in deinen Tequilla.
Methode 2: Du lässt den Tequilla solange im (Eben-)Holzfass, biss er
erst golden, dann braun und zuletzt schwarz wird. Danach musst du
den Ranzrest nur noch aus den Brettern wringen ...

>TIA
>alex

De nada
-dd

Alexander Stein

unread,
Nov 3, 2003, 12:33:54 PM11/3/03
to
David Dahlberg schrieb:

> Alexander Stein <al...@web.de> schrieb:
>
>
>>In de.alt.music.metal läuft gerade ein Thread darüber, was der pöse
>>[tm] Rocker von nebenan so trinkt und einer erwähnte dabei schwarzen
>>Tequila. Da in damm OT,
>
>
> Ich fürchte nicht ;-)
>
Es fehlte jegliche Art eines Ironie/Humortags (wir haben ja keinen
Humor ;), deswegen meine ich zu denken dass es ernst gemeint war.


[...]

>>und wo bekomm ich das her?
>
>
> Rezepte für Schwarzen Tequila:
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>
> Methode 1: Du kippst Lebensmittelfarbe in deinen Tequilla.
> Methode 2: Du lässt den Tequilla solange im (Eben-)Holzfass, biss er
> erst golden, dann braun und zuletzt schwarz wird. Danach musst du
> den Ranzrest nur noch aus den Brettern wringen ...
>

Vielleicht heisst er auch so weil man ihn mit Vanille o.ä. trinkt
(Silberner Tequila = Zitronen, Goldener= Orangen)

Gruss
alex

Thorben Amann

unread,
Nov 4, 2003, 3:28:29 AM11/4/03
to
Alexander Stein wrote:

[Schwarzer Tequila]


> Vielleicht heisst er auch so weil man ihn mit Vanille o.ä. trinkt
> (Silberner Tequila = Zitronen, Goldener= Orangen)

Ich wusste nicht, dass man goldenen Tequila mit Orangen trinkt. Der
Unterscheidet sich doch zunächst schon in der Farbe vom silbernen.

t|a

--
Falscher oder fehlender Kaffee - Anwender angehalten.
(W)iederholen (I)gnorieren (K)affee kochen ?

D. Fischherr

unread,
Nov 4, 2003, 7:17:21 AM11/4/03
to
>Du lässt den Tequilla solange im (Eben-)Holzfass, biss er
>...schwarz wird.
Sicher hilft es, das Fass vorher ordentlich (>1/2 Ztr.) zu pichen. Das gibt
auch gleich ein richtig feines Aroma...

--
* www.brauherr.de
* (wem Bier nicht nur gelb ist und blau macht)
*
* jetzt auch mit Weinforum

D. Fischherr

unread,
Nov 4, 2003, 7:20:47 AM11/4/03
to
>> (Silberner Tequila = Zitronen, Goldener= Orangen)
>Ich wusste nicht, dass man goldenen Tequila mit Orangen trinkt.
Nun, man MUSS es ja auch nicht. Barbaren nehmen Zitronen und echte Kerle gar
kein Gemüse. Allerdings, in beiden Varianten würde ich zumindest vom
Goldenen wohl brechen. Orangen (und statt Salz übrigens Zimt!) sind sicher
die wohlschmeckendste Variante.

>Der Unterscheidet sich doch zunächst schon in der Farbe vom silbernen.

Und im Geschmack, wobei mich schon mal interessieren würde, woher der und
die Farbe nun rühren - Holzfass? Andere Herstellung?

Thorben Amann

unread,
Nov 4, 2003, 11:30:27 AM11/4/03
to
D. Fischherr wrote:

>>> (Silberner Tequila = Zitronen, Goldener= Orangen)
>> Ich wusste nicht, dass man goldenen Tequila mit Orangen trinkt.
> Nun, man MUSS es ja auch nicht. Barbaren nehmen Zitronen und echte Kerle gar
> kein Gemüse. Allerdings, in beiden Varianten würde ich zumindest vom
> Goldenen wohl brechen. Orangen (und statt Salz übrigens Zimt!) sind sicher
> die wohlschmeckendste Variante.

Du erinnerst mich daran, dass ich das schon immer mal mit Zimt
ausprobieren wollte.

>> Der Unterscheidet sich doch zunächst schon in der Farbe vom silbernen.
> Und im Geschmack, wobei mich schon mal interessieren würde, woher der und
> die Farbe nun rühren - Holzfass? Andere Herstellung?

Ich schätze mal, dass es an der Lagerung im Holzfass liegt, weiß es
aber auch nicht wirklich.

t|a

--
Why is 6 afraid of seven?
Because 7 8 9.

D. Fischherr

unread,
Nov 4, 2003, 2:19:44 PM11/4/03
to
>Du erinnerst mich daran, dass ich das schon immer mal mit Zimt
>ausprobieren wollte.
Oh, gern geschehen ;) Ich mein: Mach man, das schmeckt dann nämlich wirklich
a) ganz anders und vor allem b) recht deliziös. MIR jedenfalls (um das Thema
"individueller Geschmack" gleich wieder präventiv zu importieren) ;-P

>Why is 6 afraid of seven?
> Because 7 8 9.

*g da muss ich eventuelle Urheberrechte einfach ignorieren und gelegentlich
vom Zitatrecht Gebrauch machen ;)

D.

Henrik Grotjahn

unread,
Nov 4, 2003, 2:32:35 PM11/4/03
to
Thorben Amann <use...@thoerbi-online.de> writes:

Moin!

> Ich wusste nicht, dass man goldenen Tequila mit Orangen trinkt. Der
> Unterscheidet sich doch zunächst schon in der Farbe vom silbernen.

Naja, guter Tequila (añejo) ist ja eigentlich (abgesehen von dem
Schrott, den die Mexikaner im großen Stil unter den bekannten Labels
Sierra & Co. massenweise in Europa abkippen) immer 'golden', durch die
mindestens einjährige Reifung im Fass.

Der geht zwar merkbar ins Geld, hat aber den Vorteil, dass er auch
vollkommen ohne 'Übertünchung' durch Salz und Zitrone oder auch Zimt
und Orange überaus genießbar ist...

Bis dann,

Henrik

--
http://www.hoenn.net/

Henrik Grotjahn

unread,
Nov 4, 2003, 3:09:38 PM11/4/03
to
"D. Fischherr" <muelltonnen_...@nurfuerspam.de> writes:

Moin!

>>Der Unterscheidet sich doch zunächst schon in der Farbe vom silbernen.
> Und im Geschmack, wobei mich schon mal interessieren würde, woher der und
> die Farbe nun rühren - Holzfass? Andere Herstellung?

Es gibt IIRC (keine Lust, das jetzt genau nach zu recherchieren, daher aus
der Erinnerung) vier Arten von Tequila:

1) (Blanco) Direkt nach der Destillation abgefüllt -> weiß.

2) (???) Der gleiche Kram wie 1) aber mit Karamel (?) versetzt: Sieht
golden aus, aber sonst die gleiche Plürre.

3) (Reposado) Wie 1), aber mindestens zwei Monate im Eichenfass
gereift.

4) Wie 1), aber mindestens ein Jahr im Eichenfass gereift.

1) und 2) kann man definitiv nur mit Ablenkung der Geschmacksknospen
(Salz/Zitrone, Zimt/Orange) ertragen, 3) habe ich nie probiert und 4)
ist auch 'ohne alles' ziemlich lecker. Man genießt ihn pur aus einem
geeigneten Schwenkglas.

D. Fischherr

unread,
Nov 4, 2003, 3:57:30 PM11/4/03
to
>[Tequilasorten, Reifung, Billigzeug, Sierra usw.]
Oh, interessant. Wieder was gelernt. Ich versuche mich übrigens gerade zu
erinnern, welcher Farbe der von meinen Geschmacksknospen wesentlich mehr
geschätzte Mezcal war. Ich meine, er hatte auch so einen holzigen Ton, oder
misserinnere ich mich?

Hans Müller

unread,
Nov 4, 2003, 4:24:45 PM11/4/03
to
Also, von Sirra gibt es den Tiquilla Silver und Gold. In ausgesuchten
Geschäften halt auch Black. Von einer anderen Marke gibt es sogar grünen.
Und was es alles in Mexiko so gibt, möchte ich erst gar nicht erwähnen.

"Alexander Stein" <al...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bo5tr6$6fi$06$1...@news.t-online.com...

Thorben Amann

unread,
Nov 4, 2003, 4:08:36 PM11/4/03
to
D. Fischherr wrote:

>> Du erinnerst mich daran, dass ich das schon immer mal mit Zimt
>> ausprobieren wollte.
> Oh, gern geschehen ;) Ich mein: Mach man, das schmeckt dann nämlich wirklich
> a) ganz anders und vor allem b) recht deliziös. MIR jedenfalls (um das Thema
> "individueller Geschmack" gleich wieder präventiv zu importieren) ;-P

Klar. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es mir schmecken könnte.
Allein die Besonderheit des Zimts wird eine tolle und vor allem
ausßergewöhnliche Note da hineinbringen. Außerdem hats irgendwie mehr
Stil, wenn man das auf Parties bringt. :-)

>> Why is 6 afraid of seven?
>> Because 7 8 9.
> *g da muss ich eventuelle Urheberrechte einfach ignorieren und gelegentlich
> vom Zitatrecht Gebrauch machen ;)

Sicher. Ist auch keineswegs von mir. Habe ich auch irgendwo geklaut.

t|a

--
Du weisst, dass die Welt am Arsch ist, wenn der beste Rapper ein
Weisser ist, der beste Golfer ein Schwarzer, die Schweizer den
America's Cup gewonnen haben, die Franzosen den Amerikanern Arroganz
vorwerfen und die Deutschen nicht in den Krieg wollen.

D. Fischherr

unread,
Nov 5, 2003, 7:06:15 AM11/5/03
to
>Außerdem hats irgendwie mehr
>Stil, wenn man das auf Parties bringt. :-)
Ja, und "oh, der Mann kennt sich aus"-Effekt des ganzen ist natürlich auch
nicht von der Hand zu weisen (genau so wenig wie die Tatsache, dass sich
darin wohl jeder ab und zu mal gerne sonnt) ;-)

Also denn, wohl bekomm's.

Thorben Amann

unread,
Nov 5, 2003, 10:22:09 AM11/5/03
to
D. Fischherr wrote:

>> Außerdem hats irgendwie mehr
>> Stil, wenn man das auf Parties bringt. :-)
> Ja, und "oh, der Mann kennt sich aus"-Effekt des ganzen ist natürlich auch
> nicht von der Hand zu weisen (genau so wenig wie die Tatsache, dass sich
> darin wohl jeder ab und zu mal gerne sonnt) ;-)

Manchmal kann man sich nett drin sonnen, manchmal wird man aber auch
einfach nur schief angeguckt wenn man es z.B. ablehnt weißen Rum
unterhalb der Havana-Kategorie zu konsumieren.

t|a

--
Er musste erst mit dem Kopf gegen die Bäume rennen,
ehe er merkte, daß er auf dem Holzweg war.
(Wilhelm Busch)

Ingo Redeker

unread,
Nov 5, 2003, 10:31:25 AM11/5/03
to
D. Fischherr wrote:

Hallo,

>> [Tequilasorten, Reifung, Billigzeug, Sierra usw.]
> Oh, interessant. Wieder was gelernt. Ich versuche mich übrigens
> gerade zu erinnern, welcher Farbe der von meinen Geschmacksknospen
> wesentlich mehr geschätzte Mezcal war. Ich meine, er hatte auch so
> einen holzigen Ton, oder misserinnere ich mich?

Ja, er ist eher "bernsteinfarbig". Und nicht vergessen, beim letzten Schluck
aus der Flasche zu kauen :-)

Ciao
Ingo

D. Fischherr

unread,
Nov 5, 2003, 10:37:10 AM11/5/03
to
>manchmal wird man aber auch
>einfach nur schief angeguckt wenn man es z.B. ablehnt weißen Rum
>unterhalb der Havana-Kategorie zu konsumieren.
Na, DAS aber doch wiederum nicht ganz zu Unrecht, denn anders als bei der
Zimtgeschichte signalisiert das ja nicht (bzw. evtl. nicht NUR) "oh, der
Mann kennt sich aus" sondern im ungünstigen Fall auch "oh, ein Laffel aus
einem jener Metiers, in denen man sich nur mit englisch klingenden Titeln
anredet" ;-)

Nebenbei bemerkt: Bisher gehöre ich in Sachen weißen Rums auch zu jenen, die
sich sagen: Schmeckt v.A. nach Alk und wird eh nur zum mixen mit Eiswürfeln
und dominanteren Aromen genommen, also sch*** auf die Marke.
Dieser Havana ist mir zum ersten Mal durch eine dieser "Szene-Insider
plaudern"-artigen Kampagnen begegnet (und nicht etwa von versierten
Bartendern empfohlen worden), und das erweckt bei mir zunächst mal das
gleiche Misstrauen, das ich u.A. auch gegenüber dem Begriff "Premium" in
jeder seiner Variationen und Verbindungen hege. Da ich jedoch weder
Rumfachmann noch -liebhaber bin (was auch das mit der Empfehlung ein wenig
erklären könnte), lasse ich mich gerne über handfeste Qualitätsmerkmale
belehren.

D

D. Fischherr

unread,
Nov 5, 2003, 10:47:59 AM11/5/03
to
>nicht vergessen, beim letzten Schluck
>aus der Flasche
Tststs. Aus der Flasche? Nein, ich bin doch zivilisiert und nehme Tassen,
soviel Zeit muss sein.

>zu kauen :-)
Also den Wurm ext man doch nicht einfach so happ-happ. Den hält man erst mal
ausgiebig hoch, so dass er auch an den Nachbartischen (vor allem von den
weiblichen Gästen) gesehen wird, und dann lässt man ihn wie einen
Maccheroni, jedoch als Ausdruck eines vermeintlich noch nicht vollends
ausgehauchten Lebensodems langsam baumelnd (was man durch unterschwelliges,
für Außenstehende nicht bemerkbares dezentes Vibrieren des Handgelenks noch
effektvoll unterstreichen kann) von oben in den wegen in den Nacken gelegten
Kopfes in Richtung Decke zeigenden, weit aufgerissenen Mund herab, mit dem
man das Tier dann langsam einzutzelt, um es schließlich - im Rahmen eines
übertrieben ausgiebigen und an einen Zweikampf mit der sich unter letzter
Kraft des zu Ende Gehens ihres restlichen Daseins erwehrenden Kreatur
erinnernden Zermalmungsvorganges ab und zu wie aus Versehen noch mal
zwischen den Lippen hervorlugen zu lassend - zu verzehren.

Dieser Satz war länger als ein durchschnittlicher Mezcal-Wurm. Oder anders
ausgedrückt: Der durchschnittliche Mezcal-Wurm ist kürzer als jener Satz.
Was insbesondere Angesichts der darin erläuterten Vorgehensweise durchaus zu
bedauern ist.

In diesem Sinne, guten Appetit!

C Engelmann

unread,
Nov 5, 2003, 11:31:27 AM11/5/03
to
"D. Fischherr" <muelltonnen_...@nurfuerspam.de> wrote:

>Da ich jedoch weder
>Rumfachmann noch -liebhaber bin (was auch das mit der Empfehlung ein wenig
>erklären könnte), lasse ich mich gerne über handfeste Qualitätsmerkmale
>belehren.

Das Qualitätsmerkmal ist in diesem Fall der Geschmack. Wenn du keinen
Unterschied zu einem Old Hopking(Aldi) schmeckst, dann kaufe immer den
letzteren.
Es gibt den etwas billigeren "Varadero"(oder "Caribbean Club"), der
auch ganz gut ist.

Gruss
Carsten

Ingo Redeker

unread,
Nov 5, 2003, 11:36:57 AM11/5/03
to
D. Fischherr wrote:

<beeindruckende Anleitung gesnippt>

> Dieser Satz war länger als ein durchschnittlicher Mezcal-Wurm. Oder
> anders ausgedrückt: Der durchschnittliche Mezcal-Wurm ist kürzer als
> jener Satz. Was insbesondere Angesichts der darin erläuterten
> Vorgehensweise durchaus zu bedauern ist.

Ich merke, das ich einiges in früher Jugend falsch gemacht habe. Das ist der
ultimative "how-to-drink-and-impress-woman" Guide :-).

> In diesem Sinne, guten Appetit!

Vielen Dank
Ingo

D. Fischherr

unread,
Nov 5, 2003, 11:44:06 AM11/5/03
to
>Das Qualitätsmerkmal ist in diesem Fall der Geschmack.
Hm, ist der Unterschied denn so markant, dass man ihn in Cocktail oder
Longdrink schmeckt? Oder (auf die Gefahr hin, mich rumtechnisch endgültig
als Barbar zu enttarnen) trinkt man auch weißen Rum bisweilen pur? (Wenn ja,
Nebenfrage: In welchem Glas und welcher Darreichungsform [Temperatur, Eis
etc.]?)

>Old Hopking(Aldi)
"Alter Hopfenkönig"? Klingt für mich als Brauer jetzt gar nicht SO schlecht
;-)

Bisher habe ich zum Mischen immer die "weiße(?) Fledermaus" aus der Metro
genommen. Bei einem Purvergleich hat die für meine unbedarfte Zunge
verdächtig ähnlich zu Bacardi geschmeckt, so dass ich annehme, dass auch das
Fledermaus-Symbol nicht grundlos drauf ist. Aber ich vermute mal, dass
Bacardi aus Kennersicht in etwa analog zu "Sierra Tequila (weiß)" läuft.

>"Varadero" ... "Caribbean Club")
Ich werde diese sowie den H., wenn sich mal die Gelegenheit ergibt, mit
einem billigeren Produkt vergleichen. Danke bis hierher!

D. Fischherr

unread,
Nov 5, 2003, 11:45:54 AM11/5/03
to
>Das ist der ultimative "how-to-drink-and-impress-woman" Guide :-).
Ich muss leider intervenieren, fasse mich aber kurz ;-) - das war, wenn
überhaupt, der ultimative "how-to-get-drunk-and-vergraul-women guide"...;-)

Alexander Stein

unread,
Nov 5, 2003, 11:48:19 AM11/5/03
to
Ingo Redeker schrieb:
Naja, ich denke dass die durchschnittliche Eberin (!) die man
beeindrucken möchte angeekelt wegrennen würde ;)

Gruß
álex

Peter

unread,
Nov 5, 2003, 12:40:55 PM11/5/03
to
On Tue, 04 Nov 2003 21:09:38 +0100, Henrik Grotjahn wrote:

> "D. Fischherr" <muelltonnen_...@nurfuerspam.de> writes:
>
> Moin!
>
>>>Der Unterscheidet sich doch zunächst schon in der Farbe vom silbernen.
>> Und im Geschmack, wobei mich schon mal interessieren würde, woher der und
>> die Farbe nun rühren - Holzfass? Andere Herstellung?
>
> Es gibt IIRC (keine Lust, das jetzt genau nach zu recherchieren, daher aus
> der Erinnerung) vier Arten von Tequila:
>
> 1) (Blanco) Direkt nach der Destillation abgefüllt -> weiß.

Da wäre er etwas zu kräftig. Darum wird er noch mit Wasser auf 38 bis 46%
verdünnt.



> 2) (???) Der gleiche Kram wie 1) aber mit Karamel (?) versetzt: Sieht
> golden aus, aber sonst die gleiche Plürre.

Eichenrinde im Beutel kommt in den Eichen- oder Nirobottich; falls zuwenig
Farbe: +Zuckercoleur (Karamell); Für 1 + 2 gilt: mindestens 51% Agave

> 3) (Reposado) Wie 1), aber mindestens zwei Monate im Eichenfass
> gereift.
>
> 4) Wie 1), aber mindestens ein Jahr im Eichenfass gereift.

+mind. 80 % Agave

> 1) und 2) kann man definitiv nur mit Ablenkung der Geschmacksknospen
> (Salz/Zitrone, Zimt/Orange) ertragen, 3) habe ich nie probiert und 4)
> ist auch 'ohne alles' ziemlich lecker. Man genießt ihn pur aus einem
> geeigneten Schwenkglas.

De gustibus non..., aber vielleicht kennst Du auch nur die falschen. Ich
meine, es gibt nicht nur brauchbare sondern sogar sehr gute Tequilas in
weiß und gold, die gar manchen reposado y añejo traurig aussehen lassen.
Für Herradura oder Centenario in silber oder gold, ließe ich jeden Sauza
Conmemorativo (añejo) stehen; Abgesehen von den schon genannten, die auch
als reposados / añejos sehr gut sind, gibt's natürlich noch manch andere
feine Destillate (Don Julio zum Beispiel).
Jedenfalls kein Vergleich zu Brechmitteln wie Olmeca, Sierra,..., die
eigentlich Tequil-asco heißen sollten.

¡Arriba, Abajo, Al Centro, Pa'dentro!
Peter

Thorben Amann

unread,
Nov 5, 2003, 12:42:39 PM11/5/03
to
D. Fischherr wrote:

>> Das Qualitätsmerkmal ist in diesem Fall der Geschmack.
> Hm, ist der Unterschied denn so markant, dass man ihn in Cocktail oder
> Longdrink schmeckt? Oder (auf die Gefahr hin, mich rumtechnisch endgültig
> als Barbar zu enttarnen) trinkt man auch weißen Rum bisweilen pur? (Wenn ja,
> Nebenfrage: In welchem Glas und welcher Darreichungsform [Temperatur, Eis
> etc.]?)

Ehrlich gesagt kenne ich mich mit Trinkritualen um den Rum nicht so
besonders gut aus, aber ich denke schon, dass man ihn auch mal pur
genießen darf.
Was das erkennen in Cocktails angeht: Ich wurde mal genötigt den
Blindtest zu machen und ich habs erkannt. Und nicht nur ich (könnte ja
sein, dass ich der Oberfeinschmecker bin). Auch
"alkoholgenußunbedarfte" erkannten zumindest, dass einer der beiden
Pina Coladas besser schmeckte. Was dann glücklicherweise (für mich und
meine Verteidigung guten Alkohols) auch der mit Havana gemixte war.

Also, ich bin nicht der große Alkoholkenner und werde mir sicher nicht
Rum kaufen, der teurer ist als der Havana (denn der haut ja acuch
schon gut rein). Genauso ist es mit anderen Spirituosen. Irgendwann
verliert sich da für mich einfach die Verhältnismäßigkeit. Aber wenn
ich das Geld hätte...

Thorben,
hat für Cocktailpartys mit weiterem Freundeskreis
immer ein Billig-Äquivalent für jeden Alkohol im
Regal, weil es die meisten ohnehin nicht zu schätzen
wissen.

D. Fischherr

unread,
Nov 5, 2003, 8:39:23 PM11/5/03
to
>mindestens 51% Agave
>+mind. 80 % Agave
Jeweils "% des Alkoholanteils", vermute ich doch sicher richtig? Aus was ist
dann der Rest? Agrar-/Industriealkohol? Egalwas?

D


Peter

unread,
Nov 6, 2003, 4:27:27 AM11/6/03
to

Wenn ich nicht irre, vom Saft der vergoren wird. Der Rest stammt dann meist
vom Zuckerrohr (kann/darf aber auch irgendwas anderes sein). Alternativ
kann natürlich auch reines Agavendestillat mit Zuckerrohrsprit aufgefüllt
werden. Ich würde aber grundsätzlich darauf achten, daß auf dem
Flaschenetikett "100% de Agave" steht. Und wenn es kein Exportprodukt ist,
sollte noch ein SHCP (Finanzamts-)Kleber drauf sein. Der Flaschenhals muß
einen (Plastik-) Einsatz haben, der ein Wiederbefüllen (mit gefälschtem
"Tequila") unmöglich macht.
Ach ja, und nie vergessen: ¡El abuso en el consumo de este producto es
nocivo para la salud!
Slds
Peter

D. Fischherr

unread,
Nov 6, 2003, 6:00:06 AM11/6/03
to
>[Ausführliche Tequila-Warenkunde]
Beachtlich, da sprach wohl ein Kenner - vielen Dank für die zahlreichen
interessanten Informationen!

>¡El abuso en el consumo de este producto es
>nocivo para la salud!

Ich kenn nur socieda limidad ;-)

El prosto!
D.

Peter

unread,
Nov 6, 2003, 6:30:57 PM11/6/03
to
On Thu, 6 Nov 2003 12:00:06 +0100, D. Fischherr wrote:

>>[Ausführliche Tequila-Warenkunde]
> Beachtlich, da sprach wohl ein Kenner - vielen Dank für die zahlreichen
> interessanten Informationen!
>

Man lernt viel, wenn man häufig die Fragen verschiedenster Bekannter
beantwortet, denen man den Mißbrauch von Salz und Limón abgewöhnen muß.

BTW und soeben gefunden: Für alle, die's gerne genauer wissen/sehen
möchten:
- Academia Mexicana del Tequila -
http://www.acamextequila.com.mx/

Slds
Peter

Henrik Grotjahn

unread,
Nov 6, 2003, 6:35:43 PM11/6/03
to
Peter <pe...@mexicanosenespana.zzn.com> writes:

[Viel interessantes]

>> 1) und 2) kann man definitiv nur mit Ablenkung der Geschmacksknospen
>> (Salz/Zitrone, Zimt/Orange) ertragen, 3) habe ich nie probiert und 4)
>> ist auch 'ohne alles' ziemlich lecker. Man genießt ihn pur aus einem
>> geeigneten Schwenkglas.
>
> De gustibus non..., aber vielleicht kennst Du auch nur die falschen. Ich
> meine, es gibt nicht nur brauchbare sondern sogar sehr gute Tequilas in
> weiß und gold, die gar manchen reposado y añejo traurig aussehen lassen.
> Für Herradura oder Centenario in silber oder gold, ließe ich jeden Sauza
> Conmemorativo (añejo) stehen; Abgesehen von den schon genannten, die auch
> als reposados / añejos sehr gut sind, gibt's natürlich noch manch andere
> feine Destillate (Don Julio zum Beispiel).

Vielen Dank für Deine detaillierteren Erläuterungen. Wenn sich die
Gelegenheit bietet, werde ich der einen oder anderen Empfehlung mit
Interesse nachgehen. Ich lasse mich gern von Gegenteil überzeugen...

> Jedenfalls kein Vergleich zu Brechmitteln wie Olmeca, Sierra,..., die
> eigentlich Tequil-asco heißen sollten.

;-)

D. Fischherr

unread,
Nov 7, 2003, 3:42:31 AM11/7/03
to
>Mißbrauch von Salz und Limón abgewöhnen
Kann es denn wohl mal sein, dass dieses ganze Brimborium mit Gewürz
und -müse nichts als eine Erfindung einer relativ geschickten Werbeagentur
ist* und sich jeder echte Mexikomann schlapplacht, wenn er ausgerechnet uns
vermeintliche Alkoholexperten sieht, wie wir uns Zunge und Gaumen mit Salz
und Säure, Voodoo und Hoodoo betäuben, um sein Fensterputzmittel ohne
sofortigen Brechreiz in den Verdauungstrakt zu zwingen, während er ganz
zivilisiert die wahren Schätze seiner nationalen Destillen genießt? Ich
erwarte jetzt fast ein "ja", obwohl ich dennoch ein "nein" wünschte, um -
Angesichts in meiner Jugendzeit zugegeben immenser verschlungener Mengen
dieser im Nachhinein betrachtet ausgesprochen grauenvollen Kombination -
nicht einen erheblichen Teil meiner Selbstachtung einzubüßen...

*wenn ja, dann nichtsdestotrotz Respekt: Schon wieder einer, der aus Sch.
Gold gemacht hat. Warum schaff ick dat nie?

>http://www.acamextequila.com.mx/
Nichts für Leute, die ihr Geld lieber versaufen, als es in schnelle Hartware
zu investieren, und nichts für Leute, die auf Virenrisiko und
Skriptschnickschnack verzichten möchten. Aber immerhin lese ich dort
zwischen "etwas" optischer und akustischer "Dekoration" zu meiner
Beruhigung, dass ich - wenn auch in erster Linie sicher weniger des starken
Alkoholgehalts und mehr es schlechten billigen Sierra-Geschmacks wegen -
doch nicht auf eine erfundene Legende hereingefallen bin. Wenngleich die
Mythenstrickerei der Vermarkter ja immerhin so tut, als ginge es gar nicht
anders, während es unter o.g. Adresse ja nur als eine mögliche Spielart
aufgeführt ist.

Prost
D

Peter

unread,
Nov 7, 2003, 2:57:55 PM11/7/03
to
On Fri, 7 Nov 2003 09:42:31 +0100, D. Fischherr wrote:

>>Mißbrauch von Salz und Limón abgewöhnen
> Kann es denn wohl mal sein, dass dieses ganze Brimborium mit Gewürz
> und -müse nichts als eine Erfindung einer relativ geschickten Werbeagentur
> ist* und sich jeder echte Mexikomann schlapplacht, wenn er ausgerechnet uns
> vermeintliche Alkoholexperten sieht, wie wir uns Zunge und Gaumen mit Salz
> und Säure, Voodoo und Hoodoo betäuben, um sein Fensterputzmittel ohne
> sofortigen Brechreiz in den Verdauungstrakt zu zwingen, während er ganz
> zivilisiert die wahren Schätze seiner nationalen Destillen genießt? Ich
> erwarte jetzt fast ein "ja", obwohl ich dennoch ein "nein" wünschte, um -
> Angesichts in meiner Jugendzeit zugegeben immenser verschlungener Mengen
> dieser im Nachhinein betrachtet ausgesprochen grauenvollen Kombination -
> nicht einen erheblichen Teil meiner Selbstachtung einzubüßen...
>
> *wenn ja, dann nichtsdestotrotz Respekt: Schon wieder einer, der aus Sch.
> Gold gemacht hat. Warum schaff ick dat nie?

Ja, wenn man sich "gute" Tequilas leisten kann und will. Nein, denn auch in
México gibt's "Un-"Tequilas und manchmal noch wildere, die Geschmacksnerven
strapazierende Methoden, ihn zu verunstalten.

>>http://www.acamextequila.com.mx/
> Nichts für Leute, die ihr Geld lieber versaufen, als es in schnelle Hartware
> zu investieren, und nichts für Leute, die auf Virenrisiko und
> Skriptschnickschnack verzichten möchten.

Ich hab' nur einmal kurz reingeschaut und da war weder Flash noch
Animation. Aber diese Option (sin flash, sin nada) gibt es offensichtlich
nur spanisch.

Slds
Peter

Tobias Eichner

unread,
Nov 25, 2003, 12:16:51 PM11/25/03
to

"D. Fischherr" <muelltonnen_...@nurfuerspam.de> schrieb im
Newsbeitrag news:bob9c8$9le$00$1...@news.t-online.com...

> Bisher habe ich zum Mischen immer die "weiße(?) Fledermaus" aus der Metro
> genommen. Bei einem Purvergleich hat die für meine unbedarfte Zunge
> verdächtig ähnlich zu Bacardi geschmeckt, so dass ich annehme, dass auch
das
> Fledermaus-Symbol nicht grundlos drauf ist. Aber ich vermute mal, dass
> Bacardi aus Kennersicht in etwa analog zu "Sierra Tequila (weiß)" läuft.

Das ist korrekt :-)

Beides, Sierra und Bacardi, sind ungefähr so einzuordnen wie Öttinger beim
Bier, bestenfalls :-)

Gute Spirituosen brennen nicht schon im Mund, kratzen nicht beim Abgang, und
hinterlassen keinen Geschamck nach Fusel im Mund. Im Supermakrt werden
allerdings nur wenige Spirituosen angeboten, die diese Kriterien erfüllen.

Brauner Tequila erhält seine Farbe von der Fasslagerung. Der braune Sierra
erhält ihn, glaube ich, durch Farbstoff, auf jedenfall jedoch nicht durch
eine ordentliche Fasslagerung. Zu einem guten Tequila nimmt man weder
Zitrone noch Orange oder sonstwas, sondern man trinkt ihn einfach, und das
schmeckt ausgezeichnet :-)

Leider ist ein guter Tequila überhaupt nur in Fachgeschäften oder per
Versand zu bekommen, ist einfach nicht populär genug in D. In USA sind die
Spitzen-Tequilas schon länger sehr erfolgreich, vielleicht kommt dieser
Trend ja auch noch zu uns, beim Whisky hat es ja auch geklappt, und beim Rum
schon ansatzsweise.

Aber insgesamt ist Deutschland in Sachen Spirituosen ein Entwicklungsland,
wenn man mal von den heimischen Obstbränden absieht.

Grüße
Tobi


D. Fischherr

unread,
Nov 25, 2003, 7:07:51 PM11/25/03
to
>insgesamt ist Deutschland in Sachen Spirituosen ein Entwicklungsland
Da bin ich, bei allem Schmutz, der die Regale verseucht, dennoch anderer
Meinung. Man muss nur wissen, wo man suchen muss.

>wenn man mal von den heimischen Obstbränden absieht.

Ich habe neulich eine Quelle aufgetan, in der es fassgereiften Birnenschnaps
gab. Ich wusste gar nicht, dass Obstler schmecken kann. Es war überhaupt
kein Vergleich zu diesen aromatisierten, durchsichtigen Primaspritvarianten,
die man im Diskonter und selbst im "gehobenen" Einzelhandel überwiegend
bekommt und mit denen man besser das Fenster als den Rachen putzt.

Aber wie gesagt, insgesamt ist es weniger eine schlechte Entwicklung als ein
Mangel an fähigen Händlern (und vermutlich, hinsichtlich der Rentabilität,
auch an Käuferzahl). Es gibt durchaus gute Spirituosen in Deutschland und
dem deutschsprachigen Umland, die werden nur meist regional und in
Kleinstbetrieben hergestellt und sind dementsprechend schwer zu finden.

Prost
David

Alexander Stein

unread,
Nov 25, 2003, 11:34:30 PM11/25/03
to
D. Fischherr schrieb:

> Aber wie gesagt, insgesamt ist es weniger eine schlechte Entwicklung als ein
> Mangel an fähigen Händlern (und vermutlich, hinsichtlich der Rentabilität,
> auch an Käuferzahl). Es gibt durchaus gute Spirituosen in Deutschland und
> dem deutschsprachigen Umland, die werden nur meist regional und in
> Kleinstbetrieben hergestellt und sind dementsprechend schwer zu finden.

Man könnte ja eine Liste schreiben und auf einer Seite verlinken/in
einer Art FAQ angeben :)
Nein, das war keine Meldung, dass war ein Vorschlag ;)

Gruss
alex

--
Wenn Sie heute weltweit die EDV lahmlegen wollen, reicht ja schon eine
Email mit der Bitte, diese an 50 Bekannte weiterzuleiten und
anschließend den Rechner aus dem Fenster zu werfen.
-Schandmaennchen.de über Viren

Tim Ehlert

unread,
Nov 26, 2003, 12:45:06 PM11/26/03
to
* Tobias Eichner <tobi...@gmx.de>:

>
> Beides, Sierra und Bacardi, sind ungefähr so einzuordnen wie Öttinger beim
> Bier, bestenfalls :-)

Hmm, ich weiss nicht. Ich bin kein Bacardi-Fan, allerdings emfinde ich Bacardi
als nicht so schlecht, wie er immer dargestellt wird, besonders seit
Havana-Club mehr Marktdurchdringung erreichen konnte.

> Gute Spirituosen brennen nicht schon im Mund, kratzen nicht beim Abgang, und
> hinterlassen keinen Geschamck nach Fusel im Mund. Im Supermakrt werden
> allerdings nur wenige Spirituosen angeboten, die diese Kriterien erfüllen.

Deine Kriterien für eine gute Spirituose passen allerdings auf Bacardi.

Bacardi wurde für den Massenmark designt, daher wird er auch nicht mehr als
andere Rums im Mund brennen im Abgang kratzen und schon gar nicht fuselig
schmecken. Der Geschmack von Bacardi ist einfach unaufällig. Ähnlich, wie
Otto-Normal-Bier nicht/wenig nach Bier schmeckt.

> Brauner Tequila erhält seine Farbe von der Fasslagerung. Der braune Sierra
> erhält ihn, glaube ich, durch Farbstoff, auf jedenfall jedoch nicht durch
> eine ordentliche Fasslagerung. Zu einem guten Tequila nimmt man weder

Leider enthalten fast alle braune Rums - auch die der Spitzenklasse -
Farbstoffe.

Cheers,
Tim

D. Fischherr

unread,
Nov 26, 2003, 1:37:38 PM11/26/03
to
>Bacardi wurde für den Massenmark designt, daher wird er auch nicht mehr als
>andere Rums im Mund brennen im Abgang kratzen und schon gar nicht fuselig
>schmecken.
Den Zusammenhang sehe ich nicht. Der Massenmarkt kauft Rum praktisch
ausschließlich, um ihn mindestens 1:1 mit dem eigentlichen Geschmacksträger
zu mischen. Da gehen Fusel und Kratzen leicht unter...

>Der Geschmack von Bacardi ist einfach unaufällig.

...was ich jedoch trotz o.g. nicht ohne weiteres bestreite. Zur Not kann man
den tatsächlich auch mal unverdünnt nehmen, ohne Asthmakrämpfe zu erleiden.

>Ähnlich, wie Otto-Normal-Bier nicht/wenig nach Bier schmeckt.

Stimmt. Aber bei den Spiris ist Massenmarktware schon doch eher so, wie
weiter oben beschrieben: Kratzig, brennend, ohne wesentlichen Charakter und,
wenn ich noch ergänzen darf, ziemlich "eindimensional".

>Leider enthalten fast alle braune Rums - auch die der Spitzenklasse -
>Farbstoffe.

Gut, aber kommt es da nicht (auch) durch die Herstellung dazu? Brauner Rum
<spekulation>wird doch aus braunem Zucker gemacht</spekulation> und alle
Farbstoffe verschwinden doch in der Destille auch nicht, oder doch?

Prost,
David

Tim Ehlert

unread,
Nov 26, 2003, 3:58:58 PM11/26/03
to
* D. Fischherr <muelltonnen_...@nurfuerspam.de>:


> >Ähnlich, wie Otto-Normal-Bier nicht/wenig nach Bier schmeckt.

> Stimmt. Aber bei den Spiris ist Massenmarktware schon doch eher so, wie
> weiter oben beschrieben: Kratzig, brennend, ohne wesentlichen Charakter und,
> wenn ich noch ergänzen darf, ziemlich "eindimensional".

"Eindimensional" ist eine gute Beschreibung - ich darf die doch in Zunkunft
benutzen, oder?

Aber: das Bacardi die am meisten verkaufte Spirituose weltweit sein soll, zeigt
doch, dass die Tendenz der Normalverbraucher nicht zu fusligen, brennenden,
kratzig Sprits zu greifen. Die Werbung betont i.d.R. auch immer wieder das
"weiche" Aroma ( z.B. Dujardin, Metaxa, Nordhäuser Doppelkorn).

> >Leider enthalten fast alle braune Rums - auch die der Spitzenklasse -
> >Farbstoffe.

> Gut, aber kommt es da nicht (auch) durch die Herstellung dazu? Brauner Rum
> <spekulation>wird doch aus braunem Zucker gemacht</spekulation> und alle
> Farbstoffe verschwinden doch in der Destille auch nicht, oder doch?

Rum (i.d.R.) aus dem Saft von Zuckerrohr gewonnen. Die braune Färbung
sollte durch die Lagerung im Holzfass kommen. Ist die Farbe für den Endkunden
nicht dunkel genug, hilft man halt mit Zuckercouleur nach.

Cheers,
Tim

C Engelmann

unread,
Nov 26, 2003, 4:38:48 PM11/26/03
to
Tim Ehlert <t...@startplus.de> wrote:
>... nicht dunkel genug, hilft man halt mit Zuckercouleur nach.

Jau, die sind alle gefärbt. Havana Club 3 Años ist noch ungefärbt.

Gruss
Carsten

D. Fischherr

unread,
Nov 26, 2003, 5:10:57 PM11/26/03
to
>"Eindimensional" ... darf [ich] doch in Zunkunft benutzen, oder?
Sischer dat.

>das "weiche" Aroma ( z.B. Dujardin, Metaxa, Nordhäuser Doppelkorn).

Ahöm, also gut: Für Ausmgarten mag das verglichen mit Vergleichbarem
zutreffen, Metaxi habe ich noch nie probiert (was ist das eigentlich?) -
aber Nordhäuser? Also nee, bei aller Liebe. Das ist nun auch nur
Rachenputzer, den man nur mit zuen Augen und auf ex runterkriegt. Dann noch
eher Bismarck. Aber Korn ist ohnehin nicht meins...

>Ist die Farbe für den Endkunden nicht dunkel genug, hilft man halt mit
>Zuckercouleur nach.

Ah, ich dachte das sei nur bei den anderen Pseudo-Fassfarbenen so. Wobei
dennoch Zuckerkulör zumindest eine nominell enge Verwandtschaft zum Rum hat,
aber nicht wirklich zu den anderen so optisch aufgewerteten Trünken. Zumal
er ja auch keineswegs Geschmacksneutral ist; eine Karamelnote passt ja
wenigstens ganz einigermaßen zu braunem Rum. Also hätt ich jetzt gesagt...
aber echt ist freilich besser.

Prost

Tim Ehlert

unread,
Nov 27, 2003, 9:23:45 AM11/27/03
to
* C Engelmann <zuchts...@hotmail.com>:

> Tim Ehlert <t...@startplus.de> wrote:
> >... nicht dunkel genug, hilft man halt mit Zuckercouleur nach.
>
> Jau, die sind alle gefärbt. Havana Club 3 Años ist noch ungefärbt.

Was ich auch bezweifle. Nimm ein 1l-Glas Wasser und füge diesem einen *kleinen*
Tropfen Zuckercouleur zu. Das ganze sieht dem dreijährigem Havana seeeehr
ähnlich...

Cheers,
Tim

Tim Ehlert

unread,
Nov 27, 2003, 9:40:53 AM11/27/03
to
* D. Fischherr <muelltonnen_...@nurfuerspam.de>:

> >"Eindimensional" ... darf [ich] doch in Zunkunft benutzen, oder?
> Sischer dat.

thx.

> >das "weiche" Aroma ( z.B. Dujardin, Metaxa, Nordhäuser Doppelkorn).
> Ahöm, also gut: Für Ausmgarten mag das verglichen mit Vergleichbarem
> zutreffen, Metaxi habe ich noch nie probiert (was ist das eigentlich?) -

Ein griechischer Brandy.

> >Ist die Farbe für den Endkunden nicht dunkel genug, hilft man halt mit
> >Zuckercouleur nach.
> Ah, ich dachte das sei nur bei den anderen Pseudo-Fassfarbenen so. Wobei

Dich denke die Sprit-Industrie machen alles, damit auch das letzte Gesöff nett
aussieht (sehr schön in womit Cognacs so alles gefärbrt werde, auch die
höstpreisigen Produkte, wie Louis XII..). Leider wird oft auch bei tendenziel
guten Rum mit Zuckercouleur übertrieben, was den Geschack doch verzerrt.

> dennoch Zuckerkulör zumindest eine nominell enge Verwandtschaft zum Rum hat,
> aber nicht wirklich zu den anderen so optisch aufgewerteten Trünken. Zumal
> er ja auch keineswegs Geschmacksneutral ist; eine Karamelnote passt ja
> wenigstens ganz einigermaßen zu braunem Rum. Also hätt ich jetzt gesagt...
> aber echt ist freilich besser.

Definitiviv! Letzte Woche hab ich 'ne "Not Colored" Whiskey Collection. Die
werde ich an diesem Wochenende sicher mal testet ;-)

Cheers,
Tim

C Engelmann

unread,
Nov 27, 2003, 12:21:11 PM11/27/03
to
Tim Ehlert <t...@startplus.de> wrote:
>Was ich auch bezweifle. Nimm ein 1l-Glas Wasser und füge diesem einen *kleinen*
>Tropfen Zuckercouleur zu. Das ganze sieht dem dreijährigem Havana seeeehr
>ähnlich...

Es ist aber nicht deklariert. Bei den anderen Havanas steht es
explizit drauf.

Gruß
Carsten

Tim Ehlert

unread,
Nov 27, 2003, 12:49:54 PM11/27/03
to
* C Engelmann <zuchts...@hotmail.com>:

Ich weiss, ich weiss. Bin leider kein Lebensmittelchemiker und kann das
nachweisen. Vielleicht weiss jemand, wie man Farbstoff-Analysen bei
Lebensmittel macht und kann's kurz erklären.

Cheers,
Tim

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