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"Andere" Fantasy?

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Hauke Reddmann

unread,
Sep 17, 2009, 10:22:59 AM9/17/09
to
Hallo Leute,

ich habe die öffentliche Bücherei von oben bis unten
und wieder zurück gelesen und mir geht langsam der
Lesestoff aus :-)
Ich lese gründsätzlich keine "McFantasy", außer wenn
stilistisch hochstehend, lustig-quietschig-quatschig
oder was auch immer (schon Tolkien
fand nur aus sprach- und mythenerfinderischen Gründen
vor mir Gnade ;-). Das ist aber leider 99.99999% des
allgemeinen Outputs.

Extrembespiele für Nicht-McFantasy (ich unterscheide jetzt
nicht Fantasy im engeren Sinne und Phantastik!) wären z.B.
- Murus
- Die Nixen von Estland
- Stadt der Heiligen und Verrückten
- Lanark
- Hiobs Spiel
- Androiden auf Milchbasis
- Wenn ein Reisender in einer Winternacht

und ihr könnt doch *sicher* mir ein paar Lesevorschläge
machen...
--
Hauke Reddmann <:-EX8 fc3...@uni-hamburg.de
Nur Schufte schuften - Genie genießt.

Dorte Schünecke

unread,
Sep 17, 2009, 10:58:34 AM9/17/09
to
Hauke Reddmann wrote:

> Extrembespiele für Nicht-McFantasy (ich unterscheide jetzt
> nicht Fantasy im engeren Sinne und Phantastik!) wären z.B.
> - Murus
> - Die Nixen von Estland
> - Stadt der Heiligen und Verrückten
> - Lanark
> - Hiobs Spiel
> - Androiden auf Milchbasis
> - Wenn ein Reisender in einer Winternacht
>
> und ihr könnt doch *sicher* mir ein paar Lesevorschläge
> machen...

Moin, Hauke!
Diese Bücher kenne ich alle nicht, von daher bin ich mir nicht sicher, ob
ich deinen Geschmack verstehe - aber ich versuch's mal mit Patricia
McKillip. Die hat zwar ein "Mc" im Namen, schreibt aber definitiv keine
McFantasy. Ich weiß jetzt allerdings nicht, welche ihrer Bücher auf Deutsch
erhältlich sind; "Od Magic" habe ich im Original gelesen und es danach
ehrfürchtig in mein Regal gestellt und noch mal aus gebührender Distanz
bestaunt.
Wenn's doch etwas knuffiger und kindlicher, dabei aber deutlich pfiffiger
als z.B. Harry Potter sein darf, ist man mit Diana Wynne Jones bestens
bedient, z.B. mit den Chrestomanci-Geschichten oder mit den Geschichten ums
Wandelnde Schloss (Sophie im Schloss des Zauberers und Ziemlich viele
Prinzessinnen). Deutlich erwachsener ist ihr "Fire and Hemlock", allerdings
weiß ich auch hier nicht, ob es das auf Deutsch gibt.

MfG
Dorte

Michael Stich

unread,
Sep 17, 2009, 11:48:12 AM9/17/09
to
Hauke Reddmann schrieb:

>
> Extrembespiele für Nicht-McFantasy (ich unterscheide jetzt
> nicht Fantasy im engeren Sinne und Phantastik!) wären z.B.
> - Murus
> - Die Nixen von Estland
> - Stadt der Heiligen und Verrückten
> - Lanark
> - Hiobs Spiel
> - Androiden auf Milchbasis
> - Wenn ein Reisender in einer Winternacht

Kenne ich alles nicht. Gib doch mal Beispiele für McFantasy.

>
> und ihr könnt doch *sicher* mir ein paar Lesevorschläge
> machen...

Trau' ich mich jetzt nach deinen Vorgaben nicht. Nicht dass es dann
heißt "Wassn das für'n Schmarrn!".

gruß
der micha

Joachim Brauer

unread,
Sep 17, 2009, 4:08:54 PM9/17/09
to
Hauke Reddmann schrieb:

>
> Extrembespiele für Nicht-McFantasy (ich unterscheide jetzt
> nicht Fantasy im engeren Sinne und Phantastik!) wären z.B.
> - Murus
> - Die Nixen von Estland
> - Stadt der Heiligen und Verrückten
> - Lanark
> - Hiobs Spiel
> - Androiden auf Milchbasis
> - Wenn ein Reisender in einer Winternacht
>
> und ihr könnt doch *sicher* mir ein paar Lesevorschläge
> machen...

Hhm, außer den Androiden auf Milchbasis kenne ich davon bislang nix,
aber da würde ich gleich mit Eugen Egner weitermachen, z.B.
- Der Universums-Stulp

Einer meiner weiteren Lieblingautoren: Kurt Vonnegut, z.B:
- Katzenwiege
- Zeitbeben
(ist aber mehr speculative fiction als fantasy)

Tja und dann gibt's natürlich auch einiges Lesbares aus dem
Jugendbuchbereich, das ich auch ganz gerne mag, z.B.:
- Eoin Colfer, Artemis Fowl
- Alan Garner, Feuerfrost
- T.H.White, Schloss Malplaquet oder Lilliput im Exil
- T.H.White, Das Schwert im Stein
- Jonathan Stroud, Das Amulett von Samarkand
- John Connolly, The Book of Lost Things (auf deutsch ab 2010)

Tschuess, jb
--
Joachim Brauer, Berlin
http://www.jbrauer.de

Message has been deleted

Hauke Reddmann

unread,
Sep 18, 2009, 8:06:38 AM9/18/09
to
Joachim Brauer <j...@jbrauer.de> wrote:
> - Eoin Colfer, Artemis Fowl
Einer meiner Favoriten, obwohl (um mal gleich auf Michael
zu antworten) von den Versatzstücken her volle Möhre
McFantasy. Aber alles auf links gedreht und supercool. :-)

> - T.H.White, Schloss Malplaquet oder Lilliput im Exil
> - T.H.White, Das Schwert im Stein

Die beiden habe ich bestimmt gelesen...

> - Jonathan Stroud, Das Amulett von Samarkand

...bei dem Autor habe ich Bedenken, weil er zusammen mit
dem anderen Stapel McFantasy im Laden liegt :-)

Ach ja, wie konnte ich in meiner Aufzählung nur unterschlagen
- Jonathan Strange und Mr. Norrell
- Der Spiegel im Spiegel (um Meilen besser als die Unendliche
Geschichte, obwohl die schon in Ordnung war)
- American Gods
- The Eyre Affair

Aber was ist jetzt nun McFantasy, um wieder darauf zurückzukommen?
Z.B. Harry Potter, obwohl man den Einfallsreichtum in der Breite
der Autorin nicht bezweifeln kann. Aber die Tiefe...!
Kennzeichen von McFantasy:
- Unter Dreifachzyklus geht es nicht.
- Dié Nŕmen $ehen alle sö áus. :-)
- Königreich. (Kennt jemand ein demokratisch regiertes
Fantasyland? :-)
- Magier. Barbarenkrieger. Prinzessinnen. Drachen.
- Dient nur zum Geldverdienen.
- Kaum ein wirklich origineller Gedanke.
Kurzum, Sachen, die im Prinzip der Computer schreiben könnte,
der dann nur die Leerstellen ausfüllt. (Ihr kennt das Spiel
aus MAD doch sicher?)

Oder nehmen wir mal die "Die X$"-Serie mit den Standardvölkern
der Fantasy, so ist dort am wenigsten mc "Die Drachen".
"Die Orks" ist mc aber die Rollenumkehr reicht, um ein
interessantes Buch zu machen, "Die Zwerge" ist auch mc aber
Heitz ist ein großartiger Erzähler, "Die Elfen" am allermcesten
aber immer noch als Unterhaltung genießbar. Aber ich will
in erster Linie sagen können: "Auf DIE Idee wäre ich nie
gekommen!" Wenn ich Unterhaltung will, kann ich auch noch
zur Not die Karl-May-Bände meines Vaters plündern (hey, wißt
ihr schon, daß Karl May auch etwas Phantastik geschrieben hat? :-).

Anyway, danke für die Tips. Übrigens reicht "Irgendeinen
Hochliteraten rauskramen, der Phantastik geschrieben hat"
leider nicht, denn a) die habe ich meist schon alle durch :-)
und b) können das genauso Rohrkrepierer sein wie Sachen
von McAutoren. ("Hundert Jahre Einsamkeit" gefiel mir,
"Der Schatten des Windes" nicht. Um einfach mal zwei
gefühlt nahestehende Beispiele anzuführen.)

Message has been deleted

Joerg Ruedenauer

unread,
Sep 18, 2009, 12:13:35 PM9/18/09
to
Ralf Döblitz schrieb:

> Joe Abercrombie: The First Law (Trilogy)

Fand ich ziemlich gut. Keine Längen, sehr interessante Charaktere, und
keinerlei Gut-Böse-Malerei.

> Joe Abercrombie: Best Served Cold

Das fühlte sich danach aber leider ein bisschen wie ein müder Abklatsch
an. Immer noch lesbar, aber im Vergleich einfach blass.

Jörg
--
"'It'll end in trouble' is a good general comment in practically any
debate. Besides, it is so often true."
-- Terry Pratchett, The Truth

Joerg Ruedenauer

unread,
Sep 18, 2009, 12:21:31 PM9/18/09
to
Hauke Reddmann schrieb:

> Ich lese gründsätzlich keine "McFantasy", außer wenn
> stilistisch hochstehend, lustig-quietschig-quatschig
> oder was auch immer (schon Tolkien
> fand nur aus sprach- und mythenerfinderischen Gründen
> vor mir Gnade ;-).

Die 'Klassiker' hast Du wahrscheinlich schon durch? Gormenghast, The
Worm Ouroboros, King of Elfland's Daughter ...

Jörg
--
"Only two things matter: Force in as great a concentration
as you can manage, and style." -- Xykon, OotS

Holger Kunadt

unread,
Sep 18, 2009, 12:35:06 PM9/18/09
to
Klaus Ethgen schrieb:

> Eine andere Möglichkeit wäre es, selbst welche zu schreiben. Iss nicht
> ganz so einfach, aber vielleicht hast Du ja einen genialen Gedanken.

Hat Hauke ständig, aber in seinem Hirn arbeitet ein integrierter
Lempel-Ziv-Welch-Kompressor, der seine Romane automatisch auf
Usenet-Posting-Größe eindampft.

Qno

--
»Und wenn man Lem gelesen hat, ist ohnehin alles gesagt
in der Science Fiction.« (Frank Schätzing)

Message has been deleted

Michael Brand

unread,
Sep 18, 2009, 3:12:58 PM9/18/09
to
Hauke Reddmann schrieb:

> Joachim Brauer <j...@jbrauer.de> wrote:

Also wenn Dir das

>> - Eoin Colfer, Artemis Fowl
> Einer meiner Favoriten, obwohl (um mal gleich auf Michael
> zu antworten) von den Versatzstücken her volle Möhre
> McFantasy. Aber alles auf links gedreht und supercool. :-

und das

> - American Gods

gefällt, was hälst Du dann von Tom Holt?
Gut, es kommen tatsächlich mal Drachen (Nothing But Blue Skies), Magier
(Faust among Equals) und Barbarenkrieger (na gut, es sind eigentlich
Wikinger [Who's afraid of Beowulf?]) vor, aber doch eher anders als
erwartet.
Zugegeben, ich habe deine Kriterien für McFantasy/Nicht-McFantasy nicht
ganz verstanden...aber vielleicht gefällt es Dir ja doch.

Michael

Michael Kirchner

unread,
Sep 18, 2009, 2:38:36 PM9/18/09
to
Hauke Reddmann wrote:
> ich habe die öffentliche Bücherei von oben bis unten
> und wieder zurück gelesen und mir geht langsam der
> Lesestoff aus :-)

> und ihr könnt doch *sicher* mir ein paar Lesevorschläge
> machen...

... and now for something completely different:

Ramayana?


Gruß,
--
Michael Thomas Kirchner

Joerg Ruedenauer

unread,
Sep 18, 2009, 4:17:56 PM9/18/09
to
Hauke Reddmann schrieb:

> - Königreich. (Kennt jemand ein demokratisch regiertes
> Fantasyland? :-)

Ephebe auf der Scheibenwelt.

Jörg
--
"The truth may be out there, but lies are inside your head."
-- Terry Pratchett, Hogfather

hs

unread,
Sep 19, 2009, 2:55:20 PM9/19/09
to
On 18 Sep 2009 12:06:38 GMT, Hauke Reddmann <fc3...@uni-hamburg.de>
wrote:

>
>Aber was ist jetzt nun McFantasy, um wieder darauf zurückzukommen?

>Kennzeichen von McFantasy:


>- Unter Dreifachzyklus geht es nicht.

Ich versuchs auch mal: "Tigana" von Guy Gavriel Kay. Das ist auch
schon mal ein ein Einzelbuch

>- Dié Nàmen $ehen alle sö áus. :-)

Die Namen sehen italienisch aus, und die Welt hat grosse Ähnlichkeiten
mit dem mittelalterlichen Italien - ist aber keins.

>- Königreich. (Kennt jemand ein demokratisch regiertes
>Fantasyland? :-)

Das stimmt nun leider auch.

>- Magier. Barbarenkrieger. Prinzessinnen. Drachen.

Magier ja, sogar ziemlich protagonistisch. Barbarenkrieger eher
weniger (dafür königliche Soldaten), Prinzessinnen nur unter "ferner
liefen", Drachen gar keine.

>- Dient nur zum Geldverdienen.

Kann ich nicht beurteilen...

>- Kaum ein wirklich origineller Gedanke.

Über weite Teile durchaus konventionell - aber definitiv mehr als ein
origineller Gedanke
--
Hans Straub

Joachim Brauer

unread,
Sep 19, 2009, 3:22:15 PM9/19/09
to
Hauke Reddmann schrieb:

>
> Joachim Brauer <j...@jbrauer.de> wrote:
> > - Eoin Colfer, Artemis Fowl
> Einer meiner Favoriten, obwohl (um mal gleich auf Michael
> zu antworten) von den Versatzstücken her volle Möhre
> McFantasy. Aber alles auf links gedreht und supercool. :-)

Dann könnte dir

> > - Jonathan Stroud, Das Amulett von Samarkand
>

eigentlich auch gefallen.

> ...bei dem Autor habe ich Bedenken, weil er zusammen mit
> dem anderen Stapel McFantasy im Laden liegt :-)

Die Bedenken sind berechtigt. Es IST eine Trilogie, und
zumindest den dritten Teil kannst du völlig vergessen, aber
der erste Band ist schon sowas in der Art wie "Harry Potter,
written by Terry Pratchett". Es wimmelt da nur so von
hübschen kleinen Kommentaren in Form von Fußnoten. Und
der herbeigezauberte Geist Bartimäus hat eine Weltsicht,
die mich sehr an den depressiven Roboter Marvin (Per
Anhalter ..., Douglas Adams) erinnerte.

Hauke Reddmann

unread,
Sep 20, 2009, 6:39:32 AM9/20/09
to
Michael Brand <bra...@gmx.net> wrote:

> gefällt, was hälst Du dann von Tom Holt?

Alles gelesen, was in der Bücherhalle rumstand.
Wenn es ne Parodie ist, ist das Vorkommen sämtlicher
Klischees der McFantasy Pflicht. :-) (Umgekehrt
kann man vielleicht genau andersrum definieren -
wenn man es wiedererkennbar parodieren kann, ist
es ein Zeichen von McFantasy.)
Es gibt auch lustige Fantasy, die man rein technisch
als McFantasy einordnen müßte, die lese ich auch.
Interessanterweise gibt es extrem viele Arten,
lustige Fantasy zu schreiben, oder will jemand
behaupten, daß der Witz bei
Terry Pratchett
Tom Holt
Andrew Harman
Andrzej Sapkowski
Robert Rankin
Doug Adams
Jim C. Hines
Jasper Fforde
Christopher Moore
(um nur die aufzuzählen, die mir binnen einer
Zehntelsekunde einfallen)
vergleichbar ist?

biskitman15

unread,
Sep 21, 2009, 4:41:54 AM9/21/09
to
jvkmhfhg

Hauke Reddmann

unread,
Sep 22, 2009, 11:55:31 AM9/22/09
to
Michael Kirchner <mtkir...@arcor.de> wrote:
> Hauke Reddmann wrote:
>> ich habe die öffentliche Bücherei von oben bis unten
>> und wieder zurück gelesen und mir geht langsam der
>> Lesestoff aus :-)

>> und ihr könnt doch *sicher* mir ein paar Lesevorschläge
>> machen...

> ... and now for something completely different:

> Ramayana?

In $Bollywood-Verfilmung? :-) Ich habe die Fassung aus der
Bücherhalle gelesen, wahrscheinlich gibt es auch eine von
zehnfachen Umfang.
Natürlich habe ich mir auch schon das Kalevala eingepfiffen.
Veti miekan, riisti rauan,
Tempo, tuisko, terävällä!
Väisi, viilti, veisti, voitti!
Maistoi mustaa mahtia.
[Korppiklaani, Väkirauta]
Wenn es irgendein Nationalepos von irgendwas gibt, suche ich
auch mal die Staatsbibliothek Hamburg heim, um ranzukommen.
Die Zahl der Länder auf der Erdkugel ist begrenzt... :-)

Hauke Reddmann

unread,
Sep 22, 2009, 12:05:07 PM9/22/09
to
Joerg Ruedenauer <nos...@ruedenauer.net> wrote:
> Hauke Reddmann schrieb:

>> Ich lese gründsätzlich keine "McFantasy", außer wenn
>> stilistisch hochstehend, lustig-quietschig-quatschig
>> oder was auch immer (schon Tolkien
>> fand nur aus sprach- und mythenerfinderischen Gründen
>> vor mir Gnade ;-).

> Die 'Klassiker' hast Du wahrscheinlich schon durch? Gormenghast, The
> Worm Ouroboros, King of Elfland's Daughter ...

Gormenghast fand ich komplett enttäuschend. So gehts.
"King of..." steht nur in Eidelstedt rum, daher kommt mir der
Titel bekannt vor, nicht das Buch selbst. Vorgemerkt.
"Das Land des Yann" habe ich aber gelesen.
Beim Wurm ist der Wurm drin. (Gipsnich, wieder ein Fall für
die Stabi. Ich habe auch schon dermaßen Tonnen an
Sekunderliteratur intus, daß bei oft vorkommenden Titeln
ich halluziniere, das Buch schon gelesen zu haben. :-)

Nico Zorn

unread,
Sep 23, 2009, 4:15:48 PM9/23/09
to
On 18 Sep 2009 12:06:38 GMT, Hauke Reddmann <fc3...@uni-hamburg.de>
wrote:

>Joachim Brauer <j...@jbrauer.de> wrote:

>- The Eyre Affair

Da sind dir latürnich die Folgebände nahezulegen
- Lost in a Good Book
- The Well of Lost Plots
- Something Rotten
- First Among Sequels

Wobei ich das eigentlich alles gar nicht Fantasy sondern Phantastik im
weiteren Sinne zuordnen würde. Ach ja, ist Genre-Teilung nicht was
schönes? Und es passt auch so gut zu den weiteren Büchern. Auch
Einhörner und superupertollformulierte Expositionsüberladungs-Fantasy
bekommen ihren Sarkastischen Seitenhieb weg ;) Aber nur kurz. Und auf
eine (recht sinnlose) Genre-Diskussion hab ich auch keine Lust. :O


MfG
Nico

--
http://www.Grimoires.de
Fantasyrezensionen im Internet

Patrick Borer

unread,
Sep 28, 2009, 3:53:02 PM9/28/09
to
Joachim Brauer <j...@jbrauer.de> schrieb:

(...)


>Hhm, außer den Androiden auf Milchbasis kenne ich davon bislang nix,
>aber da würde ich gleich mit Eugen Egner weitermachen, z.B.
>- Der Universums-Stulp

Jups, "Der Universums-Stulp" ist meiner Meinung nach immer noch Egners
bester Roman. Danach (d.h. auch mit den Androiden auf Milchbasis) hat
er meines Erachtens eher nachgelassen. Sehr gut gefallen haben mir
allerdings auch die Erzählungen in "Die Eisenberg-Konstante", in denen
das Groteske ins wahrhaft Schaurige kippt.

Patrick Borer

Patrick Borer

unread,
Sep 28, 2009, 3:59:23 PM9/28/09
to
Hauke Reddmann <fc3...@uni-hamburg.de> schrieb:

(...)


>Ach ja, wie konnte ich in meiner Aufzählung nur unterschlagen

(...)
>- The Eyre Affair

Na, wenn dir das gefällt (mir auch), kannst du dir ja noch die ganzen
Folgebände von Fforde zu Gemüte führen, meistens recht gelungen.

(...)


>Oder nehmen wir mal die "Die X$"-Serie mit den Standardvölkern
>der Fantasy, so ist dort am wenigsten mc "Die Drachen".
>"Die Orks" ist mc aber die Rollenumkehr reicht, um ein
>interessantes Buch zu machen,

Apropos Orks, "Grunts" von Mary Gentle kennst du? Nicht umwerfend,
aber lesen kann man's, gerade du wirst's wohl ohne Missfallen lesen
können, wenn ich deinen Geschmack richtig interpretiere.
Die deutsche Ausgabe nennt sich "Die letzte Schlacht der Orks", hab'
allerdings nur die englische gelesen und bei Amazon vor einer Weile
mal Folgendes abgesetzt:

"Woran mag es wohl liegen, dass die englische Ausgabe dieses Buches im
Durchschnitt positiver bewertet wird als die deutsche Übersetzung? Ich
vermute, dass es mit der Aufmachung und Anpreisung letzterer zu tun
hat, die falsche Erwartungen wecken kann. Der Roman ist eine völlig
überdrehte Parodie, die sich genüsslich in grotesken Gewaltorgien und
auf den Kopf gestellten oder zum Extrem getriebenen Fantasy-Klischees
ergeht. So macht Mary Gentle aus der Assoziation Hobbit/Dieb
(bekanntlich wurde Bilbo Beutlin in Tolkiens "Hobbit" als angeblicher
Meisterdieb engagiert) Hobbits, die als brandschatzende Raubmörder
durch die Welt ziehen. Das will in keinem Moment ernstgenommen werden,
das ist selbstverständlich keine "seriöse" Fantasy. Als solche wird es
uns in den deutschen Ausgaben aber verkauft.

Man vergleiche die Umschlaggestaltungen: das englische Taschenbuch
kommt in einer absichtlich billig wirkenden, schrillen
"Pulp"-Gestaltung daher und schon der Titel "Grunts : a fantasy with
*attitude*" spricht Bände. Die beiden Ausgaben der deutschen
Übersetzung hingegen sind unangemessen edel aufgemacht und auch der
Klappentext bereitet den Leser kaum darauf vor, was ihn wirklich
erwartet. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass der Roman etliche
Käufer gefunden hat, die etwas durchaus anderes im Stil der
Orks-Zwerge-Elfen-Welle erwartet hatten. Insofern geschieht ihm in der
deutschen Ausgabe Unrecht.

Nun mag man sich fragen: warum vergebe ich nur 3 Sterne? Tja - weil
der Roman zwar als splatterige Fantasy- und Armee-Satire bestens
funktioniert, aber keine besonderen literarischen Qualitäten aufweist.
Er steht nicht für sich, sondern lebt ganz von den Dingen, die er
parodiert und auf die er anspielt; vom "Aha! Haha!"-Effekt der Kenner,
die er amüsieren will. Das macht er gut. Schnellfutter ohne dauerhafte
Wirkung bleibt er trotzdem. Leser, die mit dem Genre der Fantasy noch
nicht vertraut sind, werden von dem Werk sicherlich nur höchst
befremdet sein, ebenso feinsinnige Fantasy-Ästheten ohne Faible für
blutigen Unsinn."

Patrick Borer

Christian Pree

unread,
Sep 28, 2009, 5:42:25 PM9/28/09
to
On 17 Sep 2009 14:22:59 GMT, Hauke Reddmann wrote:

>Extrembespiele für Nicht-McFantasy (ich unterscheide jetzt
>nicht Fantasy im engeren Sinne und Phantastik!) wären z.B.

[...]


>und ihr könnt doch *sicher* mir ein paar Lesevorschläge
>machen...


Glen Cook, Karenta-Zyklus
Hollywoods schwarze Serie (Malteser Falke & Co) in einem
Fantasy-Setting. Sehr schwarz.

Thorne Smith, Das Nachtleben der Götter
Griechische Götter im New York der 20er Jahre - Chaos
und Kulturschocks vorprogrammiert.

Mary Gentle, Die letzte Schlacht der Orks
Endlich Orks, die sich auch so verhalten wie Orks es sollten

Steven Brust, Jhereg
Ein Meuchelmörder als Hauptperson...

Michael Inger, Heiß
Eine österreich-ungarische Parallelwelt

John Meaney, Tristopolis / Dunkles Blut
Reichlich düsteres Setting, und Dunkles Blut hat auf der letzten Seite
einen der fiesesten Cliffhanger, die ich kenne.

Malcolm Pryce, Aberystwyth mon amour
walisische Parallelwelt

Michael Moorcock, Runenstab-Zyklus
Vielleicht war ich auch nur gerade im richtigen Alter, als ich den
Zyklus zum ersten Mal gelesen habe, aber er beeindruckte mich
nachhaltig

Leonie Swann, Glennkill
Eine Schafherde sucht den Mörder ihres Hirten


Moers, Leiber, de Camp oder Pratchett muß ich nicht erwähnen, schätze
ich.

Hmmm. Irgendwie geht die Liste ziemlich stark in Richtung schwarzer
Humor und Krimi. Das könnte ein Hinweis sein, welche Fantasy ich
bevorzuge. :-)


Christian

--
Bibliographie deutschspr. SF: http://www.chpr.at/sfstory.html
Begriffsdefinitionen aus detebe: http://www.viaweb.at/pree/begriffe.html
Montag ist eine furchtbare Art, ein Siebtel seines Lebens zu verbringen.
Gerd Schmerse in de.talk.bizarre, 02.01.2000

Volker darkon Riehl

unread,
Sep 30, 2009, 3:54:07 PM9/30/09
to
Christian Pree <ch...@gmx.net> wrote:

> Glen Cook, Karenta-Zyklus
> Hollywoods schwarze Serie (Malteser Falke & Co) in einem
> Fantasy-Setting. Sehr schwarz.

Anfangs fand ich die Serie gut, aber nach einer Weile wurde ein
deutliches Muster erkennbar und die Lösung der Krimifälle immer
beliebiger...


Volker aka darkon
--
(. .) "Weißt du, es gibt soviele verschiedene
( Y ) Lebewesen auf dieser Welt, und sie alle
(:)x(:) sind auf ihre Art wichtig und wertvoll."
(O)-(O) - Kermit der Frosch

Hauke Reddmann

unread,
Oct 7, 2009, 8:25:59 AM10/7/09
to
Christian Pree <ch...@gmx.net> wrote:

Schwarzen Humor liebe ich auch, ich kommentiere mal...

> Glen Cook, Karenta-Zyklus
> Hollywoods schwarze Serie (Malteser Falke & Co) in einem
> Fantasy-Setting. Sehr schwarz.

Ich erhöhe um "Der automatische Detektiv" von Martinez, ist
zwar rein technisch SF, weil ein Killerrobo als Detektiv,
aber in diesem Setting nimmt es sich nichts

> Thorne Smith, Das Nachtleben der Götter
> Griechische Götter im New York der 20er Jahre - Chaos
> und Kulturschocks vorprogrammiert.
>

Zu dem Thema gibt gleich es mehrererere Romane, da könnte ich
ne ganze Liste nur dazu machen und weiß jetzt nicht, ob ich
genau diesen gelesen habe. Anyway. Hier spricht der Dichter:
"Denk ich an Demeter - gleich steht er" :-)

> Steven Brust, Jhereg
> Ein Meuchelmörder als Hauptperson...

Brusts Zyklus dürfte so ungefähr der einzige Endloszyklus
sein, den ich mir immer wieder gern antue. Und wenn er soviele
Romane schrübe wie Verra Haare an ihrer... :-)

> Leonie Swann, Glennkill
> Eine Schafherde sucht den Mörder ihres Hirten

Fand ich määääääächtig überhypt. So toll issa auch nicht.
Dann lieber Shaun und Chili :-)

Christian Pree

unread,
Dec 10, 2009, 5:41:30 PM12/10/09
to
On Wed, 30 Sep 2009 21:54:07 +0200, Volker "darkon" Riehl wrote:

>Christian Pree <ch...@gmx.net> wrote:
>
>> Glen Cook, Karenta-Zyklus
>> Hollywoods schwarze Serie (Malteser Falke & Co) in einem
>> Fantasy-Setting. Sehr schwarz.
>
>Anfangs fand ich die Serie gut, aber nach einer Weile wurde ein
>deutliches Muster erkennbar und die Lösung der Krimifälle immer
>beliebiger...

Das ist so ähnlich wie bei Dr. House...

Christian Pree

unread,
Dec 10, 2009, 5:41:30 PM12/10/09
to
On 7 Oct 2009 12:25:59 GMT, Hauke Reddmann wrote:

>Christian Pree <ch...@gmx.net> wrote:
>
>Schwarzen Humor liebe ich auch, ich kommentiere mal...
>
>> Glen Cook, Karenta-Zyklus
>> Hollywoods schwarze Serie (Malteser Falke & Co) in einem
>> Fantasy-Setting. Sehr schwarz.
>
>Ich erhöhe um "Der automatische Detektiv" von Martinez, ist
>zwar rein technisch SF, weil ein Killerrobo als Detektiv,
>aber in diesem Setting nimmt es sich nichts

Der Karenta-Zyklus hat mir wesentlich besser gefallen. Das kann auch
daran liegen, daß zwar jedes Buch einen einzelnen Fall behandelt hat,
aber ganz leise im Hintergrund immer wieder Meldungen über das
Weltgeschehen eingestreut waren, wie man über die Romane hinweg die
Veränderungen beobachten konnte und wie die Welt insgesamt immer mehr
den Bach runterging.

>> Thorne Smith, Das Nachtleben der Götter
>> Griechische Götter im New York der 20er Jahre - Chaos
>> und Kulturschocks vorprogrammiert.
>>
>Zu dem Thema gibt gleich es mehrererere Romane, da könnte ich
>ne ganze Liste nur dazu machen und weiß jetzt nicht, ob ich
>genau diesen gelesen habe. Anyway. Hier spricht der Dichter:
>"Denk ich an Demeter - gleich steht er" :-)

Der Roman von Thorne Smith ist von 1928.

Volker darkon Riehl

unread,
Dec 11, 2009, 6:26:09 AM12/11/09
to
Christian Pree <ch...@gmx.net> wrote:

> On Wed, 30 Sep 2009 21:54:07 +0200, Volker "darkon" Riehl wrote:

> >Anfangs fand ich die Serie gut, aber nach einer Weile wurde ein
> >deutliches Muster erkennbar und die Lösung der Krimifälle immer
> >beliebiger...
>
> Das ist so ähnlich wie bei Dr. House...

Den mag ich auch nicht leiden. :P


Ich habe momentan die Harper Conelly-Reihe von Charlaine Harris
angefangen, die zwar in unserer Welt spielt aber einen sehr mystischen
Einschlag hat (der sich von Band zu Band etwas verstärkt). DAS nenne ich
mal phantastische Krimis die trotz "übernatürlicher Gaben" noch spannend
sind.

Zur Einführung:
Harper Conelly wurde als Jugendliche vom Blitz getroffen und hat seither
neben allerlei körperlichen Problemen und Ängsten auch die Gabe Tote
aufspüren zu können (so ähnlich wie ein Geigerzähler wird ein seltsames
Gefühl stärker je näher sie kommt) und ihre letzten Sekunden zu erleben,
aber ohne erkennen zu können wer im Falle eines Mordes der Mörder war.

Nicht unbedingt Fantasy, aber sehr lesenswert.

Christian Pree

unread,
Dec 25, 2009, 7:40:18 PM12/25/09
to
On Fri, 11 Dec 2009 12:26:09 +0100, Volker "darkon" Riehl wrote:

>Ich habe momentan die Harper Conelly-Reihe von Charlaine Harris
>angefangen, die zwar in unserer Welt spielt aber einen sehr mystischen
>Einschlag hat (der sich von Band zu Band etwas verstärkt). DAS nenne ich
>mal phantastische Krimis die trotz "übernatürlicher Gaben" noch spannend
>sind.

Da habe ich den ersten band gelesen, und er hat mich nicht beeindruckt,
weder positiv noch negativ.

>Nicht unbedingt Fantasy, aber sehr lesenswert.

IMO: Lesenswert ja, aber dem "sehr" stimme ich nicht zu.

Wenn schon auf der Schiene, dann eher Malcolm Pryce (die
Aberystwyth-Reihe) oder Michael Inger.

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