Die Mittelbereichsrundsichtradaranlagen (RSR) der Deutschen Flugsicherung
GmbH senden ein Signal im L-Band (1,25 bis 1,35 MHz) aus. Dieses Signal wird
von Flugzeugen und anderen Gegenständen mit Reflexionsfläche reflektiert und
auf dem Radarschirm als Echosignal angezeigt. Zusätzlich verfügen diese
Radaranlagen neben der großen Antenne für RSR über einen Antennenbalken, der
in der Regel über der größeren Reflektorantenne angebracht ist. Über diese
Antenne wird auf 1030 MHz ein Abfrageimpuls ausgestrahlt. Jeder
Flugzeugtransponder, der dieses Signal empfängt, strahlt ein Antwortsignal
auf 1090 MHz aus, das in codierter Form den Transponder Code in Mode A/3 in
vierstelliger Ziffernfolge und die Flughöhe beinhaltet.
Wie das ganze im Detail funktioniert, wird auf den Seiten
http://members.xoom.com/_XOOM/nuessi/nav.htmerläutert. Dummerweise arbeiten nicht nur die RSR-Anlagen, sondern auch das
Antikollisionswarnsystem TCAS auf 1090 MHz. Da immer mehr Flugzeuge mit TCAS
ausgestattet werden, ist der Kanal ziemlich voll und die einzelnen
Flugzeugtransponder sehr damit beschäftigt die TCAS-Anfragen von anderen
Flugzeugen in einer Range bis 150 NM zu beantworten. Insbesondere in
Ballungsgebieten wie etwa über EDDF kommt es häufig vor, daß die
Flugzeugtransponder mit TCAS-Antworten so sehr "beschäftigt" sind, daß das
Sekundärradarsignal von der RSR-Station erst nach vier oder fünf Umläufen
der Bodenantenne beantwortet wird. Eine SSR-Umstellung von Mode-A auf Mode-S
kann Abhilfe schaffen und ist in Vorbereitung, bis zur Einführung werden
aber noch sieben bis zehn Jahre vergehen. IMHO kann ich mir nicht vorstelle,
daß Dir eine Decodierung des SSR-Signals gelingen wird, da es sich nach
meinem Kenntnisstand um PCM-Modulation handelt.
Gruss Michael Marten