Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

[de.alt.talk.unmut] Natur

15 views
Skip to first unread message

Nico Hoffmann

unread,
Jun 1, 2023, 2:00:04 PM6/1/23
to
From: Torsten Mueller <muel...@runbox.com>
Newsgroups: de.alt.talk.unmut
Subject: Natur
Date: Tue, 30 May 2023 13:56:30 +0200
Organization: A noiseless patient Spider
Message-ID: <yqt8rd6...@runbox.com>

Zuerst siehste nur einen Frosch im Wasser und denkst Hach, Natur.

Es handelt sich, wie ich einem "tableau d'information" (also einer
Blechtafel) entnehmen konnte, um ein ehemaliges kleines Hafenbecken, in
dem schon Jahrzehnte keine Boote mehr drin waren, es ist zugewachsen mit
Wasserpflanzen und Algen, ein paar Fischli darin, die Deckung suchen vor
dem Reiher, schöne Libellen drumherum, zwei dicke Enten darauf, ein
Idüll. Und eben Frösche. Ja, mehrere, so drei oder vier, man erkennt sie
mit der Zeit. Mücken keine, es ist noch zu früh im Jahr. Alles bestens,
um det Zelt hierhin zu stellen. Und dann quakt so ein Frosch sogar, ha,
luuustig.

So legt man sich also nach dem Genusse einiger leicht alkoholischer
Flüssigkeiten bei einbrechender Dunkelheit und mit dem Tagesablauf
angemessener Müdigkeit auf's Ohr. Aber so ein Frosch eben durchaus nicht
und im Plural schon gleich gar nicht. - Eh, macht sich jemand eine
Vorstellung davon, wie unglaublich laut so eine Bande von 300 Fröschen
sein kann? Und der allerdickste und fieseste davon, ein echter
Platzhirsch, saß direkt 3m vor dem Zelt. Was für ein aggressives Viech!
Ich hab den jetzt noch im Ohr. Wo sind diese verdammten Störche, wenn
sie sich mal nützlich machen könnten? Ruhiger wurde es erst, als die
Morgendämmerung einsetzte, das war dann der Moment, als so etwas wie
Schlaf möglich wurde, also theoretisch ...

Immerhin, die Gesichter der anderen Schnarchnasen in ihren Zelten, aus
denen sie morgens wie Eiter aus der Blase hervorgequollen kamen, waren
eine Betrachtung wert. Man hätte Fotos machen und später herumreichen
können. OK, erste Nacht, was soll jetzt schon noch groß passieren?

Ein schöner Tag, Ortswechsel, weit und breit keine Frösche, die Lektion
wurde selbstverständlich gelernt und hinreichende Überlegungen
angestellt! Nichts konnte hier schiefgehen. Alles bestens, um det Zelt
hierhin zu stellen. - Aber man rechnet eben nicht mit der Natur. Die
Natur läßt sich was einfallen, sie schickt dir eine Nachtigall. Nicht
daß du sie jemals sehen würdest, aber du hörst sie ganz gewiß, am Abend
schon, und dann die ganze Nacht hindurch. OK, sie macht immer wieder mal
10min Pause, das langt zum Einnicken, dann kommt sie aber wieder,
deutlich, 3m im Baum über dir. Nein, böse sein kann man ihr nicht, es
gibt kaum etwas Schöneres.

Fazit: Zwei Nächte nicht geschlafen und an drei Tagen 200km Fahrrad
gefahren. Gut, daß eine neue, erholsame Arbeitswoche losgeht.

T.M.

P.S.: In der Westschweiz, also im Ausland, sprayt man an eine Hauswand
"Fuck la police", ich hab das mehrfach gelesen - man muß das fachkundig
übersetzen, das heißt "Fück die Polizei". Dabei muß es heißen "Fuck les
grenouilles!"

P.P.S.: Diese Frankophonen mögen es, ihre Kneipen mit farbigen Tieren zu
benamsen, Le Cheval Blanc, Le Poulet Rouge, Le Lapin Bleu, aber ehrlich,
wieviel muß man gekifft haben, damit ein Hase blau erscheint?

--
Mehr über de.alt.netdigest im Web: <https://netdigest.de/>
Einreichungen bitte an <submi...@netdigest.de> schicken.

Für den Inhalt der Einreichungen sind die Einsender verantwortlich.
0 new messages