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Ein großes Traubenkur-Experiment in Frankreich

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Thomas Schneider

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Apr 16, 2000, 3:00:00 AM4/16/00
to
| Ein großes Traubenkur-Experiment in Frankreich
|
| Wie wurde das Experiment durchgeführt?
|
| Im Sommer 1989 und 1990 haben zwei französische Zeitschriften*
| ihre Leser dazu aufgerufen, sich an einem Traubenkur-Experiment
| zu beteiligen. Das Ziel dieser ärztlich kontrollierten Aktion
| bestand darin, möglichst viele Informationen über die
| Wirksamkeit von Traubenkuren zusammenzutragen. Dabei wollte man
| auch herausfinden, ob es Gegenindikationen gibt, wenn über einen
| längeren Zeitraum ausschließlich Trauben und dazu noch in so
| großen Mengen verzehrt werden. Um möglichst genaue Beobachtungen
| zu sammeln und alle Risiken auszuschließen, wurden die
| TeilnehmerInnen gebeten, sich vor allem im Krankheitsfall vor
| und nach der Kur ärztlich untersuchen zu lassen (Blut- und
| Harnanalysen), einen detaillierten Fragebogen auszufüllen und
| den pH-Wert des Urins regelmäßig zu überprüfen. Den
| InteressentInnen wurde geraten, bei schweren Krankheiten auf die
| Teilnahme zu verzichten und sich ärztlich betreuen zu lassen,
| wenn die Kur über eine Woche hinaus fortgesetzt werden sollte.
|
| Alle TeilnehmerInnen erhielten einen Fragebogen und ein Blatt
| mit praktischen Ratschlägen zur Durchführung der Traubenkur. Sie
| sollten sich zu einer reinen Traubenkur nach dem Muster des hier
| vorgestellten reinen Früchte-Fastens verpflichten: das heißt
| über einen Zeitraum von einer Woche bis zu einem Monat nur
| Trauben (von verschiedenen Sorten, und wenn irgend möglich,
| ungespritzte) essen – und (viel) Wasser (zwischen den »Trauben-
| Mahlzeiten«) trinken. Auf die entsprechende Vorbereitung und die
| Bedeutung der geistigen Einstellung wurde ebenfalls hingewiesen:
| Die TeilnehmerInnen sollten sich nicht blindlings in ein solches
| Experiment stürzen, sondern sich mit ihrer Umgebung abstimmen,
| ihre Zeit einteilen und mit dem Streß Schluß machen. In beiden
| Zeitschriften wurde vor dem Kurbeginn auf die erstaunlichen
| Erfahrungen von Johanna Brandt und Basil Shackleton verwiesen.
| Gleichzeitig wurde aber einschränkend festgestellt, daß es
| verkehrt wäre, Trauben für eine Art von Wunderdroge zu halten,
| auch wenn ihre hervorragenden Eigenschaften bei der Entgiftung
| und Entwässerung unbestritten sind. Von den insgesamt 500
| TeilnehmerInnen bekamen 80 nach einem halben Jahr einen zweiten
| Fragebogen zugesandt, mit dem die Stabilität der erzielten
| Ergebnisse überprüft werden sollte.
|
| Die TeilnehmerInnen und ihre Motive
|
| Nachdem im Mai 1990 eine erste Zusammenfassung der
| Untersuchungsergebnisse erschienen war, wurden die
| Gesamtergebnisse 1991 in Buchform veröffentlicht, unter dem
| Titel »Le petit guide de la cure de raisin« von Claude Aubert.
| An dieser Stelle sei M. Aubert und dem Verlag »Terre Vivante«
| herzlich gedankt für die freundliche Erlaubnis, eine deutsche
| Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse zu veröffentlichen.
|
| Insgesamt haben sich im Herbst 1989 etwa 500 LeserInnen der
| beiden Zeitschriften und im Herbst 1990 noch einmal 200 an
| dieser Aktion beteiligt. Die in der Mehrzahl weiblichen
| TeilnehmerInnen waren zwischen 25 und 75 Jahre alt und stammten
| sozial gesehen meistens aus der Mittelschicht. Auffällig ist die
| Tatsache, daß etwa die Hälfte ihre Ernährung als »überwiegend
| vegetarisch« bezeichnete. Mindestens eine Woche lang haben die
| TeilnehmerInnen nichts als Trauben gegessen und sich an die
| Spielregeln einer reinen Traubenkur gehalten. Außerdem haben Sie
| nach Abschluß der Kur ihre Erfahrungen und Ergebnisse,
| einschließlich der Blut- und Harnwerte, an die Organisatoren
| weitergegeben. Bei den Gründen für die Teilnahme an einem
| solchen Experiment wurden die folgenden drei am häufigsten
| genannt:
|
| 1. der Wunsch, sich zu entgiften und zu reinigen;
| 2. Neugier;
| 3. der Wunsch, überflüssige Pfunde loszuwerden.
|
| Unter der Vielzahl der individuellen Motive ist hervorzuheben,
| daß viele TeilnehmerInnen bestimmte maßlose Konsumgewohnheiten
| (z. B. beim Kaffeegenuß) einschränken und gesundheitliche
| Probleme, vor allem bei den Blutwerten und im Verdauungsbereich,
| in den Griff bekommen wollten.
|
| Was kam dabei heraus?
|
| Zusammenfassung
|
| Rund 80% der TeilnehmerInnen waren rundum begeistert. Auch wenn
| die ersten Tage manchmal hart waren (vor allem wegen Kopfweh),
| konnte die große Mehrzahl doch feststellen, daß sie ihre
| Vitalität wiedergewonnen hatte. Zu Fasten- oder Heilkrisen ist
| es nur in ganz wenigen Fällen gekommen. Die Ergebnisse bei
| alltäglichen Beschwerden sind rundum positiv:
|
| 90% Besserung bei Müdigkeit
| 90% bei Nervosität und Reizbarkeit,
| 80% bei Hautproblemen,
| 77% bei Schlafstörungen,
| 70% bei Verstopfung,
| 77% Teilerfolge bei Verdauungsstörungen.

| Die überflüssigen Pfunde schmolzen nach Wunsch: im Durchschnitt
| um drei Kilo in der einen (ersten) Woche und bei den kritischen
| Blutwerten ergaben sich nach nur einer Woche deutliche positive
| Veränderungen. Viele TeilnehmerInnen berichteten auch von einer
| teilweise erstaunlichen Schärfung der Sinnesorgane. Dagegen
| zeigte sich bei chronischen Beschwerden, wie Rheuma, Arthrose
| und Entzündungen von Blase, Magen, Nebenhohlen oder Gelenken
| keine signifikante Besserung. Doch bei einer Kurdauer von einer
| Woche ist das auch nicht zu erwarten. Als überraschender Erfolg
| ist ferner zu werten, daß 90% der TeilnehmerInnen ihre
| Bereitschaft bekundeten, die Traubenkur im nächsten Jahr zu
| wiederholen.
|
| Die Untersuchungen haben auch deutlich gezeigt, wie wichtig es
| ist, Trauben aus biologischem Anbau zu verzehren: 90% der
| TeilnehmerInnen haben diese Art von Trauben gegessen. Bei den
| restlichen 10%, bei denen die Kur mit gespritzten Früchten
| durchgeführt wurde, zeigte sich im Durchschnitt in nur 48% der
| Fälle eine Besserung, während dieser Wert bei unbehandelten
| Trauben bei 78% lag.
|
| Trauben machen munter
|
| Bei vielen TeilnehmerInnen zeigte sich oft schon nach zwei bis
| drei Tagen eine spektakuläre Verbesserung in Form und Befinden,
| die sich im allgemeinen steigert, je länger die Traubenkur
| dauert, 90% haben angegeben, daß die Trauben die Müdigkeit
| verjagt und neue Lebensgeister geweckt haben. Bei vernünftiger
| Ernährungs- und Lebensweise hielt diese belebende Wirkung
| anschließend noch eine ganze Weile an. Eine einfache und
| preiswerte Traubenkur scheint da mehr zu bewirken als mancher
| aufwendige und kostspielige Kuraufenthalt in einer Fitneß-Klinik
| ...
|
| *Les quatre saisons du jardinage – eine Zeitschrift für
| biologischen Gartenbau und praktische Ökologie, die das
| Experiment durchführen ließ; und L’Impatient – eine kritische
| medizinische Verbraucherzeitschrift, die sich an der Aktion
| beteiligte.

Wolfgang Höhn: Heilfasten mit Früchten. Knaur Taschenbuch 76109,
ISBN 3-426-76109-2, 350 Seiten, 14,90 DM

Herzliche Grüße,
Thomas Schneider

--
Denn du mußt wissen, daß dich jeder unlösbare Gegensatz,
jeder unheilbare Streit dazu zwingt, größer zu werden,
damit du ihn in dich aufnehmen kannst.
- Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste -

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