Gruesse
Harald
Ich kann nur schildern, wie wir den Proberaum meiner letzten Band
hergerichtet haben: Auf die Wände erst einmal Mineralwolle, darauf
dann die allseits beliebten Papp-Eierbecher (wie heißen die Dinger
eigentlich richtig?).
Wenn man außen vor der Tür stand, konnte man zwar hören, daß drinnen
was gespielt wurde, aber es war nur leise vernehmbar. Allerdings war
es auch ein Kellerraum. Wie das mit der Dämmung des Bodens aussieht,
falls Du in einem mehrstöckigen Haus wohnen solltest und auch unten
Nachbarn hast - keine Ahnung.
HTH wenigstens a bisserl und Gruß
Andi
Andreas Kilgus <kil...@fuenfsieben.de> wrote:
> dann die allseits beliebten Papp-Eierbecher (wie heißen die Dinger
> eigentlich richtig?).
ich hab mal gehoert, dass die nur was gegen den Hall im Raum bringen
sollen, aber nix fuer die Schallisolierung. Ist da was dran an
dem Geruecht?
Ina
--
Musikercartoons @ http://home.pages.de/~ina/cartoons/music.html
"Ina Becker" <in...@gmx.de> schrieb:
> Andreas Kilgus <kil...@fuenfsieben.de> wrote:
> > dann die allseits beliebten Papp-Eierbecher (wie heißen die Dinger
> > eigentlich richtig?).
>
> ich hab mal gehoert, dass die nur was gegen den Hall im Raum bringen
> sollen, aber nix fuer die Schallisolierung. Ist da was dran an
> dem Geruecht?
Von Schwabe zu Schwäbin (wie ich an anderer Stelle lesen konnte *g*):
Kann gut sein, bin da auch nicht so der Spezialist. Deswegen nannte
ich ja auch in meinem Ursprungsposting die Mineralwolle. Diese Dämm-
matten kommen im Hausbau zur Schall- und Wärmeisolierung zum Einsatz.
Man könnte es also so zusammenfassen: Mineralwolle zur Isolierung,
Papp-Eierbecher als Klang-Diffusoren, damit's im Keller nicht noch
schallt, wenn die Probe schon seit 'ner Stunde vorbei ist. ;-)
Gruß
Andi
Musik, auch wenn sie noch so schön ist, bedeutet nichts anderes als Schallwellen.
Also Energie. Die gilt es nun zu vernichten, da ist jedes Mittel recht. Stoßen
Schallwellen auf diffuses Material, verlieren sie an Energie.
Problematisch wird es mit den tiefen Tönen, weil die viel energiereicher sind und
durch die größere Wellenlänge auch noch aggressiver. Ganz schlimm ist es dann mit
Körperschall, da muß man dann schwimmende Isolierungen machen.
Das waren nun ein paar sehr theoretische Ausführungen, es schadet ja nichts,
eine paar Grundlagen zu wissen.
Die Frage kam von einem Trompeter - nun, vor ein paar Jahren war im Fachblatt
eine größere Kiste vorgestellt worden, in die man hineintrompeten konnte. Kostete
ca 500,- DM, vielleicht gibt es so etwas noch.
Ulf -( für Schalldämmung einige Tausender sinnlos ausgegeben habend.)
--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
> Papp-Eierbecher als Klang-Diffusoren,
wobei diese Eierkartons gnadenlos Tiefen "diffundieren" und Höhen
abdämpfen, so dass der Raum je nach Prozentanteil der Be-
Eierkartonierung ziemlich bis reichlich "mumpfig" klingt... aber wenn
man mal von Trompete auf Tuba umsteigst, stört das nicht mehr. ;-)
Dick und luftig Mineralwolle ist AFAIK immer noch am besten - wobei
"luftig" ebenso wichtig ist wie "dick", damit nicht die Wolle selbst
anfängt, den Schall an die Außenwand zu leiten. Und an die Innenseite
gehören auch ein paar schallharte Flächen, damit der Raum selbst hell
klingt.
Gruß von
Volker
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
5 von 4 Leuten haben Probleme mit Mathematik.
> Andreas Kilgus ließ am 16.08. das Stimmlein also schallen:
^^^^^^^^^
Ich singe übrigens einen satten Baß, ich möchte also zukünftig
bitte mit "Stimme" als Einleitung zitiert werden. ;-)
> wobei diese Eierkartons gnadenlos Tiefen "diffundieren" und Höhen
> abdämpfen, so dass der Raum je nach Prozentanteil der Be-
> Eierkartonierung ziemlich bis reichlich "mumpfig" klingt...
Stimmt, wobei das damals nicht so wichtig war. Meiner Erinnerung nach
war es vor allem laut, weitere Merkmale gingen da unter. *g*
> Dick und luftig Mineralwolle ist AFAIK immer noch am besten - wobei
> "luftig" ebenso wichtig ist wie "dick", damit nicht die Wolle selbst
> anfängt, den Schall an die Außenwand zu leiten. Und an die Innenseite
> gehören auch ein paar schallharte Flächen, damit der Raum selbst hell
> klingt.
Wir haben die Mineralwolle damals mit "Speißbatzen" an der Wand und
der Decke befestigt, die Mineralwolle lag also nicht plan an, sondern
es war noch etwas Luft dazwischen. Von wegen "hell klingender Raum":
Was empfiehlst Du denn als Abschluß zur Rauminnenseite, damit der
Eierkarton-Effekt vermieden wird?
Gruß
Andi
> Was empfiehlst Du denn als Abschluß zur Rauminnenseite, damit der
> Eierkarton-Effekt vermieden wird?
In Studioräumen nimmt man dafür gern etwas Hölzernes, z.B.
Sperrholzmaterial mit "Durchlässen" für den Schall ins Dämmmaterial.
Beschichtete Hartfaser dürfte aber auch gut wirken; vielleicht nicht
flächendeckend, aber gut verteilt...
Gruß von
Volker
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Je korrupter der Staat, desto mehr Gesetze braucht er.
(Tacitus)
Harald Masche schrieb:
>
> Hallo,
> hat jemand von Euch das schon mal probiert, ich spiele Trompete, moechte
> das meinen Nachbarn aber nicht unbedingt zumuten. Gekaufte sind ja
> meines Wissens recht teuer, welche Erfahrungen habt Ihr mit
> Schallisolierung gemacht?
Wie groß soll denn die Kabine werden? Ich stelle es mir ziemlich frustig
vor, in so einem Kabuff Tonleitern zu tröten ;-)
Gruß
Rainer
Andreas Kilgus schrieb:
> Was empfiehlst Du denn als Abschluß zur Rauminnenseite, damit der
> Eierkarton-Effekt vermieden wird?
Ich empfehle Rigipsplatten. Sind billig, leicht zu verarbeiten und
halten die Mineralwolle am Platz. Wenn man die PLatten doppellagig nimmt
ergibt wiederum eine bessere Dämmwirkung.
Ich habe mir seinerzeit Infomaterial des Herstellers der Dämmwolle
zuschicken lassen. Da steht eigentlich alles Wissenswerte drin.
Gruß
Rainer
>hat jemand von Euch das schon mal probiert, ich spiele Trompete, moechte
>das meinen Nachbarn aber nicht unbedingt zumuten.
Die billigste und einfachste Variante ist ein Schalldämpfer. Ich hab
einen Denis Wick Cup Mute (und zwar deshalb weils grad keinen anderen
gab, nicht weil ich großartig verglichen hätte), der senkt den
Schallpegel sehr erheblich ohne alles zu schlucken, verursacht den aus
dem Jazz bekannten gequetschten Klang, hat keinen großen Einfluß auf die
Bandbreite und fühlt sich nicht zugestopft an. *Nur* mit Dämpfer üben
kann man natürlich eher nicht, weil man sein ungedämpftes Klangbild auch
mal kontrollieren muß, aber um einen Part zu lernen und für irgendwelche
Einblas- und Konditionsübungen geht der schon.
Für die Posaune hab ich einen Übungsdämpfer der mit Wolle oder sowas
gefüllt ist, da hört man fast nix mehr. Leider versaut der auch die
Resonanz des Instruments, man kann also die Töne fast nach Belieben
ziehen ohne den Zug zu betätigen, ausserdem fühlt er sich zugestopft an.
Fürs reguläre Üben ist der eher ungeeignet (ich hab allerdings mit der
Posaune eh noch nie regulär geübt, also... 8). Neulich hab ich einen
anderen Dämpfer (auch n Denis Wick) ausprobiert, ein Alutopf mit zwei
kleinen seitlichen Löchern. Dämpft sehr gut, die Resonanz bleibt
einigermassen erhalten, aber zugestopft fühlt sich der auch an. Ich würd
wahrscheinlich da noch zwei Löcher reinbohren oder die vorhandenen etwas
vergrössern.
Soviel zur Minimallösung. Zur Übungskabine: du hast nicht geschrieben ob
du einen getrenten Übungsraum hast oder ob das Ding in einem Wohnraum
stehen soll oder ob du einen Wohnraum komplett schallisolieren willst.
Das wär noch wichtig zu wissen.
CYA! Matthias
--
Meins: http://home.t-online.de/home/SR500_Stuttgart
Nur ein bisschen meins: http://www.SR500.de
Auch meine: XT 500 ´81 und SR 500 ´79
> Andreas Kilgus schrieb:
>
> > Was empfiehlst Du denn als Abschluß zur Rauminnenseite, damit der
> > Eierkarton-Effekt vermieden wird?
>
> Ich empfehle Rigipsplatten. Sind billig, leicht zu verarbeiten und
> halten die Mineralwolle am Platz. Wenn man die PLatten doppellagig nimmt
> ergibt wiederum eine bessere Dämmwirkung.
Klingt nicht schlecht, auch Volkers Holzvariante hat was für sich.
Sollte ich jemals wieder einen Proberaum herzurichten haben, werde
ich wahrscheinlich Holz/Rigips auswürfeln. Und vielleicht hilft
das auch Harald weiter, obwohl er sich seit seiner Frage nicht
mehr gemeldet hat...
Dank und Gruß
Andi
> Wie groß soll denn die Kabine werden? Ich stelle es mir ziemlich frustig
> vor, in so einem Kabuff Tonleitern zu tröten ;-)
Tonleitern tröten ist immer trostlos, oft aber sehr effektiv :-)
Andreas
--
Aber erst letzte Woche hab ich mit einem Profibassisten gesprochen:
Um vielseitig zu sein und alle angeboten Jobs zu bekommen, muß er vielsaitig sein.
[Rainer Lolk in damm]
> Die billigste und einfachste Variante ist ein Schalldämpfer. Ich hab
> einen Denis Wick Cup Mute (und zwar deshalb weils grad keinen anderen
> gab, nicht weil ich großartig verglichen hätte), der senkt den
> Schallpegel sehr erheblich ohne alles zu schlucken, verursacht den aus
> dem Jazz bekannten gequetschten Klang, hat keinen großen Einfluß auf die
> Bandbreite und fühlt sich nicht zugestopft an.
Interessant wäre vielleicht auch ein Harmon-Mute ohne Innenzug. Das
ist d_e_r "Miles" Dämpfer. Klingt recht leise und ziemlich gut.
Empfehlen würde ich die Modelle von JoRal.
Wenn es noch teurer sein darf kann man sich mal die SilentBrass
Geschichte von Yamaha anschauen. Ich habe hier den Tuba Mute stehen
und bin sehr zufrieden damit.
> *Nur* mit Dämpfer üben
> kann man natürlich eher nicht, weil man sein ungedämpftes Klangbild auch
> mal kontrollieren muß, aber um einen Part zu lernen und für irgendwelche
> Einblas- und Konditionsübungen geht der schon.
ACK
> Für die Posaune hab ich einen Übungsdämpfer der mit Wolle oder sowas
> gefüllt ist, da hört man fast nix mehr. Leider versaut der auch die
> Resonanz des Instruments, man kann also die Töne fast nach Belieben
> ziehen ohne den Zug zu betätigen, ausserdem fühlt er sich zugestopft an.
Das scheint der Practice Mute "Manni Klein" von Humes&Bergh (New Stone
Lined) zu sein.
> Fürs reguläre Üben ist der eher ungeeignet (ich hab allerdings mit der
> Posaune eh noch nie regulär geübt, also... 8).
ACK, ich kann diese Dämpfer auch nicht empfehlen, weder für Trompete
noch für Posaune.
> Neulich hab ich einen
> anderen Dämpfer (auch n Denis Wick) ausprobiert, ein Alutopf mit zwei
> kleinen seitlichen Löchern. Dämpft sehr gut, die Resonanz bleibt
> einigermassen erhalten, aber zugestopft fühlt sich der auch an. Ich würd
> wahrscheinlich da noch zwei Löcher reinbohren oder die vorhandenen etwas
> vergrössern.
Der Practice Mute von Denis Wick ist IMHO wesentlich besser als das o.
beschriebene Teil. Ein befreundeter Trompetenlehrer klebt eines der
Löcher grundsätzlich zu. Begründung habe ich z. Z. keine. Ich frag ihn
in den nächsten Tagen mal.
Gute Übungsdämpfer gibt es darüber hinaus noch von Shastock und Peter
Gane.
Eine Alternative für die SilentBrass Dämpfer ist der PeaceMaker (das
Ding heisst wirklich so). Das Prinzip ist das gleiche: Kontrolle des
eigenen Spiels über Kopfhörer. Während Yamaha dies auf elektronischem
Weg ermöglicht wird der Dämpfer des PeaceMaker mit einer Art
Stethoskop verbunden. Die Lautstärkeregelung des Ohrhöhrers erfolgt
über eine Schraube, die den Schlauchdurchmesser beeinflusst.
Leider sind fast sämtliche Dämpfer (Ausnahme vielleicht Dennis Wick)
aufgrund des $ Kurses ziemlich überteuert.
Andreas
--
Sei nett zu deinen Kindern,
sie suchen später das Pflegeheim für dich aus!
>hat jemand von Euch das schon mal probiert, ich spiele Trompete,
Yamaha Silent Brass.
Gruß, Radbert
--
http://www.rrr.de/~radbert
Wichtig ist die richtige Kombination der unterschiedlichen Materialien:
Hat man recht dünne Wände, z.B. Rigips, Leichtbauplatten, Ytong etc.,
sollten diese mit Bitumenplatten beklebt oder mit einem Bitumenanstrich
(Schwarzer Blocker etc.) gestrichen werden und zwar nicht zu dünn. Das
hindert die Wände daran, mitzuschwingen, also Schallwellen auf der anderen
Seite abzugeben.
Wenn man Betonwände im Keller hat, braucht man das eher nicht.
Dann werden die Wände mit einem Dämmstoff bezogen.
Dazu eignet sich ganz hervorragend eine Kombination aus _schwerer_
Mineralwolle und Noppenschaumstoff. Schwer deshlab, weil ein Stoff, der
Schall möglichst gut vernichten soll, eine hohe Dichte (Raumgewicht) und
gleichzeitig eine rech offene Struktur haben sollte. Noch besser (und vor
allem billiger) ist Schaumstoff aus der Polsterei, der in kompletten
LKW-Ladungen sehr günstig als Reststücke abgegeben wird (Fragen lohnt sich).
Dafür schraubt man Brette mit Hilfe von Stahlwinkeln an die Wände, so dass
diese auf der Kante stehen, Füllt die Zwischenräume mit den
Polstereiabfällen (15cm dick) und tackert MAschendraht auf die Bretter, bzw.
schraubt Rigipsplatten drauf.
Auf die Rigipsplatten bzw. den Maschendraht klebt man dann Noppenschaumstoff
mit den Noppen nach außen, wobei eine Stirnwand des Raumes freigelassen
wird, wegen dem Klang. Alternativ kann man dazu auch Eierkartons nehmen, die
dämpfen jedoch nicht nach außen, sondern wirken lediglich als Diffusor für
den Innenraum, während Noppenschaumstoff beides tut (allerdings auch teurer
ist).
Sebastian