ich möchte gerne meinen Keller in einen Proberaum umfunktionieren. Erst
einmal soll der Keller nur für meine Zwecke dienen, evtl. wird's auch mal
ein Proberaum für eine Band.
Derzeit steht der Keller noch leer. Der Keller ist ca. 40 qm groß und der
Fußboden ist mit Fliesen ausgestattet. Außerdem besitzt er eine Betondecke.
Die Wände sind teils Beton, teils Ziegel, jeweils verputzt. Es sind zwei
einfache Kellerfenster vorhanden, d. h. keine Schallisolierung.
Ich will eigentlich mehrere Dinge erreichen :
1. Soll der Keller nicht mehr so hallen
Ich habe schon mal einen Teppichboden über die Fliesen gelegt, aber es hallt
immer noch ziemlich (kommt wahrscheinlich von den Wänden). Was kann ich tun,
damit der Raum eine einigermaßen gute Akustik bekommt?
Ich habe mir folgendes überlegt
o Vorhänge an den Wänden
o Rigips-Platten an die Decke (ist aber wahrscheinlich ziemlich teuer)
o Eierkartons an die Decke (sieht aber furchtbar aus, muss nicht unbedingt
sein)
Was kann ich noch tun, um die Akustik zu verbessern?
2. Soll möglichst wenig Lautstärke nach draußen dringen
Ich denke, dass der neuralgische Punkt vor allem die beiden Fenster sind.
Wie kann ich diese möglichst einfach schallisolieren?
3. Reduktion des Lärmpegels innerhalb des Hauses
Ist zwar nicht soooo wichtig, da ich alleine im Haus wohne, aber es kann ja
nie schaden...
Was habt ihr denn in eueren Proberäumen gemacht, um diese Punkte zu
verbessern?
Kosten soll das ganze natürlich auch möglichst wenig. Ich möchte erst mal
mit möglichst einfachen und billigen Lösungen anfangen und nur dann falls
notwendig weitere Maßnahmen ergreifen.
Danke schon mal für eure Ideen,
Rudi
Nun denn, ich werde (mal wieder) von vorne anfangen. (Gibt es eigentlich
irgendwo eine FAQ für d.a.m.m.? Das aktuelle Thema wäre wert, aufgenommen zu
werden.)
> Ich will eigentlich mehrere Dinge erreichen :
>
> 1. Soll der Keller nicht mehr so hallen
> Was kann ich noch tun, um die Akustik zu verbessern?
Zur Hallreduktion schlage ich vor: 3 Wände mit Rigips, Noppenschaum,
Vorhängen (dick!) oder Eierkartons versehen, eine Wand freilassen
(Stirnwand). Den Boden eventuell mit Teppich auslegen, wenn die anderen
Maßnahmen nicht ausreichen. Eventuell zum Schluß noch die Decke mit
Noppenschaum oder Rigips versehen, falls alles nichts hilft, aber auf jeden
Fall eine (Stirn)Wand freilassen, sonst ist der Sound total im Eimer.
> 2. Soll möglichst wenig Lautstärke nach draußen dringen
>
> Ich denke, dass der neuralgische Punkt vor allem die beiden Fenster sind.
> Wie kann ich diese möglichst einfach schallisolieren?
Wenn Lichtschächte vorhanden sind: Ab zur Polsterei, Schaumstoffreste
erbetteln, Lichtschächte damit ausfüllen. Gitter wieder drüber und eventuell
etwas mit Folie/Blech/Holz abdecken, damit der Schaumstoff nicht nass wird
und anfängt zu schimmeln.
Falls keine Lichtschächte: Kleinen Kasten vor die Fenster bauen (eventuell
abnehmbar) und mit Schaumstoff (Polsterei) füllen.
> 3. Reduktion des Lärmpegels innerhalb des Hauses
>
> Ist zwar nicht soooo wichtig, da ich alleine im Haus wohne, aber es kann
ja
> nie schaden...
Günstig ist eine Lage Dämmplatten an der Decke, bzw. Schaumstoff
(Polstereiabfälle) dicht gepackt. Das geht am besten mit ca. 10-15cm breiten
Leisten, die mit Winkeln auf die Decke geschraubt werden und zwar im Abstand
von 50 cm zueinander. An einer Wand beginnend Rigipsplatte ansetzen,
festschrauben und den Zwischenraum Decke/Platte mit Schaumstoff
zustopfen.Nächste Platte dranschrauben, füllen usw. Alternativ: Leisten auf
die Decke, Maschendraht draufnageln und Zwischenraum mit Schaumstoff füllen.
Darauf eventuell zur Hallreduktion noch Eierkartons.
Falls Dir die Eierkartons nicht zusagen sollten: Dicke Tücher unter der
Decke aufhängen, wie einen Baldachin in der Mitte durchhängen lassen.
Tür zum Wohnraum: am besten eine Doppeltür einbauen, die innere davon im
Zwischenraum mit Schaumstoff bekleben, so dass der Zwischenraum komplett und
dicht mit Schaumstoff gefüllt ist.
Falls Du auch die Wände isolieren willst, geht genauso wie die Decke mit dem
Polstereischaumstoff.
Problem: Noppenschaumstoff ist teuer (das günstigste ist ca. 12DM/qm,
Bezugsquelle per mail an mich).
Polstereiabfälle sind billig bis kostenlos zu haben, Problem dabei: Je nach
dem, ob du auch die Wände so isolieren willst, geht schon eine LKW-Ladung
dafür drauf (ca. 2-3 PKW-Anhänger voll). Dafür isoliert es sehr gut.
Rigips ist nicht SO billig, sieht aber gut aus. Eventuell im
Baumarkt/Baustoffhandel nach beschädigten Platten fragen, die gibts manchmal
umsonst, oder zumindest sehr preiswert. Sollte man aber nur machen, wenns
optisch nicht auf den letzten Schliff ankommt, du anstückeln kannst/willst
und bereit bist, viel zu spachteln.
Hope that helps.
Sebastian
Viel Erfolg,
Harald
Rudi Ziegaus wrote:
> Ich will eigentlich mehrere Dinge erreichen :
>
> 1. Soll der Keller nicht mehr so hallen
> Ich habe mir folgendes überlegt
> Was kann ich noch tun, um die Akustik zu verbessern?
> 2. Soll möglichst wenig Lautstärke nach draußen dringen
....
> o Vorhänge an den Wänden
> o Rigips-Platten an die Decke (ist aber wahrscheinlich ziemlich teuer)
> o Eierkartons an die Decke (sieht aber furchtbar aus, muss nicht unbedingt
> sein)
Ich habe gute (und billige) Erfahrungen mit Vorhängen (oder "Decken") an
den Wänden gemacht (gute Lärmisolierung, gute Raumakustik). Ebenfalls die
Decke haben wir "behängt".
> Ich denke, dass der neuralgische Punkt vor allem die beiden Fenster sind.
> Wie kann ich diese möglichst einfach schallisolieren?
Wenn die Fenster innen einen Sims haben, kann man bei Bedarf, also während
des übens, eine passende, dicke Dämplatte (ca. 20 cm dick) in die
Fensteraussparung stecken. So eine dickes Glaswolle Stück zum Beispiel.
Funktioniert hier sehr gut, bei 2 Fenstern kostet das auch nicht so viel.
Grüsse Oliver Vollmer
| Ich will eigentlich mehrere Dinge erreichen :
| 1. Soll der Keller nicht mehr so hallen
| Ich habe schon mal einen Teppichboden über die Fliesen gelegt, aber es hallt
| immer noch ziemlich (kommt wahrscheinlich von den Wänden). Was kann ich tun,
| damit der Raum eine einigermaßen gute Akustik bekommt?
wir habe an drei von vier waenden teppich aufgehaengt und
sind sehr zufrieden damit. ist allerdings schon recht 'trocken'.
evtl reichen dir zwei waende mit teppich.
gruss, u\/\/e.
--
Uwe Schmitt | Institut für Angewandte Mathematik
Uwe.S...@num.uni-sb.de | Universität des Saarlandes
phone: +49 (0)681/302-2468 | Geb. 36.1, Zi. 4.17
fax: +49 (0)681/302-4435 | PF 151150
private: +49 (0)681/397052 | D-66041 Saarbrücken
> 1. Soll der Keller nicht mehr so hallen
>
> Ich habe schon mal einen Teppichboden über die Fliesen gelegt, aber es hallt
> immer noch ziemlich (kommt wahrscheinlich von den Wänden). Was kann ich tun,
> damit der Raum eine einigermaßen gute Akustik bekommt?
>
> Ich habe mir folgendes überlegt
>
> o Vorhänge an den Wänden
> o Rigips-Platten an die Decke (ist aber wahrscheinlich ziemlich teuer)
> o Eierkartons an die Decke (sieht aber furchtbar aus, muss nicht unbedingt
> sein)
>
> Was kann ich noch tun, um die Akustik zu verbessern?
Hallo
billige Lösungen die unterschiedlich toll aussehen (fragt sich, was so
ein Übungskeller sein soll, ein Arbeitsraum oder ein
Schöner-Wohnen-Tempel)
** Eierpappen (kann man mit Wandfarbe einfärben, aber immer nur matte
Farbe nehmen und diese stark verdünnen)
** alte Teppiche (selbst oft gemacht)
> 2. Soll möglichst wenig Lautstärke nach draußen dringen
** Rosshaarmatratzen an die Wände und vor die Fenster, Lattenrost davor,
davor Teppiche (siehe oben)
>
> Ich denke, dass der neuralgische Punkt vor allem die beiden Fenster sind.
> Wie kann ich diese möglichst einfach schallisolieren?
>
> 3. Reduktion des Lärmpegels innerhalb des Hauses
** Der Körperschall läßt sich nicht, oder nur unwesentlich reduzieren
wenn man nicht bereit ist, einige Hundert Mark für den Quadratmeter
auszugeben. Übungsräume in Mietshäusern am besten vergessen wenn es um
eine Gruppe mit Git, Bass, Schlagzeug usw. geht..
> Ist zwar nicht soooo wichtig, da ich alleine im Haus wohne, aber es kann ja
> nie schaden...
Wie gesagt, kaum möglich.. und ich habe schon viele Räume mit ausgebaut
;)
Gruß Lutz
--
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On 18 Sep 2000 09:40:45 GMT, Uwe.S...@num.uni-sb.de wrote:
> | 1. Soll der Keller nicht mehr so hallen
>
> | Ich habe schon mal einen Teppichboden über die Fliesen gelegt, aber es hallt
> | immer noch ziemlich (kommt wahrscheinlich von den Wänden). Was kann ich tun,
> | damit der Raum eine einigermaßen gute Akustik bekommt?
>
> wir habe an drei von vier waenden teppich aufgehaengt und
> sind sehr zufrieden damit. ist allerdings schon recht 'trocken'.
> evtl reichen dir zwei waende mit teppich.
IMHO kann es gar nicht trocken genug sein. Die Gesangsanalge pfeift
nicht mehr so schnell und man kann die Dosis Raumhall über den
Effektweg genau dosieren. So sollte es sein.
--
Und wech,
Wolfgang Schulz
e-mail: Wolfgan...@dat.de
Hallo,
Ich habe mal Follw-Up an de.sci.architektur gepostet, vielleicht hat da
ja der ein oder andere (nino) eine preiswerte Idee für Dich.
Rigips an der Decke halte ich nicht für besonders geeignet, schau mal
nach den Heraklith Akustikplatten. Am Besten Heraklith-Katalog (oder
ähnliche) schicken lassen, denn wenn man das falsche Material einbaut
wars nur teuer und bringt nichts...
> On 18 Sep 2000 09:40:45 GMT, Uwe.S...@num.uni-sb.de wrote:
>
> > wir habe an drei von vier waenden teppich aufgehaengt und
> > sind sehr zufrieden damit. ist allerdings schon recht 'trocken'.
> > evtl reichen dir zwei waende mit teppich.
>
> IMHO kann es gar nicht trocken genug sein. [...]
Meiner Erfahrung nach wirkt sich allerdings "zu trocken" unter
Umständen negativ auf die Probenatmosphäre aus, da die nicht vor-
handene Raumakustik in den Probepausen durchaus auf die Psyche
schlagen kann.
Ich hatte mal einen Bassisten, der im Laufe der Probe ohne er-
kennbaren Anlaß immer übellauniger wurde und schließlich hin
und wieder auch darauf drängte, die Probe zu beenden. Als wir
dann einmal in einem Studio aufnahmen, mußte er sich nach ca.
2 Minuten in der absolut "schalltoten" Aufnahmekammer übergeben.
Wir haben dann testweise im Proberaum wieder etwas Raumdämpfung
entfernt und siehe da: Der Gute war auf einmal viel besser drauf.
Es muß natürlich nicht immer so heftig wie bei diesem Basser sein,
aber vernachlässigen sollte man den psychischen Aspekt auch nicht.
Gruß
Andi
Uwe.S...@num.uni-sb.de wrote:
> wir habe an drei von vier waenden teppich aufgehaengt und
> sind sehr zufrieden damit. ist allerdings schon recht 'trocken'.
> evtl reichen dir zwei waende mit teppich.
Gute Erfahrungen habe ich mit der Dämmung von zwei aneinanderliegenden
Wänden.
Ist nicht so supertrocken, aber genug Dämpfung...
cd.
Leider hat das Follow-Up aus de.sci.architektur nicht funktioniert.
Aber die Kollegen haben dort wirklich sehr gute Tipps zur
Akustikverbesserung Deines Kellers gepostet, bitte schau mal dort nach.
Gruß Dirk
---------------
Ich hatte leider wieder mal ein Problem mit dem Messenger ;-(
- Ich brauch wohl bei Gelegenheit mal einen vernünftigen Newsreader
Oder nur mal aufräumen - er meldet dauernd "Festplatte voll" oder "Mail
nicht gespeichert", dabei ist das doch gar kein Microsoft-Programm ...
Fliesen auf dem Fußboden verursachen meiner Erfahrung nach immer große
Hallprobleme. Teppich ist eigentlich Pflicht :-)
Teppich alleine ist natürlich nicht der Bringer, da muss schon etwas mehr
getan werden.
Falls Du in Deinem Raum auch mal etwas bessere Aufnahmen als mit einem
Tapedeck
und zwei Mikros machen willst, solltest du darüber nachdenken ob es nicht
sinnvoll
ist, den Raum in einen Probe- und einen Mischerraum zu teilen.
Wir haben in unseren Raum eine Trennwand gezogen. Auf der einen Seite ist
eine
Platte mit XLR Buchsen, auf der anderen kommt ein kurzes Multicorekabel
raus.
Hallo
entweder man macht sowas dann richtig oder man läßt es. Einfache
Trennwände und Aufnahmen mit 2 Mikros, das ist Pillepalle - sorry.
Überflüssige Arbeit.
Gruß Lutz
--
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>Hallo
> entweder man macht sowas dann richtig oder man läßt es. Einfache
>Trennwände und Aufnahmen mit 2 Mikros, das ist Pillepalle - sorry.
>Überflüssige Arbeit.
Da muß ich Lutz absolut recht geben, schlechte Studios gibt es schon
mehr als genug. Ein schöner großer Proberaum hat auf Dauer mehr
Nutzwert. Für gelegentliche Aufnahmen kann man besser ein Multicore
zur Wohnung hochziehen und dort was mobiles aufbauen.
Gruß
--
Hubert Barth
Charta / FAQ für de.alt.music.machen: http://www.bigbands.de/faq.htm
Allgemeine Musiknewsgruppen-FAQ:
http://www.sockenseite.de/music-faq.html
Sorry, vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. Natürlich ist unsere
Trennwand (weitestgehend) schalldicht. Wir nehmen auch nicht mit 2 Mikros
auf, sondern schicken alle Signale ins Pult.
In Proberaum ist eine Platte mit XLR-Buchsen installiert. Auf der anderen
Seite (im Mischerraum) kommt ein Multicorekabel aus der Wand (auch
schallisoliert), welches mit einem Harting-Stecker ans Pult gestöpselt
wird.
Wir (bzw. war das noch vor meiner Zeit in der Band) haben da schon
zwei CDs produziert. Erstere ist soundmäßig nicht ganz so toll, aber das lag
wohl an Mangel aus Erfahrung. Die zweite braucht sich soundmäßig nicht
hinter normalen anderen Studioproduktionen verstecken.
Achja, aufgenommen haben wir mit einer analogen Tascam 16-Spur-
Bandmaschine.
Und unser Proberaum ist immer noch groß genug :-)
Viele Grüße
Roland Konersmann