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Posaunenpflege

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Steffen Hartmann

unread,
Sep 16, 2000, 3:00:00 AM9/16/00
to
Seit knapp 2 Monaten lerne ich auch noch Posaune zu spielen (im
Moment im Selbststudium).
Ne kleine Frage an alle Posaunisten (Blechbläser): Wie das Instrument
reinigen,
bzw. pflegen?
Ich habe im Moment ein Spray aus destilliertem Wasser und irgendwelchen
Ölen für
den Zug, Poliermittel für außen, einen kleinen Schwammreiniger an einem
langen
Röhrchen (Draht) um das Instrument von innen zu reinigen. Des weiteren
einen
Mundstückreiniger (kleine "Spülbürste"). Den Schwamm benutze ich mit
normalem
Wasser und ab und zu mit einer speziellen Flüssigkeit von irgendeinem
Spezialhersteller.

Was benutzt man nun wie häufig, damit das Instrument keinen Schaden
nimmt?

(Habe festfestellt, daß das Silber oben am Zug vom Halten schon ganz
stumpf
geworden ist, polieren bringt da auch nichts.)

Gruß Steve
--
_____________________________________________________________
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Harald Schollmeyer

unread,
Sep 16, 2000, 6:49:18 PM9/16/00
to
Hallo Steffen,

(deine Postings lesen sich leichter, wenn du links keinen Rand lässt)

> Ne kleine Frage an alle Posaunisten (Blechbläser): Wie das Instrument
> reinigen, bzw. pflegen?

Das hängt davon ab, wieviel du spielst und was du für ein Instrument
hast. Ich habe eine Tenor- und eine Bassposaune, die Tenor ist eine
King 4B, die ich meistens lange spiele (5-6 bei Auftritten). Danach
ist es zunächst notwendig, mit einem Tuch alle Teile abzuwischen,
die direkten Körperkontakt hatten. Das kann auch jeweils nach dem
Üben schon sinnvoll sein.

Ansonsten bist du ja schon gut ausgestattet...:


> Ich habe im Moment ein Spray aus destilliertem Wasser und irgendwelchen
> Ölen für den Zug, Poliermittel für außen, einen kleinen Schwammreiniger an
> einem langen Röhrchen (Draht) um das Instrument von innen zu reinigen. Des
> weiteren einen Mundstückreiniger (kleine "Spülbürste").

Alles gut und wichtig, aber das wichtigste zum Posaunenreinigen ist
ganz einfach Wasser. Du kannst mal Wasser in die Züge hineinfüllen
und ein wenig hin- und herschwenken, damit lösen sich Ablagerungen ganz gut.
Evtl. auch mal die Badewanne füllen und Zug und Schallstück ganz
unter Wasser reinigen (Vorsicht mit evtl. Korkteilen an Wasserklappe und
Quartventil, da kann sich der Kleber lösen, wenn einer verwendet wurde).

Meine Mundstücke reinige ich generell unter fließendem warmen Wasser.
Danach mit einem Tempo-Taschentuch abtrocknen. Tempos kann man sowieso
bei der Posaune immer gut gebrauchen (pun intended... ;-)) , vor allem
zum Zug einschmieren. Ich verwende Slide-o-Mix, das macht das Reinigen
einfacher als viele Posaunenfette.

Sollte dein Instrument ein Quartventil haben, nimm' dir ruhig Zeit dafür.
Bei meiner Bassposaune kann das schon mal eine Stunde dauern, bis
ich die Ventile und die zugehörigen Rohre gereinigt habe.

Viele Grüsse,
Harald

Radbert Grimmig

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
"Steffen Hartmann" <MSPHa...@web.de> schrieb:

> Ne kleine Frage an alle Posaunisten (Blechbläser): Wie das Instrument
>reinigen,
> bzw. pflegen?

So was kann sich nur ein Streicher fragen =8-) (ok auch von einem
Oboisten hätte ich so was erwartet <g>

> Ich habe im Moment ein Spray aus destilliertem Wasser und irgendwelchen
>Ölen für
> den Zug,

Als Zugfett halte ich 2-Komponenten Slid-O-Mix (sp) für das
Nonplusultra, dazu eine Pump-Sprühflasche mit Wasser (dest ist unnötig
imo.) Gut eignen sich etwa ehemalige ArmorAll-Pumpsprayflaschen.

>Poliermittel für außen,

Bei lackierten Instrumenten reicht imo feucht abwischen. Unlackierte
Instrumente halte ich für gesundheitsgefährdend, wenn sie nicht
wenigstens versilbert sind. Unlackierte Silber-Oberflächen wollen
natürlich gelegentlich poliert sein, damit habe ich aber keine
Erfahrungen.

>einen kleinen Schwammreiniger an einem
>langen
> Röhrchen (Draht) um das Instrument von innen zu reinigen.

Man sollte "eigentlich" vorm Fetten des Zuges den Außenzug mit so was
durchziehen, ich nehme dazu aufgerollte gedrittelte Papierservietten
(Zewa oder so.) Da man, wenn man Slidomix benutzt, aber praktisch alle
zwei Tage oder noch öfter fetten muss ... also ich mach das vielleicht
einmal in der Woche.

>Des weiteren
>einen
> Mundstückreiniger (kleine "Spülbürste").

Hier bin ich Schwein ... vielleicht sollte ich mir da mal etwas mehr
Reinlichkeit angewöhnen, vor allem wenn man den Preis <seufz> meines
neuen Mundstücks betrachtet (Yamaha Yeo Signature, teilvergoldet).

> Was benutzt man nun wie häufig, damit das Instrument keinen Schaden
>nimmt?

Posaunen gehen nicht so leicht kaputt, jedenfalls nicht wegen
mangelnder Pflege. Wichtiger ist z.B. ein Ständer (und diesen auch zu
benutzen), damit das Instrument nicht dauernd auf dem Zug abgelegt
werden muss.

> (Habe festfestellt, daß das Silber oben am Zug vom Halten schon ganz
>stumpf
> geworden ist, polieren bringt da auch nichts.)

Am besten diese Stelle mit einer Belederung versehen, das Silber hält
dem Handschweiß sowieso nicht stand. Manufactum oder so ein Versand
hatte da glaub ich mal ein Spezial-Silberpoliertuch oder eine Politur,
die selbst Silber enthält und quasi "nachsilbert", doch ich bin mir
nicht sicher, was ich davon zu halten habe.

Gruß, Radbert
--
http://www.rrr.de/~radbert

Franziska Meyer

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Hallo

Im Moment gefällt's mir hier richtig, die Posaunisten melden
sich :-)

Am Mon, 18 Sep 2000 19:53:53 +0200 schrieb Radbert Grimmig:

>Als Zugfett halte ich 2-Komponenten Slid-O-Mix (sp) für das
>Nonplusultra, dazu eine Pump-Sprühflasche mit Wasser (dest ist unnötig
>imo.) Gut eignen sich etwa ehemalige ArmorAll-Pumpsprayflaschen.

Ich denke, dass destilliert oder nicht vom Wasser abhängt. Ich
würde es nie wagen, meine Posaune mit dem kalkreichen Wasser
meines Wohnortes zu behandeln (nur schon wegen den Kalkflecken
;-)

>Man sollte "eigentlich" vorm Fetten des Zuges den Außenzug mit so was
>durchziehen, ich nehme dazu aufgerollte gedrittelte Papierservietten
>(Zewa oder so.) Da man, wenn man Slidomix benutzt, aber praktisch alle
>zwei Tage oder noch öfter fetten muss ... also ich mach das vielleicht
>einmal in der Woche.

Und wie bringst Du die durch? <wildePhantasien>

Gruss
Franziska
--
The physicist in preparing for his work need three things,
mathematics, mathematics, mathematics
--Konrad Röntgen

Radbert Grimmig

unread,
Sep 19, 2000, 12:54:32 AM9/19/00
to
fram...@swissonline.ch (Franziska Meyer) schrieb:

>>Man sollte "eigentlich" vorm Fetten des Zuges den Außenzug mit so was
>>durchziehen, ich nehme dazu aufgerollte gedrittelte Papierservietten
>>(Zewa oder so.)

>Und wie bringst Du die durch? <wildePhantasien>

Mit dem bei meiner hochwertigen japanischen Präzisions-Posaune
mitgelieferten Reinigungsstab. Der Bogen am Ende ist mir egal. Ich hab
das Teil, wie schon mal erwähnt, seit ich 15 oder so bin und es lebt
immer noch.

Axel Woelke

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Radbert Grimmig <gri...@cityweb.de> schrieb:

>Am besten diese Stelle mit einer Belederung versehen,

Vorsicht mit Belederungen! Ich hatte sowas auch mal an meiner Trompete.
Die Schutzhuelle wurde befestigt mittels eines Druckknopfes, dessen
Rueckseite nur mit einem duennen Filzbelag bedeckt war. Der hat sich
dann eines Tags unbemerkt geloest, so dass der Druckknopf eine Stelle
meines zweiten Ventils voellig verkratzte...
War ein ziemlich trauriger Tag.

Andreas Kemmer

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Steffen Hartmann wrote:

> Seit knapp 2 Monaten lerne ich auch noch Posaune zu spielen
(im
> Moment im Selbststudium).

> Ne kleine Frage an alle Posaunisten (Blechbläser): Wie das
Instrument
> reinigen,
> bzw. pflegen?


Mal in Kürze:

Oberfläche:

Unlackierte Instrumente: Mit Unipol (oder ähnlichem) reinigen und
anschliessend mit einem weichen Lappen nachpolieren.

Lackierte Instrumente: Nach jedem Einsatz mit einem weichen Lappen den
Handschweiss entfernen. Wenn das nicht mehr hilft (gilt auch für
Wasserflecken) kann man eine Lackpolitur verwenden. Anschliessend mit
einem weichen Lappen nachpolieren.

Versilberte Instrumente: Nach jedem Einsatz mit einem weichen Lappen den
Handschweiss entfernen. Zusätzlich sollte regelmässig ein Silberputztuch
zum Einsatz kommen. Bei stark angelaufenen Stellen hilft eine
Silperpolitur. Anschliessend mit einem weichen Lappen nachpolieren.

Innenzug: Nach jedem Einsatz mit einem Reinigungsstab mit weichem Lappen
auswischen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen hilft es den Zug in
lauwarmem Wasser einzweichen und anschliessend auszuwischen. Ich
empfehle hierfür den Wischer von Slide-o-Mix (Wischerstab mit
Frottee-Überzug und anschraubbarer Bürste), da sich damit auch der
U-Bogen reinigen lässt. Alternativ lassen sich auch flexible
Reinigungbürsten einsetzen.

Stimmzug/Stimmzüge: siehe unter Innenzug.

Aussenzug: Regelmässig fetten und ev. Wasser (Sprühflasche) zugeben.
Slide-o-Mix (Zweikomponentenfett) ist empfehlenswert, funktioniert aber
nicht mit allen Zügen. Als Alternative ist Superslick gut geeignet. Vor
dem Fetten muss aber das alte Fett mit einem weichen Lappen entfernt
werden. Sollte das Fett schon verharzt sein empfiehlt sich der Einsatz
von Waschbenzin.

Ventil(e): regelmässig ölen und eventuell auseinanderbauen und mit
Waschbenzin reinigen. Sicherer ist es allerdings die Ventilreinigung
einem Fachmann (Instrumentenbauer) durchführen zu lassen.

Mundstück: Regelmässig mit Mundstückbürste reinigen und ev.
desinfizieren.

Spieler mit sehr agressivem Handschweiss sollten die Stellen ihres
Instrumentes die ständigen Kontakt mit den Händen haben ihr Instrument
mit einer Lederumwicklung an den entsprechenden Stellen schützen.

Nach dem Spielen und/oder Reinigen sollte man das Instrument nicht
direkt im Koffer verschliessen, damit die Restfeuchtigkeit nicht in den
Koffer zieht.

Am unempfindlichsten (was die Oberfläche angeht) sind übrigens
vergoldete Instrumente.

Andreas - der heute ca. 25 Trompeten gereinigt, gefettet und geölt hat.

PS: Diese Hinweise gelten mit einer Ausnahme auch für (metallene)
Holzblasinstrumente. Hier sollte man beim Einsatz von Silber- oder
Lackpolituren sehr vorsichtig sein, da diese die Polster beschädigen
können.

Steffen Hartmann

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Harald Schollmeyer <hsch...@gmx.net> wrote:
>Hallo Steffen,
>
>(deine Postings lesen sich leichter, wenn du links keinen Rand lässt)


Mach ich nicht absichtlich. (wird irgendwie automatisch umformatiert)


Da habe ich in einer Posaunenschule gelesen, daß man das Quartventil so gut wie
nicht reinigen muß.
Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie das gemacht werden soll. Mein
Schwämmchen läßt sich nicht (oder nur mit Gewalt) durchziehen und das Ventil
werde ich lieber nicht anrühren.
Gut, ich kann den Stimmbogen entfernen und ein bißchen "rumwurschteln", aber so
richtig sinnvoll erscheint mir das nicht, weil man doch damit nicht die ganze
Länge putzen kann!?


MfG Steffen

Franziska Meyer

unread,
Sep 20, 2000, 3:00:00 AM9/20/00
to
Hallo

Danke, ich habe offensichtlich vor lauter Bäumen den Wald nicht
mehr gesehen, ich hab's mit dem Reinigungstuch ja auch schon so
gemacht (bis ich mir so eine Bürste mit Draht dran gekauft habe
- doch seit das Ding kaputt ist, suche ich nach besseren
Möglichkeiten).

Gruss
Franziska
--
">>Jemanden wie ein rohes Ei behandeln<< heißt nicht unbedingt,
daß man sehr vorsichtig mit ihm umgeht.
Es kann auch bedeuten, daß man ihn ganz einfach in die
Pfanne haut." --Die Zeit

Romeo Adaci

unread,
Sep 21, 2000, 3:00:00 AM9/21/00
to
fram...@swissonline.ch (Franziska Meyer) wrote:
>Hallo
>
Hallo hier ist Romeo Adaci, Metallblasinstrumenten- und Schlagzeugmachermeister.
Liebe Posaunisten lasst euch nicht auf solche Experimente ein. Tücher durch den
Zug schieben und so.
Ihr verbiegt nur den Zug. Um einen Posaunenzug ordentlich zu reinigen gibt es
inzwischen ganz hervorragende Mittel.
Für den groben Schmutz gibt es flexible Bürsten, mit deren Hilfe man unter
Zuhilfenahme von Spüli das Fett und den Schmutz beseitigen kann.
Für eine weitergehende intensive Reinigung gibt es von Slide-O-Mix einen
Reinigungsstab mit Frottee- Übezieher.
Aber bitte auf den Durchmesser achten. Rot für kleine Bohrungen und Blau für
Weite Tenorposaunen und Bassposaunen.
Ein Posaunenzug ist ein Präzisionsinstrument und sollte auch so behandelt werden.
Falls weitergehende Informationen gewünscht werden, stehe ich gerne zur Verfügung.


Romeo Adaci
ex brass gmbh
www.exbrass.de
mu...@exbrass.de

Franziska Meyer

unread,
Sep 24, 2000, 3:00:00 AM9/24/00
to
Hallo Steffen

Am 20 Sep 2000 13:38:33 +0200 schrieb Steffen Hartmann:

>Da habe ich in einer Posaunenschule gelesen, daß man das Quartventil so gut wie
>nicht reinigen muß.
>Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie das gemacht werden soll. Mein
>Schwämmchen läßt sich nicht (oder nur mit Gewalt) durchziehen und das Ventil
>werde ich lieber nicht anrühren.
>Gut, ich kann den Stimmbogen entfernen und ein bißchen "rumwurschteln", aber so
>richtig sinnvoll erscheint mir das nicht, weil man doch damit nicht die ganze
>Länge putzen kann!?

Ich werde meine demnächst (sobald ich mich von ihr trennen kann
;-) mal zum Instrumentenbauer bringen, damit er das Ventil mal
putzen kann - irgendwann hat's mal was abgekriegt, manchmal
tönt's eher ungesund...

Gruss
Franziska
--
(°> (°- _o) -°)
//\ //\ /\\ /\\
V_/_ V_/_ _\_V _\_V

Christian Schilling

unread,
Sep 26, 2000, 3:00:00 AM9/26/00
to

> Da habe ich in einer Posaunenschule gelesen, daß man das Quartventil so gut wie
> nicht reinigen muß.
Richtig

> Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie das gemacht werden soll. Mein
> Schwämmchen läßt sich nicht (oder nur mit Gewalt) durchziehen und das Ventil
> werde ich lieber nicht anrühren.

Auch richtig. Wenn das Ventil erst zerlegt ist kann das meist nur ein
Instrumentenbauer wieder lauffähig zusammenbauen!

> Gut, ich kann den Stimmbogen entfernen und ein bißchen "rumwurschteln", aber so
> richtig sinnvoll erscheint mir das nicht, weil man doch damit nicht die ganze
> Länge putzen kann!?

1-2mal im Jahr durchspülen reicht vollkommen. Gelegentlich einen Tropfen
Öl auf die beweglichen Teile (auch den Deckel am Ventilboden abschrauben
und den Zapfen ölen)

Gruß
Christian

--
Der Musikverein in Göppingen:
www.mv-stpaul.de

Radbert Grimmig

unread,
Sep 26, 2000, 3:00:00 AM9/26/00
to
Christian Schilling <christian...@studserv.uni-stuttgart.de>
schrieb:

>> werde ich lieber nicht anrühren.
>Auch richtig. Wenn das Ventil erst zerlegt ist kann das meist nur ein
>Instrumentenbauer wieder lauffähig zusammenbauen!

Was soll daran so schwer sein? Ich habs gemacht, mit 16, keine
Probleme.

Harald Schollmeyer

unread,
Sep 28, 2000, 3:00:00 AM9/28/00
to
Hallo Franziska,

Franziska Meyer schrieb:


> >Da habe ich in einer Posaunenschule gelesen, daß man das Quartventil so gut wie
> >nicht reinigen muß.

> Ich werde meine demnächst (sobald ich mich von ihr trennen kann
> ;-) mal zum Instrumentenbauer bringen, damit er das Ventil mal
> putzen kann - irgendwann hat's mal was abgekriegt, manchmal
> tönt's eher ungesund...

Da du offensichtlich in der Schweiz wohnst - kennst du die Firma
"Musik Haag" in Kreuzlingen, insbesondere Franz Monschau, der dort
für Posaunen zuständig ist? Meine Bassposaune ist ein Monschau-Modell
und ich bin sehr zufrieden damit. Man kann mit einem kleinen
Schraubenzieher die gesamte Posaune auseinandernehmen um sie zu
reinigen bzw. um die Ventile zu ölen (2 Thayer-Ventile).
Das Instrument ist technisch hervorragend gebaut - kann ich nur
empfehlen.

Viele Grüsse,
Harald

Radbert Grimmig

unread,
Sep 28, 2000, 3:00:00 AM9/28/00
to
Harald Schollmeyer <hsch...@gmx.net> schrieb:

>reinigen bzw. um die Ventile zu ölen (2 Thayer-Ventile).
>Das Instrument ist technisch hervorragend gebaut - kann ich nur
>empfehlen.

Bringen die Thayers wirklich was? Wie ist die Ansprache bei den
Pedaltönen?

Andreas Kemmer

unread,
Sep 28, 2000, 3:00:00 AM9/28/00
to
On Thu, 28 Sep 2000 18:55:26 +0200, Harald Schollmeyer
<hsch...@gmx.net> wrote:

>Da du offensichtlich in der Schweiz wohnst - kennst du die Firma
>"Musik Haag" in Kreuzlingen, insbesondere Franz Monschau, der dort
>für Posaunen zuständig ist?

Der gute alte Franz :-)

War Instrumentenbauer bei uns (ich hab ihn leider nie kennengelernt,
da vor meiner Zeit) und kommt ebenso wie seine Nachfolger aus der
guten alten Monke-Schule.

Er hat in der Branche einen sehr guten Namen.

Andreas

Harald Schollmeyer

unread,
Sep 29, 2000, 3:00:00 AM9/29/00
to
Hallo Radbert,

> Bringen die Thayers wirklich was?

Ja, glaube ich mit Sicherheit sagen zu können. Ich habe bei
Franz Monschau in Kreuzlingen sein bassposaunen-Modell einmal in
der Drehventil- und einmal in der Thayer-Ausführung angespielt.
Die Ventiltöne sprachen bei der Thayer-Variante deutlich leichter
an und waren einfacher in der Intonation zu kontrollieren.

> Wie ist die Ansprache bei den Pedaltönen?

Exzellent. Ich habe seitdem verschiedene andere Bassposaunen
angespielt (Lätzsch, Yamaha, Conn), keine andere hatte so eine
leichte Ansprache. Allerdings ist sie auch die schwerste Bassposaune
die ich bisher in den Händen hatte. Man braucht wirklich ein paar
Wochen Gewöhnung (Training) bis einem das hohe Gewicht nichts mehr
ausmacht.

Viele Grüsse,
Harald

Harald Schollmeyer

unread,
Sep 29, 2000, 3:00:00 AM9/29/00
to
Hallo Andreas,

Andreas Kemmer schrieb:


> Der gute alte Franz :-)
> War Instrumentenbauer bei uns (ich hab ihn leider nie kennengelernt,
> da vor meiner Zeit) und kommt ebenso wie seine Nachfolger aus der
> guten alten Monke-Schule.

Was heißt "bei uns"? Bist du im Instrumentenbau tätig? Wenn ich mich
recht erinnere bist du doch eher Komponist, nicht wahr?

> Er hat in der Branche einen sehr guten Namen.

Kann ich gut verstehen. Zu recht.

Viele Grüsse,
Harald

Matthias Kohrs

unread,
Sep 29, 2000, 3:00:00 AM9/29/00
to
On Thu, 28 Sep 2000 18:53:28 +0200, Radbert Grimmig <gri...@cityweb.de>
wrote:

>>reinigen bzw. um die Ventile zu ölen (2 Thayer-Ventile).
>

>Bringen die Thayers wirklich was? Wie ist die Ansprache bei den
>Pedaltönen?

Was issen ein Thayerventil?

CYA! Matthias (keine Ventile ausser der Wasserklappe)
--
Meins: http://home.t-online.de/home/SR500_Stuttgart
Nur ein bisschen meins: http://www.SR500.de
Auch meine: XT 500 ´81 und SR 500 ´79

Andreas Kemmer

unread,
Sep 29, 2000, 7:17:29 PM9/29/00
to
On Fri, 29 Sep 2000 11:23:54 +0200, Harald Schollmeyer
<hsch...@gmx.net> wrote:

>Was heißt "bei uns"? Bist du im Instrumentenbau tätig? Wenn ich mich
>recht erinnere bist du doch eher Komponist, nicht wahr?

Nein, woher hast du das denn?

Ich bin (momentan einmal wöchtentlich) im Musikalienhandel tätig und
Franz Monschau war der erste Metallblasinstrumentenbauer in unserer
Blasinstrumenten-Abteilung.

Nebenher spiele ich noch Tuba und versuche den Geheimnissen des
E-Bass-Spiels auf den Grund zu kommen.

Andreas

Andreas Kemmer

unread,
Sep 29, 2000, 7:24:12 PM9/29/00
to
On Thu, 28 Sep 2000 18:53:28 +0200, Radbert Grimmig
<gri...@cityweb.de> wrote:

>Bringen die Thayers wirklich was? Wie ist die Ansprache bei den
>Pedaltönen?

Dazu hat dir Harald ja schon geantwortet.

Kleine Anmerkung: Unser Instrumentenbauer hält nicht soviel davon, da
die Ventile wohl relativ anfällig sind. Ich werde ihn Montag noch mal
genauer dazu befragen.

Andreas

Andreas Kemmer

unread,
Sep 29, 2000, 7:34:52 PM9/29/00
to
On Fri, 29 Sep 2000 20:13:24 +0200, Matthias Kohrs
<Matthia...@gmx.de> wrote:

>Was issen ein Thayerventil?

Geh' mal nach

http://www.edwards-instruments.com/

und klick eins der AXIAL FLOW Instruments an. Edwards hat die Patente
für das Thayer Ventil und wenn mich nicht alles täuscht werden
sämtliche Thayer Ventile die irgendwo eingebaut werden von Edwards
hergestellt.

Andreas

Harald Schollmeyer

unread,
Sep 30, 2000, 3:00:00 AM9/30/00
to
Andreas Kemmer schrieb:

>> Wenn ich mich recht erinnere bist du doch eher Komponist, nicht wahr?
> Nein, woher hast du das denn?

Sorry, sorry - Verwechselung...momentan lese ich auch die
Klassik- und Kompositions-Newsgroups und dort postete Andreas Heck
bis vor kurzem, auf den das zutraf.

Mea culpa,
Harald

Radbert Grimmig

unread,
Sep 30, 2000, 3:00:00 AM9/30/00
to
Harald Schollmeyer <hsch...@gmx.net> schrieb:

>leichte Ansprache. Allerdings ist sie auch die schwerste Bassposaune
>die ich bisher in den Händen hatte. Man braucht wirklich ein paar
>Wochen Gewöhnung (Training) bis einem das hohe Gewicht nichts mehr
>ausmacht.

Liegt das nur an den Ventilen oder hast Du Dir einen extra-schweren
Becher oder derartiges anbauen lassen, wenn ich fragen darf? So etwas
ist ja derzeit wohl schwer im Schwange ...

Ich träume ja eigentlich von einem Zweit-Instrument mit nur einem
(Thayer-)Ventil zum Üben. Das sollte deutlich leichter sein. Auf Doug
Yeo's Website ist ja auch die Rede von richtigen orthopädischen
Problemen durch überschwere Bassposaunen. Wenn ich viel übe, bekomme
ich auch Schwierigkeiten.

Andreas Kemmer

unread,
Sep 30, 2000, 3:00:00 AM9/30/00
to
On Sat, 30 Sep 2000 01:34:52 +0200, Andreas Kemmer <ake...@web.de>
wrote:

>http://www.edwards-instruments.com/
>
>und klick eins der AXIAL FLOW Instruments an. Edwards hat die Patente
>für das Thayer Ventil und wenn mich nicht alles täuscht werden
>sämtliche Thayer Ventile die irgendwo eingebaut werden von Edwards
>hergestellt.

Sorry, das war wie ich heute erfahren habe leider falsch.

So ist es wohl richtig:

|:Thayerventile wurden von Ed Thayer in Oregon erfunden und von der Firma
|:Nydigger enterprices produziert.
|:Jim Nidigger ist heute alleiniger Inhaber der Patente, dachdem er den
|:Prozess gegen Ed Thayer gewonnen hat. Ed Thayer hatte zwar die erste
|:Idee zu diesem Ventil, aber die technische Umsetzung hat dann Nidigger
|:gemacht. Edwards d.h. Getzen hat eine Lizens erworben und lässt die
|:Ventile aber auch nur fertigen.

Andreas

Matthias Kohrs

unread,
Oct 1, 2000, 2:01:58 AM10/1/00
to
On Sat, 30 Sep 2000 01:34:52 +0200, Andreas Kemmer <ake...@web.de>
wrote:

>und klick eins der AXIAL FLOW Instruments an.

Habbich gemacht, aber sehen tut man da ja auch nicht viel.

CYA! Matthias

Franziska Meyer

unread,
Oct 1, 2000, 3:00:00 AM10/1/00
to
Hallo Harald

Am Thu, 28 Sep 2000 18:55:26 +0200 schrieb Harald Schollmeyer:

>Da du offensichtlich in der Schweiz wohnst - kennst du die Firma
>"Musik Haag" in Kreuzlingen, insbesondere Franz Monschau, der dort

>für Posaunen zuständig ist? Meine Bassposaune ist ein Monschau-Modell
>und ich bin sehr zufrieden damit. Man kann mit einem kleinen
>Schraubenzieher die gesamte Posaune auseinandernehmen um sie zu

>reinigen bzw. um die Ventile zu ölen (2 Thayer-Ventile).

>Das Instrument ist technisch hervorragend gebaut - kann ich nur
>empfehlen.

Und ob ich die Firma kenne - sie hat in Wil (mein Wohnort) eine
Zweigstelle - mein bevorzugter Laden :-)

Ich selbst spiele eine Yamaha-Posaune, die Haag-Tenorposaune
gefällt mir von Klang her weniger gut.

Gruss
Franziska
--
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.
--Joachim Ringelnatz

Radbert Grimmig

unread,
Oct 2, 2000, 1:49:46 AM10/2/00
to
Andreas Kemmer <ake...@web.de> schrieb:

>|:Thayerventile wurden von Ed Thayer in Oregon erfunden

und das ist wohl schon über 50 Jahre her
Und was ist mit den Hagmann-Ventilen, vgl. http://www.trombone.ch/ ?
Hat da wer Erfahrungen oder Meinungen?

Harald Schollmeyer

unread,
Oct 7, 2000, 3:00:00 AM10/7/00
to
Radbert Grimmig schrieb:

>> Allerdings ist sie auch die schwerste Bassposaune
>> die ich bisher in den Händen hatte.
> Liegt das nur an den Ventilen oder hast Du Dir einen extra-schweren
> Becher oder derartiges anbauen lassen, wenn ich fragen darf?

Ich denke, es liegt zum großen Teil an den Ventilen, die einfach
bauartbedingt mehr Metall benötigen als Drehventile. Aber auch die
übrige Ausführung spart nicht mit Metall, so z.B. bei den
Streben zwischen den Rohren oder bei den Schrauben, die das
Oberteil des Instrumentes zusammenhalten (und es erlauben, das
Instrument sehr einfach zu zerlegen).

Viele Grüsse,
Harald

(1 Woche Türkei, deswegen kommt die Antwort erst jetzt so spät...
Carmina-Burana-Aufführung im Amphitheater in Ephesus -
ein grossartiges Erlebnis!)

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