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Re: Bahn Comfort Reservierung!

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Lars P. Wolschner

unread,
Mar 29, 2005, 4:14:46 PM3/29/05
to
[Xpost & f'up2 de.alt.gblf]

Hans Bonfigt <bonfigt....@t-online.de>:

> Lars P. Wolschner:

>>> Sicherlich nicht ideal, aber besser als die Zustände in Köln
>>> oder Berlin allemal.
>>
>> Welche Zustände?
>
> Das Überschwingen des Sittenpendels.

Die Sitten sind nicht in Stein gemeißelt.

> Die Nazis hatten Zehtausende von Schwuchteln grausam gefoltert
> und ermordet, das hat aber den Gesetzgeber nicht daran
> gehindert, den Paragraph 175 bis ca. 1980 (!)
> aufrechtzuerhalten. Wie sich der in irgendeiner Weise mit
> Artikel 2 GG unter einen Hut bringen läßt, das möchte ich 'mal
> gerne wissen.

Immerhin hat man dieses Problem wenn auch unverzeihlich spät
bemerkt und behoben, nämlich erst 1994 durch Rot-Grün. Der deutsche
Konservativismus hält dagegen weiterhin an diesem Widerspruch fest.

> Heute dagegen, zumindest wenn man in Köln oder Berlin lebt,
> prangen überall Transparente "Andersrum ist nicht verkehrt", es
> werden "schwulenfreundliche Hotels" (mit eine Dose Vaseline auf
> dem Zimmer oder wie muß ich mir das vorstellen ?) gebaut, die
> "Homo-Ehe" wird eingeführt etc. pp..

Was geht die Allgemeinheit diese Ausstattung von Hotelzimmern oder
die "Homo-Ehe" (Verpartnerung) an? Du bist nicht gezwungen, Dich zu
verpartnern oder in einem "schwulen Hotel" zu nächtigen. Ich sehe
auch nicht ein, warum Vaseline nur in Hetero-Bordellen verfügbar
gemacht werden sollte.

Ich denke vor allem auch nicht, daß ein Staat die Sitten qua Gesetz
festschreiben sollte, insbesondere nicht, wenn er beim gegenwär-
tigen Wirtschaftssystem nur hilflos oder auch neoliberal mit den
Schultern zuckt. Ein Staat, dem das Überleben seiner Bürger
gleichgültig ist, sollte sie wenigstens nicht auch noch zum Beten
zwingen.

> Ein "Mittelding", also einen "normalen" Umgang mit Schwulen, der
> idealerweise gar keine Kenntnis von ihrer sexuellen Orientierung
> nimmt, ist mir bislang noch nicht untergekommen.

Du badest gerade Deine Hände darin. Wenn Du allerdings wirklich
einen normalen Umgang auch mit Schwulen pflegtest, sollte Dich
ein Anlehnen des Kopfes ebensowenig wie bei einem heterosexuellen
Paar stören.

CU
--
Lars P. Wolschner lars.wo...@nexgo.de
Bernardstraße 11b lars.wo...@gmx.de
D-63067 Offenbach am Main
Fon & Fax: +49 69 80068670 Mobil: +49 163 8122462 (eplus)

Thomas Weiner

unread,
Mar 30, 2005, 4:40:07 AM3/30/05
to

Lars P. Wolschner schrieb:


> [Xpost & f'up2 de.alt.gblf]
>
> Hans Bonfigt <bonfigt....@t-online.de>:

[...]


>>Die Nazis hatten Zehtausende von Schwuchteln grausam gefoltert
>>und ermordet, das hat aber den Gesetzgeber nicht daran
>>gehindert, den Paragraph 175 bis ca. 1980 (!)
>>aufrechtzuerhalten. Wie sich der in irgendeiner Weise mit
>>Artikel 2 GG unter einen Hut bringen läßt, das möchte ich 'mal
>>gerne wissen.
>
>
> Immerhin hat man dieses Problem wenn auch unverzeihlich spät
> bemerkt und behoben, nämlich erst 1994 durch Rot-Grün.

Durch Schwarz-Gelb, und der Hintergrund war wohl weniger späte Einsicht
als die Anpassung der rechtlichen Stuation an das durch die Vereinigung
für die neuen Bundesländer übernommene DDR-Recht.

Grüße,
Thomas

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