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Re: Sexuelle Ausrichtung eines Therapeuten

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Ingo Leschnewsky

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Apr 16, 2005, 9:02:30 AM4/16/05
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Hallo Tom!

tom...@gmx.de schrieb am 16.04.05 12:40:

> Angenommen, jemand sucht psychotherapeutische Beratung in den
> Fragestellungen "Sexuelle Identität" und "Bindungsfähigkeit".
>
> Wie beurteilt ihr die Frage nach der sexuellen Ausrichtung des
> Therapeuten? Also, ist es von Bedeutung, ob ein Therapeut Hetero oder
> Schwul ist, wenn des darum geht, daß der Klient möglicherweise in
> einem Problemfeld steckt, das damit zu tun hat?

Nein, das sollte nicht von Bedeutung sein. Ebensowenig, wie es von
Bedeutung ist, ob der Chirurg, der Deinen Blinddarm operiert, selbst
bereits an diesem erkrankt war.

Gruß,
Ingo

Volker Darkon Riehl

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Apr 16, 2005, 10:53:14 AM4/16/05
to
<tom...@gmx.de> wrote:


> Wie beurteilt ihr die Frage nach der sexuellen Ausrichtung des
> Therapeuten?

Wenn ich mit ihm in die Kiste will ist sie mir wichtig....

Aber für die Therapie selber eigentlich nicht, ein Therapeut der sein
Handwerk versteht, sollte auch ohne eigene Erfahrung therapieren können.

Wobei ich es mir unter Umständen sogar als negtiv vorstellen kann, einen
Therapeuten zu haben, bei dem Gefahr besteht ihn in der Szene zu
treffen.


Volker aka darkon
--
(. .) "Weißt du, es gibt soviele verschiedene
( Y ) Lebewesen auf dieser Welt, und sie alle
(:)x(:) sind auf ihre Art wichtig und wertvoll."
(O)-(O) - Kermit der Frosch

Hannah Schroeter

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Apr 17, 2005, 5:40:45 AM4/17/05
to
Hallo!

<tom...@gmx.de> wrote:
>Da nun gerade eine Anmerkung kam, daß hier so wenig los sei, will ich
>es mal mit einer Frage versuchen.

Gute Idee.

>Angenommen, jemand sucht psychotherapeutische Beratung in den
>Fragestellungen "Sexuelle Identität" und "Bindungsfähigkeit".

Also meinst Du Bindungsfähigkeit speziell in bezug auf sexuelle/
romantische Beziehungen oder allgemeiner, also z.B. auch auf
freundschaftliche Bindungen?

>Wie beurteilt ihr die Frage nach der sexuellen Ausrichtung des

>Therapeuten? Also, ist es von Bedeutung, ob ein Therapeut Hetero oder
>Schwul ist, wenn des darum geht, daß der Klient möglicherweise in
>einem Problemfeld steckt, das damit zu tun hat?

Ich würde mal das nichtssagende "kommt darauf an" als Antwort annehmen.

Sprich ich denke für viele Klienten wird es eine Rolle spielen als
ein Faktor unter mehreren. Aber ich denke nicht, daß es für alle Klienten
eine wichtige Rolle spielen *muß*.

Aber ganz klar, als Klient hat man das Recht, sich eine/n Therapeuten/-in
nach dem auszusuchen, was einem wichtig ist. Und gerade wenn es um
sexuelle Identität (meinst Du damit eher die eigene Geschlechtsidentität,
oder die Orientierung oder noch andere Aspekte von Sexualität, z.B.
vanilla/dom/sub/...?) geht, ist es durchaus verständlich, wenn da auch
diese Aspekte in der Person der/des Therapeuten/in wichtig sind.

Ganz unterm Strich ist's wohl so, daß wohl der wichtigste Prädiktor
für einen Therapieerfolg wohl die Qualität der therapeutischen Beziehung
ist.

Gruß und wem auch immer viel Erfolg,

Hannah.

Hannah Schroeter

unread,
Apr 17, 2005, 5:44:07 AM4/17/05
to
Hallo!

Volker "Darkon" Riehl <dar...@gmx.de> wrote:
><tom...@gmx.de> wrote:

>> Wie beurteilt ihr die Frage nach der sexuellen Ausrichtung des
>> Therapeuten?

>Wenn ich mit ihm in die Kiste will ist sie mir wichtig....

>Aber für die Therapie selber eigentlich nicht, ein Therapeut der sein
>Handwerk versteht, sollte auch ohne eigene Erfahrung therapieren können.

I beg to disagree.

Bei einer Therapie kommt es sehr auf die persönliche Beziehung zwischen
Th. und Klient an. Da ist es legitim, wenn ein Klient z.B. nur bei ner
Frau/nur bei nem Mann/nur bei einer/einem Hetero etc. will.

Das ist ja was anderes als wenn ein Handwerker bei mir den Ofen richtet
oder ein Chirurg was eher "technisches" (im Vergleich zu einer Therapie)
bei mir macht.

Heißt aber nicht, daß jede Lesbe nur bei ner Lesbe an ihrer
Sexualität arbeiten kann, aber für *manche* kann es relevant sein,
und dann ist das auch legitim.

>Wobei ich es mir unter Umständen sogar als negtiv vorstellen kann, einen
>Therapeuten zu haben, bei dem Gefahr besteht ihn in der Szene zu
>treffen.

Das ist richtig und müßte ggf. geklärt werden.

>Volker aka darkon

Gruß,

Hannah.

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Susanne Schmid

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Apr 17, 2005, 8:32:27 AM4/17/05
to
Hallo,

tom...@gmx.de schrieb:
> In einem Erstberatungsgespräch mit einem (heterosexuellen) Therapeuten
> stellte dieser die Frage, ob sich der Klient über diese Thematik
> möglicherweise mit einem schwulen Therapeuten auseinandersetzen
> möchte, der hinsichtlich der CO-Problematik und sexuellen Variationen
> der Gleichgeschlechtlichkeit möglicherweise einfach einen größeren
> persönlichen Erfahrungshorizont hat.

Ungefähr genauso hätte ich das jetzt auch gesagt (nur vielleicht nicht
so hübsch formuliert ;-) ). Wobei der Therapeut IMHO nicht zwangsläufig
schwul sein muß, aber er sollte auf jeden Fall möglichst viel Erfahrung
in der Arbeit mit Schwulen haben.


>>für einen Therapieerfolg wohl die Qualität der therapeutischen Beziehung
>>ist.
>
>

> Und woran erkenne man die?

Daran, daß man sich verstanden und mit jedem Blödsinn akzeptiert fühlt?
(Langfristig natürlich daran, daß man das Problem für sich abhaken und
weiterleben kann.)

Gruß
Susanne

Ingo Leschnewsky

unread,
Apr 17, 2005, 10:08:11 AM4/17/05
to
Hallo Tom!

tom...@gmx.de schrieb am 17.04.05 11:56:

> Hmm, aber wie soll ein Klient das beurteilen? Zur Probe mit zwei
> Therapeuten anzufangen und dann entscheiden, was besser läuft ist ja
> auch keine Lösung...

Wieso denn nicht? Schließlich stehen einem Patienten zu Beginn einer
Therapie fünf Therapiestunden zum "Kennenlernen" zur Verfügung.
Innerhalb dieser Phase kann er die Therapie jederzeit - auch ohne
weitere Begründung! - abbrechen, ohne daß ihm die Krankenkasse deswegen
die (prinzipiell vorher bewilligten) Mittel kürzen oder streichen darf.

> Es geht, so wie ich das beurteilen kann, um die Frage, die sexuelle
> Ausrichtung zunächst mal zu identifizieren (es ist etwas komplizierter
> als "Nur" die Frage ob Hetero, gay oder bi, und selbst das ist ja
> nicht immer ganz einfach), dann die innere Akzeptanz derselben
> herzustellen und letztlich dann diese Erkenntnis in Übereinstimmung
> mit der eigenen LEbensvision zu bringen.

Wobei ich mich allerdings frage, was ihm das Identifizieren eigentlich
bringen soll. Er wird seine sexuelle Ausrichtung so oder so akzeptieren
müssen, egal wie die nun ist oder wie er sie bezeichnen wird.

> In einem Erstberatungsgespräch mit einem (heterosexuellen) Therapeuten
> stellte dieser die Frage, ob sich der Klient über diese Thematik
> möglicherweise mit einem schwulen Therapeuten auseinandersetzen
> möchte, der hinsichtlich der CO-Problematik und sexuellen Variationen
> der Gleichgeschlechtlichkeit möglicherweise einfach einen größeren
> persönlichen Erfahrungshorizont hat.
>

> Und genau diese Frage steht unbeantwortet im Raum.

Die kann aber auch nur der Patient beantworten.

>>für einen Therapieerfolg wohl die Qualität der therapeutischen Beziehung
>>ist.
>

> Und woran erkenne man die?

Das ist eine Sache des subjektiven Gefühls des Patienten - wenn dieses
Gefühl nicht gut ist, dann sollte er sich lieber 'nen anderen
Therapeuten suchen.

Gruß,
Ingo

Volker Darkon Riehl

unread,
Apr 17, 2005, 11:39:15 AM4/17/05
to
Hannah Schroeter <han...@schlund.de> wrote:


> >Aber für die Therapie selber eigentlich nicht, ein Therapeut der sein
> >Handwerk versteht, sollte auch ohne eigene Erfahrung therapieren können.
>
> I beg to disagree.
>
> Bei einer Therapie kommt es sehr auf die persönliche Beziehung zwischen
> Th. und Klient an. Da ist es legitim, wenn ein Klient z.B. nur bei ner
> Frau/nur bei nem Mann/nur bei einer/einem Hetero etc. will.

Natürlich ist das legitim das zu wollen.
Aber deswegen ist es noch lange nicht notwendig.


Der OP hat gefragt ob die sexuelle Ausrichtung des Therapeuten von
Bedeutung ist.
Und das verneine ich, wesentlich stärker ist die Bedeutung ob man als
Patient zu diesem Therapeuten ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann.

Wenn ein Patient nun meint aus Prinzip nur von homo- oder bisexuellen
Therapeuten behandelt werden zu wollen ist das vollkommen OK.
Aber ich sehe da eine ziemliche Gefahr, daß der Patient sich damit
keinen Gefallen tut. Denn IMHO ist es auch sinnvoll wenn der Therapeut
die Situation mit etwas mehr Abstand "betrachten" kann und die
Problematik unvoreingenommen betrachtet.

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Ingo Leschnewsky

unread,
Apr 17, 2005, 3:13:16 PM4/17/05
to
Hallo Tom!

tom...@gmx.de schrieb am 17.04.05 21:07:

> das Problem an dieser Antwort ist:
> Ob eine Methode zum Ziel führt oder nicht merkt man, wenn man das Ziel
> erreicht hat. Damit wäre jeder Zufallsgenerator ein effektives
> Navigationsgerät...

Nein, denn er kann nicht entscheiden, ob ein Ziel erreicht wurde.

Gruß,
Ingo

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Susanne Schmid

unread,
Apr 17, 2005, 3:53:24 PM4/17/05
to

Hallo,

tom...@gmx.de schrieb:


>>(Langfristig natürlich daran, daß man das Problem für sich abhaken und
>>weiterleben kann.)
>
>

> das Problem an dieser Antwort ist:
> Ob eine Methode zum Ziel führt oder nicht merkt man, wenn man das Ziel
> erreicht hat.

Das Problem ist nicht die Antwort, das Problem ist nun mal die Methode
"Therapie". Man hat keine Garantie, daß "es" funktionieren wird. Man hat
nur ein gutes oder schlechtes Gefühl, und wenn man von Anfang an ein
schlechtes hat, sollte man sich besser noch mal woanders umsehen.
Wenn es um (u.a.) die Frage "schwul oder nicht" geht, kann man ja
vielleicht Adressen von möglicherweise geeigneten Therapeuten von
Schulenreferaten an der Uni (falls eine vor Ort ist) oder Aidshilfen
oder solchen Anlaufadressen erfahren.

Gruß
Susanne

Susanne Schmid

unread,
Apr 17, 2005, 4:11:22 PM4/17/05
to
Hallo,

tom...@gmx.de schrieb:

> Ist dieses "Therepeuten"-Hopping denn wirklich eine pragmatische
> Lösung? Gibt es jemanden, der das praktiziert hat?

Das Aussuchen eines Therapeuten würde ich nicht als Therapeuten-Hopping
bezeichnen. Wer Schuhe kaufen will, probiert auch mehrere an, bis er
welche hat, die ihm wirklich passen ;-)


> Diese Antwort finde ich noch am hilfreichsten - sehe aber das Problem,
> daß Dinge wie "Gut" oder "nicht gut" relativ sind, zur Bildung einer
> Relation aber eben die Meßpunkte fehlen. Und: Nicht alles, was sich
> nicht gut anfühlt, ist therapeutisch schlecht. Man denke nur an einen
> Zahnarzt....

Ein Therapeut ist aber kein Zahnarzt, und wenn er gut ist, weiß er, daß
er am Anfang nicht "bohren" kann ;-) Das gehört zu seinem Job, ein
Vertrauensverhältnis aufzubauen. Wenn *das* für den Klienten
gefühlsmäßig nicht absehbar ist, dann muß er sich weiter umgucken. Das
ist sein gutes Recht, und das sollte er auch tun, auch wenn es lästig ist.


> Aber ich sehe schon, welchen Rat ich geben werde - auch wenn es
> unbefriedigend ist, scheint "try and error" die einzige Methode der
> Therapeutenauswahl zu sein.

Stimmt. Mit möglichst viel Vorinformation, Empfehlungen von anderen usw.

Gruß
Susanne

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Susanne Schmid

unread,
Apr 17, 2005, 5:18:51 PM4/17/05
to
Hallo,

tom...@gmx.de schrieb:
> Aber wenn ich z.b. Schuhgröße 45 habe, probiere ich eben auch nur
> Schuhe in dieser Größe und nicht willkürlich alle Paare aller Größen,
> die ich im Laden finde.

Das kann ich natürlich nicht so stehen lassen! ;-)
Von Willkür war ja nicht die Rede - sondern davon, sich vorher schon mal
umzuhorchen nach Empfehlungen, Erfahrungen usw.


> :-) aber danke: ICh denke, damit komm ich erstmal weiter.

Viel Glück dabei! :-)

Gruß
Susanne

Ingo Leschnewsky

unread,
Apr 18, 2005, 2:35:57 AM4/18/05
to
Hallo Tom!

tom...@gmx.de schrieb am 17.04.05 21:27:

>>Innerhalb dieser Phase kann er die Therapie jederzeit - auch ohne
>>weitere Begründung! - abbrechen, ohne daß ihm die Krankenkasse deswegen
>>die (prinzipiell vorher bewilligten) Mittel kürzen oder streichen darf.
>

> Ist dieses "Therepeuten"-Hopping denn wirklich eine pragmatische
> Lösung? Gibt es jemanden, der das praktiziert hat?

Ich hatte Glück. Und von anderen weiß ich es nicht. Aber bevor ich
riskiere, daß die Therapie wegen fehlender "Kompatibilität" mit dem
Therapeuten wirkungslos bleibt, würde ich lieber wechseln.

>>Wobei ich mich allerdings frage, was ihm das Identifizieren eigentlich
>>bringen soll. Er wird seine sexuelle Ausrichtung so oder so akzeptieren
>>müssen, egal wie die nun ist oder wie er sie bezeichnen wird.
>

> Da springst du zu kurz. Ich sagte bereits: es geht eben möglicherweise
> nicht "nur" um die Frage "schwul oder nicht". Spätestens wenn
> strafrechtliche Sachverhalte berührt werden ist es mit dem "das muß er
> eben akzeptieren" vorbei, es sei denn, du würdest einen kriminellen
> Lebenswandel als einen Preis bezeichnen, den man eben bezahlen muß, um
> seine Sexualität ausleben zu können. Das würde ich im Zweifelsfall
> aber anders sehen.

Ich auch. Der Preis, den er - im Fall, daß ihm nicht zu helfen wäre -
akzeptieren müßte, wäre dann wohl eher ein Leben im Gefängnis oder in
der geschlossenen Psychiatrie.

> Ich will mal versuchen, daß Dilemma deutlich zu machen, um das es
> geht. Angenommen, die Frage wäre: "Soll ich eher eine TIschlerlehre
> oder eine Banklehre machen?" Natürlich kann der angehende Azubi diese
> Frage nur für sich selbt beantworten - aber wenn er in seinem Leben
> nun noch nie eine Bank oder eine Tischlerei gesehen hat - wie soll er
> dann eie fundierte Antwort auf die Frage finden?

Ausprobieren.

> Wenn du diese Frage beantwortest, dann bitte anhand des
> Therapeutensachverhalts.

Ausprobieren. Und wenn es nicht auf Anhieb das Richtige sein sollte,
dann weiter ausprobieren.

>>Das ist eine Sache des subjektiven Gefühls des Patienten - wenn dieses
>>Gefühl nicht gut ist, dann sollte er sich lieber 'nen anderen
>>Therapeuten suchen.
>

> Diese Antwort finde ich noch am hilfreichsten - sehe aber das Problem,
> daß Dinge wie "Gut" oder "nicht gut" relativ sind, zur Bildung einer
> Relation aber eben die Meßpunkte fehlen. Und: Nicht alles, was sich
> nicht gut anfühlt, ist therapeutisch schlecht. Man denke nur an einen
> Zahnarzt....

Ich habe gerade in einer anderen Newsgroup zum Thema Psychotherapie
geschrieben, daß es mit dem Therapeuten eigentlich ähnlich ist wie mit
dem Zahnarzt: Erst wenn der Leidensdruck groß genug ist, wird man hingehen.

> Aber ich sehe schon, welchen Rat ich geben werde - auch wenn es
> unbefriedigend ist, scheint "try and error" die einzige Methode der
> Therapeutenauswahl zu sein.

Exakt.

Gruß,
Ingo

Reinhard Schilmöller

unread,
Apr 19, 2005, 5:19:10 PM4/19/05
to
On Sun, 17 Apr 2005, Ingo Leschnewsky wrote:

> [...] Schließlich stehen einem Patienten zu Beginn einer


> Therapie fünf Therapiestunden zum "Kennenlernen" zur Verfügung.
> Innerhalb dieser Phase kann er die Therapie jederzeit - auch ohne
> weitere Begründung! - abbrechen, ohne daß ihm die Krankenkasse deswegen
> die (prinzipiell vorher bewilligten) Mittel kürzen oder streichen darf.

Interessehalber: Wie bekommt man bei Bedarf so etwas bewilligt? Ich meine,
kann man da einfach bei einem Psychotherapeuten seiner Wahl anrufen und
einen Termin vereinbaren, braucht man eine Überweisung vom Hausarzt, oder
muss man gar zuerst bei der Krankenkasse etwas beantragen?

Ingo Leschnewsky

unread,
Apr 19, 2005, 5:54:10 PM4/19/05
to
Hallo Reinhard!

Reinhard Schilmöller schrieb am 19.04.05 23:19:

> Interessehalber: Wie bekommt man bei Bedarf so etwas bewilligt? Ich meine,
> kann man da einfach bei einem Psychotherapeuten seiner Wahl anrufen und
> einen Termin vereinbaren, braucht man eine Überweisung vom Hausarzt, oder
> muss man gar zuerst bei der Krankenkasse etwas beantragen?

Die Gesetzeslage hat sich ein wenig geändert, seit ich meine
Psychotherapie gemacht habe.

Genauere Auskünfte über die aktuelle Vorgehensweise sollte einem aber
außer jedem Psychotherapeuten auch der Hausarzt und vor allem die
jeweilige Krankenkasse geben können.

Gruß,
Ingo

Martin Kuras

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Apr 21, 2005, 6:53:41 PM4/21/05
to
tom...@gmx.de wrote:

> [..]


> Und: Nicht alles, was sich nicht gut anfühlt, ist therapeutisch schlecht.

Sieh an.... auf das wesentliche heruntergebrochen stehst Du also
vor dem Problem, als ("parteiischer"(?)) Laie und noch dazu im Vorfeld
die Arbeit eines Profis beurteilen zu müssen/wollen?
Angesichts der offensichtlichen Aussichtslosigkeit eines solchen
Unterfangens, kann die Frage ja letztlich nur auf die Unterstützung
einer, möglicherweise durchaus hilfreichen, gezielten
Selbstillusionierung hinauslaufen, oder?
Denn Dir ist mit Sicherheit klar, dass es allgemeinen Aussagen
immanent ist, gerade _nichts_ konkretes über spezifische Einzelfälle
auszusagen.

Ansonsten macht eine Schwalbe noch keinen Sommer und was man nicht
weiß, Einen nicht heiß.

Gruß Martin


--
Intoleranz wird hier nicht toleriert!

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Susanne Schmid

unread,
May 22, 2005, 3:46:01 AM5/22/05
to
Hallo, Hannah,

Man hat
>>nur ein gutes oder schlechtes Gefühl, und wenn man von Anfang an ein
>>schlechtes hat, sollte man sich besser noch mal woanders umsehen.
>
>

> Je nachdem. Es kann sich ja auch um so Krisen halten, wie ich sie
> in dem anderen Posting von gerade eben beschrieben habe. Und da habe
> ich letztlich davon profitiert, doch nicht zu schnell dem Wunsch nach
> Therapeutenwechsel nachgegeben zu haben, sondern das anzugehen.

Ich stimme dir zu, soweit es um eine Krise in einer schon laufenden und
auch erstmal "funktionierenden" Therapie geht; da es aber ursprünglich
um das Aussuchen eines Therapeuten/einer Therapeutin ging, meinte ich
keine Krise, sondern das Gefühl gleich am Anfang: "wenn man von Anfang

an ein schlechtes hat, sollte man sich besser noch mal woanders umsehen."

Gruß
Susanne

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