Die folgende Story hat unsere damalige Deutschlehrerin mal erzählt, sie
klingt stark nach UL. Erzählt wurde die Story Ende der 80er, passiert sein
soll das ganze irgendwann in den70ern.
Also, die Lehrerin hatte damals in den 70ern einen Freund der beim Bund
seinen Wehrdienst ableisten musste. An Wochenende durfte er oft nach Hause,
aber in der Woche musste er in die Kaserne.
Nun hatte er eines Sonntags keinen Bock auf Bund und überlegte sich, wie er
ein verlängertes Wochenende herausschinden könnte. Da fiel ihm ein
medizinischer Ratgeber in die Hände und er hatte eine Idee: Er würde eine
Blinddarmreizung simulieren. Man würde ihn dann kurz ins Krankenhaus
einliefern, alles checken, feststellen dass der Blinddarm nicht entzündet
sondern wohl nur gereizt ist und dann dürfte er wieder nach Hause, so der
Plan.
Also hat er die Symptome studiert und dann Sonntags mittags den Notarzt
angerufen und dem die typischen Schmerzen geschildert. Seine Freundin war
natürlich eingeweiht, aber tat entsprechend besorgt. Der Notarzt
überprüfte die Symptome und ließ ihn mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus
bringen. Nach einigen Stunden wunderte sich die Freundin dass sich ihr
Freund nicht aus der Klinik gemeldet hatte. Sie fuhr hin und da sagte man
ihr, dass man ihrem Freund gerade in einer Not-Operation den Blinddarm
entferne.
Was war passiert?
Man hatte bei dem Freund eine Blutuntersuchung gemacht und eine erhöhte
Anzahl weißer (?) Blutkörperchen festgestellt, was auf einen
Entzündungsherd hindeutete. Zusammen mit den (simulierten) Schmerzen
schritt man zur Tat und nahm den Blinddarm raus. Später zeigte sich dann,
dass er einen Eiterherd an einem Zahn hatte, der das Blutbild entsprechend
verfälscht hatte...
Kennt jemand die Story so ähnlich?
Scheint mir schon eine UL zu sein, weil die typischen Motive vorkommen:
- Person will besonders clever sein und ist am Schluß der Dumme
- Moral: Immer ehrlich bleiben, sonst droht Schlimmes, immerhin hatte er
nachher nicht nur den Blinddarm weg sondern auch noch einen eitrigen Zahn
...und daß eine Lehrerein so was kurz vor dem Abi erzählt (Wink mit dem
Zaunpfahl was mit Simulanten geschehen kann) scheint mir auch auf UL
hinzudeuten, oder?
Andererseits scheint die Geschichte von den Fakten her glaubhaft (wenn man
bedenkt dass die Diagnostik in der 70ern wahrscheinlich noch nicht so weit
war wie heute).
Grüße,
Frank
Hallo Frank,
Wieso UL?
Auf diese Weise hat mein alter Herr Anfang der 60er (als er beim Bund war)
verloren. War noch vor der Eheschliessung mit meiner Mutter. Meine Oma
vergass natuerlich eine Mitteilung an die Einheit, worauf der Spiess ein Dienst-
telegramm auf den Weg schickte. (Fuer meine Oma, die ihren Mann im Krieg
verloren hatte, war das fast so schlimm, wie wenn die Feldjaeger da gewesen
waeren.)
Scherz am Rande: Als mein Vater nach 10(!) Tagen beim Stationsarzt anfragte,
wann er denn wieder nach Hause duerfe, bekam er zu Antwort: "Vor 10 Tagen
haben Sie uns verar..., jetzt sehn sie mal, was dabei rauskommen kann."
Mit 14 Tagen Krankenhaus war er dann aber auch restlos geheilt. Der simuliert
nie wieder.
Gruesse
Juergen
Frank Hucklenbroich schrieb am Fri, 16 May 2003 15:36:27 +0200:
>Sie fuhr hin und da sagte man
>ihr, dass man ihrem Freund gerade in einer Not-Operation den Blinddarm
>entferne.
...
>Kennt jemand die Story so ähnlich?
Das kann man wohl sagen, meine Mutter hat ihren Blinddarm auf dieselbe Art
und Weise 'verloren'. ;-)
>Andererseits scheint die Geschichte von den Fakten her glaubhaft (wenn man
>bedenkt dass die Diagnostik in der 70ern wahrscheinlich noch nicht so weit
>war wie heute).
Japp - vor allem ist mit Blinddarm nicht zu spaßen, da wollten sie damals
wohl kein Risiko eingehen.
Grüßli,
Codi
--
Alles hat Grenzen, nur die Dummheit ist unendlich.
> Kennt jemand die Story so ähnlich?
Wer darauf wahrheitsgemäß antwortet, macht sich strafbar.
Langt das?
Gruß,
Markus
eine ähnliche ist mir mal zu Ohren gekommen:
Der Bekannte eines Freundes, dessen [...] Kumpel hat bei der Musterung
bei der Urinprobe erstmal den Becher normal gefüllt und sich
anschließend mit einer Nadel in den Finger gestochen und dem Ganzen
noch ein paar Tropfen Blut hinzugefügt. Natürlich wollte er damit
einen auf "Untauglich" machen. Hat aber nicht so ganz geklappt,
stattdessen hat er sich eine Blasenspiegelung eingehandelt. Diese
würde ähnlich vollzogen, wie wenn man einen Katheter gelegt bekomme
(ebenfalls UL?).
> Zusammen mit den (simulierten) Schmerzen
> schritt man zur Tat und nahm den Blinddarm raus.
AFAIK braucht es vor jeder OP eine schriftliche Einverständniserklärung
des Patienten. Oder ging sein Possenspiel so weit, dass besagte Person
sogar eine echte Ohnmacht simulierte, und statt seiner die (natürlich
nicht eingeweihten) Anverwandten dem Entfernen des Appendix zustimmen
mussten? :-)
Alles was recht ist, aber für mich klingt das schon stark nach UL.
Grüße, Klaus
>> Kennt jemand die Story so ähnlich?
>
>Wer darauf wahrheitsgemäß antwortet, macht sich strafbar.
>
>Langt das?
Ich kannte die Story bisher nicht und auch nicht so aehnlich. Und das
ist die Wahrheit.
Chris 'werde ich nun verhaftet?' tian
--
Christian Holpert - chri...@holpert.de
Internet kostenlos mit XXL, Einwahlnummern und eine FAQ dazu:
http://www.internet-ortstarif.de
> Chris 'werde ich nun verhaftet?' tian
Halt dich in den nächsten Tagen von schwarzen Kleinbussen fern.
Umgeh sie am besten in nördlicher Richt\~..&$%2362 CONNECTION LOST
>anschließend mit einer Nadel in den Finger gestochen und dem Ganzen
>noch ein paar Tropfen Blut hinzugefügt. Natürlich wollte er damit
Duemmer gehts nimmer
>stattdessen hat er sich eine Blasenspiegelung eingehandelt. Diese
>würde ähnlich vollzogen, wie wenn man einen Katheter gelegt bekomme
>(ebenfalls UL?).
Wie sonst will man in die Blase und die dort vermuteten Verletzungen
suchen?
Lutz
--
Lutz ist ein alter indianischer Name und heisst soviel wie:
"Der, der sich auf die naechste Olympiade freut"
(4) (0)
> stattdessen hat er sich eine Blasenspiegelung eingehandelt. Diese
> würde ähnlich vollzogen, wie wenn man einen Katheter gelegt bekomme
> (ebenfalls UL?).
Ich halte es für eine UL, daß bei Blutspuren im Urin gleich eine
Blasenspiegelung dräut. Bei einer gepflegten Blasenentzündung ist schon
mal Blut im Urin (oder es kommt Blut statt...).
Gruß
Renata
--
Hat sich die Katze in Ihrer Hand festgebissen,
läßt sie sich unter fließend Wasser leicht entfernen.
> Georg Hack <u...@despammed.com> wrote:
>
> > stattdessen hat er sich eine Blasenspiegelung eingehandelt. Diese
> > würde ähnlich vollzogen, wie wenn man einen Katheter gelegt bekomme
> > (ebenfalls UL?).
>
> Ich halte es für eine UL, daß bei Blutspuren im Urin gleich eine
> Blasenspiegelung dräut. Bei einer gepflegten Blasenentzündung ist schon
> mal Blut im Urin (oder es kommt Blut statt...).
Es droht eine genaue Nachuntersuchung und Ueberweisung zum Urologen. In
meinem Fall wollte ich schnell wieder abhauen und hab den Arzt darauf
hingewiesen, dass ich aktuell beim Urologen in Behandlung bin, und er
sich die Unterlagen von da kommen lassen soll.
mfg
Bernd
--
"Es besteht die Möglichkeit, daß Computer einmal
weniger als 1,5 Tonnen wiegen werden."
("Popular Mechanics", 1949)
Ina
Ach komm, wenn's schon verjährt ist?! Wie man am Ausgang der Geschicht (und
einigen anderen postings) sieht lohnt sich diese Art des Simulierens wohl
definitiv nicht.
Aber ich finde schon lustig daß noch mehrere hier in daful die Geschichte
nicht nur kennen, sondern teilweise im engsten Familienkreis miterlebt
haben. War vielleicht in den 60ern/70ern mal "in" ;-)
Grüße,
Frank
[Simulierte Blinddarmentzündung]
> Scheint mir schon eine UL zu sein, weil die typischen Motive
> vorkommen: - Person will besonders clever sein und ist am Schluß
> der Dumme - Moral: Immer ehrlich bleiben, sonst droht Schlimmes,
> immerhin hatte er nachher nicht nur den Blinddarm weg sondern auch
> noch einen eitrigen Zahn
>
> ...und daß eine Lehrerein so was kurz vor dem Abi erzählt (Wink
> mit dem Zaunpfahl was mit Simulanten geschehen kann) scheint mir
> auch auf UL hinzudeuten, oder?
Was passieren kann, wenn man die Abiklausur mitschreibt, obwohl man
sich krank fühlt, hat jemand aus meinem Jahrgang erleben müssen. Er
hat während der Klausur einen Blinddarmdurchbruch erlitten und wurde
natürlich sofort ins Krankenhaus eingeliefert, die Klausur (Mathe LK)
wurde aber trotzdem gewertet.
Daniel
--
"Es gibt keine bedeutenden Fehler in unseren Programmen, die eine
nennenswerte Anzahl von Benutzern behoben haben möchte."
Bill Gates im "Focus" 43/95
Das halte ich dann doch fuer eine Art UL.
Wenn man mitten in der Klausur Nasenbulten kriegt, dann wird die Klausur
ja auch nicht gewertet, denn der Tatbestand trat ja nach dem Fragen, ob
sich alle gesund fuehlen ein. Wenn natuerlich Anzeichen vorliegen, dass da
was im Busch ist, waere man natuerlich selbst bloed, wenn man sagt, dass
man sich schon krank gefuehlt hat. Oder was ist mit Ohnmachtsanfaellen -
verboten? Allergischer Schock - eben Pech gehabt? So kanns ja wohl nicht
laufen.
Tippe mal eher, dass Dein Kumpel keine Lust hatte, noch einmal fuer Mathe
zu lernen und die Lehrer ihm angeboten haben, die bis dahin geleistet
Arbeit zu extrapolieren.
Gruesse
Alex
--
E-Mail: alex...@gmx.de
Rest per Mail.
> Daniel Srostlik <dani...@gmx.de> wrote:
>> Was passieren kann, wenn man die Abiklausur mitschreibt, obwohl
>> man sich krank fühlt, hat jemand aus meinem Jahrgang erleben
>> müssen. Er hat während der Klausur einen Blinddarmdurchbruch
>> erlitten und wurde natürlich sofort ins Krankenhaus eingeliefert,
>> die Klausur (Mathe LK) wurde aber trotzdem gewertet.
>
> Das halte ich dann doch fuer eine Art UL.
Es ist aber keine.
> Wenn man mitten in der Klausur Nasenbulten kriegt, dann wird die
> Klausur ja auch nicht gewertet, denn der Tatbestand trat ja nach
> dem Fragen, ob sich alle gesund fuehlen ein.
Hast Du ne Ahnung.
> Wenn natuerlich Anzeichen vorliegen, dass da was im Busch ist,
> waere man natuerlich selbst bloed, wenn man sagt, dass man sich
> schon krank gefuehlt hat.
Er hat sich schlecht gefühlt, hat es aber auf die Aufregung vor der 1.
Abiklausur geschoben.
> Oder was ist mit Ohnmachtsanfaellen - verboten?
Nö, Pech gehabt.
> Allergischer Schock - eben Pech gehabt? So kanns ja wohl nicht
> laufen.
Doch.
> Tippe mal eher, dass Dein Kumpel keine Lust hatte, noch einmal
> fuer Mathe zu lernen
Er hat alles versucht, damit er die Klausur wiederholen darf.
> und die Lehrer ihm angeboten haben, die bis dahin geleistet Arbeit
> zu extrapolieren.
Du scherzt! Da wird nichts extrapoliert. Die Klausur wurde so wie sie
da stand gewertet und er konnte seine Note nur durch die mündliche
Nachprüfung nach oben bringen.
Daniel
--
"As Always, it's considered good practice to temporarily disable
any virus detection software prior to installing new software."
Netscape
> Er hat alles versucht, damit er die Klausur wiederholen darf.
DAnn hat er dir Unsinn erzählt. Abiturprüfungsverordnung Meck-Pomm:
§25 "Ein Prüfling, der infolge Krankheit oder sonstiger von ihm nicht zu
vertretender Umstände an der Abiturprüfung in einzelnen oder allen
Fächern oder an einzelnen Prüfungsteilen nicht teilnimmt, hat die Gründe
unverzüglich mitzuteilen und glaubhaft zu machen. Im Falle einer
Erkrankung hat er ein amtsärztliches Attest vorzulegen. Er kann die
nicht abgelegten Prüfungsteile nachholen."
Identisches oder sehr ähnliches steht auch in den anderen
Landesverordnungen, die ich ergoogelt habe...
Gruß Sevo
Nun - das ist ja auslegungsbeduerftig.
Aber ich meine, dass bei einem so klaren Anzeichen von "Unschuld", immer
fuer den Schueler ge"urteilt" werden muss.
Vielleicht wollte er die Sache mit der Note runterspielen - oder hast Du
(der OP) das quasi aus erster Hand (im Sinne: In der Pruefung drin
gesessen, als das passiert ist, oder zumindest gesehen, dass der Notarzt
kam und _er_ in das Auto geschoben wurde)?
> Daniel Srostlik wrote:
>
>> Er hat alles versucht, damit er die Klausur wiederholen darf.
>
> DAnn hat er dir Unsinn erzählt.
Ich habe die schriftliche Ablehnung gesehen. Desweiteren ist mir meine
Zeit zu schade, darüber zu diskutieren.
> Abiturprüfungsverordnung
> Meck-Pomm:
>
> §25 "Ein Prüfling, der infolge Krankheit oder sonstiger von ihm
> nicht zu vertretender Umstände an der Abiturprüfung in einzelnen
> oder allen Fächern oder an einzelnen Prüfungsteilen nicht
> teilnimmt,
Er hat aber an dem Prüfungsteil teilgenommen.
Für mich ist hier EOD
Daniel
--
Naja, Michael Enezian ist wie Mathias Gabel, Marcel Richter und Günter
Merkens Usenet-Herpes - leicht zu bekommen, schwer wieder loszuwerden aber
nicht wirklich bedrohlich - einfach in Ruhe lassen und gut is :-)
> Das halte ich dann doch fuer eine Art UL.
Wohl eher nicht. Bei meiner IHK Abschlussprüfung vor zwei Wochen lief es
ähnlich ab. Da wurde vor der Prüfung nochmal nachgefragt ob sich
irgendwer auch nur ansatzweise schlecht fühlen würde, denn wer zu diesem
Zeitpunkt nichts sagen würde, müsste auch mit den Konsequenzen - das
heisst einer nicht bestandenen Prüfung - leben, egal was es denn nun
genau gewesen wär, dass den Prüfling überkommt.
Christian
In der Uni wird auch immer so gefragt (und noch anderer Kram erzaehlt) -
aber das ist eigentlich eher zur Abschreckung gedacht (hab ich mir von
einem Pruefer erzaehlen lassen) - wenn so ein "Ernstfall" eintritt, dann
wird schon ein anderer Massstab als nur der Wortlaut angelegt (aber das
ist bestimmt auch ueberall verschieden).
Eigentlich koennte uns ja nur jemand helfen, der wirklich schon mal in so
einer Situation Pruefer war. Die Leute kriegen bestimmt Anweisungen fuer
solche Situationen. Da sich aber keiner geaeussert hat, muss der Rest wohl
Spekulation bleiben.
Er hat doch aber am Prüfungsteil teilgenommen. Oder meinst Du,
vorzeitig zu gehen ist dasselbe wie gar nicht erst zu erscheinen?
Ciao,
Stefan,
das nicht für fair haltend, aber für eine
Lücke in den Prüfungsverordnungen.
dito bei meinen Abiturklausuren vor 2 Wochen (NRW).
--Nikolaus
--
Überlegen macht überlegen. (Antoine de Saint-Exupery)
Vielleicht ist das der Ursprung dieser UL
Uwe Dunder
Ist ja bei den Abiturklausuren auch so. Aber: Was ist wenn man sagt,
dass man sich nicht wohl fühlt? Ich glaube kaum dass die dann sagen:
"jo, gut dass du uns das sagst. Komm einfach nächste Woche wieder,
wenn du dich besser fühlst." Wie soll man denn als Abiturient eine
bevorstehende Blinddarmexplosion von durch Aufregung verursachte
Magenschmerzen differenzieren?
Hendrik
--
Gib einem Usenet-Newbie eine Banane und er ist einen Tag lang satt.
Erklär ihm, was man damit machen kann und er schnauzt dich an, dass er
Besseres zu tun hat, als Schnüre durch die Wohnung zu ziehen.
(Stefan Huber in dtj)
Nenn bitte mal den URL vom Ursprung dieser UL ;-)
(ist ernst gemeint).
Eine akute Blinddarmentzuendung tut dann doch etwas mehr weh.
Florian
--
email: diesch at gmx dot de