Bei einem Besuch in Heidelberg hoerten wir die Geschichte, dass die
Stadt von groesseren Luftangriffen im 2. Weltkrieg verschont wurde, weil
Eisenhower zuvor dort studiert habe.
Ist da was dran, oder war Heidelberg strategisch nicht von Bedeutung,
dass es deshalb nicht bombardiert wurde?
Ciao, Harald
--
SETI Trier
Mach mit unter:
http://setiathome.ssl.berkeley.edu/stats/team/team_137710.html
Am 28 May 2002 22:37:00 +0200, schrieb Harald Pakusch:
>Bei einem Besuch in Heidelberg hoerten wir die Geschichte, dass die
>Stadt von groesseren Luftangriffen im 2. Weltkrieg verschont wurde, weil
>Eisenhower zuvor dort studiert habe.
>
>Ist da was dran, oder war Heidelberg strategisch nicht von Bedeutung,
>dass es deshalb nicht bombardiert wurde?
ich persönlich kann mich daran erinnern, daß es eine Art "Gentleman's
agreement" gegeben hat, in welchem die Engländer Cambridge und Oxford
gegen Heidelberg und Göttingen getauscht haben. So sollten die alten
Universitätsstädte vor der Zerstörung bewahrt werden.
Je mehr ich jetzt darüber nachdenke, desto mehr kommt es mir wie eine UL
vor... vielleicht sollte ich mal nachforschen.
Ciao,
Matthias.
--
Matthias Lein <matt...@chemie.uni-marburg.de>
http://www.chemie.uni-marburg.de/~matthias/anschrift.html
ICQ# 47019058 PGP2.6.3iKeyID: F7B0EFD5
- Linux the choice of a GNU Generation -
Hi,
>>Bei einem Besuch in Heidelberg hoerten wir die Geschichte, dass die
>>Stadt von groesseren Luftangriffen im 2. Weltkrieg verschont wurde,
>>weil Eisenhower zuvor dort studiert habe.
>>
>>Ist da was dran, oder war Heidelberg strategisch nicht von Bedeutung,
>>dass es deshalb nicht bombardiert wurde?
>
> ich persönlich kann mich daran erinnern, daß es eine Art "Gentleman's
> agreement" gegeben hat, in welchem die Engländer Cambridge und Oxford
> gegen Heidelberg und Göttingen getauscht haben. So sollten die alten
> Universitätsstädte vor der Zerstörung bewahrt werden.
Die Zeichen deuten auf eine UL.
Mir hat nämlich am Wochenende ein Kumpel erzählt, dass Heidelberg und
Tübingen getauscht worden wären.
Bye
Philipp
Hi,
Göttingen hatte keine strategische Bedeutung während ALLER Kriege nach Gründung der
Universität. Die Göttinger Regierung war immer versucht Militärische Einrichtungen zu
vermeiden. Sogar der Wall wurde abgetragen und somit unbedeutend gemacht.
Trotzdem trafen Göttingen zwei Fliegerbomben während des zweiten Weltkrieges. Nur eine
Explodierte.
Viele Grüße aus Göttingen
> Göttingen hatte keine strategische Bedeutung während ALLER Kriege nach Gründung der
> Universität. Die Göttinger Regierung war immer versucht Militärische Einrichtungen zu
> vermeiden. Sogar der Wall wurde abgetragen und somit unbedeutend gemacht.
Für den Bombenkrieg hatte die militärische Bedeutung einer Stadt recht
weng Relevanz. Vor allem ging es darum, Städte oder Stadtteile zu
treffen, deren Bedeutung für die Bevölkerung groß war. In den
Innenstädten und Cities gab es z.B. so gut wie nie militärisch
interessante Ziele, aber dort hat man bombardiert.
Teilweise wurden grade solche Städte gewählt und bombardiert, von denen
man es nicht erwartete. So wurde die Bevölkerung weiter verunsichert.
Bis denn,
Dirk
--
_ ,--. ,-"""". _,---. _/_ _ _ __ _
\`_/`'---._ / `--"_, \_,--. \ (/(// (/ (/
(,-'`--. `' /= (. , _ ,: ) ) ___._
bmw ``--.\._ ,'__.-'`-(. ,-.`-_'__...- >\\`. news:de.alt.rec.ascii-art
>Für den Bombenkrieg hatte die militärische Bedeutung einer Stadt recht
>weng Relevanz. Vor allem ging es darum, Städte oder Stadtteile zu
>treffen, deren Bedeutung für die Bevölkerung groß war. In den
>Innenstädten und Cities gab es z.B. so gut wie nie militärisch
>interessante Ziele, aber dort hat man bombardiert.
Nun ja, das war aber nicht überall so. In Köln z.B., das ja im 2.Weltkrieg fast
völlig zerstört wurde, liegt der Hauptbahnhof mitten in der City, und der war
sicherlich ein militärisch bedeutendes Ziel, ebenso wie die Rheinbrücken.
Immerhin wurden Verkehrswege wie Bahnhöfe und Brücken ja (auch) dazu genutzt,
Truppen und Munition in Richtung Front zu transportieren. Zumindest in Köln gab
es auch recht viel Industrie, die sehr nah an der City lag (ich denke jetzt
z.B. an Klöckner Humbold Deutz).
Grüße,
Frank
Es gab aber auch den umgekehrten Fall. So wurde etwa Wiesbaden vor
allem gegen Kriegsende nur noch sehr wenig bis garnicht (verglichen
etwa mit Mainz) bombardiert, weil die Amis schon beschlossen hatten,
da ihre Headquarters aufzustellen. Deshalb haben heute viele Leute in
der Innenstadt von Wiesbaden noch immer das Klo auf dem Gang. Und man
erkennt genau, wo dann doch mal eine Bombe hingefallen ist: da, wo
jetzt die häßlichen Häuser stehen.
Ciao,
Pether
--
Erlaube nie, daß die Familie einer Gelegenheit im Wege steht.
(Erwerbsregel 6)
> Nun ja, das war aber nicht überall so. In Köln z.B., das ja im 2.Weltkrieg fast
> völlig zerstört wurde, liegt der Hauptbahnhof mitten in der City, und der war
> sicherlich ein militärisch bedeutendes Ziel,
Um diese Ziele zu treffen, musste man schon damals nicht das komplette
Stadtgebiet bombardieren. Es ist Fakt, dass grade die großen
Flächenbombardements, aber auch z.B. der Einsatz der Atombombe in Japan,
in erster Linie den Widerstand der Bevölkerung brechen sollte.
Die Zerstörung von militärischen Zielen war dabei bestenfalls ein
Nebeneffekt. So hat man die Fordwerke, welche fleissig LKW für die
Wehrmacht herstellten, AFAIK überhaupt nicht direkt angegriffen.
Dann werfe ich noch ein Stück Halbwissen in den Topf: angeblich wurde
die japanische Stadt Kyoto von Bombardements verschont, weil sie
religiös-kulturelles Zentrum Japans war, und man sich eine mögliche
Aussöhnung nach Beendigung des Krieges nicht verbauen wollte...
Gruss
Horscht
> > sicherlich ein militärisch bedeutendes Ziel,
>
> ... Es ist Fakt, dass grade die großen
> Flächenbombardements, aber auch z.B. der Einsatz der Atombombe in
> Japan, in erster Linie den Widerstand der Bevölkerung brechen sollte.
Ich halte das für eine bewußt gestreute Legende ... sie wurde auch
später erzählt und stets wurde das Gegenteil erreicht - das ist Fakt!
Also, was sollte das?
Einzige logische Erklärung ist mMn noch, das es um die Zerstörung der
Wirtschaftskraft ging. Und die wichtigste Wirtschaftskraft ist / war der
_Mensch_ Deshalb wurde die Bevölkerung in Massen getötet :-(
Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
>> ... Es ist Fakt, dass grade die großen
>> Flächenbombardements, aber auch z.B. der Einsatz der Atombombe in
>> Japan, in erster Linie den Widerstand der Bevölkerung brechen sollte.
>
> Ich halte das für eine bewußt gestreute Legende ... sie wurde auch
> später erzählt und stets wurde das Gegenteil erreicht - das ist Fakt!
Das stets das Gegenteil erreicht wurde ist ja zumindest im Beispiel
Japan nicht wahr. Dieses bildet auch anderweitig die Ausnahme.
Allerdings muss ich dir generell recht geben, meist wird der Hass auf
den Angreifer und damit die Bindung zur eignen Regierung nur stärker.
Woran du allerdings ersehen willst, dass dies eine Legende ist, weiß ich
nicht. AFAIK gibt es belege für diese Einschätzung, die sich aus den
damaligen Protokollen ersehen lassen.
> "Dirk Lucas" schrieb:
>
> > > sicherlich ein militärisch bedeutendes Ziel,
> >
> > ... Es ist Fakt, dass grade die großen
> > Flächenbombardements, aber auch z.B. der Einsatz der Atombombe in
> > Japan, in erster Linie den Widerstand der Bevölkerung brechen sollte.
>
> Ich halte das für eine bewußt gestreute Legende ... sie wurde auch
> später erzählt und stets wurde das Gegenteil erreicht - das ist Fakt!
Nein, das ist relativ genau nachzuweisen; Stichwort "moral bombing". Im
Laufe der Zeit verschob sich der Schwerpunkt der Bombardements immer
mehr in diese Richtung. Die britische Führung gab sich eine Zeitlang
tatsächlich der Hoffnung hin, daß auf Grund der Bombardements Aufstände
losbrechen würden und es zu einem Umsturz in Deutschland käme.
Im Übrigen war diese Strategie keineswegs auf die Alliierten beschränkt;
der deutsche "V-Waffen"-Einsatz gegen London verfolgte mehr oder weniger
ein ähnliches Ziel.
> >> ... Es ist Fakt, dass grade die großen
> >> Flächenbombardements, aber auch z.B. der Einsatz der Atombombe in
> >> Japan, in erster Linie den Widerstand der Bevölkerung brechen
> >>sollte.
> >
> > Ich halte das für eine bewußt gestreute Legende ... sie wurde auch
> > später erzählt und stets wurde das Gegenteil erreicht - das ist
> >Fakt!
>
> Das stets das Gegenteil erreicht wurde ist ja zumindest im Beispiel
> Japan nicht wahr.
Das "moral bombig" stets behauptet wurde / wird ist bekannt - wahr ist
es trotzdem nicht. Auch und gerade beim Atombombenabwurf auf Japan.
Hatte Japan nicht kurz vorher noch ein Kapitulationsangebot gemacht? Es
wird auch behauptet, daß die Abwürfe nur als Machtdemonstration für die
Zeit _nach_ dem Krieg gedacht war ...
Dingsbums mit dsg
> Hatte Japan nicht kurz vorher noch ein Kapitulationsangebot gemacht? Es
> wird auch behauptet, daß die Abwürfe nur als Machtdemonstration für die
> Zeit _nach_ dem Krieg gedacht war ...
>
jepp, und zwar eine perfekte !!!
leider leider hat diese ja aber nicht allzu lange angehalten
und der alte Stalin hatte ja bekanntlich einen sauguten Spion!!
außerdem weiß man ja zur genüge, daß alle Militärs wie kleine Kinder
sind. kaum haben diese ein neues Spielzeug, müssen sie es auch
prompt einsetzen (Glück für Deutschland das es noch rechtzeitig von
den Allierten besiegt worden ist)
cu
Andi
Es war nötig, die Welt zu vernichten um sie zu retten
"Andreas Movrin" schrieb:
> jepp, und zwar eine perfekte !!!
Aha...?
> leider leider hat diese ja aber nicht allzu lange angehalten
> und der alte Stalin hatte ja bekanntlich einen sauguten Spion!!
Aha, wen denn? Ich meine: lebte JS noch, als die Sowjets die A(rsch)-Bombe
bekamen?
fragt sich gerade
Joerg
> Das "moral bombig" stets behauptet wurde / wird ist bekannt - wahr
> ist es trotzdem nicht. Auch und gerade beim Atombombenabwurf auf
> Japan.
>
> Hatte Japan nicht kurz vorher noch ein Kapitulationsangebot gemacht?
Auf welches Kapitulationsangebot beziehst Du Dich hier?
Und warum hat Japan Deiner Meinung nach kapituliert?
> Dingsbums mit dsg
Dings... mit F'up
Grüße,
Tilo.
Ja. 23. September 1949 zündete die UdSSR ihre erste Atombombe.
> fragt sich gerade
> Joerg
>
>
> > leider leider hat diese ja aber nicht allzu lange angehalten
> > und der alte Stalin hatte ja bekanntlich einen sauguten Spion!!
>
> Aha, wen denn? Ich meine: lebte JS noch, als die Sowjets die A(rsch)-Bombe
> bekamen?
Der Herr Dschjugaschwilli hat sogar noch die H-Bombe erleben dürfen bzw.
ist nur unwesentlich früher verendet. Jedenfalls 1953.
Gruß,
Mathias, der das eigentlich genau wissen müsste
Am Wed, 29 May 2002 19:00:25 +0200 schrieb Dirk Lucas
<ace_of...@gmx.de>:
>Hucklenbroich01 wrote:
>
>> Nun ja, das war aber nicht überall so. In Köln z.B., das ja im 2.Weltkrieg fast
>> völlig zerstört wurde, liegt der Hauptbahnhof mitten in der City, und der war
>> sicherlich ein militärisch bedeutendes Ziel,
>
>Um diese Ziele zu treffen, musste man schon damals nicht das komplette
>Stadtgebiet bombardieren. Es ist Fakt, dass grade die großen
>Flächenbombardements, aber auch z.B. der Einsatz der Atombombe in Japan,
>in erster Linie den Widerstand der Bevölkerung brechen sollte.
>Die Zerstörung von militärischen Zielen war dabei bestenfalls ein
>Nebeneffekt. So hat man die Fordwerke, welche fleissig LKW für die
>Wehrmacht herstellten, AFAIK überhaupt nicht direkt angegriffen.
Da kann man geteilter Meinung sein. Aber da Ford schon immer ein
amerikanischer Konzern war, gehe ich davon aus, dass die Amerikaner
nicht unbedingt ihre "eigenen" Fabriken demolieren wollten. Das hatte
dann den Nebeneffekt, dass nach dem Krieg amerikanische Firmen ohne
Neuaufbau sofort weiterproduzieren konnten. So etwas ist als
Wettbewerbsvorteil nicht zu verachten. Es wäre interessant
festzustellen, ob, und wenn ja in welchem Umfang im zweiten Weltkrieg
Ziele von den Amerikanern unter Beschuss genommen wurden, die zu
amerikanischen Konzernen gehörten.
Auf der anderen Seite müssten wir den Engländern und Amerikanern
dankbar sein. Durch die Zerstörung von zum grossen Teil völlig
veralteten Industrieanlagen war Deutschland nach dem Krieg zum
Wiederaufbau mit neuester Technologie gezwungen. Das war nicht zuletzt
einer der wichtigsten Gründe für das Wirtschaftswunder.
Freundliche Grüsse
Peter
[...]
>Es gab aber auch den umgekehrten Fall. So wurde etwa Wiesbaden vor
>allem gegen Kriegsende nur noch sehr wenig bis garnicht (verglichen
>etwa mit Mainz) bombardiert, weil die Amis schon beschlossen hatten,
>da ihre Headquarters aufzustellen. Deshalb haben heute viele Leute in
>der Innenstadt von Wiesbaden noch immer das Klo auf dem Gang. Und man
>erkennt genau, wo dann doch mal eine Bombe hingefallen ist: da, wo
>jetzt die häßlichen Häuser stehen.
Im eben erwähnten Köln gab es so etwas: Die Ford-Werke in Norden Kölns
wurden nicht (oder gegen Ende des Krieges nicht mehr) bombardiert,
weil man die amerikanische Mutterfirma Stunk gemacht hat.
Auch wenn dort fast ausschließlich militärische Fahrzeuge produziert
wurden - im Prinzip hat man damit den Krieg verlängert und alliierte
und deutsche Soldaten (und Zivilisten) sterben lassen - nur damit eine
Großfirma ihre Produktionsanlagen erhalten kann. :-(
Viele Grüße,
Markus
>>> Göttingen hatte keine strategische Bedeutung während ALLER Kriege
>>> nach Gründung der Universität. Die Göttinger Regierung war immer
>>> versucht Militärische Einrichtungen zu vermeiden. Sogar der Wall
>>> wurde abgetragen und somit unbedeutend gemacht.
>> Für den Bombenkrieg hatte die militärische Bedeutung einer Stadt
>> recht weng Relevanz. Vor allem ging es darum, Städte oder Stadtteile
>> zu treffen, deren Bedeutung für die Bevölkerung groß war.
>
> Es gab aber auch den umgekehrten Fall. So wurde etwa Wiesbaden vor
> allem gegen Kriegsende nur noch sehr wenig bis garnicht (verglichen
> etwa mit Mainz) bombardiert, weil die Amis schon beschlossen hatten,
> da ihre Headquarters aufzustellen.
Selbiges habe ich auch schon von einer "Zeitzeugin" bezüglich Heidelberg
gehört. Sie meinte, statt Bomben hätten die Flieger über Heidelberg
damals Flugblätter mit der Aufschrift "Heidelberg, dich wollen wir
verschonen, wir wollen einst drin wohnen" abgeworfen.
Sebastian
Nicht wirklich. Schau dir mal an, was für ein Aufwand getrieben wurde,
um die Schweinfurter Kugellagerfabriken zu treffen.
Damals war nix groß mit Zielen.
mawa
--
BEGRIFFE AUS DEM DEUTSCHEN RECHT -- §6:
Streitgenossen, die:
abweichlerischer Flügel einer Linkspartei, insbes. der PDS
>
>Nicht wirklich. Schau dir mal an, was für ein Aufwand getrieben wurde,
>um die Schweinfurter Kugellagerfabriken zu treffen.
>
>Damals war nix groß mit Zielen.
>
Außerdem: Die Reichweite der Flieger war begrenzt, und die
Einsatzziele wurden unter der Voraussetzung festgelegt, dass ohne
Bombenlast zurückgeflogen wird. Wenn nun im Zielgebiet nicht
abgeworfen werden konnte, (Wetter zu schlecht, Fliegerabwehr zu stark,
was auch immer) hat man einfach irgendwo anders, wo's auch Schaden
anrichten konnte, abgeladen, damit der Abflugsort erreichbar blieb.
Reinhard
--
Nicht-Sehen eines Dings,
das ist Haften am Sehen.
Treibende Wolken verhüllen
den Glanz der Sonne. (Hui-neng)
> Klaus Fuchs hiess er, war ein Emigrant aus Deutschland, lebte als
> Wissenschaftler (Physiker) in GB und kam dann in die USA, um am
> Manhattenprojekt mitzuarbeiten. Dort bekam er Einsicht in die
> geheimsten Dokumente, die er an Stalin lieferte. Spaeter ging er
> wieder nach GB zurueck, wo er enttarnt wurde, aber nicht nach US-Recht
> verurteilt werden konnte. Da GB damals Verbuendeter der Russen war,
GB war Verbuendeter der Russen? 1950? Abgesehen davon, dass die
sich um die Zeit Sowjets nannten, wage ich das zu bezweifeln. GB war
ein im Westblock vollkommen integrierter Staat, auch wenn die Hysterie
um die bösen Kommunisten dort sicherlich nicht so stark war wie in USofA.
Gruß,
Mathias, ungläubig
Mathias Luther schrieb:
> Der Herr Dschjugaschwilli hat sogar noch die H-Bombe erleben dürfen bzw.
> ist nur unwesentlich früher verendet. Jedenfalls 1953.
>
> Gruß,
> Mathias, der das eigentlich genau wissen müsste
Ist es eigentlich richtig, von einem Menschen zu sagen, daß er "verendet" ist?
Gruß Wolfgang
> Mathias Luther schrieb:
>
> > Der Herr Dschjugaschwilli ...
> > ist nur unwesentlich früher verendet. Jedenfalls 1953.
>
> Ist es eigentlich richtig, von einem Menschen zu sagen, daß er "verendet" ist?
Hm, gute Frage. Einerseits sicherlich bei einem, den bestimmt 80% aller
FAZ-Fragebögler am meisten verachten, andererseits natürlich nicht.
Auf jeden Fall verweise an die geballte Expertise in
de.etc.sprache.deutsch.
Martin
"Wolfgang Fieg" schrieb:
> Ist es eigentlich richtig, von einem Menschen zu sagen, daß er "verendet"
ist?
IMHO kommt drauf an, was damit gemeint ist:
Dient es dazu der Geringschaetzigkeit ueber eine Person Ausdruck zu
verleihen, wuerde ich sagen: Nein.
Dient es dazu, die Begleitumstaende eines Todes zu beschreiben: Ja.
Gruss
Joerg
> Nun ja, das war aber nicht überall so. In Köln z.B., das ja im
> 2.Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, liegt der Hauptbahnhof
> mitten in der City, und der war sicherlich ein militärisch
> bedeutendes Ziel, ebenso wie die Rheinbrücken.
Direkt daneben liegt aber eben auch der Dom, und IIRC
wollten die Amis den auf keinen Fall beschädigen. Stichwort
Weltkulturerbe oder sowas.
Ciao,
Johanna
Nein, es ist natürlich moralisch zutiefst zu verurteilen. Jedoch kann man
wohl
angesichts der offiziellen Todesursache Gehirnschlag durchaus von einem
verenden sprechen.
Gruß,
Mathias, in Zukunft pietätvoller
> >GB war Verbuendeter der Russen?
>
> Ja, auch der Polen.
Soweit klar, aber ja wohl nicht nach dem 2.WK, wovon ich ausging
> Nein, die Entwicklung der US-Atombombe fand bereits waehrend des WWII
> statt. Fuchs war afair Assistent von einem der wichtigeren
> Wissenschaftler. Da der Geheimnissverrat vor 45 stattfand (ab 40/41),
> konnte GB ihm nicht viel anhaben (wobei "nicht viel" in diesem Falle
> 14 Jahre Knast waren). Die wutschnaubenden Amis hingegen haetten 1950
Ah ja. Jetzt kann ich das glauben. Danke für die Aufklärung.
> >sich um die Zeit Sowjets nannten,
>
> Pah, fuer uns waren das immer Russen, aber ich kann natuerlich auch
> CCCP benutzen, dowaritsch.
Ich reite da nur drauf rum, weil in Geschichte _äußerster_ Wert auf
zeitlich korrekte Bezeichnung gelegt wurde. Sowas prägt.
Gruß,
Mathias, erhellt
> Mathias Luther schrieb:
>
>> Der Herr Dschjugaschwilli hat sogar noch die H-Bombe erleben dürfen bzw.
>> ist nur unwesentlich früher verendet. Jedenfalls 1953.
>
> Ist es eigentlich richtig, von einem Menschen zu sagen, daß er "verendet" ist?
Das ist nur dann richtig, wenn er tot ist.
HTH,
Matthias
> Die Zerstörung von militärischen Zielen war dabei bestenfalls ein
> Nebeneffekt. So hat man die Fordwerke, welche fleissig LKW für die
> Wehrmacht herstellten, AFAIK überhaupt nicht direkt angegriffen.
Das lag aber nur daran, dass Ford Deutschland Eigentum des amerikanischen
Ford-Konzerns war (ist). IIRC wurden auch die Opel-Werke (General Motors)
nicht angegriffen, obwohl deren Beitrag zu Hitlers Krieg (z.B. LKW Opel
"Blitz") auch nicht gerade unbedeutend war. Lustig, nicht...
Jörg
Was ist eigentlich mit den Ford- und Opel-Werken in Deutschland bei
Kriegsausbruch passiert? Enteignet?
mawa
--
Eric S. Raymond, of Halloween Paper fame, maybe public enemy #1 at
Microsoft Corp., for some reason still believes that we should rather
put our fate in the hands of corporations than in the ones of a
government. Don't ask me why. I simply don't get it.
> Was ist eigentlich mit den Ford- und Opel-Werken in Deutschland bei
> Kriegsausbruch passiert? Enteignet?
Die wurden schon im Zuge des Vierjahplanes 1936 quasi verstaatlicht.
Enteignet wohl nicht, ganz im Gegenteil wurde die Monoplostellung der
großen Betriebe stark gefördert.
Gruß,
Mathias, morgen Geschichts-Abi
> Das lag aber nur daran, dass Ford Deutschland Eigentum des amerikanischen
> Ford-Konzerns war (ist).
Woran das lag ist ja im Grunde egal. Es zeigt ziemlich deutlich, dass es
bei den Großen Bombardemnets nicht darum ging, irgendwelche
rüstungsrelevanten Industrie zu treffen.
Bis denn,
Dirk
--
But I just love the life I lead
Another beer is what I need
MOTÖRHEAD: Road Crew
> Wenn nun im Zielgebiet nicht abgeworfen werden konnte,
> hat man einfach irgendwo anders, wo's auch Schaden
> anrichten konnte, abgeladen, damit der Abflugsort erreichbar blieb.
Das macht man heute noch so. Hat die US Air Force im Krieg gegen Serbien
in der Adria gemacht. Das finden die Italiener auch heute noch alles
andere als lustig.
Aber z.B. der erste große Angriff auf Köln heißt heute "1000 Bomber
Angriff". Tausend Bomber die versuchten, ihre Last in Richtung des
Stadtzentrums abzuwerfen. Das dann zufälligerweise auch ab und zu mal
ein Industriebetrieb erwischt wurde, dürfte klar sein, primäres Ziel
wird es aber kaum gewesen sein.
Bis denn,
Dirk
--
DIN 58993 : Diese Norm gilt für Kondome aus Naturkautschuklatex,
die für die einmalige Anwendung beim vaginalen Geschlechtsverkehr
(im folgenden "bestimmungsgemäße Anwendung" genannt) bestimmt sind.
> Direkt daneben liegt aber eben auch der Dom, und IIRC
> wollten die Amis den auf keinen Fall beschädigen. Stichwort
> Weltkulturerbe oder sowas.
Das ist allerdings eine UL. Solche Garantien kann man bei derartigen
Bombardements auch gar nicht geben.
Bis denn,
Dirk
--
FpfMpf650 mmfmmmpmfpmfmppmpm Mpfpffmppmppfppmffpppmpm mmpfmffmp
Mff mmfmmmppp ppmmmmpmpmpp mfffmp FmmFmpPpfPffPpm
> > Das lag aber nur daran, dass Ford Deutschland Eigentum des
amerikanischen
> > Ford-Konzerns war (ist).
>
> Woran das lag ist ja im Grunde egal. Es zeigt ziemlich deutlich, dass es
> bei den Großen Bombardemnets nicht darum ging, irgendwelche
> rüstungsrelevanten Industrie zu treffen.
Es ist nicht egal. Es ist die Information, die es dir ermöglicht, das
Beispiel Ford
als Ausnahme zu erkennen. Ich weiß nicht, wie genau du 'Große Bombardements'
definierst, aber wenn du damit den Bombenkrieg gegen das Dritte Reich als
ganzes meinst, ist dein Beitrag bestenfalls falsch.
Gruß,
Mathias
Ja, aber der Dom ist versehentlich durch eine britische (?) Fliegerbombe
beschädigt worden, die Plombe aus Backsteinen kann man heute noch sehen (soll
auch nicht weggemacht werden, ist halt Geschichte).
Die direkt am Dom (Bahnhof liegende Eisenbachnbrücke (Hohenzollerenbrücke)
wurde bekanntlich getroffen und lag im Rhein. Die Fundamente des Doms haben bei
diesen Bombardements erheblichen Schaden genommen, so daß man die seitlichen
Streben des Doms nachträglich mit Stahl verstärken mußte (hat mir mal ein
Dombaumeister erzählt).
Wo wir schon beim Kölner Dom sind:
Es ist übrigens keine UL, daß es ganz hoch oben am Dom ein paar kleine Türmchen
mit Hakenkreuz-Ornamenten gibt. Die sind in den dreißiger Jahren von ein paar
Nazis gestiftet worden, und stehen immer noch da (selbst gesehen, sind aber
ganz kleine Gravuren und von unten nicht zu sehen). Nach Auskunft der
Steinmetze will man die Dinger auch nicht wegmachen, da sie Teil der Geschichte
sind, allerdings werden sie auch nicht restauriert, so daß sich das Problem in
ein paar Jahren durch den "sauren Regen" von selbst "gelöst" haben sollte (im
wahrsten Sinne des Wortes).
Grüße,
Frank
> Es ist nicht egal. Es ist die Information, die es dir ermöglicht, das
> Beispiel Ford als Ausnahme zu erkennen.
Es ist dewegen so Beispielhaft, weil es eine Ausnahme ist. Hätte ein
tatsächliches Interesse darin bestanden, wichtige Rüstungsbetriebe zu
treffen, dann wäre die Ford-Werke Köln AG ein Ziel erster Güte gewesen.
Wem auch immer sie gehörte.
Bis denn,
Dirk
--
Das Internet wurde geschaffen um auch nach einem Atomschlag die weltweite Ver-
sorgung mit Fickelbildchen, Warez und MP3-Dateien sicherzustellen. Bill Gates
hat es erfunden und heute wird es von AOL exklusiv vertrieben. Das zugrundelie-
gende Prinzip heißt Fido, benannt nach Boris Beckers Hund. (HG Bickel in dafu-l)
Zumal Köln von den Briten bombardiert wurde, und ob die sich ernsthaft um eine
US-Firma gesorgt hätten?
Übrigens haben die Briten im 2.Weltkrieg überwiegend nachts bombardiert, weil
Ihre Flugzeuge tagsüber nur wenig Chancen gegen die deutsche Abwehr hatten. Die
Amerikaner hatten die besseren Flugzeuge und konnten auch am Tage angreifen.
Grüße, Frank
> Ja, aber der Dom ist versehentlich durch eine britische (?)
> Fliegerbombe beschädigt worden, die Plombe aus Backsteinen
> kann man heute noch sehen (soll auch nicht weggemacht
> werden, ist halt Geschichte).
Sehen kann man sie noch, aber weggemacht werden wird sie
wohl schon. Die Linie hat sich geändert, und anscheinend liegt
dem Erzbistum nichts mehr daran, die Plombe als Mahnmal
zu erhalten.
Wenn Du zum Dom gehst, dann kannst Du sehen, daß
ein Teil der Plombe schon weg ist.
> Die Fundamente des Doms haben bei diesen Bombardements
> erheblichen Schaden genommen, so daß man die seitlichen
> Streben des Doms nachträglich mit Stahl verstärken mußte
> (hat mir mal ein Dombaumeister erzählt).
Mir hat man erzählt, die Stahlverstärkung sei deswegen gemacht
worden, weil quasi direkt neben den Fundamenten die U-Bahn
vorbei fährt. Damit der Dom nicht zu sehr erschüttert wird,
dürfen die da auch alle nur ganz langsam fahren, kann man
immer wieder beobachten.
> Wo wir schon beim Kölner Dom sind:
> Es ist übrigens keine UL, daß es ganz hoch oben am Dom ein
> paar kleine Türmchen mit Hakenkreuz-Ornamenten gibt. Die
> sind in den dreißiger Jahren von ein paar Nazis gestiftet
> worden, und stehen immer noch da (selbst gesehen, sind aber
> ganz kleine Gravuren und von unten nicht zu sehen). Nach
> Auskunft der Steinmetze will man die Dinger auch nicht
> wegmachen, da sie Teil der Geschichte sind, allerdings werden
> sie auch nicht restauriert, so daß sich das Problem in ein paar
> Jahren durch den "sauren Regen" von selbst "gelöst" haben
> sollte (im wahrsten Sinne des Wortes).
Ich denke, damit ist es wie mit vielen anderen "weltlichen"
Symbolen am Dom auch: die Stifter haben sich da selber ein
kleines bißchen verewigt. Das war ja wohl schon im Mittelalter
üblich.
Ciao,
Johanna
> Der Dom ist sogar von mehreren Bomben getroffen worden,
> unter anderem ist wohl ein Teil des Daches abgefackelt
> worden. Die Mitarbeiter der Dombauhütte haben unter Einsatz
> ihres Lebens auf dem Dach gesessen und Brandbomben zu
> löschen versucht.
Weitere Infos gibt es u.a. hier:
http://city-guide.de/koeln/dom/historie/901661.html
> Auf dem Dom ist auch ein Wasserspeier in Form eines
> Bauarbeiters (IIRC über dem Fotoladen links neben dem
> Dom...). Da wollten die Steinmetze einen unbeliebten Kollegen
> verewigen.
Solche Kuriositäten gibt es noch einige.
http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?
pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1013789841623
(biite ggfls. im Browser wieder zusammenfügen) hilft evtl. weiter.
> Irgendwo ist auch ein Fußballspieler versteckt, den hab ich
> aber noch nicht gefunden... für Tips bin ich jederzeit dankbar :-)
Siehe obiger Link. Da findest Du auch den Fußballer. Und - nein!
- es ist nicht Franz Beckenbauer... ;-)
Ciao,
Johanna
> Die fahren wohl vor allem deshalb so langsam, weil man nicht
> mit Höchstgeschwindigkeit in die Haltestelle reinfahren sollte.
Aber das sollte man ja eigentlich an keiner Haltestelle tun,
unabhängig davon, ob da nun ein Dom oben drüber steht oder
nicht... ;-)
Ciao,
Johanna
>Joerg Rohmann wrote:
>
>> Das lag aber nur daran, dass Ford Deutschland Eigentum des amerikanischen
>> Ford-Konzerns war (ist).
>
>Woran das lag ist ja im Grunde egal. Es zeigt ziemlich deutlich, dass es
>bei den Großen Bombardemnets nicht darum ging, irgendwelche
>rüstungsrelevanten Industrie zu treffen.
Deshalb findet man in Oranienburg auch heute noch die dicksten Bomben.
Seit der Wiedervereinigung (seitdem also amerikanische Luftbilder zur
Verfügung stehen) mußten in der Stadt wohl schon über fünzigmal große
Gebiete evakuiert werden, um mal wieder eine Bombe zu entschärfen.
Die Stadt selber ist - im Gegensatz zu Berlin - recht bedeutungslos,
aber es gab dort wichtige Rüstungsbetriebe. Und die wurden gnadenlos
beworfen.
Dieter
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) * http://www.bruhaha.de/
WERDET FKK-MITGLIED! JETZT GEHT'S UMS NACKTE UEBERLEBEN.
(Disclaimer: http://www.bruhaha.de/disclaimer.html)
> Die Stadt selber ist - im Gegensatz zu Berlin - recht bedeutungslos,
> aber es gab dort wichtige Rüstungsbetriebe. Und die wurden gnadenlos
> beworfen.
Das zeigt dann, dass man schon differenziert hat. Die Städte wurden ja
zumeist mit Brandbomben beworfen, um Wohnhäuser zu zerstören braucht es
keine dicken Luftminen. Und diese findet man nicht auf Luftbildern.
Allerdings frage ich mich: Warum lässt man auf der anderen Seite den
drittgrößten (AFAIK) Hersteller für Lastwagen, Ford, beim Bombardieren
aus? Wenn es *wirklich* um die Zerstörung der Rüstungsindustrie ging,
muss der doch mit rein. Natürlich könnten die Besitzverhälnisse der
Fordwerke AG dabei eine Rolle gespielt haben. Aber wären die nicht
irrelevant, wenn es darum geht, einen Krieg zu gewinnen?
Oder sind Lastwagen einfach nicht wichtig genug?
"Dirk Lucas" schrieb:
> Das zeigt dann, dass man schon differenziert hat. Die Städte wurden ja
> zumeist mit Brandbomben beworfen, um Wohnhäuser zu zerstören braucht es
> keine dicken Luftminen. Und diese findet man nicht auf Luftbildern.
Luftmienen wurden aber doch benutzt. Ein Strassenzug, der in Truemmern liegt
brennt wesentlich besser, als einer mit heilen Haeusern.
Hamburg wurde in jeweils drei Wellen bombadiert:
1.Welle: Luftmienen, um Alles in Truemmer zu legen
2.Welle: Brandbomben
3.Welle: kleinere Sprengbomben, um die Feuerwehrleute, die als erste aus den
Bunkern kamen, wieder in die Bunker zurueck zu treiben
BTW IIRC gab es bei den Bombardements eine Diskrepanz zwischen den
Englaendern und den Amerikanern. Waehrend die Amerikaner lieber
ausschliesslich militaerische Ziele bombardieren wollten, vertraten die
Englaender, insbesondere "Bomber" Harris die These von der Zermuerbung der
Bevoelkerung.
BTW2 Ich bin in HH aufgewachsen, die Nobelgegend in der die ganzen reichen
Kaufleute leben hat im 2.WK nicht mal aus Versehen einen Treffer ab
bekommen. (waehrend man sonst in den endlegensten Schrebergaerten noch
Bombentrichter entdecken kann) Meine Eltern und alle moeglichen anderen
Leute haben mir immer erzaehlt, dass "die Reichen" so viele
Geschaeftsverbindungen nach England hatten, dass ihre Geschaeftspartner
(=Freunde und Bekannte) in England dafuer sorgten, dass das Viertel
verschont blieb.
Gruss
Joerg
>> Die fahren wohl vor allem deshalb so langsam, weil man nicht
>> mit Höchstgeschwindigkeit in die Haltestelle reinfahren sollte.
> Aber das sollte man ja eigentlich an keiner Haltestelle tun,
> unabhängig davon, ob da nun ein Dom oben drüber steht oder
> nicht... ;-)
Erfahrungsberichten eines Bekannten von mir kann man durchaus recht
schnell (IC/ICE) in einen Bahnhof einfahren, wenn man "beim ersten
Koffer man Bahnsteig" 160 drauf hat und gut bremsen kann[0] steht man
punktgenau am Bahnsteigende.
Sebastian
[0] "Zug fahren kann jeder. Das Bremsen ist die Kunst."
Wenn man das mal durchrechnet, müsste die Bremsverzögerung ca. 2,5m/s^2
betragen, um von 160km/h innerhalb von 400m (Länge eines ICE-Bahnsteigs)
auf 0 abzubremsen. Mit normalen Bremsen sind auf der Schiene
Verzögerungen im Bereich bis ca. 1m/s^2 hinzubekommen (mehr gibt die
Reibung zwischen Rad und Schiene einfach nicht her). Mit einer
Magnetschienenbremse könnte man die erforderliche Verzögerung
hinbekommen, diese wird aber erstens aufgrund des hohen Verschleisses
nur bei Schnellbremsungen eingesetzt und zweitens würde es die Fahrgäste
(insbesondere die, die schon an den Türen bereitstehen, um auszusteigen)
dabei ziemlich durcheinanderpurzeln.
Somit dürfte dein Bekannter da eher ein wenig übertrieben haben (bei
90km/h kommt es knapp mit einer normalen Betriebsbremsung (ca. 0,8m/s^2)
hin). Naja, man /kann/ es schon schaffen, im Normalbetrieb sollte man
das aber vielleicht eher seinlassen ;-)
Andreas
--
Andreas Ferber - dev/consulting GmbH - Bielefeld, FRG
---------------------------------------------------------
+49 521 1365800 - a...@devcon.net - www.devcon.net
On Wed, 05 Jun 2002 21:30:06 +0200, Dirk Lucas <ace_of...@gmx.de>
wrote:
[...]
>Allerdings frage ich mich: Warum lässt man auf der anderen Seite den
>drittgrößten (AFAIK) Hersteller für Lastwagen, Ford, beim Bombardieren
>aus? Wenn es *wirklich* um die Zerstörung der Rüstungsindustrie ging,
>muss der doch mit rein. Natürlich könnten die Besitzverhälnisse der
>Fordwerke AG dabei eine Rolle gespielt haben. Aber wären die nicht
>irrelevant, wenn es darum geht, einen Krieg zu gewinnen?
Besitzverhältnisse sind wohl leider _nie_ irrelevant! :-(
Es war wohl tatsächlich so, daß Ford die Bombardierung der Werke in
Köln zu verhindern gewusst hat.
Das durch solche Aktionen der Krieg u.U. länger dauert und dadurch
auch amerikanische Soldaten sterben mussten, war da wohl nicht so
wichtig. :-(
>Oder sind Lastwagen einfach nicht wichtig genug?
Oh, doch. Lastwagen sind sehr wichtig im Krieg - und gerade der 2.
Weltkrieg hat m.E. gezeigt, wie wichtig Transportkapazitäten im Kriege
sind.
Viele Grüße,
Markus
>Allerdings frage ich mich: Warum lässt man auf der anderen Seite den
>drittgrößten (AFAIK) Hersteller für Lastwagen, Ford, beim Bombardieren
>aus? Wenn es *wirklich* um die Zerstörung der Rüstungsindustrie ging,
>muss der doch mit rein. Natürlich könnten die Besitzverhälnisse der
>Fordwerke AG dabei eine Rolle gespielt haben. Aber wären die nicht
>irrelevant, wenn es darum geht, einen Krieg zu gewinnen?
Im Gedenken an die "Nacht der 1000 Bomber" gab es vor einigen Tagen im
KStA (Kölner Stadt-Anzeiger) eine große Sonderbeilage. Darin wurde
geschrieben, daß Henry Ford persönlich bei der britischen
Militärführung um Schutz für seine Fabrik im Kölner Norden ersucht
habe.
Zur damaligen Zeit war es auch realtiv einfach, die Ford-Werke nicht
zu treffen, denn die lagen relativ einsam inmitten von Kappesfeldern
im Ortsteil Niehl. Erst nach dem Krieg wurde diese Gegend sehr schnell
sehr dicht bebaut.
Auf alten Luftbildern sieht man auch den Schriftzug FORD in riesigen
Buchstaben auf den Hallendächern. Die hat man wohl auch aus 10.000
metern Höhe noch erkannt.
Ziemlich genau gegenüber am anderen Rheinufer liegen/lagen überigens
die Bayer-Werke in Leverkusen. Und die haben damals ganz schön was
abgekriegt.
... maat et jot ...
Mike
--
Mike Heuser, Kölle am Rhing -> www.koelle-am-rhing.de
Mike im Kölner Karneval -> www.buschtrommler.de
Deine Freunde und Helfer im Netz -> www.netcops.de
... Jo mir sin kölsche Junge, han Spetzebötzcher an...
On 11 Jun 2002 07:02:10 GMT, Juergen Nieveler
<juergen....@web.de> wrote:
>Markus Becker <m...@gmx.de> wrote:
>
>> Es war wohl tatsächlich so, daß Ford die Bombardierung der Werke in
>> Köln zu verhindern gewusst hat.
>> Das durch solche Aktionen der Krieg u.U. länger dauert und dadurch
>> auch amerikanische Soldaten sterben mussten, war da wohl nicht so
>> wichtig. :-(
>
>Ich glaube kaum, das durch irgendeine dieser Städtebombardierungen
>irgendein US-Soldat länger am Leben geblieben ist... schau Dir das
>Beispiel Jülich an, am stärksten zerstörte Stadt Europas, aber war da
>IRGENDWAS kriegswichtiges? Nö... die 2 Dutzend Soldaten, die ein
>Überqueren der Rur sehr lange verhindert haben waren außerhalb der
>Stadt, und die "wichtige Befestigung" war eine alte Zitadelle aus dem
>16. Jahrhundert...
Liess Dir doch mal mein Posting noch mal durch: Ich habe nie
behauptet, durch die Bombardierungen von Städten seien US-Soldaten
länger am Leben geblieben!
Es ging um die Kölner _Ford-Werke_ und die waren nun mal
kriegswichtig!
Viele Grüße und nix für ungut,
Markus
On 12 Jun 2002 06:46:27 GMT, Juergen Nieveler
<juergen....@web.de> wrote:
>a) Wenn eine Fabrik bombardiert wurde, dann wurde alles im Umkreis
>von x Kilometern platt gemacht, weil man eh nicht so genau zielen
>konnte und auf Nummer sicher gehen wollte.
Tja, und was hat das mit meiner Aussage zu tun? Man hat die Ford-Werke
_nicht_ bombardiert, weil die Mutterfirma in der Heimat was dagegen
hatte. Die wenigen Menschen, die in der Nähe der Werke gelebt haben
(ich finde jetzt das Posting auf Anhieb nicht, in dem von der
Besiedelung des Kölner Nordens die Sprache ist), konnten sich dadurch
natürlich glücklich schätzen.
Ich habe das Gefühl, wir schreiben hier aneinander vorbei ...
>b) Zu dem Zeitpunkt, als Köln bombardiert wurde, war Ford schon nicht
>mehr kriegswichtig, da gab es IIRC schon nicht mehr genug Sprit, um
>die ganzen Fahrzeuge zu betanken.
Da könntest Du allerdings recht haben! Grumpf ...
Viele Grüße,
Markus
>Tja, und was hat das mit meiner Aussage zu tun? Man hat die Ford-Werke
>_nicht_ bombardiert, weil die Mutterfirma in der Heimat was dagegen
>hatte. Die wenigen Menschen, die in der Nähe der Werke gelebt haben
>(ich finde jetzt das Posting auf Anhieb nicht, in dem von der
>Besiedelung des Kölner Nordens die Sprache ist), konnten sich dadurch
>natürlich glücklich schätzen.
Um die Leere rund um das Ford Werk mal zu verdeutlichen habe ich unter
www.koelle-am-rhing.de/Altfordklein.jpg (640 x 480)
www.koelle-am-rhing.de/Altfordgross.jpg (1024 x 768)
ein Bild von der Eröffnung der Ford Werke in Niehl gepostet. Anders
sah das 1942 da auch noch nicht aus.
Im KStA war noch ein schönes Luftbild, leider habe ich die Zeitung
nicht mehr.
... bes demnähx ...
On Thu, 13 Jun 2002 17:33:24 +0200, Mike Heuser
<mi...@koelle-am-rhing.de> wrote:
[...]
>Um die Leere rund um das Ford Werk mal zu verdeutlichen habe ich unter
>www.koelle-am-rhing.de/Altfordklein.jpg (640 x 480)
>www.koelle-am-rhing.de/Altfordgross.jpg (1024 x 768)
>ein Bild von der Eröffnung der Ford Werke in Niehl gepostet. Anders
>sah das 1942 da auch noch nicht aus.
[...]
Wow! So hat Niehl mal ausgesehen?
"Danke" sagt,
Markus
(der mal in Niehl gewohnt hat)
>
>>Um die Leere rund um das Ford Werk mal zu verdeutlichen habe ich unter
>>www.koelle-am-rhing.de/Altfordklein.jpg (640 x 480)
>>www.koelle-am-rhing.de/Altfordgross.jpg (1024 x 768)
>>ein Bild von der Eröffnung der Ford Werke in Niehl gepostet. Anders
>>sah das 1942 da auch noch nicht aus.
>
>[...]
>
>Wow! So hat Niehl mal ausgesehen?
Wenn du in Niehl gewohnt hast, dann weißt du ja, wie weit das Werk vom
"Dorfplatz" weg ist. Da war das Krankenhaus, die Kirche und ein paar
Gehöfte. Und sonst nix.
Die Niehler Bauern sind nach dem Krieg stinkreich geworden, als sie
ihre Äcker an Ford, Wacker und andere jetzt dort siedelnde
Industrieansiedlungen verkauft haben.
>
>"Danke" sagt,
Bitte, kein Problem.
>(der mal in Niehl gewohnt hat)
AOL aber nur ein Jahr (Schifferstr.)
... op dem Maat, op dem Maat, stonn die Buure ...