Kann jemand dieses Lied für mich zeitlich einordnen? Ich würde es ja fast
für Nach-Wende-Lyrik halten, aber irgendwie scheint es mir authentisch.
Ein Auszug:
[Berliner Dialekt]
"Sie lesen doch Zeitung - bestimmt das ND
was ich Ihrem klugem Blick sofort anseh'
Dann geh'n se mal schnell in Ihr Zimmer zurück
und werfen ein paar mal herum Ihren Blick,
dann schneind'n se das letzte Plenum (?) sich aus,
das braucht man doch oft im Betrieb und zuhaus'
Habn'se das alles dann bestens vollbracht
wird aus Ihrer Zeitung 'ne neue gemacht"
[/Berliner Dialekt]
usw., usf.
Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen Staatsmacht und
ihrer Ideale und war von daher dazumal sicher nicht ganz ohne (wenn es denn
überhaupt aus dieser Zeit stammt). Also, wer kann es zeitlich einordnen?
Auf Anfrage versende ich das Lied auch gerne als mp3.
Jörg
> "Klingeling,
hier kommt der Eiermann...
> schnell gebn's mir, sonst holt sich's die FDJ"
Wo's'n da der Reim?
> Kann jemand dieses Lied für mich zeitlich einordnen?
Versuch: Kältester Krieg? Also <1970?
> Ein Auszug:
>
> [Berliner Dialekt]
> "Sie lesen doch Zeitung - bestimmt das ND
> was ich Ihrem klugem Blick sofort anseh'
> Dann geh'n se mal schnell in Ihr Zimmer zurück
> und werfen ein paar mal herum Ihren Blick,
> dann schneind'n se das letzte Plenum (?) sich aus,
> das braucht man doch oft im Betrieb und zuhaus'
> Habn'se das alles dann bestens vollbracht
> wird aus Ihrer Zeitung 'ne neue gemacht"
> [/Berliner Dialekt]
>
> usw., usf.
>
> Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen Staatsmacht und
> ihrer Ideale und war von daher dazumal sicher nicht ganz ohne (wenn es denn
> überhaupt aus dieser Zeit stammt). Also, wer kann es zeitlich einordnen?
>
> Auf Anfrage versende ich das Lied auch gerne als mp3.
Ah, ja: Dann solltest du doch auch wissen, wo du's her hast! Oder: Was
solls denn kosten?
> Jörg
Geh mir doch fort, Du Rohling,
figyel
> Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen Staatsmacht
100% falsch.
> und
> ihrer Ideale und war von daher dazumal sicher nicht ganz ohne (wenn es denn
> überhaupt aus dieser Zeit stammt). Also, wer kann es zeitlich einordnen?
Ich kenn es aus den späten 70gern
Googel mal unter Reinhold Andert.
BGE
> Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen Staatsmacht
100% falsch.
> und
> ihrer Ideale und war von daher dazumal sicher nicht ganz ohne (wenn es denn
> überhaupt aus dieser Zeit stammt). Also, wer kann es zeitlich einordnen?
Ich kenn es aus den späten 70gern.
Singebewegung.
BGE
Falsch.
>
> Laut http://www.klangkontext.de/boltenhagen/liedertage/woher.html war
> der Komponist und Texter des Liedes, Kurt Demmler,
Ich hab da nachgeschaut und diese Info _nicht_ gefunden.
Ich meine der Text ist von Reinhold Andert.
> 1967 im Oktoberklub
> und aus der Zeit dürfte das Lied auch stammen.
BGE
Da mußt du dich in der Diktion schon entscheiden:
ENTWEDER 'ostzonalen _Machthaber_'
ODER 'Staatsmacht _der DDR_'.
Wenn dir die Bezeichnung 'DDR' schon nicht in den Kram paßt, dann
poste nicht in d.a.f.ddr. Eröffne am besten 'ne neue: d.a.f.ostzone.
Dann haste keine Probleme mehr.
[KEIN Smilie]
Ch.
> Joerg Rohmann wrote:
>
>> Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen
>> Staatsmacht
>
> Nö, ist ein altes Pionierlied.
Nö, "Singebewegung".
Das Lied ist aber dann "rumgegangen".
> Laut http://www.klangkontext.de/boltenhagen/liedertage/woher.html war
> der Komponist und Texter des Liedes, Kurt Demmler, 1967 im Oktoberklub
> und aus der Zeit dürfte das Lied auch stammen.
Hätte ich später eingeordnet, Mitte 70er. Das hab ich zu der zeit mal im
Fernsehen gesehen (war irgend'n Anlass, wo do Singegruppen aufgetreten
sind), bis dahin kannte ich das nicht, und hinterher wurde es dann
allerorten nachgesungen.
Auf der Scheibe "Fröhlich sein und singen" interpretiert es der Singeklub
"Manifest" der PH Potsdam.
Matthias
--
Ein Ritter, der den Weg nicht kennt,
kommt niemals in den Orient.
> Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen Staatsmacht und
> ihrer Ideale
Wie kommst Du auf das dünne Brett?
Das war vielmehr staatlich sanktionierter Humor nach dem Motto: Seht,
wieviel Humor wie haben!
> und war von daher dazumal sicher nicht ganz ohne (wenn es denn
> überhaupt aus dieser Zeit stammt). Also, wer kann es zeitlich einordnen?
>
> Auf Anfrage versende ich das Lied auch gerne als mp3.
In diese Gruppe? Du machst Witze.
Da könnte ich ebensogut auf Anfrage eine Liste der ostdeutschen
Pkw-Hersteller anbieten. Aber psssst!
Und Du übertreibst. Ich kenn das Lied nicht, geschweige denn, dass ich
es in irgeneiner Form vorliegen hätte. (Nein, Jörg, ich will es trotzdem
nicht haben.)
caba
Er hat "Ostzone" gesagt! Ich hab's genau gehört! FR
Matthias Opatz schrieb:
> >> Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen
> >> Staatsmacht
Sicher nicht so gemeint gewesen. Wobei unfreiwilliger
Humor doch der beste ist.
Wobei ich den Text gar nicht so sehr in die Kategorie
"unfreiwilliger Humor" einordnen wollte. Man versuchte
witzig und ironisch zu sein, was untypisch war. Vielleicht
kommt man so auf den Gedanken mit der Verhöhnung.
> Hätte ich später eingeordnet, Mitte 70er.
Ja. Als Pionier kannte ich es nicht. Das kam später.
> Auf der Scheibe "Fröhlich sein und singen" interpretiert es der Singeklub
> "Manifest" der PH Potsdam.
Hatten die noch einen? Über lange Jahre berühmt war der Singeklub
"Spartakus" der PH Potsdam.
Kai
Und warum glaubst du dann, deine Meinung hier einwerfen zu müssen?
Du kennst es nicht, willst es gar nicht kennen lernen. Aber eine Meinung
und ein Posting ist es dir wert.
Warum das?
H
Ich darf kurz darauf antworten.
Mit seiner Aussage "In dieser Gruppe? Du machst Witze." erweckte
Matthias den Eindruck, es wäre nicht nötig dieses Lied
hier anzubieten:
evl. Gründe:
1.) Vielleicht, weil es alle kennen und
schon als file dahaben - andererseits,
2.) Weil er gerade annimmt, daß sich hier nach Jahren des
abschmetterns forscher Pionier- und Jugendlieder
keiner dafür interessiert.
3.) Er weiß, daß über dieses Lied schonmal gesprochen wurde,
es auch als Quelle damals angegeben wurde und sieht es
als schlechten Witz an, es nun nochmal anzubieten.
Caba antwortete mMn. im Sinne von Pkt. 1 logisch indem sie klarmachte
es könne doch noch Bedarf an der Quelle des Liedes bestehen.
Wobei sie weiterhin freundlich (mit Smiley) erwähnte, das
Sie selbst augenscheinlich kein Interesse an dem Lied wobei bei mir
persönlich die Formulierung "geschweige denn" den Eindruck nahelegt,
ihre musikalischen Interessen sind anderweitig orientiert.
Sie wollte also, in summa, einem, in ihren Augen falschen Eindruck,
den Matthias scheinbar erweckte entgegentreten.
Vernünftig, logisch und wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Und dann kommst Du lieber Hans und pisst ihr mit Deinem
niveaulosen antidemokratischen Maulkorbgeschreibsel von
hinten ans Bein.
Nicht, lieber Hans, daß das nicht nur nicht fair ist,
es ist gemein und unhöflich und zeugt von Deiner
Unfähigkeit postings im Zusammenhang zu verstehen.
Einen schönen Sonntag noch
Gruß
BGE
"Zu Damen sollst Du fein, nicht unmanierlich sein!" (W. Busch) :)
> Mit seiner Aussage "In dieser Gruppe? Du machst Witze." erweckte
> Matthias den Eindruck, es wäre nicht nötig dieses Lied
> hier anzubieten:
>
> evl. Gründe:
4) Ich dachte, das Lied sei allgemein bekannt (ohne dass damit ein bedarf an
Audiofiles verbunden ist).
Ich irrte.
Ts, ts , nach 13 Jahren noch so empfindlich?
> [KEIN Smilie]
Also jetzt aber.
Ostzonale Grüße
Jörg
> Joerg Rohmann schrieb:
>
>> Das ganze Lied ist eine einzige Verhöhnung der ostzonalen Staatsmacht
>> und ihrer Ideale
>
> Wie kommst Du auf das dünne Brett?
> Das war vielmehr staatlich sanktionierter Humor nach dem Motto: Seht,
> wieviel Humor wie haben!
Hatten sie ja offensichtlich zeitweise auch. Das Lied ist witzig und
selbstironisch. Hätte nicht gedacht, dass so etwas in der DDR geduldet
wurde.
In der Schule beigebracht hat man es mir allerdings auch nicht.
>> Auf Anfrage versende ich das Lied auch gerne als mp3.
>
> In diese Gruppe? Du machst Witze.
> Da könnte ich ebensogut auf Anfrage eine Liste der ostdeutschen
> Pkw-Hersteller anbieten. Aber psssst!
Naja, dachte mir, dass vielleicht nicht alle hier mit der DDR so kritisch-
ironisch umgehen können, wie sie es dann ja wohl ab und zu selbst getan
hat. Hier gehen ja einige schon hoch, wenn man mal 'Ostzone' sagt und
fordern gleich korrekten DDR-Sprachgebrauch ein bzw. legen die dauerhafte
Entfernung aus d.a.f.ddr nahe.
Bei denen wäre das Lied dann eben nicht bekannt (oder wurde halt
verdrängt). ;)
Sei's drum.
Danke für alle an die interessanten Infos. Wieder mal ein neuer Aspekt.
Jörg
> > Wenn dir die Bezeichnung 'DDR' schon nicht in den Kram paßt, dann
> > poste nicht in d.a.f.ddr. Eröffne am besten 'ne neue: d.a.f.ostzone.
> > Dann haste keine Probleme mehr.
>
> Ts, ts , nach 13 Jahren noch so empfindlich?
Das ist menschlich.
Wer den größten und empfindsamsten Bereich seines Lebens
an einem Ort verbrachte, den es jetzt nicht mehr gibt
und doch den final cut scheut, reflektiert immer
auf die Vergangenheit, als wäre sie das "Heute".
Gruß
B"Gott sei dank, daß diese Hure "DDR" 1989 verblich.
Und genau deshalb schreib ich hier mit."GE
> Meine Kalauer in der Art von
> "Tiefdruckzone darf der Nachrichtensprecher nicht mehr sagen. Es heißt
> jetzt Tiefdruck-DDR!" haben häufig wenig Freude erregt.
Naja, ziemlich krampfig. Der Wetterbericht hätte nämlich sowieso nur
Tiefdruckgebiet gesagt, 'ne Tiefdruckzone ist mMn etwas anderes.
Passte viel besser bei gängigen Begriffen wie Fußgängerzone, Sahelzone oder
- mein favorit - Amazone (so wie die Auparadeiser in Österreich).
Na, da google mal: ca. 175 (u. a. Uni Ulm - wegen der Seriosität)
>
> Passte viel besser bei gängigen Begriffen wie Fußgängerzone,
> Sahelzone oder
Wenn man _nur_ kalauern wollte, betraf es halt alle Zonen. Ich hatte
ja nur mal eine bleistifthaft herausgepickt.
> Joerg Rohmann wrote:
>> Naja, dachte mir, dass vielleicht nicht alle hier mit der DDR so
>> kritisch- ironisch umgehen können, wie sie es dann ja wohl ab und
>> zu selbst getan hat. Hier gehen ja einige schon hoch, wenn man mal
>> 'Ostzone' sagt und fordern gleich korrekten DDR-Sprachgebrauch ein
>> bzw. legen die dauerhafte Entfernung aus d.a.f.ddr nahe.
>> Bei denen wäre das Lied dann eben nicht bekannt (oder wurde halt
>> verdrängt). ;)
>>
>> Sei's drum.
>>
>> Danke für alle an die interessanten Infos. Wieder mal ein neuer
>> Aspekt.
>
> Na weißte, dein 'ostzonale Staatsmacht' hat mir nicht eben
> kritisch-ironisch angemutet. Es hat mich eher an kaltkriegerische
> Slogans a la "Hier ist RIAS Berlin - eine freie Stimme der Freien
> Welt. Sie hören Nachrichten aus der Zone." erinnert. Umso besser, wenn
> du es _so_ nicht gemeint hast.
Naja, eigentlich habe ich es schon _so_ gemeint. Oben zitierter Abschnitt
aus meinem Posting sollte keine Relativierung des Begriffes "ostzonale
Staatsmacht" sein. Ich halte nicht viel von der DDR und ihrer Existenz über
40 Jahre und verstehe nicht, warum hier, abseits durchaus amüsanter und
lustiger unpolitischer Ostalgie-Threads, so unkritisch und relativierend
mit der DDR umgegangen wird. Die Charta von dafd besagt imho zwar, dass
solche Diskussionen hier off topic sind, aber da hält sich ja eh keine Sau
dran.
Es geht mir jedenfalls nicht ein, warum bei manchen ein Haufen Scheiße mit
einem Sahnehäubchen obendrauf in der verklärten Erinnerung zu einer
leckeren Torte mutiert. Die DDR hat Menschenrechte mißachtet, ihre Bürger
eingesperrt (und zur Not abgeknallt), Meinungsäußerungen mit Gefängnis
bestraft, die Bürger flächendeckend überwacht usw. usf. Dass es daneben
auch Kinderkrippen und Arbeitsplätze für alle gab, rückt für mich
angesichts der extremen Nachteile in den Hintergrund. Zumal selbst die
sogenannten Errungenschaften ohne Probleme umdeutbar oder zumindest ob
ihrer eigentlichen Absicht zweifelhaft sind.
> Mit der 'Zone' habe ich begrifflich
> durchaus keine Probleme. Im Gegentum! Meine Kalauer in der Art von
> "Tiefdruckzone darf der Nachrichtensprecher nicht mehr sagen. Es heißt
> jetzt Tiefdruck-DDR!" haben häufig wenig Freude erregt. Das nur so
> nebenbei.
Ich habe eben gelacht.
> Mit versöhnlich nachgeholtem ;)
Ich will hier auch nicht aggressiv auftreten, aber manche Dinge kann man
eben nur mit Nachdruck sagen.
Gruß
Jörg
>> Naja, ziemlich krampfig. Der Wetterbericht hätte nämlich sowieso nur
>> Tiefdruckgebiet gesagt, 'ne Tiefdruckzone ist mMn etwas anderes.
>
> Na, da google mal: ca. 175
Und? Wer hat behautet, das gäbe es nicht?
> (u. a. Uni Ulm - wegen der Seriosität)
Ja, dort (3. Treffer) geht es um die tropische Tiefdruckzone. Und?
Ein Tiefdruckgebiet ist nicht ortsfest und schnell vorbei.
Eine Tiefdruckzone ist ortsfest und dauerhaft.
[...]
Ähm, ja, danke, Boris, dass Du mir die Arbeit abgenommen hast.
caba
Tja, wo du recht hast, hast du recht (aber hoffentlich nicht immer und
in allem). ;)
Da nehme ich eben einfach die verdammte Tiefdruckzone
bildungsmangelhaftbedingt zurück und ersetze (auch nur Beispiele!)
durch Bikini- oder erotische DDR. Könnte dich das zufriedenstellen?
Gerd
> ersetze (auch nur Beispiele!)
> durch Bikini- oder erotische DDR. Könnte dich das zufriedenstellen?
Die vom Magazin initiierte Fotoausstellung mit ostdeutschen Aktaufnahmen
heißt tatsächlich "Die nackte DDR". Noch irgendwo 'ne Kleinstadt, wo die
Ausstellung nicht gastierte?
> "Gerd Chalupecky" wrote
>
>> Na weißte, dein 'ostzonale Staatsmacht' hat mir nicht eben
>> kritisch-ironisch angemutet. Es hat mich eher an kaltkriegerische
>> Slogans a la "Hier ist RIAS Berlin - eine freie Stimme der Freien
>> Welt. Sie hören Nachrichten aus der Zone." erinnert. Umso besser, wenn
>> du es _so_ nicht gemeint hast.
>
> Naja, eigentlich habe ich es schon _so_ gemeint. Oben zitierter Abschnitt
> aus meinem Posting sollte keine Relativierung des Begriffes "ostzonale
> Staatsmacht" sein.
"Ostzone" und "Staatsmacht" passen nicht sehr gut zusammen, weil es
eben ein Zeichen des Nichtanerkennens der Eigenstaatlichkeit der DDR
war, wenn man den Begriff Ostzone weiterbenutzte, als die Staatsmacht
der DDR sich etabliert hatte und dies vom politischen Mainstream in
der BRD auch anerkannt wurde.
Rege daher an: Pankoff-Regime.
- Sebastian
Wenn ich mich gerade mal einmischen darf, dann mit folgendem: die Frau (im
geschichtskontextlich passenden Alter) (m)eines ehem. Chorleiters meinte,
daß dieses Lied auch schon unter dem leibhaftigen GOtt-sei-bei-uns (A.H.)
gesungen wurde - selbe Melodie, Text war von ähnlicher Aussage. Nehmen wir
mal an, es handelt sich um eine Melodie aus den Zwanzigern - seinerzeit war
es ja üblich, die Lieder der Gegenseite durch eigenen Text zu mißbrauchen.
Das haben die roten gemacht, das haben die Braunen gemacht. Warum sollte
nicht wer-auch-immer sich zu DDR-Zeiten des Liedes erinnert und einen neuen
Text gebastelt haben?!
Danke für die Aufmerksamkeit!
Thomas
> Nehmen wir mal an, es handelt sich um eine Melodie
> aus den Zwanzigern - seinerzeit war es ja üblich, die Lieder der
> Gegenseite durch eigenen Text zu mißbrauchen. Das haben die roten
> gemacht, das haben die Braunen gemacht. Warum sollte nicht
> wer-auch-immer sich zu DDR-Zeiten des Liedes erinnert und einen neuen
> Text gebastelt haben?!
Muß wohl öfters vorgekommen sein:
http://www.ndrtv.de/kulturreport/propagandaliedgut.html
Kleiner Fehler im Artikel: Aus dem kleinen Trompeter wurde kein kleiner
Trommler, sondern der Zuhälter Horst Wessel. Wobei seine Ludentätigkeit im
Lied selbst aus nachvollziehbaren Gründen nicht erwähnt wird.
Jörg
on 1 Jun 2003 19:27:11 GMT, Joerg Rohmann <jroh...@oleco.net> wrote:
>"Thomas Friedrich" wrote m:
>
>> Nehmen wir mal an, es handelt sich um eine Melodie
>> aus den Zwanzigern - seinerzeit war es ja üblich, die Lieder der
>> Gegenseite durch eigenen Text zu mißbrauchen. Das haben die roten
>> gemacht, das haben die Braunen gemacht. Warum sollte nicht
>> wer-auch-immer sich zu DDR-Zeiten des Liedes erinnert und einen neuen
>> Text gebastelt haben?!
>
>Muß wohl öfters vorgekommen sein:
>
>http://www.ndrtv.de/kulturreport/propagandaliedgut.html
>
>Kleiner Fehler im Artikel: Aus dem kleinen Trompeter wurde kein kleiner
>Trommler, sondern der Zuhälter Horst Wessel.
Haben sie womöglich mit der russischen/sowjetischen Version
verwechselt: da heißt es "kleiner Trommler".
Gruß,
Patrick
> Rege daher an: Pankoff-Regime.
Unter welchem die Prenzlauer Berger (und Weißenseer,
aber von denen hört man keinen Protest) seit
anderthalb Jahren leiden dürfen.
SCNR,
Kai
> > Nehmen wir mal an, es handelt sich um eine Melodie
> > aus den Zwanzigern - seinerzeit war es ja üblich, die Lieder der
> > Gegenseite durch eigenen Text zu mißbrauchen. Das haben die roten
> > gemacht, das haben die Braunen gemacht. Warum sollte nicht
> > wer-auch-immer sich zu DDR-Zeiten des Liedes erinnert und einen neuen
> > Text gebastelt haben?!
>
> Muß wohl öfters vorgekommen sein:
>
> http://www.ndrtv.de/kulturreport/propagandaliedgut.html
>
> Kleiner Fehler im Artikel: Aus dem kleinen Trompeter wurde kein kleiner
> Trommler, sondern der Zuhälter Horst Wessel.
Was ist denn das nun wieder für ein Quatsch. Im kommunist. Lied war es
"ein lustiges Rotgardistenblut", in dem der Nazis "ein lustiger
Sturmabteilungsmann".
> Wobei seine Ludentätigkeit im Lied selbst aus nachvollziehbaren Gründen nicht > erwähnt wird.
Merkwürdig, wie solche Unwahrheiten fort und fortwirken. Wessel ist
nie Zuhälter gewesen; andernfalls wäre er aus seiner Korporation in
hohem Bogen rausgeflogen, und zwar cum infamia.
Ein anderer Unsinn, der in der DDR mit Fleiß verbreitet wurde, ist,
daß Ossietzky
a) den Nobelpreis nicht annehmen durfte,
b) im KZ gestorben wäre.
Die langjährige Privatsekretärin und Vertraute Ossietzkys, Hilde
Walter, hat den Sachverhalt in einer Zuschrift an die "Israel
Nachrichten" in Tel Aviv vom 14. November 1974 richtigestellt:
"Die Worte 'den er nie in Empfang nehmen durfte' sind unwahr.
Ossietzky empfing die telegrafische Benachrichtigung aus Oslo im
Berliner Westend-Krankenhaus und akzeptierte die Verleihung
telegrafisch. [...] Die Reichspost hat das Telegramm ohne jede
Verzögerung nach Oslo befördert. [...] Wir konnten uns mit ihm im
Dezember 1936 durch neue, besonders fähige Mittelspersonen über sein
Verhalten und unsere Maßnahmen verständigen und einigten uns, daß er
das Nobelgeld ignorieren und vorläufig nicht abrufen sollte. Aber die
zähe, unbeirrbare Durchführung unserer schwierigen Pläne scheiterte an
Frau von Ossietzkys Weigerung, mit ihrem Mann ins Ausland zu gehen. Da
Maud von Ossietzky bekanntlich an schwerer Trunksucht litt, wollte sie
sich keinesfalls aus ihrem gewohnten Milieu entfernen. Sie erklärte
dann in halbnüchternem Zustand: 'Mein Carli ist Deutscher und bleibt
in Deutschland.' Zu einem späteren Zeitpunkt wurde es immer
aussichtsloser, die Ausreise durchzusetzen. Das Geld für den
Nobelpreis wurde in Oslo schließlich der Vertreterin eines
Bevollmächtigten ausgehändigt, den Ossietzky schriftlich ermächtigt
hatte, den Betrag abzuheben. (Es waren damals ungefähr 100.000
Reichsmark.) Aus dieser Aktion entwickelte sich zum Schaden Ossietzkys
ein grotesker Kriminalfall; eine raffinierte Unterschlagung, an der
die Nazis ausnahmsweise nicht beteiligt waren. Während Ossietzky
schwerkrank - aber im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte - in einer
von ihm selbst ausgewählten Privatklinik lag, bevollmächtigte er im
Januar 1937 einen Anwalt, mit dem sich Frau von Ossietzky in einer
Berliner Gastwirtschaft angefreundet hatte; Ossietzky konnte nicht
ahnen, daß dieser Rechtsanwalt Dr. Kurt Wannow schon vor Jahren in
seiner pommerschen Heimat wegen Unterschlagung bestraft worden war und
kein Recht mehr hatte, eine Anwaltspraxis auszuüben. Der skrupellose
und sehr charmante Hochstapler Dr. W. pflegte die Duzfreundschaft mit
Maud von Ossietzky so ausgiebig, daß es ihm in mehreren Monaten
gelang, ungefähr dreiviertel des Nobelpreisgeldes abzuheben und zu
veruntreuen. Als der Betrug entdeckt worden war, wurde Wannow von
einem Berliner Gericht am 7. März 1938 zu zwei Jahren Zuchthaus
verurteilt; in dem Strafprozeß gegen Wannow mußte Ossietzky im März
1938 als Zeuge erscheinen. Die grauenvollen Aufregungen um das
Nobelgeld und die von vielen Leuten durchschaute blamable Rolle seiner
Frau hatten ihn [...] beinahe noch stärker entkräftet als sein
jahrelanges Martyrium. Der deutsche Justizapparat hatte in der
Behandlung des Falles Wannow einwandfrei funktioniert; Justizbeamte
haben fieberhaft an der Wiederbeschaffung des veruntreuten Geldes
gearbeitet. Sie waren erfolgreich; als er am 4. mai 1938 in der Klinik
von Dr. Dosquet in Bln.-Pankow starb,wußte er noch nicht, daß es
gelingen würde, seinen veruntreuten Besitz zum größten teil wieder
aufzufinden. Seine Witwe konnte mit dem geretteten Geld und im Schutz
des Wohlwollens der Nationalsozialisten, denen sie in den
vorangegangenen Jahren hin und wieder wertvolle Dienste geleistet
hatte, bis zum Zusammenbruch des Dritten Reiches finaziell sorgenfrei
leben. Nach Kriegsende zog Maud von Ossietzky freiwillig von
Westberlin nach Ostberlin und fand bei den entscheidenden Funktionären
der SED vollen Ersatz für den Verlust ihrer machtlos gewordenen
nationalsozialistischen Beschützer. Sie ist in Ostberlin im Mai 1974
im Alter von 86 jahren gestorben."
FR
> Ein anderer Unsinn, der in der DDR mit Fleiß verbreitet wurde, ist,
> daß Ossietzky
> a) den Nobelpreis nicht annehmen durfte,
Siehe unten
> b) im KZ gestorben wäre.
Ich kanne nur "an den Folgen der Haft".
Zur Nobelpreisannahme:
| Im Laufe des Jahres 1936 hatte die internationale Kampagne für
| Ossietzky ständig an Breite und Gewicht zugenommen. Es war nicht
| zu übersehen, daß Ossietzky der in der Öffentlichkeit am häufigsten
| diskutierte Kandidat für den Friedensnobelpreis geworden war. Die
| deutschen Machthaber hatten darauf, was ihren Umgang mit dem zu-nehmend
| prominenten Häftling betrifft, erstmals im Mai 1936 reagiert.
| Als eine ärztliche Untersuchung vom möglichen „plötzlichen Ableben“
| Ossietzkys sprach, ordnete Göring die Überführung des Gefangenen
| in ein Berliner Polizeikrankenhaus an. Ossietzky durfte und sollte über-leben,
| damit die im Falle seines Todes von Heydrich erwartete „wüste
| Hetze gegen Deutschland“ vermieden werde.
| Anfang November desselben Jahres gingen die Nazis notgedrungen
| einen Schritt weiter. Die Entscheidung des Nobelkomitees rückte
| immer näher, und Ossietzky blieb einer der heißesten Anwärter auf die
| Auszeichnung. Selbst wenn er den Preis nicht bekommen würde,
| mußte damit gerechnet werden, daß mit der Bekanntgabe der Osloer
| Entscheidung weltweite Medienaufmerksamkeit auf Ossietzky gerich-tet
| werden würde. Umso sicherer war dies, falls die Wahl auf den
| deutschen Journalisten fallen sollte. Deshalb entließ die Gestapo
| Ossietzky am 7.11.1936 formell, und, wie es hieß, „probeweise“, aus
| der Schutzhaft.492 Die Weltpresse sollte zumindest nicht die Gelegen-heit
| erhalten, vom „Nobelpreis für den KZ-Häftling“ zu schreiben, bzw.
| sollte solchen dennoch zu erwartenden Schlagzeilen als „Störfeuer“
| entgegengesetzt werden, Ossietzky sei ein freier Mann - was schließ-lich
| auch geschah. Als ersten Aufenthaltsort nach seiner Entlassung
| wählte Ossietzky das Charlottenburger Westend-Krankenhaus; er
| blieb jedoch auch dort unter Bewachung durch die Gestapo.
| Zehn Tage später wurde der „Fall Ossietzky“ vom Staatssekretär des
| Propagandaministeriums, Funk, Hitler vorgelegt. Dieser entschied,
| daß nichts weiter veranlaßt werden soll. Wenn Ossietzky wirklich den
| Friedens-Nobelpreis erhielte, solle er des Landes verwiesen und eine
| Erklärung veröffentlicht werden, daß künftig kein Deutscher mehr den
| Friedens-Nobelpreis annehmen werde.
| Diese Reaktion macht deutlich, wie sehr die deutschen Machthaber
| durch die Nobelpreiskampagne in die Defensive gezwungen worden
| waren. Hier liegt offensichtlich auch der Ursprung des erst am
| 30.1.1937 verkündeten „Führererlasses“, nach welchem allen Deut-schen
| die Annahme von Nobelpreisen, auch des literarischen und der
| wissenschaftlichen, für die Zukunft verboten wurde.
| Wurde Hitlers Anweisung bezüglich des Nobelpreis-Verbots für Deut-sche
| (mit Modifikationen) befolgt, so gilt dies nicht für die Anordnung,
| Ossietzky sei nach Erhalt des Nobelpreises auszuweisen. In dieser
| Frage setzte sich offensichtlich der Sicherheitsapparat durch. Bekannt
| ist eine längere Erörterung des obersten Gestapo-Beamten, Heinrich
| Müller, in der am 8.12.1936 dafür plädiert wurde, Ossietzky die Aus-reise
| zu verweigern. Müller nahm Bezug auf die Erklärung Ossietzkys,
| er sei Pazifist gewesen und werde es bleiben. Die Äußerung stammte
| aus einem Interview mit mehreren ausländischen Korrespondenten
| vom 27.11. 494 , und Müller folgerte daraus, daß mit einer „unver-hüllte[
| n] Stellungnahme gegen Deutschland“ und möglicherweise mit
| „Hetzpropaganda“ zu rechnen sei, falls Ossietzky ins Ausland gelan-gen
| sollte. Dasselbe Dokument gibt auch die schließlich von Göring
| getroffene Entscheidung wieder: Ossietzky sei die Ausreise zu verwei-gern,
| der Paß zu entziehen, und er sei „dauernd zu beobachten“.495
| Bezeichnend für die unklaren Entscheidungsstrukturen und die sich
| überschneidenden Kompetenzen in der Führungsspitze des NS-Staa-tes
| ist eine Notiz im Tagebuch des deutschen Botschafters in Oslo,
| Sahm. Während eines Berlin-Besuches sprach Sahm am 16.12.1936
| mit Hitler über das weitere Vorgehen in Sachen Ossietzky. Hitler
| äußerte in dieser Unterredung, Ossietzky könne ohne weiteres nach
| Oslo reisen, er würde dann ausgebürgert.
| [...]
Fortsetzung und Quellenangaben (die Fußnoten habe ich nicht mit zitiert):
| <http://docserver.bis.uni-oldenburg.de/publikationen/bisverlag/schfri97/kap12.pdf>
Überweisung nach de.sci.geschichte
Ch.
Revidiere mich, weil infolge einer Störung irrtümlich im Lexikon zu
Tucholsky geraten. C. v. O. starb lt. Lexikon an den Folgen der Haft
(nicht im KZ).
Ch.
[schnippeldischnappeldischer]
> Merkwürdig, wie solche Unwahrheiten fort und fortwirken. Wessel ist
> nie Zuhälter gewesen;
Microsofts "Encarta 2002" sagt zu Wessel, Horst: " ... am 23. Februar 1930
starb er an den Folgen schwerer Verletzungen, die er angeblich bei einem
Überfall politischer Gegner erlitten hatte, tatsächlich aber in einer
Auseinandersetzung um eine Prostituierte, in die er sich verliebt hatte..."
was aber immerhin ins miljöh verweist. welche ist denn deine Wahrheit - ich
hab im Internet verschiedene Wahrheiten gefunden.
> andernfalls wäre er aus seiner Korporation in
> hohem Bogen rausgeflogen, und zwar cum infamia.
Nunja, mit Schimpf und Schande aus einer dann wohl sauberen Gesellschaft?
Literaturtip: Machtan, Lothar: "Hitlers Geheimnis - Das Doppelleben eine
Diktators" Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M 2003 - unter besonderer
Beachtung der Anfänge dieser "Bewegung" und Hitlers Umfeld
Thomas
>Joerg Rohmann <jroh...@oleco.net> wrote in message news:<bbdk2f$84aou$1...@ID-136487.news.dfncis.de>...
>
>> > Nehmen wir mal an, es handelt sich um eine Melodie
>> > aus den Zwanzigern - seinerzeit war es ja üblich, die Lieder der
>> > Gegenseite durch eigenen Text zu mißbrauchen. Das haben die roten
>> > gemacht, das haben die Braunen gemacht. Warum sollte nicht
>> > wer-auch-immer sich zu DDR-Zeiten des Liedes erinnert und einen neuen
>> > Text gebastelt haben?!
>>
>> Muß wohl öfters vorgekommen sein:
>>
>> http://www.ndrtv.de/kulturreport/propagandaliedgut.html
>>
>> Kleiner Fehler im Artikel: Aus dem kleinen Trompeter wurde kein kleiner
>> Trommler, sondern der Zuhälter Horst Wessel.
>
>Was ist denn das nun wieder für ein Quatsch. Im kommunist. Lied war es
>"ein lustiges Rotgardistenblut", in dem der Nazis "ein lustiger
>Sturmabteilungsmann".
Es gab wohl verschiedene Versionen.
So auch die vom "Sturmfuehrer Wessel, ein lustiges Hakenkreuzlerblut."
guenter
Das sind, auch wenn sie nur im Zusammenhang mit einem Kalauer fielen,
Worte, die ich bis an mein Lebensende und darueber hinaus, nie in
/einem/ Satz verwandt haette.
Das mußtu aber, wenn du konsequent 'Zone' durch 'DDR' substituieren
willst. Aber man kanns ja auch bleiben lassen. Übrigens war ich mal
wieder zu flüchtig, denn eigentlich hatte ich ja 'erogene' gemeint.
Ch.
viel über CvO
ei gugge das wusste ich nun auch nicht, ich kannte die nur die KZ-
Geschichte.
Womit wider der Beweis erbracht ist: diese Newsgroup bildet!
Falk
> Florian Ritter wrote:
>
> [schnippeldischnappeldischer]
>
>> Merkwürdig, wie solche Unwahrheiten fort und fortwirken. Wessel ist
>> nie Zuhälter gewesen;
>
> Microsofts "Encarta 2002" sagt zu Wessel, Horst: " ... am 23. Februar 1930
> starb er an den Folgen schwerer Verletzungen, die er angeblich bei einem
> Überfall politischer Gegner erlitten hatte, tatsächlich aber in einer
> Auseinandersetzung um eine Prostituierte, in die er sich verliebt hatte..."
> was aber immerhin ins miljöh verweist. welche ist denn deine Wahrheit - ich
> hab im Internet verschiedene Wahrheiten gefunden.
Wessels Mörder war Zuhälter, ihm hat man so etwas offensichtlich nicht
nachweisen können.
>> andernfalls wäre er aus seiner Korporation in
>> hohem Bogen rausgeflogen, und zwar cum infamia.
>
> Nunja, mit Schimpf und Schande aus einer dann wohl sauberen Gesellschaft?
> Literaturtip: Machtan, Lothar: "Hitlers Geheimnis - Das Doppelleben eine
> Diktators" Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M 2003 - unter besonderer
> Beachtung der Anfänge dieser "Bewegung" und Hitlers Umfeld
Mit "Koropration" ist natürlich nicht die NSDAP gemeint.
- Sebastian
Das Biographische Lexikon zum Dritten Reich (Hg. Hermann Weiß) stellt
es, basierend auf Forschungen des Institus für Zeitgeschichte, so dar,
daß eine Gruppe junger Kommunisten W. am 14.01.1930 in seiner Wohnung,
deren Vermieterin die Witwe eines KPD-Funktionärs war (mit ihr hatte
W. einen dies auslösenden Konflikt), aufstöberte und W. durch einen
Schuß in den Mund schwer verletzte, woran er letztlich am 23.02.1930
verstarb. Vom sog. "Roten Milieu" ist im Lexikon zu W. nirgends die
Rede.
Ch.
> Das Biographische Lexikon zum Dritten Reich (Hg. Hermann Weiß) stellt
> es, basierend auf Forschungen des Institus für Zeitgeschichte, so dar,
> daß eine Gruppe junger Kommunisten W. am 14.01.1930 in seiner Wohnung,
> deren Vermieterin die Witwe eines KPD-Funktionärs war (mit ihr hatte
> W. einen dies auslösenden Konflikt), aufstöberte und W. durch einen
> Schuß in den Mund schwer verletzte, woran er letztlich am 23.02.1930
> verstarb. Vom sog. "Roten Milieu" ist im Lexikon zu W. nirgends die
> Rede.
Hm, bemerke ich eine gewisse Nachlässigkeit mit sexuellen
Fachbegriffen? Erst die "erotischen Zonen", und hier meinst du ja wohl
das "Rotlicht-Milieu", eine Verbindung zum "Roten Milieu" wird ja
durchaus erwähnt ...
Mir ist diese Darstellung suspekt, in anderen Darstellungen ist
praktisch immer unstrittig, daß Albrecht Höhler, Wessels
hauptsächlicher Mörder, Zuhälter war, und Erna Jaenicke, mit der
Wessel ein Verhältnis hatte, Prostiutierte wenigstens vorher gewesen
war. Die Vermieterin spielt i. d. R. eine nachgeordnete Rolle, um die
Frau Jaenicke scheint's zu gehen.
- Sebastian
Bemerkstu völlig zurecht. Muß sich wohl unbemerkt eine Art senile
Verklemmtheit eingestellt haben, die mir bisher entgangen war. Wie
peinsam!
>
> Mir ist diese Darstellung suspekt, in anderen Darstellungen ist
> praktisch immer unstrittig, daß Albrecht Höhler, Wessels
> hauptsächlicher Mörder, Zuhälter war, und Erna Jaenicke, mit der
> Wessel ein Verhältnis hatte, Prostiutierte wenigstens vorher gewesen
> war. Die Vermieterin spielt i. d. R. eine nachgeordnete Rolle, um
> die Frau Jaenicke scheint's zu gehen.
>
Geht mir im Grunde ebenso. Könnte zwar sein, daß sich das Institut für
Zeitgeschichte peronifizierender Details enthalten wollte, aber die
Umstände sind ja auch völlig anders dargestellt. Was solls, möge er in
Frieden ruhen, denn tot zu sein schein er wohl unbestritten.
Gerd
> > [schnippeldischnappeldischer]
> >
> >> Merkwürdig, wie solche Unwahrheiten fort und fortwirken. Wessel ist
> >> nie Zuhälter gewesen;
> >
> > Microsofts "Encarta 2002" sagt zu Wessel, Horst: " ... am 23. Februar 1930
> > starb er an den Folgen schwerer Verletzungen, die er angeblich bei einem
> > Überfall politischer Gegner erlitten hatte, tatsächlich aber in einer
> > Auseinandersetzung um eine Prostituierte, in die er sich verliebt hatte..."
> > was aber immerhin ins miljöh verweist. welche ist denn deine Wahrheit - ich
> > hab im Internet verschiedene Wahrheiten gefunden.
>
> Wessels Mörder war Zuhälter, ihm hat man so etwas offensichtlich nicht
> nachweisen können.
Wäre ich allerdings Kommunist, was der Himmel verhüten möge, würde ich
auch behaupten, Wessel wäre Zuhälter gewesen (nach Hans Weigel: Wäre
ich Kommunist, würde ich auch Hakenkreuze auf jüdische Grabsteine
schmieren).
> >> andernfalls wäre er aus seiner Korporation in
> >> hohem Bogen rausgeflogen, und zwar cum infamia.
> >
> > Nunja, mit Schimpf und Schande aus einer dann wohl sauberen Gesellschaft?
> > Literaturtip: Machtan, Lothar: "Hitlers Geheimnis - Das Doppelleben eine
> > Diktators" Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M 2003 - unter besonderer
> > Beachtung der Anfänge dieser "Bewegung" und Hitlers Umfeld
>
> Mit "Koropration" ist natürlich nicht die NSDAP gemeint.
Recte: Korporation; ich weiß, das ist alles ein wenig schwierig, aber
mit a bisserl Üben klappt das schon. Du wirst sehen, das wird dann
noch ganz schön.
Nein, die NS-Partei war nichemeint, sondern sein Corps Normannia Bln.
Ich find das aber sehr schön & wärmt mir's Herze, daß man mir hier
einen sicheren Herrn Machtan empfiehlt - FR
...und Deine Schule ziemlich scheiße war!
> Falk
figyel