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Lehrgeld in der DDR (80er)

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Dirk Moebius

unread,
Jun 30, 2003, 11:13:12 AM6/30/03
to

Hallo,

weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
achtziger Jahren war?
Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
bin mir aber nicht sicher.


Mit freundlichen Grüßen
Dirk Moebius

--
Wir hatten zu Hause eine Schallplatte mit dem Titel "Für festliche Stunden".
Als ich das Wort "Festplatte" zum ersten Mal gehört habe, dachte ich, das
sei sowas.
Ariadne in <bdjfi4$srepq$1...@ID-174708.news.dfncis.de>

Andreas Richter

unread,
Jun 30, 2003, 12:44:47 PM6/30/03
to
On 30 Jun 2003 17:13:12 +0200, Dirk Moebius
<Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> wrote:

>
>Hallo,
>
>weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
>achtziger Jahren war?
>Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
>bin mir aber nicht sicher.
>
>
>Mit freundlichen Grüßen
> Dirk Moebius


Habe meinen Lehrvertrag mal rausgesucht. 1981-1983 FA für
Datenverarbeitung 110/125/140/165 M für 1./2./3./4. Lehrjahr.
Kurz davor hat es aber eine Erhöhung gegeben und ich bin mir nicht
ganz sicher ob FA für Datenverarbeitung mehr bekommen haben, als
andere ( ist mir irgendwie im Hinterkopf).

Andreas

Boris Gerlach

unread,
Jun 30, 2003, 1:04:15 PM6/30/03
to
Dirk Moebius wrote:
>
> Hallo,
>
> weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> achtziger Jahren war?
> Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
> bin mir aber nicht sicher.
>
> Mit freundlichen Grüßen
> Dirk Moebius

Lt. vorliegendem Lehrvertrag.

1. Lehrhalbjahr 100 Mark
2. Lehrhalbjahr 110 Mark
3. Lehrhalbjahr 120 Mark
4. Lehrhalbjahr 140 Mark.

Zeitraum 1978-80

BGE

Holger Kunadt

unread,
Jun 30, 2003, 1:51:47 PM6/30/03
to
Andreas Richter schrieb:

> >weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> >achtziger Jahren war?
> >Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
> >bin mir aber nicht sicher.

1978-1980 (Facharbeiter für Satztechnik vulgo Schriftsetzer) gestaffelt
halbjahresweise von 100 bis 140 Mark (100/110/120/140 Mark).

Qno

--
»Der Urknall ist kein ruhestörender Lärm.«
(Artikel 1 Abs. 3 des Galaktischen Grundgesetzes)
http://www.urania-dresden.de/terrasse/ggg.htm

Wolfgang Puffe

unread,
Jun 30, 2003, 1:57:03 PM6/30/03
to

"Dirk Moebius" frugte...

>
> Hallo,
>
> weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> achtziger Jahren war?
> Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
> bin mir aber nicht sicher.

Also bei "BMW" (1) gabs 120, 130, 150, 180 Mark Lehrlingsentgeld im Zeitraum
von 1.9.1983 bis 15.7.1985.

Wolfgang

(1) BMW=Biermanns Mechanische Werkstätten
oder allgemein bekannt als VEB Carl Zeiss JENA.

Frank Spreer

unread,
Jun 30, 2003, 2:06:19 PM6/30/03
to
Dirk Moebius schrieb am 30 Jun 2003 :

> weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> achtziger Jahren war?

1.LHj 100,-
2.LHj 110,-
3.LHj 120,-
4.LHj 140,-

1976-1978 Kraftwerk Boxberg
dazu kamen ab dem 3.LHj Schicht- und Erschwernisszuschläge in der
praktischen Ausbildung vor Ort.

Frank

Markus Knoppek

unread,
Jun 30, 2003, 2:27:12 PM6/30/03
to
Hey Dirk, lange her... ;-)

*Dirk Moebius* schrieb unter anderem:

>weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
>achtziger Jahren war?
>Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
>bin mir aber nicht sicher.

Lt Lehrvertrag unter Punkt 8:
Der Lehrling erhält für den vereinbarten Ausbildungsberuf monatliches
Lehrlingsentgeld.
Es beträgt im

1. Lehrhalbjahr 120 Mark
2. Lehrhalbjahr 130 Mark
3. Lehrhalbjahr 150 Mark
4. Lehrhalbjahr 180 Mark

Lehrzeit war 1.9.85 - 15.7.87.


M aus B

--
"Ich bin der einzige Typ auf der Welt der erst aufwachen muß um
einen Alptraum zu haben."
[Al Bundy]
|www.garys-shoes.de | Die roteste Seite im Netz

Joerg Westphal

unread,
Jun 30, 2003, 6:20:56 PM6/30/03
to
Dirk Moebius schrieb:

>
> Hallo,
>
> weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> achtziger Jahren war?
> Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
> bin mir aber nicht sicher.

Bei Robotron 1987-1990:

1. LHj. 120,-
2. LHj. 130,-
3. LHj. 150,-
4. LHj. 180,-
5. LHj. 200,-
6. LHj. 200,-

Bei der Sichtung der Unterlagen ist mir auch noch eine andere Rarität
"Fördervereinbarung zum Lehrvertrag" in die Hände gefallen.

Zitat:

"...Der Schüler Westphal, Jörg verpflichtet sich, jederzeit in Wort und
Tat die Politik der Partei der Arbeiterklasse und des sozailistischen
Staates zu vertreten und auf seinem Ausbildungsweg zur Vorbereitung auf
ein Hochschulstudium vorbildliche Ergebnisse
- in der Schule
- in der gesellschaftlichen Arbeit im sozialistischen Jugendverband
und
- in der wissenschaftlich-technischen Freizeittätigkeit
zu erreichen und darüber jährlich Rechenschaft abzulegen.

Die Fördervereinbarung tritt außer Kraft, wenn eine der Verpflichtungen
nicht erfüllt wird..."

;-)

Gruss Jörg

Bernd Ullrich

unread,
Jun 30, 2003, 6:58:55 PM6/30/03
to

Joerg Westphal wrote:
[...]


> Die Fördervereinbarung tritt außer Kraft, wenn eine der
> Verpflichtungen nicht erfüllt wird..."

> ;-)

> Gruss Jörg

Und wie ging das Ganze aus?
;-)

mfg
BU

Ralf Buerckner

unread,
Jun 30, 2003, 6:54:31 PM6/30/03
to
--<[Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de>]>-- wrote:

> weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> achtziger Jahren war?
> Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
> bin mir aber nicht sicher.

Ich habe 1982 mit der Lehre begonnen. Das erste "Endgeld" belief sich
auf exakt 95,- Mark (1.Lehrjahr) und steigerte sich bis auf 450,- Mark
(3. Lehrjahr). Allerdings war bei uns der Chemiezuschlag schon dabei,
IMHO. Ausserdem gabs noch 9,- Mark pro Tag Auslöse.


HAND

so long

./ralf+2


--
"Please forward this message to all your recipents in your
adress book.
This would help us to spread our spam across the world.
Thank you verry much!" [Andreas Schmidt in dan-am]

Joerg Westphal

unread,
Jul 1, 2003, 2:12:26 AM7/1/03
to
Bernd Ullrich schrieb:

Mit dem "Ableben" einer der Vertragsparteien.

Kai Garlipp

unread,
Jul 1, 2003, 4:04:01 AM7/1/03
to
On 01.07.2003 09:47, Erik Braun wrote:
>>Lt Lehrvertrag unter Punkt 8:
>>Der Lehrling erhält für den vereinbarten Ausbildungsberuf monatliches
>>Lehrlingsentgeld.
>
> davon wurden aber noch 10% abgezogen!

Wofür? SV, Parteibeitrag ;-) oder Fahrgeld? Lohnsteuern dürften darauf
nicht angefallen sein.

Bye Kai


Bernd Ullrich

unread,
Jul 1, 2003, 6:03:03 AM7/1/03
to

>> [...]

Nur aus reiner Neugier, mit welchen Monatsende verendete der
Lehrvertrag mit dieser Firma?
_"Fördervereinbarung zum Lehrvertrag"_ erinnerlich.

:o)

mfg
BU

Joerg Westphal

unread,
Jul 1, 2003, 1:01:38 PM7/1/03
to
Bernd Ullrich schrieb:


> Nur aus reiner Neugier, mit welchen Monatsende verendete der
> Lehrvertrag mit dieser Firma?
> _"Fördervereinbarung zum Lehrvertrag"_ erinnerlich.

Der Lehrvertrag "ver"endete am 15. Juli 1990. Zu diesem Zeitpunkt war
das Kombinat aber schon in "Abwicklung".
Wann genau uns gesagt wurde, dass die Fördervereinbarung hinfällig ist
weiss ich nicht mehr, aber welcher Betrieb in Auflösung hat sich noch
auf Zusagen wie Zahlung eines Stipendiums und Wiedereinstellung nach
dem Studium eingelassen.

Gruss Jörg

Boris Gerlach

unread,
Jul 1, 2003, 1:05:21 PM7/1/03
to
Joerg Westphal wrote:


> Bei der Sichtung der Unterlagen ist mir auch noch eine andere Rarität
> "Fördervereinbarung zum Lehrvertrag" in die Hände gefallen.
>

Das hab ich nicht aber dafür fand ich eine

"Förderungsvereinbarung für Absolventen."

Der VEB Funkwerk Köpenik ZFTN [...] schließt mit Wirkunng vom[...]
folgende Fördervereinbarung mit dem Absolventen [...]

übersicht:

1.Pflichten des Betriebes:
[...]

2.Pflichten des Absolventen:
[...]

3.Gesellschaftliche Aufgabenstellung:
[...]

4.Schlußbestimmungen:

Gruß
BGE

Dirk Moebius

unread,
Jul 1, 2003, 1:21:17 PM7/1/03
to
Ralf Buerckner writes:

> --<[Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de>]>-- wrote:
>> weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
>> achtziger Jahren war?
>> Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
>> bin mir aber nicht sicher.

> Ich habe 1982 mit der Lehre begonnen. Das erste "Endgeld" belief sich
> auf exakt 95,- Mark (1.Lehrjahr) und steigerte sich bis auf 450,- Mark
> (3. Lehrjahr). Allerdings war bei uns der Chemiezuschlag schon dabei,
> IMHO. Ausserdem gabs noch 9,- Mark pro Tag Auslöse.

Klingt so, als wäre da von Richtung zu Richtung unterschiedlich
gewesen.
Ich kann für das erste Lehrhalbjahr (1980) noch 110,- pro Monat
ausrechnen, aber danach wird es chaotisch. im zweiten Jahr (1981)
stehen da 1570,- drin, die ich mit keinem Schema hinkriege.
Kann es sein, daß es da mitten im Jahr eine Erhöhung gegeben hat?


Dirk

Dirk Moebius

unread,
Jul 1, 2003, 1:15:26 PM7/1/03
to
Kai Garlipp writes:

Ich glaub, SV.

Jedenfalls steht es bie mir mit im SV-Buch drin.
Nur im letzten Jahr hab ich keinen Durchblick, weil da Lehrgeld und
FA-Geld drinstehen...

Dirk

Dirk Moebius

unread,
Jul 1, 2003, 2:55:08 PM7/1/03
to
Joerg Westphal writes:

und wer ist auch noch auf die Idee gekommen, daß er nach dem 1.7. da
tatsächlich noch Forderungen hätte stellen können...

Dirk

Ole Streicher

unread,
Jul 1, 2003, 5:05:50 PM7/1/03
to
Hallo Dirk!

Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> writes:
> > Ich habe 1982 mit der Lehre begonnen. Das erste "Endgeld" belief sich
> > auf exakt 95,- Mark (1.Lehrjahr) und steigerte sich bis auf 450,- Mark

> Klingt so, als wäre da von Richtung zu Richtung unterschiedlich
> gewesen.

IMO nicht, der Lehrlingslohn war gesetzlich festgelegt (110-200M Mitte
der 80er). Es gab aber immer mal (kleinere) Erhoehungen. Und manche
Betriebe haben selber noch was draufgelegt.

Uebrigens gab es auch irgendwann (in den 80ern) fuer
EOS-Schuelern/Gymnasiasten etwas Geld; so 120/140 M habe ich da in
Erinnerung.

> Ich kann für das erste Lehrhalbjahr (1980) noch 110,- pro Monat
> ausrechnen, aber danach wird es chaotisch. im zweiten Jahr (1981)
> stehen da 1570,- drin, die ich mit keinem Schema hinkriege.
> Kann es sein, daß es da mitten im Jahr eine Erhöhung gegeben hat?

Das muessten dann doch 2 x 3.Halbjahr, 6 x 4. Halbjahr, 4 x 5. Halbjahr
gewesen sein. Kommt das hin? Die Lehrlingsgehaelter wurden nach
Lehrhalbjahr gezahlt und das richtete sich ueblicherweise nach dem
Schuljahr.

Ole

Bernd Ullrich

unread,
Jul 1, 2003, 6:41:29 PM7/1/03
to

Dirk Moebius wrote:

> und wer ist auch noch auf die Idee gekommen, daß er nach dem 1.7. da
> tatsächlich noch Forderungen hätte stellen können...

---
Mal wörtlich genommen...

>*_nach_* dem 1.7.<

Habe ich da irgendeine Kapitulation übersehen oder vorauseilenden
Gehorsam irgendwelcher Untertanen?


mfg
BU


Dirk Moebius

unread,
Jul 2, 2003, 1:27:57 AM7/2/03
to
Bernd Ullrich writes:

> Dirk Moebius wrote:

>> *_nach_* dem 1.7.<

beides.

Nach dem 1.7. herrschte (pars pro toto?) an der AdW bereits
Endzeitstimmung.
Am Informatikinstitut in Berlin-Adlershof organisierten Siemens,
SEL und IBM Überblicksveranstaltungen, einzelne AdW-Mitarbeiter
fungierten faktisch als Außenstellen der Personalabteilungen
der o.g. Firmen.
Und auch Kündigungsfristen oder feste Arbeitszeiten gab es nicht
mehr, wer gehen wollte, der konnte das tun, wer mal ein paar Tage
im Westen auf Brautschau gehen wollte, ebenfalls...

Als ich Mitte August aus dem Urlaub wiederkam, herrschte schon
Endzeitstimmung, die Hälfte der Leute hatte schon Arbeitsverträge
in WB, die andere war dabei, welche abzuschließen.

skid bladnir

unread,
Jul 2, 2003, 5:53:51 AM7/2/03
to
Bei uns Tischlerlehrlingen (und bei anderen sicher auch) gabs noch
prima Quartalsprämien, so um die 125 Mark etwa, abhängig von den
gezeigten Leistungen. Die Auszahlung der Gelder wurde aber immer so
günstig gelegt, dass es eine Freude war: Am Ende eines Subotniks oder
zum Abschluß einer Kundgebung usw.
Da machte es doch Spaß, hinzugehen ;-)

skid

Bernd Ullrich

unread,
Jul 2, 2003, 6:38:18 AM7/2/03
to

Dirk Moebius wrote:
> Bernd Ullrich writes:

>> Dirk Moebius wrote:

>>> und wer ist auch noch auf die Idee gekommen, daß er nach dem 1.7. da
>>> tatsächlich noch Forderungen hätte stellen können...
>> ---
>> Mal wörtlich genommen...

>>> *_nach_* dem 1.7.<
>
>> Habe ich da irgendeine Kapitulation übersehen oder vorauseilenden
>> Gehorsam irgendwelcher Untertanen?

> beides.
Gut geschrieben.

> Nach dem 1.7. herrschte (pars pro toto?) an der AdW bereits
> Endzeitstimmung.
> Am Informatikinstitut in Berlin-Adlershof organisierten Siemens,
> SEL und IBM Überblicksveranstaltungen, einzelne AdW-Mitarbeiter
> fungierten faktisch als Außenstellen der Personalabteilungen
> der o.g. Firmen.
> Und auch Kündigungsfristen oder feste Arbeitszeiten gab es nicht
> mehr, wer gehen wollte, der konnte das tun, wer mal ein paar Tage
> im Westen auf Brautschau gehen wollte, ebenfalls...
> Als ich Mitte August aus dem Urlaub wiederkam, herrschte schon
> Endzeitstimmung, die Hälfte der Leute hatte schon Arbeitsverträge
> in WB, die andere war dabei, welche abzuschließen.

IMHO ist das eine Frage auch der pers. Wahrnehmung und Einstufung der
verschiedenen Stufen des Zerfalls. Mal salopp ausgedrückt hätte ich das
was du nach:

> Nach dem 1.7. herrschte (pars pro toto?) an der AdW bereits
> Endzeitstimmung

schreibst
als das Momentel eingeschätzt dass wenn die Würmer bemerken dass am
toten Gaul nicht mehr viel dran ist sich eine neue Umgebung suchen. Der
Gaul war nach meiner Einschätzung schon länger tot (hatte kapituliert,
hatte sich geweigert Frischluft zu inhalieren z.b. :-) , praktisch an
der eigenen Selbstgerechtigkeit und deren Mief und Siff erstickt). Mit
einem Volk voller Jubelperser und derem wie auch immer gearteten aber
bestimmenten Anhang ist eben auf Dauer kein Staat zu machen (oder zu
erhalten).
Das ginge nur wenn der Staat etwas zu verkaufen hätte (Öl z.B.) und der
Aufwand zur Verfügungstellung dieses Produktes relativ gering gewesen
wäre. Sowas gabs im "Ländchen" aber nicht.


mfg
BU


Peter Conrad

unread,
Jul 2, 2003, 8:41:04 AM7/2/03
to
Holger Kunadt <h.ku...@gmx.de> wrote:

> > >weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> > >achtziger Jahren war?
> > >Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
> > >bin mir aber nicht sicher.
>
> 1978-1980 (Facharbeiter für Satztechnik vulgo Schriftsetzer) gestaffelt
> halbjahresweise von 100 bis 140 Mark (100/110/120/140 Mark).

Gleicher Job, aber von 86-88: 120/130/150/180 Mark. Dazu dann noch
Schichtzulage und Prämien (so man denn Prämien bekam).

Peter
--
Peter Conrad - Fotosatz
Hochwertiger Schriftsatz für Bücher und Broschüren
Digitalisierung von Dia-Sammlungen

Florian Ritter

unread,
Jul 2, 2003, 9:41:44 AM7/2/03
to
Holger Kunadt <h.ku...@gmx.de> wrote in message news:<bdptf0$v9on0$2...@ID-41865.news.dfncis.de>...

>
> > >weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
> > >achtziger Jahren war?
> > >Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
> > >bin mir aber nicht sicher.
>
> 1978-1980 (Facharbeiter für Satztechnik vulgo Schriftsetzer) gestaffelt

Beim Berliner Verlag hieß das definitiv "Druckformenhersteller" - FR

Florian Ritter

unread,
Jul 2, 2003, 9:51:39 AM7/2/03
to
Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> wrote in message news:<m3brwd4...@pudel.in-berlin.de>...

>
> >> und wer ist auch noch auf die Idee gekommen, daß er nach dem 1.7. da
> >> tatsächlich noch Forderungen hätte stellen können...
> > ---
> > Mal wörtlich genommen...
>
> >> *_nach_* dem 1.7.<
>
> > Habe ich da irgendeine Kapitulation übersehen oder vorauseilenden
> > Gehorsam irgendwelcher Untertanen?
>
> beides.
>
> Nach dem 1.7. herrschte (pars pro toto?) an der AdW bereits
> Endzeitstimmung.
> Am Informatikinstitut in Berlin-Adlershof

Ich dachte, ich kannte alle Institute (es gab auch so schnucklige wie
das Inst. für Gründungforschung [was selbst dem Präsidenten nicht
bekannt war, so daß er beim Vortrage eines Berichtes immer von
"Gründungsforschung" sprach], aber dieses ist mir zur Gänze unbekannt.
Lag dessen Fazilität auf dem Nordgelände (Der Windkanal soll
nochtstehen, da unter Denkmalschutz)? Und wann ist das Inst. gegründet
worden? FR

Holger Kunadt

unread,
Jul 2, 2003, 1:25:41 PM7/2/03
to
Florian Ritter schrieb:

> > 1978-1980 (Facharbeiter für Satztechnik vulgo Schriftsetzer) gestaffelt
> Beim Berliner Verlag hieß das definitiv "Druckformenhersteller" - FR

Der Ausbildungsberuf? Oder war das vielleicht eher eine
Spezialisierungsrichtung?[1] Oder ein anderer Zeitraum? Auf meinem
Lehrvertrag steht jedenfalls definitiv: "FA für Satztechnik;
Spezialisierung: Zeilenmaschinensatz". Und mir ist nicht bekannt, daß es
in der DDR zu einem konkreten Zeitpunkt unterschiedliche Benennungen
für den gleichen Ausbildungsberuf gegeben hätte.[2]

Qno

[1] Was ich mir allerdings schlecht vorstellen kann, denn
"Druckformenherstellung" ist ja eigentlich der übergeordnete
Begriff.
[2] Wobei: Berlin gehörte ja gemäß dem Viermächteabkommen nicht
wirklich zur DDR ... Könnte sowas dabei eine Rolle spielen?

--
»Kisuaheli wird sich bereits kurze Zeit nach Einführung der
Rechtschreibreform als deutsche Amtssprache durchsetzen.«
TERRAsse, das Alternativwelt-Magazin
http://www.urania-dresden.de/terrasse/orthogra.htm

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Jul 2, 2003, 4:38:47 PM7/2/03
to
Florian Ritter schrieb:

>
> Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> wrote in message news:<m3brwd4...@pudel.in-berlin.de>...
>
> > Nach dem 1.7. herrschte (pars pro toto?) an der AdW bereits
> > Endzeitstimmung.

Ich bin August 90 5 Wochen in den Urlaub gefahren; spannend war,
ob der Arbeitsplatz hinterher noch da war. Er war es, und das
Königreich Akademien hielt sich (sofern die Leute noch da waren)
bis Februar 1992. Endzeitstimmung war die ganze Zeit.

Wobei sich bei uns die Abwerbungen, von denen Dirk sprach,
in Grenzen hielten. Natürlich fanden etliche andere Stellen;
erstaunlich viele treiben sich aber noch heute auf dem
Gelände herum.

> > Am Informatikinstitut in Berlin-Adlershof
>
> Ich dachte, ich kannte alle Institute (es gab auch so schnucklige wie
> das Inst. für Gründungforschung [was selbst dem Präsidenten nicht

Meinst Du "Gründung" als Kontrast zu Braundung?

Wobei ich es nicht kenne; auch Google nicht.
Auch
http://www.bbaw.de/archivbbaw/archivbestaende/abtbestand1945.html
und Unterseiten kennt es nicht. Wobei die auch das
FIPP nicht kennen, und das gab es definitiv.

Und welchen Präsidenten meinst Du?
Klinkmann, Scheler oder einem seiner Vorgänger?

> bekannt war, so daß er beim Vortrage eines Berichtes immer von
> "Gründungsforschung" sprach], aber dieses ist mir zur Gänze unbekannt.

Es gab sogar faktisch deren zwei: das Zentralinstitut für Kybernetik und
Informatiosnprozesse (ZKI) und das Institut für Informatik und
Rechentechnik (IIR); ich nehme an, das letztere war gemeint.
Ersteres lag nämlich überwiegend in der Innenstadt, gleich neben
dem ZK, nur ein paar Hanseln saßen in Adlershof.

> Lag dessen Fazilität auf dem Nordgelände

Ich denke, nein. Dort saßen im wesentlichen nur nur "wir" - ZWG
(Zankapfel
Westlicher Geheimdienste) und Teile vom ZOS (Optik und Spektroskopie).

> (Der Windkanal soll
> nochtstehen, da unter Denkmalschutz)?

Er steht noch. Auch der Akademiebusen auf dem Südgelände
Rudower Ecke /Agastr. ist noch da.

Kai, nach 10 Jahren wieder in Adlershof gelandet.

Florian Ritter

unread,
Jul 3, 2003, 9:54:23 AM7/3/03
to
Holger Kunadt <h.ku...@gmx.de> wrote in message news:<bdv4nn$10n2kt$1...@ID-41865.news.dfncis.de>...

>
> > > 1978-1980 (Facharbeiter für Satztechnik vulgo Schriftsetzer) gestaffelt
> > Beim Berliner Verlag hieß das definitiv "Druckformenhersteller" - FR
>
> Der Ausbildungsberuf?

Der Ausbildungsberuf.

> Oder war das vielleicht eher eine Spezialisierungsrichtung?

Nö, die lernten alles: Bleisatz, Offset, Lichtsatz (so hieß das
damals) &cet.

> [1] Oder ein anderer Zeitraum?

Mitte der 70er Jahre.

> Auf meinem Lehrvertrag steht jedenfalls definitiv: "FA für Satztechnik;
> Spezialisierung: Zeilenmaschinensatz".

Abor dis gloob'sch Dir jar.

> Und mir ist nicht bekannt, daß es in der DDR zu einem konkreten Zeitpunkt
> unterschiedliche Benennungen für den gleichen Ausbildungsberuf gegeben hätte.

Eh gar, 's is durchaus möchlich. Die eenen lernten Dreher, die andern
Zerspanungsfacharbeiter (ooch ne schnieke DDR-Wortschöpfung).

> [1] Was ich mir allerdings schlecht vorstellen kann, denn
> "Druckformenherstellung" ist ja eigentlich der übergeordnete
> Begriff.
> [2] Wobei: Berlin gehörte ja gemäß dem Viermächteabkommen nicht
> wirklich zur DDR ... Könnte sowas dabei eine Rolle spielen?

Eher nicht; in sowas spielte der Viermächtestatus nu würglisch nich
nei - FR

Florian Ritter

unread,
Jul 3, 2003, 10:18:57 AM7/3/03
to
Kai-Uwe Thiessenhusen <ku...@gmx.li> wrote in message news:<3F0342D7...@gmx.li>...

> > > Am Informatikinstitut in Berlin-Adlershof
> >
> > Ich dachte, ich kannte alle Institute (es gab auch so schnucklige wie
> > das Inst. für Gründungforschung [was selbst dem Präsidenten nicht
>
> Meinst Du "Gründung" als Kontrast zu Braundung?

Eksaktemang.



> Wobei ich es nicht kenne; auch Google nicht.
> Auch
> http://www.bbaw.de/archivbbaw/archivbestaende/abtbestand1945.html
> und Unterseiten kennt es nicht. Wobei die auch das
> FIPP nicht kennen, und das gab es definitiv.

FIPP? Die Gründungforschung war ein Lieblingskind von Prof.
Mitscherlich und nach seinem Tode verschwand der Instituts-Name. Und
in der Akademie-Reform wurden ja die vielen kleinen Inst. zu ZIs mit
wieder neuen Namen zusammengelegt.



> Und welchen Präsidenten meinst Du?
> Klinkmann, Scheler oder einem seiner Vorgänger?

Einen seiner Vorgänger in den 50er Jahren.



> > bekannt war, so daß er beim Vortrage eines Berichtes immer von
> > "Gründungsforschung" sprach], aber dieses ist mir zur Gänze unbekannt.
>
> Es gab sogar faktisch deren zwei: das Zentralinstitut für Kybernetik und
> Informatiosnprozesse (ZKI) und das Institut für Informatik und
> Rechentechnik (IIR); ich nehme an, das letztere war gemeint.
> Ersteres lag nämlich überwiegend in der Innenstadt, gleich neben
> dem ZK, nur ein paar Hanseln saßen in Adlershof.

Ei wie gut, daß ich ein Adlershofer Telefonverzeichnis von 1985 (Nur
für den Dienstgebrauch!) mein eigen nenne. Du stehst noch nicht drin
(THIESSEN, KARSTEN DR., das ist der Sohn, und THIESSEN, Peter-A.
PROF., der Ehrenvorsitzende des Forschungsrates der DDR, manoman, wenn
ich an den denke...)

ZKI weist im Verzeichnis aus: Bereich 6, Teil A'hof, Leiter Dr. Weise
(richtig: nur ein paar Apparate-Nr.)

Dann ein Zentralinstitut für Elektronenphysik, Institutsteil A'hof.

Dann gab es aber noch ein Institut für Elektronenphysik in A'hof, das
mit dem vorgenannten nichts zu tun hatte; es waberten gerüchte, daß
die Geräte für die Stasi entwickelten; im Tel.-Verz. steht das Inst.
erst mal gar nicht drin - ergo geheim.

Institut für Informatik u. Rechentechnik, Direktor Prof. Dr. G.
Stiller.
Dessen Bruder saß, wenn ich mich recht erinnere, in Rossendorf. Beide
hatten, ich drücke mich mal vorsichtig aus, Kontakte zu einer
beliebten Einrichtung in Bln.-Lichtenberg.

> > Lag dessen Fazilität auf dem Nordgelände
>
> Ich denke, nein. Dort saßen im wesentlichen nur nur "wir" - ZWG
> (Zankapfel Westlicher Geheimdienste)

Was soll die denn daran interessiert haben? Ihr habt doch im
wesentlichen nur das nachzukochen versucht, was im Westen längst Stand
der Technik war. Gehörte die Quarz-Einkristall-Züchtung auch zum ZWG?

und Teile vom ZOS (Optik und Spektroskopie).

Direktor vom ZOS war mal ein Prof. Ritschel, der war okay (1985 ist
Direktor ein Prof. Junge).

> > (Der Windkanal soll
> > nochtstehen, da unter Denkmalschutz)?
>
> Er steht noch. Auch der Akademiebusen auf dem Südgelände
> Rudower Ecke /Agastr. ist noch da.

Der ist auf Thießenschen Mist gewachsen (und steht jetzt auch unter
Denkmalschutz); darin sollten thermodynamische Messungen vorgenommen
werden (freistehende Kugelform für gleichmäßige thermische Abstrahlung
= Unfug).

> Kai, nach 10 Jahren wieder in Adlershof gelandet.

Ich weiß nicht, ob ich da reinen Herzens gratulieren kann - FR

Frank Spreer

unread,
Jul 3, 2003, 2:33:04 PM7/3/03
to
Florian Ritter schrieb am 03 Jul 2003

> Eh gar, 's is durchaus möchlich. Die eenen lernten Dreher, die andern
> Zerspanungsfacharbeiter (ooch ne schnieke DDR-Wortschöpfung).

Dreher <> Spanferk^WZerspanungsfacharbeiter

Frank
--
Party error, system halted

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Jul 3, 2003, 5:05:47 PM7/3/03
to
Florian Ritter schrieb:

>
> > Meinst Du "Gründung" als Kontrast zu Braundung?
>
> Eksaktemang.

Ich hatte es eher als Scherz gemeint; ich vermutete
"Gründung" im Zusammenhang mit Fundamenten.

> > Wobei die auch das
> > FIPP nicht kennen, und das gab es definitiv.
>
> FIPP?

> Die Gründungforschung war ein Lieblingskind von Prof.
> Mitscherlich und nach seinem Tode verschwand der Instituts-Name.

Ach so.

> Und
> in der Akademie-Reform wurden ja die vielen kleinen Inst. zu ZIs mit
> wieder neuen Namen zusammengelegt.

In dem Zusammenhang: könntest Du mir den Gefallen tun, und
nachgucken, Du hast ja das


> Adlershofer Telefonverzeichnis von 1985 (Nur
> für den Dienstgebrauch!)

was FIPP bedeutete? Forschungsstelle für...
Photophysik, glaube ich, aber weiß es nicht genau.
Die saßen auch dort.

> Dann ein Zentralinstitut für Elektronenphysik, Institutsteil A'hof.

Deren Hauptteil saß am Hausvogteiplatz.



> Dann gab es aber noch ein Institut für Elektronenphysik in A'hof, das
> mit dem vorgenannten nichts zu tun hatte; es waberten gerüchte, daß
> die Geräte für die Stasi entwickelten; im Tel.-Verz. steht das Inst.
> erst mal gar nicht drin - ergo geheim.

Ich kenne einige Geheiminstitute, die sehr wohl im Telefonbuch-
standen.



> Institut für Informatik u. Rechentechnik, Direktor Prof. Dr. G.
> Stiller.
> Dessen Bruder saß,

Aber nicht mit Werner, verwandt (von Paul, Namensgeber vom
Rostocker Eis-Stiller ganz zu schweigen)?

> wenn ich mich recht erinnere, in Rossendorf. Beide
> hatten, ich drücke mich mal vorsichtig aus, Kontakte zu einer
> beliebten Einrichtung in Bln.-Lichtenberg.

Gehe ich recht in der Annahme, daß es sich dabei nicht um den
VEB Elektrokohle, Herzbergstr., handelte?



> > > Lag dessen Fazilität auf dem Nordgelände
> >
> > Ich denke, nein. Dort saßen im wesentlichen nur nur "wir" - ZWG
> > (Zankapfel Westlicher Geheimdienste)
>
> Was soll die denn daran interessiert haben?

War natürlich nur scherzhaft.

> Ihr habt doch im
> wesentlichen nur das nachzukochen versucht, was im Westen längst Stand
> der Technik war.

Och, manches war hochspezialisiert, und auch im Westen selten.

> Gehörte die Quarz-Einkristall-Züchtung auch zum ZWG?

Jau.



> > Kai, nach 10 Jahren wieder in Adlershof gelandet.
>
> Ich weiß nicht, ob ich da reinen Herzens gratulieren kann - FR

"Wer nach der Zukunft fragt, landet früher oder später in
Adlershof."

Immerhin sieht es nicht mehr ganz so übel aus wie damals.

Kai

Norbert Möller

unread,
Jul 4, 2003, 5:13:46 AM7/4/03
to
Am Thu, 03 Jul 2003 20:33:04 +0200, Frank Spreer <my_spa...@lycos.de>
schrieb:

>Florian Ritter schrieb am 03 Jul 2003
>
>> Eh gar, 's is durchaus möchlich. Die eenen lernten Dreher, die andern
>> Zerspanungsfacharbeiter (ooch ne schnieke DDR-Wortschöpfung).
>
>Dreher <> Spanferk^WZerspanungsfacharbeiter

Und dann war da noch der Verspätungsfacharbeiter ;-)

Diese Berufsbezeichnung wurde z. B. republikweit durch
Possenspiel gepflegt ...

Lehrlingsentgelt:

Ich bekam als Lehrling FA f. Nachrichtentechnik m. Abi:

1. Lhj: 80 DM (1974, DR) + Freifahrten

MfG

Norbert

Florian Ritter

unread,
Jul 4, 2003, 7:13:18 AM7/4/03
to
Kai-Uwe Thiessenhusen <ku...@gmx.li> wrote in message news:<3F049AAB...@gmx.li>...

> > in der Akademie-Reform wurden ja die vielen kleinen Inst. zu ZIs mit
> > wieder neuen Namen zusammengelegt.
>
> In dem Zusammenhang: könntest Du mir den Gefallen tun, und
> nachgucken, Du hast ja das
> > Adlershofer Telefonverzeichnis von 1985 (Nur für den Dienstgebrauch!)
>
> was FIPP bedeutete? Forschungsstelle für...
> Photophysik, glaube ich, aber weiß es nicht genau.

Jawoll, Forschungsstelle für informationelle Photochemie und
Photophysik, Leiter Dr. Sydow. Auch dubios: es sind nur vier Tel.-Nr.
angegeben, nämlich Sekretariat, Stellv. Ltr., BPO und BGL. Weißt Du,
womit die sich beschäftigt haben?



> > Dann ein Zentralinstitut für Elektronenphysik, Institutsteil A'hof.
>
> Deren Hauptteil saß am Hausvogteiplatz.
>
> > Dann gab es aber noch ein Institut für Elektronenphysik in A'hof, das

Hier irrte der Meister - der Laden hieß Institut für Elektronik (IE)
aber er steht - ich hab's grad durchgeblättert - definitiv _nicht_ im
Tel.-Verz. Zu Leuten, die im IE beschäftigt waren wurde
vorsichtshalber etwas Abstand gehalten. Ich war immer baß erstaunt
wenn ich am Wochenende arbeitete, was da für ein Betrieb auf den
Geländen war; da wurde die Stasi dann fleißig.

> > mit dem vorgenannten nichts zu tun hatte; es waberten gerüchte, daß
> > die Geräte für die Stasi entwickelten; im Tel.-Verz. steht das Inst.
> > erst mal gar nicht drin - ergo geheim.
>
> Ich kenne einige Geheiminstitute, die sehr wohl im Telefonbuch-
> standen.

Als da wären?



> > Institut für Informatik u. Rechentechnik, Direktor Prof. Dr. G.
> > Stiller.
> > Dessen Bruder saß,
>
> Aber nicht mit Werner, verwandt (von Paul, Namensgeber vom
> Rostocker Eis-Stiller ganz zu schweigen)?

Weder noch (wobei mir Eis-Paule kein begriff ist); aber Werner St.
hatte witzigerweise als HVA-Offz. (Sektor Wissenschaft und Technik -
SWT) mit dem Rossendorfer Stiller zu tun (wie man seinem Buche "Im
Zentrum der Spionage" entnehmen kann).

> > wenn ich mich recht erinnere, in Rossendorf. Beide
> > hatten, ich drücke mich mal vorsichtig aus, Kontakte zu einer
> > beliebten Einrichtung in Bln.-Lichtenberg.
>
> Gehe ich recht in der Annahme, daß es sich dabei nicht um den
> VEB Elektrokohle, Herzbergstr., handelte?

Nää, mei Gudsder, es handelt'sch ni um den allseits beliebten VEB Ekel
(für den in der Akademie auch Forschungen betrieben wurden; sehr
mysteriös ist auch der Eintrag im Tel.-Verz.: VEB Barkaswerke
Karl-Marx-Stadt).



> > > > Lag dessen Fazilität auf dem Nordgelände
> > >
> > > Ich denke, nein. Dort saßen im wesentlichen nur nur "wir" - ZWG
> > > (Zankapfel Westlicher Geheimdienste)
> >
> > Was soll die denn daran interessiert haben?
>
> War natürlich nur scherzhaft.

Naja, als ich in WB vom Staatsschutz vernommen wurde, waren die schon
interessiert zu erfahren, was da so läuft. Auch an einem Tel.-Verz.
bestand reges Interesse.



> > Ihr habt doch im
> > wesentlichen nur das nachzukochen versucht, was im Westen längst Stand
> > der Technik war.
>
> Och, manches war hochspezialisiert, und auch im Westen selten.

Intressiert: Was'n?



> > Gehörte die Quarz-Einkristall-Züchtung auch zum ZWG?
>
> Jau.
>
> > > Kai, nach 10 Jahren wieder in Adlershof gelandet.
> >
> > Ich weiß nicht, ob ich da reinen Herzens gratulieren kann - FR
>
> "Wer nach der Zukunft fragt, landet früher oder später in
> Adlershof."
>
> Immerhin sieht es nicht mehr ganz so übel aus wie damals.

Und ne schnieke Kantine habta da, allerdings gesalzene Preise. Und den
Bunsen-Saal (von uns nur Bumsen-Saal genannt) gibt's, wenn mir recht
ist, auch noch. Da hielt Thießen Kolloquium. Lauter Russen mit Hüten,
die den Durchmesser von Wagenrädern hatten. Die Iwans krochen Th. fast
ins Rektum; er muß denen unschätzbare Dienste geleistet haben (Lotte
Ulbricht erschien immer zu seinem Geburtstag, noch bis nach der
Wende). Ein fürwitziger Assistent frug Th. mal geradezu: Sie sollen ja
den Russen die H-Bombe entwickelt haben? Th.: Quatsch, was will denn
der Iwan mit der Bombe, wenn er keine Antriebe hat! Zu seinem
Nachfolger als Inst.-Direktor Linde (ich hab's direkt von L.) sagte
Th. bei einer festlichkeit: Linde, altes Rübenschwein, wir haben die
nazis beschissen, wir haben die Russen beschissen und jetzt bescheißen
wir die Kommunisten hier auch noch! Linde verschlug's die Sprache - FR

Norbert Möller

unread,
Jul 4, 2003, 7:46:39 AM7/4/03
to
Berichtigung ;-)

1. Lhj: 80.- M (1974, DR) + Freifahrten

MfG

Norbert

Bernd Ullrich

unread,
Jul 4, 2003, 8:20:02 AM7/4/03
to

Norbert Möller wrote:
> Berichtigung ;-)
>
> 1. Lhj: 80.- M (1974, DR) + Freifahrten

Und hier wurde schon masslos gegrübelt ;-) .

mfg
B(nö,diese DDRmitihrenLehrlingsgeldernhattenwirnochnichtdurch)U

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Jul 7, 2003, 5:41:13 PM7/7/03
to
Florian Ritter schrieb:

>
> > > Adlershofer Telefonverzeichnis von 1985 (Nur für den Dienstgebrauch!)
> >
> > was FIPP bedeutete? Forschungsstelle für...
> > Photophysik, glaube ich, aber weiß es nicht genau.
>
> Jawoll, Forschungsstelle für informationelle Photochemie und
> Photophysik, Leiter Dr. Sydow. Auch dubios: es sind nur vier Tel.-Nr.
> angegeben, nämlich Sekretariat, Stellv. Ltr., BPO und BGL. Weißt Du,
> womit die sich beschäftigt haben?

Mit eben so etwas. Ich kenne einen, der 1988 oder 89 dort angefangen
hat. War nichts sondernlich geheimes.

> > > Dann gab es aber noch ein Institut für Elektronenphysik in A'hof, das
>
> Hier irrte der Meister - der Laden hieß Institut für Elektronik (IE)
> aber er steht - ich hab's grad durchgeblättert - definitiv _nicht_ im
> Tel.-Verz.

Ja! Das hatte auch einen sehr trivialen Hintergrund: das wurde Anfang
der 80er umbenannt, und gab es 85 nicht mehr. Und der Name, den es
danach hatte, ließ nicht mehr auf den alten schließen:
Institut für Kosmosforschung.

Multispektakelkamera und einiges echt militärisches.

Der Unterzeichnende hat übrigens das Vergnügen, im Nachfolgeverein
desselben zu arbeiten, wenn auch nicht auf dem Gebiet.

> ch war immer baß erstaunt
> wenn ich am Wochenende arbeitete, was da für ein Betrieb auf den
> Geländen war; da wurde die Stasi dann fleißig.

Die hatten auch einen eigenen Pförtner.

> > Ich kenne einige Geheiminstitute, die sehr wohl im Telefonbuch-
> > standen.
>
> Als da wären?

S.o. Auch meine Kollegen arbeiteten mal mit einem solchen Verein
zusammen, Institut für ... (völliger Trivialname vergessen).
Die saßen teils Wuhlheide nördlich der S-Bahn. teils in Rahnsdorf,
war aber nicht Ackerdemie.

>
> Nää, mei Gudsder, es handelt'sch ni um den allseits beliebten VEB Ekel
> (für den in der Akademie auch Forschungen betrieben wurden; sehr
> mysteriös ist auch der Eintrag im Tel.-Verz.: VEB Barkaswerke
> Karl-Marx-Stadt).

Das Außenstellenwesen war doch in der DDR weit verbreitet.
Die beliebte Ausflugsgaststätte "Wilhelmshöhe" an der Rostocker
Stolteraa-Steilküste war z.B. Betriebsteil vom VEB Schraubenwerke
Elsterwerda.

[ZWG]


> > >Ihr habt doch im
> > > wesentlichen nur das nachzukochen versucht, was im Westen längst Stand
> > > der Technik war.
> >
> > Och, manches war hochspezialisiert, und auch im Westen selten.
>
> Intressiert: Was'n?

Mir machten Hochfrequenzspektroskopie. EPR/ESR bzw. NMR.
EPR-Tomografie (3-dimensional) gabs außer uns noch 2 Gruppen
weltweit. Meine Ex-Kollegen sind damit nun in der Pharmaforschung
gelandet.


> > "Wer nach der Zukunft fragt, landet früher oder später in
> > Adlershof."
>

> Und ne schnieke Kantine habta da, allerdings gesalzene Preise.

Auch das Essen ist dort gesalzen, und zwar sehr. Ich bevorzuge,
wenn ich Zeit habe, die im Wachregiment Feliks E. Dshershinski,
heute Ausbildungskantine.

Kai

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Jul 7, 2003, 5:41:47 PM7/7/03
to
Florian Ritter schrieb:

>
> > > Adlershofer Telefonverzeichnis von 1985 (Nur für den Dienstgebrauch!)
> >
> > was FIPP bedeutete? Forschungsstelle für...
> > Photophysik, glaube ich, aber weiß es nicht genau.
>
> Jawoll, Forschungsstelle für informationelle Photochemie und
> Photophysik, Leiter Dr. Sydow. Auch dubios: es sind nur vier Tel.-Nr.
> angegeben, nämlich Sekretariat, Stellv. Ltr., BPO und BGL. Weißt Du,
> womit die sich beschäftigt haben?

Mit eben so etwas. Ich kenne einen, der 1988 oder 89 dort angefangen


hat. War nichts sondernlich geheimes.

> > > Dann gab es aber noch ein Institut für Elektronenphysik in A'hof, das


>
> Hier irrte der Meister - der Laden hieß Institut für Elektronik (IE)
> aber er steht - ich hab's grad durchgeblättert - definitiv _nicht_ im
> Tel.-Verz.

Ja! Das hatte auch einen sehr trivialen Hintergrund: das wurde Anfang


der 80er umbenannt, und gab es 85 nicht mehr. Und der Name, den es
danach hatte, ließ nicht mehr auf den alten schließen:
Institut für Kosmosforschung.

Multispektakelkamera und einiges echt militärisches.

Der Unterzeichnende hat übrigens das Vergnügen, im Nachfolgeverein

desselben (örtlich wie formal) zu arbeiten, wenn auch auf einem
anderen Wissenschaftsgebiet

> ch war immer baß erstaunt
> wenn ich am Wochenende arbeitete, was da für ein Betrieb auf den
> Geländen war; da wurde die Stasi dann fleißig.

Die hatten auch einen eigenen Pförtner.

> > Ich kenne einige Geheiminstitute, die sehr wohl im Telefonbuch-
> > standen.
>
> Als da wären?

S.o. Auch meine Kollegen arbeiteten mal mit einem solchen Verein


zusammen, Institut für ... (völliger Trivialname vergessen).
Die saßen teils Wuhlheide nördlich der S-Bahn. teils in Rahnsdorf,
war aber nicht Ackerdemie.

>

> Nää, mei Gudsder, es handelt'sch ni um den allseits beliebten VEB Ekel
> (für den in der Akademie auch Forschungen betrieben wurden; sehr
> mysteriös ist auch der Eintrag im Tel.-Verz.: VEB Barkaswerke
> Karl-Marx-Stadt).

Das Außenstellenwesen war doch in der DDR weit verbreitet.


Die beliebte Ausflugsgaststätte "Wilhelmshöhe" an der Rostocker
Stolteraa-Steilküste war z.B. Betriebsteil vom VEB Schraubenwerke
Elsterwerda.

[ZWG]


> > >Ihr habt doch im
> > > wesentlichen nur das nachzukochen versucht, was im Westen längst Stand
> > > der Technik war.
> >
> > Och, manches war hochspezialisiert, und auch im Westen selten.
>
> Intressiert: Was'n?

Mir machten Hochfrequenzspektroskopie. EPR/ESR bzw. NMR.


EPR-Tomografie (3-dimensional) gabs außer uns noch 2 Gruppen
weltweit. Meine Ex-Kollegen sind damit nun in der Pharmaforschung
gelandet.

> > "Wer nach der Zukunft fragt, landet früher oder später in
> > Adlershof."
>

> Und ne schnieke Kantine habta da, allerdings gesalzene Preise.

Auch das Essen ist dort gesalzen, und zwar sehr. Ich bevorzuge,

Florian Ritter

unread,
Jul 8, 2003, 7:00:40 AM7/8/03
to
Kai-Uwe Thiessenhusen <ku...@gmx.li> wrote in message news:<3F09E91B...@gmx.li>...

> Florian Ritter schrieb:
> >
> > > > Adlershofer Telefonverzeichnis von 1985 (Nur für den Dienstgebrauch!)
> > >
> > > was FIPP bedeutete? Forschungsstelle für...
> > > Photophysik, glaube ich, aber weiß es nicht genau.
> >
> > Jawoll, Forschungsstelle für informationelle Photochemie und
> > Photophysik, Leiter Dr. Sydow. Auch dubios: es sind nur vier Tel.-Nr.
> > angegeben, nämlich Sekretariat, Stellv. Ltr., BPO und BGL. Weißt Du,
> > womit die sich beschäftigt haben?
>
> Mit eben so etwas. Ich kenne einen, der 1988 oder 89 dort angefangen
> hat. War nichts sondernlich geheimes.

Ich kann mir unter inf. Photochem. & -phys. nix vorstellen. Was's dat?

Grademal nachgeblättert: mein spezieller Freund Ringwelski, auch
zubenannt Schlipsbindski, steht 1985 noch drin, DLE / D. Der trug so
nen schmalen Lederschlips und hatte den starken Drang völlig
redundante Reden zu halten; ich hatte mal seine Floskeln
mitgeschrieben, das gab im Kollegnkreis einigen Spaß. Es ging das
gerücht, er habe beim Einrichten des Ferienlagers Finckenfang sein
Wochendhaus gleich mit ausgestattet.
DLE war überhaupt die größte Einrichtung:
Dienstleistungseinrichtung Adlershof DLE
- Leitung und Stabsorgane /L
- Bereich Ökonomie /Ö
- Bereich Bau/Technik / Bereich Investitionen /B/I
- Bereich Gerätefertigung /G
- Bereich Materialversorgung /M
- Bereich Allgemeine Dienstleistungen /D

Nun mal den Bereich D näher betrachtet:

_Bereichsltr._
Sekretariat
Bereichsökonomie

_Abt. Mitarbeiterbetreuung_
Abtltr.
Sekretariat
Urlauberbetreuung
Kinderbetreuung
Wohnungsbetreuung
Sozialbetreuung
Kulturelle Betreuung
Veranstaltungsdienst
Theaterkasse
Objektverwaltung 12.1/12.2 [keine Ahnung, was sich dahinter verbirgt]
Betriebskindergarten
Betriebsferienheim Juliusruh Amt Altenkirchen
Betriebsferienheim Finckenfang Amt Kreischa

_Abt. Mitarbeiterversorgung_
Abtltr.
Sekretariat
Warenbuchhaltung
Handel
Einkauf
Lager
Produktionsltr.
Produktionsbereich I / Südgelände
Produktionsbereich II / Nordgelände
Kantine I
Kantine II
Kantine III
Kantine IV
Bauarbeiterversorgung
Bauarbeiterkantine

_Abt. Betriebsdienst_
Abtltr. Sekretariat
Poststelle
Grüngestaltung [ein zentraler Witz!]
Schwerlasttransport
Dekorationswerkstatt
Wäschekammer

_Abt. Fahrdienst_
Abtltr.
Sekretariat
Kfz.-Technik [da habe ich oft was schweißen lassen, waren sehr
gefällig, die Herren]
Kfz.-Einsatz
Abrechnung

Das ist doch alles nicht zu fassen, vor allem wenn man bedenkt, daß
jeder Forschungsbereich, jedes Institut noch mal eine eigene
Verwaltung hatte. Was sich da alles für Nichtstuer und Drückeberger
verkrochen hatten - da konnte nix von werden.

> > > > Dann gab es aber noch ein Institut für Elektronenphysik in A'hof, das
> >
> > Hier irrte der Meister - der Laden hieß Institut für Elektronik (IE)
> > aber er steht - ich hab's grad durchgeblättert - definitiv _nicht_ im
> > Tel.-Verz.
>
> Ja! Das hatte auch einen sehr trivialen Hintergrund: das wurde Anfang
> der 80er umbenannt, und gab es 85 nicht mehr. Und der Name, den es
> danach hatte, ließ nicht mehr auf den alten schließen:
> Institut für Kosmosforschung.

Das ist woll eine derwenigen Einrichtungen, die überlebt haben.



> Multispektakelkamera und einiges echt militärisches.

Was?

> Der Unterzeichnende hat übrigens das Vergnügen, im Nachfolgeverein
> desselben (örtlich wie formal) zu arbeiten, wenn auch auf einem
> anderen Wissenschaftsgebiet

Gratuliere!



> > ch war immer baß erstaunt
> > wenn ich am Wochenende arbeitete, was da für ein Betrieb auf den
> > Geländen war; da wurde die Stasi dann fleißig.
>
> Die hatten auch einen eigenen Pförtner.

Wo? Es hat mich immer gewundert, daß die Gelände nicht von Polizei
bewacht wurden, da doch otschwidno von strategischer Wichtigkeit (das
PCK Schwedt, das KW Rummelsboro, nur mal als Beispiele, wurden
polizeilich gesichert). Im vorderen Pförtnerhäuschen Agastr., neben
der Poliklinik, saß eine zeitlang ein durchgeknallter Glasbläser, der
in einer Sekte war. Als er dann einen Ausreiseantrag stellte war#s
damit aber vörby.



> > > Ich kenne einige Geheiminstitute, die sehr wohl im Telefonbuch-
> > > standen.
> >
> > Als da wären?
>
> S.o. Auch meine Kollegen arbeiteten mal mit einem solchen Verein
> zusammen, Institut für ... (völliger Trivialname vergessen).
> Die saßen teils Wuhlheide nördlich der S-Bahn. teils in Rahnsdorf,
> war aber nicht Ackerdemie.

Wie hieß'n das Institut in Malchow (angebl. Seuchenforschung)?

> > Nää, mei Gudsder, es handelt'sch ni um den allseits beliebten VEB Ekel
> > (für den in der Akademie auch Forschungen betrieben wurden; sehr
> > mysteriös ist auch der Eintrag im Tel.-Verz.: VEB Barkaswerke
> > Karl-Marx-Stadt).
>
> Das Außenstellenwesen war doch in der DDR weit verbreitet.
> Die beliebte Ausflugsgaststätte "Wilhelmshöhe" an der Rostocker
> Stolteraa-Steilküste war z.B. Betriebsteil vom VEB Schraubenwerke
> Elsterwerda.

Na, Bauer, dis is ja nu'n ander Ding.



> [ZWG]
> > > >Ihr habt doch im
> > > > wesentlichen nur das nachzukochen versucht, was im Westen längst Stand
> > > > der Technik war.
> > >
> > > Och, manches war hochspezialisiert, und auch im Westen selten.
> >
> > Intressiert: Was'n?
>
> Mir machten Hochfrequenzspektroskopie. EPR/ESR bzw. NMR.
> EPR-Tomografie (3-dimensional) gabs außer uns noch 2 Gruppen
> weltweit. Meine Ex-Kollegen sind damit nun in der Pharmaforschung
> gelandet.

NMR-Tomografie ist ja heute in der Radiologie woll Standard. Ist da
SIEMENS nicht führend?

> > > "Wer nach der Zukunft fragt, landet früher oder später in
> > > Adlershof."
> >
> > Und ne schnieke Kantine habta da, allerdings gesalzene Preise.
>
> Auch das Essen ist dort gesalzen, und zwar sehr. Ich bevorzuge,
> wenn ich Zeit habe, die im Wachregiment Feliks E. Dshershinski,
> heute Ausbildungskantine.

Kenn ick, ooch schonn da jespiesen, war janz orntlich - FR

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Jul 9, 2003, 6:34:38 PM7/9/03
to
Florian Ritter schrieb:

>
> > > Jawoll, Forschungsstelle für informationelle Photochemie und
> > > Photophysik, Leiter Dr. Sydow. Auch dubios: es sind nur vier Tel.-Nr.
> > > angegeben, nämlich Sekretariat, Stellv. Ltr., BPO und BGL. Weißt Du,
> > > womit die sich beschäftigt haben?
> >
> > Mit eben so etwas. Ich kenne einen, der 1988 oder 89 dort angefangen
> > hat. War nichts sondernlich geheimes.
>
> Ich kann mir unter inf. Photochem. & -phys. nix vorstellen. Was's dat?

Mein Bekannter promovierte über stochastische und deterministische
Modellierung des photographischen Elementarprozesses.
Wenn Dir das weiterhilft. (Allerdings das erst weit nach der Wende).

> Grademal nachgeblättert: mein spezieller Freund Ringwelski, auch

Der Name sagt mir irgendwie was.

> zubenannt Schlipsbindski, steht 1985 noch drin, DLE / D.

> Das ist doch alles nicht zu fassen, vor allem wenn man bedenkt, daß


> jeder Forschungsbereich, jedes Institut noch mal eine eigene
> Verwaltung hatte.

Ja. Wobei bis zu einem gewissen Grade es ja auch sinnvoll sein kann,
von wegen zentrale Einrichtungen für alle.

ABer so wie das lief, war das schon bizarr.

> > Institut für Kosmosforschung.
>
> Das ist woll eine derwenigen Einrichtungen, die überlebt haben.

Als *Einrichtung* nicht direkt. Aber relativ viele Leute
blieben noch lange dort. Man muß dazu sagen, daß in den
80er Jahren auch echte Kosmosforschung mit wachsender Tendenz
dort betrieben wurden.

Direkt als Einrichtung umgewandelt wurde wohl nur das ZOS,
nun Max-Born-Institut auf der Blauen Liste; vielleicht auch
was von den Chemikern.



> > Multispektakelkamera und einiges echt militärisches.
>
> Was?

Das entzieht sich meiner Kenntnis; ich kann aber mal recherchieren.

[Kosmosforschung]

> > Die hatten auch einen eigenen Pförtner.
>
> Wo?

*Weiß* ich nicht. Ich vermute aber, dort wo der Pförtner heute auch noch
sitzt.

Wohlgemerkt, die Akademiepförtner am Rande des umfriedeten Bereiches
mußte
man zuerst passieren; aber in das Haus kam man eben nicht.


> Wie hieß'n das Institut in Malchow (angebl. Seuchenforschung)?

Keine Ahnung. Und welches Malchow meinst Du eigentlich?
Berlin, mecklenburger Seenplatte, Poel? (In Poel war irgendwas
glaube ich, aber war das nicht sogar echt)



> > > mysteriös ist auch der Eintrag im Tel.-Verz.: VEB Barkaswerke
> > > Karl-Marx-Stadt).
> >
> > Das Außenstellenwesen war doch in der DDR weit verbreitet.
> > Die beliebte Ausflugsgaststätte "Wilhelmshöhe" an der Rostocker
> > Stolteraa-Steilküste war z.B. Betriebsteil vom VEB Schraubenwerke
> > Elsterwerda.
>
> Na, Bauer, dis is ja nu'n ander Ding.

Das ist ein eichen Ding.
Magst recht haben. Andererseits: vielleicht hatte Barkas da wirklich
ein Ferienheim.
Die Sachsen hätten doch sogar Berlin-Adlershof attraktiv gefunden ;-)

Ich halte aber die Geschichte für harmlos. Das Außenstellentum
durch Um- und Eingliederung griff doch weit um sich.

> > Mir machten Hochfrequenzspektroskopie. EPR/ESR bzw. NMR.
> > EPR-Tomografie (3-dimensional) gabs außer uns noch 2 Gruppen
> > weltweit. Meine Ex-Kollegen sind damit nun in der Pharmaforschung
> > gelandet.
>
> NMR-Tomografie ist ja heute in der Radiologie woll Standard. Ist da
> SIEMENS nicht führend?

_markt_führend vielleicht.

NMR gabs bei uns auch; EPR ist dagegen exotisch; da Mikrowellen nur
ein paar Millimeter in Wasser eindringen. Am ganzen Menschen geht
das nicht; aber Verteilung von Radikalen in Haut läßt sich gut
damit messen.

Kai

Florian Ritter

unread,
Jul 10, 2003, 11:48:38 AM7/10/03
to
Kai-Uwe Thiessenhusen <ku...@gmx.li> wrote in message news:<3F0C987E...@gmx.li>...

> > > > Jawoll, Forschungsstelle für informationelle Photochemie und
> > > > Photophysik, Leiter Dr. Sydow. Auch dubios: es sind nur vier Tel.-Nr.
> > > > angegeben, nämlich Sekretariat, Stellv. Ltr., BPO und BGL. Weißt Du,
> > > > womit die sich beschäftigt haben?
> > >
> > > Mit eben so etwas. Ich kenne einen, der 1988 oder 89 dort angefangen
> > > hat. War nichts sondernlich geheimes.
> >
> > Ich kann mir unter inf. Photochem. & -phys. nix vorstellen. Was's dat?
>
> Mein Bekannter promovierte über stochastische und deterministische
> Modellierung des photographischen Elementarprozesses.
> Wenn Dir das weiterhilft. (Allerdings das erst weit nach der Wende).

Ist mit photographisch Silberphotographie gemeint? Im ZIOC, Bereich
GAST stand eine komplette Filmbegußmaschine (dort wurde für ORWO
geforscht). Hassu die mal gesehen? War schon beeindruckend.



> > Das ist doch alles nicht zu fassen, vor allem wenn man bedenkt, daß
> > jeder Forschungsbereich, jedes Institut noch mal eine eigene
> > Verwaltung hatte.
>
> Ja. Wobei bis zu einem gewissen Grade es ja auch sinnvoll sein kann,
> von wegen zentrale Einrichtungen für alle.
>
> ABer so wie das lief, war das schon bizarr.

Weeß Jott. Als ich im Bumsen-Saal die Wanderfahne des Ssettka aus
Hagers Händen in Empfang nehmen durfte, erlaubt ich mir, nach Ende des
Offiziums (in seiner Rede verdammte Hager das C.-F. Weizsäckersche
Inst. in Grund und Boden) mit der Fahne hinter Hager herzugehen und in
den Empfangsraum zu marschieren. Ich staunte nicht schlecht, als ich
die gesamte Kaderleitung bereits sitzend und in bester Sektlaune
betraf. Als ich um eine Ecke schielte, sah ich einen Lohnkellner mit
einer Sektpulle am Schnabel. Das Büfett hatte ich mir doller
vorgestellt - es war guter Durchschnitt. Hager brachte dann einen
Toast aus, wozu er das Manuskribt erst umständlich in seinen Taschen
suchen mußte. Offensichtlich war keiner von denen in der Lage, frei zu
sprechen.



> Direkt als Einrichtung umgewandelt wurde wohl nur das ZOS,
> nun Max-Born-Institut auf der Blauen Liste; vielleicht auch
> was von den Chemikern.

Viele Naturwissensch. sind von der BAM übernommen worden. Das
ZIPC-Geb. ist ja dem Erdboden gleichgemacht worden.



> > > Multispektakelkamera und einiges echt militärisches.

Wurden nicht solche Kameras mal von der DDR unter Umgehung des
Embargos aus dem Westen beschafft? Aber die mußten dann, vermute ich,
den Russen übergeben werden.

> > Was?
>
> Das entzieht sich meiner Kenntnis; ich kann aber mal recherchieren.

Wär nett.



> [Kosmosforschung]
>
> > > Die hatten auch einen eigenen Pförtner.
> >
> > Wo?
>
> *Weiß* ich nicht. Ich vermute aber, dort wo der Pförtner heute auch noch
> sitzt.
>
> Wohlgemerkt, die Akademiepförtner am Rande des umfriedeten Bereiches
> mußte man zuerst passieren; aber in das Haus kam man eben nicht.

Waren das nicht so Flachbauten, tief im Süden des Südgeländes?



> > Wie hieß'n das Institut in Malchow (angebl. Seuchenforschung)?
>
> Keine Ahnung. Und welches Malchow meinst Du eigentlich?
> Berlin

Das im Nordosten Berlins. B-Waffenforschung.

> > > > mysteriös ist auch der Eintrag im Tel.-Verz.: VEB Barkaswerke
> > > > Karl-Marx-Stadt).
> > >
> > > Das Außenstellenwesen war doch in der DDR weit verbreitet.
> > > Die beliebte Ausflugsgaststätte "Wilhelmshöhe" an der Rostocker
> > > Stolteraa-Steilküste war z.B. Betriebsteil vom VEB Schraubenwerke
> > > Elsterwerda.
> >
> > Na, Bauer, dis is ja nu'n ander Ding.
>
> Das ist ein eichen Ding.
> Magst recht haben. Andererseits: vielleicht hatte Barkas da wirklich
> ein Ferienheim.

Nää. Da wurde am Abgas rumjeforscht.

> Die Sachsen hätten doch sogar Berlin-Adlershof attraktiv gefunden ;-)

Die Kneipe schräg gegenüber dem Bhf. A'hof war anetschlecht. Dort
verjubelten die Fernsehfritzen ihre Gagen.



> Ich halte aber die Geschichte für harmlos.

War's ooch.

> Das Außenstellentum durch Um- und Eingliederung griff doch weit um sich.

Ick mechte an diese Schdelle anfüjen: Kombinatsbildung.

> > > Mir machten Hochfrequenzspektroskopie. EPR/ESR bzw. NMR.
> > > EPR-Tomografie (3-dimensional) gabs außer uns noch 2 Gruppen
> > > weltweit. Meine Ex-Kollegen sind damit nun in der Pharmaforschung
> > > gelandet.
> >
> > NMR-Tomografie ist ja heute in der Radiologie woll Standard. Ist da
> > SIEMENS nicht führend?
>
> _markt_führend vielleicht.

Bei X CT waren sie das schon immer. Die DDR war auch da auf Import
angewiesen. Ich hatte mal den CT-Vertreter von SIEMENS für die DDR
kennengelernt. Der hatte einen eigenen Betreuer von der Stasi, Major
Tom geheißen. Wenn der Vertreter einen Wunsch hatte, zB ein Akordeon,
kümmerte sich Major Tom um die Erfüllung desselben. Also Stasi mit
menschlichem Antlitz. Von Euch laß ick mir meene Stasi noch lange nich
schlechtmachen!

> NMR gabs bei uns auch

In der DDR wurden NMR-Geräte hergestellt? Für Strukturaufklärung? Wär
mir neu.

An NMR CT war aber in der DDR gar nicht zu denken. Gab's zur Wendezeit
in der DDR auch nur eine einziges solches Gerät? Mitte der 80er Jahre
gab's in West-Bln. nicht ein einziges Gerät. Ein Greifswalder
Kommilitone war OA am FU-Klinikum und hatte einen Patienten mit
schwieriger Diagnose (Karzinom). Das nächstgelegene NMR CT befand sich
in Würzburg. Da der Patient putzmunter und beschwerdefrei war wurde er
im Sankra neben den Fahrer gesetzt und mein Freund und Kupferstecher
gönnte sich hinten auf der Trage ne Mütze Schlaf - FR

Patrick Bonacker

unread,
Jul 15, 2003, 4:45:34 AM7/15/03
to
Hallo,

on 30 Jun 2003 17:13:12 +0200, Dirk Moebius
<Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> wrote:

>weiß jemand hier noch, wie hoch das Lehrgeld in den ziebziger und
>achtziger Jahren war?
>Ich glaube, mich an 100/125/150 M für 1./2.3. Lehrjahr zu erinnern,
>bin mir aber nicht sicher.


Kleiner Nachtrag dazu: habe hier gerade einen Lehrvertrag vor mir
(nicht von mir)...

Fahrzeugschlosser (Wagen und Container)
DR-Bahnbetriebswagenwerk Rostock
1.9.83 - 15.7.85

Entgeld für 1.-4. Lehr_halb_jahr
120 / 130 / 150 / 180 M

Der Lehrvertrag ist ein Standardvordruck, Entgelte aber mit
Schreibmaschine eingefügt, hätten also wohl variieren können
(berufsabhängig? betriebsabhängig?)

Interessant dazu folgende Anmerkung:
"Für Lehrlinge, die auf Grund ihrer sozialen Verhältnisse besonderer
Unterstützung bedürfen, kann durch die Erziehungsberechtigten eine
finanzielle Beihilfe über den Betrieb, der den Lehrvertrag
abgeschlossen hat, bei der für diesen Betrieb zuständigen Abteilung
Berufsbildung und Berufsberatung des Rates des Kreises beantragt
werden (Vordruck). Die Anträge sind jeweils bis zum 15. Oktober
einzureichen."

Kennt das jemand aus der Praxis? Wieviel war das? Welche sozialen
Verhältnisse waren genau gemeint (Kriterien)?

Gruß,
Patrick

Ronald Konschak

unread,
Jul 15, 2003, 5:04:53 AM7/15/03
to
Patrick Bonacker <pat...@bonacker-imberkh.de> schrieb:

> 1.9.83 - 15.7.85

> Entgeld für 1.-4. Lehr_halb_jahr
> 120 / 130 / 150 / 180 M

Knete hatten die... ;-)

> Der Lehrvertrag ist ein Standardvordruck, Entgelte aber mit
> Schreibmaschine eingefügt, hätten also wohl variieren können
> (berufsabhängig? betriebsabhängig?)

Das Lehrlingsentgeld wurde per Verordnung festgelegt. Wenn ich
das hier richtig interpretiere ist das schon die 2te Erhöhung in
5 Jahren. So schnell wollte man sicher keine neuen Formulare
machen.


> Kennt das jemand aus der Praxis? Wieviel war das? Welche sozialen
> Verhältnisse waren genau gemeint (Kriterien)?

Kinderreiche Familien, Kinder alleinerziehender Elternteile,
niedrige Einkommen. Bezahlt wurden Lehrmittel (Bücher) und
Fahrtkosten ab einer bestimmten Höhe (15 M/Monat?).

> Gruß,
> Patrick
Ronald.
--
Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Jean Paul

Kai Garlipp

unread,
Jul 15, 2003, 5:10:33 AM7/15/03
to
On 15.07.2003 10:45, Patrick Bonacker wrote:

> Entgeld für 1.-4. Lehr_halb_jahr
> 120 / 130 / 150 / 180 M
>
> Der Lehrvertrag ist ein Standardvordruck, Entgelte aber mit
> Schreibmaschine eingefügt, hätten also wohl variieren können
> (berufsabhängig? betriebsabhängig?)

Die Höhe der Lehrlingsentgelte war IIRC staatlich festgelegt. Aber es
gab durchaus auch mal Erhöhungen und deren Umsetzung durchaus schneller
als der VV Spremberg mit der Änderung der Vordrucke. Außerdem hätte man
dann auch die alten Vordrucke entsorgen müssen und was noch viel
schlimmer ist, neue Vordrucke beschaffen müssen.

> Interessant dazu folgende Anmerkung:
> "Für Lehrlinge, die auf Grund ihrer sozialen Verhältnisse besonderer
> Unterstützung bedürfen, kann durch die Erziehungsberechtigten eine
> finanzielle Beihilfe über den Betrieb, der den Lehrvertrag
> abgeschlossen hat, bei der für diesen Betrieb zuständigen Abteilung
> Berufsbildung und Berufsberatung des Rates des Kreises beantragt
> werden (Vordruck). Die Anträge sind jeweils bis zum 15. Oktober
> einzureichen."
>
> Kennt das jemand aus der Praxis? Wieviel war das? Welche sozialen
> Verhältnisse waren genau gemeint (Kriterien)?

IIRC Kinderreiche Familien. Wobei ich aber nicht die Höhe dieser
Beihilfen kenne.

Bye Kai

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